Masern: Ursachen, Ernährung und ganzheitliche Therapie

Als Masern oder Morbilli bezeichnet man eine hochansteckende Virusinfektion, die längst keine reine Kinderkrankheit mehr ist, denn zunehmend erkranken auch Jugendliche und Erwachsene. Die Übertragung des Masernvirus erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfchen- oder Kontaktinfektion. Typisch ist der zweiphasige Verlauf mit dem charakteristischen Hautausschlag (Exanthem). In der Regel heilt die Krankheit folgenlos aus, es können jedoch Komplikationen auftreten, die in seltenen Fällen schwerwiegend sein können. In Deutschland gibt es neben einer generellen Impfempfehlung auch eine Impfpflicht für bestimmte Personengruppen und es besteht eine Meldepflicht.
In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Masernerkrankung und wie Sie neben der konventionellen Therapie den Krankheitsverlauf mit naturheilkundlichen Methoden, Ernährung und Mikronährstoffen unterstützen und Ihr Immunsystem stärken können.

Kind wird von einem Arzt abgehorcht

Bianca Bonacci Heilpraktikerin, Fachrichtung Nutritive Medizin und Orthomolekulare Medizin

Experte/Expertin:

Bianca Bonacci

Heilpraktikerin, Fachrichtung Nutritive Medizin und Orthomolekulare Medizin

Letzte Aktualisierung: 15. Juli 2021

Das-Wichtigste-in-Kürze

Fakten in der Übersicht

  • Masern – was ist das? Masern sind eine hochansteckende, weltweit verbreitete Virusinfektion, die meist im Kindesalter auftritt, wobei zunehmend auch Jugendliche und Erwachsene daran erkranken. Die Ansteckung durch das Masernvirus erfolgt über Tröpfcheninfektion oder durch direkten Kontakt mit den Sekreten aus Nase, Rachen und Mund von Infizierten.
  • Ursachen & Risikofaktoren: Das Risiko für Komplikationen steigt mit dem Erwachsenenalter, aber auch Säuglinge und Kleinkinder sind besonders gefährdet sowie Personen, die ein geschwächtes Immunsystem haben. Bedingt durch die schlechte Versorgungslage und häufig auftretenden Vitamin-A-Mangel stellen Masern in Entwicklungsländern eine große Bedrohung dar.1
  • Symptome: Masern verlaufen in zwei Krankheitsphasen, in denen jeweils Fieberschübe auftreten. Die Krankheit beginnt mit grippeähnlichen Symptomen. Im anschließenden Hauptstadium kommt es zum typischen Hautausschlag (Exanthem).
  • Diagnose und Tests:  Die Diagnose erfolgt meist klinisch anhand der Symptome. Zur sicheren Unterscheidung von weiteren Krankheiten, bei denen sich ähnliche Hauterscheinungen ausbilden wie Röteln oder Scharlach, können Laboruntersuchungen durchgeführt werden.
  • Masernimpfung & Impfpflicht: Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt zwei Impfungen für Kleinkinder. Seit dem 1. März 2020 trat die Masern-Impfpflicht in Deutschland in Kraft, die für bestimmte Personengruppen gilt.
  • Prognose und Verlauf: In den meisten Fällen heilen Masern problemlos aus. Bei Kindern unter fünf Jahren, Erwachsenen und immungeschwächten Personen kann es zu Komplikationen kommen, die teilweise sehr schwer sind und in seltenen Fällen zum Tod führen können.
  • Empfohlene Ernährung: Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist. Der Verzehr probiotischer, fermentierter Lebensmittel unterstützt die Darmgesundheit. Einen hohen Anteil sollten außerdem antibiotisch und antiviral wirksame Lebensmittel haben, denn sie wirken präventiv und unterstützen den Genesungsprozess. Ausreichend viel trinken, am besten Wasser, Kräutertees sowie Beerensäfte zur Vitaminversorgung.
  • Therapie und Prävention: 
    • Mikronährstoffe: Antioxidativ wirkende Mikronährstoffe wie die Vitamine A, C und E sowie Zink und Selen, aber auch sekundäre Pflanzenstoffe und Omega-3-Fettsäuren.
    • Lebensstil: Viel Bewegung im Alltag und moderater Ausdauersport, Verzicht auf Fertignahrungsmittel und Genussgifte, eine ausgewogene mikronährstoffreiche Ernährung, Maßnahmen zur Stressreduktion sowie mehr Ausgeglichenheit und Lachen stärken das Immunsystem nachweislich.
    • Konventionelle Therapie: Eine spezifische Therapie gegen eine Maserninfektion gibt es nicht, der Heilungsprozess kann jedoch gelindert werden. Bei Bedarf können fiebersenkende Mittel oder Hustenlöser verordnet werden. Treten Komplikationen auf, sind eventuell Antibiotika oder ein stationärer Krankenhausaufenthalt notwendig.
    • Ganzheitliche Therapie: Phytotherapie, Ayurveda-Medizin, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Homöopathie, Schüßler-Salze, Gemmotherapie, Wickel, Hochdosis-Vitaminbehandlungen
  • Checkliste und Empfehlungen bei Masern: Das können Sie selbst tun

Was sind Masern?

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Masern in der Übersicht

  • Masern sind weltweit verbreitet und gehören zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten.
  • Der Erreger ist ein humanpathogenes RNA-Virus, welches als genetisch sehr stabil gilt.
  • Das Masernvirus wird von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion übertragen.
  • Das Masernvirus führt bereits zu einer Infektion, wenn man dem Virus nur kurz ausgesetzt war (Kontagionsindex nahe 100 %), und löst bei über 95 % der ungeschützten Infizierten Symptome aus.
  • Die Masernerkrankung ist charakterisiert durch einen zweiphasigen Verlauf mit einem grippeartigen Prodromalstadium und einem folgenden Exanthemstadium mit dem typischen Hautausschlag.
  • Bereits bis zu fünf Tage vor Auftreten des Hautausschlags und bis zum Abklingen der Hautsymptome sind Erkrankte ansteckend.
  • Eine Masernerkrankung heilt in der Regel folgenlos aus.
  • Nach überstandener Erkrankung bleibt eine Immunschwäche für einen gewissen Zeitraum bestehen.
  • Es kann zu Komplikationen kommen, die in seltenen Fällen auch tödlich verlaufen können.
  • In Regionen mit geringen Masern-Impfraten und schlechter Versorgung können gehäuft Masernausbrüche auftreten.
  • Global gesehen stellen Masern eine häufige Todesursache für Kinder dar.
  • Wer einmal an Masern erkrankt ist, entwickelt in der Regel eine lebenslange Immunität, die ihn vor einer erneuten Masernerkrankung schützt.
  • Der Anteil der Erkrankten über 20 Jahre steigt seit einigen Jahren und die Fallzahlen bei Kindern unter einem Jahr sind im Vergleich zu anderen Altersgruppen hoch.
  • Die Masernerkrankung unterliegt der Meldepflicht und muss bei Verdacht, Erkrankung oder Tod durch einen Arzt dem Gesundheitsamt angezeigt werden.

Vorkommen und Auftreten

Das Masernvirus

Erreger der Masern ist das humanpathogene RNA-Virus, das zur Gattung der Morbilliviren aus der Familie Paramyxoviridae gehört. Das RNA-Virus ist genetisch sehr stabil und bisher ist nur ein einziger Serotyp bekannt. Es gibt also keine Varianten. Der infizierte Mensch ist zudem das einzige Reservoir des Erregers. Kommt man in Kontakt mit dem Virus, ist es fast unmöglich, sich nicht anzustecken, wenn man nicht immun ist. Der sogenannte Kontagionsindex beträgt für Masern nahezu 100 %. Die Übertragung erfolgt durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen, die Erkrankte beim Sprechen, Husten, Niesen ausscheiden, auch über größere Entfernungen (sog. fliegende Infektion) sowie durch Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase, Mund und Rachen der Erkrankten.

 

Häufigkeit von Masernerkrankungen in der Vergangenheit

Laut Robert Koch-Institut (RKI) traten Anfang der 1960er Jahre alle zwei bis drei Jahre Masernepidemien auf, bei denen jährlich geschätzt zwei bis drei Millionen Menschen starben. Insbesondere Kinder haben global gesehen ein hohes Risiko, an einer Maserninfektion zu versterben. Laut WHO sind im Jahr 2019 mehr als 207.000 Menschen an Masern gestorben, von denen die meisten Kinder unter fünf Jahren waren.

 

Aktuelle Lage in Deutschland

Im Jahr 2020 wurden 76 Masernfälle an das RKI übermittelt, 2019 lag die Zahl der Fälle bei 515 und 2015 wurden 2442 gemeldet. Rund 28 % der Personen, die 2020 erkrankten, wurden in ein Krankenhaus eingeliefert, wobei besonders Kinder zwischen einem und vier Jahren und Erwachsene im Alter zwischen 20 und 59 Jahren darunter waren. Laut RKI haben die Hygienemaßnahmen gegen das Coronavirus dazu beigetragen, dass auch andere Infektionskrankheiten seltener auftraten, was sich insbesondere bei der Anzahl der aufgetretenen Masernfälle zeigt, wo ein Rückgang um 85 % verzeichnet wurde.

 

Masern in der Schwangerschaft

Erkrankt die Mutter während der Schwangerschaft an Masern, kann dies eine große Gefahr für das Ungeborene darstellen, da die Masernviren über die Plazenta das Kind infizieren können. Zudem kommt es bei etwa jeder vierten Schwangeren, die an Masern erkrankt, zu vorzeitigen Wehen, die zu einer Fehl- oder Frühgeburt führen können. Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) gibt an, dass bis zu 25 % der Babys, deren Mütter in der Schwangerschaft an Masern erkrankt sind, zu früh zur Welt kommen.

 

Masern bei Neugeborenen und Säuglingen

Neugeborene tragen die Masern-Antikörper der Mutter noch in sich, sodass eine Infektion in diesem Alter meist mild verläuft. In der Phase, wo die Antikörper der Mutter (Nestschutz) vollständig abgebaut sind, was nach etwa vier bis neun Monaten der Fall ist, bis zum frühestmöglichen Impfzeitpunkt mit 11 Monaten, ist das Kind weniger gut geschützt und sollte keinen Kontakt zu Infizierten haben.
Hat keine Antikörper-Übertragung stattgefunden, weil die Mutter nicht immun gegen Masern war, steigt die Gefahr für Neugeborene und Säuglinge jedoch, da sie noch zu jung für eine Impfung sind. Das unreife Immunsystem der Säuglinge hat einer Maserninfektion noch nichts entgegenzusetzen, sodass sie einen schweren Krankheitsverlauf mit Lungenentzündung und hohem Fieber erleiden können. Außerdem ist für diese Altersgruppe die Gefahr, eine subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) zu entwickeln besonders hoch.

 

Masern bei Kindern

Insbesondere Kinder unter fünf Jahren haben ein erhöhtes Risiko, an Masern zu erkranken. Laut RKI treten rund 20 % der Fälle, die pro Jahr übermittelt werden, bei Kindern zwischen zwei und neun Jahren auf.

 

Ausflug in die Wissenschaft

Gibt es einen generationenübergreifenden Abwehrmechanismus gegen Infektionskrankheiten?

Forscher vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock gingen der Frage nach, ob Kinder, die während einer Epidemie gezeugt wurden, später auch widerstandsfähiger gegen andere Krankheitserreger sind. Untersucht wurden Kinder, die während der Masernepidemie in Kanada 1714/15 gezeugt wurden und deren Sterberate in der 15 Jahre später auftretenden Pockenepidemie. Es stellte sich heraus, dass diese Kinder, deutlich seltener am Ausbruch der Pocken 15 Jahre später starben, als Kinder, die vor oder nach der Masernepidemie gezeugt wurden. Forscher nennen einen solchen Weitergabe-Mechanismus zwischen Eltern und Kind, der weder rein genetisch noch auf einzelne Erreger beschränkt ist, „funktionalen trans-generationalen Effekt“. Da die Kinder gegen eine völlige andere Krankheit, nämlich die Pocken, mehr Widerstand leisten konnten, schien die Abwehr generell besser zu funktionieren. Allerdings lag die Sterblichkeit der Kinder, die während der Masernepidemie gezeugt wurden, in den Jahren zwischen den Epidemien dreimal höher als bei älteren und jüngeren Geschwistern. Die Forscher vermuteten, dass das Abwehrsystem auf eine Umgebung mit hoher Erregerbelastung optimiert war. Vermutlich sind epigenetische Veränderungen ein Grund dafür, dass viele Ressourcen in das Immunsystem der Kinder investiert wurden und dadurch andere Entwicklungsprozesse eventuell vernachlässigt wurden.2

Masern bei Menschen mit schwachem Immunsystem

Bei Menschen, die immunsupprimierende Medikamente einnehmen, an einer anderen immunsystemschwächenden Erkrankung oder einem angeborenen Defekt leiden, steigt die Gefahr schwerer Organkomplikationen wie einer fortschreitenden Form von Lungenentzündung (Riesenzellpneumonie) oder einer Masern-Einschlusskörper-Enzephalitis (MIBE), die bei etwa drei von zehn Patienten zum Tod führen kann.

 

Masern bei Menschen, die nach 1970 geboren wurden

Personen, die nach 1970 geboren wurden, wird eine Impfung empfohlen, wenn sie bisher nicht geimpft wurden, als Kind nur eine Impfung erhalten haben oder wenn unklar ist, ob sie schon geimpft wurden. Die Impfung wurde 1970 in Deutschland eingeführt. Für Personen, die vor 1970 geboren wurden, wird angenommen, dass sie bereits mit Masern in Kontakt gekommen und daher immun sind. Da die Immunität für Personen, die nach 1970 geboren wurden, erheblich niedriger liegt und da anfangs nur eine Impfung empfohlen wurde, rät die Ständige Impfkommission dieser Altersgruppe zu einer Masernimpfung. Für die Jahrgänge 1970 bis 1993 wurde in einer Studie ermittelt, dass rund 15 % keine ausreichende Immunität gegen Masern aufwiesen.3

 

Ausrottung der Masern und Herdenimmunität

Es wird angenommen, dass trotz insgesamt steigender Impfraten in manchen Regionen die Anzahl ungeschützter Personen ansteigt, weil die Impfungen nicht konsequent verabreicht worden sind oder sich bei Geimpften kein ausreichend hoher Impfschutz aufgebaut hat. Die WHO hatte sich eigentlich das Ziel gesetzt, die Masern bis 2020 auszurotten, was nicht gelungen ist. Eine Herdenimmunität wird angenommen, wenn 95 % der Bevölkerung eine Immunität gegen Masern aufweisen und sich dadurch der Gemeinschaftsschutz aufbaut.  Allerdings zeigen Studien, dass auch hohe Impfquoten von über 95 % trotzdem keine Herdenimmunität garantieren.4,5
Wichtig zu wissen ist, dass  nur eine Masernerkrankung in der Regel lebenslange Immunität hinterlässt.

 

Meldepflicht für Masern

Im Jahr 2001 wurde in Deutschland die Meldepflicht für akute Masernerkrankungen eingeführt. Der Verdacht, die tatsächliche Erkrankung und auch der Tod an Masern müssen namentlich vom Arzt an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden. Besteht der Verdacht einer Masernerkrankung oder wurde eine Infektion nachgewiesen, müssen sich Betroffene und auch Mitarbeiter von Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, KiTas usw. fernhalten. Trotz Einführung der Meldepflicht wird vermutet, dass die Dunkelziffer wesentlich höher liegt, da nicht alle Erkrankungen als solche erkannt und nicht jede Infektion gemeldet wird.

 

Ursachen und Risikofaktoren

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Ursachen und Risikofaktoren in der Übersicht

  • Die Inkubationszeit beträgt sieben, selten 21 Tage.
  • Masern sind bereits bis zu fünf Tage vor Ausbruch des Ausschlages ansteckend und dann durchgängig bis zum Abklingen der Hautsymptome.
  • In Entwicklungsländern, besonders in Afrika, gehören Masern zu den zehn häufigsten Infektionskrankheiten mit hohem Anteil tödlicher Verläufe.
  • Impflücken bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen führen zum Anstieg der Fallzahlen und zu einer Altersverschiebung.
  • Der „natürliche Boostereffekt“ geht verloren, da Masern selten geworden sind und Antikörpertiter somit abnehmen.
  • Mikronährstoffmangel und oxidativer Stress wirken sich ungünstig auf den Verlauf einer Masernerkrankung aus.
  • Vitamin-A-Mangel erhöht die Sterblichkeitsrate.
  • Eine gestörte Darmbarriere schwächt das Immunsystem.
  • Die Krankheit verläuft bei Erwachsenen schwerer und das Risiko für Komplikationen steigt.

Inkubationszeit und Ansteckungsfähigkeit

Nach Infektion mit dem Masernvirus beträgt die Inkubationszeit sieben Tage (selten 21 Tage) bis zum Prodromalstadium, wo sich erste Symptome zeigen. Die Viren vermehren sich zunächst in den lokalen Lymphknoten und befallen dann bestimmte Zellen der zellulären Immunabwehr. Nach etwa zwei Tagen erfolgt die Verbreitung über die Blutbahn. Masern sind bereits bis zu fünf Tage vor Auftreten des Ausschlages ansteckend und dann durchgängig bis zum Abklingen der Hautsymptome

 

Große Masernepidemien weltweit aufgrund schlechter Gesundheitsversorgung

Große Masernepidemien traten im Jahr 2019 laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) in verschiedenen Ländern auf, darunter die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo, Nigeria, Georgien, Kasachstan oder die Ukraine. Als Gründe werden angegeben, dass die Impfquote zu gering und die gesundheitliche Vorsorge zu schwach seien. Das Immunsystem der Menschen ist zudem so geschwächt, dass es häufiger zu Atemwegs- und Durchfallerkrankungen kommt. Es ist zu befürchten, dass der Kampf gegen Corona die Bemühungen um die Eindämmung der Masernausbrüche in den Hintergrund treten lässt.

 

Impflücke bei jungen Erwachsenen führt zu Altersverschiebung

In den vergangenen Jahren ist eine Zunahme der Fallzahlen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu verzeichnen. Die Masern sind keine reine Kinderkrankheit mehr, denn es findet eine Altersverschiebung statt. Kinder werden aufgrund der Impfpflicht immer öfter geimpft, wobei junge Erwachsene nur über einen ungenügenden oder gar keinen Impfschutz verfügen.6

Außerdem bilden nicht alle Geimpften eine ausreichend hohe Immunität aus, sodass auch Menschen erkranken, die eine Grundimmunisierung erhalten haben (Impfversagen).

