Migräne – Ursachen, Symptome und Therapie

Die Migräne ist eine vielgestaltige Kopfschmerzerkrankung, die typischerweise durch einen periodisch wiederkehrenden, anfallsartigen, pulsierenden und halbseitigen Kopfschmerz gekennzeichnet ist. Zahlreiche weitere Symptome können eine Migräne begleiten oder einem Anfall vorausgehen. Die Anfallsvorbeugung gilt als eines der Hauptziele der Migränebehandlung. Hier gibt es neben den klassischen Medikamenten zahlreiche erfolgversprechende alternative Maßnahmen. Ihre Eigeninitiative ist nach Erkenntnissen zahlreicher Experten der Hauptschlüssel zum Erfolg. Das führt uns zu einigen gut untersuchten, nicht-medikamentösen Therapieverfahren, die wir Ihnen hier vorstellen.

Experte:

Dr. med. Harald Hüther

Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Letzte Aktualisierung: 25. August 2020

Migräne – die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Was ist Migräne: Hauptkennzeichen sind periodisch wiederkehrende, anfallsartige Kopfschmerzen, deren Ursache noch nicht vollständig geklärt sind. Es gibt etwa 8 Millionen Betroffene in Deutschland, auch zahlreiche Kinder. Hauptursache scheint eine Entzündung des Nervensystems begleitet von geschädigten Zellkraftwerken zu sein Häufigste äußere Auslöser sind Ernährung, Stress und Umwelteinflüsse
  • Symptome: periodisch wiederkehrender, anfallartiger, pulsierender und halbseitiger Kopfschmerz, häufig mit zahlreichen Begleitsymptomen und Aura
  • Prognose und Verlauf: Sehr selten kann es zu schwerwiegenden und potenziell tödlichen Komplikationen wie Gehirnblutungen kommen.
  • Diagnose: Die Diagnose wird aus der Krankheitsgeschichte (Anamnese) gestellt.
  • Therapie: Mikronährstoffe, um Folgen zu vermindern und Nebenwirkungen von Medikamenten zu reduzieren
  • Empfohlene Ernährung: Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollwertprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist
  • Integrative Therapie: Heilpflanzen wie Pestwurz Ginkgo und Hanf. Hausmittel wie Kaffee und Zitrone, Pfefferminzöl, Kälte und Wärme, Basenbäder, Tee, Akupunktur, Stressreduktion und Entspannungstechniken, Sport und Bewegung
  • Medikamentöse Therapie: akute Behandlung z. B. mit Schmerzmitteln und Triptanen, Prophylaxe z.B. Betablocker, Kalziumantagonisten, ADE-Hemmer
  • Checkliste: Das können Sie selbst tun bei Migräne

Was ist Migräne?

Das-Wichtigste-in-Kürze

Migräne in der Übersicht

  • 10 % der Bevölkerung in Deutschland
  • dreimal mehr Frauen als Männer betroffen
  • Migräne mit/ohne Aura
  • Unterschiede zwischen Ursachen und Auslösern der Migräne

Zu den häufigsten Auslösern der Migräne zählen Ernährungsfaktoren, Stress und Hormonschwankungen genauso wie veränderte Umweltbedingungen.

Ursachen der Migräne sind noch nicht endgültig erforscht; Die vielversprechendste Hypothese ist die des Energiemangels in den Nerven (Mitochondropathie).

 

Vorkommen und Auftreten

In Deutschland leiden etwa 10 % der Bevölkerung an Migräne, dabei etwa dreimal so viele Frauen wie Männer. Migräne kann schon bei Kindern auftreten und wird hier sehr oft unterschätzt. Im letzten Grundschuljahr klagen 8 von 10 Kinder über Kopfschmerzen. Insgesamt haben nach neuesten Untersuchungen mehr als ein Viertel der Schüler immer wieder migräneartige Kopfschmerzen, was häufig auch zu verschlechterten Schulleistungen beiträgt.

Bedeutung für das Gesundheitssystem: „500 Mio. Euro werden als direkte Kosten von Patienten und Krankenversicherungen für die ärztliche und medikamentöse Behandlung der Migräne ausgegeben. Die durch Arbeitsausfall und Produktivitätseinschränkungen zusätzlich entstehenden indirekten Kosten werden auf über das 10-fache dieser Summe geschätzt.“

Bei etwa jedem fünften Migräne-Patienten geht die Migräne mit einer Aura einher. Diese Aura-Symptome werden von den einzelnen Patienten sehr unterschiedlich wahrgenommen. In Einzelfällen gibt es sogar Migräneanfälle ohne Kopfschmerzen, nur mit Aura-Symptomen.

Was ist eine Aura?

Die Aura unterscheidet die klassische Migräne mit Aura von der gewöhnlichen Migräne. Die Aura tritt bei etwa einem Fünftel aller Migräne-Patienten etwa eine Stunde vor den Kopfschmerzen auf. Typische Symptome einer Aura sind vor allem verschiedene Formen von Sehstörungen. Dazu zählen u.a. das Sehen von Zickzack-Formen oder der Verlust des räumlichen Sehens. Häufig können auch Teile des Gesichtsfeldes nicht wahrgenommen werden, manchmal bis zu einer einseitigen Erblindung. Aber auch Störungen des Geruchssinns oder Gefühlsstörungen in Armen und Beinen sind möglich. Auch andere neurologische Störungen bis hin zu teilweisen Lähmungen können auftreten.

 

Alle Symptome einer Aura entstehen in der Regel langsam und verschwinden langsam. Sie bilden sich immer vollständig zurück und hinterlassen keine Folgen.

Eine besondere Kuriosität stellt eine Migräneform dar, die ohne Kopfschmerzen abläuft und nur aus Aura-Symptomen besteht.

Die Migräne wird eingeteilt in die

  • Gewöhnliche Migräne (ohne Aura)
  • Klassische Migräne (mit Aura)
    • Hier gibt es noch zahlreiche Untergruppen der Migräne
  • Retinale Migräne (mit einseitigen Sehstörungen vor und während der Kopfschmerzen)

Die Migräne beeinflusst das Leben ders Betroffenen stark. Einige berühmte Migränepatienten (darunter wohl Julius Cäsar, Vincent van Gogh, Pablo Picasso und Hippokrates) ließen sich von visuellen Erscheinungen während der Auraphase für ihr künstlerisches Werk inspirieren. Literarisch verarbeitet wurde die Migräne in Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“, wo das „Katzengrinsen ohne Katze“ als Sehstörung während einer Migräne interpretiert wird.

 

Ursachen & Risikofaktoren einer Migräne

Die Ursachen der Migräne sind noch nicht genau geklärt. Dabei muss zunächst zwischen den zugrundeliegenden körperlichen Krankheitsursachen und den äußeren Auslösern für Migräne unterschieden werden.

 

Bei den Krankheitsursachen hat man lange die sogenannte „vaskuläre Hypothese“ favorisiert, wo eine Erweiterung der Blutgefäße im Gehirn als Hauptursache für einen Migräneanfall angesehen wurde. Diese Vermutung schien den pulsierenden Charakter der Kopfschmerzen gut erklären zu können, ebenso die Wirkungsweise einiger Migränemedikamente.

Diese These wurde inzwischen aber weitgehend von der „Hypothese der neurogenen Entzündung“ abgelöst. Sie begründet sich auf der Beobachtung, dass während eines Migräneanfalles zahlreiche entzündungsvermittelnde Botenstoffe freigesetzt werden.

Diese Botenstoffe führen dann unter anderem ebenfalls zu einer Erweiterung der Blutgefäße und zusätzlich zu einer leichten Schwellung des Gehirngewebes, was weitere Symptome der Migräne erklärbar macht.

 

Außerdem wird eine Übererregbarkeit des Gehirns diskutiert, bei der vermehrt das Mineral Kalium aus den Zellen freigesetzt wird. Ebenso verändern sich die Konzentrationen von Nervenbotenstoffen und Stickstoffmonoxid, einem wichtigen Regulator der Nervenfunktion und der Energieherstellung in den Nervenzellen.

 

Dies führte dazu, dass die Migräne heute auch zu den Energiemangelkrankheiten (Mitochondropathien) gezählt wird.

Ausflug in die Wissenschaft

Mitochondrien

Mitochondrien sind unsere Zellkraftwerke. Sie stellen die Energie für alle Lebensprozesse in unserem Körper her. Aus Zucker, Fett und Eiweiß können die Mitochondrien das Energie-Molekül ATP (Adenosin-Tri-Phosphat) herstellen.

