Lebererkrankungen: Ursachen, Symptome und ganzheitliche Behandlung

Es ist weithin bekannt, dass Alkohol und Medikamente unserer Leber schaden. Aber auch Fehlernährung, Schadstoffe in Lebensmitteln und Umwelt und ein Mangel an lebenswichtigen Nährstoffen kann unsere Leber krank machen. Da dieses Organ still leidet und lange Zeit keine deutlichen Symptome zeigt, ist es umso wichtiger, die feinen, leisen Signale zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Ist die Leber in ihren vielfältigen Funktionen eingeschränkt, kann das Auswirkungen auf den gesamten Körper haben.

Erfahren Sie in diesem Artikel, warum eine gesunde Leber so wichtig ist und wie man mit Hilfe der Komplementärmedizin und einer Änderung des Lebensstils die Leber stärken und frühzeitig erkannte Lebererkrankungen sogar heilen kann.

 

Experte:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 12. November 2020

Lebererkrankungen – die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Die Leber: wichtigstes Stoffwechselorgan, Entgiftung des Organismus, Speicherung von Energie in Form von Glykogen, Herstellung körpereigener Proteine, Umwandlung von Nährstoffen, Abbau von Hormonen und alten Blutkörperchen, Bildung von Blutgerinnungsfaktoren, Regulation des Fettstoffwechsels, hohe Regenerationsfähigkeit
  • Lebererkrankung – was ist das? 25 % der Bevölkerung in den westlichen Industrieländern leiden unter einer nichtalkoholischen Fettleber. Dazu kommt bei weiteren 5-10 % die alkoholische Fettleber. Unbehandelt kann sich jede Lebererkrankung zur Leberzirrhose weiterentwickeln. Die Therapien von Leberkrankheiten basieren auf Alkoholabstinenz, einer konsequenten Ernährungsumstellung, Vermeidung schädigender Faktoren und Unterstützung der hohen Regenerationsfähigkeit des Organs.
  • Ursachen & Risikofaktoren: Alkohol- und Drogenmissbrauch, Fehl- und Überernährung, Giftstoffe, Medikamente, Stoffwechselerkrankungen, Stress, Viren.
  • Symptome: Lange Zeit unspezifische Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Verdauungsprobleme, Völlegefühl, Kopfschmerzen, Schlafstörungen; später Gedächtnisstörungen, Gelbfärbung der Haut und Skleren, Rotfärbung von Lippen, Zunge und Handflächen, Mikronährstoffmangel, Zunahme des Bauchumfangs, Wasseransammlungen im Bauchraum.
  • Diagnose und Tests: Bestimmung der Leberwerte im Blut, Urin- und Stuhluntersuchung. Ultraschalluntersuchung. Bei unklaren oder schweren Verläufen MRT/CT oder Biopsie.
  • Leberwerte: GOT (AST), GPT (ALT), Gamma-GT, GLDH, AP und Bilirubin
  • Prognose und Verlauf: Eine Fettleber kann noch vollständig ausheilen. Entzündungen können, frühzeitig erkannt, gestoppt und weitere Leberschädigungen vermieden werden. Eine Leberzirrhose muss am Fortschreiten gehindert werden, da bereits vernarbtes Lebergewebe irreparabel zerstört ist.
  • Empfohlene Ernährung: Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollwertprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist. Bei einer Fettleber sollte die Kost kohlenhydratarm und reich an Proteinen sowie hochwertigen Fetten sein. Außerdem ist das das Normalgewicht anzustreben.
  • Therapie: 
    • Mikronährstoffe: Zink, Magnesium, die Vitamine A, B6, C, D und E, Selen, Omega-3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe wie Curcumin, Senfölglykoside oder Resveratrol. Die höchste Bioverfügbarkeit und Wirksamkeit haben Mikronährstoffe im natürlichen Verbund.
    • Lebensstil: Verzicht auf Alkohol und Nikotin, viel Wasser trinken, regelmäßig Sport und Bewegung, Entspannung und ausreichend Schlaf, Leberwellness, Gewichtsreduktion, positive Lebenseinstellung
    • Konventionelle Therapie: Behandlung der Grunderkrankung, Reduzierung oder Wechsel von Medikamenten, Ernährungsumstellung, in schweren Fällen Lebertransplantation
    • Ganzheitliche Therapie: Entgiftung, Entsäuerung, Fasten, Darmsanierung, Bitterstoffe, Heilkräuter, trockenes Schröpfen
  • Checkliste und Empfehlungen bei Lebererkrankungen: Das können Sie selbst tun.

Die Leber – Ein Organ mit vielfältigen Aufgaben

  • Lage: Die Leber ist die größte Körperdrüse und liegt anatomisch zum Großteil im rechten Oberbauch.
  • Filter: Sie filtert Giftstoffe, Medikamente und Stoffwechselprodukte aus dem Blut, bevor sie in den Körperkreislauf gelangen. Der Nachteil ist, dass Arzneistoffe teilweise inaktiviert werden.
  • Stoffwechsel: Sie führt die Nährstoffe, die über den Verdauungstrakt resorbiert wurden, den Körperzellen zu, überschüssige Nährstoffe werden gespeichert. Die meisten im Körper benötigten Eiweiße stellt die Leber selbst her.
  • Entgiftung: Körpereigene Stoffwechselabfälle sowie körperfremde Giftstoffe werden durch Enzyme abgebaut. Wasserlösliche Abbauprodukte werden über den Urin, wasserunlösliche Substanzen über den Kot ausgeschieden.
  • Synthese Galle: Die Leber produziert täglich ca. einen halben Liter Gallenflüssigkeit, die für die Fettverdauung erforderlich ist.
  • Abbau Erythrozyten: Überalterte rote Blutkörperchen werden neben Milz und Knochenmark auch von der Leber abgebaut. Das freiwerdende Eisen wird gespeichert.
  • Synthese Proteine: Außerdem bildet die Leber Eiweiße, die für die Blutgerinnung wichtig sind.

In vielerlei Hinsicht stellt die Leber eines der wichtigsten Organe im Körper dar und erfüllt umfangreiche Aufgaben, die für den gesamten Organismus von Bedeutung sind. Das Organ liegt zum größten Teil unter dem rechten Rippenbogen, der linke Teil reicht über die Körpermitte hinein in den linken Oberbauch hinein. Sie wiegt etwa 1,5 Kilogramm und verfügt über eine hohe Regenerationsfähigkeit: Selbst wenn die Hälfte des Lebergewebes geschädigt wäre, ist es in der Lage, sich vollständig zu regenerieren – vorausgesetzt die Ursache für die Schädigung wird vermieden.

Aus der Vielzahl der Aufgaben lassen sich die Auswirkungen einer kranken oder geschwächten Leber auf den Körper ableiten. Allein diese Zusammenhänge erklären, wie wichtig es ist, für eine gesunde Leber zu sorgen.

 

  • Produktion von Gallenflüssigkeit

Die Leber produziert in ihren Leberzellen (Hepatozyten) pro Tag 0,5 Liter Gallenflüssigkeit, die für die Fettverdauung benötigt wird. Diese wird über die Gallenkanäle zur Speicherung in die Gallenblase oder direkt an den Zwölffingerdarm zur Aufspaltung des Nahrungsbreis weitergeleitet.

 

  • Filterfunktion

Die Leber ist auf besondere Weise eingebunden in den Blutkreislauf: Über die Pfortader gelangen alle Stoffe, die im Darm resorbiert werden, zuerst in die Leber: Nährstoffe wie auch Schadstoffe. Dies hat den Vorteil, dass viele schädliche Stoffe bereits herausgefiltert werden und über die Ausscheidungsorgane den Körper verlassen, bevor sie in den großen Blutkreislauf und damit in alle anderen Organe gelangen. Der Nachteil ist, dass Arzneistoffe zu einem großen Teil von der Leber inaktiviert werden, wodurch die gewünschte Wirkung abgeschwächt wird (First pass effect).

 

  • Stoffwechselfunktion

Über den Darm gelangen Stoffe wie Nahrungsmittelbestandteile in den Blutkreislauf – die Leber bekommt diese über die Pfortader zugeführt und filtert und speichert sie, setzt sie frei und baut diese nach Bedarf um.

Beispielsweise wandelt sie überschüssigen Blutzucker (Glucose) in die Speicherform Glykogen um, stellt die meisten der im Körper benötigten Eiweiße her bzw. baut Eiweiße um und speichert Fette in einer Reserveform, den Neutralfetten oder Triglyceriden.

 

  • Entgiftungsfunktion

Zahlreiche Enzyme bauen in der Leber körperfremde Giftstoffe (Medikamente, Nikotin oder Alkohol) sowie körpereigene Substanzen wie Stoffwechselabfälle, Hormone oder Ammoniak ab. Wasserlösliche Abbauprodukte werden über den Blutkreislauf an die Niere übergeben und mit dem Urin ausgeschieden. Schlecht wasserlösliche bzw. im Blut schlecht lösliche Substanzen werden durch die Gallensäure emulgiert (Fett und Flüssigkeit verbunden) und verlassen über die Gallenflüssigkeit und den Darm den Organismus. Ballaststoffe aus der Nahrung erleichtern die Entgiftungsarbeit und Ausscheidung der Giftstoffe, da sie diese an sich binden und damit eine Rückresorption im Darm verhindern.

 

  • Verdauungsfunktion

Die Leber stellt aus Cholesterin die Gallensäure her. Sie ist von wesentlicher Bedeutung bei der Verdauung, da sie die Fettpartikel im Nahrungsbrei emulgiert. Dadurch können die fettabbauenden Enzyme die Partikel aufspalten und so die Resorption durch die Dünndarmschleimhaut ermöglichen.

 

  • Abbau von Erythrozyten

Eine wenig bekannte Aufgabe der Leber ist – neben Milz und Knochenmark – der Abbau überalterter roter Blutkörperchen (Erythrozyten). Der rote Blutfarbstoff, das Hämoglobin, wird in seine Bestandteile zerlegt. Dabei entsteht unter anderem Bilirubin, das über die Galle in den Darm gelangt und dem Kot seine typische bräunliche Farbe verleiht. Eine Gelbfärbung der Haut weist auf eine Störung dieser Funktion hin. Das beim Erythrozytenabbau freiwerdende Eisen wird in der Leber gespeichert.

 

  • Regulation des Cholesterinspiegels

Bildung und Abbau von Cholesterin findet hauptsächlich in der Leber statt. Dieser Blutwert steht oft in Zusammenhang mit Lebererkrankungen.

Bestimmte Enzyme regulieren den Cholesterinspiegel im Blut.

 

  • Bildung von Gerinnungsfaktoren

Die Leber bildet aus Proteinen Gerinnungsfaktoren, die Grundlage für die Blutgerinnung sind. Bei Lebererkrankungen kommt es oft zu Einblutungen im Gewebe und Blutgerinnungsstörungen.

 

Cholesterin

Cholesterin ist ein Fettmolekül, dass als Baustein vieler Hormone sowie der Zellwände von Bedeutung ist und bei der Bildung der Gallensäure und von Vitamin D eine wichtige Rolle spielt. Es wird zu etwa 75 % vom Körper selbst, vor allem in der Leber, hergestellt, und nur zu 25 % über die Nahrung aufgenommen. Um über das Blut dorthin transportiert zu werden, wo es benötigt wird, muss das Fettmolekül an ein wasserlösliches Eiweiß gebunden werden, ein so genanntes Lipoprotein. Im menschlichen Organismus sind es u. a. HDL (High Density Lipoproteine) und LDL (Low Density Lipoproteine).

Der Gesamtcholesterinspiegel im Blut sollte unter 200 mg/ dl liegen, das HDL mindestens 40 – 60 mg/dl und das LDL höchstens 120 mg/dl. Das Verhältnis von LDL zu HDL sollte bei einem gesunden Menschen bei etwa 3:1 oder darunter liegen. Ein zu hoher HDL-Wert kann jedoch ebenso schädlich sein wie ein zu niedriger.

 

HDL = das “gute” Cholesterin: 

  • Transportiert überschüssiges Cholesterin in die Leber
  • wirkt schützend auf Blutgefäße
  • kann Cholesterin aus den Ablagerungen wieder herauslösen

 

LDL = das “schlechte” Cholesterin:

  • transportiert Cholesterin aus der Leber zu den Körperzellen zur Herstellung von körpereigenem Material oder Reparatur defekter Zellwände
  • ist beteiligt an der Plaquebildung in den Arterien (v. a. seine oxidierte Form) und somit an Arteriosklerose und Durchblutungsstörungen

Was sind Lebererkrankungen?

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Lebererkrankungen in der Übersicht

  • Lebererkrankungen sind in der westlichen Welt weit verbreitet.
  • Die Fettleber ist die häufigste Lebererkrankung.
  • Unbehandelte Lebererkrankungen können sich zur Leberzirrhose, einer Vernarbung von aktivem Lebergewebe, weiterentwickeln, wodurch die Leistungsfähigkeit der Leber abnimmt.
  • Leberzysten können angeboren sein, sich jedoch auch aufgrund von Verletzungen oder Parasiten bilden. Sie sind zumeist gutartig. Das bösartige Zystadenom sowie die angeborene Zystenleber treten eher selten auf.
  • Bei der Hepatitis handelt es sich um eine Leberentzündung, die sowohl in akuter als auch in chronischer Form oder als Autoimmunhepatitis auftreten kann.
  • Primäre Lebertumoren sind selten. Lebermetastasen werden bei etwa einem Drittel der Krebspatienten festgestellt.

Lebererkrankungen oder Leberfunktionsstörungen sind weiter verbreitet, als man vermutet und kommen mitnichten nur bei Alkoholikern oder Drogenkranken vor.

 

Alkoholische und nicht-alkoholische Fettleber und Leberzirrhose

In Deutschland haben etwa 20-25 % aller Erwachsenen eine nicht-alkoholische Fettleber (NAFL), ohne dass ein übermäßiger Alkoholkonsum die Ursache ist. Bei weiteren 5-10 % der Bevölkerung liegt eine alkoholische Fettleber (AFL) vor. Daher ist diese Erkrankung die häufigste Lebererkrankung in der westlichen Welt und zählt zu den neuen Volkskrankheiten. Betroffen sind vor allem Männer über 60 Jahre, das Gewicht spielt dabei eine sekundäre Rolle. Man spricht von einer Fettleber, wenn mehr als 50 % der Leberzellen von einer Zellverfettung betroffen sind. Der Übergang von einer gesunden Leber zu einer Fettleber ist fließend.

 

Es werden drei Stadien der Fettleber unterschieden:

  • Grad 1: milde Fettleber – maximal ein Drittel mit Fetteinlagerungen
  • Grad 2: mäßige Fettleber – maximal zwei Drittel Fetteinlagerungen
  • Grad 3: schwere Fettleber – mehr als zwei Drittel Fetteinlagerungen

 

Die zunehmende Belastung der Leber durch Schadstoffe aus der Umwelt und in Nahrungsmitteln, Übergewicht, sowie der Verzehr von zu vielen Kohlenhydraten und ungesunden Fetten überfordert und beeinträchtigt unser lebenswichtiges Organ. Es kommt zu einer übermäßigen Ablagerung von Fetten im Lebergewebe, was zu vielfältigen Funktionsstörungen führen kann. Die häufigste Ursache für die Entstehung einer Fettleber ist neben Fehlernährung und Medikamentenmissbrauch der übermäßige Konsum von Alkohol. Bei etwa jedem 2. Betroffenen kommt es im weiteren Verlauf zu entzündlichen Reaktionen (Steatohepatitis).

 

Da die Fettleber lange Zeit keine bis kaum Beschwerden macht, ist ihre Diagnose oft ein Zufallsbefund bei Routineuntersuchungen. Unbehandelt entwickeln ca. 5 % der Betroffenen innerhalb von 10 Jahren eine Leberzirrhose.

Bei einer Leberzirrhose kommt es zu einer Vernarbung des aktiven Lebergewebes. Die zirrhotischen Bereiche verhärten und schrumpfen, daher auch die Bezeichnung Schrumpfleber. Es kommt zu einem zunehmenden Verlust der vielfältigen, lebenswichtigen Funktionen, bis die Leber ihre lebenswichtigen Aufgaben im Stoffwechsel, bei der Entgiftung und der Verdauung nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr erfüllen kann.