 

Ausbleibender Booster-Effekt führt zu Abnahme der Antikörpertiter

Mit Booster-Effekt bezeichnet man eine verstärkte oder beschleunigte Antwort des Immunsystems bei erneutem Kontakt mit dem Antigen. Bei der Erstreaktion des Immunsystems nach Impfung oder Erkrankung werden sogenannte Gedächtniszellen gebildet, die das Antigen bei erneutem Kontakt wiedererkennen und mit einer verstärkten Bildung von Antikörpern reagieren. Dieser Effekt findet sowohl bei Auffrischungsimpfungen statt als auch bei Kontakt mit dem Wildvirus. Da das Masernvirus nicht mehr so häufig vorkommt wie noch vor sechzig Jahren, kommt es weniger oft zum Booster-Effekt und die Anzahl der Antikörper sinkt schneller.

Hinweis

Antioxidantien und oxidativer Stress bei Virusinfektionen

Der Organismus ist laufend sogenannten reaktiven Sauerstoffverbindungen ausgesetzt. Wenn diese überhandnehmen, wird dies als oxidativer Stress bezeichnet, der zur Krankheitsentstehung beitragen kann. Dabei ist die Bildung freier Radikale ein natürlicher Vorgang, den der Körper zum Beispiel durch Stoffwechselprozesse in Gang setzt. Aber auch Stress, Umweltgifte, Zigarettenrauch, UV-Strahlung, starke körperliche Belastung, bestimmte Medikamente und manche Nahrungsbestandteile führen zur Entstehung freier Radikale. Die Gegenspieler der freien Radikale, die Antioxidantien, sorgen als Radikalfänger normalerweise dafür, dass der oxidative Stress den Körper nicht schädigt. Über die Nahrung nehmen wir Antioxidantien mit den Vitaminen A, C, E, sekundären Pflanzenstoffen und den Spurenelementen Selen und Zink auf. Ein hohes Schutzpotenzial bietet eine Mischung aus Antioxidantien im natürlichen Verbund – das bedeutet, über Nahrungsmittel oder Nährstoffkonzentrate, bei denen die synergetische Wirkung der Inhaltsstoffe gegeben ist.

Oxidativer Stress zählt auch zu den Merkmalen vieler Virusinfektionen, da freie Sauerstoffspezies (ROS) und Stickstoffspezies (RNS) dazu führen, dass Zellen eher zur Virusvermehrung beitragen und die Entzündungs- und Immunantwort des Wirts regulieren. Unter anderem wurden oxidative Schäden als Komponente bei der subakuten sklerosierenden Panenzephalitis festgestellt, die durch das Masernvirus verursacht wird.7
Eine andere Studie belegte, dass der Antioxidationsspiegel bei Kindern, die an Masern erkrankt waren, vermindert und die oxidative Stressbelastung erhöht war.8

 

Vitamin-A-Mangel erhöht die Sterblichkeitsrate

Insbesondere ein Mangel an Vitamin A wirkt sich ungünstig auf den Verlauf einer Masernerkrankung aus, weshalb die WHO eine zweimalige hochdosierte Gabe von Vitamin A zu Beginn der Erkrankung empfiehlt. Vitamin A schützt vor Augenschäden und senkt die Sterblichkeit insbesondere bei Kindern unter zwei Jahren.9

In Bezug auf eine Maserninfektion ergab eine Auswertung mehrerer Studien mit Kindern unter 5 Jahren, dass mit einer Supplementierung von Vitamin A (Retinol) eine signifikante Reduktion der Masernhäufigkeit um 50 % und allgemeinen Sterblichkeit (z. B. durch Masern, Durchfall) um 12 % erreicht werden konnte.10

Die nationale Verzehrsstudie II belegte hingegen, dass mindestens 25 % der Bevölkerung keine bedarfsgerechte Zufuhr von Vitamin A (Retinol) über die Ernährung erreicht, vor allem Kinder und junge Erwachsene. Personen, die einen erhöhten Bedarf haben wie Kinder, Schwangere, stillende Mütter und Senioren haben ein hohes Risiko für einen Vitamin-A-Mangel. Daneben ist die Mangelversorgung mit Vitamin A durchaus ein globales Problem, vor allem in strukturschwachen Ländern, wo über 190 Millionen Kinder unter fünf Jahren betroffen sind.

Hinweis

Eine gestörte Darmbarriere schwächt das Immunsystem

Allein die Oberfläche des Dünndarms beträgt 200 m² und ist damit etwa 100-mal größer als die Hautoberfläche. Hier laufen knapp 70 % aller Abwehrreaktionen ab und rund Dreiviertel aller Immunzellen befinden sich im Darm. Über die Darmschleimhaut werden Nährstoffe und Flüssigkeit resorbiert, gleichzeitig bietet die enorme Oberfläche auch Angriffsmöglichkeiten für Mikroorganismen. Damit dies verhindert wird, verfügt der Darm über eine Darmbarriere, die sich aus den Darmbakterien, der Darmschleimhaut und dem darmassoziierten Immunsystem (GALT) zusammensetzt. Hierbei nehmen die Darmbakterien eine zentrale Rolle ein, denn sie konkurrieren mit Krankheitserregern um Nährstoffe und Anheftungsstellen an der Darmwand. Sie sind darüber hinaus in der Lage, antibakterielle Stoffe zu produzieren, die hemmend auf das Wachstum pathogener Keime wirken. Die Darmschleimhaut verhindert die Passage von Stoffen und Mikroorganismen vom Darminnern ins Blut.11
Im Dickdarm befinden sich zudem zahlreiche Lymphfollikel, die Kolonien von Lymphozyten beherbergen. Deren Aufgabe besteht darin, fremde Antigene wie Bakterien oder Viren zu erkennen und zu zerstören, zum Beispiel über die Bildung von Antikörpern. Außerdem produzieren die Lymphozyten sogenannte Zytokine, das sind Botenstoffe, die andere Immunzellen an den Ort des Geschehens locken, um die Abwehr zu verstärken. Liegt ein Ungleichgewicht im Bereich der Darmflora (Darmdysbiose) vor oder gibt es Lücken in der Darmbarriere (Leaky gut), können Erreger sich eher vermehren und das Immunsystem stark beeinträchtigen.

 

 

Risikogruppen

Generell kann jeder an Masern erkranken, der noch keine vollständige Immunität aufgebaut hat. Es gibt jedoch Personengruppen, die keine Impfungen erhalten dürfen. Hierzu zählen Säuglinge bis zum Zeitpunkt der Erstimpfung mit 11 Monaten, Schwangere, Immunsupprimierte oder chronisch Kranke, aber auch Jugendliche und junge Erwachsene, die keine Grundimmunisierung erhalten haben und die nicht an Masern erkrankt waren.
Bei Säuglingen besteht ein großes Risiko, da sie durch den Nestschutz nur etwa vier bis neun Monate geschützt sind und der Nestschutz bei Müttern, die geimpft wurden auch noch weniger gut ausgeprägt ist als bei Müttern, die die Krankheit durchlebt haben. Für Menschen, die schon unter einer Immunschwäche leiden, ist die Gefahr doppelt so groß, weil sie nicht mit einem Lebendimpfstoff geimpft werden dürfen und durch die Immunschwäche ein höheres Risiko haben, an den hochinfektiösen Masern zu erkranken.
Erkranken Menschen im Erwachsenenalter, zeigen sich häufig schwerere Verläufe und die Gefahr für Komplikationen steigt. Die Gründe hierfür sind noch nicht ganz geklärt. Es wird vermutet, dass das Immunsystem von Erwachsenen stärker reagiert als das von Kindern.

Masernimpfung & Impfpflicht

Masernimpfung ab 1960

Ende der 1960er Jahre bis Mitte der 1970er Jahre fanden Masernimpfungen mit verschiedenen Totimpfstoffen gegen Masern statt. Diese wurden ab 1976 eingestellt, da eine ungenügende Immunität festgestellt wurde und Patienten teilweise ein atypisches Masernsyndrom mit Pneumonien entwickelten. Aus diesem Grund gelten Personen, die einen Totimpfstoff in dieser Periode erhalten haben, als ungeimpft und es wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen, sich gemäß der aktuellen Empfehlungen impfen zu lassen. Die erste Empfehlung zur Masernimpfung gab die STIKO 1974 heraus, wo nur noch Lebendimpfstoffe verwendet wurden. Seit 2018 sind Einfachimpfstoffe (monovalente Impfstoffe) gegen Masern innerhalb der EU nicht mehr verfügbar.

Hinweis

Unser Immunsystem

Angeborene oder unspezifische Abwehr

Dieses Abwehrsystem wird uns in die Wiege gelegt und greift alles an, was ihm unbekannt ist. Der Vorteil ist seine Schnelligkeit, denn die angeborene Immunantwort erfolgt innerhalb von Minuten. Es setzt sich aus folgenden Bereichen zusammen:

Mechanische Barrieren wie Haut und Schleimhäute oder Schleim in Nase und Bronchien sorgen für ein erregerfeindliches Milieu.
Ein niedriger pH-Wert auf der Hautoberfläche oder im Magen tötet Keime ab.

  • Der Urinstrahl sowie Tränen- und Speichelfluss hindern Keime daran, sich im Körper festzusetzen. Die Magen-Darm-Peristaltik und die Flimmerhärchen in den Bronchien befördern Erreger aus dem Körper.
  • Bestimmte Immunzellen wie Fresszellen und natürliche Killerzellen zirkulieren in den Blutgefäßen und kommen in allen Geweben vor. Sie sind als Erstes zur Stelle, wenn ein Erreger in den Körper eindringt.
  • Plasmaproteine zirkulieren passiv im Blut und dienen als Botenstoffe oder zur Abwehr von Krankheitserregern wie das Komplementsystem und Interleukine.

 

Erworbene oder spezifische Abwehr
Dieser Abwehrmechanismus ist wesentlich zielgerichteter und entwickelt sich im Laufe des Lebens ständig weiter. Hat das angeborene Immunsystem den Erreger nicht vernichtet, tritt die spezifische Abwehr in Aktion. Es dauert länger bis die Mechanismen ihre volle Wirkung entfalten, denn Antigene, die in den Körper eindringen, müssen zunächst erkannt werden. Dies geschieht durch bestimmte Immunzellen (T-Lymphozyten, zytotoxische Zellen) und durch die Bildung von Antikörpern durch B-Zellen und Plasmazellen. Der Vorteil dieses Systems ist, dass es ein Gedächtnis ausbildet und bei Befall durch den gleichen Erreger viel schneller reagieren kann.

Masernimpfung als Drei- oder Vierfach-Kombinationsimpfstoff

In Deutschland wird eine Dreifachimpfung angeboten, wo neben Masern auch Impfstoffe gegen Mumps und Röteln (MMR-Impfung) enthalten sind oder eine Vierfachimpfung, welche zusätzlich noch ein Impfstoff gegen Windpocken (Varizellen) enthält, der sogenannte MMR-V-Impfstoff. Der Schutz vor einer Masernerkrankung erfolgt durch eine humorale (Antikörper) und eine zelluläre Immunantwort (vor allem T-Lymphozyten). Laut RKI ist die IgM-Immunantwort (Antikörperbildung) nach etwa zwei bis drei Wochen nachweisbar, wobei die mittleren Antikörpertiter niedriger sind als nach einer natürlichen Infektion. Nach einer zweimaligen Impfung geht man von einer Wirksamkeit von 98 bis 99 % und einer lebenslangen Immunität aus. Da eine MMR-Impfung das Immunsystem weniger stark stimuliert als eine Wildvirusinfektion, ist laut RKI bei Kindern von geimpften Müttern bereits nach drei bis vier Monaten nach Geburt kein Nestschutz mehr nachweisbar.
Die STIKO empfiehlt die Erstimpfung ab einem Alter von 11 Monaten und die zweite Impfung mit 15 Monaten für die Grundimmunisierung. Außerdem sollten laut Impfempfehlung alle Erwachsenen, die nach 1970 geboren wurden, einen unklaren Impfstatus haben, noch keine Impfung erhalten haben oder in der Kindheit nur einmal geimpft wurden, eine Impfung mit einem MMR-Impfstoff erhalten.

 

Masernschutzgesetz

Das Gesetz für den Schutz vor Masern und zur Stärkung der Impfprävention (Masernschutzgesetz) trat am 1.3.2020 in Kraft. Im Mittelpunkt steht eine Nachweispflicht für eine vorhandene Masern-Immunität, den ein bestimmter Personenkreis erbringen muss. Demnach müssen alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr die von der STIKO empfohlene Masernimpfung vorweisen, wenn sie einen Kindergarten oder eine Schule besuchen. Auch Personen, die die in Gemeinschaftseinrichtungen oder medizinischen Einrichtungen tätig sind und nach 1970 geboren wurden sowie Asylbewerber und Geflüchtete müssen eine Immunität nachweisen. Der Nachweis kann durch das gelbe Kinderuntersuchungsheft, den Impfausweis oder ein ärztliches Attest erbracht werden. Es gilt auch eine Bescheinigung des Arztes, die eine ausreichende Immunität nach überstandener Maserninfektion ausweist. Der Nachweis muss spätestens bis zum 31.12.2021 vorliegen. Wird die Impfung verweigert, muss mit einer Geldbuße in Höhe von € 2.500 gerechnet werden.
Die Masernimpfung sollte nicht bei akutem Fieber und schweren Erkrankungen, in der Schwangerschaft, bei Immunsuppression und bei bekannten Allergien gegen Bestandteile des Impfstoffs verabreicht werden.

 

Impfversagen nach Masernimpfung

Bildet sich auch nach zweimaliger Impfung kein vollständiger Schutz vor einer Masernerkrankung aus, wird dies als Impfversagen bezeichnet. Tritt nach den Impfungen keine Immunität ein, spricht man von primärem Impfversagen, was bei einem schwachen Immunsystem der Fall sein kann, oder wenn es bei Säuglingen zu Wechselwirkungen mit mütterlichen Antikörpern kommt. Auch eine falsche Lagerung oder fehlerhafte Injektion des Impfstoffs kann zu primärem Impfversagen führen. Lässt die Immunität im Laufe der Zeit nach („waning immunity“), spricht man von sekundärem Impfversagen.
Generell ist von einer lebenslangen Immunität nach zweifacher Impfung auszugehen, trotzdem erkranken Geimpfte in den letzten Jahren wieder verstärkt an Masern. Aufgrund des möglichen Impfversagens auch nach zweimaliger Impfung, können sich jedoch auch unter den Erkrankten geimpfte Personen befinden, die das Virus ausscheiden und ihre Umgebung gefährden können.

 

Impfen während der Schwangerschaft

Eine Impfung sollte nicht während der Schwangerschaft erfolgen, weil es sich um einen Lebendimpfstoff handelt, bei dem ein sehr geringes Risiko besteht, dass das Kind sich mit den Impfviren infiziert. Lebendimpfstoffe enthalten geringe Mengen vermehrungsfähiger Viren, welche jedoch so weit abgeschwächt wurden, dass sie keine Krankheit auslösen können. Auch nach einer Impfung oder einer durchlebten Masernerkrankung sollte für einen Monat eine Schwangerschaft vermieden werden. Laut STIKO ist eine versehentliche Impfung während der Schwangerschaft jedoch kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch, da bisher keine Schäden des Kindes in einem solchen Fall aufgetreten sind.

 

Postexpositionelle Masernimpfung

Hat ein Kontakt eines ungeschützten Menschen mit einem Infizierten stattgefunden, kann innerhalb der ersten drei bis fünf Tage danach noch eine MMR-Impfung verabreicht werden. Hierdurch sollen ein Krankheitsausbruch verhindert und Symptome abgeschwächt werden. Dieser als postexpositionelle aktive Impfung bezeichnete Schutz wird allen Betroffenen empfohlen, die älter als neun Monate sind. Kinder sollten anschließend zusätzlich die gewohnte zweimalige Masernimpfung erhalten. Eine Ausnahme bildet nach Risiko-Nutzenabwägung eine Postexpositionsprophylaxe auch bei sechs bis acht Monate alten Säuglingen, ein sogenannter Off-Label-Use.

 

Masern-Riegelungsimpfung

Nach Ausbruch einer Masernerkrankung in einer Pflegeeinrichtung oder einem Kindergarten wird so schnell wie möglich eine aktive Masern-Immunisierung für alle nicht vollständig Geimpften empfohlen, damit sich die Erkrankung nicht weiter ausbreitet.

 

Passive Immunisierung

Bestehen Kontraindikationen gegen eine Masernimpfung, können Immunglobuline (Antikörper) als passive Immunisierung injiziert werden. Diese erfordert im Gegensatz zur Aktiv-Immunisierung (Impfung) keine Eigenreaktion des Immunsystems, sondern wirkt sofort. Der Schutz hält jedoch nur eine begrenzte Zeit lang an, da die „fremden“ Antikörper vom Immunsystem abgebaut werden. Für die passive Immunisierung kommen Schwangere infrage, die keine Immunität aufweisen, Säuglinge unter sechs Monaten und immundefiziente Personen nach vorheriger Prüfung.

Hinweis

Unterschiede zwischen Lebend- und Totimpfstoffen

Zum Aufbau eines Impfschutzes mit einer Impfung werden unterschiedliche Impfstoffarten eingesetzt. Bei den Totimpfstoffen oder inaktivierten Impfstoffen sind nur abgetötete Krankheitserreger oder deren Bestandteile enthalten, die nicht mehr vermehrungsfähig sind. Der Körper erkennt diese Stoffe als „fremd“ und regt das körpereigene Immunsystem zur Bildung von Antikörpern an. Die Krankheit selbst bricht nicht aus. In der Regel rufen Totimpfstoffe weniger Nebenwirkungen hervor als Lebendimpfstoffe. Allerdings lässt der Impfschutz mit der Zeit nach und muss regelmäßig aufgefrischt werden. Zudem werden bei Totimpfstoffen zur Wirkverstärkung sogenannte Adjuvantien eingesetzt. Der Einsatz ist umstritten, besonders die Verwendung von Aluminiumsalzen und Quecksilber wird kritisch gesehen.

Lebendimpfstoffe enthalten geringe Mengen vermehrungsfähiger, aber abgeschwächter (attenuierte) Krankheitserreger, welche aber nicht mehr in der Lage sind, die Krankheit auszulösen. Auch hier reagiert der Körper mit der Bildung spezifischer Antikörper. Gelegentlich können jedoch sogenannte „Impfkrankheiten“ auftreten, wie die Impfmasern. Impfstoffe gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken gehören zu den Lebendimpfstoffen. Der Vorteil der Lebendimpfstoffe liegt in der meist lang anhaltenden, teilweise lebenslangen Immunität, wenn vollständig grundimmunisiert wurde.