Hier ein etwas genauerer Blick darauf, was in den Mitochondrien passiert:

An der inneren der Mitochondrien wird Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasser verbunden. Die enorme Energie dieser Reaktion wird in vielen kleinen Schritten auf das Energiemolekül ATP übertragen. Dabei müssen die Elektronen fünf Eiweißkomplexe (Komplex I bis V) durchlaufen und am Ende entsteht durch eine magnesium-abhängige ATP-Synthase (Komplex V) die Energie zum Leben.

Im Komplex IV wird der Sauerstoff verarbeitet, der bekanntermaßen sehr aggressiv ist. Dort entstehen große Mengen an freien Radikalen (ROS). Dieser Eiweißkomplex wird als erster zerstört, wenn der antioxidative Schutz der Zellkraftwerke durch Mikronährstoffe nicht ausreicht. Die Natur stellt uns einen hochwirksamen Schutz zur Verfügung: die Kombination aus Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen schützt mehr als 200 mal stärker vor freien Radikalen als einzeln eingenommene Vitamine.

 

Warum wir Mitochondrien schützen sollten

Wird dieser Vorgang unterbrochen, entwickeln sich gefährliche „Freie-Radikale-Kanonen“. Diese vermehrte Bildung von freien Radikalen wiederum schädigt die mitochondriale DNA, was zu einem weiteren Anstieg der Radikal-Produktion führt. Und das stört den Stoffwechsel der Zellen empfindlich und kann zu allerlei Krankheiten führen.

Entsprechend wichtig ist die optimale Versorgung der Zellen und Zellkraftwerke mit Mikronährstoffen. Nicht nur der antioxidative Schutz muss zu jeder Zeit gewährleistet sein, auch die Energieproduktion selbst benötigt zahlreiche Mikronährstoffe.

So benötigen die Enzyme der Atmungskette neben den Spurenelementen Zink, Kupfer, Mangan und Eisen auch einige B-Vitamine zum Funktionieren. Coenzym Q10 dient als Elektronenüberträger zwischen den Eiweißkomplexen und Magnesium treibt am Ende des Prozesses die ATP-Synthase an. Dazu ist dann beispielsweise auch noch L-Carnitin nötig, das die Fettsäuren – den „Lieblingsbrennstoff“ der Mitochondrien – durch die Membran transportiert. Dieser Bedarf lässt sich gut mit einem breitbandigem Mikronährstoffkonzentrat decken.

Wir haben verschiedene Mikronährstoffkonzentrate getestet, das Ergebnis finden Sie hier.

Diese erweiterten Erkenntnisse haben dazu geführt, dass es einige sehr erfolgversprechende (alternative) Ansätze zur Heilung der Migräne gibt.

Wo man bisher nach genetischen Zusammenhängen gesucht hat, wird man heute zusehends bei den epigenetischen Ursachen fündig. Das heißt, dass nicht die Gene selbst betroffen sind, sondern „nur“ deren Steuerung defekt ist. Auch dieses neue Wissen hat weitreichende Konsequenzen für eine mögliche ursächliche Therapie der Migräne. Mehr dazu erfahren Sie vor allem im Kapitel über Mikronährstoffe.

 Oxidativer Stress

Oxidativer Stress entsteht durch das Überangebot an freien Radikalen. Freie Radikale sind Verbindungen, die auf Grund eines „verlorenen“ Elektrons chemisch instabil, kurzlebig und hoch reaktiv sind. Sie entreißen anderen Molekülen Elektronen, um selbst wieder in einen stabilen Zustand übergehen zu können. Dadurch ändern sich jedoch deren Eigenschaften. In unserem Körper kann es durch zu viele freie Radikale (oxidativer Stress) zu Funktionsstörungen innerhalb der Zellen und zu Krankheiten kommen.

 

Freie Radikale entstehen als Nebenprodukte bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen in unserem Organismus. Vor allem bei der Produktion von Energie für die Zellen in den Mitochondrien, wo aggressiver Sauerstoff verarbeitet wird, entstehen sehr viele freie Radikale. Sie sind aber nicht nur schädlich. Unter anderem erfüllen freie Radikale wichtige Aufgaben in der Immunabwehr, da sie Fremdorganismen, zum Beispiel Bakterien und Viren attackieren.

 

Damit körpereigene Strukturen wie die Bausteine der Erbsubstanz, Eiweiße wie Enzyme und besonders ungesättigte Fettsäuren der Zellwand keinen Schaden nehmen, muss die Zelle sich selbst vor Angriffen von freien Radikalen schützen. Dies übernehmen Radikalfänger, sogenannte Antioxidantien.

Sie können Elektronen abgeben, dadurch freie Radikale entgiften und sich selbst in einem Kreislauf von Reaktionen regenerieren. Bekannte Radikalfänger sind die Vitamine C, E und A. Jedoch spielen in der Zelle vor allem auch antioxidative Enzyme wie Superoxiddismutase (SOD), Katalase (KAT) und Glutathionperoxidase (GPX) eine bedeutende Rolle. Diese Enzyme benötigen als Cofaktoren die Spurenelemente Zink, Mangan und Selen sowie Kupfer und Eisen.

 

Zu diesen körperlichen Grundursachen der Migräne kommen Umweltfaktoren und verschiedene Einflüsse des Lebensstils als äußere Auslöser dazu.

 

Die häufigsten Auslöser sind:

  • Schlafstörungen (75 %)
  • Umweltbedingungen (75 %) darunter nach Häufigkeit: Gerüche, Klimaanlage, Wetterwechsel, Zigarettenrauch
  • Stress (65 %)
  • Lebensmittel und Ernährung (65 %): Fasten, Alkohol, Kaffee, Schokolade
  • Hormonschwankungen (54 %): Menstruationszyklus, Pille, Menopause
  • Körperliche Aktivität (16 %)

 

An dieser Stelle soll nur kurz darauf hingewiesen werden, dass die heutige Ernährung meist sehr stark zur Übersäuerung des Gewebes im Körper beiträgt. Diese sogenannte latente Azidose (Übersäuerung) ist wohl einer der Gründe für die Unterschiede in der Schmerzempfindlichkeit bei unterschiedlichen Personen: Ein Säureüberschuss im Gewebe führt rasch zu einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit.

 

Ansätze für eine grundlegende Verbesserung bieten die Ernährungs- und Mikronährstofftherapie, es gibt aber noch einige weitere alternative Möglichkeiten, die sehr erfolgreich angewendet werden können.

 

Symptome und Anzeichen von Migräne erkennen

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Symptome in der Übersicht

  • Die Migräne wird in 4 Phasen eingeteilt: Vorbotenphase, Auraphase, Kopfschmerzphase, Rückbildungsphase
  • Komplikationen (z.B. Krampfanfall, Schlaganfall) sind sehr selten, können dann aber gefährlich sein

Ein Migräneanfall kann bis zu vier verschiedene Phasen durchlaufen. Jede Phase ist durch eigene, recht spezielle Symptome gekennzeichnet. Diese können auch ineinander übergehen:

  • Prodromal- oder Vorbotenphase:
    • kann einem Migräneanfall bis zu zwei Tage vorausgehen
    • Dauer: bis zu zwei Stunden
    • tritt bei mindestens 3 von 10 Migränepatienten auf
    • wird von den Betroffenen oft nicht mit dem Anfall in Zusammenhang gebracht
    • Symptome: Müdigkeit, häufiges Gähnen, Geräuschempfindlichkeit, Verstopfung, Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel
  • Auraphase:
    • Etwa jeder Fünfte hat eine Migräne mit Aura
    • Symptome setzen langsam ein und klingen meist auch langsam wieder ab ohne Folgeschäden zu hinterlassen
    • Dauer: bis zu einer Stunde, selten länger
    • häufig Sehstörungen mit teilweisem Gesichtsfeldausfall, Zickzack-Formen im Gesichtsfeld oder Verlust des räumlichen Sehens
    • Geruchsstörungen
    • Störungen der Sensibilität
    • neurologische Ausfälle, bis hin zu Lähmungen
  • Kopfschmerzphase:
    • 75 % der Betroffenen haben halbseitige Schläfen- Stirn- oder Augenschmerzen
    • anfallsartige, pulsierende Kopfschmerzen
    • Dauer: zwischen einer Stunde und drei Tagen
    • Besserung durch Ruhe und Dunkelheit
    • Begleitsymptome sind Übelkeit (80%), Erbrechen (50%), Lichtempfindlichkeit (60%), Geräuschempfindlichkeit (50%) und Geruchsempfindlichkeit (20%)
  • Rückbildungsphase:
    • Patient ist müde und angespannt
    • Dauer: bis zu 24 Stunden

 

 

 

Möglicher Krankheitsverlauf und Prognose

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Prognose in der Übersicht

Die Migräne ist eine Krankheit, die die Lebensqualität der Betroffenen oft stark einschränkt. Unbehandelt nimmt ihre Intensität mit der Zeit manchmal zu, manchmal nimmt sie auch ab.