 

Bei über 60 % der Erkrankten ist übermäßiger Alkoholkonsum die Ursache. Alkohol erhöht die Bildung von Acetaldehyd und freien Sauerstoffradikalen, wodurch für die Leber schädliche Wechselwirkungen ausgelöst werden.

 

 

Leberzysten

Leberzysten haben ca. 5 % der Bevölkerung, sind aber zumeist harmlos. Bei einzelnen Zysten handelt es sich um gutartige Tumoren, die mit Flüssigkeit oder Lebergewebe gefüllt sein können. Sie sind zum Teil angeboren, zum Teil entwickeln sie sich spontan aufgrund einer Leberverletzung oder Lebererkrankung. Sie sind asymptomatisch, können jedoch Beschwerden wie Übelkeit oder Schmerzen verursachen, wenn sie an Größe zunehmen, da sie dann auf andere Organe drücken.

Darüber hinaus gibt es eine infektiöse Form von Leberzysten, die auf einen Bandwurmbefall (Echinokokkose) zurückgehen.

Die bösartige Form von Leberzysten ist das Zystadenom. Dieses kommt jedoch sehr selten vor.

Bei der (angeborenen) Zystenleber ist die Leber von Zysten durchsetzt. Dies kann zu einer Einschränkung der Leberfunktionen führen. In diesem Fall sollte eine Lebertransplantation in Erwägung gezogen werden, da die Erkrankung fortschreitet.

 

Hepatitiden (Viruserkrankungen der Leber)

Eine weitere häufige Lebererkrankung ist die Leberentzündung oder Hepatitis. Sie wird in der akuten Form durch Arzneimittel, Giftstoffe, Alkohol sowie Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes) oder Viren ausgelöst. Je nach Übertragungsweg werden fünf Typen unterschieden: Hepatitis A, B, C, D, E. Eine Virushepatitis kann u. a. durch verunreinigte Nahrungsmittel und Körperflüssigkeiten, Hygienemängel im medizinischen Bereich oder Trinkwasser übertragen werden.

Eine akute Hepatitis kann in eine chronische Verlaufsform übergehen. In Deutschland sind etwa 1 % der Bevölkerung von einer chronischen Leberentzündung betroffen.

Darüber hinaus gibt es auch die Autoimmunhepatitis, bei der körpereigene Antikörper die Leberzellen angreifen und zerstören.

 

Tumorerkrankungen

Bösartige Wucherungen in der Leber gehen meist von einer anderen Tumorerkrankung aus, etwa ein Drittel der Krebspatienten ist betroffen. Zumeist streut der Primärherd über die Blutbahn, so dass sich Metastasen in der Leber bilden. Je nach Lage und Ausdehnung der Metastasen treten lange Zeit keine Beschwerden auf. Wenn Leberfunktionen eingeschränkt werden, ähneln die Symptome denen einer Leberzirrhose.

 

Ursachen und Risikofaktoren

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Ursachen und Risikofaktoren in der Übersicht

  • Eine mikronährstoffarme, kohlenhydratreiche und hochkalorische Ernährung führt auf Dauer zu einer Überlastung der Leber. Auch Fette aus gesättigten Fettsäuren, wie sie in Wurst oder fetten Milchprodukten vorkommen, ebenso industriell gehärtete Pflanzenöle und Transfettsäuren in Margarine, Fertigprodukten oder Frittiertem schaden unserer Leber. Kohlenhydrate und Fette können aufgrund der Überlastung nicht mehr komplett verstoffwechselt werden, sondern werden eingelagert. Ungünstige Nahrungsmittel wie z.B. industriell verarbeitete Lebensmittel, Chips, Kohlenhydrate aus Brot, Nudeln, Gebäck oder Süßigkeiten verbrauchen Mikronährstoffe bei der Verdauung und Verstoffwechselung und sind daher Mikronährstoffräuber
  • Alkohol ist ein Zellgift und verursacht körperliche und psychische Erkrankungen. Die Leber kann nur eine begrenzte Menge Alkohol entgiften, wodurch der Fettstoffwechsel eingeschränkt wird. Leberschädigungen sind die Folge. Auch der (regelmäßige) Verzehr von Obst am Abend oder eine gestörte Verdauung können durch die Bildung von Fuselalkoholen die Leber belasten.
  • Stress fördert die Bildung freier Radikale, die zellschädigend wirken und die Leber belasten. Viele Funktionen der Leber sind unter Stressbelastung nur eingeschränkt möglich.
  • Oxidativer Stress ist Katalysator für die Entstehung und das Fortschreiten aller Leberkrankungen.
  • Medikamente stellen für den Organismus Giftstoffe dar, die von der Leber gefiltert und unschädlich gemacht werden müssen.
  • Schwermetalle gelangen über die Nahrung, über Pflanzenschutzmittel, Zahnfüllungen, Impfstoffe, Kosmetika, Zigarettenrauch, Abgase und Industrieemissionen in unseren Körper gelangen. Sie lagern sich in der Leber und anderen Organen ab und können dort Entzündungen und schwere Funktionsstörungen auslösen.
  • Hepatitisviren können sowohl durch verunreinigte Nahrungsmittel und Trinkwasser wie auch durch mangelnde Hygiene im medizinischen Bereich übertragen werden. Darüber hinaus stellen unsachgemäß vorgenommene Tätowierungen und Piercings eine Ansteckungsquelle dar. Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Menschen mit Hepatitis ist ebenfalls ein Risiko für eine Ansteckung mit Hepatitisviren.
  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen fördern unbehandelt die Entstehung einer Fettleber und damit die Entwicklung von Funktionsstörungen.
  • Eine Leberschwäche, die über einen langen Zeitraum besteht, kann die Entstehung schwerwiegender Lebererkrankungen begünstigen.

 

Da die Leber ein sehr regenerationsfähiges Organ ist, kann sie über lange Zeit leberschädigendes Verhalten tolerieren. Daher liegen viele Ursachen und Auslöser von Lebererkrankungen in unserem Lebensstil und unserer Ernährung.

Die Ernährung hat einen großen Einfluss auf die Gesundheit unserer Leber. „Du bist, was Du isst“ lautet ein Sprichwort. Wenn wir unserem Körper minderwertige, mikronährstoffarme Lebensmittel zuführen, kann die Leber daraus keine hochwertigen Proteine herstellen. Sie kann auch nur die Nährstoffe im Körper verteilen, die wir durch unsere Ernährung aufnehmen.

Dazu kommt, dass für die Verdauung, Verstoffwechselung und Ausscheidung der Nahrung Mikronährstoffe verbraucht werden. Eine Ernährung, wie sie in der westlichen Welt üblich ist, mit viel tierischem Eiweiß, verarbeiteten und konservierten Nahrungsmitteln, Weißmehl, Zucker und synthetischen Farb- und Geschmacksstoffen belasten unsere Leber, liefern kaum verwertbare Mikronährstoffe und fördern Entzündungen.

Eine fett- und kohlenhydratreiche Ernährung (hochkalorisch) fordert unsere Leber enorm. Nicht nur, dass die Gallensäure produziert werden muss, die, abhängig von der aufgenommenen Menge an Fetten, im Dünndarm für die Zersetzung der Fettmoleküle zuständig ist. Die Leber kann nur eine begrenzte Menge an Galle pro Tag herstellen, was dazu führt, dass die Leistungsfähigkeit des Organs an seine Grenzen stößt. Auf Dauer kommt es zu übermäßigen Fetteinlagerungen im Lebergewebe, zu einer Zunahme der Fettmasse im gesamten Organismus sowie einer zunehmenden Beeinträchtigung der zahlreichen Funktionen. Die daraus resultierende Adipositas geht mit einer Fettleber einher.

Nicht zu vergessen ist der (übermäßige) Verzehr von kurzkettigen Kohlenhydraten. Wenn die Speicher für Glykogen voll sind, werden die Kohlenhydrate ebenfalls in Fette (Triglyceride) umgewandelt und gespeichert.

 

Übermäßiger Alkoholkonsum ist einer der Hauptfaktoren für sämtliche Lebererkrankungen. Alkohol ist ein Zellgift und verursacht körperliche wie auch psychische Schäden u. a. durch die Entstehung freier Radikale. Die Leber ist das zentrale Organ, das ca. 90 % des aufgenommenen Alkohols abbauen und seine Stoffwechselprodukte ausscheiden muss. Eines davon ist das Acetaldehyd, das in großen Mengen zellschädigend ist. Zudem schränkt der Alkohol den Fettabbau in der Leber ein und erhöht zugleich die Neubildung von Fettsäuren, die ebenso in der Leber abgelagert werden. Eine Leberschädigung ist die Folge von fortdauerndem Alkoholkonsum.

Moderater Alkoholkonsum

Um alkoholbedingten Lebererkrankungen vorzubeugen empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation einen täglichen Alkoholkonsum von maximal 10 Gramm bei Frauen und 20 Gramm bei Männern.

10 Gramm entsprechen in etwa 0,1 Liter Wein oder 0,25 Liter Bier.

Außerdem rät die WHO wöchentlich mindestens einen bis drei alkoholfreie Tage einzuhalten.

Personen, die bereits an einer Lebererkrankung leiden, sollten komplett auf Alkohol verzichten.

Der Gesundheit zuliebe sollte deutlich weniger Alkohol konsumiert werden als in den WHO-Empfehlungen zu lesen ist. Gegen ein Glas zu einer besonderen Gelegenheit spricht sicherlich nichts, das kann ein gesunder Körper auch verkraften. Täglicher Alkoholgenuss ist jedoch eine Gewohnheit, auf die zu verzichten es sich lohnt. Ihre Leber dankt es Ihnen.

Obst am Abend

Obst am Abend kann aufgrund der eingeschränkten Verdauungsleistung in den Abend- und Nachtstunden nicht mehr vollständig verdaut werden. Es gärt nachts im Darm und bildet sehr leberschädliche Fuselalkohole (Begleitalkohole). Auch diese können zu einer (alkoholischen) Fettleber führen, ohne dass auch nur ein Tropfen Alkohol getrunken wurde.

Auch Störungen in der Verdauungsfunktion, meist infolge einer gestörten Darmflora und eines Ungleichgewichts an Verdauungsenzymen, können zu einer vermehrten Vergärung anstatt Verdauung des Nahrungsbreis und damit zur vermehrten Bildung von Fuselalkohol führen.

Andauernder Stress ist für den gesamten Körper schädlich und Ursache für unzählige Krankheiten. Stress fördert die Bildung freier Radikale und löst die Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Cortisol aus, die u. a. die Stoffwechselprozesse, die Nährstoffresorption aus dem Blut und die Verdauungsfunktion einschränken, was zu Nährstoffmangel in den Zellen führt. Die Leber kann ihrer Syntheseleistung von Eiweißen und der Nährstoffverteilung im Körper nicht mehr nachkommen, sie muss die überschüssigen Hormone und die freien Radikale abbauen und wird von den Stresshormonen zu Höchstleistungen angetrieben. Darüber hinaus stellt der stressbedingte Bluthochdruck zusätzlich eine Belastung für das Organ dar.

Oxidativer Stress als Katalysator von Lebererkrankungen

Unser Körper bildet bei vielen Reaktionen freie Radikale (z. B. in der Zellatmung, beim Stoffwechsel und bei Immunreaktionen), die in normalen Konzentrationen nicht schädlich sind. Erst bei einem Zuviel (chronische Entzündungen) entsteht der sog. oxidative Stress. Hält der oxidative Stress über einen längeren Zeitraum an, steigt das Risiko für eine Vielzahl an Erkrankungen an. Die Leber neigt unter oxidativem Stress zu Entzündungen, eine Fettleber kann schneller Lebertumoren entwickeln.

Schwermetalle sind Metalle, die für unseren Organismus oft schon in geringen Mengen giftig sein können. Dazu zählen Palladium, Cadmium, Blei, Quecksilber, Aluminium, Nickel etc. Sie belasten neben der Leber auch die Nieren, die Lunge, den Darm und unser Immunsystem. Über die Nahrung (mit Konservierungsstoffen und Pflanzenschutzmitteln behandeltes Obst und Gemüse, Innereien, Pilze, Meeresfrüchte, Trinkwasser aus alten Bleirohren etc.), über Umweltgifte (Abgase, Industrieemissionen, Spritzmittel), konventionelle Kosmetika und Hygieneprodukte, schadstoffbelastete Kleidung, Zahnfüllungen (v. a. Amalgam) und Adjuvantien in Impfstoffen gelangen sie in unseren Körper.

Eine Schwermetallvergiftung kann akut auftreten. In den meisten Fällen entwickelt sie sich jedoch schleichend. Die giftigen Substanzen lagern sich in der Leber, in Nieren, Darm und im Nervensystem ab und verursachen dort Funktionsstörungen, vermindern die Leistungsfähigkeit, können zu Entzündungen und irreparablen Zellschäden führen.

 

Des Weiteren stellt die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, synthetischen Hormonen wie der „Pille“ oder Anabolika (Muskelaufbaupräparate) hohe Anforderungen an die Entgiftungsleistung der Leber. Die Überlastung führt auf Dauer zu einer Vergrößerung es Organs und zu krankhaften Veränderungen im Lebergewebe sowie einer Ansammlung von Giftstoffen in anderen Organen oder im Bindegewebe, da die Leber nicht unbegrenzt schädliche Substanzen filtern kann. Zudem lagert sie vermehrt Fette ein, wodurch die Entgiftungs- und Abbaufunktion zunehmend eingeschränkt wird-

Schadstoffe gelangen neben Medikamenten auch durch Nahrungsmittel, Trinkwasser und Atemluft in den Organismus. Zudem lösen sich Giftstoffe aus der Kleidung, aus Möbel, Lacken oder Kunststoffen und reichern sich bei einer geschwächten Leber im Körper an.

 

Hepatitisviren nutzen verschiedene Übertragungswege:

 

 

Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen tragen ebenso zur Entstehung einer Fettleber bei. Bei Diabetes muss die Leber den hohen Glucosespiegel, der aufgrund des fehlenden Inselhormons entsteht, senken, indem sie die überschüssige Glucose in Fett umwandelt und speichert. Bei Fettstoffwechselstörungen können die durch die Nahrung aufgenommenen Fette nicht optimal aufgespalten und verwertet werden. Die Fettmoleküle werden eingelagert. Die Leberzellverfettung reduziert die Leistungsfähigkeit des Organs und trägt zur Entwicklung von Funktionsstörungen bei.

Unentdeckte Leberschwäche

Da die Leber lange Zeit trotz beginnender Schädigung keine Symptome zeigt, kann eine unentdeckte Leberschwäche (Leberinsuffizienz) die Entstehung von ernsthaften Lebererkrankungen begünstigen. Das Organ kann seine vielfältigen Aufgaben im Stoffwechsel und bei der Entgiftung nicht mehr im erforderlichen Maß ausführen und so schleichend zu Veränderungen im Lebergewebe führen.

Symptome der Lebererkrankungen

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Symptome in der Übersicht

  • Die Symptome, die auf eine Leberstörung hinweisen, können sich auch bei einer Mitbeteiligung der Leber bei anderen Erkrankungen im Körper zeigen.
  • Leberstörungen oder eine Fettleber zeigen meist über lange Zeit eher unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Konzentrationsprobleme, Verdauungsstörungen, Juckreiz, Kopfschmerzen oder Gewichtsveränderungen.
  • Im fortgeschrittenen Stadium bis hin zu zirrhotischen Veränderungen im Lebergewebe sind Symptome wie Gelbfärbung der Haut und Skleren, Schmerzen im rechten Oberbauch, auffällige Rötung von Lippen, Zunge und Handinnenflächen, Zunahme des Bauchumfangs und Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum.

Verschiedene Symptome können auf eine Lebererkrankung hindeuten. Besonders bei Leberstörungen oder im Anfangsstadium einer Lebererkrankung sind die Symptome eher unspezifisch und wenig zielführend, da im Inneren der Leber keine Nervenfasern verlaufen, weshalb die Leber ihre Überlastung nicht in Form von Schmerzen zeigt. Diese Tatsache erschwert die frühzeitige Diagnose eines Leberschadens, um entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

 

Natürlich weisen nicht all diese Symptome gleich auf eine Lebererkrankung hin, jedoch kann die Leber aufgrund ihrer vielen Aufgaben und ihrer zentralen Rolle im Organismus auch beteiligt sein. Wenn mehrere der Symptome über längere Zeit oder immer wieder auftreten, ist es jedenfalls dringend ratsam, sich der Leber zu widmen und sie zu entlasten.