Nebenwirkungen durch Masernimpfung

  • Übliche Impfreaktionen

Durch Anregung des Immunsystems ist mit üblichen Impfreaktionen zu rechnen, bei denen es sich meist um lokale oder Allgemeinreaktionen handelt. Als „übliche Impfreaktionen“ gelten unter anderem Rötung, Schwellung oder Schmerzen an der Einstichstelle für ein bis drei Tage, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Mattigkeit und Schwellung der regionalen Lymphknoten. Als „Impfkrankheit“ wird bezeichnet, wenn ein bis drei Wochen nach der Impfung eine Schwellung der Ohrspeicheldrüse (Parotisschwellung), Gelenkschmerzen oder ein flüchtiger Hautausschlag auftreten.

 

  • Schwere unerwünschte Impfreaktionen

Hierzu zählen Fieberkrämpfe, die etwa fünf bis 12 Tage nach der Impfung auftreten können. In seltenen Fällen wurde ein Abfall der Thrombozyten (Blutplättchen) beobachtet, sowie eine akute allergische Reaktion, eine Hodenentzündung (Orchitis), Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) und ein sensorineuraler Hörverlust durch Beeinträchtigungen des Innenohrs.

 

  • Impfmasern

Laut RKI treten bei etwa 75 % der Geimpften sieben bis zehn Tage nach der Impfung sogenannte Impfmasern auf, die häufig von Fieber begleitet werden. Die Symptome klingen meist nach einem bis drei Tagen wieder ab. Tritt der Hautausschlag bereits innerhalb der ersten sechs Tage nach der Impfung auf, wird angenommen, dass es sich um eine Infektion mit dem Wildvirus handelt. Die sichere Unterscheidung gelingt nur mittels PCR-Test.

 

  • Ausscheidung der Impfviren

Die Impfung erfolgt mit einem Lebendimpfstoff, der abgeschwächte, aber noch funktionsfähige Viren enthält. Geimpfte können diese Viren noch über zwei Wochen ausscheiden und damit immungeschwächte Personen, die sich in der Umgebung aufhalten, gefährden. Beschrieben ist zudem eine mögliche Übertragung des Röteln-Impfvirus über die Muttermilch auf den Säugling, die bisher jedoch laut RKI noch zu keiner Infektion geführt hat.

 

  • Zusammenhang zwischen Autismus und Masernimpfung

Der Zusammenhang zwischen einer Masernimpfung und der Entstehung von Autismus wird seit längerer Zeit diskutiert. In einer Studie fand man Belege dafür, dass Antikörperreaktionen auf den MMR-Impfstoff im zentralen Nervensystem, und hier insbesondere die Masernkomponente, mit der Krankheitsentwicklung von Autismus zusammenhängen könnte.12

 

Überlegungen zur Masernimpfung

  • Training für das Immunsystem

Viele Menschen stellen sich die Frage, ob Kinderkrankheiten nicht auch positive Effekte auf das Immunsystem haben, da dadurch das Immunsystem trainiert wird. Zudem überstehen gesunde Kinder, die in einer stabilen sozialen Umgebung aufwachsen und gut ernährt sind, eine Masernerkrankung in der Regel gut. Sicherlich müssen sich Eltern fragen, ob sie das potentielle Risiko einer möglichen schweren Komplikation eingehen möchten und ob das Immunsystem durch die Infektionen mit weniger schwerwiegenden Erkrankungen nicht genügend trainiert wird. Einer Studie zufolge tritt bei einem von 3.300 Kindern im Alter unter 5 Jahren nach der Maserninfektion eine SSPE auf, wobei das Risiko mit abnehmenden Alter ansteigt.13

 

  • Zeitpunkt und Anzahl der Masernimpfung

Die WHO sowie viele andere europäische Länder empfehlen die Erstimpfung nach dem ersten Geburtstag, da diese bei mindestens 95 % der Kinder zu einem ausreichend hohen Antikörperspiegel (Serokonversion) führt und damit vor einer Masernerkrankung schützt.14
Liegt die erste Impfung zwischen dem 9. Lebensmonat und dem ersten Geburtstag – (Empfehlung der STIKO z.B. bei Krippenbesuch) entsteht nur bei 85 bis 90 % der Geimpften ein ausreichend hoher Impfschutz.15
In Deutschland gilt die Empfehlung für die Erstimpfung mit 11 Monaten.
Eine systematische Literaturübersicht kam zu dem Ergebnis, dass die Schutzwirkung nach der zweiten Masernimpfung sich nur um ein Prozent auf 96 % erhöht. Das RKI verfolgt mit der Zweitimpfung nicht das Ziel, den Schutz nach der Erstimpfung zu erhöhen, sondern eine Immunität bei den Kindern auszubilden, die nach der ersten Impfung keinen ausreichenden Impfschutz aufgebaut haben. Auch die Schutzdauer erhöht sich nicht nach der zweiten Masernimpfung, wie die KIGGS-Studie zeigen konnte.16

 

  • Wirkverstärker (Adjuvantien) in Impfstoffen

Ein weiterer Kritikpunkt sind Wirkverstärker, sogenannte Adjuvantien, die geringe Mengen an Aluminium- und Quecksilberverbindungen enthalten. Diese befinden sich jedoch vorwiegend in Totimpfstoffen. In der MMR- und MMR(V)-Impfung, bei denen es sich um Lebendimpfstoffe handelt, ist eine Salzlösung enthalten sowie geringe Mengen eines Antibiotikums.

 

  • Herdenimmunität

Befürworter verweisen gerne auf die Herdenimmunität, die sich aufbaut, je mehr Menschen immun sind. Jeder Geimpfte kann, abgesehen von Impfversagern, niemanden mehr anstecken. Aber auch Personen, die eine Masernerkrankung durchlebt haben, sind in der Regel lebenslang immun. Es entsteht also ein Gemeinschaftsschutz neben dem individuellen. Sollte ein Masernfall auftreten, kann daraus nicht direkt eine Ansteckungskaskade erwachsen. Die Herdenimmunität soll für Masern erreicht werden, wenn 95 % der Bevölkerung geimpft ist. Hierdurch werden im Übrigen auch Personen geschützt, die nicht geimpft werden können wie Säuglinge unter neun Monaten, Immungeschwächte, Menschen mit Vorerkrankungen und Schwangere.
Der Theorie der Herdenimmunität stehen allerdings Studien gegenüber, die belegen, dass trotz hoher Impfquoten keine Herdenimmunität erreicht wurde.4, 5

 

  • Keine Einzelimpfung gegen Masern möglich

Da nur noch Drei- oder Vierfach-Kombinationsimpfungen verfügbar sind, ist keine alleinige Impfung gegen Masern mehr möglich. Das Bundesgesundheitsministerium hat festgelegt, dass die Impfpflicht auch dann gilt, wenn nur Kombinationsimpfstoffe zur Erlangung der Immunität verfügbar sind. 17
Hiermit hat sich der Gesetzgeber jedoch über eine Empfehlung des deutschen Ethikrates hinweggesetzt, der die Schaffung einer praktischen Möglichkeit befürwortete, die eine Impfung nur gegen diejenige Krankheit ermöglicht, auf die sich die Impfpflicht bezieht. Die Entscheidung des Bundes wird damit begründet, dass weniger Impfungen notwendig seien, was in Bezug auf Kinder ja auch stimmt. Erwachsene, die eventuell nur eine Auffrischungsimpfung benötigen und eventuell immun gegen Röteln und Mumps sind, weil sie die Krankheiten schon überstanden haben oder Eltern, die ihren Kindern keinen Kombinationsimpfstoff verabreichen lassen wollen, sind trotzdem gezwungen, den Kombinationsimpfstoff zu nehmen.
In der Schweiz kann der Mono-Impfstoff (Measles vaccine live) bestellt werden, der allerdings in Deutschland nicht zugelassen ist, sodass die Krankenkassen die Kosten nicht übernehmen. Zudem bestehen Probleme hinsichtlich der Haftung für mögliche Impfschäden.

Symptome bei Masern

Das-Wichtigste-in-Kürze

Symptome in der Übersicht

  • Die Masernerkrankung verläuft typischerweise in zwei Phasen.
  • Das Prodromalstadium oder katarrhalische Stadium zeichnet sich durch unspezifische, grippeähnliche Symptome mit Fieber aus.
  • Zum Ende des Prodromalstadiums können sich sogenannte „Koplik-Flecken“ zeigen.
  • Im Hauptstadium oder Exanthemstadium bilden sich die typischen Hautsymptome aus, beginnend hinter den Ohren.
  • Nur die Handflächen und Fußsohlen bleiben vom Ausschlag verschont.
  • Es kommt zum erneuten Fieberanstieg.
  • Das Exanthem verblasst in der Reihenfolge, wie es entstanden ist.
  • Während der etwa zweiwöchigen Erholungsphase sind der Körper und vor allem das Immunsystem noch sehr geschwächt.

Prodromalstadium oder katarrhalisches Stadium

Nach etwa acht bis zehn Tagen setzen sich die Viren im Atemtrakt fest, und es beginnt das charakteristische Prodromalstadium mit unspezifischen, grippeähnlichen Symptomen. Umgangssprachlich werden Infizierte als „verheult, verrotzt, verschwollen“ bezeichnet. Symptome wie Husten (Bronchitis), Schnupfen (Rhinitis), Bindehautentzündung (Konjunktivitis), mäßiges Fieber, Lichtscheu, aufgedunsenes Gesicht und Kopfschmerzen prägen dieses Stadium. In dieser Phase fällt die Unterscheidung zwischen Grippe und Masern schwer. Etwa drei Tage später zeigt sich in manchen Fällen ein Ausschlag im Bereich der Wangenschleimhaut (Enanthem), sogenannte „Koplik-Flecken“, die als weiße Flecken in den Wangentaschen gegenüber den Mahlzähnen in Erscheinung treten. Zum Ende des Prodromalstadiums kann das Fieber wieder absinken und eine leichte Verbesserung der Beschwerden eintreten.

 

Hauptstadium oder Exanthemstadium

Nach wenigen Tagen beginnt das Exanthemstadium mit den typischen Hautsymptomen. Die zunächst hellroten Flecken beginnen hinter den Ohren, breiten sich dann über Gesicht und Hals aus und erreichen schließlich den Rumpf sowie die Arme und Beine. Nur die Handflächen und Fußsohlen bleiben vom Ausschlag verschont. Zur gleichen Zeit treten ein erneuter Fieberschub, ein schweres Krankheitsgefühl und Appetitlosigkeit auf.

Mögliche weitere Symptome sind bellender Husten und Magen-Darm-Störungen. Der Hautausschlag verändert sich zu einem sogenannten makulopapulösen Exanthem, das tiefrot, großfleckig, teils erhaben in Erscheinung tritt und wo die Flecken immer mehr ineinanderfließen (konfluieren). Das Exanthem entsteht aufgrund einer lokalen Entzündungsreaktion und markiert den Start der Antikörperbildung gegen das Virus. Geht der Ausschlag nach etwa vier bis fünf Tagen zurück, fühlen sich Patienten zunehmend besser. Das Exanthem blasst in der Reihenfolge ab, wie es entstanden ist. Nach Abklingen der Hauterscheinungen geht keine Infektionsgefahr mehr vom Patienten aus.

 

Erholungsphase

Während der etwa zweiwöchigen Erholungsphase sind der Körper und vor allem das Immunsystem noch sehr geschwächt, sodass hier dringend Schonung geboten ist. Die Immunschwäche rührt daher, dass die von den Viren befallenen T-Zellen der Immunabwehr noch sehr beeinträchtigt sind, was die Gefahr erhöht, an Folgeinfektionen zu erkranken.

 

Mitigierte Masern

Bei sogenannten mitigierten (abgeschwächten) Masern verläuft eine Maserninfektion in abgemilderter Form. Bei Personen, die keine vollständige Immunisierung besitzen, bildet sich der typische Masernausschlag nicht voll aus („weiße Masern“), was die Diagnose erschweren kann. An dieser abgeschwächten Form der Virusinfektion erkranken beispielsweise auch Säuglinge, die noch einen Restschutz über die Antikörper der Mutter besitzen, Personen, die eine Antikörpertransfusion erhalten haben oder Geimpfte, bei denen die Immunität sich nicht voll ausgebildet hat (Impfversagen). Die Patienten sind auch ohne Exanthem infektiös.

Ausflug in die Wissenschaft

Immunamnesie – wie das Masernvirus das Immunsystem nachhaltig beeinflusst

In epidemiologischen Studien wurden Maserninfektionen mit einem Anstieg der Krankheitshäufigkeit für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren nach der Infektion in Verbindung gebracht. Dieses Phänomen wird bereits als Immunamnesie – einer Art Gedächtnisschwund des Immunsystems – beschrieben. Der Mechanismus der Immunamnesie wurde damit erklärt, dass bestimmte Immunzellen (T- und B-Gedächtniszellen sowie Plasmazellen) durch eine Maserninfektion drastisch reduziert wurden. An einer Studie nahmen 77 nicht geimpfte Kinder teil, die im Verlauf an Masern erkrankten. Es stellte sich heraus, dass die Maserninfektion 11 bis 73 % der zuvor vorhandenen Antikörper eliminiert hatte. Eine weitere Studie belegte, dass das Masernvirus einen Teil des im Laufe des Lebens erworbenen Immungedächtnisses löscht. Den Ergebnissen zufolge müsse das Immunsystem Antikörper neu bilden, da es die Erinnerung an bereits durchlebte Infektionen verloren habe. Bei gegen Masern geimpften Kindern wurde dagegen kein Antikörperschwund beobachtet.18, 19

Diagnose der Masern

Das-Wichtigste-in-Kürze

Diagnose in der Übersicht

  • Zu Beginn der Erkrankung ist eine sichere Diagnose kaum möglich.
  • Koplik-Flecken treten in manchen Fällen zum Ende des Prodromalstadiums auf.
  • Die Diagnose anhand der klinischen Symptome wird meist erst im Exanthemstadium gestellt.
  • Das Exanthem weist Ähnlichkeiten mit anderen Kinderkrankheiten auf.

Im Prodromalstadium ist es kaum möglich, eine sichere Diagnose zu stellen. Hinweise können ein eventueller Kontakt zu einem Infizierten sein oder das Auftreten der Koplik-Flecken auf der Wangenschleimhaut zum Ende des Prodromalstadiums. Diese erscheinen kalkig weiß, haben eine Größe von ein bis zwei Millimetern und sitzen etwas erhaben auf gerötetem Untergrund. Im Unterschied zum Soor (Pilzinfektion) lassen sie sich nicht mit einem Spatel entfernen.

Somit wird die Diagnose meist mit Auftreten des Exanthems gestellt. Bedingt durch niedrige Fallzahlen kommt es jedoch häufig vor, dass es sich um Krankheiten handelt, die ein ähnlich aussehendes Exanthem ausbilden wie Röteln, Scharlach oder Ringelröteln.

Nur die Labordiagnostik ermöglicht hier einen sicheren Nachweis. Der Labordiagnostik stehen umfangreiche Testmöglichkeiten zum Nachweis der Antikörper und des Virus zur Verfügung wie die Reverse Transkriptase-Polymerase Chain Reaction (RT-PCR), die Genotypisierung und die serologische Untersuchung der Masernvirus-spezifischen Antikörper. Zur Diagnose einer Masernenzephalitis erfolgt der Virusnachweis im Liquor mittels PCR-Test. Bei einer SSPE lassen sich hohe Antikörpertiter im Liquor nachweisen, wobei der Virusnachweis in der Regel negativ ausfällt.

 

 

Differenzialdiagnose Masern

Bei verschiedenen Kinderkrankheiten bilden sich Exantheme aus und die Differentialdiagnose erfordert viel Erfahrung. Je nach Aussehen der Flecken, Verlauf und auftretenden Begleitsymptome, kann jedoch eine Unterscheidung vorgenommen werden.

 

Scharlach

Als charakteristisches Symptom für Scharlach gilt weiterhin die “Erdbeer- oder Himbeerzunge“, bei der die Zunge glänzend erscheint mit hervortretenden Geschmacksknospen.

Im Unterschied zu den Masern, wo der Ausschlag hinter den Ohren beginnt, zeigt sich der Scharlach-Ausschlag zuerst in der Leisten- und Achselgegend. Die stecknadelkopfgroßen Flecken stehen dicht beieinander und sind intensiv rot gefärbt und erhaben. Als besonderes Merkmal gilt die „periorale Blässe“, bei der im stark geröteten Gesicht das Mund-Kinn-Dreieck frei bleibt, was umgangssprachlich als „Milchbart“ bezeichnet wird.

 

Röteln
Das Exanthem ist kleinfleckig und hellrot. Es beginnt im Gesicht und breitet sich dann über den Körper und die Extremitäten aus. Im Gegensatz zu den Masern findet kein Ineinanderlaufen der Flecken statt. Insbesondere im Nacken und hinter den Ohren (retroaurikulär) können die Lymphknoten anschwellen.

 

Ringelröteln

Bei etwa 20 % der Infizierten bildet sich nach kurzer Beschwerdefreiheit ein typisches Exanthem aus, das an den Wangen mit roten, zusammenfließenden Flecken beginnt, die Mundpartie aber ausgespart bleibt. Dies wird als „Schmetterlingserythem“ bezeichnet. In den nächsten Tagen bilden sich an Schultern, Oberarmen, Oberschenkeln und Gesäß leicht erhabene Flecken aus, die sich ring- oder girlandenförmig ausbreiten.

 

Windpocken

Der Hautausschlag bildet sich zuerst auf dem Körperstamm und dann im Gesicht aus und greift dann schnell auf die anderen Körperbereiche über, einschließlich der Schleimhäute und der behaarten Kopfhaut. Die zunächst kleinen Flecken entwickeln sich zu kleinen Knötchen (Papeln) und dann zu Bläschen mit klarem Inhalt, der dann immer mehr eintrübt, bis sich schließlich Krusten bilden. Neben abgeheilten verkrusteten Bläschen bilden sich immer wieder neue Bläschen aus, sodass hier aufgrund der verschiedenen Entwicklungsstadien vom „Sternenhimmel“ gesprochen wird. Der Unterschied zum Masernexanthem ist hier einfacher erkennbar.

 

Dreitagefieber

Es erkranken hauptsächlich Babys und Kleinkinder zwischen sechs Monaten und drei Jahren. Typisch ist der plötzliche Beginn mit hohem Fieber ohne weitere Symptome. Das Fieber verschwindet nach drei bis sieben Tagen und es tritt ein blasser, kleinfleckiger Hautausschlag am Rumpf und im Nacken auf, der in manchen Fällen nach wenigen Stunden wieder abblasst.

 

Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Ein bis zwei Tage nach Einsetzen des Fiebers entstehen kleine rote Flecken an der Mundschleimhaut, vor allem an Zunge und Zahnfleisch, woraus sich im Verlauf schmerzhafte Bläschen entwickeln. Nach weiteren ein bis zwei Tagen zeigen sich weitere rote Flecken vor allem an Handflächen und Fußsohlen auf. Auch Gesäß, Genitalbereich, Knie und Ellenbogen können betroffen sein. Bei Masern bleiben die Handflächen und Fußsohlen vom Ausschlag ausgespart.