Sehr selten kann es zu schwerwiegenden und potenziell tödlichen Komplikationen wie Gehirnblutungen kommen.

In der Regel vergeht die Migräne ohne Schäden zu hinterlassen, schränkt die Lebensqualität des betroffenen jedoch stark ein. In sehr seltenen Fällen kann ein Krampfanfall oder ein Schlaganfall ausgelöst werden. Die psychischen Folgen (z.B. Angst vor dem nächsten Anfall) sind nur schwer einzuschätzen.

Diagnose und Test: Migräne feststellen

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Diagnose in der Übersicht

  • Die Diagnose „Migräne“ erfolgt anhand der Krankheitsgeschichte
  • Zusätzliche Untersuchungen dienen dem Ausschluss anderer Erkrankungen

Die Diagnose „Migräne“ wird aufgrund der Symptomatik gestellt. Die Krankheitsgeschichte (Anamnese) stellt dabei die wichtigste Säule dar. Wenn Sie ein Migräne-Tagebuch führen, kann dies für den Arzt sehr hilfreich sein: Es hilft bei der Suche nach möglichen Auslösern und Vorboten.

 

Der sogenannte Migraine Disability Assessment Score (MIDAS-Fragebogen) dient dazu, den Grad der durch die Migräne hervorgerufen Beeinträchtigung im Alltag festzuhalten.

Migräne-Test

Weder im Blut noch in bildgebenden Verfahren gibt es einen standardisierten Test für Migräne. Zusätzliche Untersuchungen dienen vor allem dem Ausschluss anderer Erkrankungen.

Es ist wichtig, sekundäre Kopfschmerzursachen auszuschließen. Es wird also nach anderen Krankheiten gesucht, die Kopfschmerzen auslösen können. Die wichtigsten Differenzialdiagnosen sind:

  • Gehirntumor
  • Kopf- und Nackenverletzungen
  • Entzündungen des Gehirns
  • Gehirnblutungen (Schlaganfall)
  • Histamin- und Thyramin-Intoleranz
  • Nervenschmerzen (Neuralgien)
  • Anstrengungskopfschmerz
  • Sonnenstich
  • Erhöhungen des Liquordruckes (z.B. Pseudotumor cerebri)

Auch andere Kopfschmerzerkrankungen wie Spannungskopfschmerzen und Clusterkopfschmerzen sollten ausgeschlossen werden. So verstärkt sich beispielsweise ein Clusterkopfschmerz bei Anstrengung in der Regel nicht.

 

Prävention: Migräne vorbeugen

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Prävention in der Übersicht

Der Schwerpunkt der Behandlung liegt darin, den nächsten Anfall hinauszuzögern.

Hier eignen sich vor allem folgende Faktoren:

  • Sport und Bewegung: Schwimmen, Walken, Radfahren
  • Stressmanagement: progressive Muskelentspannung

Das zunehmende Wissen über die Migräne und ihre Ursachen hilft neue Wege in der Therapie zu beschreiten. Der Schwerpunkt jeder Migräne-Behandlung liegt darin, den nächsten Anfall zu vermeiden, oder zumindest weiter hinaus zu schieben. Die Prävention von Migräneanfällen soll deshalb hier schwerpunktmäßig behandelt werden.

 

 

Sport, Bewegung und Stressmanagement

Wie oben bei den Ursachen schon angedeutet, kommt dem allgemeinen Lebensstil eine große Bedeutung im Kampf gegen die Migräne zu. Mehr Bewegung und regelmäßiger Sport rücken hier immer mehr in den Vordergrund. In zwei aktuellen Studien wurde nachgewiesen, dass Migränepatienten, die dreimal pro Woche leichten Sport treiben, die Häufigkeit der Kopfschmerzattacken um etwa die Hälfte reduzieren . Wenn dann zur Bewegung eine Gewichtsabnahme dazukommt, wird auch die Schmerzempfindlichkeit reduziert.

Es eignen sich Ausdauersportarten wie Walken, Schwimmen, Radfahren und Aquajogging. Dabei kommt es nicht so sehr auf die Intensität des Sports an als vielmehr auf die Regelmäßigkeit. Setzen Sie sich dreimal pro Woche mindestens 20 bis 30 Minuten körperliches Training zum Ziel.

Wichtig!

Gute Effekte erreichen Sie nur bei ausreichender Zufuhr von Mikronährstoffen, da mehr Bewegung auch einen höheren Bedarf dieser wichtigen Nährstoffgruppe nach sich zieht. Wegen ihrer Wichtigkeit werden im übernächsten Kapitel noch ausführlich auf Mikronährstoffe eingehen.

Außerdem hat Sport auch wichtige Wirkungen beim Stressabbau und bei der Verbesserung der vegetativen Steuerung unseres Nervensystems. Da Stress und Schlafstörungen zu den wichtigsten Triggern der Migräne gehören, bieten diese Punkte auch wichtige Ansätze zur Vorbeugung der Migräne. So wurde in einer gerade veröffentlichten Studie herausgefunden, dass schon zwei Stresstage in Folge oder zwei Nächte mit schlechtem Schlaf das Risiko für eine Migräneattacke stark erhöhten und zwei gute Tage in Folge hatten einen deutlich schützenden Effekt.

Das Thema Stressmanagement ist bereits wichtig bei Kindern mit Migräne. Biofeedback-Programme (auch Computer-gestützt) und Entspannungstechniken wie die progressive Muskelentspannung sind in diesem Zusammenhang sehr erfolgreich. Besonders vielversprechend erwiesen sich diese Behandlungsoptionen im Zusammenspiel mit einer komplexen Mikronährstoffergänzung.

Therapie der Migräne

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Mikronährstoffe

  • … sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen bei Migräne. Besonders wichtig sind B-Vitamine, Coenzym Q10, Magnesium, Omega-3-Fettsäuren, L-Carnitin, Vitamin D und Vitamin E.
  • Einige der typischen Migräne-Medikamente erhöhen zusätzlich Ihren Mikronährstoffbedarf. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Mikronährstoffbedarf ausreichend über die Ernährung zu decken, können moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischungen sinnvoll sein.
  • Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

 

Ernährung

  • Der Einfluss der Ernährung auf die Migräne beschränkt sich nicht nur auf das Vermeiden von auslösenden Lebensmitteln. Idealerweise versorgt uns eine gesunde Ernährung mit genügend Mikronährstoffen.
  • Die Ernährung kann auf der einen Seite ein wichtiger Auslöser eines Migräneanfalles sein. Meiden Sie die Lebensmittel, die als Auslöser identifiziert wurden.
  • Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollwertprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist.
  • Die Zusammensetzung entspricht am ehesten einer mediterranen Ernährung und enthält reichlich Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe.
  • Essen Sie außerdem mindestens 2-mal in der Woche Fisch und verwenden Sie möglichst oft pflanzliche Öle in der „kalten“ Küche. Der hohe Gehalt dieser beiden Lebensmittel an ungesättigten Fettsäuren hilft, das Gleichgewicht der Fette zu erhalten und Entzündungen zu verringern.

 

Integrative Therapie

Heilpflanzen

  • Pestwurz: Pestwurz-Extrakte (Petasites hybridus radix) reduzieren sehr effektiv die Anfallshäufigkeit bei Migräne um 50 -60 %
  • Ginkgo: Die Einnahme von Ginkgo zusammen mit Mikronährstoffen ist effektiv bei der Behandlung von Migränekopfschmerzen, wenn es schon in der Aura-Phase eingenommen wird
  • Hanf: Kann Migräne-Attacken vorbeugen und auch während einem Anfall zur Behandlung genutzt werden.