Die Leber wird es uns danken. Sie ist nämlich das einzige Organ im Körper, das sich auch dann wieder erholen und regenerieren kann, wenn bereits Schädigungen vorliegen.

Da Lebererkrankungen auf dem Vormarsch sind, insbesondere die Fettleber als neue Volkskrankheit, sollten wir sehr achtsam sein und auf die feinen Signale dieses wichtigen Organs reagieren.

Unspezifische Lebersymptome einer geschwächten Leber / Fettleber

  • Druckgefühl im Oberbauch
  • Appetitlosigkeit, Völlegefühl
  • Unverträglichkeit meist fetter Speisen
  • sonstige Verdauungsbeschwerden
  • Unverträglichkeit von Alkohol
  • Blähungen
  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit („Müdigkeit ist der Schmerz der Leber“)
  • Konzentrationsprobleme, Leistungsabfall
  • weiche fettige Stühle (Steatorrhö)
  • Neigung zu Hämatomen und/ oder Nasenbluten
  • (chronischer) Juckreiz
  • unerklärliche Gewichtsveränderungen
  • übermäßiges Schwitzen
  • kleine, stecknadelkopfgroße Punkte an verschiedenen Stellen des Körpers

 

Symptome bei beginnender oder fortgeschrittener Leberschädigung bis hin zu Leberzirrhose

Typische „Leberhautzeichen“

  • „Spider naevi“: Gefäßverzweigungen auf der Haut wie kleine Spinnen, besonders im Gesicht
  • auffällige Rötung der Handinnenflächen
  • hochrote Zunge („Lackzunge“) und glänzende Lippen („Lacklippen“)
  • Bauchglatze beim Mann (Verlust der Bauch- und Brustbehaarung beim Mann) und Brustwachstum
  • Medusenhaupt: Venenzeichnung auf der Bauchhaut
  • Mundwinkelrhagaden: eingerissene Mundwinkel
  • gelbliche Verfärbung der Haut und der Skleren (weißer Teil des Auges) aufgrund einer Störung des Bilirubin-Stoffwechsels bis hin zum Ikterus (Gelbsucht)
  • Weißnägel (weißliche Verfärbung der Nägel)

 

Weitere Symptome

  • heller, lehmfarbiger Stuhl oder dunkler, „bierbrauner“ Urin
  • Unwohlsein besonders an heißen Sommertagen bis hin zu Fieberschüben
  • Schmerzen im rechten Oberbauch aufgrund einer Vergrößerung der Leber, die auf umliegende Organe drückt, oder aufgrund einer Entzündung der Leberkapsel
  • Potenz– und Libidostörungen
  • Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum (Aszites) aufgrund fehlender, von der Leber produzierter Bluteiweiße, die die Wasserverteilung innerhalb und außerhalb der Blutgefäße regulieren
  • Zunahme des Bauchumfangs
  • Fieber (bei Virus- als auch bei alkoholischer Hepatitis)

 

Diagnose und Test: Lebererkrankungen feststellen

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Diagnose in der Übersicht

  • Pathologische Befunde zeigen sich meist erst im fortgeschrittenen Stadium.
  • In der Anamnese weisen unerklärliche Gewichtsveränderungen und Abgeschlagenheit, Unverträglichkeit fetter Speisen und Fettstühle auf Leberstörungen hin.
  • Körperliche Untersuchung: Gelbfärbung der Haut und Skleren (weißer Teil des Auges), Rotfärbung der Handinnenflächen, Blutungsneigung und ‚Bauchglatze‘ bei Männern.
  • Im Labor werden die Blutwerte, vor allem Gamma-GT, GOT, GPT, AP, GLDH und Bilirubin bestimmt, darüber hinaus können auch Urin- und Stuhluntersuchungen durchgeführt werden.
  • Eine Ultraschalluntersuchung wird am häufigsten bei Verdacht auf eine Lebererkrankung durchgeführt.
  • Je nach Schwere der Symptome oder bisherigen diagnostischen Hinweisen wird zur weiteren Abklärung ein CT bzw. MRT oder eine Leberbiopsie durchgeführt.
  • Wichtig bei Verdacht auf Lebererkrankungen ist die Differentialdiagnose, da die Leber sowohl bei anderen – möglicherweise noch unentdeckten – Erkrankungen mitbeteiligt sein kann oder andere Organe infolge einer geschwächten Leber erkranken können.

Anamnese

Um Lebererkrankungen zu diagnostizieren, ist eine umfangreiche Anamnese die Grundlage. Viele Beschwerden oder Auffälligkeiten können für den Arzt oder Heilpraktiker bereits wegweisend sein. Daher können Sie sich bereits vor dem Termin einige schriftliche Notizen zu Ihren Beschwerden machen. Auch empfiehlt sich, ein Ernährungstagebuch über mehrere Wochen zu führen, in dem Sie aufschreiben, was Sie wann gegessen haben, in welcher Menge, und wann welche Beschwerden aufgetreten sind.

 

Besonders wichtig für den Behandler sind folgende Informationen:

  • Einnahme von Medikamenten, Art der Medikamente
  • Täglicher/ wöchentlicher Alkoholkonsum
  • Auffällige Gewichtszu- oder -abnahme
  • Verdauungsbeschwerden
  • Stuhlbeschaffenheit (Farbe, Konsistenz, fettig glänzend)
  • Ernährungsgewohnheiten
  • Unverträglichkeit fetter Speisen
  • Schlafgewohnheiten
  • unerklärliche Müdigkeit und Abgeschlagenheit

 

Körperliche Untersuchung

Bestimmte äußerlich sichtbare Merkmale, die sog. Leberhautzeichen können auf eine Leberstörung hinweisen:

  • Gelbfärbung der Skleren (weiße Lederhaut des Auges) oder der Haut aufgrund eines erhöhten Bilirubinspiegels im Blut
  • Lacklippen oder Lackzunge (rot glänzende Lippen und Zunge)
  • „Spider naevi“: Gefäßverzweigungen auf der Haut wie kleine Spinnen, besonders im Gesicht
  • Mundwinkelrhagaden
  • Weißnägel (weißliche Verfärbung der Nägel)
  • gerötete Handinnenflächen (Palmarerythem)
  • Hämatome oder häufiges Nasenbluten (aufgrund Blutgerinnungsstörungen)
  • Aufgetriebener Oberbauch (Verdauungsstörungen mit möglicher Leberbeteiligung) mit Venenzeichnung („Medusenhaupt“)
  • Vergrößerter Bauchumfang (möglicher Hinweis auf Fettleber)
  • Brustbildung bei Männern (Gynäkomastie)
  • verminderte Behaarung bei Männern im Bauchbereich („Bauchglatze“)

 

Bei der körperlichen Untersuchung sind bei Lebererkrankungen teigige Veränderungen oder Verhärtungen am tastbaren Bereich der Leber feststellbar. Ragt der untere Leberrand deutlich unter dem Rippenbogen hervor, weist das auf eine Vergrößerung des Organs hin.

 

Laborwerte

Eine anschließende Blutuntersuchung zur Überprüfung der Leberwerte kann fortgeschrittene Funktionsstörungen eindeutig feststellen, im Anfangsstadium sind in der Regel keine Auffälligkeiten im Blutbild erkennbar. Lediglich der Wert Gamma-GT reagiert sensibel auf Leberschädigungen und kann schon frühzeitig erhöht sein.

Weitere Blutwerte, die Hinweise auf Entzündungsgeschehen oder (fortgeschrittene) Schädigungen des Lebergewebes geben sind: GOT, GPT, AP oder Gamma-GT, GLDH, Albumin, indirektes und direktes Bilirubin sowie den Quick-Wert.

Auch Urin- und Stuhluntersuchungen können wichtige Hinweise bei Verdacht auf eine Lebererkrankung liefern. Hinweise sind die Parameter Bilirubin, Urobilinogen sowie die Farbe der Urin- und Stuhlprobe.

 

Info

Ein empfindlicher Wert, der bereits bei leichten Leberschäden im Blut erhöht ist, ist die Gamma-Glutamyltransferase (Gamma-GT). Dieses Eiweiß ist Teil des Abwehrsystems gegen freie Radikale. Sie wird auch in den Nieren, der Milz, der Bauchspeicheldrüse und im Dünndarm gebildet. Die im Blut nachweisbare Gamma-GT stammt jedoch meist aus den Leberzellen.

Die Ermittlung dieses Werts ist nicht Teil des kleinen oder großen Blutbilds, das bei Routineuntersuchungen erstellt wird. Der Arzt fordert diesen Wert nur bei Verdacht auf eine Leber- oder Gallenerkrankung an.

 

Auch das Ferritin (Eiweiß zur Eisenspeicherung) erscheint im Blutbild bereits erhöht, wenn erste Leberschädigungen aufgetreten sind.

Daher sollte bei einer Blutuntersuchung im Rahmen der Leberdiagnostik stets auch der Ferritinwert mitbestimmt werden.

Weitere diagnostische Verfahren

Die Sonographie (Ultraschalluntersuchung) ermöglicht eine rasche Einschätzung des Allgemeinzustands des Organs und macht die Größe, die Konturen und Gewebestrukturen sowie andere organische Veränderungen wie Kalkablagerungen, Zysten oder große Gallensteine sichtbar.

 

Bei Bedarf kommen bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT) oder ein Magnetresonanztomographie (MRT) zum Einsatz. Diese Untersuchung ist dann sinnvoll, wenn die Ultraschalluntersuchung einen unklaren Befund ergeben hat und für erhöhte Leberwerte keine eindeutige Ursache gefunden werden konnte.

 

Eine Leberbiopsie (Entnahme einer Gewebeprobe) kann sowohl zur Diagnosefindung bei unklaren Leberbeschwerden wie auch zur Verlaufskontrolle bei Hepatitis durchgeführt werden. Dabei wird unter örtlicher Betäubung oder einer leichten Narkose eine Hohlnadel durch die Bauchhaut in die Leber eingeführt und eine winzige Gewebeprobe entnommen, die dann im Labor analysiert wird. Diese diagnostische Methode wird vor allem bei Verdacht auf eine alkoholische Leberschädigung, Krebserkrankungen oder Hepatitis angewendet.

 

Wichtig sind bei Lebererkrankungen die Differentialdiagnosen. Da die Leber bei zahlreichen anderen Erkrankungen mitbeteiligt ist, ist es wichtig, dass diese in der Anamnese mit erfragt sowie bei der körperlichen Untersuchung bedacht werden. Insbesondere bei Schmerz oder Druckschmerzhaftigkeit müssen andere Organe berücksichtigt werden, da die Leber über keine Schmerzrezeptoren verfügt. Aufgrund der Nähe der Leber zu Organen wie der Bauchspeicheldrüse, der Gallenblase oder des Darms sollten diese auf Entzündungszeichen oder andere Störungen hin untersucht werden. Häufig sind auch Gallensteine Auslöser für Beschwerden im rechten Oberbauch. Darüber hinaus können Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen ursächlich sein für Störungen in der Leber. Auch Erkrankungen im Hormonsystem, Störungen der Schilddrüse oder bestehende Autoimmunerkrankungen (z. B. Lupus erythematodes) können sich auf die Leber auswirken. Zudem kann eine Rechtsherzinsuffizienz die Ursache für eine Lebervergrößerung sein, da sich aufgrund der Herzschwäche Blut aus dem venösen Kreislauf in die Leber zurückstaut.

 

Leberwerte

Leberwerte in der Übersicht

  • Leberwerte sind u. a. Enzyme, die bei Schädigung der Leberzellen ins Blut freigesetzt werden und dadurch erst nachweisbar sind.
  • Leberwerte sollten immer im Zusammenhang mit anderen Blutparametern betrachtet werden, um eine Aussagekraft zu erhalten.
  • Die wichtigsten Blutwerte sind: GOT (alternativ AST), GPT (alternativ ALT), GLDH, GammaGT und AP.
  • GOT und GPT zeigen akute Leberprobleme an, steigen bei schleichenden Schädigungen jedoch nur mäßig.
  • Gamma-GT ist der „sensibelste“ Leberwert, der bei Leberstörungen im Anfangsstadium bereits nachweisbar ist, darüber hinaus auch bei chronischem Alkoholkonsum und Gallensteinen.
  • Daneben gibt es weitere Blutwerte, die auf Störungen der Leberfunktion oder eine Mitbeteiligung der Leber bei anderen Erkrankungen hindeuten können.

Was sind Leberwerte?

Leberwerte sind im Blut nachweisbare Parameter, die über die Funktionsfähigkeit der Leber Auskunft geben. Sie werden im Rahmen einer Labordiagnostik bestimmt, wenn ein Verdacht auf eine Lebererkrankung besteht.

Sind veränderte Leberwerte im Blut nachweisbar, ist dies oft ein erstes Indiz auf krankhafte Veränderungen des Organs. Jedoch können nicht nur Lebererkrankungen, sondern auch Erkrankungen anderer Organe, Stress, Medikamente, schwere körperliche Arbeit oder Leistungssport ursächlich für die Erhöhung bestimmter Blutwerte sein, die primär der Leber zugeordnet werden.

 

Wichtig ist, die einzelnen Leberwerte nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit den anderen Leberparametern zu betrachten. Leicht erhöhte Leberwerte müssen nicht gleich Grund zur Besorgnis geben. Ein vorangegangener Virusinfekt, eine Entgiftungskur des Körpers oder eine Überlastung oder Verletzung der Muskulatur beim Sport, die sich mit Muskelschmerzen gezeigt hat, können vorübergehend die Leberwerte im Blut erhöht erscheinen lassen.

 

Bedenken Sie: Ein Blutbild ist eine Momentaufnahme. Um eine Diagnose stellen zu können, bedarf es weiterer Untersuchungen und einer Kontrolle der Blutwerte nach einigen Wochen, sofern die Blutparameter nicht alarmierend hoch sind.

Die wichtigsten Leberwerte sind:

 

Parameter, die bei Leberzellschädigung aus den Leberzellen freigesetzt werden

  • GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase) oder auch AST (Aspartat-Aminotransferase)

Dieser Leberwert zeigt Erkrankungen der Leber, aber auch Schädigung von Herz- und Muskelzellen. In geringen Mengen kommt das Enzym auch in Lunge, Bauchspeicheldrüse und Gehirn vor. GOT kann auch erhöht sein, wenn es zu Störungen und Stauungen im Gallengangsystem kommt, als Reaktion auf die Einnahme von Antibiotika oder Schmerzmitteln wie Ibuprofen, aber auch bei Muskelerkrankungen, Leistungssportlern oder Menschen, die schwere körperliche Arbeit leisten.

 

  • GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase) oder ALT (Alanin-Aminotransferase)

Dieses Enzym kommt hauptsächlich in der Leber vor, in geringen Mengen auch in roten Blutkörperchen und Muskelzellen. Er ist ein Hauptindikator für Schädigungen im Lebergewebe.

Ist dieser Wert deutlich erhöht, weist dies auf Virusinfektionen, übermäßigen Alkoholgenuss, Hepatitis, Leberzirrhose, Störungen der Gallenwege, Einnahme von Medikamenten oder Drogen sowie Pilzgifte hin. Aber auch Muskelschädigungen nach dem Sport, Muskelerkrankungen oder eine Herzschwäche können bei einem erhöhten GPT-Wert ursächlich sein.

 

  • GLDH (Glutamatdehydrogenase)

Das Enzym GLDH ist an Stoffwechselvorgängen in der Leber beteiligt und stellt die Aminosäure Glutamat her. Es kommt hauptsächlich in der Leber vor, daher liegt bei einer Erhöhung des Blutwerts meist eine (chronische) Leberentzündung, Fettleber oder Leberzirrhose die Ursache. Aber auch Vergiftungen oder ein Gallenstau können dem erhöhten Blutwert zugrunde liegen.