 

Hitzepickel

Häufig leiden Säuglinge und Kleinkinder unter Hitzeausschlag, weil sie zu warm angezogen werden. Hierdurch staut sich die Hitze auf der Haut und es entstehen Hitzepickel. Häufig bilden sich Hitzepickel auch an Stellen, wo Haut auf Haut liegt, beispielsweise unter den Achseln. Sie sind hell bis milchig, mit Flüssigkeit gefüllt und werden etwa hirsekerngroß. Teilweise entwickeln sich kleinen Knötchen (Papeln), die starke Entzündungen hervorrufen können.

 

Meningokokken-Sepsis

Hier entstehen unter anderem punktförmige Einblutungen der Haut (Petechien). 10-15 % der Patienten mit Meningokokken-Sepsis entwickeln ein Waterhouse-Friderichsen-Syndrom, bei der eine übermäßig starke Blutungsneigung einsetzt, die in der Folge zu massiven Einblutungen der Haut, der Schleimhäute und der inneren Organe führt, die bis zum septischen Schock oder Koma führen können.

 

Impfmasern

Impfmasern treten bei etwa zwei von 100 Geimpften ungefähr eine Woche nach der Impfung auf. Es kommt zu einem leichten Hautausschlag und grippeähnlichen Symptomen.

Krankheitsverlauf und Prognose

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Krankheitsverlauf in der Übersicht

  • Masern-Komplikationen treten heutzutage selten auf.
  • Nach Abklingen des Hautausschlags kommt es zu einer Immunschwäche.
  • Häufig entwickeln sich bakterielle Begleitinfektionen.
  • Eine akute postinfektiöse Meningoenzephalitis (Hirn- und Hirnhautentzündung) kann einige Tage nach Auftreten des Exanthems entstehen.
  • Eine seltene, aber extrem gefährliche Spätfolge ist die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE).

In einigen afrikanischen und asiatischen Ländern treten Masern im Allgemeinen öfter auf, und es kommt zu schwereren Verläufen, da die Bevölkerung häufig mangelernährt bzw. das Immunsystem geschwächt ist und viele Vorerkrankungen bestehen wie Tuberkulose, Malaria oder AIDS. Schwere Verläufe und Komplikationen treten in den westlichen Ländern aufgrund des guten Ernährungszustandes und dem Rückgang der Masern-Infektionen seltener auf. Trotzdem kann es zu Begleitinfektionen und Komplikationen kommen.

 

Bakterielle Begleitinfektionen:

Nach Abklingen des Hautausschlags kommt es zu einer sogenannten transitorischen Immunschwäche, die Monate oder möglicherweise Jahre andauern kann. Erreger können somit leichter eine bakterielle Superinfektion herbeiführen. Am häufigsten kommt es zu Mittelohrentzündungen (Otitis media), Zahnfleischentzündungen, Bindehautentzündungen (Konjunktivitis), Bronchitis, Durchfallerkrankungen und zu bakteriellen Lungenentzündungen (Pneumonie). Außerdem kann sich die Kehlkopfschleimhaut entzünden und zum sogenannten „Masern-Krupp“ führen. Hierbei kommt es zu nächtlichen Hustenanfällen mit bellendem Husten und Atembeschweren bis Atemnot.

 

Seltene Komplikationen:

  • Postinfektiöse Enzephalitis (Gehirnentzündung)
    Die akute postinfektiöse Enzephalitis (Gehirnentzündung) gehört zu den schweren Komplikationen einer Masern-Infektion, die bei 1 von 1000 Fällen vorkommt. Etwa vier bis sieben Tage nach Beginn des Exanthems leiden Betroffene an Kopfschmerzen, Fieber und Bewusstseinsstörungen, die bis zum Koma führen können. Die Gehirnentzündung endet bei 10 bis 20 % der Betroffenen tödlich, und etwa 20 bis 30 % der Patienten müssen mit bleibenden Schäden des Zentralen Nervensystems (ZNS) rechnen.
  • Einschlusskörperchen-Enzephalitis
    Eine akute progressive Enzephalitis oder Einschlusskörperchen-Enzephalitis, engl. MIBEW für „Measles Inclusion Body Encephalitis“ tritt meist bei immundefizienten Patienten etwa sechs bis zehn Monate nach der Maserninfektion auf und verläuft in 75 % der Fälle tödlich. Hierbei dringt das Virus bis ins Gehirn vor und vermehrt sich in Nervenzellen und deren Stützgewebe, welche die charakteristischen Einschlusskörperchen aufweisen.
  • Riesenzellpneumonie
    Die Masernpneumonie oder Riesenzellpneumonie beginnt meist nach dem Höhepunkt der Erkrankung und zeichnet sich durch eine sogenannte Riesenzellbildung aus. Als besonders gefährdet gelten Säuglinge und Kleinkinder, sowie Personen mit Immunschwäche oder Mangelernährte.
  • Erblindung
    Eine Maserninfektion kann unter Umständen zur Erblindung führen. Lichtscheu und Bindehautentzündung gehören zu den Krankheitssymptomen und treten häufig schon vor dem Hautausschlag auf. Hierbei kann es zu Narbenbildung kommen, die Betroffene erblinden lassen können. Diese Komplikation tritt vermehrt in Entwicklungsländern auf, da hier häufig eine Mangelversorgung mit Vitamin A vorliegt. Sehprobleme können aber auch bei gut ernährten Kindern auftreten. Auch die seltene auftretende postinfektiöse Enzephalitis kann Schäden an den Augen verursachen und die Netzhaut oder den Sehnerv beeinträchtigen.20
  • Subakute Sklerosierende Panenzephalitis (SSPE)
    Bei der Subakuten Sklerosierenden Panenzephalitis (SSPE) handelt es sich um eine sehr seltene Spätkomplikation, welche durchschnittlich sechs bis acht Jahre nach der Infektion auftritt. Die Viren haben hier das Nervensystem befallen und verweilen dort. Bei Kindern liegt ein deutlich höheres Risiko vor, welches für Kinder unter fünf Jahren mit 30 bis 60 von 100.000 Masernfällen beziffert wird. Bei Kindern, die im ersten Lebensjahr erkranken, liegt die Zahl bei 170 von 100.000 Masernfällen. Zu Beginn zeigen sich psychische und intellektuelle Veränderungen und im weiteren Verlauf kommt es zu neurologischen Störungen und Ausfällen, welche zum Verlust aller Gehirnaktivitäten führen können. Die Prognose wird als infaust bezeichnet, was bedeutet, dass eine Heilung nicht möglich und ein tödlicher Verlauf wahrscheinlich ist.

Ernährung bei Masern

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Ernährung in der Übersicht

  • Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen.
  • Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt. Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Bei einer Infektion sollten Lebensmittel auf dem Speiseplan stehen, die das Abwehrsystem stärken. Besonders wichtig ist eine ausreichende Trinkversorgung, vor allem bei Fieber. Die Ernährung sollte wenig Zucker und ausreichend Mikronährstoffe enthalten und entzündungshemmend wirken. Zusätzlich sollte die Unterstützung und Pflege des Darmmikrobioms bei der Auswahl der Nahrungsmittel eine große Rolle spielen, denn es hat großen Einfluss auf unser Immunsystem. Stillende Mütter sollten auf eine gute Nährstoffversorgung achten, denn der Säugling nimmt diese über die Muttermilch auf und kann somit auch sein Immunsystem zusätzlich zum Nestschutz stärken

Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen. Sie fördert eine chronische Entzündung, die Arterien verkalken lässt, unseren Darm und unser Immunsystem schwächt, unsere Psyche negativ beeinflusst und letztlich Zellstress entstehen lässt. Wie im Kapitel Ursachen ausführlich dargestellt, sind entzündliche Prozesse auch bei Masern an der Entstehung beteiligt. Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen bei Masern in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:

  • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
  • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
  • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf Masern auswirken.
  • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

 

Probleme der heutigen Ernährung

Obwohl in Deutschland kein Mangel an Nahrungsmittelvielfalt herrscht, wird eine naturbelassene Ernährung mit vielen qualitativ hochwertigen und unverarbeiteten Produkten immer seltener. Volle Arbeitstage, Alltagsstress, keine Zeit zu kochen und auch der Mangel an Wissen und Fähigkeiten führen zunehmend zu einer ungesunden Ernährung.

 

Fertigprodukte statt frisch kochen: Western Diet

Diese Art der Ernährung wird oft unter dem Begriff Western Diet zusammengefasst, weil sie vor allem in den westlichen Industrieländern weit verbreitet ist und sich zunehmend auch in Ländern mit traditionell gesunder Ernährung ausbreitet – mit gravierenden Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung.

Hinweis

Merkmale der Western Diet

hochkalorisch, zuckerreich, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren, salzreich, viele Konservierungsstoffe und hochverarbeitete Produkte (Fastfood, Fertigprodukte, „Junkfood“) – dagegen wenig frisches Obst und Gemüse, keine hochwertigen Pflanzenöle, wenig komplexe Kohlenhydrate, wenige Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe

Nährstoffzufuhr aus dem Gleichgewicht

Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen. Unsere Lebensmittel setzen sich zum einen aus Makronährstoffen zusammen, die uns Energie und Baumaterial liefern: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.

Auf der anderen Seite enthalten Lebensmittel auch unzählige Mikronährstoffe, die das Umsetzen der Makronährstoffe im Stoffwechsel erst möglich machen: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Fettsäuren, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe.

Ungesund wird eine Ernährung dann, wenn die einzelnen Gruppen nicht mehr im Gleichgewicht zueinander stehen. Arbeit findet z. B. heute sehr oft als sitzende Tätigkeit am Schreibtisch statt, wo keine bis kaum Kalorien verbrannt werden – jedoch dominieren Kohlenhydrate nach wie vor zu einem großen Anteil unsere tägliche Ernährung, was die Entwicklung einer chronischen Entzündung besonders fördert – das ständige Zuviel.

 

Anti-entzündliche Ernährung: Profitieren Sie auf allen Ebenen

Erst gravierende Erkrankungen und Ereignisse wie Masern lassen uns aufhorchen und führen oft zu einem Wendepunkt im Leben: Lassen Sie es gar nicht erst soweit kommen!

Sich gesund zu ernähren heißt nicht sich selbst zu kasteien, zu verzichten oder strikte Pläne einzuhalten. Es bedeutet Neues kennenzulernen, alte Wege zu verlassen und sich jeden Tag fitter, gesünder und leistungsfähiger zu fühlen statt immer müde, abgeschlagen und energielos. Sie können dabei Schritt für Schritt etwas an Ihrer Ernährung ändern, statt zu versuchen, von heute auf morgen alles auf den Kopf zu stellen. Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt.

 

Was ist eine antientzündliche Ernährung?

Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Eine pro-entzündliche Ernährung ist einer der Hauptauslöser für eine chronisch-schwelende Entzündung in unserem Körper, die stille Entzündung (silent inflammation).

Die folgende Tabelle stellt Ihnen wichtige anti- und pro-entzündliche Nahrungsmittelgruppen vor:

Anti-entzündliche Nahrungsmittel und pro-entzündliche Nahrungsmittel

 

Anti-entzündliche Ernährung Pro-entzündliche Ernährung
Olivenöl, Walnussöl, Leinöl, Hanfölfrittierte Lebensmittel, Margarine, Sonnenblumenöl, Schweineschmalz, Sojaöl, Maiskernöl
Obst (zuckerarme Sorten bevorzugen): Beeren, Zitrusfrüchte, Äpfel
Gemüse, mindestens „5 am Tag“: grüne Blattgemüse, Brokkoli, Spinat, Kohlsorten, Topinambur, alle Salate, Wildkräuter
Fast Food, Fertigprodukte, Süßigkeiten, industriell gefertigte Snacks
Vollkornprodukte: Getreideprodukte aus dem vollen Korn inklusive aller BallaststoffeProdukte aus Auszugsmehlen („Weiß“), Weizen
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu
Eier: moderater Konsum (mind. Bio-Freiland-Haltung)
Wurstwaren, viele Milchprodukte
fetter Seefisch: Lachs, Makrele, SardinenSchweinefleisch
frische Kräuter, antientzündliche Gewürze wie Chili, Kurkuma, Ingwer
Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Meerrettich
sehr salzreich
Getränke und Tee: Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, grüner TeeSoftdrinks, häufiger Alkoholkonsum, Milchmixgetränke
Nüsse und Saaten: Walnüsse, Leinsamen, Pinienkerne, Kürbiskerne, MacadamianüsseErdnüsse, gesalzene und aromatisierte „Knabbernüsse“
Probiotika: Kefir, Joghurt, milchsauer eingelegte Gemüse, Misopaste

Weitere Eckpunkte einer gesunden Ernährung sind:

  • Flexitarismus: Insgesamt sollte Ihre Ernährung vorwiegend pflanzenbasiert ausgerichtet sein – Fleisch, Fisch und Milchprodukte sind in Maßen zu genießen, dafür in hochwertiger Qualität.
  • Mittelmeer-Diät: Gute Orientierung bei einer anti-entzündlichen Ernährung bietet die mediterrane Ernährung – Menschen, die sich traditionell nach der Mittelmeerdiät ernähren, leiden seltener unter der chronischen Entzündung und deren Folgen, z. B. weniger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Regional und saisonal: Produkte aus der Region, die keinen weiten Anreiseweg hatten, sind frischer und oft nährstoffreicher. Viele Superfoods haben einheimische „Verwandte“ wie z. B. Leinsamen (statt Chiasamen) oder Hagebutten (statt Goji-Beeren).
  • Gesunde Fette: Fett reduzieren ist passé, viel wichtiger, ist die richtigen Fette aufzunehmen: Die optimalen Quellen sind kaltgepresste, hochwertige Öle. Dabei sollte der Anteil der Omega-3-Fettsäuren möglichst hoch sein, da sie im Gegensatz zu den Omega-6-Fettsäuren entzündungs- und schmerzhemmend wirken.
  • Kohlenhydrate reduzieren: Essen Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate, also weniger weißes Brot, weniger weiße Nudeln und Reis. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Botenstoffe.
  • Vegetarismus und Veganismus sind Ernährungsformen, die sehr gesund und ausgewogen sein können, aber nicht automatisch sind: Wenn viele oben genannte Nahrungsmittel integriert werden und auf ausreichend Mikronährstoffzufuhr geachtet wird. Auch der vegane Trend hat viele Fertigprodukte auf den Markt gebracht, die oft mit einer gesunden Ernährung nichts mehr gemeinsam haben. Achten Sie also weniger auf ein „Label“, sondern auf Ausgewogenheit.
  • Achtsamkeit beim Essen: Genuss, Freude und Langsamkeit gehören zu einer gesunden Ernährung genauso wie hochwertige Nahrungsmittel.
  • Fastenperioden: Intervallfasten oder Buchinger-Fasten können sinnvoll sein für einen Neustart oder ein jährliches Ritual, hier müssen Sie selbst abwägen, ob es zu Ihnen passt.
  • In Bewegung bleiben: Zu einer gesunden Ernährung gehört Bewegung – neben vielen anderen positiven Effekten, wirkt die Verdauung angeregt und die Darmpassage gefördert.

Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Verwenden Sie möglichst oft Öle in der „kalten“ Küche, die einen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren haben. Sie tragen dazu bei, das Gleichgewicht der Fette zu erhalten und Entzündungen zu verringern. Bei den pflanzlichen Ölen gilt es die Unterschiede der einzelnen Öle bezüglich der Fettsäurezusammensetzung zu beachten. Dabei sollte der Anteil der Omega-3-Fettsäuren mög-lichst hoch sein, da sie im Gegensatz zu den Omega-6-Fettsäuren entzündungs- und schmerzhemmend sind. Das HTM-Team empfiehlt Leinöl, da es besonders reich an Omega-3-Fettsäuren ist.


 

So sollte Ihr Teller aussehen

Mit dieser Telleraufteilung versorgen Sie Ihren Organismus optimal mit wichtigen Mikronährstoffen und ausreichend Energie-Lieferanten (Fette, Kohlenhydrate und Eiweiß). Achten Sie also darauf, nicht nur Beilagen und Fleisch/ Fisch zu sich zu nehmen, sondern variieren Sie vor allem mit verschiedenen Gemüse- und Obstkombinationen. So gehen Sie Übergewicht aus dem Weg und vermeiden Speisen mit zu hohen Kalorienwerten.

 

Ausreichend Trinken
Die meisten Infektionen treten während der Wintermonate auf, wo man sich häufig in beheizten Räumen aufhält. Da Heizungsluft nicht nur warm, sondern auch trocken ist, führt dies auch zur Austrocknung der Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum. Hier haben Keime, Bakterien und Viren ideale Voraussetzungen, in den Körper einzudringen und sich auszubreiten. Zum Trinken ist am besten Wasser geeignet, wobei viele Erkrankte besonders im Winter eher warme Getränke bevorzugen und als wohltuend empfinden. Hier können Früchte- oder Kräutertees hilfreich sein. Unter den Kräutertees sind folgende besonders empfehlenswert:

  • Cistustee enthält wertvolle Antioxidantien zur Unterstützung des Immunsystems.21
  • Spitzwegerichtee ist hilfreich bei Infektionen der oberen Atemwege.
  • Kamillentee und Ingwertee wirken entzündungshemmend.
  • Salbeitee lindert Hustenreiz und verfügt über antibakterielle und teils antivirale Eigenschaften.
  • Holunderblütentee wirkt schweißtreibend und fiebersenkend.
  • Sanddorntee und Hagebuttentee enthalten Vitamin C und wirken entzündungshemmend.
  • Lindenblütentee wirkt schleimlösend, schweißtreibend und schmerzlindernd.
  • Thymiantee wirkt krampf- und schleimlösend.
  • Tulsi-Tee wirkt antioxidativ und hemmend auf Bakterien und Viren.22

Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Der Einfluss der Ernährung auf unsere Gesundheit ist unbestritten. Hier unser Buchtipp für ein starkes Immunsystem


 

Hinweis

Was ist der Unterschied zwischen Kräutertees und Arzneitees?