 

Homöopathie

Es gibt einige wenige, gut zusammengesetzte homöopathische Komplexpräparate, bei denen sich ein Therapieversuch lohnt. Diese sind besonders effektiv, wenn unter anderem folgende Heilmittel mit enthalten sind:

  • Gelsemium
  • Nux vomica
  • Iris versicolor

 

Hausmittel

  • Kaffee mit Zitrone
  • Pfefferminzöl
  • Kälte oder Wärme
  • Basenbäder
  • Anti-Migräne-Tee

 

Akupunktur

Nach neuesten Untersuchungen verbessert die Akupunktur Muskelverspannungen, das vegetative Nervensystem und die Schmerzwahrnehmung bei chronischen Kopfschmerzen.

 

Eine wichtige Basis für alle Therapien wird oft bei der Beratung außer Acht gelassen: Eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung. Der Körper muss mit Mikronährstoffen optimal versorgt sein, damit Folgen der Migräne abgemildert und Nebenwirkungen der Medikamente reduziert werden können.

 

Mikronährstoffe – was ist das?

Zu den Mikronährstoffen gehören in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die einen wichtigen Teil dazu beitragen, damit unser Organismus funktioniert. Im weiteren Sinne lassen sich auch essentielle Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme hinzuzählen. Makronährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette sind unsere Energielieferanten, während die Mikronährstoffe an Prozessen wie z. B. Blutgerinnung, Immunabwehr und Knochengesundheit beteiligt sind. Einige Mikronährstoffe kann unser Körper selbst herstellen, die meisten jedoch müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

 

Der menschliche Organismus – ein Blick in die Zellen

Der Mensch besteht aus über 70 Billionen Zellen. Diese können alle nur optimal funktionieren, wenn sie mit Vitaminen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen versorgt sind. Es gibt nahezu keinen Stoffwechselschritt, an dem nicht mehrere Mikronährstoffe beteiligt sind. Dazu zählen unter anderem die:

  • Aktivierung von Enzymen und Hormonen (Stoffwechselaktivität)
  • Abwehrleistung des Immunsystems (Immunstoffwechsel)
  • Energieproduktion in den Kraftwerken unserer Zellen, den sogenannten Mitochondrien (Energiestoffwechsel)
  • Leistungsfähigkeit des Herzmuskels (Herzkraft und -rhythmus)
  • Kontraktion der Skelettmuskulatur (Muskelkraft und -koordination)
  • Impulsübertragung und der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen (Nerven- und Gehirnstoffwechsel)

 

Für alle Stoffwechselreaktionen im Körper sind Enzyme notwendig, sie wirken wie ein Katalysator. Enzyme können ihren Aufgaben jedoch nur mithilfe von Mikronährstoffen nachkommen. Je besser der Körper mit Nährstoffen versorgt ist, desto besser funktioniert der gesamte Organismus. Ein Mikronährstoffmangel kann sich also negativ auf den Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken. Um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihre weiteren Therapien zu unterstützen, sollten Sie also auf Ihren Mikronährstoffhaushalt achten.

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen?

Egal ob Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder die Antibabypille. Schon ein einzelnes Medikament kann unsere optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ungünstig beeinflussen. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto intensiver wird in den Mikronährstoffhaushalt eingegriffen, was Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinander sowie das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht. Hierdurch kann nicht nur die Wirkung des Medikaments negativ beeinflusst werden, sondern auch die Funktion der Mikronährstoffe.

 

Welche Lebensphasen führen noch zu einem erhöhten Mikronährstoff-Bedarf?

Aber nicht nur die regelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einem erhöhten Mikronährstoffbedarf. Es gibt bestimmte Lebensphasen und Umstände, die ein erhöhtes Risiko für einen Nährstoffmangel aufweisen:

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • ältere Menschen
  • Menschen mit Magen-Darm-Störungen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen

 

Diesen erhöhten Bedarf zu decken, ist nicht immer einfach. Trotz des reichhaltigen Angebotes an verschiedenen Lebensmitteln verringern verschiedene Faktoren den Mikronährstoffgehalt in Lebensmitteln:

  • nicht ausgereiftes Obst und Gemüse
  • größere Erträge in der Landwirtschaft
  • Einsatz von Pestiziden

 

Es ist wichtig, die Ernährung mit einer breiten und möglichst natürlichen Basis an allen Vitaminen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu optimieren.

 

Mikronährstoffkonzentrat als Grundlage

Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

Das Angebot an Mikronährstoffpräparaten ist groß und unübersichtlich. Entscheidend beim präventiven Ansatz ist die natürliche Vielfalt. Das ideale Mikronährstoffpräparat ist auf natürlicher Basis produziert, enthält neben allen klassischen Mikronährstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme, ist flüssig, glutenfrei und vegan. Die Bioverfügbarkeit sollte wissenschaftlich belegt sein und es sollten keine künstlichen Aroma- oder Konservierungsstoffe enthalten.

Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

 

Mikronährstoffe bei Migräne

Bei der Therapie der Migräne spielt der Einsatz von Mikronährstoffen heute eine immer größere Rolle. In neuen Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass während eines Migräneanfalles der sogenannte nitrosative und auch der oxidative Stress deutlich ansteigen. Interessant ist dabei, dass bei Migräne (im Gegensatz zu anderen Kopfschmerzarten) diese vermehrte Entstehung von freien Radikalen mit daraus folgendem vermehrtem Verbrauch von Mikronährstoffen auch nach der Migräneattacke noch weiter besteht.

Ausflug in die Wissenschaft

Nitrosativer Stress und Einfluss auf die Gesundheit

Nitrosativer Stress bezeichneter die Überproduktion des lebensnotwendigen Botenstoffs Stickstoffmonoxid (NO).

Nitrosativer Stress ist vergleichbar mit dem oxidativen Stress der freien Radikale (siehe hier): auch beim Stoffwechsel des Stickstoffmonoxids (NO) ist eine geringe Grundproduktion für unsere Gesundheit unabdingbar:

  • NO wirkt bakterientötend
  • NO wirkt erweiternd auf Blutgefäße
  • NO reguliert den Stoffwechsel von Mitochondrien
  • NO ist notwendig für die Weiterleitung von Nervenimpulsen

 

Nitro-Stress ist durch das vermehrte Auftreten von NO und dessen Folgeprodukt Peroxynitrit gekennzeichnet. Verschiedene, oft nur kurz einwirkende Stressoren können eine übermäßige Produktion von NO auslösen und es beginnt ein biochemischer Teufelskreis. Dieser bleibt meist auch noch bestehen, wenn der Auslöser längst verschwunden ist. Die Abbildung gegenüber zeigt ein vereinfachtes Schema dieses Teufelskreises.

Wichtige Auslöser und Verstärker dieses Teufelskreises sind:

  • Entzündungen
  • Bakterien- oder Viruserkrankungen (bis zu 30-fache NO-Bildung)
  • Medikamente, Chemikalien, Schwermetalle
  • Körperlicher Stress
  • Psychischer Stress
  • Kohlenhydratreiche Ernährung

 

Einfluss auf die Gesundheit

Ein komplexes Netzwerk biochemischer Veränderungen beeinflusst die Gesundheit der Betroffenen enorm:

Eisenhaltige Enzyme der mitochondrialen Atmungskette werden blockiert und es kommt durch diese Schädigung der Zellkraftwerke  zu einem sekundären Energie-Mangel.

Dadurch wird als „Notstromaggregat“ die anaerobe Glykolyse aktiviert. Es kommt zur intrazellulären (und später auch zur extrazellulären) Übersäuerung mit deutlich erhöhtem Lactat/Pyruvat-Verhältnis.

Durch die Aktivierung der NO-Synthasen kommt es zur vermehrten Bildung von Citrullin (Arginin + Sauerstoff ® NO + Citrullin, kann im Urin nachgewiesen werden) und Proteine werden citrulliniert. Diese citrullinierten Eiweiße übererregen das Immunsystem und lösen Autoimmunerkrankungen und Entzündungen und die vermehrte Bildung von Histamin aus.

Dadurch entsteht ein Mangel an diversen Vitaminen (Vitamin C, B1, B2, B5, B6, B12, Vitamin E, Vitamin D, Folsäure), Mineralien und Spurenelementen (Selen, Magnesium, Zink) sowie Enzymen. Vitamin B12 wird durch NO irreversibel zerstört, was die Anfälligkeit für neurologische Erkrankungen erklärt. Aus dem gleichen Grund ist Vitamin B12 als direktes Gegenmittel von NO und Peroxinitrit einsetzbar.