 

 

Parameter, die bei einer Cholestase (Gallestau) freigesetzt werden

  • Gamma-GT (GGT; Gamma-Glutamyltranspeptidase)

Gamma-GT wird in der Leber, den Nieren, der Milz und der Bauchspeicherdrüse gebildet und erfüllt wichtige Funktionen im Eiweiß-Stoffwechsel. Dieses Enzym ist der sensibelste Leberwert und ist bereits im Anfangsstadium von Lebererkrankungen nachweisbar. Auch nach dem Genuss von 2 Gläsern Wein oder Bier ist der Wert bereits deutlich erhöht.

Darüber hinaus zeigt sich Gamma-GT erhöht bei Hepatitis, Gallestauungen, Herzinfarkt, Diabetes mellitus, Nierenerkrankungen sowie Bluthochdruck.

 

  • AP (Alkalische Phosphatase)

Dieses Enzym kommt in Leber- und Nierenzellen, Gallenwegen und Knochenzellen vor. Es zeigt Krankheiten an, die insbesondere mit Stoffwechselveränderung in Leber oder Skelettsystem im Zusammenhang stehen.

Beispiele sind alle Lebererkrankungen und Störungen im Gallefluss, Nierenschwäche, Knochenerkrankungen sowie Überfunktion der Nebenschilddrüse.

Auch Medikamente gegen Gicht, Epilepsie, Diabetes oder Depressionen können zu einer Erhöhung der AP führen.

 

  • Bilirubin

Bilirubin ist der gelbe Gallenfarbstoff, der als Stoffwechselprodukt beim Abbau des Hämoglobins (roter Blutfarbstoff) in der Leber entsteht, und wir hauptsächlich über die Gallenflüssigkeit an den Darm, zum Teil über das Blut an die Niere abgegeben. Bei Störungen und Erkrankungen der Leber, bei Gallestau oder Entzündungen der Gallenwege sowie durch Medikamente, die in der Leber abgebaut werden, kann der Bilirubinspiegel im Blut steigen.

Hinweis: Bei Morbus Meulengracht ist ein leicht erhöhter Bilirubinspiegel physiologisch und daher unbedenklich.

 

Parameter, die bei Synthesestörungen der Leber verändert sind:

Da die Leber unser zentrales Stoffwechselorgan ist, lebenswichtige Proteine herstellt und zudem Speicher- und Abbaufunktionen von zahlreichen Substanzen und Nährstoffen hat, geben auch andere Blutwerte Hinweise auf eine Mitbeteiligung oder Erkrankung der Leber.

Zu diesen Blutwerten zählen:

 

  • Cholinesterase (ChE), Enzym, zeigt Leberstoffwechselaktivität an
  • Quickwert (TPZ) ermittelt die Blutgerinnungsfähigkeit
  • Transferrin (Eiweiß zum Eisentransport)
  • Ferritin (Eiweiß zur Eisenspeicherung)
  • Albumin (in der Leber produziertes Bluteiweiß)
  • Eisen im Blutserum
  • Kupfer im Blutserum
  • Harnstoff im Blutserum

 

Extrem erhöhte Leberwerte

Extrem erhöhte Leberwerte deuten meist auf ein akutes Geschehen oder schwerwiegende Schädigungen von Organen hin. Gründe für extrem hohe Leberwerte sind:

  • Organinfarkte
  • akute Hepatitis
  • Vergiftungen
  • Erkrankungen, die mit Entzündungsschüben einhergehen (Multiple Sklerose, Morbus Wilson, Colitis ulcerosa etc.)
  • hochakute Virusinfektionen wie Herpes zoster (Gürtelrose), Pfeiffersches Drüsenfieber, Grippe, AIDS; prinzipiell können jedoch alle Viruserkrankungen mit (vorübergehend) deutlich erhöhten Leberwerten einhergehen.

Welche Ursachen liegen erhöhten Leberwerten zugrunde?

Wenn im Blutbild erhöhte Leberwerte nachweisbar sind, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass eine ernsthafte Lebererkrankung zugrunde liegt.

 

Mögliche Gründe für auffällige Leberwerte sind:

 

  • Ernährung und Gewicht: Übergewicht, hoher Gewichtsverlust in kurzer Zeit, Fehlernährung (zu viele ungesunde Fette, Kohlenhydrate, Fast Food, Obst am Abend)
  • Alkoholmissbrauch
  • Erkrankungen: Fettleber, Leberzirrhose, Entzündung der Gallenblase, Gallengrieß oder Gallensteine in der Leber (Verengung der Gallenwege und Stauung der Gallenflüssigkeit), Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Magen-Darm-Erkrankungen (Durchfall, Entzündungen, akute oder chronische Infekte), (virale) Infektionskrankheiten wie Röteln, Mumps, Grippe oder Infektiöse Mononukleose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Störungen im Hormonhaushalt (durch Schilddrüsenerkrankungen, Stress, hormonelle Verhütungsmittel etc.)
  • Medikamente: Abbau und Nebenwirkungen von Medikamenten (z. B. Ibuprofen) und Drogen
  • Gifte: Schwermetallvergiftung, Vergiftungen durch Pilze oder andere lebertoxische Substanzen
  • Extremsport: Leistungssport, Muskelverletzungen durch schwere körperliche Arbeit
  • besondere Lebensphase: Schwangerschaft

Etwa 80% der gelisteten Medikamente können zu einer Erhöhung der Leberwerte führen.

Besonders Schmerzmittel mit den Wirkstoffen Ibuprofen, Paracetamol und Diclofenac sind Gift für die Leber.

Aber auch Antibiotika, Antiepileptika, Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) sowie Statine belasten die Leber erheblich.

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Möglicher Krankheitsverlauf und Prognose

Das-Wichtigste-in-Kürze

Krankheitsverlauf in der Übersicht

  • Die Leber kann sich auch bei bereits bestehenden Schädigungen noch vollständig regenerieren.
  • Eine geschwächte oder kranke Leber kann Mikronährstoffe nicht mehr optimal verwerten. Es kommt zu einem Mangel mit entsprechenden Begleiterscheinungen.
  • Die Leberzirrhose ist eine drohende Komplikation bei unbehandelten Lebererkrankungen. Dabei vernarbt aktives Lebergewebe und wird in Bindegewebe umgewandelt, wodurch es zu immer mehr Funktionseinschränkungen kommt
  • Eine Hepatitis ist eine Entzündung der Leber, die durch eine Virusinfektion, eine (lange) bestehende Fettleber, aber auch durch Medikamente, Giftstoffe und Alkohol ausgelöst werden kann.

Unerkannte Lebererkrankungen, eine unbehandelte Fettleber, fortwährender Alkoholkonsum, eine fett- und kohlenhydratreiche Ernährung sowie die Überlastung des Körpers mit Giftstoffen und leberschädigenden Substanzen tragen dazu bei, dass sich die Beschwerden im Laufe der Zeit verschlimmern und Folgeerkrankungen auftreten können.

 

Da die Leber sich jedoch auch bei Schädigungen im fortgeschrittenen Stadium noch vollständig regenerieren kann, bestehen gute Heilungschancen, solange das Gewebe noch nicht in funktionsunfähiges, vernarbtes Bindegewebe (Leberzirrhose) umgewandelt wurde. Voraussetzung ist, dass Substanzen, die die Leber belasten, soweit wie möglich vermieden werden, dass eine leberschonende Kost über einen Zeitraum von mehreren Monaten auf dem Speiseplan steht und dass verschiedene Maßnahmen ergriffen werden, die die Regeneration der Leber unterstützen.

 

Je früher eine Lebererkrankung erkannt wird, umso wahrscheinlicher sind die Chancen, dass sich das Organ vollständig erholen kann.

 

Mikronährstoffmangel

Da eine geschwächte Leber nicht mehr in der Lage ist, die durch die Nahrung aufgenommenen Nährstoffe optimal zu verarbeiten, kommt es im Laufe der Zeit zu einem schweren Mikronährstoffmangel, der sich allerdings schleichend entwickelt.

Bei chronischen Lebererkrankungen ist eine Mangelernährung eine häufige Folge (> 50%) und ein entscheidender Faktor für die den weiteren Verlauf der Erkrankung und die Wirksamkeit der Therapie. Bei Patienten, die einen erheblichen Mikronährstoffmangel aufweisen, kommt es in der Folge wesentlich häufiger zu Komplikationen, wie z. B. Bauchwassersucht und Infektionen.

Achten Sie deshalb frühzeitig auf Anzeichen eines Mikronährstoffmangels, der sich u. a. in Symptomen wie häufiger Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Hautproblemen, verminderter Leistungsfähigkeit, Infektanfälligkeit oder Abnahme der Muskelmasse und Muskelkraft äußern kann.

 

Leberzirrhose

Wenn die Betroffenen bei bereits bestehenden Schädigungen der Leber ihren Lebensstil nicht ändern oder die krankmachenden Faktoren (z. B. lebenswichtige Medikamente) nicht abstellen können, kann sich aus der chronischen Überlastung der Leber eine lebensbedrohliche Leberzirrhose entwickeln. Die häufigste Ursache ist Alkoholmissbrauch.

In diesem Fall sterben immer mehr Leberzellen ab, werden in funktionsunfähiges Bindegewebe umgewandelt und vernarben schließlich. Infolgedessen beginnt die Leber zu schrumpfen. Zirrhotisches Gewebe ist nicht mehr regenerierbar, Heilungschancen bestehen nicht mehr.

Die Verkleinerung des Organs (Schrumpfleber) führt nicht nur zu einem drastischen Rückgang der Leistungsfähigkeit der Leber, sondern verschlechtert auch die Durchblutung des Organs, was einen Rückstau des Blutes in die Pfortader (Pfortaderhochdruck) mit sich bringen kann.

Pfortaderhochdruck

Die Pfortader sammelt das Blut aus dem Magen, dem Dünn- und Dickdarm, der Bauchspeicheldrüse, der Milz und zum Teil aus dem Mastdarm führt es der Leber zu. Das Blut wird dort gefiltert und entgiftet und die Nährstoffe, die dem Nahrungsbrei im gesamten Verdauungstrakt entzogen wurden, werden dem Organismus zur Verfügung gestellt oder bei Bedarf gespeichert. Danach fließt das nährstoffarme, venöse Blut zum Herzen.

Bei einem Pfortaderhochdruck kann das Blut nicht mehr auf seinem natürlichen Weg über die Leber zum Herzen fließen, sondern umgeht zum Teil den Pfortaderkreislauf, so dass ungefiltertes Blut zum Herzen und damit in den gesamten Organismus gelangt.

 

Es bilden sich neue Venen, die das Blut zum Herzen transportieren (Kollateralkreislauf), die jedoch nicht für den Transport großer Blutmengen ausgelegt sind und eine Neigung haben, sich zu Krampfadern zu entwickeln (Ausbildung des typischen, von außen sichtbaren „Medusenhaupts“).

Die Folge ist nicht nur eine Überlastung des Herzens, sondern eine zunehmende Unterversorgung mit Nährstoffen sowie eine Überschwemmung des Organismus mit Giftstoffen und Stoffwechselprodukten.

Symptome einer (beginnenden) Leberzirrhose und einem Ansteigen des Blutdrucks in der Pfortader ähneln sich bei allen Lebererkrankungen und werden im fortgeschrittenen Stadium immer deutlicher.

 

Komplikationen der Leberzirrhose im fortgeschrittenen Stadium

  • Platzen der Krampfadern im Kollateralkreislauf, meist Venen der Speiseröhre oder des Magens
  • Vergrößerung der Milz (Splenomegalie) aufgrund des Blutstaus in der Leber und dadurch vermehrter Abbau von Blutzellen (Anämie) und Blutplättchen
  • Nierenschäden bis hin zum Nierenversagen
  • hepatische Enzephalopathie (Funktionsstörung des Gehirns mit neurotoxischen Substanzen) mit Bewusstseinsstörungen und Denkstörungen
  • Ausfall der Muskeleigenreflexe, Muskelsteifigkeit und fehlender Muskelspannung
  • Leberkoma (schwere, meist tödliche Bewusstseinsstörung des Gehirns aufgrund des völligen Ausfalls der Entgiftungsfunktion)

 

Hepatitis

Bei einer Hepatitis handelt es sich um eine Entzündung der Leber. Bei einem Drittel der Patienten, die an einer Fettleber leiden, entzündet sich die Leber im weiteren Verlauf (Steatohepatitis). Eine akute Hepatitis kann in eine chronische Form übergehen. Durch die Entzündung kommt es zum Absterben von Leberzellen, einer Vermehrung von Bindegewebe (Leberfibrose) und schließlich zu einer Leberzirrhose.

Eine weitere Komplikation bei einer chronisch fortschreitenden Leberentzündung ist die Entartung von Leberzellen zu Leberzellkarzinomen. Daher ist bei Anzeichen einer Leberentzündung unbedingt eine ärztliche Behandlung erforderlich.

Bei einer akuten Entzündung kann es neben hohem Fieber zu einer Gelbfärbung der Haut, Schmerzen im rechten Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Verdauungsstörungen kommen. Eine chronische Entzündung äußert sich eher uncharakteristisch mit Abgeschlagenheit, verminderter Leistungsfähigkeit, Völlegefühl, Verdauungsproblemen und Konzentrationsstörungen.

 

Ernährung bei Lebererkrankungen

Das-Wichtigste-in-Kürze

Ernährung in der Übersicht

Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen.

Eine gesunde Ernährung bei Lebererkrankungen ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt. Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.

Die Leber braucht Bitterstoffe, die die Bildung der Verdauungssäfte anregen, wodurch die Aufspaltung der Nährstoffe im Darm sowie die Fettverdauung erleichtert wird. Geeignete Lebensmittel sind Artischocke, Chicorée, Endivie, Oliven, Ingwer, Rosenkohl und Radicchio oder Kräuter wie Löwenzahn, Rucola oder Pfefferminze.

Lebensmittel, die die Entgiftungsfunktion der Leber unterstützen und zugleich die Leber anregen, sich selbst zu reinigen, sind: Knoblauch, Zitrone, Artischocke, Leinöl, Kurkuma und Rote Bete.

Am Abend sollte eine leichte, kohlenhydrat- und fettarme Kost zu sich genommen werden. Je früher die letzte Mahlzeit vor dem Schlafengehen eingenommen wird, desto besser.

Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen. Diese chronische Entzündung lässt Arterien verkalken, schwächt unseren Darm und unser Immunsystem, beeinflusst unsere Psyche negativ und lässt letztlich Zellstress entstehen. Wie im Kapitel Ursachen ausführlich dargestellt, sind entzündliche Prozesse auch bei Lebererkrankungen an der Entstehung beteiligt. Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen bei Lebererkrankungen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:

  • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
  • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
  • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Leber
  • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

 

Probleme der heutigen Ernährung

Obwohl in Deutschland kein Mangel an Nahrungsmittelvielfalt herrscht, wird eine naturbelassene Ernährung mit vielen qualitativ hochwertigen und unverarbeiteten Produkten immer seltener. Volle Arbeitstage, Alltagsstress, keine Zeit zu kochen und auch der Mangel an Wissen und Fähigkeiten führen zunehmend zu einer ungesunden Ernährung.

 

Fertigprodukte statt frisch kochen: Western Diet

Diese Art der Ernährung wird oft unter dem Begriff Western Diet zusammengefasst, weil sie vor allem in den westlichen Industrieländern weit verbreitet ist und sich zunehmend auch in Ländern mit traditionell gesunder Ernährung ausbreitet – mit gravierenden Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung.

 

Western Diet

hochkalorisch, zuckerreich, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren, salzreich, viele Konservierungsstoffe und hochverarbeitete Produkte (Fastfood, Fertigprodukte, „Junkfood“) – dagegen wenig frisches Obst und Gemüse, keine hochwertigen Pflanzenöle, wenig komplexe Kohlenhydrate, wenige Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe.

Nährstoffzufuhr aus dem Gleichgewicht

Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen. Unsere Lebensmittel setzen sich zum einen aus Makronährstoffen zusammen, die uns Energie und Baumaterial liefern: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.

Auf der anderen Seite enthalten Lebensmittel auch unzählige Mikronährstoffe, die das Umsetzen der Makronährstoffe im Stoffwechsel erst möglich machen: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Fettsäuren, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe.