Als Arzneitees bezeichnet man Tees, die zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten bestimmt sind. Sie sind als Arzneimittel zugelassen und werden bestimmten Qualitätsstandards und Überprüfungen unterzogen. Hierbei werden sogar der Mindestgehalt an bestimmten Inhaltsstoffen bzw. ätherischen Ölen der verwendeten Heilpflanzen und die Füllmenge pro Beutel überprüft. Die Wirkungen der Arzneitees beruhen auf primären und sekundären Pflanzeninhaltsstoffen. Arzneitees können, wie andere Medikamente auch, Nebenwirkungen verursachen und sollten nicht dauerhaft konsumiert werden.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Ändern Sie Schritt für Schritt etwas an Ihrer Ernährung, statt zu versuchen, von heute auf morgen alles auf den Kopf zu stellen. Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich. Hier ein Buchtipp, um die Umsetzung zu erleichtern:


 

Nährstoffreiche pflanzliche Lebensmittel

  • Kohlgemüse stärken die Abwehr

Kohlarten wie Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi und Rosenkohl stellen eine ausgezeichnete Vitamin-C-Quelle dar und enthalten zahlreiche Ballaststoffe, die förderlich auf die Verdauung wirken und die Darmflora unterstützen. Der typische Geruch beim Kochen entsteht durch die enthaltenen Senfölglykoside (Glucosinolate), die sich auch in Retticharten, Wasabi und Kresse finden. Kommen die Senfölglykoside nach dem Zerkleinern mit Sauerstoff in Kontakt, entstehen sogenannten Thiocynate, die bei der Ausscheidung über die Atemwege Bakterien und Viren hemmen können.

Außerdem finden sich im Kohl weitere förderliche Stoffe wie B-Vitamine, Beta-Carotin, Folsäure, Eisen, Kalium und Kalzium.
Der übermäßige Verzehr (je nach Art 0,5 bis mehrere kg pro Tag) sollte allerdings vermieden werden, da das Thiocyanat-Ion die Iodaufnahme in der Schilddrüse verhindert. Es kann dadurch zur Ausbildung eines Kropfs („Kohlkropf“) kommen.

 

  • Vitamin A über Betacarotin in pflanzlichen Lebensmitteln aufnehmen

Vitamin A kommt in hohen Mengen in Leber, aber auch in Fleisch und Eiern vor. Heutzutage ist der Verzehr von Innereien jedoch rückläufig, und der Fleischkonsum sollte generell reduziert werden. Gute Lieferanten für Beta-Carotin, welches im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird, sind Obst- und Gemüsesorten wie (gekochte) Karotten, Kürbisse, Süßkartoffeln, Spinat und Broccoli.

 

  • Vitamin C wirkt am besten im Verbund mit anderen Antioxidantien

Idealerweise wird Vitamin C in Form von Obst und Gemüse aufgenommen. Reich an Vitamin C sind Zitrusfrüchte wie Orangen, Grapefruits oder Mandarinen, aber auch Paprika, dunkelgrünes Blattgemüse, Brokkoli, Granatapfel, Sanddorn und Beerenfrüchte liefern beachtliche Mengen Vitamin C. Vitamin C wirkt am besten im Verbund mit anderen Antioxidantien wie Vitamin E. Den Tagesbedarf von 12 mg Vitamin E deckt man beispielsweise durch 5 ml Weizenkeimöl oder 30 bis 50 ml Traubenkern- oder Olivenöl.

Hinweis

Probiotische Bakterien deaktivieren Viren und andere Erreger

Neben der Aufrechterhaltung der Darmbarriere verfügen probiotische Bakterien über spezielle Mechanismen, um Viren und andere Erreger zu inaktivieren. Zum einen sind bestimmte Bakterienstämme in der Lage, Viren an ihrer Zelloberfläche zu binden, was als „trapping“ bezeichnet wird. Sie können zudem antivirale Substanzen ausschütten, sogenannte Bakteriozine wie Wasserstoffperoxid oder Laktat. Diese können die Virenvermehrung einschränken und Viren daran hindern, in die Zielzelle einzudringen. Außerdem befinden sich zum Beispiel an der Oberfläche der Darmschleimhautzellen verschiedene Rezeptoren, die von bestimmten Bakterien blockiert werden können, sodass Viren hier nicht mehr andocken können. Probiotische Bakterien sind des Weiteren in der Lage Makrophagen (Fresszellen) zu aktivieren, damit diese die Viren absorbieren und abbauen.

 

Fermentierte Lebensmittel fördern die Darmgesundheit

Die Kunst des Fermentierens wurde in früheren Zeiten oft genutzt, um Lebensmittel länger haltbar zu machen. Heutzutage steht in erster Linie der gesundheitliche Nutzen im Vordergrund, besonders die positiven Auswirkungen auf die Darmgesundheit. Beim Fermentationsprozess werden vor allem Kohlenhydrate von Mikroorganismen wie Bakterien oder Hefen zu Milch-, Essig- und Äpfelsäure, Kohlendioxid oder Alkohol umgebaut. Die Säureproduktion bewirkt, dass ungünstige Fremdkeime sich nicht mehr vermehren können, und gleichzeitig wird Fäulnisbakterien und Schimmelpilzen die Nahrung entzogen.


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Um einen Einstieg in die Fermentation zu finden, gibt es sehr gute Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die es jedem ermöglichen, darmgesunde Lebensmittel selbst herzustellen.

Unsere Empfehlung:


Neben Sauerkraut und Milchprodukten wie Butter-, Sauer-, Dickmilch oder Kefir, haben auch Sauerteigbrot, Kimchi, Miso sowie Kombucha-Tee oder Tempeh aus Sojabohnen einen Fermentationsprozess durchlaufen und verschiedene Veränderungen erfahren. So findet sich im Sauerkraut eine erhöhte Konzentration von Vitamin B6 und Vitamin B2 und es entsteht Vitamin K, das sich in Ausgangsprodukt, dem Weißkohl, noch gar nicht nachweisen lässt.


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Wissenswertes über Kombucha – unser Buchtipp:


 

 

Ausflug in die Wissenschaft

Bakterien in fermentierten Lebensmitteln arbeiten mit unserem Immunsystem zusammen

Eine Studie der Universität Leipzig zeigte, dass Bakterien in fermentierten Lebensmitteln mit unserem Immunsystem zusammenarbeiten. Auf menschlichen Zellen befindet sich ein bestimmter Rezeptor (HCA3-Rezeptor), der durch D-Phenylmilchsäure stimuliert wird und die Funktionen des Immunsystems positiv beeinflusst. Die positive Wirkung erklärten die Forscher damit, dass unseren Vorfahren weniger frische Nahrung zur Verfügung stand und sie sich auch von herabgefallenen fermentierten Früchten ernähren mussten. Wurde der Rezeptor auf den Zellen nun durch die Milchsäurebakterien in den Früchten aktiviert, veranlasste er, dass das Immunsystem stärker aktiv war, um möglichen negativen Auswirkungen der vergorenen Früchte entgegenzuwirken.23

Ingwer, Kurkuma und Knoblauch regelmäßig verzehren

Die Inhaltsstoffe der Ingwerwurzel verfügen über großes Potential, das Immunsystem zu stärken und können das Risiko, an Infektionen zu erkranken, effektiv senken. Empfehlenswert ist ein regelmäßiger Verzehr, beispielsweise in Currys, Suppen, Eintöpfen oder Smoothies. Die Wurzel kann auch mit heißem Wasser aufgegossen und als Tee getrunken werden.

Auch Kurkuma zählt zu den Ingwergewächsen und hat ähnliche entzündungshemmende, antivirale und antibakterielle Wirkungen. Zudem wirkt das enthaltene Curcumin auch bei Magen-Darm-Problemen.
Knoblauch enthält unter anderem den Wirkstoff Allicin, welcher das Risiko für Infektionen senken kann und das Immunsystem stärkt. Allicin entwickelt sich jedoch erst, wenn beim Zerkleinern ein Enzym freigesetzt wird, welches bei der Reaktion mit Sauerstoff die Vorstufe „Alliin“ in Allicin umwandelt. In Verbindung mit Öl bilden sich aus Allicin sogenannte Ajoene, für die in einer Studie eine noch bessere Wirkung gegen Viren festgestellt wurde als nur für Allicin.24
Ajoene können einfach hergestellt werden, indem man Olivenöl mit Salz, Bärlauch oder Knoblauch fein püriert. Für Knoblauch und Bärlauch konnten in einer Studie hemmende Effekte auf Bakterien, Pilze, Viren und Parasiten festgestellt werden.25

 

Beerenfrüchte – die kalorienarmen Vitaminbomben

Ihr Reichtum an sekundären Pflanzenstoffen wie Anthocyane, die den Früchten ihre intensive Farbe verleiht, machen sie zu einem echten Superfood. Zudem sind zahlreiche Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe enthalten, bei niedrigem Kaloriengehalt. Sie wirken zudem antioxidativ und einige Beeren verfügen über besonders hohe Mengen an bestimmten Nährstoffen. So enthalten Erdbeeren viel Folat, welches der Körper für Zellteilungsvorgänge benötigt. Johannisbeeren sind sehr vitamin-C-reich, wohingegen Himbeeren reich an Pektin sind, einem Ballaststoff, der eine gesunde Verdauung fördert. Brombeeren enthalten besonders hohe Mengen an Vitamin A zum Schutz der Netzhaut, Haut und Schleimhäute. In Heidelbeeren ist besonders viel Vitamin E enthalten. Zudem wirken die Gerbstoffe entzündungshemmend. Auch der Genuss von Säften, besonders Muttersäfte, kann während eines Infekts wichtige Nährstoffe liefern. Muttersäfte sind Säfte aus der ersten Pressung, bei denen kaum Trübstoffe entfernt wurden, sodass ein Maximum an natürlichen Inhaltsstoffen erhalten bleibt. Frische Säfte aus Himbeeren, Holunderbeeren, Orangen oder Johannisbeeren enthalten viele Vitamine und Antioxidantien.
Im Saft der Holunderbeeren sind nachweislich virenhemmende Stoffe enthalten, die bestimmte Rezeptoren blockieren. Allerdings muss der Saft vorher erhitzt werden, da es sonst zu Übelkeit und Durchfall kommen kann.26

 

Nüsse und Kerne enthalten zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe

Wertvolle Nährstoffe wie unter anderem Selen, Kupfer, Vitamin E und Zink unterstützen das Immunsystem. Besonders hohe Mengen an Kupfer und Vitamin E findet sich in Sesamsamen und Mandeln, während Kürbiskerne und Cashewkerne sehr zinkreich sind. Hohe Mengen an Selen enthalten Paranüsse. Außerdem stellen Nüssen reichlich Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate und Ballaststoffe bereit. Bei den Fetten sind die ungesättigten Fettsäuren, die einfach und mehrfach ungesättigt vorliegen, besonders förderlich. Ein weiterer positiver Effekt sind die besonders in Walnüssen enthaltenen Polyphenole. Diese als Gerbsäuren bekannten Stoffe wirken als Radikalfänger und schützen den Körper vor oxidativem Stress. Eine Handvoll Nüsse am Tag kann dem Körper somit wertvolle Nährstoffe liefern.


Omega-3-Fettsäuren
gehören zu den sogenannten mehrfach ungesättigten Fettsäuren, von denen die pflanzliche Alpha-Linolensäure (ALA) und die beiden überwiegend aus Fischen oder Algen gewonnenen Omega-3-Fettsäuren Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) besonders wichtig sind. ALA muss über die Nahrung zugeführt werden, denn der Körper kann sie nicht selbst herstellen. In pflanzlichen Lebensmitteln wie Leinsamen und Leinöl, Walnüssen und Walnussöl sowie in Hanföl und Rapsöl ist sie besonders reichhaltig enthalten. EPA und DHA sind befinden sich vor allem in Kaltwasser-Meeresfischen (Lachs, Hering, Makrele, Sardelle) und in bestimmten Mikroalgen (zum Beispiel Spirulina-, Chlorella- oder Schizochytrium-Algen). Diese werden für die Herstellung Omega-3-haltiger Nahrungsergänzungsmittel verwendet und stellen neben Fischöl eine gute Möglichkeit dar, den Bedarf an Omega-3-Fettsäuren zu decken. Der Körper kann aus ALA in geringen Mengen EPA und DHA herstellen, der Bedarf ist damit aber nicht zu decken.

Hinweis

Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren im richtigen Verhältnis

Omega-3-Fettsäuren wirken unter anderem entzündungshemmend und gefäßschützend, sie sind Bausteine der Zellmembranen, werden für die Produktion verschiedener Gewebshormone benötigt und stärken die Immunabwehr. Die heutige Ernährung führt allerdings dazu, dass zu viele Omega-6-Fettsäuren aufgenommen werden, die sich zum Beispiel in Distelöl, Sonnenblumenöl und häufig in fertig verarbeiteten Lebensmitteln befinden. Durchschnittlich enthält unsere Nahrung 10 bis 20-mal mehr Omega-6- als Omega-3-Fettsäuren. Besteht ein Übergewicht an Omega-6-Fettsäuren, kann der Körper kein Omega-3 mehr aufnehmen, da beide Fettsäuren mithilfe desselben Enzyms verarbeitet werden. Das Verhältnis Omega-6 zu Omega-3 sollte zwischen 1:1 und 5:1 liegen.
Der HS-Omega-3 Index® ist ein Test zur Beurteilung der individuellen Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren über die vergangenen Wochen. Gemessen an allen Fettsäuren in den roten Blutkörperchen sollten der Anteil von EPA und DHA insgesamt acht bis elf Prozent betragen.

Lebensmittel mit hohem Eisen- und Zinkgehalt

Neben Vitaminen stärken auch Spurenelemente wie Eisen und Zink die Abwehrkräfte. Sportler, aber auch Schwangere, stillende Mütter und ältere Menschen können einen erhöhten Eisen- und Zinkbedarf haben. Der Zink- und Eisenbedarf kann unter anderem mit folgenden Lebensmitteln gedeckt werden: Den Tagesbedarf von 7 mg Zink enthalten zum Beispiel 130 g Hartkäse, 200 g Weizen, 130 g Nüsse oder 150 g Haferflocken. Wertvolle Eisen-Quellen stellen neben Fleisch und Fleischerzeugnisse auch Kürbiskerne, Hülsenfrüchte, Sesam und getrocknete Aprikosen dar.

 

Therapie und Prävention

Jede Behandlung enthält präventive Aspekte und jede Prävention wirkt auch als Therapie. Die Grundpfeiler jeder Vorbeugung und Therapie basieren auf unserem Lebensstil: Wie ernähren Sie sich? Ist Ihr Organismus ausreichend mit Mikronährstoffen versorgt? Wieviel Bewegung ist in Ihren Alltag integriert? Rauchen Sie und wieviel Alkohol konsumieren Sie? Bestimmt Stress Ihr ganzes Leben? Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, können sich diese Basispfeiler positiv auf Ihre Gesundheit auswirken, aber auch jahrelange Risikofaktoren für viele Erkrankungen darstellen. In diesem Kapitel werden zahlreiche ganzheitliche Methoden vorgestellt, die Ihre Gesundheit und Lebensqualität stärken können – präventiv und/oder auch als Therapie.

Mikronährstoffe

Das-Wichtigste-in-Kürze

Mikronährstoffe in der Übersicht

  • Mikronährstoffe sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen bei Masern. Besonders wichtig sind Antioxidantien wie Vitamin A, C und E sowie Selen und Zink. Aber auch Vitamin D und sekundäre Pflanzenstoffe haben eine das Immunsystem modulierende Wirkung.
  • Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Mikronährstoffbedarf ausreichend über die Ernährung zu decken, können moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischungen sinnvoll sein.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Eine wichtige Basis für alle Therapien wird oft bei der Beratung außer Acht gelassen: Eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung. Der Körper muss mit Mikronährstoffen optimal versorgt sein, damit Folgen der Masern abgemildert und Nebenwirkungen der Impfung reduziert werden können.

 

Mikronährstoffe – was ist das?

Zu den Mikronährstoffen gehören in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die einen wichtigen Teil dazu beitragen, damit unser Organismus funktioniert. Im weiteren Sinne lassen sich auch essentielle Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme hinzuzählen. Makronährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette sind unsere Energielieferanten, während die Mikronährstoffe an Prozessen wie z. B. Blutgerinnung, Immunabwehr und Knochengesundheit beteiligt sind. Einige Mikronährstoffe kann unser Körper selbst herstellen, die meisten jedoch müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

 

Der menschliche Organismus – ein Blick in die Zellen

Der Mensch besteht aus über 70 Billionen Zellen. Diese können alle nur optimal funktionieren, wenn sie mit Vitaminen und Spurenelementen versorgt sind. Es gibt nahezu keinen Stoffwechselschritt, an dem nicht mehrere Mikronährstoffe beteiligt sind. Dazu zählen unter anderem die:

  • Aktivierung von Enzymen und Hormonen (Stoffwechselaktivität)
  • Abwehrleistung des Immunsystems (Immunstoffwechsel)
  • Energieproduktion in den Kraftwerken unserer Zellen, den sogenannten Mitochondrien (Energiestoffwechsel)
  • Leistungsfähigkeit des Herzmuskels (Herzkraft und -rhythmus)
  • Kontraktion der Skelettmuskulatur (Muskelkraft und -koordination)
  • Impulsübertragung in und der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen (Nerven- und Gehirnstoffwechsel)

 

Für alle Stoffwechselreaktionen im Körper sind Enzyme notwendig, sie wirken wie ein Katalysator. Enzyme können ihren Aufgaben jedoch nur mithilfe von Mikronährstoffen nachkommen. Je besser der Körper mit Nährstoffen versorgt ist, desto besser funktioniert der gesamte Organismus. Ein Mikronährstoffmangel kann sich also negativ auf den Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken. Um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihre weiteren Therapien zu unterstützen, sollten Sie also auf Ihren Mikronährstoffhaushalt achten.

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen?

Egal ob Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder die Antibabypille. Schon ein einzelnes Medikament kann unsere optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ungünstig beeinflussen. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto intensiver wird in den Mikronährstoffhaushalt eingegriffen, was Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinander sowie das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht. Hierdurch kann nicht nur die Wirkung des Medikaments negativ beeinflusst werden, sondern auch die Funktion der Mikronährstoffe.

 

Welche Lebensphasen führen noch zu einem erhöhten Mikronährstoff-Bedarf?

Aber nicht nur die regelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einem erhöhten Mikronährstoffbedarf. Es gibt bestimmte Lebensphasen und Umstände, die ein erhöhtes Risiko für einen Nährstoffmangel aufweisen:

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • ältere Menschen
  • Menschen mit Magen-Darm-Störungen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen

 

Diesen erhöhten Bedarf zu decken, ist nicht immer einfach. Trotz des reichhaltigen Angebotes an verschiedenen Lebensmitteln verringern verschiedene Faktoren den Mikronährstoffgehalt in Lebensmitteln:

  • nicht ausgereiftes Obst und Gemüse
  • größere Erträge in der Landwirtschaft
  • Einsatz von Pestiziden

 

Es ist wichtig, die Ernährung mit einer breiten und möglichst natürlichen Basis an allen Vitaminen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu optimieren.