Die Gabe von natürlichen Mikronährstoffkombinationen ist bislang die wichtigste Therapieoption bei Nitrostress und mitochondrialer Dysfunktion. Zahlreiche Studien bestätigen die Meinung der erfahrenen Experten, wonach „die Therapie des nitrosativen Stress eine Domäne der Mikronährstoffe“ (Dr. Bodo Kuklinski) sei.

Wir haben verschiedene Mikronährstoffkonzentrate getestet. Das Ergebnis finden Sie hier.

 

Bei gesunden Menschen stehen oxidative und antioxidative Prozesse im Gleichgewicht. Ist dieses Gleichgewicht zu Gunsten der oxidativen Prozesse verschoben, spricht man von oxidativem Stress – der Körper „rostet“ sozusagen.

Für sehr viele chronische Krankheiten gilt der oxidative Stress als eine der Ursachen für deren Entstehung. Im Umkehrschluss gilt, genügend Radikalfänger (Antioxidantien) sind ein wichtiger Baustein, um Krankheiten zu verhindern.

Heute wissen wir, dass Antioxidantien viel besser schützend wirken, wenn wir viele verschiedene, natürliche Antioxidantien gemeinsam aufnehmen, so wie es in gesunden Lebensmitteln auch vorgesehen ist.

Natürliche Mikronährstoffkombinationen zeigten eine bessere Wirkung als die Einnahme einzelner Mikronährstoffe. So hat eine Studie aus den USA gezeigt, dass Vitamine aus Obst oder Gemüse zusammen mit den sekundären Pflanzenstoffen darin mehr als 200-mal stärker vor freien Radikalen schützen als einzelne Vitamine.

 

In den Richtlinien zur Behandlung der Migräne wurden einige Mikronährstoffe mit aufgenommen.

Coenzym Q10 reduziert die Anfallshäufigkeit und den Schweregrad von Migräneanfällen. Das erklärt sich aus den drei Hauptwirkungen von Coenzym Q10: Es ist die Schlüsselsubstanz für die Energieherstellung in den Zellkraftwerken und wirkt damit einer der Hauptursachen von Migräne, dem Energiemangel in den Nervenzellen, entgegen. Gleichzeitig wirkt Coenzym Q10 auch dem erhöhten nitrosativen und oxidativen Stress entgegen.

 

Weitere wichtige Mikronährstoffe für die Energieherstellung in den Zellen sind Magnesium und L-Carnitin. Für beide Mikronährstoffe konnten positive Wirkungen bei Migräne nachgewiesen werden. Eine weitere Studie zeigte, dass Magnesium in Verbindung mit Vitamin E auch bei menstruationsbedingter Migräne hilfreich ist. Außerdem reduzieren Mikronährstoffpräparate mit Magnesium auch die Anzahl der Kopfschmerztage bei Kindern.

 

Es gibt zahlreiche Studien, die die zusätzliche Einnahme von B-Vitaminen empfehlen. Eine Studie aus Spanien mit 430 Migränepatienten zeigte, dass diese Patienten oft höhere Homocysteinwerte haben als gesunde Menschen. Durch die zusätzliche Gabe von B-Vitaminen sanken nicht nur die Homocystein-Werte, sogar mit Migräne in Verbindung stehende Gene funktionierten anschließend besser.

Homocystein

Im Stoffwechsel des Menschen entstehen allerlei Abfallprodukte, die ständig von der „Körperpolizei“ entsorgt werden müssen. Neben den freien Radikalen zählt hierzu das Homocystein.

Homocystein ist eine Aminosäure, die im normalen Stoffwechsel der Zellen entsteht. Unter normalen Umständen wird diese Aminosäure sehr schnell von Enzymen in den Zellen abgebaut. Diese Enzyme benötigen allerdings einige Mikronährstoffe als Co-Faktoren für diese Arbeit. Erhöhte Werte von Homocystein entstehen dann im Körper, wenn die Mikronährstoffe für den Abbau dafür nicht zur Verfügung stehen.

Vitamin B6, Folsäure und Vitamin B12 sind die wichtigsten Mikronährstoffe, die Ihnen helfen, den Homocysteinspiegel normal zu halten. Am besten wirken diese drei Mikronährstoffe im natürlichen Verbund. Aber auch weitere Mikronährstoffe wirken an der Homocysteinsenkung mit.

In den letzten 20 Jahren hat die Forschung zu Homocystein stetig zugenommen. Erhöhte Homocystein-Werte über 10 µmol/l gelten heute als wichtiger Risikofaktor unter anderem für die Entstehung folgender Krankheiten:

  • Arterienverkalkung, Herzinfarkt, Schlaganfall
  • Demenz
  • Osteoporose
  • Unfruchtbarkeit
  • Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)
  • Depression
  • Migräne mit Aura
  • Mitochondrien-Dysfunktion (siehe hier)

Die einzige Methode, um Homocystein dauerhaft im unschädlichen Bereich zu halten ist die ausreichende Zufuhr von Mikronährstoffen. Dann sind sogar einige der Krankheiten wieder rückgängig zu machen.

 

Medikamente und Mitochondrienfunktion

Eine geschädigte Funktion unserer Zellkraftwerke (Mitochondrien) gilt heute als eine der wichtigsten Ursachen für chronische Erkrankungen. Zahlreiche gängige Medikamente können zu einer Schädigung der Mitochondrien beitragen. Dadurch wird die Krankheit schneller chronisch und auch die Zahl der Nebenwirkungen steigt.

Hier eine Auswahl der wichtigsten Medikamente, von denen eine Schädigung der Mitochondrien nachgewiesen wurde:

  • Antibiotika
  • Cholesterinsenker
  • Anti-Epileptika
  • Zytostatika
  • Beta-Blocker
  • Entzündungshemmer
  • Anti-Depressiva

B-Vitamine, Vitamin D und auch die weiter unten noch erwähnten sekundären Pflanzenstoffe haben großen Einfluss auf die Steuerung der Gene, die Epigenetik Der weit verbreitete Mangel an Vitamin D in Mitteleuropa ist ebenfalls in der Migräne-Forschung aufgefallen. Es stellte sich heraus, dass die Migräne-Wahrscheinlichkeit um 80 % sinkt, wenn der Vitamin-D-Spiegel im optimalen Bereich von 50 bis 100 ng/ml liegt, im Vergleich zu den sehr häufigen niedrigen Spiegeln von unter 20 ng/m. Große Vergleichsstudien zeigten, dass fast alle Migräne-Patienten zu niedrige Vitamin-D-Spiegel aufwiesen.

 

Wie im Kapitel über die Ernährung schon erwähnt, spielen die Omega-3-Fettsäuren in der Vorbeugung und der Behandlung von Migräneanfällen eine ganz wichtige Rolle. In zahlreichen Studien wurde gezeigt, dass eine zusätzliche Einnahme von Omega-3-Fettsäuren das gesamte Entzündungsgeschehen positiv beeinflusst.  So berichteten 4 von 5 Studienteilnehmer über eine Verringerung der Migränehäufigkeit und auch eine reduzierte Schwere der Anfälle.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Omega-3-Fettsäuren vom Verdauungssystem besser aufgenommen werden, wenn sie in einer flüssigen Emulsion (z. B. in einem Saft) und nicht in Kapseln eingenommen werden.

 

Deshalb ist bei der Therapie der Migräne zu beachten, dass – genau wie in unseren Lebensmitteln – neben den bisher erwähnten Mikronährstoffen viele weitere Mikronährstoffe enthalten sind.

So wird in der Wissenschaft immer deutlicher, wie wichtig die sekundären Pflanzenstoffe bei der Vorbeugung und Behandlung gegen Migräne sind. Von Inhaltsstoffen des grünen Tees in Kombination mit anderen Kräutern konnte beispielsweise eine Dreifachwirkung gegen Migräne nachgewiesen werden: Sie wirken schmerzdämpfend, verändern die Durchblutung positiv und verbessern die Bereitstellung von Nervenbotenstoffen.

 

Ernährung bei Migräne

Der Einfluss der Ernährung auf die Migräne beschränkt sich nicht nur auf das Vermeiden von auslösenden Lebensmitteln. Eine gesunde Ernährung soll uns auch mit genügend Mikronährstoffen versorgen.