Ungesund wird eine Ernährung dann, wenn die einzelnen Gruppen nicht mehr im Gleichgewicht zueinander stehen. Arbeit findet z. B. heute sehr oft als sitzende Tätigkeit am Schreibtisch statt, wo keine bis kaum Kalorien verbrannt werden – jedoch dominieren Kohlenhydrate nach wie vor zu einem großen Anteil unsere tägliche Ernährung, was die Entwicklung einer chronischen Entzündung besonders fördert – das ständige Zuviel.

 

Anti-entzündliche Ernährung: Profitieren Sie auf allen Ebenen

Erst gravierende Erkrankungen und Ereignisse wie Lebererkrankungen lassen uns aufhorchen und führen oft zu einem Wendepunkt im Leben: Lassen Sie es gar nicht erst soweit kommen!

Sich gesund zu ernähren heißt nicht sich selbst zu kasteien, zu verzichten oder strikte Pläne einzuhalten. Es bedeutet Neues kennenzulernen, alte Wege zu verlassen und sich jeden Tag fitter, gesünder und leistungsfähiger zu fühlen statt immer müde, abgeschlagen und energielos. Sie können dabei Schritt für Schritt etwas an Ihrer Ernährung ändern, statt zu versuchen, von heute auf morgen alles auf den Kopf zu stellen. Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt.

 

Was ist antientzündliche Ernährung?

Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Eine pro-entzündliche Ernährung ist einer der Hauptauslöser für eine chronisch-schwelende Entzündung in unserem Körper, die stille Entzündung (silent inflammation).

Die folgende Tabelle stellt Ihnen wichtige anti- und pro-entzündliche Nahrungsmittelgruppen vor:

Anti-entzündliche Nahrungsmittel und pro-entzündliche Nahrungsmittel

 

PRO Anti-entzündliche Ernährung (mediterrane Diät)KONTRA
Pro-entzündliche Ernährung („Westliche“ Diät)
Olivenöl, Walnussöl, Leinöl, Hanfölfrittierte Lebensmittel, Margarine, Sonnenblumenöl, Schweineschmalz, Sojaöl, Maiskernöl
Obst (zuckerarme Sorten bevorzugen: Beeren, Zitrusfrüchtw, Äpfel
Gemüse (mindestens „5 am Tag“: grüne Blattgemüse, Brokkoli, Spinat, Kohlsorten, Topinambur, alle Salate, Wildkräuter
Fast Food, Fertigprodukte, Süßigkeiten, industriell gefertigte Snacks
Vollkornprodukte: Getreideprodukte aus dem vollen Korn inklusive aller BallaststoffeProdukte aus Auszugsmehlen („Weiß“), Weizen
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu, Eier: moderater Konsum (mind. Bio-Freiland-HaltungWurstwaren, viele Milchprodukte
fetter Seefisch: Lachs, Makrele, SardinenSchweinefleisch
frische Kräuter, antientzündliche Gewürze wie Chilli, Kurkuma, Ingwer
Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Meerettich
sehr salzreich
Getränke und Tee: Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, grüner TeeSoftdrinks, häufiger Alkoholkonsum Milchmixgetränke
Nüsse und Saaten: Walnüsse, Leinsamen, Pinienkerne, Kürbiskerne, MacadamianüsseErdnüsse, gesalzene und aromatisierte „Knabbernüsse“
Probiotika: Kefir, Joghurt, milchsauer eingelegte Gemüse, Misopaste

Weitere Eckpunkte einer gesunden Ernährung bei Lebererkrankungen sind:

  • Flexitarismus: Insgesamt sollte Ihre Ernährung vorwiegend pflanzenbasiert ausgerichtet sein – Fleisch, Fisch und Milchprodukte sind in Maßen zu genießen, dafür in hochwertiger Qualität.
  • Mittelmeer-Diät: Gute Orientierung bei einer anti-entzündlichen Ernährung bietet die mediterrane Ernährung – Menschen, die sich traditionell nach der Mittelmeerdiät ernähren, leiden seltener unter der chronischen Entzündung und deren Folgen, z. B. weniger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Regional und saisonal: Produkte aus der Region, die keinen weiten Anreiseweg hatten, sind frischer und oft nährstoffreicher. Viele Superfoods haben einheimische „Verwandte“ wie z. B. Leinsamen (statt Chiasamen) oder Hagebutten (statt Goji-Beeren).
  • Gesunde Fette: Fett reduzieren ist passé, viel wichtiger, ist die richtigen Fette aufzunehmen: Die optimalen Quellen sind kaltgepresste, hochwertige Öle. Dabei sollte der Anteil der Omega-3-Fettsäuren möglichst hoch sein, da sie im Gegensatz zu den Omega-6-Fettsäuren entzündungs- und schmerzhemmend wirken. Beispiele sind Leinöl, Hanföl, Nussöle oder Weizenkeimöl.
  • Kohlenhydrate reduzieren: Essen Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate, also weniger weißes Brot, weniger weiße Nudeln und Reis. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Botenstoffe. Die Leber wandelt sie in Zucker um, wenn die Speicher voll sind, in Fett.
  • Zucker und zuckerhaltige Nahrungsmittel wie Kuchen, Marmeladen und Süßigkeiten sind Genussmittel, die zwar schnell Energie bringen, regelmäßig oder in größeren Mengen verzehrt jedoch dem Körper nichts Gutes tun.
  • Eiweißreiche Lebensmittel wie Fisch, Hülsenfrüchte oder Samen entlasten eine geschwächte oder kranke Leber.
  • Vegetarismus und Veganismus sind Ernährungsformen, die sehr gesund und ausgewogen sein können, aber nicht automatisch sind: Wenn viele oben genannte Nahrungsmittel integriert werden und auf ausreichend Mikronährstoffzufuhr geachtet wird. Auch der vegane Trend hat viele Fertigprodukte auf den Markt gebracht, die oft mit einer gesunden Ernährung nichts mehr gemeinsam haben. Achten Sie also weniger auf ein „Label“, sondern auf Ausgewogenheit.
  • Achtsamkeit beim Essen: Genuss, Freude und Langsamkeit gehören zu einer gesunden Ernährung genauso wie hochwertige Nahrungsmittel.
  • Alkoholverzicht: Senken Sie Ihren Alkoholkonsum oder verzichten Sie am besten generell auf Alkohol.
  • Obst am Abend wird nicht mehr optimal verdaut, sondern geht in einen Gärungsprozess im Darm über. Die dabei entstehenden Fuselalkohole schaden Ihrer Leber.
  • Fertignahrungsmittel enthalten neben Geschmacks- und Konservierungsstoffen meist schädliche Fette und Zucker. Ersetzen Sie diese lieber durch Frischkost und würzen Sie selbst mit Kräutern.
  • Fastenperioden: Intervallfasten oder Buchinger-Fasten können sinnvoll sein für einen Neustart oder ein jährliches Ritual, hier müssen Sie selbst abwägen, ob es zu Ihnen passt.
  • Salzarme Speisen werden bei Lebererkrankungen empfohlen, besonders wenn Sie bereits zu Wasseransammlungen im Körper neigen. Salz bindet Wasser im Körper. Unraffiniertes, naturbelassenes Steinsalz, das neben Natrium und Chlorid noch weitere Mineralstoffe und Spurenelemente enthält, ist eine Alternative zu Kochsalz. Verwenden Sie es dennoch nur sparsam und würzen Sie stattdessen vermehrt mit frischen Kräutern.
  • In Bewegung bleiben: Zu einer gesunden Ernährung gehört Bewegung – neben vielen anderen positiven Effekten, wirkt die Verdauung angeregt und die Darmpassage gefördert.

So sollte Ihr Teller aussehen

Mit dieser Telleraufteilung versorgen Sie Ihren Organismus optimal mit wichtigen Mikronährstoffen und ausreichend Energie-Lieferanten (Fette, Kohlenhydrate und Eiweiß). Achten Sie also darauf nicht nur Beilagen und Fleisch/ Fisch zu sich zu nehmen, sondern variieren Sie vor allem mit verschiedenen Gemüse- und Obstkombinationen. So gehen Sie Übergewicht aus dem Weg und bewahren sich vor Speisen mit zu hohen Kalorienwerten.

Die Leber spielt eine zentrale Rolle in unserem Organismus, daher tun wir gut daran, sie mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen und Giftstoffe weitestgehend zu vermeiden.

Eine konsequente Ernährung und die Beachtung bestimmter Maßnahmen helfen der Leber, sich zu erholen. Bereits nach einem halben Jahr schon können sich die Leberwerte normalisieren.

 

Um die Leber ganz natürlich bei ihrer Entgiftungs- und Stoffwechselarbeit zu unterstützen, setzen Sie folgende Lebensmittel so oft wie möglich auf Ihren Speiseplan:

  • Knoblauch enthält Selen, das der Leber beim Entgiften, insbesondere von Schwermetallen und Chemikalien, hilft.1 Im Frühjahr kann alternativ auch frischer Bärlauch statt Knoblauch verwendet werden.
  • Brokkoli, Rettich & Radieschen: Darin enthaltene Senfölglykoside, Vitamin C und Resveratrol sind natürliche Antioxidantien und aktivieren bestimmte Leberenzyme, die Giftstoffe ausleiten. Besonders empfehlenswert sind die Gemüse als Sprossen.
  • Walnüsse enthalten u. a. Linolensäure, Zink und Vitamin E, was sich positiv auf den Fett- und Zuckerstoffwechsel auswirkt. Zudem sind ihre Inhaltsstoffe entzündungshemmend und durchblutungsfördernd.
  • Rote Bete ist reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Antioxidantien, die eine leberreinigende Wirkung haben, und fördert die Durchblutung. Rote Bete ist laut einer Studie insbesondere bei Fettleber heilsam.2
  • Artischocken regen den Stoffwechsel und den Gallefluss an, bindet Giftstoffe und unterstützt damit die Ausleitung der Gifte.6
  • Das in Kurkuma enthaltene Curcumin regt ebenso den Gallefluss an, kann den Cholesterinspiegel senken und Entzündungen lindern.3
  • Koriander unterstützt die Ausleitung von Giftstoffen und Schwermetallen21, wirkt entzündungshemmend, antibiotisch und fördert die Verdauung.
  • Zitrone ist reich an Antioxidantien und Vitamin C und aktiviert Entgiftungsenzyme in der Leber.
  • Hafer(flocken) unterstützen den Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel, wirken entzündungshemmend und cholesterinsenkend.
  • Leinöl enthält nicht nur die wichtigen Omega-3-Fettsäuren, sondern verbessert die Blutfettwerte und senkt den Blutzuckerspiegel, wodurch die Leber Entlastung findet.
  • Bitterstoffe regen die Bildung der Galle sowie anderer Verdauungsenzyme an. Dadurch werden die Fette im Nahrungsbrei besser aufgespalten und können von der Leber verstoffwechselt werden. Besonders reich an Bitterstoffen sind Artischocke, Chicorée, Endivie, Oliven, Ingwer, Rosenkohl und Radicchio oder Kräuter wie Löwenzahn, Rucola oder Pfefferminze.

Sprossen selbst züchten

Sprossen können leicht zuhause auf der Fensterbank gezogen werden. Besorgen Sie sich ein Keimglas und Bio-Saatgut.

  • Waschen Sie das Saatgut in einem Sieb, weichen Sie es für mehrere Stunden in Wasser ein und gießen Sie es anschließend ab. Nicht gequollenes, und damit inaktives Saatgut wird aussortiert, da es sonst faulen und damit die Sprossen verderben könnte.
  • Stellen Sie das Keimglas mit den Sprossen auf den Kopf. Es steht in einer Schrägstellung, damit noch vorhandenes Wasser gut abtropfen kann. Daher ist es ratsam einen kleinen Teller unterzustellen.
  • Spülen Sie die Sprossen 2 bis 3mal täglich mit Wasser, damit sie immer gut feucht bleiben.
  • Je nach Saatgut können Sie die fertigen Sprossen bereits nach 4 Tagen ernten.
  • Essen Sie die Sprossen pur, im Salat oder als Brotbelag. Übrige Sprossen können bis zu zwei Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden

Wenn bei Ihnen eine Fettleber diagnostiziert wurde, sollten Sie zusätzlich zu den oben beschriebenen Maßnahmen vermehrt kalorienarme und eiweißhaltige Lebensmittel in Ihren Speiseplan aufnehmen. Eine Studie wies nach, dass sich Leberfett bei eiweißreicher Kost rascher abbaut als bei einer rein kalorienreduzierten Diät.4

 

Wenn die Lebererkrankung bereits fortgeschritten ist und zirrhotische Veränderungen festgestellt wurden, sollte die Ernährung kalorien- und eiweißreich sein, da die Leber nur noch einen Teil der Nahrung verstoffwechseln kann und somit die Gefahr einer Mangelernährung und eines raschen Gewichtsverlusts droht. Wählen Sie dennoch Lebensmittel, die möglichst aus biologischem Anbau stammen und vor allem reich an Mikronährstoffen sind.

Denn gerade der Mangel an Mikronährstoffen begünstigt das Voranschreiten der Erkrankung.

Nehmen Sie besser mehrere kleine statt weniger großer Mahlzeiten zu sich, um die Leber zu entlasten und möglichst viele der Nährstoffe aufnehmen zu können.

Therapie und Prävention von Lebererkrankungen

Jede Behandlung enthält präventive Aspekte und jede Prävention wirkt auch als Therapie. Die Grundpfeiler jeder Vorbeugung und Therapie basieren auf unserem Lebensstil: Wie ernähren Sie sich? Ist Ihr Organismus ausreichend mit Mikronährstoffen versorgt? Wieviel Bewegung ist in Ihren Alltag integriert? Rauchen Sie und wieviel Alkohol konsumieren Sie? Bestimmt Stress Ihr ganzes Leben? Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, können sich diese Basispfeiler positiv auf Ihre Gesundheit auswirken, aber auch jahrelange Risikofaktoren für viele Erkrankungen darstellen. In diesem Kapitel werden zahlreiche ganzheitliche Methoden vorgestellt, die Ihre Gesundheit und Lebensqualität stärken können – präventiv und/oder auch als Therapie.

Mikronährstoffe

Das-Wichtigste-in-Kürze

Mikronährstoffe in der Übersicht

 

  • sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen bei Lebererkrankungen. Besonders wichtig sind Zink, Magnesium, die Vitamine A, B6, C, D und E, Selen, Omega 3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe wie Curcumin, Senfölglykoside oder Resveratrol.
  • Einige der typischen Medikamente erhöhen zusätzlich Ihren Mikronährstoffbedarf. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Mikronährstoffbedarf ausreichend über die Ernährung zu decken, können moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischungen sinnvoll sein.
  • Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

Eine wichtige Basis für alle Therapien wird oft bei der Beratung außer Acht gelassen: Eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung. Der Körper muss mit Mikronährstoffen optimal versorgt sein, damit Folgen von Lebererkrankungen abgemildert und Nebenwirkungen der Medikamente reduziert werden können.

 

Mikronährstoffe – was ist das?

Zu den Mikronährstoffen gehören in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die einen wichtigen Teil dazu beitragen, damit unser Organismus funktioniert. Im weiteren Sinne lassen sich auch essentielle Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme hinzuzählen. Makronährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette sind unsere Energielieferanten, während die Mikronährstoffe an Prozessen wie z. B. Blutgerinnung, Immunabwehr und Knochengesundheit beteiligt sind. Einige Mikronährstoffe kann unser Körper selbst herstellen, die meisten jedoch müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

 

Der menschliche Organismus – ein Blick in die Zellen

Der Mensch besteht aus über 70 Billionen Zellen. Diese können alle nur optimal funktionieren, wenn sie mit Vitaminen und Spurenelementen versorgt sind. Es gibt nahezu keinen Stoffwechselschritt, an dem nicht mehrere Mikronährstoffe beteiligt sind. Dazu zählen unter anderem die:

 

  • Aktivierung von Enzymen und Hormonen (Stoffwechselaktivität)
  • Abwehrleistung des Immunsystems (Immunstoffwechsel)
  • Energieproduktion in den Kraftwerken unserer Zellen, den sogenannten Mitochondrien (Energiestoffwechsel)
  • Leistungsfähigkeit des Herzmuskels (Herzkraft und -rhythmus)
  • Kontraktion der Skelettmuskulatur (Muskelkraft und -koordination)
  • Impulsübertragung in und der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen (Nerven- und Gehirnstoffwechsel)

 

Für alle Stoffwechselreaktionen im Körper sind Enzyme notwendig, sie wirken wie ein Katalysator. Enzyme können ihren Aufgaben jedoch nur mithilfe von Mikronährstoffen nachkommen. Je besser der Körper mit Nährstoffen versorgt ist, desto besser funktioniert der gesamte Organismus. Ein Mikronährstoffmangel kann sich also negativ auf den Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken. Um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihre weiteren Therapien zu unterstützen, sollten Sie also auf Ihren Mikronährstoffhaushalt achten.