 

Mikronährstoffkonzentrat als Grundlage

Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

 

Das Angebot an Mikronährstoffpräparaten ist groß und unübersichtlich. Entscheidend beim präventiven Ansatz ist die natürliche Vielfalt. Das ideale Mikronährstoffpräparat ist auf natürlicher Basis produziert, enthält neben allen klassischen Mikronährstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme, ist flüssig, glutenfrei und vegan. Die Bioverfügbarkeit sollte wissenschaftlich belegt sein und es sollten keine künstlichen Aroma- oder Konservierungsstoffe enthalten.

 

Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe stärken das Immunsystem

Neben Hygienemaßnahmen, die nachweislich auch zu einem Rückgang der Maserninfektionen geführt haben, ist auch eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen unverzichtbar, um das Immunsystem gegen Viren, Bakterien und andere Erreger zu stärken. Ein ausgewogenes Angebot an Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen und Mineralien kann das Immunsystem stärken und leistungsfähig halten. Bei virusbedingten Erkrankungen, wo die Infektion über die Atemwege stattfindet und die sich systemisch ausbreiten, sind verschiedene Mikronährstoffe relevant. Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert vor, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffe. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrer natürlichen Zusammensetzung belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

Hinweis

Der Aufbau des antioxidativen Systems

Das antioxidative Schutzsystem kann man sich wie eine Pyramide vorstellen. Zuoberst stehen die drei wichtigsten Moleküle des antioxidativen Systems, die drei Enzyme Superoxiddismutase (SOD), Glutathionperoxidase und Katalase. Sie kontrollieren maßgeblich die freien Sauerstoffradikale, indem sie ihre synergistische Wirkung entfalten und Reaktionsketten, die durch oxidativen Stress ausgelöst werden, direkt zu Beginn unterbrechen. Ebenfalls von großer Bedeutung sind die sogenannten Master-Antioxidantien Glutathion und Coenzym Q10, die in der Lage sind, viele andere Antioxidantien zu recyceln. Die Basis der Pyramide bilden die sekundären Antioxidantien, zu denen viele Pflanzenstoffe und Mikronährstoffe zählen. Einerseits wirken sie als Co-Faktoren und Substrate der Enzyme, fungieren aber auch selbst als Radikalfänger.

Da die drei Enzyme an der Spitze der Pyramide für ihre Funktion große Mengen an Mikronährstoffen benötigen, arbeitet das komplette System umso effizienter, je besser die Versorgung mit den sekundären Antioxidantien wie Vitamin C, E, A, Carotinoiden und Polyphenolen sowie Mineralstoffen und Spurenelementen ausfällt.

Vitamine

Vitamin A

Haut und Schleimhäute spielen eine wichtige Rolle in der Abwehr von Bakterien und Viren, denn diese befallen die Erreger zuerst. Für die schleimhautspezifische Immunität des Atemwegs-, Magen-Darm- und Urogenitaltraktes ist Vitamin A sehr bedeutend. Vitamin A ist auch wichtig für die dendritischen Zellen, die vor allem den T-Lymphozyten Antigene präsentieren, und unterstützt die B-Vitamine im lymphatischen Gewebe des Dünndarms (Peyer-Plaques) bei der Produktion von IgA-Antikörpern, die die Schleimhäute umranden.

Vitamin A funktioniert im Zusammenspiel mit Vitamin D und benötigt zudem auch Zink, um seine Wirkung zu entfalten. Liegt ein Vitamin-A-Mangel vor, kann dies zu empfindlichen Schleimhäuten führen, wodurch sich das Risiko für Infektionskrankheiten erhöht, da die Immunabwehr des Darmes gestört ist.

Zudem zeichnet sich Vitamin A durch seine antioxidativen Eigenschaften aus, die die Zellen vor freien Radikalen schützen. Des Weiteren übt Vitamin A eine Schutzfunktion auf die Netzhaut aus, weshalb es bei Maserninfektionen empfohlen wird, wenn ein Vitamin-A-Mangel vorliegt.

 

Vitamin C

Vitamin C zählt zu den wirksamsten Antioxidantien und unterstützt den Körper bei viralen Infektionen, welche häufig zur Aktivierung von Phagozyten (Fresszellen) unter Freisetzung reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) führen. ROS spielen eine Rolle bei der Deaktivierung von Viren, sind jedoch schädlich für den menschlichen Organismus, wenn zu wenig Radikalfänger wie Vitamin C vorhanden sind. So konnte in einem Modellversuch durch Verabreichung von Antioxidantien eine signifikante Reduzierung einer Lungenentzündung erreicht werden.27
Vitamin C ist in Leukozyten, Lymphozyten und Makrophagen konzentriert und erreicht in diesen Zellen hohe Konzentrationen.28
Außerdem ist Vitamin C in der Lage, die Chemotaxis zu verbessern, sodass Immunzellen schneller an den Ort der entzündlichen Reaktion gelangen, und es unterstützt die Wirkung zytotoxischer T-Zellen, die sogenannten T-Killerzellen, die Viren dazu anregen, sich selbst zu zerstören (Apoptose).29
Zur Stärkung des Immunsystems werden 300 bis 900 mg Vitamin C pro Tag empfohlen, da der Darm nicht in der Lage ist, mehr aufzunehmen.

 

Vitamin E

Neben den Vitaminen A, C und D ist Vitamin E als starkes Antioxidans für ein gut funktionierendes Immunsystem von Bedeutung. Es gibt verschiedene Arten von Vitamin E, wie beispielsweise Alpha-, Beta- und Delta-Tocopherol, welche im Immunsystem unterschiedliche Funktionen erfüllen, wobei Alpha-Tocopherol entzündungshemmend wirkt.30
Vitamin E stimuliert beispielsweise das Wachstum von T-Zellen, welche dem spezifischen Abwehrsystem des Körpers angehören. Bekanntermaßen lässt das Immunsystem älterer Menschen nach, sodass sich auch die T-Zell-Antwort abschwächt. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Vitamin E die Funktion der T-Zellen im Alter verbessern kann. Aber so wie andere Vitamine auch, funktioniert Vitamin E nur im Zusammenspiel mit andern Faktoren, insbesondere Vitamin C, sodass eine gute Abwehr nur bei ausreichender Versorgung mit beiden Vitaminen aufgebaut werden kann. Allerdings zeigt die Nationale Verzehrsstudie II, dass in der Altersgruppe vom 19.- 80. Lebensjahr nur circa 50 % der Frauen und Männer die Zufuhr-Empfehlung für Vitamin E erreichen.

 

Vitamin B2

In Kombination mit Vitamin E und Vitamin C hilft Vitamin B2, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen und trägt zum Erhalt der Schleimhäute bei. Außerdem übernimmt es Funktionen im Energiestoffwechsel, sodass der Körper leistungsfähig bleibt.

 

Vitamin D

Vitamin D ist an der Ausbildung, Aktivierung und Steuerung des Immunsystems beteiligt, indem es die Ausschüttung körpereigener Abwehrstoffe reguliert. Der Körper ist selbst in der Lage, Vitamin D unter Einfluss von Sonnenlicht über die Haut herzustellen. Aber vor allem nach den Wintermonaten mit geringer Sonnenexposition sinkt der Vitamin-D-Spiegel rapide ab. Allerdings ist in der deutschen Gesamtbevölkerung auch ganzjährig ein unzureichender Vitamin-D-Status feststellbar. Laut RKI sind etwa 54 % der Kinder und Jugendlichen und 44 % der Erwachsenen mit Vitamin D unterversorgt.31,32
Eine Studie mit mehr als 5.000 Probanden konstatierte, dass die Teilnehmer mit den höchsten Masern-Antikörpertiter-Werten signifikant niedrigere serologische Spiegel von 25-Hydroxyvitamin-D aufwiesen als die Teilnehmer mit den niedrigsten Masern-Antikörpertitern-Werten.33
Außerdem wurde in einer Übersichtsstudie festgestellt, dass insbesondere Menschen mit sehr niedrigem Vitamin-D-Status unter 10 ng/ml von einer Vitamin-D-Supplementation profitierten und weniger oft an akuten Atemwegsinfekten litten.34
Die Nationale Verzehrsstudie II (NVS II) ermittelte, dass insgesamt 82 % der Männer und 91 % der Frauen die empfohlene tägliche Zufuhr von Vitamin D nicht erreichen.

Wer sich hauptsächlich drinnen aufhält oder an bestimmten Darmerkrankungen leidet, die die Vitamin-D-Aufnahme behindern, entwickelt besonders häufig einen Vitamin-D-Mangel. Vor der Supplementation sollte jedoch erst eine Messung von 25-Hydroxyvitamin-D (25(OH)D), im Blutserum erfolgen, damit die Dosierung genau berechnet werden kann.

Vitamin D benötigt allerdings noch weitere Co-Faktoren, um optimal wirken zu können wie Vitamin A, Vitamin C und Magnesium. Bei Magnesiummangel kann Vitamin D nicht adäquat aufgenommen werden. Zudem würde sich ein bereits bestehender Magnesiummangel weiter verschlechtern.

Ausflug in die Wissenschaft

Warum wirkt Vitamin D schützend auf die Atemwege?

Warum Vitamin D eine protektive Wirkung auf Atemwegsinfekte hat, wollten Forscher herausfinden, indem sie Zellen der Bronchialschleimhaut mit Rhinoviren infizierten, die Erkältungskrankheiten hervorrufen. Sie stellten fest, dass Vitamin D in der Lage war, die antivirale Abwehr über Stimulation von Cathelicidin und angeborener Inteferon-Wege anzuregen. Als ein Schlüsselmolekül der Immunabwehr des Menschen verfügt Cathelicidin über antimikrobielle Eigenschaften gegenüber Bakterien, Viren, Pilzen und auch Parasiten. Interferone sind körpereigene Eiweiße, die immunmodulierend wirken und den Körper bei der Virenabwehr unterstützen.35

Spurenelemente

Zink

Zink ist als Spurenelement an vielen zellulären Funktionen beteiligt. Hierzu zählen die Zellteilung, die Synthese des Erbguts (DNA und RNA) sowie die Apoptose (programmierter Zelltod). Das Immunsystem ist ständigen Veränderungen unterworfen und somit hat Zink hier große Bedeutung. Zudem ist Zink für die Funktion von mehr als 300 Enzymen ausschlaggebend und ist entscheidend an der normalen Entwicklung und Funktion von Zellen der unspezifischen Immunabwehr beteiligt wie neutrophilen Granulozyten und natürlichen Killerzellen. Aber auch die erworbene Immunität wird von Zink unterstützt. Dies betrifft bestimme Funktionen von T-Lymphozyten und B-Lymphozyten, was sich auch auf die Antikörperbildung auswirkt. Zink wirkt außerdem als Antioxidans und ist in der Lage, Membranen zu stabilisieren.36

Eine Beobachtungsstudie an knapp 600 Bewohnern eines Seniorenheims im Alter von mindestens 65 Jahren kam zu dem Schluss, dass niedrige Zinkspiegel mit einer höheren Rate an Lungenentzündungen (Pneumonien) verknüpft waren.37
Eine weitere Studie an 50 Probanden im Alter über 54 Jahren zeigte, dass eine Substitution mit 45 mg Zink pro Tag zu signifikant weniger Infektionen führte.38
Im Gegensatz zu Eisen kann der Körper Zink nur in sehr geringen Mengen speichern, sodass eine regelmäßige Zinkzufuhr notwendig ist. Die Diagnose eines Zinkmangels gestaltet sich allerdings schwierig, da keine zuverlässige Bestimmung im Blutplasma oder –serum möglich ist. Die European Food Safety Agency (EFSA) legte fest, dass die langfristige Einnahme von 25 mg Zink pro Tag eine sichere Dosierung darstellt.

 

Selen

Das Spurenelement Selen wird im Körper benötigt, um verschiedenste Körperprozesse aufrechtzuerhalten. Selen spielt eine bedeutende Rolle bei der Immunabwehr und sorgt als Antioxidans für den Schutz der Zellen und Gewebe. In einer Studie zeigte sich, dass eine ergänzend zugeführte Selenmenge dazu führte, dass verstärkt T-Lymphozyten und natürliche Killerzellen gebildet und aktiviert wurden.39
Aufgrund der Tatsache, dass der Selengehalt der Ackerböden immer mehr abnimmt, wird es zunehmend schwieriger, genügend Selen über die Nahrung aufzunehmen. Wissenschaftler kamen zum Ergebnis, dass bis Ende des Jahrhunderts auf zwei Drittel der landwirtschaftlich genutzten Flächen mit einem Selenverlust von rund neun Prozent im Vergleich zu 1980 bis 1999 zu rechnen ist. In Finnland wird aus diesem Grund seit 1984 den Böden selenhaltiger Dünger zugesetzt. Für den täglichen Bedarf werden 30 bis 70 µg Selen empfohlen.

 

Kupfer

Kupfer wirkt nicht nur entzündungshemmend und immunanregend, sondern es wirkt auch wie Zink und Selen als Antioxidans, indem es Enzymen dabei hilft, die freien Radikale, die den Zellen Schaden zufügen können, abzuwehren. Es ist außerdem an der Bildung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) beteiligt und wirkt auf das Bindegewebe und den Eisentransport.

 

Sekundäre Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe verleihen Pflanzen ihre Farbe, dienen ihnen als Abwehrstoffe gegen Fressfeinde oder mikrobielle Angriffe und haben wachstumsregulierende Funktionen. Zu ihnen zählen Polyphenole, Carotinoide, Phytoöstrogene, Glucosinolate, Sulfide, Monoterpene, Saponine, Protease-Inhibitoren, Phytosterine und Lektine.

 

Flavonoide

Catechine (Flavonoide) in Tee und Tee-Extrakten sind in der Lage, schon in haushaltsüblichen Konzentrationen die Infektiosität und das Wachstum verschiedener Bakterien- und Viren-Arten zu hemmen, wie beispielsweise Schwarztee-Extrakt.40


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Unser Tipp für Schwarztee:


Auch grüner Tee verfügt über ein hohes antivirales Potenzial.41
In einer Studie stellten Forscher fest, dass bestimmte Viren effektiver am Eintritt gehindert wurden, wenn Grüntee- und Spirulinaextrakte zusammen verabreicht wurden.42

 

Polyphenole

Polyphenole aus der Ingwerknolle wie Gingerol und Shogaol wirken antioxidativ, haben entzündungshemmende Wirkung auf die Schleimhäute und können die Ausbreitung von Krankheitserregern wie Pilzen und Bakterien eindämmen. Das Hauptpolyphenol im Ingwerextrakt (6-Gingerol) erhöhte die Häufigkeit von Bifidobakterien signifikant, sodass Gingerol ein mögliches Präbiotikum darstellt, um die Darmgesundheit zu fördern.

 

Curcumin

Curcumin, einem Polyphenol der Kurkumawurzel, wurde schon mehrfach eine entzündungshemmende Wirkung nachgewiesen (ähnlich wie Cortison).43
Außerdem belegten Studien, dass Curcumin die Aktivität wesentlicher Bestandteile des Immunsystems wie T-Lymphozyten, natürlichen Killerzellen und Makrophagen verbesserte. Zudem konnte Curcumin in niedrigen Dosen auch die Antikörperreaktionen verbessern.44
In einer weitere Studie entdeckte man, dass Curcumin zum einen Viren daran hinderte, sich an Zellen anzuheften, zum andern hielt Curcumin die Zellen davon ab, das Virus zu replizieren.45

 

Saponine

Verschiedene Pflanzen wie Schlüsselblume, Efeu, Süßholz, Senega, Stiefmütterchen Seifenspiere, das echte Seifenkraut und das Schleierkraut enthalten Triterpensaponine in Wurzeln, Rinde oder im Kraut. Saponine werden als Schleimlöser auch in Hustenmitteln eingesetzt.

 

Polysaccharide und Glykoproteine

Wertvolle Polysaccharide und Glykoproteine regen die Bildung von Botenstoffen der Abwehrzellen des Körpers an. Studien bestätigten eine Stimulierung des Immunsystems, indem Fresszellen angeregt und eingedrungene Viren vernichtet werden.46

 

Senfölglykoside

Senfölglykoside, die sich beispielsweise in den Blättern der Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) befinden, besitzen eine stark antibakterielle, antimykotische (pilzabwehrende) und antivirale Wirksamkeit.

 

Ätherische Öle als Schleimlöser

Ätherische Öle sind vor allem in Thymian, Eukalyptus, Anis, bitterem und süßem Fenchel sowie Nadelbäumen wie Fichte, Tanne und Kiefer enthalten. Sie fördern bei produktivem Husten den Auswurf der Bronchialflüssigkeit und senken die Zähflüssigkeit des verfestigten Bronchialschleims herab. Werden die ätherischen Öle inhaliert, kommt es zur Reizung der Bronchialdrüsen, wodurch sich der zähe Schleim verflüssigt. Zudem wird die Aktivität der Flimmerhärchen in der Bronchialschleimhaut erhöht und der Abtransport des Sekrets und der Erreger gesteigert. Der Hauptbestandteil des Thymianöls, das Thymol, wirkt in höheren Konzentrationen direkt erweiternd auf die Bronchien.

Lebensstil

Das-Wichtigste-in-Kürze

Lebensstil in der Übersicht

  • Ein gesunder Lebensstil trägt dazu bei, das Immunsystem zu stärken und Krankheiten zu vermeiden.
  • Einige präventive Maßnahmen bieten allgemeinen Schutz vor Ansteckung.
  • Eine Ernährung, die viele Vitamine und Mineralstoffe enthält sowie eine ausreichend hohe Flüssigkeitszufuhr stärken das Immunsystem.
  • Bewegung im Freien erhöht die Sauerstoffzufuhr, erhöht den Vitamin-D-Spiegel und stärkt die Abwehr, wobei Überanstrengung vermieden werden sollte.
  • Stress reduzieren und ausreichend Schlaf wirken positiv auf das Immunsystem.
  • Auf Genussgifte sollte weitgehend verzichtet werden.
  • Lachen und eine positive Lebenseinstellung stärken Körper und Seele auf vielerlei Weise.

Präventive Maßnahmen

  • Engen Kontakt mit erkrankten Mitmenschen und Menschenansammlungen in geschlossenen Räumen vermeiden.
  • Händewaschen, vor allem wenn man mit Erkrankten Kontakt hatte. Auch Gegenstände wie Türklinken oder Spielzeuge der Kinder sollten desinfiziert werden.
  • Möglichst nicht ins Gesicht greifen, um zu vermeiden, dass Krankheitserreger in Augen, Nase und Schleimhäute gelangen.
  • Kontakte meiden, wenn man selbst erkrankt ist, insbesondere zu Säuglingen, Schwangeren und Immungeschwächten.