Die Ernährung kann auf der einen Seite ein wichtiger Auslöser eines Migräneanfalles sein. Es ist wichtig, die Lebensmittel zu meiden, die als Auslöser identifiziert wurden z. B.:

 

  • Alkohol, Koffein und Nikotin
  • histamin- oder tyraminhaltige Lebensmittel: in länger gelagerten Speisen wie Käse, Wurst, Schinken und Sauerkraut, Sekt, Wein oder Bier; Trockenfrüchte, reife Bananen

 

Auf der anderen Seite kann die Ernährung auch die Migräneursachen Entzündung und Übersäuerung in die eine oder die andere Richtung beeinflussen.

Ganz wichtig ist in diesem Zusammenhang die Umstellung auf eine überwiegend basische Kost (viel Obst und Gemüse). Ein Säureüberschuss in der modernen Ernährung, der western diet, führt neben einer Unterversorgung an wichtigen Mikronährstoffen auch zu einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit.

Western diet

hochkalorisch, zuckerreich, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren, salzreich, viele Konservierungsstoffe und hochverarbeitete Produkte (Fastfood, Fertigprodukte, „Junkfood“) – dagegen wenig frisches Obst und Gemüse, keine hochwertigen Pflanzenöle, komplexe Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe

Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollwertprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und Omega-3-haltigen Ölen ist. Bei Schuppenflechte lohnt es sich für Sie besonders, eine Umstellung Ihrer Ernährung in kleinen Schritten vorzunehmen.

Die Zusammensetzung entspricht am ehesten einer mediterranen Ernährung und enthält reichlich Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe, unterstützt den Abbau von Entzündungen im Körper und schützt präventiv wohl auch vor zahlreichen anderen Erkrankungen wie z. B. Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wenn Sie an Migräne leiden, profitieren Sie ebenfalls von einer anti-entzündlichen Ernährung.

PRO Kardioprotektive Ernährung (mediterran)KONTRA „Westliche“ Diät
Olivenöl, Walnussöl, Leinöl, Hanfölfrittierte Lebensmittel, Margarine, Sonnenblumenöl, Schweineschmalz, Sojaöl, Maiskernöl
Obst (zuckerarme Sorten bevorzugen: Beeren, Zitrusfrüchtw, Äpfel
Gemüse (mindestens „5 am Tag“: grüne Blattgemüse, Brokkoli, Spinat, Kohlsorten, Topinambur, alle Salate, Wildkräuter
Fast Food, Fertigprodukte, Süßigkeiten, industriell gefertigte Snacks
Vollkornprodukte: Getreideprodukte aus dem vollen Korn inklusive aller BallaststoffeProdukte aus Auszugsmehlen („Weiß“), Weizen
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu, Eier: moderater Konsum (mind. Bio-Freiland-HaltungWurstwaren, viele Milchprodukte
fetter Seefisch: Lachs, Makrele, SardinenSchweinefleisch
frische Kräuter, antientzündliche Gewürze wie Chilli, Kurkuma, Ingwer
Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Meerettich
sehr salzreich
Getränke und Tee: Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, grüner TeeSoftdrinks, häufiger Alkoholkonsum Milchmixgetränke
Nüsse und Saaten: Walnüsse, Leinsamen, Pinienkerne, Kürbiskerne, MacadamianüsseErdnüsse, gesalzene und aromatisierte „Knabbernüsse“
Probiotika: Kefir, Joghurt, milchsauer eingelegte Gemüse, Misopaste

 

Verwenden Sie möglichst oft pflanzliche Öle in der „kalten“ Küche. Der hohe Gehalt dieser beiden Lebensmittel an ungesättigten Fettsäuren hilft, das Gleichgewicht der Fette zu erhalten und Entzündungen zu verringern. Außerdem zeigen neue Studien, dass ungesättigte Fettsäuren gegen die Symptome einer schweren Migräne hilfreich sind und die Länge eines Anfalles deutlich verkürzen können.

Bei den pflanzlichen Ölen gilt es die Unterschiede der einzelnen Öle bezüglich der Fettsäurezusammensetzung zu beachten. Dabei sollte der Anteil der Omega-3-Fettsäuren möglichst hoch sein, da sie im Gegensatz zu den Omega-6-Fettsäuren entzündungs- und schmerzhemmend sind. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen, welche Öle (kaltgepresst) besonders geeignet sind:

 

in g pro 100g ÖlOmega 9Omega 6Omega 3Omega 6 : Omega 3
Leinöl16,215,161,51:4
Rapsöl60,220,49,32:1
Hanföl13,160,320,23:1
Walnussöl15,257,310,16:1
Sojaöl23,449,57,07:1
Weizenkeimöl16,654,27,18:1

Zum Vergleich hier eine Tabelle mit Ölen, die ein schlechtes Omega-6 zu Omega-3-Verhältnis haben:

Alle Angaben in g pro
100g Lebensmittel
Omega 9Omega 6Omega 3Omega 6 : Omega 3
Distelöl11,473,90,5148:1
Traubenkernöl15,769,20,5138:1
Sonnenblumenöl21,961,00,5122:1
Margarine, (Linolsäure>50%)14,341,10,582:1
Sesamöl39,541,40,759:1
Maiskeimöl24,854,31,054:1

Essen Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate, also weniger weißes Brot, weniger Nudeln und Reis. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Nervenbotenstoffe.

Integrative Therapie bei Migräne

Heilpflanzen bei Migräne

Kräuterextrakte und pflanzliche Medikamente sind inzwischen so gut etabliert in der Vorbeugung von Migräneanfällen, dass sie sogar in die offiziellen Therapieempfehlungen mit aufgenommen wurden. Hier ein paar Hinweis zu den bekanntesten Heilpflanzen gegen Migräne.

 

Pestwurz

Am besten untersucht ist die Pestwurz. Pestwurz-Extrakte (Petasites hybridus radix) reduzieren sehr effektiv die Anfallshäufigkeit bei Migräne um 50 -60 %.  Arzneimittel sind gut verträglich.

 

Ginkgo

Ginkgo ist nicht als klassisches Migränemedikament bekannt. Doch die Studienergebnisse mehren sich, dass die ebenfalls seit langem auf dem Markt befindlichen und sehr gut verträglichen Medikamente auch bei Migräne sehr hilfreich sind. So war die Einnahme von Ginkgo zusammen mit Mikronährstoffen effektiv bei der Behandlung von Migränekopfschmerzen, wenn es schon in der Aura-Phase eingenommen wurde. Auch bei Kindern kann Ginko zusammen mit Mikronährstoffen eine sehr sichere und gut verträgliche Vorbeugemaßnahme bei Migräne darstellen.

 

Hanf

Medizinisches Cannabis rückt aufgrund seiner vielfältigen Einsatzmöglichkeiten immer mehr in den Fokus der Forschung. Einige Forschungsarbeiten haben die Effektivität seiner Inhaltsstoffe CBD und THC und auch von Cannabis als Ganzem bei Migräne gezeigt. So wurden an zwei spezialisierten Kliniken in den USA 121 Erwachsene mit medizinischem Marihuana behandelt. Die Anzahl der Migräne-Attacken sank um mehr als die Hälfte. Auch der akute Migräne-Anfall scheint mit Cannabis gut behandelbar zu sein, allerdings wird hier noch untersucht, ob nicht ein gewisser Gewöhnungseffekt über die Zeit eintritt.

 

Homöopathie bei Migräne

Die Homöopathie ist eine eigenständige alternativmedizinische Behandlungsmethode und kann bei vielen Krankheiten eingesetzt werden. Da die Heilmittel speziell für Migräne und Kopfschmerzen sehr vielfältig sind und diese für jeden Fall individuell ermittelt werden müssen, ist die Behandlung durch einen auf Homöopathie spezialisierten Therapeuten empfehlenswert.

Folgende Wirkstoffe zeigten bei Migräne besonders häufig Wirksamkeit:

 

  • Gelsemium (Wilder Jasmin)
  • Nux vomica (Brechnuss)
  • Iris versicolor (Verschiedenfarbige Schwertlilie)

 

 

Hausmittel bei Migräne

Bevor wir zu den wichtigsten Migräne-Medikamenten kommen, hier noch ein paar Hinweise zu Hausmitteln gegen Migräne und Kopfschmerzen. Hier können Sie ausprobieren, ob Sie eine Besserung bemerken – die Wirkung ist individuell verschieden.

 

Kaffee mit Zitrone

Ein Espresso mit etwas Zitronensaft ist eines der bekanntesten Hausmittel gegen Kopfschmerzen. Das Koffein kann helfen, den Kreislauf zu stabilisieren und die Zitrone hilft, die körpereigene Schmerzdämpfung zu aktivieren.