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen?

Egal ob Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder die Antibabypille. Schon ein einzelnes Medikament kann unsere optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ungünstig beeinflussen. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto intensiver wird in den Mikronährstoffhaushalt eingegriffen, was Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinander sowie das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht. Hierdurch kann nicht nur die Wirkung des Medikaments negativ beeinflusst werden, sondern auch die Funktion der Mikronährstoffe.

 

Welche Lebensphasen führen noch zu einem erhöhten Mikronährstoff-Bedarf?

Aber nicht nur die regelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einem erhöhten Mikronährstoffbedarf. Es gibt bestimmte Lebensphasen und Umstände, die ein erhöhtes Risiko für einen Nährstoffmangel aufweisen:

 

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • ältere Menschen
  • Menschen mit Magen-Darm-Störungen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen

 

Diesen erhöhten Bedarf zu decken, ist nicht immer einfach. Trotz des reichhaltigen Angebotes an verschiedenen Lebensmitteln verringern verschiedene Faktoren den Mikronährstoffgehalt in Lebensmitteln:

 

  • nicht ausgereiftes Obst und Gemüse
  • größere Erträge in der Landwirtschaft
  • ausgelaugte Böden
  • Einsatz von Pestiziden

 

Es ist wichtig, die Ernährung mit einer breiten und möglichst natürlichen Basis an allen Vitaminen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu optimieren.

 

Mikronährstoffkonzentrat als Grundlage

Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

 

Das Angebot an Mikronährstoffpräparaten ist groß und unübersichtlich. Entscheidend beim präventiven Ansatz ist die natürliche Vielfalt. Das ideale Mikronährstoffpräparat ist auf natürlicher Basis produziert, enthält neben allen klassischen Mikronährstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme, ist flüssig, glutenfrei und vegan. Die Bioverfügbarkeit sollte wissenschaftlich belegt sein und es sollten keine künstlichen Aroma- oder Konservierungsstoffe enthalten.

Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

 

 

In zahlreichen Studien wurde nachgewiesen, dass Mikronährstoffe bedeutsam für die Lebergesundheit sind 8,9, sowohl im Sinne der Prävention als auch als therapiebegleitende Maßnahme. Zudem haben die Enzyme, die die zahlreichen Aufgaben der Leber unterstützen, einen hohen Mikronährstoffbedarf. Insbesondere die Entgiftung der Schadstoffe und Stoffwechselprodukte in der Leber verbraucht große Mengen an Vitalstoffen.

In der modernen Mikronährstofftherapie bevorzugt man deshalb heute als Basistherapie bei Lebererkrankungen eine moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischung. Mit Hilfe der enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe kann die Leber sowohl vorbeugend geschützt als auch behandelt werden, wenn eine Erkrankung bereits vorliegt.

Folgende Mikronährstoffe sind besonders wichtig, um die Funktion und Leistungsfähigkeit der Leber zu erhalten:

  • Antioxidantien

Antioxidantien aus natürlichen Quellen binden die freien Radikale und verhindern dadurch Zellschäden in der Leber. Beispielsweise schützen Antioxidantien die Leber vor Schädigungen durch Viren und durch das Schimmelgift Aflatoxin. Eine antioxidative Wirkung haben viele Vitamine, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe am besten im natürlichen Verbund wie sie in Mikronährstoffmischungen vorkommen.

Beispiele sind Selen, Zink, Mangan, die Vitamine C und E und sekundäre Pflanzenstoffe Polyphenole, Carotinoide oder Anthocyane.

 

  • Vitamin A

Vitamin A ist an der Herstellung von körpereigenen Eiweißen, am Fettstoffwechsel und der Zellneubildung beteiligt und erhöht die Widerstandsfähigkeit gegen Infektionen mit Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten.

 

  • Vitamin B-Komplex

Die B-Vitamine werden in erster Linie für den Stoffwechsel und die Energieproduktion verwendet. Ein Mangel kann unter anderem bei Alkoholmissbrauch entstehen, da die Leber für die Entgiftung des Alkohols große Mengen an B-Vitaminen verbraucht.

Besonders hervorzuheben ist das Vitamin B6. Dieses Vitamin spielt im Harnstoffzyklus der Leber eine wichtige Rolle. Kommt es zu Störungen, gelangt der giftige Ammoniak ins Gehirn und verursacht dort Entzündungen und erhebliche Nervenschädigungen.

Es ist notwendig im Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel.

Vitamin B6 ist außerdem an der Herstellung vieler körpereigenen Proteine und fast aller Neurotransmitter beteiligt.

Homocystein 

Ein gut versorgter Mikronährstoffhaushalt kann oxidativem Stress entgegenwirken bzw. diesen abbauen. Ein Verstärker des oxidativen Stresses ist Homocystein: Steigerung der Zellschädigung, Erhöhung der Radikalbildung und Eingriff in die Funktion der Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen). Für den Abbau von Homocystein im Blutplasma sind Vitamin B2, B6, B12 und Folsäure nötig.

Patienten mit Leberzirrhose haben häufig einen erhöhten Homocysteinspiegel im Blut.

  • Vitamin C

Hochdosiertes Vitamin C führt zu einer signifikanten Verbesserung der Leberwerte und ist an wichtigen Abwehrreaktionen gegen Krankheitserreger wie z.B. Viren beteiligt. Es ist zugleich ein wichtiges wasserlösliches Antioxidans wesentlich beim Abbau von Cholesterin und bei der Eisenresorption. Zudem stimuliert Vitamin C die Bildung von Leberenzymen, die das Blut entgiften und Medikamente, Schwermetalle, Lebensmittelzusätze und sonstige Schadstoffe ausscheiden.

 

  • Vitamin D

Ein hoher Vitamin D-Spiegel senkt das Risiko von Lebererkrankungen deutlich, reduziert oxidativen Stress und wirkt entzündungshemmend. Außerdem reguliert das Vitamin die Bildung fibrogener Wachstumsfaktoren, das heißt, dass die Umwandlung von aktivem Lebergewebe in inaktives Bindegewebe durch ausreichend Vitamin D gehemmt wird, wodurch eine Leberzirrhose verhindert wird.

 

  • Vitamin E

Dieses Vitamin zählt zu den wichtigsten fettlöslichen Antioxidantien, verbessert die Leberzellstruktur und reduziert die Transaminasen GOT und GPT, welche u. a. eine Leberzellschädigung anzeigen. Außerdem unterstützt es die Regeneration der Leber und baut das eingelagerte Fett, wodurch eine Fettleber wieder ausgeheilt werden kann.5

 

  • Zink

Zink ist an über 300 enzymatischen Reaktionen des menschlichen Körpers beteiligt. Zink erhöht beispielsweise die Bildung des Retinolproteins, wodurch die Aufnahme von Vitamin A verbessert wird.

 

  • Magnesium

Magnesium ist an allen Reaktionen im Stoffwechsel beteiligt. Es wird beim Abbau von Alkohol von der Leber in großen Mengen verbraucht. Ein Mangel an diesem Mineralstoff führt zu einer Schwäche im Stoffwechsel und damit indirekt zu einer Unterversorgung der Zellen mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.

 

  • Selen

Auch Selen zählt zu den Antioxidantien. Es stimuliert die Bildung von Antikörpern und Faktoren, die Krebszellen erkennen und zerstören. Auch an der Ausleitung von Giften und Schwermetallen ist Selen beteiligt.

 

  • Omega 3-Fettsäuren

Die Leber benötigt essentielle Fettsäuren für die Bildung neuer Zellen und um den Cholesterinspiegel zu regulieren. Zudem haben diese Fette eine entzündungshemmende Wirkung und tragen zum Abbau der in den Leberzellen eingelagerten Fettmolekülen bei.

 

  • Sekundäre Pflanzenstoffe

Curcumin trägt zu verbesserter Zellstruktur und damit zur Senkung der Leberwerte GOT und GPT bei

Resveratrol hemmt das Wachstum von Krebszellen, reguliert den Fett- und Zuckerstoffwechsel, baut eingelagertes Fett ab und unterstützt die Entgiftung 7

Senfölglykoside haben entgiftende, krebshemmende und entzündungshemmende Eigenschaften und wirken antibiotisch bei bakteriellen Infektionen

Grüntee-Catechine sind Bitterstoffe im grünen Tee mit antibakteriellen, antiviralen und antitumorösen Eigenschaften

Lebensstil

Das-Wichtigste-in-Kürze

Lebensstil in der Übersicht

  • Der Verzicht auf Alkohol und Nikotin bewirkt eine Verbesserung der Durchblutung, eine bessere Nährstoffversorgung des Organismus und entlastet die Leber erheblich in ihrer Entgiftungsfunktion.
  • Regelmäßige Leberwickel und Entgiftungstage unterstützen sanft die Arbeit des Organs und tragen dazu bei, dass es gesund bleibt. Ausreichend Wasser hilft dem Körper und insbesondere der Leber Giftstoffe und überschüssige Flüssigkeit auszuspülen.
  • Bewegung sorgt für eine bessere Durchblutung des gesamten Organismus, regt den Stoffwechsel an und baut Körperfett ab.
  • Normalisierung des Körpergewichts trägt zu einer Entlastung der Leber bei. Wichtig ist die langsame Gewichtsreduktion.
  • Regelmäßige Auszeiten im Alltag helfen aus dem Hamsterrad auszusteigen und sorgen für das Gleichgewicht zwischen Aktivität und Ruhe
  • Entspannungsmethoden wie Yoga oder Mediation entspannen Körper und Geist, reduzieren Stresshormone im Blut und entlasten dadurch die Leber. Darüber hinaus sorgen sie für mehr Ausgeglichenheit und innere Zufriedenheit.
  • Ausreichend Schlaf wirkt sich positiv auf den Organismus aus und entlastet die Leber.
  • Eine positive Lebenseinstellung stärkt nicht nur unser Immunsystem, sondern hat auf den gesamten Organismus eine harmonisierende Wirkung. Dankbarkeit für all das Gute lenkt die Aufmerksamkeit auf Kraftquellen im Alltag.

Unser Lebensstil und unsere Lebenseinstellung haben nicht nur auf die Leber großen Einfluss. Eine stressige Lebensweise, häufige Konflikte oder langanhaltende Sorgen wirken sich negativ auf den gesamten Organismus aus. Die Ausschüttung von Stresshormonen bringt den gesamten Hormonhaushalt durcheinander, das vegetative Nervensystem gerät aus dem Gleichgewicht und verursacht vielfältige körperliche Beschwerden wie Anspannung, Schlafprobleme, Muskelverspannungen und Verdauungsbeschwerden. Stresshormone sind auch an der Entstehung von Lebererkrankungen mitbeteiligt.

Bei fast allen Lebererkrankungen wirken sich Veränderungen des Lebensstils deutlich positiv auf das Krankheitsbild aus.

Gerade, was unseren Lebensstil betrifft, haben wir daher viele Möglichkeiten, unsere Gesundheit positiv zu beeinflussen und die Regeneration der Leber zu fördern.

 

Verzicht auf Rauchen und Alkohol

Dass Nikotin und Alkohol schädlich für die Gesundheit sind und überall im Körper Störungen anrichten können, ist weitreichend bekannt.

Alkoholmissbrauch ist ein Auslöser für viele Erkrankungen, die mit der Leber in Verbindung stehen. Verzichten Sie daher möglichst auf das Genussmittel oder senken Sie den Verzehr drastisch.

 

Alkohol schädigt die Leberzellen und erschwert einerseits die Aufnahme wichtiger Vitamine und Spurenelemente, andererseits werden beim Abbau des Alkohols in der Leber wichtige Nährstoffe verbraucht, die dem Körper an anderer Stelle fehlen. Die Auswirkungen von chronischem Alkoholkonsum wurde u. a. hinsichtlich Vitamin B6 erforscht. 14

Ein Mikronährstoffmangel führt zu vielfältigen Beschwerden sowohl körperlicher wie auch seelischer Art und kann somit auch alle Beschwerden, die mit der Leber zusammenhängen, verstärken.

 

Ebenso führt Nikotinabusus zu verschiedenen körperlichen Beschwerden, die in ihrer Ausprägung zunehmen, je höher der Nikotinkonsum ist und je länger er andauert.

Eine Studie hat ergeben, dass das Zigarettenrauchen signifikant zu der Entstehung der Fettleber beiträgt15.

Zudem führt der Nikotinkonsum zu einer schlechteren Durchblutung des Körpers, wodurch weniger Nährstoffe und Sauerstoff in den Zellen ankommen. Die Minderversorgung führt zu Funktionsstörungen der Organe, womit wiederum die vielfältigen Beschwerden erklärt werden können.

Allein diese Zusammenhänge können eine Motivation sein, mit dem Rauchen aufzuhören oder am besten gar nicht erst damit anzufangen.

 

Leberwellness

Alles, was der Leber guttut und sie in ihrer Arbeit entlastet, hilft, um Leberbeschwerden zu lindern und Lebererkrankungen vorzubeugen. Hier einige Beispiele, wie Sie Ihre Leber unterstützen können:

 

Regelmäßige Entgiftungstage tun der Leber gut und unterstützen die Entgiftung und die Regenerationsfähigkeit.

  • Verzichten Sie an diesen Tagen auf Fett, Zucker, Teigwaren, Brot und Fast Food.
  • Verzichten Sie auf Alkohol und Nikotin – am besten dauerhaft.
  • Trinken sie morgens nach dem Aufstehen ein Glas warmes Wasser mit dem Saft einer halben Zitrone oder einer Scheibe frischen Ingwer.
  • Trinken Sie an diesen Tagen grundsätzlich viel Kräutertee und (lauwarmes) Wasser, um gelöste Giftstoffe auszuschwemmen.
  • Essen Sie an diesen Tagen viel Gemüse, roh oder leicht gedünstet, mit Kartoffeln oder etwas Reis. Würzen Sie nur mäßig mit Salz, besser mit frischen Kräutern.
  • Essen Sie kalorienarm und eiweißreich, beispielsweise gedünstete Kartoffeln mit Magerquark oder gedünsteten Fisch mit Gemüse.
  • Machen Sie an diesen Tagen abends einen Leberwickel, um die Entgiftung zu fördern.

 

Feucht-heiße Leberwickel regen den Stoffwechsel und die Sekretion der Verdauungssäfte an, aktivieren die Enzymtätigkeit und unterstützen die Entgiftung. Dass Leberwickel einen messbaren physiologischen Effekt auf die Leberfunktionen haben, hat eine Studie herausgefunden.10

Wird der Wickel statt mit warmem Wasser mit Lebertee durchgeführt, in dem eventuell noch etwas Basensalz aufgelöst wurde, verstärken die in den Kräutern enthaltenen Stoffe die Wirkung. Das Basensalz zieht über die Haut Säuren und Giftstoffe, wodurch die Leber zusätzlich Entlastung erfährt.

 

Leberwickeln selbst anwenden

Sie benötigen: eine Wärmflasche, einen Waschlappen und ein Handtuch.

 

Erwärmen Sie das Wasser für die Wärmflasche auf maximal 50 – 60°C, um eine Verbrühung zu vermeiden. Die Wärmflasche sollte flach mit dem Wasser befüllt werden.

 

Zusätzlich erhitzen Sie etwa einen halben Liter Wasser für den Wickel.

 

Zu Verstärkung der Wirkung können Sie dem Wasser einen halben Teelöffel Basensalz zufügen und/ oder statt Wasser einen starken Tee aus leberstärkenden Kräutern zubereiten (z. B. Schafgarbe, Mariendistel, Löwenzahn).