 

Mit der richtigen Ernährung die Abwehrkräfte stärken

Mit einer vitamin- und mineralstoffreichen Ernährung und möglichst wenigen Fertignahrungsmitteln wird der Körper mit Nährstoffen versorgt, die das Immunsystem benötigt, um zu funktionieren. Hierzu zählen auch ausreichend Ballaststoffe, die für ein gesundes Darmmikrobiom sehr wichtig sind. Die mediterrane Ernährung, die reich an Obst, Gemüse und Kräutern sowie fettreichem Fisch, Nüssen und Samen ist, kann hier eine gute Orientierung liefern.

 

Genügend trinken

Wer zu wenig trinkt, ist auch anfälliger für Infekte, da die Schleimhäute austrocknen und Erreger sich besser festsetzen und in den Körper eindringen können. Die Haut und Schleimhäute gehören zu den ersten Barrieren, die der Körper im Kampf gegen Krankheitserreger einsetzt. Bei Aufenthalt in geheizten Räumen wird dieser Effekt noch zusätzlich dadurch verstärkt, dass Viren bei trockener Luft länger überleben. Auch das Blut besteht zu einem großen Teil aus Wasser und ist nur bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr in der Lage, den Körper zum einen mit Nährstoffen zu versorgen und zum andern Abfallstoffe abzutransportieren. Eine tägliche Flüssigkeitsaufnahme von 1,5 bis 2 Litern pro Tag sollte eingehalten werden.
Der beste Durstlöscher ist nach wie vor Wasser, denn es sorgt dafür, dass der Körper ausreichend mit Flüssigkeit versorgt ist und es werden keine unnötigen Kalorien zugeführt. Positiv auf das Immunsystem wirkt außerdem das Trinken von Tee. Vor allem grüner Tee enthält unter anderem zahlreiche Antioxidantien, die die Körperzellen vor oxidativem Stress schützen.

 

Bewegung erhöht die Sauerstoffaufnahme

Mäßige Bewegung bewirkt im Laufe der Zeit eine Anpassung im Bereich von Herz und Kreislauf, Atemwegen und Stoffwechsel, die dazu führt, dass mehr Sauerstoff aufgenommen werden kann. Im Bereich des Immunsystems konnte in einer Studie eine erhöhte Aktivität von natürlichen Killerzellen und weiteren Immunzellen (Neutrophile und Makrophagen) festgestellt werden. Nach langfristigem moderatem Training stieg auch die Expression der T-Helferzellen. Zu vermeiden sind langes Sitzen und wenig körperliche Aktivität, da sie das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigen, die Atemfähigkeit herabsetzen und Fettleibigkeit fördern. Daraus kann eine Schwächung des Immunsystems erfolgen, da systemische Entzündungen und oxidativer Stress gefördert werden.47

 

Nicht überanstrengen

Bewegung ist gut, kann aber auch den Körper schwächen, wenn man sich überanstrengt. Das sogenannte „Open-Window-Phänomen“ beschreibt, dass bei übermäßiger Belastung die Zahl der Abwehrzellen im Blut stark ansteigen. In der folgenden Entspannungsphase sinkt die Anzahl der Immunzellen allerdings unter den Ausgangswert. In dieser Phase ist der Körper anfälliger für Infektionskrankheiten.48

 

Aufenthalt im Freien

In der Natur ist der Erholungsfaktor größer, da viele verschiedene Eindrücke und Gerüche auf den Körper einwirken. Ein Effekt, der besonders beim Waldbaden gute Erfolge zeigt.49
Zudem kann der Körper über die Haut die Bildung von Vitamin D anregen, wenn Sonnenlicht auf die Haut fällt. Die meisten Menschen in den nördlichen Gebieten erleiden besonders im Winter einen Vitamin-D-Mangel.

 

Stress vermeiden

Unbestritten ist mittlerweile, dass sowohl akuter als auch chronischer psychischer und körperlicher Stress die Funktionen der Immunabwehr beeinträchtigen. Studien belegen, dass psychische Belastungen die Anfälligkeit gegenüber Krankheitserregern erhöhen und chronischer Stress die Konzentration von sekretorischem Immunglobulin A im Speichel senkt. Damit funktioniert ein wichtiger Abwehrmechanismus, der den Eintritt von Krankheitserregern in den Körper verhindern soll, nur eingeschränkt. Zudem ist bekannt, dass Glukokortikoide in Stresssituationen verstärkt ausgeschüttet werden, da der sympathische Teil des vegetativen Nervensystems aktiv ist. Dieser versetzt den Körper in eine Art Kampf- und Fluchtsituation. Glukokortikoide, die therapeutisch zur Immunsuppression eingesetzt werden, beeinflussen alle immunkompetenten Zellen. Mit den Wechselwirkungen der Psyche, des Nervensystems und des Immunsystems beschäftigt sich das interdisziplinäre Forschungsgebiet der Psychoneuroimmunologie (PNI).


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Ausreichend Schlaf

Wie Schlaf auf das Immunsystem wirkt, haben Tübinger Forscher untersucht. Sie stellten fest, dass Schlaf die Arbeit bestimmter Abwehrzellen, der T-Helferzellen, fördert. Deren Funktion ist, sich spezifisch an befallene Körperzellen zu heften und zu zerstören. Bei akutem Schlafmangel wird dieser Pfad jedoch gehemmt, sodass bereits drei Stunden Schlafmangel das Immunsystem in seiner Funktion beeinträchtigen können. Bestimmte Hormone, die während des Schlafs aktiv sind, fördern die Ausbildung des erworbenen Immunsystems und die Produktion von Gedächtniszellen. Tagsüber und bei Schlafentzug wirken Hormone wie Adrenalin und Prostaglandin, die die Aktivierung der Haftproteine (Integrine) der T-Zellen verhindern.50

 


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Auf Genussgifte verzichten

Bisher gingen Wissenschaftler davon aus, dass Raucher schwerwiegendere Virusinfektionen entwickelten, weil ihr Immunsystem schwächer ausgeprägt ist. Eine Forschergruppe fand jedoch im Mausmodell heraus, dass das Immunsystem von Mäusen, die Zigarettenrauch ausgesetzt waren, auf Infektionen sogar stärker reagierte und vermehrt entzündliche Prozesse in Gang setzte. Problematisch war also nicht ein schwaches Immunsystem, sondern eine Überreaktion desselben. Die Viren wurden zwar bekämpft, aber die Entzündungsprozesse führten zu vermehrten Gewebeschäden, welche eventuell auch die Ursache der chronisch-obstruktive Lungenerkrankung COPD sein könnte, die bei Rauchern häufig vorkommt.51

Zudem trocknet Tabakrauch die Schleimhäute aus und beeinträchtigt die natürlichen Reinigungsmechanismen der Atemwege.
Kurzfristiger Alkoholkonsum wirkt immunsupprimierend, wohingegen langfristiger Alkoholmissbrauch unspezifische Entzündungsreaktionen fördert, die zu alkoholbedingten Organschädigungen führen können und zu einer eingeschränkten Abwehrfähigkeit gegenüber bakteriellen und viralen Infektionen, vor allem denen des Respirationstrakts. Unter anderem sind Immunzellen weniger leistungsfähig und immunrelevante Botenstoffe (Zytokine) werden unzureichend produziert. Die Darmschleimhaut wird durchlässiger für bakterielle Gifte, da die Barrierefunktion aufgrund einer mikrobiellen Fehlbesiedlung gestört ist.52

 

Lachen ist gesund

Die heilsame Wirkung des Lachens wirkt auf die körperliche und geistige Gesundheit. Beim Lachen werden die Gesichtsmuskeln gelockert und sogenannte Glückshormone wie Serotonin freigesetzt. Ein Effekt, den sich beispielsweise auch Klinik-Clowns zunutze machen, um erkrankten Menschen die Situation zu erleichtern.53
Dabei ist der Körper nicht in der Lage, echtes von bewusst hervorgerufenem Lachen zu unterscheiden. Beides hat folgende Auswirkungen auf den Körper:

  • Es werden mehr als 100 Muskeln bewegt, von der Gesichts- bis zur Atemmuskulatur.
  • Die Körperzellen erhalten mehr Sauerstoff, da die Atmung vertieft wird und Lachen anregend auf das Herz-Kreislauf-System wirkt.
  • Es werden weniger Stresshormone ausgeschüttet und das Schmerzempfinden verringert sich.
  • Nach einem herzhaften Lachanfall sind mehr Abwehrstoffe im Blut vorhanden.

Allerdings lacht ein Erwachsener im Schnitt weniger als 15 Mal pro Tag, wohingegen Kinder täglich mehr als 400 Mal ihre Lachmuskeln spielen lassen. Eine Möglichkeit, mehr Lachen in den Tag einzubauen, ist Lachyoga.54

Konventionelle Therapie

Das-Wichtigste-in-Kürze

Konventionelle Therapie in der Übersicht

  • Bislang gibt es keine spezifische Therapie gegen eine Maserninfektion.
  • Schonung und Bettruhe sollten eingehalten werden.
  • Bei Lichtempfindlichkeit sollte der Raum abgedunkelt werden.
  • Patienten sollten auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.
  • Bei Bedarf können fiebersenkende Mittel, Hustenlöser oder Hustenblocker verordnet werden.
  • Bei bakteriellen Superinfektionen werden Antibiotika gegeben.
  • Bei starken Beschwerden kann ein Krankenhausaufenthalt notwendig sein.

Allgemeine Maßnahmen

Bislang gibt es keine spezifische Therapie gegen eine Maserninfektion. Symptome können jedoch gelindert und der Heilungsprozess unterstützt werden. Wer an Masern erkrankt ist, sollte sich körperlich schonen und Bettruhe einhalten. Bei Lichtempfindlichkeit sollte das Zimmer abgedunkelt werden, damit kein direktes Licht in die Augen fällt. Gleichzeitig sollte auf eine gute Durchlüftung des Raumes geachtet werden.
Patienten sollten viel trinken, um den Körper besonders bei hohem Fieber mit genügend Flüssigkeit zu versorgen. Meist verspüren Erkrankte wenig Appetit, sodass mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt werden sollten, falls der Patient überhaupt essen möchte. Bei Bedarf können fiebersenkende Mittel, Hustenlöser oder Hustenblocker verordnet werden.

N-Acetyl-Cystein (NAC oder ACC) wird in der Praxis als Schleimlöser bei Atemwegserkrankungen verwendet. Es dient als Vorläufer bei der Bildung des Antioxidans Glutathion im Körper und stellt eines der wichtigsten antioxidativen Abwehrsysteme dar, auch zur Prophylaxe oder Therapie von Viruserkrankungen.55
Als Baustein von Gluthation aktiviert es indirekt die zelluläre Immunabwehr und wirkt schützend auf das Nervensystem, indem es – unterstützt durch Vitamin B6 – das starke Antioxidans Taurin bildet.
N-Acetyl-L-Cystein konnte in einer Studie die Vermehrung von saisonalen humanen Influenza-A-Viren hemmen und trug außerdem zur Entzündungshemmung bei.56

 

Verschreibungspflichtige Medikamente

Sollten sich bakterielle Superinfektionen einstellen wie Mittelohrentzündung (Otitis media) oder Lungenentzündung (Pneumonie) werden Antibiotika verordnet.

 

Kontaktvermeidung

Bis zum Abklingen der Symptome sollte der Kontakt zu Verwandten und Freunden vermieden werden, soweit diese nicht immun sind. Insbesondere Schwangere, ungeimpfte Babys und immunschwache Personen sollten den Kontakt auf jeden Fall vermeiden. Frühestens fünf Tage nach Auftreten des Hautausschlags können Kinder wieder die Schule oder den Kindergarten besuchen. Es wird allerdings dazu geraten, Kinder ein bis zwei Wochen zu Hause zu behalten, da der Organismus noch sehr geschwächt und das Immunsystem beeinträchtigt ist.

 

Komplikationen

Treten Fieberkrämpfe auf, starke Entzündungen der Augen, Atembeschwerden sowie starke Kopfschmerzen, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen oder ein steifer Nacken könnte es sich um eine Hirnhautentzündung handeln, eine sogenannte postinfektiöse Enzephalitis. Hier sollte sofort der Notarzt verständigt werden.

 

Vitamin-A-Gabe

Das RKI gibt an, dass „eine Vitamin-A-Gabe grundsätzlich die Mortalität bei Kindern zwischen sechs Monaten und fünf Jahren mit vorliegendem Vitamin-A-Mangel senken kann“. Vitamin-A-Mangel bestehe allerdings eher in Ländern mit einem mittleren und niedrigen durchschnittlichen Einkommen. In Deutschland kämen Vitamin-A-Mängel selten vor und daher hätte eine zusätzliche Gabe keinen Einfluss auf den Verlauf der akuten Masernerkrankung und wird deshalb nicht routinemäßig empfohlen. Dem stehen allerdings die Ergebnisse der nationalen Verzehrsstudie II gegenüber. Dieser zufolge wurde für mindestens 25 % der Bevölkerung keine bedarfsgerechte Zufuhr von Vitamin A (Retinol) über die Ernährung erreicht.

Hinweis

Kinder bis 12 Jahren dürfen nicht mit Acetylsalicylsäure (ASS) oder anderen Salicylaten behandelt werden

Acetylsalicylsäure (ASS) oder anderen Salicylate sowie einige Viren können das seltene, unheilbare und häufig tödlich verlaufende Reye-Syndrom auslösen. Die Erkrankung betrifft vor allem das Gehirn und die Leber und wird auch als hepatische Enzephalopathie bezeichnet. Unter Experten herrscht Einigkeit darüber, dass insbesondere Acetylsalicylsäure bei Kindern und Jugendlichen nur in seltenen Ausnahmefällen angewendet werden sollte.

Medikamente mit Acetylsalicylsäure haben zudem grundsätzlich keine Zulassung für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren und enthalten immer den Warnhinweis, dass bei den geringsten Anzeichen für das Reye-Syndrom (vor allem anhaltendes Erbrechen nach der Einnahme) unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden sollte.
Der Zusammenhang zwischen dem Reye-Syndrom und der Einnahme von ASS wurde erstmals 1989 bestätigt.57.

Ganzheitliche Therapie

Das-Wichtigste-in-Kürze

Ganzheitliche Therapie in der Übersicht

  • Phytotherapie
  • Ayurveda und Traditionelle Chinesische Medizin
  • Gemmotherapie
  • Homöopathie
  • Schüßler-Salze
  • Darmreinigung und Darmsanierung
  • leberunterstützende Maßnahmen
  • Wickel
  • Hochdosis-Vitamin-Behandlungen

Phytotherapie

  • Präparate mit Meerrettichwurzel und Kapuzinerkresse

Mittels eines in den Pflanzen enthaltenen Enzyms werden nach dem Schlucken bereits im Magen Senföle gebildet, welche antimikrobiell wirksam sind. Nach Aufnahme ins Blut erreichen die Senföle die Lungen und die Nieren, wo sie Erreger bekämpfen.58,59

 


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Die Wirkstoffe der Meerrettichwurzel und der Kapuzinerkresse haben nachweislich antibiotische und sogar antivirale Eigenschaften. Wenn es aufgrund von Halsschmerzen und Appetitlosigkeit nicht möglich ist, diese Lebensmittel frisch zu verzehren, können Sie das „natürliche Antibiotikum“ auch in Tablettenform einnehmen.


 

  • Präparate mit Echinacea (Sonnenhut), Baptisia (Färberhülse) und Thuja (Lebensbaum)

Die drei Pflanzen wirken in Kombination auch gegen Viren und andere Erreger. Eine Multicenter-Studie, die parallel an mehreren Einrichtungen durchgeführt wurde, zeigte, dass der Mischextrakt die Erkältungsdauer um bis zu drei Tage verkürzen kann.60

 

  • Huflattich-Tropfen bei Atemwegsbeschwerden

Huflattich, auch “Tussilago farfara” genannt, ist sehr wirksam bei Husten. Der lateinische Name “tussis ago” steht für “Husten vertreiben”. Der Wirkstoff ist als Tropfen, unter anderem in Kombination mit anderen Pflanzenwirkstoffen in der Apotheke erhältlich.

 

  • Efeu- und Thymianextrakte sowie ätherische Öle lindern Erkältungshusten und helfen bei akuter Bronchitis

Häufig sind saponinhaltige Pflanzenbestandteile in verschiedenen Hustenteemischungen enthalten, während Fertigarzneien in Form von Säften, Tropfen oder Dragees häufig Efeublätter- und Thymianextrakt enthalten. Für Prospan® Hustensaft und Bronchipret® Saft wurde die Wirksamkeit in Studien belegt.61,62
Einige ätherische Öle wirken auswurffördernd (expektorierend). Hier sind vor allem Thymian, Eukalyptus und Anis zu nennen. Aber auch die ätherischen Öle des Fenchel und bestimmter Nadelbäume wie Fichte, Tanne und Kiefer wirken effektiv bei Hustenproblemen. Die ätherischen Öle werden meist in Form von Tees, Tropfen, Kapseln, Einreibungen und Inhalaten angeboten. Die Wirksamkeit wurde in Studien belegt, zum Beispiel für GeloMyrtol®, einem Präparat aus Eukalyptusöl, Süßorangenöl, Myrtenöl und Zitronenöl.63


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Hier finden Sie das Produkt GeloMyrtol:


 

  • Augenkompressen mit Euphrasia-Tee (Augentrost)

Die Heilpflanze wird, wie der Name schon verrät, bei verschiedenen Augen- und Lidrandentzündungen eingesetzt und kann auch bei Lichtscheu Linderung verschaffen. Es können Umschläge oder Spülungen aus Tee hergestellt werden, in der Apotheke sind jedoch auch Tropfen und Salben erhältlich. Ein weiterer Effekt von Augentrost ist seine magenkräftigende Wirkung.

 

  • Naturheilmittel aus Honig und Kaffee gegen Reizhusten

Eine iranische Studie konnte darstellen, dass ein Naturheilmittel aus Bienenhonig und Kaffeepulver effektiver gegen chronischen Reizhusten half als gängige Hustenlöser aus der Apotheke. Die Paste, die Probanden verabreicht bekamen, bestand aus 500 g Honig vermischt mit 70 g Instantkaffee.64

 

  • Zwiebelsirup bei Husten

Der Zwiebelsaft wirkt desinfizierend, entzündungshemmend und schleimlösend. Zur Anwendung wird eine große Zwiebel geschält, klein gehackt und die Stücke in ein verschließbares Glas gegeben. Darüber zwei Esslöffel flüssigen Honig laufen lassen, das Glas verschließen und die Mischung mehrere Stunden oder über Nacht ziehen lassen. Es entsteht ein Zwiebelsirup, der mehrmals täglich löffelweise eingenommen wird.

 

  • Das ayurvedische Hausmittel Kadha

Die ayurvedische Zubereitung Kadha wird in Indien vorwiegend als Hausmittel zur Vorbeugung und Behandlung von Atemwegserkrankungen wie Husten, Erkältung und Grippe eingesetzt. Enthalten sind die Pflanzenextrakte aus Ashwagandha, Schwarzem Pfeffer, Kardamom, Nelken, Knoblauch, Ingwer, Guduchi, Tulsi, Zitrone und Kurkuma.