Allerdings sollte man beachten, dass – wie oben schon erwähnt – bei einigen Menschen Kaffee auch als Auslöser für Migräne in Frage kommt.

 

Pfefferminzöl

Die Anwendung von Pfefferminzöl gegen Migräne ist mittlerweile gut untersucht. Pfefferminzöl wirkt schmerzlindern und muskelentspannend. Es gibt zwei untersuchte Anwendungsmethoden:

10 % – Pfefferminzöl auf Stirn und Schläfen auftragen scheint vor allem entspannend zu wirken.

Neu ist die Anwendung von 1,5 % -Nasentropfen mit Pfefferminzöl, was gute Wirkungen zeigte.

 

Kälte oder Wärme

Bewährt haben sich auch kalte Anwendungen im Nacken oder an der Stirn. Es lohnt sich also für Betroffene immer einen oder zwei Cold-Packs griffbereit zur Anwendung zu haben.

Manchen Menschen helfen aber auch Wärmeanwendungen. Hier hat sich ein ansteigendes Fußbad bewährt. Geben Sie dafür warmes Wasser in eine Schüssel und fügen Sie nach und nach heißes Wasser dazu.

 

Basenbäder

Wie eingangs schon erwähnt, ist die Übersäuerung des Gewebes wohl einer der Hauptgründe für Entzündungen und eine erhöhte Schmerzwahrnehmung. Eine gute Möglichkeit, neben basischen Nahrungsergänzungen und basischer Ernährung sind wöchentliche Basenbäder. Dabei nützt man die gute Entsäuerung über die Haut, in dem man ein basisches Badesalz ins Badewasser gibt. Das Basenbad soll mindestens 30 Minuten dauern, besser sind 45 bis 60 Minuten.

 

Anti-Migräne-Tee

Zahlreiche Kräuter haben schmerzlindernde und entzündungshemmende Eigenschaften. In der Apotheke können Sie sich eine entsprechende Teemischung zusammenstellen lassen. Unser Rezeptverschlag wäre:

Zu gleichen Teilen

  • Kamillenblüten
  • Grüner Tee
  • Mutterkraut
  • Weidenrinde
  • Frauenmantel
  • Mädesüß
  • Rosmarin

Anwendung: Überbrühen Sie davon zwei Teelöffel (geben sie noch eine Gewürznelke dazu) mit 250 ml Wasser und lassen Sie den Tee 10 Minuten ziehen und fügen nach Belieben etwas Zitronensaft hinzu.

 

Migräne mit Akupunktur behandeln

Zahlreiche Studien haben die Wirksamkeit der Akupunktur bei Migräne belegt. Sie ist eine nebenwirkungsfreie und kosteneffektive Methode um die Schmerzen bei Migräne zu behandeln. Es können dadurch unter anderem Schmerzmedikamente „eingespart“ werden. Nach neuesten Untersuchungen verbessert die Akupunktur Muskelverspannungen, das vegetative Nervensystem und die Schmerzwahrnehmung bei chronischen Kopfschmerzen.

Medikamentöse Therapie bei Migräne

Das-Wichtigste-in-Kürze

Medikamente in der Übersicht

  • ASS und Ibuprofen sind Medikamente der ersten Wahl
  • Triptane werden bei starken Anfällen eingesetzt
  • Kombinationen sind am wirksamsten
  • Prophylaxe-Empfehlung laut Leitlinien: Magnesium, Betablocker und ein Antiepileptikum (nur nach strenger Indikationsstellung)
  • Eine medikamentöse Prophylaxe sollte immer durch nicht-medikamentöse Maßnahmen begleitet werden

Für die medikamentöse Therapie der Migräne hat die Deutsche Gesellschaft für Neurologie in Zusammenarbeit mit der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) eine Behandlungsleitlinie herausgegeben, an der wir uns hier orientieren. (49)

Die Behandlung der Migräne mit Tabletten, Zäpfchen und Spritzen hängt davon ab, wie häufig und wie stark die Migräneattacken sind. Wie stark die Kopfschmerzen empfunden werden, ist sehr individuell.

 

Es werden 22 persönliche Migränetypen unterschieden, die oft unterschiedlich medikamentös behandelt werden. So werden z. B . Triptane erst nach der Auraphase und direkt zu Beginn der Kopfschmerzphase empfohlen.

Einnahme von Medikamenten

Die häufige Einnahme von Schmerzmitteln und Triptanen kann auch Kopfschmerzen auslösen, sodass ein Teufelskreis aus Schmerzen und Medikamenten entsteht.

Jedoch wirken Schmerzmittel am besten, wenn sie möglichst frühzeitig eingenommen werden und gleichzeitig ausreichend hoch dosiert werden. Ein gutes Beratungsgespräch mit einem spezialisierten Arzt und der konsequente Einsatz von alternativen Therapiemethoden können das Risiko von Überdosierungskopfschmerzen und Nebenwirkungen reduzieren.

Wir wollen zunächst auf die Behandlung mit Tabletten und Zäpfchen bei einer akuten Migräne-Attacke eingehen und danach auf die medikamentöse Migräneprophylaxe.

 

Behandlung leichter und mittlerer Kopfschmerzen

Es sollten zunächst frei verfügbare Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS) oder nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen eingesetzt werden, die sehr gut helfen. Eine Kombination aus ASS und Paracetamol und Koffein wirkt anfangs sehr gut (auch bei starken Kopfschmerzen), führt aber bei mehr als 10 Anwendungstagen pro Monat relativ schnell zu den oben erwähnten Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerzen.

 

Behandlung mittlerer bis schwerer Kopfschmerzen

Wenn die oben erwähnten Medikamente nicht wirksam sind, werden Triptane zur Therapie empfohlen. Diese Medikamentengruppe wirkt auf unterschiedliche Weise, sodass für verschiedene Migränetypen Medikamente zur Verfügung stehen. Sie stehen überwiegend in Tablettenform, aber auch als Nasenspray zur Verfügung. Die Schwelle für die Entstehung von Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerz liegt auch hier bei 10 Einnahmetagen pro Monat.

Triptane waren in den meisten Studien für den Endpunkt „schmerzfrei nach 2 Stunden“ wirksamer als Schmerzmittel oder NSAR. Der Unterschied in großen Vergleichsstudien war allerdings sehr gering. Die beste Wirkung zeigten Triptane in Kombination mit langwirksamen NSAR wie Naproxen.

 

Behandlung von Übelkeit und Erbrechen

Die sogenannten Antiemetika werden häufig zur Linderung der Begleitsymptome Übelkeit und Erbrechen verordnet. Um den Magen-Darm-Trakt zu umgehen, werden sie oft als Zäpfchen oder als Spritzen unter die Haut oder direkt in die Vene gegeben.

Entgegen dem oft leichtfertigen Einsatz dieser Medikamente haben sie nicht selten sehr schwere und teilweise nicht behandelbare Nebenwirkungen. Hier sollte auf alternative Therapieformen ausgewichen werden. Wirksame alternativen sind Akupunktur, Akupressur, Ingwer (z.B. kandierter Ingwer oder Ingwer-Tee) und homöopathische Mittel wie Coccolus C30, Petroleum C30 oder Nux vomica C30.

 

Behandlung von Migräne bei Kindern

Migräneattacken bei Kindern werden mit Ibuprofen 10 mg pro kg Körpergewicht, Acetylsalicylsäure (500 mg) oder Paracetamol 15 mg pro kg Körpergewicht (2. Wahl) behandelt. Paracetamol kann sich schnell im Kinderkörper anhäufen und zu Überdosierungen führen.

Zur Behandlung von Migräne bei Jugendlichen ab dem 12. Lebensjahr ist in Deutschland derzeit nur Triptan-Nasenspray in der Dosis von 10 mg zugelassen. Triptane als Tabletten sind für Kinder nicht zugelassen.

Wir empfehlen hier zunächst Behandlungsversuche mit alternativen Therapien, auf die Kinder oft gut und schnell ansprechen.

 

Medikamentöse Prophylaxe eines Migräneanfalles

Zur Vorbeugung von Migräneanfällen kommen zahlreiche Medikamente zum Einsatz. Allerdings muss die Indikation dazu vom Arzt sehr streng gestellt werden. Eine vorbeugende Wirkung ist für viele Stoffgruppen nachgewiesen, allerdings wird aufgrund des eher schlechten Wirkungs-/Nebenwirkungsverhältnisses oft zu nicht-medikamentösen Maßnahmen geraten. Außerdem tritt die Wirkung meist erst nach etwa 8 Wochen Behandlungszeit ein.