 

Tauchen Sie den Waschlappen in das warme (Basen-)Wasser bzw. den Tee, drücken ihn gut aus und legen ihn auf den rechten Oberbauch auf Höhe der Leber, direkt über dem rechten Rippenbogen.

 

Legen Sie sich während der Anwendung des Leberwickels hin, um die bestmögliche Wirkung zu erzielen. Wenn Sie kälteempfindlich sind, decken Sie sich mit einer leichten Decke zu.

 

Legen Sie nun die Wärmflasche auf den feuchten Waschlappen und wickeln Sie das Handtuch so um Ihren Oberkörper, dass die Wärmflasche fest auf Ihrem Oberbauch ruht. Wenn Ihnen die Temperatur der Wärmflasche noch zu hoch ist, wickeln Sie die Wärmflasche zusätzlich in ein Baumwolltuch. Die Wärme sollte sich angenehm, aber nicht heiß anfühlen auf der Haut.

 

Idealerweise ruhen Sie in dieser Zeit 45-60 Minuten. Lassen Sie Handy und Fernseher aus. Wenn Sie möchten, können Sie Ihre Lieblingsmusik hören, einem Hörbuch lauschen, meditieren oder schlafen.

 

Der Leberwickel sollte 1 – 2 mal pro Woche durchgeführt werden

Die Empfehlung, täglich ausreichend stilles Wasser zu trinken, ist grundsätzlich für jeden Menschen bedeutsam, da Wasser mehr als zwei Drittel unseres Körpers ausmacht.

Die Leber liebt körperwarmes Wasser und Lebertees aus Mariendistel, Löwenzahnkraut und -wurzel, Gänseblümchen, Süßholzwurzel, Schafgarbe, Odermennig oder Engelwurz.

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist für die Leber eine Wohltat. Wasser ermöglicht unseren Stoffwechsel und ist Lösungs- und Transportmittel für Nährstoffe und andere Substanzen. Es führt den Zellen Nährstoffe und Salze zu und sorgt für die Ausscheidung von Stoffwechselabfällen und Giftstoffen. Eine ausreichende Trinkmenge fördert die gesunde Leber- und Nierenfunktion und hilft, überschüssige Flüssigkeit aus dem Körper auszuschwemmen.

 

 

Sport & Bewegung

Bewegung regt die Durchblutung im gesamten Organismus an und sorgt dafür, dass der Körper vermehrt eingelagertes Wasser schneller abtransportieren kann. Durch regelmäßige Bewegung wird der Stoffwechsel angeregt, Körperfett abgebaut und die Leber entlastet, da beim Sport viele Giftstoffe über Haut und Lunge ausgeleitet werden.

Empfehlenswert sind mäßige Ausdauersportarten wie Nordic Walking, Radfahren oder Schwimmen. Aber auch strammes Spazierengehen oder Wandern haben positive Auswirkungen auf den Körper. Sport und Bewegung haben einen großen Effekt auf den Abbau der Fettleber! Bewegung und Ernährung müssen bei der Therapie jedoch als Basispfeiler kombiniert werden.

 

 

Normalisierung des Körpergewichtes

Wenn die Ursache für die Fettleber in einer jahrelangen Fehlernährung und Überernährung liegt, die zu Übergewicht geführt hat, ist eine langsame (!) Gewichtsreduktion empfehlenswert. Ein zu rascher Gewichtsverlust setzt die im Fettgewebe gespeicherten Giftstoffe frei. Oft genügt bereits eine Ernährungsumstellung und tägliche Bewegung, damit sich das Gewicht normalisiert.

 

 

Stressreduktion & Alltagsrituale

Dass die Vermeidung von Stress unserer Gesundheit zugutekommt, ist wohl jedem bewusst. Die konkrete Umsetzung im Alltag stellt jedoch meist eine große Herausforderung dar.

Eine hohe Stressbelastung ist Gift für die Leber. Wenn uns „etwas über die Leber gelaufen“ ist oder „die Galle hochkommt“, sollten wir etwas an unserem Lebenswandel verändern.

Grundsätzlich gilt: Die eigene Gesundheit sollte immer oberste Priorität haben.

Auf Phasen der Aktivität sollten stets Phasen der Ruhe und Erholung folgen. Wenn dies an einigen Tagen nicht möglich ist, sollten dafür zeitnah Freiräume geschaffen werden, die für das Wohlbefinden und die Regeneration reserviert sind.

Hilfreich sind beispielsweise fest eingeplante Termine im Kalender, die der eigenen Regeneration dienen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der „Termin“ mit einem Hobby, einen ausgedehnten Spaziergang, Treffen mit Freunden oder einfach dem Nichtstun gefüllt wird.

Alles was dem eigenen Wohlbefinden dient, ist richtig.

Wichtig: Diese Wohlfühl-Termine haben die gleiche Priorität wie das Fußballtraining der Kinder, wie das Geschäftsessen mit den Kunden oder die Geburtstagsfeier der Schwägerin.

 

Ebenso empfehlenswert sind kleine Alltagsrituale, die uns am besten mehrmals täglich aus dem Hamsterrad aussteigen lassen. Beispiele hierzu sind die Viertelstunde am Nachmittag, der ausschließlich eine Tasse Tee gewidmet wird, während die Familie oder das Handy Pause haben, die Runde um den Block bei jedem Wetter oder mehrmals am Tag kurze Pausen, in denen alles liegen bleibt und wir uns ausgiebig strecken und dehnen, mehrere Male tief atmen und erst dann wieder die nächste Aufgabe unsere Aufmerksamkeit erhält.

Zur Erinnerung an die Alltags-Oasen empfiehlt es sich, den Handywecker auf feste Zeiten zu programmieren. Dadurch gilt die Ausrede nicht mehr, dass wir die Pausen vergessen

 

Entspannungsübungen

Es gibt zahlreiche Methoden die, regelmäßig praktiziert, zu einer nachhaltigen Entspannung auf körperlicher und psychischer Ebene beitragen und die Lebensqualität insgesamt erhöhen. Entspannung, innere Ausgeglichenheit und die Reduktion von Stress führen insgesamt zu mehr Wohlbefinden, verbessern den Schlaf und die Belastbarkeit.

Meditation ist leicht zu erlernen und kann in den Alltag integriert werden.

Autogenes Training verbessert mittels autosuggestiver Übungen die Fähigkeit, sich selbst besser entspannen zu können. Über bewusste Konzentration auf die Wahrnehmung des eigenen Körpers wird ein Zustand tiefer innerer Entspannung, Ruhe und Ausgeglichenheit erzeugt.

Die positiven Auswirkungen von Yoga bei verschiedenen Erkrankungen wurde vielfacht erforscht. Yoga trägt unter anderen zur Verbesserung bei Stoffwechselerkrankungen und Reduzierung von Körperfett bei. 11, 12

Yoga

Der Begriff Yoga stammt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie „Vereinigung, Integration“ als auch „Anspannen“. Der Ursprung des Yoga liegt in Indien und ist eine philosophische Lehre, die eine Vielzahl geistiger und körperlicher Übungen bzw. Praktiken, Atemübungen und Meditationstechniken umfasst. Ziel ist es Körper und Seele auf dem Weg der Selbsterkenntnis wieder in Einklang zu bringen.

Yoga hat bei uns im Westen weite Verbreitung gefunden, da das regelmäßige Praktizieren nachweislich einige positive Effekte sowohl auf die körperliche als auch auf die psychische Gesundheit hat. Es wurden Verbesserungen bei Durchblutungsstörungen, Angst und Depression, Störungen im vegetativen Nervensystem, Bluthochdruck, Asthma, Muskelschmerzen, Hormonstörungen und vielen mehr beobachtet.

Schlaf & Schlafrhythmen

Im Schlaf erholt und regeneriert sich der Körper, die Zellerneuerung läuft auf Hochtouren, der Geist kommt zur Ruhe, und wir verarbeiten die Erlebnisse des Tages. Ein chronischer Schlafmangel verursacht im Körper ähnliche Beschwerden wie langanhaltender Stress, da der Körper vermehrt Stresshormone ausschüttet. Schlafmangel begünstigt auch den oxidativen Stress in den Zellen und belastet die Leber unter anderem auch, weil die Leber sich vor allem in der Nacht entgiftet und regeneriert. Die Traditionelle Chinesische Medizin sagt, dass die Leber in der Zeit von 1 Uhr bis 3 Uhr nachts ihre aktivste Phase hat.

Förderlich für einen gesunden Schlaf ist

  • Ab dem Nachmittag keine koffeinhaltigen Getränke mehr wie Kaffee oder Colagetränke
  • leicht verdauliche Kost am Abend
  • mäßiger Sport am Abend, möglichst keine aufputschenden Workouts
  • mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen Handy, Computer und Fernseher aus – das blaue Licht stört die Melatoninbildung (Schlafhormon), besser gedimmtes Licht am Abend
  • Einschlafrituale schaffen wie ruhige Musik, eine Tasse Kräutertee, im Buch lesen
  • störende oder kreisende Gedanken aufschreiben, um den Geist zur Ruhe zu bringen – am nächsten Tag ist noch genug Zeit, um sich damit zu beschäftigen
  • Das Schlafzimmer lüften – in einem kühlen Raum von ca. 18 – 19 Grad Raumtemperatur schläft man besser

 

Positive Lebenseinstellung

Forscher haben festgestellt, dass sich eine positive Lebenseinstellung in vielfacher Hinsicht positiv auf die Gesundheit auswirkt, unsere Gedanken Vorgänge in unserem Körper beeinflusst und das Immunsystem stärkt.13

Eine positive Haltung dem Leben gegenüber verändert nicht augenblicklich unsere Umstände und Beschwerden. Wer jedoch durch den Tag geht und seinen Blick auf all die vielen Momente richtet, die Schönes mit sich bringen, auf die netten Begegnungen, die guten Gespräche oder auf den freien Parkplatz vor dem Geschäft, verändert mit der Zeit seine Perspektive und nimmt immer mehr von dem wahr, was uns dankbar sein lässt.

Um zu lernen, die eigene Wahrnehmung auf all das Gute zu richten, das uns trotz allem Unwohlsein, trotz aller Widrigkeiten und Sorgen jeden Tag widerfährt, ist es hilfreich, ein Dankbarkeitstagebuch zu führen. Das Schreiben lenkt unsere Aufmerksamkeit auf das, wofür wir dankbar sind. Widmen wir uns dem Tagebuch am Abend vor dem Schlafengehen, ist es zugleich ein schönes Ritual, das uns den Tag mit positiven Gefühlen beschließen lässt und unsere Gedanken zur Ruhe bringt.

 

Konventionelle Therapie

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Konventionelle Therapie in der Übersicht

  • Grundsätzlich muss bei jeder Lebererkrankung die Verordnung von Medikamenten aufgrund anderer Erkrankungen überdacht und angepasst werden.
  • Bei Diabetes muss der Blutzuckerspiegel optimal eingestellt werden. Auch erhöhte Blutfettwerte müssen gesenkt werden.
  • Eine Ernährungsumstellung, kontrollierte Gewichtsreduktion, Alkoholabstinenz und Meidung sonstiger leberschädigender Substanzen ist Grundlage jeder Lebererkrankung.
  • Fettleber und Leberzirrhose können nicht medikamentös behandelt werden. Die Therapie besteht in der Vermeidung leberschädigenden Verhaltens und der Reduzierung nicht notwendiger Medikamente.
  • Komplikationen, die mit einer fortgeschrittenen Leberzirrhose einhergehen, müssen zumeist stationär behandelt werden.
  • Leberzysten werden operativ entfernt, wenn sie parasitären Ursprungs sind oder aufgrund ihrer Größe bzw. Lage Beschwerden anderer Organe verursachen.
  • Leberentzündungen werden entsprechend ihrer Grunderkrankung behandelt. Impfungen werden zu Hepatitis A und B angeboten.
  • Die Lebertransplantation ist stets die letzte Möglichkeit, um das Leben des Patienten zu retten.

 

Behandlung von Lebererkrankungen

Im Falle einer Fettleber gibt es keine medikamentöse Therapie. Die Behandlung besteht in Alkoholabstinenz, einer Umstellung der Ernährung auf eine mikronährstoff- und ballaststoffreiche Ernährung. Ist Übergewicht an der Entstehung der Fettleber mitverantwortlich, wird eine ärztlich kontrollierte Gewichtsabnahme mit viel Bewegung angeordnet.

 

Leberzysten werden nur behandelt, wenn sie aufgrund ihrer Größe oder ihrer Lage zu Beschwerden oder Funktionseinschränkungen meist anderer Organe führen (z. B. Magen, Darm oder Bauchspeicheldrüse). Sie werden dann ebenso wie Zysten, die von Parasiten verursacht wurden, operativ entfernt. Bei flüssigkeitsgefüllten Zysten kann eine Operation meist vermieden werden, da alternativ die Möglichkeit der Punktion gegeben ist. Hierbei wird eine Hohlnadel in die Zyste eingeführt und die Flüssigkeit abgesaugt.

 

Bei einer (beginnenden) Leberzirrhose kann ebenso keine ursächliche Therapie durchgeführt werden. Um ein Fortschreiten zu verhindern müssen alle schädigenden Substanzen sowie Ernährungs- und Lebensgewohnheiten vermieden werden. Medikamente müssen niedriger dosiert werden, da die Leber nur noch einen Teil der Wirkstoffe entgiftet und es rasch zu einer unerwünschten Überdosierung kommen kann. Es sollten zudem nur Medikamente eingenommen werden, die medizinisch lebensnotwendig sind.

Beschwerden durch Mikronährstoffmangel werden durch Substitution der fehlenden Nährstoffe therapiert.

Wenn es im fortgeschrittenen Stadium der Leberzirrhose bereits zu erheblichen Beschwerden gekommen ist, ist ein stationärer Aufenthalt meist unvermeidbar, da es zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen kann.

Zur Verhinderung oder Therapie einer hepatischen Enzephalopathie (Gehirnentzündung aufgrund Vergiftung des Organismus) wird häufig eine Darmsterilisation durchgeführt, um die ammoniakproduzierenden Bakterien in der Darmflora zu reduzieren.

Bei schweren Ödemen oder Aszites (Bauchwassersucht) werden Entlastungspunktionen im Bauchraum durchgeführt, um die angesammelte Flüssigkeit auszuleiten.

Droht die Gefahr einer Varizenblutung werden Beta-Blocker oder andere Arzneimittel zur Blutdruckentlastung verordnet.

Bei schwerer Leberzirrhose bleibt als letzte Möglichkeit nur eine Lebertransplantation, um das Leben der Patienten zu retten.

 

Leberentzündungen (Hepatitis) werden der zugrundeliegenden Ursache entsprechend behandelt. Auslöser können Giftstoffe und Medikamente, Fehlernährung, Alkohol, Viren oder eine vorausgehende Fettleber sein.

Bei Viren reicht das Behandlungsspektrum von antiviralen Arzneimitteln (z. B. Interferone) bis hin zu Immunsuppressiva. In schwersten Fällen bleibt auch hier nur eine Lebertransplantation die letzte Möglichkeit.

 

Wechsel oder Reduktion von Medikamenten

Oftmals sind Medikamente Verursacher von der Entstehung von Leberkrankheiten. Wenn die Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen für Störungen oder Leberschädigungen verantwortlich sind, sucht der Arzt nach Alternativen. Idealerweise können bestimmte Medikamente, die medizinisch nicht unbedingt notwendig sind, reduziert oder ganz weggelassen werden.

Hinweis: Bitte wechseln, ersetzen oder setzen Sie keine Medikamente in Eigenregie ab, ohne sich mit Ihrem Arzt zu beraten.

Optimale Einstellung des Blutzuckers und Senkung der Blutfettwerte

Wenn zusätzlich zu der Lebererkrankung ein Diabetes besteht, müssen die Blutzuckerwerte medikamentös eingestellt werden, um die Leber damit zu entlasten.

Eine Störung im Zuckerstoffwechsel erhöht zugleich auch die Blutfettwerte, da der überschüssige Zucker nicht als Glykogen gespeichert werden kann, sondern in Speicherfett umgewandelt wird, wodurch es zu einer Verfettung der Leberzellen kommen kann.