 

  • „Qingfei Paidu“-Abkochung aus der Traditionellen Chinsischen Medizin (TCM)

Das Glycyrrhizin der Süßholzwurzel ist wirksamer Bestandteil dieser TCM-Zubereitung, die insgesamt aus 21 verschiedenen Kräutern besteht und auch effektiv gegen Lungenentzündung wirkt.65

 

  • Gemmotherapie

Die noch vergleichsweise unbekannte Gemmotherapie ist eine Form der Phytotherapie, bei der Pflanzenknospen verwendet werden, um verschiedene Beschwerden zu behandeln. Diese schnell wachsenden Pflanzenanteile erforschte der belgische Arzt Dr. Pol Henry Mitte des 20. Jahrhunderts und entwickelte sie als anwendbare Therapie weiter. Die Gemmotherapie (von gemma, lat. Knospe) überträgt die Kraft, die in den Knospen steckt und die Pflanzen wachsen lässt über das Mittel auf den Menschen. Es werden vor allem heimische Pflanzen verwendet wie Schwarze Johannisbeere, Haselstrauch, Walnussbaum oder Ulme. Die Wirkung wird damit erreicht, dass in den Knospen wichtige Eiweißbausteine (Aminosäuren) in höherer Konzentration enthalten sind als später in den Blättern. Zudem verfügen sie über einen höheren Vitamin-C-Gehalt als die Frucht später enthält und die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe (Flavonoide) sind in der Lage, neben ihrer antibakteriellen und antiviralen Wirkung, die körpereigenen Abwehrsysteme des Menschen zu unterstützen und freie Radikale abzufangen.
Gemmomittel werden aus frischen Knospen, Triebspitzen und jungen Schösslingen gewonnen und als Mazerat in Form von Sprays oder Tropfen über die Mundschleimhaut aufgenommen. Die Gemmotherapie sollte nach Rücksprache mit dem behandelnden Therapeuten angewendet werden.66,67

 

 

Homöopathie

Bei der Auswahl eines homöopathischen Mittels sollte stets darauf geachtet werden, dass das Wirkspektrum des Mittels möglichst exakt zu der aktuellen Symptomatik des Patienten passt. Eine ausführliche Anamnese durch einen homöopathisch ausgebildeten Arzt oder Heilpraktiker stellt dies sicher. Einige Mittel haben sich in Bezug auf die Masernerkrankung als hilfreich erwiesen:

 

  • Pulsatilla gilt als Hauptmittel bei einer Masernerkrankung

Patienten sind weinerlich, sehr anhänglich und zeigen eine wechselhafte Stimmungslage. Sie leiden unter einer Konjunktivitis mit Lichtscheu und gelblich-rahmigen Sekreten, die aus Augen und Nase laufen und einem trockenen Husten, der sich bei hohen Temperaturen verstärkt.

 

  • Apis

Die Bindehäute sind hellrot und glasig, die Augenlider geschwollen und sie produzieren reichlich klaren Tränenfluss. Patienten leiden unter stechenden Kopfschmerzen, (Schrei-) Unruhe und Schwäche, was auf eine mögliche Enzephalitis hindeuten könnte. Typische Anzeichen sind Durstlosigkeit und das Verlangen nach frischer Luft, wodurch sich Beschwerden bessern.

 

  • Bryonia

Patienten sind gereizt und leiden unter einem Trockenheitsgefühl der Schleimhäute mit einer dick belegten Zunge und sie verspüren großen Durst. Der Husten ist trocken und bereits kleinste (Atem-) Bewegungen können schmerzen, was auf eine mögliche Lungenentzündung hindeuten kann. Frische Luft verbessert die Beschwerden, während Wärme sie verschlechtert, ähnlich wie bei Apis.

 

  • Sulfur

Hier ist der Krankheitsverlauf schleichend und etwas verzögert. Der typische kleinfleckige Masernausschlag zeigt sich nur teilweise und der Juckreiz an der Haut und den Augenlidern hält an. Es stellen sich ein hartnäckiger Husten und Kopfschmerz ein mit rotem Kopf und Hitzegefühl.

 

  • Antimonium tartaricum

Patienten sind geschwächt und die Zunge ist dick und weißlich belegt und das Masernexanthem ist eher schwach ausgeprägt. Würgereiz beim Husten bis hin zum Erbrechen kann auftreten.

 

  • Otovowen® bei Mittelohrentzündung und Ohrenschmerzen

Otovowen® ist ein homöopathisches Arzneimittel auf Basis von schwarzem Holunder, rotem Sonnenhut, echter Kamille und kanadischem Blutwurz. Es kann bei den ersten Anzeichen einer Mittelohrentzündung oral verabreicht werden. Treten jedoch Schmerzen und Druckgefühl im Ohr auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

 

 

Weitere homöopathische Mittel, die bei Masern hilfreich sein können

Euphrasia, Belladonna, Drosera, Ipecacuanha, Kalium carbonicum, Phosphorus, Gelsemium, Ferrum phosphoricum, Morbillinum, Spongia, Cuprum, Rhus toxicodendron, Tuberculinum.

 

Schüßler-Salze

Die homöopathisch aufbereiteten Mineralstoffe können begleitend bei der Masernimpfung eingesetzt werden. Üblicherweise werden Schüßler-Salze in Tablettenform eingenommen, sie sind aber auch als Globuli erhältlich, wobei fünf Globuli einer Tablette entsprechen. Äußerlich können Schüßler-Salze als Salbe angewendet werden. Tabletten können auch mit Wasser aufgeweicht und als Breiauflage verwendet werden. Die Dosierung ist altersabhängig und sollte mit einem Arzt oder Heilpraktiker abgesprochen werden. Bei hohem Fieber ist ein Arzt hinzuzuziehen.

  • Im Anfangsstadium:
    Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12 und Nr. 4 Kalium chloratum D6
  • Bei hohem Fieber:
    Nr. 5 Kalium phosphoricum D6 häufig und in kurzen Abständen

Nr. 8 Natrium chloratum, wenn das Fieber sinkt

  • Bei Abklingen der Symptome:

Nr. 6 Kalium sulfuricum über mehrere Wochen

Nr. 8 Natrium chloratum über mehrere Wochen

 

 

Darmreinigung und Darmsanierung

Bei der Darmreinigung werden Stoffe (Bentonit, Zeolith, Heilerde, Flohsamenschalen) eingesetzt, die Gifte an sich binden können, damit diese nicht mehr in den Blutkreislauf gelangen und ausgeschieden werden können. Auch der Aufbau der Darmflora, insbesondere nach Antibiotikabehandlung, sollte durch Probiotika und fermentierte Lebensmittel gefördert werden. Eine ausreichend hohe Trinkmenge ist wichtig, damit der Ausscheidungsprozess gefördert wird.


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In unserem Darm befindet sich der Großteil unserer Abwehrzellen. Wichtig dabei ist, dass die Darmflora – das sogenannte Mikrobiom des Darms – intakt ist. Dieses Mikrobiom besteht aus über 400 verschiedenen Darmbakterienarten, welche sich hauptsächlich im Dickdarm aufhalten. Sie unterstützen nicht nur unsere Verdauung, sondern produzieren verschiedene Vitamine und sind besonders wichtig für unsere Immunabwehr. Eine Darmsanierung lohnt sich besonders dann, wenn Sie Ihre Abwehrkräfte stärken, Magen-Darm-Beschwerden lindern oder Ihren Körper entgiften wollen. Auch nach einer Antibiotikaeinnahme sollte das Mikrobiom wieder ins Gleichgewicht gebracht werden.

Hier zwei Tipps zu bewährten Produkten zur Darmsanierung:


 

Leberunterstützende Maßnahmen

Die Leber ist das wichtigste Entgiftungsorgan und sollte nach einer Erkrankung zusätzlich unterstützt werden. Mit einer basenüberschüssigen Ernährung, Probiotika und Bitterstoffen kann die Leber ihre Aufgaben wieder vollumfänglich erfüllen. Zusätzlich können Curcumin, Mariendistel- und Artischockenextrakt sowie Capsaicin aus der Chilischote die Leberfunktionen unterstützen.68

 

Wickel unterstützen den Genesungsprozess

Hinweis

Wissenswertes zu Wickeln

Wickel gehören zu den alternativen Heilmethoden und können den Genesungsprozess wie folgt unterstützen:

  • Linderung der Beschwerden
  • bessere Durchblutung der Haut
  • Unterstützung des Stoffwechsels
  • Verwendung unterschiedlicher Heilkräuter und ätherischer Öle zur Unterstützung
  • Patienten fühlen sich umsorgt und kommen zur Ruhe

 

Es sollten jedoch ein paar grundlegende Dinge beachtet werden.

  • Die Anwendung sollte vorab mit dem Hausarzt besprochen werden.
  • Wickel ersetzen keine Medikamente.
  • Patienten dürfen während der Anwendung nicht alleine gelassen werden.
  • Die Behandlung muss abgebrochen werden, sobald Patienten auskühlen, die Wickel als zu heiß empfunden werden und allergische Reaktionen auftreten.
  • Es sollte möglichst eine Wickelmethode angewendet werden, dafür aber konsequent.
  • Keine Wickel anwenden bei hohem Fieber (siehe Wadenwickel), allgemeiner Schwäche, Bluthochdruck, niedrigem Blutdruck und Herz-Kreislauf-Schwäche

 

  • Halswickel mit Zitrone bei Halsschmerzen

Hier werden die ätherischen Öle der Zitrone zur Linderung von Halsschmerzen eingesetzt. Zur Gewinnung der ätherischen Öle sollte eine halbe Zitrone mit der Schnittfläche nach unten in ein Gefäß gelegt und mit ca. 75 Grad heißem Wasser übergossen werden. Die Zitrone vorsichtig ausdrücken und ein Bauwolltuch mit dem Zitronenwasser tränken. Das Tuch wird anschließend in ein Handtuch gelegt und am Hals aufgerollt. Zur Sicherheit sollte die Temperatur vorher am Handgelenk geprüft werden. Mit einem warmen Wollschal umwickeln und 30 Minuten wirken lassen.

 

  • Wadenwickel bei Fieber

Generell ist Fieber eine wichtige Körperreaktion bei Infekten, denn es steigert die Stoffwechselaktivität und hilft dem Körper, Krankheitserreger zu bekämpfen.

Zunächst sollte sichergestellt werden, dass Patienten keine kalten Hände und Füße haben, weil dies eine Zentralisierung des Kreislaufs anzeigt. Hände und Füße werden dann zugunsten der Blutversorgung der inneren Organe weniger gut durchblutet. In diesem Fall sollten keine Wadenwickel angelegt werden.

Bei Fieber kann mit Wadenwickeln bei Erwachsenen und Kindern ab 18 Monaten eine Fiebersenkung bewirkt werden.
Hierzu verwendet man am besten drei Tücher. Das Innentuch (Baumwoll- oder Leinentuch) wird in handwarmes Wasser getaucht, ausgewrungen und fest um die Unterschenkel gelegt. Darüber wird ein trockenes Zwischentuch aus Baumwolle gelegt, welches die überschüssige Flüssigkeit aufsaugt. Außen wird ein trockenes Woll- oder Frotteetuch angelegt. Die ersten Wickel müssen recht schnell gewechselt, die zweiten nach etwa 10 Minuten und die dritten bleiben maximal eine halbe Stunde auf den Beinen. Ob Wickel eine geeignete Maßnahme bei Fieber sind, sollte vorher mit dem Arzt besprochen werden. Wichtig ist, die Behandelten nicht alleine zu lassen und die Wickel sofort zu entfernen, wenn der Patient anfängt zu frieren.

 

  • Quark-Brustwickel bei Bronchitis

Diese Wickel sind für Erwachsene und Kinder geeignet und helfen dabei, Husten und Entzündungen zu lindern und Schleim zu lösen. Die Anwendung kann ein- bis zweimal täglich erfolgen.
Hierzu den zimmerwarmen Quark etwa messerdick auf ein großes Baumwolltuch streichen, zusammenfalten und auf einer Wärmflasche leicht erwärmen. Auf ein Wolltuch wird noch ein Zwischentuch gelegt und darauf der vorbereitete Quarkwickel. Erkrankte legen sich mit dem Rücken auf das Wickelpaket, welches dann vorne auf der Brust zusammengezogen und befestigt wird. Sobald der Wickel eingetrocknet ist, spätestens aber nach 20 Minuten, sollte der Wickel entfernt werden.

Auch Kartoffelwickel können Linderung bei Bronchitis oder Halsschmerzen verschaffen. Hier besteht allerdings Verbrühungsgefahr, da Kartoffeln sehr gut und lange Hitze speichern. Die Temperatur muss vor Anlegen des Wickels unbedingt am Unterarm getestet werden.

 

  • Zwiebelsäckchen bei Mittelohrentzündung, Halsschmerzen und Husten

Die Anwendung erfolgt in Form von Zwiebelsäckchen. Dazu eine Zwiebel klein hacken, kurz erwärmen und in ein Baumwolltuch oder einen Waschlappen füllen. Dabei die Zwiebeln etwas ausdrücken, damit der Saft austreten kann. Das Säckchen sollte für mindestens 20 Minuten auf das schmerzende Ohr gelegt werden. Neben Ohrenschmerzen wirken Zwiebelwickel auch bei Halsschmerzen, Husten und Insektenstichen und sollten dann entsprechend platziert werden.

Die antibakterielle, fungizide und entzündungshemmende Wirkung der schwefelhaltigen Verbindungen in Zwiebeln wurde in einer Studie belegt.69

 

 

Hochdosierte Vitaminbehandlungen:

  • Hochdosierte Vitamin-A-Gabe:

Da der Krankheitsverlauf bei Masern in direktem Zusammenhang mit der Schwere des Vitamin-A-Mangels steht, kann eine zusätzliche Versorgung hilfreich sein.70
In einer Studie mit Kindern, die an einer schweren Maserninfektion litten, wurden täglich 400.000 IE (internationale Einheiten) Vitamin A verabreicht. Dies führte zu einer Verringerung der Todesfälle um 80 % und zu einer Reduktion von schweren Komplikationen um 50 % während eines Krankenhausaufenthalts. Die Behandlung muss immer ärztlich überwacht werden.71.

 

  • Hochdosierte Vitamin C-Infusionen:

Studien weisen darauf hin, dass eine erhöhte Zufuhr von Vitamin C die Dauer einer Erkältung verringern kann. Der finnische Vitamin-C-Forscher Harri Hemilä stellte fest, dass die Dauer von Erkältungen bevorzugt mit hohen Dosen von 6 bis 8 g Vitamin C pro Tag reduziert werden kann, so dass sich die immer wieder aufkommenden Aussagen, Vitamin C nütze bei Erkältungen nicht, vermutlich auf Studien beziehen, in denen zu niedrige Vitamin-C-Dosen (z. B. 200 mg) eingesetzt wurden.72

Checkliste

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei Masern

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich und Ihre Angehörigen so gut wie möglich über Ihre Erkrankung.
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patienten und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Hygienemaßnahmen einhalten: Erkrankte sollten isoliert bleiben und den Kontakt zu Mitmenschen meiden, insbesondere zu Säuglingen, Schwangeren und Immungeschwächten.
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf Ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei Masern stehen alle Mikronährstoffe im Fokus – eine Breitbandversorgung ist daher unerlässlich. Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.
  • Getränke: Ausreichend trinken ist sehr wichtig, damit die Schleimhäute gut befeuchtet werden und bei Fieber der Wasserverlust ausgeglichen wird. Häufig verspüren Patienten keinen Appetit, dann können Muttersäfte die Versorgung mit Nährstoffen sicherstellen. Kräutertees wirken zusätzlich entzündungshemmend, krampf- und schleimlösend sowie schmerzlindernd.
  • Ernährung: Eine Ernährungsweise, die sich an der Mittelmeerküche orientiert, enthält einen hohen Anteil an Vitaminen, Spurenelementen und gesunden Fetten und Eiweißen. Bei den Fetten sollte auf ausreichende Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren geachtet werden, die auch entzündungshemmend wirken.
  • Heilkräuter und ätherische Öle: Zur Behandlung der Atemwegsbeschwerden stehen zahlreiche Heilkräuter und ätherische Öle zur Verfügung, die Linderung verschaffen.
  • Auf die Darmgesundheit achten: Fermentierte Lebensmittel und probiotische Bakterien üben einen Schutzeffekt auf die Darmflora aus und stärken das Immunsystem.
  • Bewegung: Moderate Ausdauersportarten, bei denen man sich nicht überanstrengt (Open-Window-Phänomen), erhöhen die Sauerstoffaufnahme und aktivieren das Immunsystem.
  • Entspannen und Stress abbauen: Beim Aufenthalt im Freien, vorzugsweise im Wald, ist der Erholungsfaktor besonders hoch, da die Umgebung alle Sinne anspricht. Stress erhöht bekanntermaßen die Infektanfälligkeit und senkt die Immunabwehr.
  • Auf Genussgifte verzichten: Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum beeinträchtigen das Immunsystem nachhaltig. Zudem steigt die Entzündungsbereitschaft und die Barrierefunktion der Darmschleimhaut wird zunehmend beeinträchtigt.
  • Ausreichend Schlaf: Im Schlaf arbeitet das Immunsystem auf Hochtouren, sodass Schlafmangel sich negativ auf unsere Widerstandskräfte auswirkt.

Quellenangaben

1Gregory D. Hussey, M.B., M.Sc.(Lond.), and Max Klein, M.B., F.C.P.(S.A.), N Engl J Med 1990, A Randomized, Controlled Trial of Vitamin A in Children with Severe Measles, DOI: 10.1056/NEJM199007193230304

2Willführ, Kai P. and Myrskylä, Mikko (2014) Disease load at conception predicts survival in later epidemics in a historical French-Canadian cohort, suggesting functional trans-generational effects in humans. PLOS ONE, 9 (4). e93868. ISSN 1932-6203,10.1371/journal.pone.0093868

3Poethko-Müller C., et al., Seroprävalenz von IgG-Antikörpern gegen Masern bei Erwachsenen in Deutschland. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie. Stuttgart (Vortrag) 2018

4Yang Z, et al.  Measles epidemic from 1951 to 2012 and vaccine effectiveness in Guangzhou, southern China. Hum Vaccin Immunother. 2014;10(4):1091-6. doi: 10.4161/hv.27895. Epub 2014 Feb 10. PMID: 24513504; PMCID: PMC4896522.

5Yeung L.F. et al.: A limited measles outbreak in a highly vaccinated US boarding school. Pediatrics. 2005 Dec;116(6):1287-91.

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