Zusätzlich wird der Arzt eine entsprechende Ernährung empfehlen, die den Blutzucker- sowie den Blutfettspiegel in Grenzen hält.

 

Medikamente sind Mikronährstoffräuber

Eine medikamentöse Therapie  über einen längeren Zeitraum ist mit zahlreichen Nebenwirkungen verbunden. Häufige Nebenwirkungen sind: Übelkeit und Erbrechen, Durchfälle, Juckreiz, Blutbildungsstörungen, Spermienrückgang, außerdem Entzündungen von Lunge, Bauchspeicheldrüse oder Niere. Die Einnahme der Medikamente beeinflusst zudem die Aufnahme und Verwertung von Mikronährstoffen negativ, was das Risiko für Neben- und Wechselwirkungen deutlich erhöht. Daher ist es besonders wichtig, während einer medikamentösen Therapie darauf zu achten, den Körper optimal mit allen wichtigen Mikronährstoffen zu versorgen. Dabei haben sich hochwertige Mikronährstoffkonzentrate aus natürlichem Ursprung bewährt.

Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

Ganzheitliche Therapie

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Ganzheitliche Therapie in der Übersicht

  • Die ganzheitliche Therapie bei Lebererkrankungen besteht vor allem in der Entlastung und Schonung der Leber, die Unterstützung der Entgiftungsfunktion durch die Ausleitung der schädlichen Substanzen über Niere, Haut, Darm und Lunge.
  • Bitterstoffe sind aus unserer Ernährung fast völlig verschwunden. Sie regen die Lebersekretion und schützen aufgrund der in ihnen enthaltenen sekundären Pflanzenstoffen die Leberzellen.
  • Fasten entlastet die Leber, da sie keine Verdauungsarbeit leisten muss und die viele Flüssigkeit das Ausleiten der Giftstoffe erleichtert.
  • Heilpflanzen: Leberstärkende und entgiftungsfördernde Kräuter wie Mariendistel, Schöllkraut, Artischocke, Löwenzahn, Tausendgüldenkraut oder grüner Tee schützen die Leberzellen, fördern die Ausleitung von Schadstoffen und die Entfettung des Lebergewebes.
  • Eine Darmsanierung unterstützt den Aufbau einer gesunden Darmflora, wodurch die Verdauung und Aufspaltung der Nahrung verbessert wird und weniger Fäulnis- und Gärprozesse stattfinden, die die Leber belasten.
  • Die Entsäuerung des Organismus entlastet alle Ausscheidungsorgane, löst eingelagerte Säuren und Giftstoffe aus dem Bindegewebe und verbessert damit den gesamten Stoffwechsel.
  • Trockenes Schröpfen kann über die Reflexzonen der Haut die Lebertätigkeit stimulieren, die Durchblutung fördern und die Regeneration der Leber anregen.

Um Erkrankungen der Leber vorzubeugen, sollte jegliches leberschädigendes Verhalten vermieden werden. Mit einem konsequenten Verzicht auf Alkohol, die Reduzierung von fett- und kohlenhydratreichem Essen sowie die Vermeidung von synthetischen Kosmetika und Zusatzstoffen in Nahrungsmitteln entlasten wir die Leber deutlich.

Eine Ernährungsumstellung, um den Abbau von Schadstoffen in der Leber zu erleichtern, ist ebenso Grundlage der Prävention wie auch der Therapie von Lebererkrankungen.

Die naturheilkundlichen Therapien bei Lebererkrankungen umfassen verschiedene Maßnahmen, die die Leber entlasten, ihre Regeneration fördern und die Ausscheidung von Giftstoffen und Stoffwechselprodukten erleichtern. Während der „Leberentgiftung“ ist ein Leberwickel ratsam, der mindestens einmal wöchentlich, idealerweise auch öfter durchgeführt werden kann.

Wenn Sie bereits an einer Lebererkrankung leiden, besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker, was Sie bei einer leberentgiftenden Maßnahme in Ihrem Fall zusätzlich beachten sollen. Bei der Entgiftung werden Schadstoffe freigesetzt, die den Organismus überschwemmen und zu unangenehmen Begleiterscheinungen oder Beschwerden führen können, insbesondere wenn die Leber bereits geschwächt ist. Insbesondere Schwermetalle können zu Vergiftungserscheinungen führen, wenn diese zu rasch ausgeleitet werden.

 

Um die Leber zu entgiften und ihre Leistungsfähigkeit zu steigern sind folgende Maßnahmen empfehlenswert.

 

Bitterstoffe

Bitterstoffe kommen in unserer modernen Ernährung kaum noch vor. Zum einen meiden wir sie aufgrund ihres für uns ungewohnten Geschmacks, zum anderen wurden sie aus vielen Gemüsesorten weggezüchtet. Bitterstoffe stimulieren jedoch die Sekretionsdrüsen der Leber, verstärken die Ausschüttung von Verdauungsenzymen, wodurch der Nahrungsbrei besser aufgespaltet und die Verarbeitung der Nährstoffe erleichtert wird.

Darüber hinaus können sie zum Schutz und zur Regeneration der Leberzellen beitragen.

Bitterstoffe finden sich vor allem in Wildkräutern wie Löwenzahn, Tausendgüldenkraut, Wermut oder Schafgarbe. Aber auch Radicchio, Mangold, Rucola oder grüner Tee enthalten – in Bioqualität – noch viele Bitterstoffe.

 

Fasten

Fasten kann den Stoffwechsel der Leber verbessern und so einer Fettleber vorbeugen. Es gibt viele verschiedene Arten von Fastenkuren, beispielsweise Saftfasten, Intervallfasten, Basenfasten oder Heilfasten.

Wer bereits an einer Lebererkrankung leidet, sollte das Fasten langsam angehen lassen und beim ersten Mal das Fasten von einem Therapeuten begleiten lassen, da der Organismus mit Schadstoffen überschwemmt und die Leber überlastet werden kann.

Als jahrtausendealte Tradition dient das Heilfasten dazu, den Körper von Giftstoffen zu befreien und die Selbstheilungskräfte anzuregen. Diese Fastenform geht auf den Arzt Otto Buchinger (1878-1966) zurück und stellt eine Methode der Gesundheitsprävention und Leberentgiftung dar. Dabei ist dem Start und dem Ende der Fastenkur besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Eine Fastenkur beginnt immer mit sogenannten Entlastungstagen. In diesen Tagen wird die Energiezufuhr auf ca. 1000 kcal/Tag reduziert und der Körper sanft auf den bevorstehenden Verzicht vorbereitet. Auf Genussmittel wie Alkohol, Nikotin oder Koffein wird ebenfalls ab diesem Tag verzichtet.

Zu Beginn des Fastens erfolgt zur Darmreinigung ein rektaler Einlauf oder die Aufnahme von 1 Liter Wasser mit 30 – 40 g Bittersalz innerhalb von 20 Minuten. Nach 30 Minuten wird erneut 0,5 – 1 Liter Wasser aufgenommen. In den nächsten Stunden erfolgt eine (mehrmalige) durchfallartige Darmentleerung. Während der darauffolgenden Fastentage liegt die maximale Energiezufuhr bei etwa 250-500 kcal/Tag.

Täglich auf dem Speiseplan stehen sollten:

  • 250 ml Gemüsebrühe
  • 250 ml (verdünnte) Obst- oder Gemüsesäfte
  • etwas Honig
  • Mindestens 2,5 Liter Flüssigkeit durch Wasser oder Kräutertee

Die ausreichende Aufnahme von lauwarmem Wasser ist entscheidend für den Reinigungsprozess. Aus den Obst- und Gemüsesäften soll der Körper bei der geringen Nahrungsaufnahme von den wichtigen Mikronährstoffen profitieren

Die optimale Fastendauer liegt bei 2 – 4 Wochen, aber auch kürzere Fastenzeiten (z. B. 7 Tage) können nicht nur auf medizinischer, sondern auch auf psychosozialer Ebene wirken. Am Ende der Fastenphase steht das „Fastenbrechen“. Hier sollten 3 Tage zur Normalisierung des Essverhaltens eingeplant werden.

Leberentgiftende Heilkräuter & leberreinigende Tees

 

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Darmsanierung 

Eine Darmsanierung kann das Mikrobiom wieder in die Balance bringen. Die Darmsanierung besteht aus einer Darmreinigung und dem Wiederaufbau der Darmflora. Durch die Sanierung der Darmflora wird die Darmbarriere gestärkt und ihre Schutzfunktionen reaktiviert sowie das Immunsystem mobilisiert. Außerdem ist eine gesunde Darmflora wichtig für die optimale Aufspaltung und Verwertung der Nährstoffe. Die Ansiedlung schädlicher Keime im Darm führt zu einer ungenügenden Verdauung und damit zu Gärung bzw. Fäulnis der Nahrungsbestandteile. Die dabei entstehenden Giftstoffe und Fuselalkohole belasten und schädigen die Leber.

Entscheidend für einen erfolgreichen Aufbau der Darmflora ist die Qualität der verwendeten Bakterienstämme, deren Vermehrung im Darm und die Resistenz gegen die Magensäure sowie den Gallensaft. Eine gezielte Zufuhr von Probiotika (Darmbakterien) wirkt sich positiv auf das Darmmilieu aus.

Besprechen Sie mit Ihrem Therapeuten nach einer Stuhlanalyse, welche Probiotika in Ihrem Fall substituiert werden sollten.

 

Achten Sie zudem darauf, probiotische Lebensmittel in Ihren Speiseplan aufzunehmen. Die Milchsäurebakterien im Darm können sich leichter vermehren, aber auch die Ansiedelung von Laktobazillen bei einer gestörten Darmflora wird erleichtert.

Beispiele für probiotische (meist fermentierte) Lebensmittel sind:

  • Sauerkraut und Sauerkrautsaft
  • Brottrunk
  • Sauerteig
  • Kefir
  • Kombucha
  • Kimchi
  • Fermentiertes Gemüse (Karotten, Gurken, Zucchini etc.)

Achten Sie darauf, dass diese Lebensmittel frisch und nicht konserviert sind. Die Konservierung zerstört den größten Teil der Milchsäurebakterien. Fermentiertes Gemüse, Kefir oder Kombucha lässt sich jedoch auch leicht zuhause herstellen.

 

 

 

Entsäuerung

Unser Körper verstoffwechselt alles, was wir essen und trinken, je nach Zusammensetzung der Lebensmittel zu Säuren oder Basen. Für die Gesundheit wichtig ist eine basenüberschüssige Ernährung.

Unsere westlichen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten führen jedoch zu einem Säureüberschuss im Körper. Mittelfristig zeigt sich das in funktionellen Störungen des Organismus, die man zum Beispiel an andauernder Erschöpfung und Abgeschlagenheit, Karies, Haut- und Verdauungsproblemen oder Haarausfall erkennen kann. Langfristig führt Übersäuerung zu zahlreichen Erkrankungen, allen voran Stoffwechselkrankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose.

Ursachen für einen übersäuerten Organismus sind:

 

  • Ernährungsgewohnheiten, die viele Säurebildner enthalten wie Fleisch, Wurst-, und Milchprodukte, Auszugsmehl, Zucker, Süßigkeiten, alle industriell gefertigten Nahrungsmittel, Alkohol und Kaffee
  • Medikamente
  • wenig Bewegung
  • fehlende Erholungszeiten
  • psychische Belastung, Sorgen und Konflikte, Stress
  • Sauerstoffmangel durch flache Atmung und wenig frische Luft

 

Die Entgiftungsorgane wie Leber, Niere, Lunge, Darm und Haut können einen großen Teil der Säuren, die im Stoffwechselprozess entstehen, abpuffern und ausleiten. Zur Pufferung braucht der Körper Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium und Zink, die bei einer ungünstigen Ernährung aus den körpereigenen Mineralstoffspeichern wie dem Haarboden, den Zähnen und den Knochen gelöst wird. Auch über die Lunge wird eine beträchtliche Menge an Säuren abgeatmet sowie über die Nieren durch ausreichend Trinken von Wasser ausgeschieden. Wird dem Körper jedoch über einen langen Zeitraum ein Säureüberschuss zugemutet, führt das zu einer Überlastung. Das Zuviel an Säuren kann nicht mehr ausgeschieden werden, sondern wird in Gelenken, Muskeln und im Bindegewebe eingelagert.

Um das Säure-Basen-Gleichgewicht wiederherzustellen, gibt es einige Grundsätze, die zu festen Lebensgewohnheiten werden sollten:

 

  • basenüberschüssige, mikronährstoffreiche Ernährung mit viel Rohkost oder schonend gedünstetem Gemüse, Zitrusfrüchten, Kartoffeln, Mandeln, Samen, Hirse, Quinoa, Amaranth, Buchweizen, frischen Kräutern und Gewürzen
  • Sport und Bewegung, die zu einer vermehrten Atmung und damit Säureausscheidung über die Lungen führt; außerdem baut Sport Stresshormone ab, die wiederum die Säureproduktion im Organismus anregen
  • basische Körperpflege wie Bäder oder tägliche Körperwaschungen mit Wasser, dem Basensalz hinzugefügt wurde
  • Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation, Qi Gong etc., die ebenfalls Stresshormone reduzieren
  • trinken von Wasser oder Kräutertees, um Säuren über die Nieren auszuscheiden
  • ausreichend Schlaf und Ruhezeiten

 

 

Trockenes Schröpfen

Am Rücken gibt es verschiedene Reflexzonen, die mit den einzelnen Organen in Verbindung stehen. Erfahrene Therapeuten erkennen an Haut- und Temperaturveränderungen sowie Verhärtungen oder Aufquellungen, bei welchen Organen Fehlfunktionen oder eine Mangelversorgung vorliegen können. Das gezielte Aufsetzen von Schröpfgläsern auf diese Zonen oder die Durchführung von Schröpfmassagen löst reflektorische Reize auf das zugehörige Organ aus, was zu einer Verbesserung der Durchblutung, der Nährstoffversorgung und Anregung der Organfunktionen führt.

Bei Lebererkrankungen hat sich sowohl das Schröpfen der Leber-Galle-Zone, des Darms und der Nieren bewährt. Auch eine Schröpfkopfmassage, die gleichmäßig alle Reflexzonen am Rücken stimuliert und anregt kann sich positiv auf die Beschwerden auswirken. 20

 

 

 

 

Checkliste

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei Lebererkrankungen

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich und Ihre Angehörigen so gut wie möglich über Ihre Erkrankung
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patienten und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf Ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei Lebererkrankungen stehen viele Mikronährstoffe im Fokus – eine Breitbandversorgung ist daher unerlässlich. Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.
  • Eine kohlehydratarme, mikronährstoffreiche Kost ist Basis bei Lebererkrankungen. Achten Sie auf hochwertige Proteinquellen wie (fetten) Meeresfisch, Hülsenfrüchte, Samen und Nüsse und reichern Sie Ihre Mahlzeiten mit hochwertigen Ölen an. Dazu zählen Leinöl, Weizenkeimöl, Hanföl oder Walnussöl.
  • Alkoholverzicht, regelmäßige Bewegung, Entspannungstechniken und eine positive Lebenseinstellung tragen nicht nur zum allgemeinen Wohlbefinden bei, sondern sind Grundpfeiler jeder Lebertherapie.
  • Leberwellness in Form von feucht-heißen Wickeln, Entgiftungstagen oder Heilfasten tut der Leber gut, unterstützt den Regenerationsprozess und wirkt dem Fortschreiten von Lebererkrankungen entgegen.
  • Darmsanierung: Eine gesunde Darmflora ist eine wichtige Voraussetzung für einen optimal funktionierenden Organismus. Mit probiotischen Lebensmitteln, allen voran fermentierten Gemüsen und Getränken wie Kombucha oder Kefir, schaffen Sie ideale Voraussetzung für die Besiedelung des Darms mit den lebenswichtigen Milchsäurebakterien.
  • Heilpflanzen wie Grüner Tee, Schafgarbe, Ingwer, Mariendistel, Schöllkraut, Löwenzahn oder Artischocke enthalten wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe und Bitterstoffe, die die Sekretion der Verdauungssäfte anregen und die Entgiftungsleistung der Leber verbessern. Zudem wirken viele der Heilkräuter antibiotisch und entzündungshemmend, wodurch die Leber entlastet wird.

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