Eine medikamentöse Migräneprophylaxe wird in Erwägung gezogen, wenn sehr viele (mehr als 3 Attacken pro Monat) und sehr starke (meist länger als 72 Stunden anhaltende) Migräneattacken auftreten, die das Leben stark beeinträchtigen.

Einer Migräneprophylaxe wird als wirksam erachtet, wenn die Häufigkeit der Anfälle um mehr als die Hälfte zurückgeht. Patienten sollten ein Kopfschmerztagebuch führen, um den Erfolg oder Misserfolg der jeweiligen Behandlung feststellen zu können.

 

Folgende Medikamente kommen bei der Migräne-Prophylaxe zum Einsatz:

  • Betablocker: relativ geringes Nebenwirkungsrisiko, am besten nachgewiesene Wirkung
  • Kalziumantagonisten: etwas mehr Nebenwirkungen als Betablocker
  • Antiepileptika: relativ hohe Nebenwirkungsrate
  • Antidepressiva: ebenfalls hohe Nebenwirkungsrate
  • ACE-Hemmer: relativ wenig Nachweis der Wirksamkeit

Ausflug in die Wissenschaft

Medikamente als Prophylaxe

Für alle oben genannten Medikamente zur Prophylaxe wurde nachgewiesen, dass sie eine der Ursachen der Migräne, die Mitochondriendysfunktion, verstärken. Das macht ihren langfristigen Einsatz ohne alternative Maßnahmen sehr fraglich.

CGRP-Antikörper: Diese erst seit Ende 2018 auf dem Markt befindliche sogenannte „Migräne-Impfung“ ist recht gut verträglich, auch wenn Langzeituntersuchungen noch nicht abgeschlossen sind. Sie wirken bei verschiedenen Patienten sehr unterschiedlich. Wenn allerdings eine Wirkung eintritt, wirken sie deutlich länger als herkömmliche Medikamente und auch die Wiederkehrrate des Kopfschmerzens ist geringer. Krankenkassen zahlen die teure Therapie nur in Ausnahmefällen.

Checkliste

Checkliste

Checkliste: Kompakte Empfehlungen bei Migräne – das können Sie selbst tun

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich und Ihre Angehörigen so gut als möglich über Ihre Erkrankung.
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patienten und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Gesunde Ernährung: Versuchen Sie sich gesund, frisch und ausgewogen – vor allem antientzündlich – zu ernähren. Vermeiden Sie Lebensmittel die als Auslöser identifiziert wurden.
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei Migräne stehen besonders im Fokus: B-Vitamine, Vitamin D, Coenzym Q10, Magnesium, Omega-3-Fettsäuren, L-Carnitin. Wir haben einige Mikronährstoffkonzentrate getestet, das Ergebnis finden Sie hier. 
  • Bewegung: Sport und Bewegung sind generell und bei Migräne wichtig zur Prävention. Zur Vorbeugung sollten Entspannungsverfahren regelmäßig auf Ihrem Zeitplan stehen,
  • Ruhe: Ziehen Sie sich zurück, wenn Sie Warnzeichen wahrnehmen. Begeben Sie sich in dunkle Räume.
  • Handeln Sie schnell: Nutzen Sie möglichst schnell die Maßnahmen, sie sich für Sie als hilfreich erwiesen haben.

Alles in Kürze

Das-Wichtigste-in-Kürze

Migräne in der Übersicht

  • 10 % der Bevölkerung in Deutschland
  • dreimal mehr Frauen als Männer betroffen
  • Migräne mit/ohne Aura
  • Unterschiede zwischen Ursachen und Auslösern der Migräne

Zu den häufigsten Auslösern der Migräne zählen Ernährungsfaktoren, Stress und Hormonschwankungen genauso wie veränderte Umweltbedingungen.

Ursachen der Migräne sind noch nicht endgültig erforscht; Die vielversprechendste Hypothese ist die des Energiemangels in den Nerven (Mitochondropathie).

 

Symptome in der Übersicht

  • Die Migräne wird in 4 Phasen eingeteilt: Vorbotenphase, Auraphase, Kopfschmerzphase, Rückbildungsphase
  • Komplikationen (z.B. Krampfanfall, Schlaganfall) sind sehr selten, können dann aber gefährlich sein

 

Prognose in der Übersicht

Die Migräne ist eine Krankheit, die die Lebensqualität der Betroffenen oft stark einschränkt. Unbehandelt nimmt ihre Intensität mit der Zeit manchmal zu, manchmal nimmt sie auch ab.

Sehr selten kann es zu schwerwiegenden und potenziell tödlichen Komplikationen wie Gehirnblutungen kommen.

 

Diagnose in der Übersicht

  • Die Diagnose „Migräne“ erfolgt anhand der Krankheitsgeschichte
  • Zusätzliche Untersuchungen dienen dem Ausschluss anderer Erkrankungen

 

Prävention in der Übersicht

Der Schwerpunkt der Behandlung liegt darin, den nächsten Anfall hinauszuzögern.

Hier eignen sich vor allem folgende Faktoren:

  • Sport und Bewegung: Schwimmen, Walken, Radfahren
  • Stressmanagement: progressive Muskelentspannung

 

 

Mikronährstoffe

  • … sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen bei Migräne. Besonders wichtig sind B-Vitamine, Coenzym Q10, Magnesium, Omega-3-Fettsäuren, L-Carnitin, Vitamin D und Vitamin E.
  • Einige der typischen Migräne-Medikamente erhöhen zusätzlich Ihren Mikronährstoffbedarf. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Mikronährstoffbedarf ausreichend über die Ernährung zu decken, können moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischungen sinnvoll sein.
  • Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

 

Ernährung

  • Der Einfluss der Ernährung auf die Migräne beschränkt sich nicht nur auf das Vermeiden von auslösenden Lebensmitteln. Idealerweise versorgt uns eine gesunde Ernährung mit genügend Mikronährstoffen.
  • Die Ernährung kann auf der einen Seite ein wichtiger Auslöser eines Migräneanfalles sein. Meiden Sie die Lebensmittel, die als Auslöser identifiziert wurden.
  • Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollwertprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist.
  • Die Zusammensetzung entspricht am ehesten einer mediterranen Ernährung und enthält reichlich Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe.
  • Essen Sie außerdem mindestens 2-mal in der Woche Fisch und verwenden Sie möglichst oft pflanzliche Öle in der „kalten“ Küche. Der hohe Gehalt dieser beiden Lebensmittel an ungesättigten Fettsäuren hilft, das Gleichgewicht der Fette zu erhalten und Entzündungen zu verringern.

 

Integrative Therapie

Heilpflanzen

  • Pestwurz: Pestwurz-Extrakte (Petasites hybridus radix) reduzieren sehr effektiv die Anfallshäufigkeit bei Migräne um 50 -60 %
  • Ginkgo: Die Einnahme von Ginkgo zusammen mit Mikronährstoffen ist effektiv bei der Behandlung von Migränekopfschmerzen, wenn es schon in der Aura-Phase eingenommen wird
  • Hanf: Kann Migräne-Attacken vorbeugen und auch während einem Anfall zur Behandlung genutzt werden.

 

Homöopathie

Es gibt einige wenige, gut zusammengesetzte homöopathische Komplexpräparate, bei denen sich ein Therapieversuch lohnt. Diese sind besonders effektiv, wenn unter anderem folgende Heilmittel mit enthalten sind:

  • Gelsemium
  • Nux vomica
  • Iris versicolor

 

Hausmittel

  • Kaffee mit Zitrone
  • Pfefferminzöl
  • Kälte oder Wärme
  • Basenbäder
  • Anti-Migräne-Tee

 

Akupunktur

Nach neuesten Untersuchungen verbessert die Akupunktur Muskelverspannungen, das vegetative Nervensystem und die Schmerzwahrnehmung bei chronischen Kopfschmerzen (36).

 

Medikamente in der Übersicht

  • ASS und Ibuprofen sind Medikamente der ersten Wahl
  • Triptane werden bei starken Anfällen eingesetzt
  • Kombinationen sind am wirksamsten
  • Prophylaxe-Empfehlung laut Leitlinien: Magnesium, Betablocker und ein Antiepileptikum (nur nach strenger Indikationsstellung)
  • Eine medikamentöse Prophylaxe sollte immer durch nicht-medikamentöse Maßnahmen begleitet werden





Quellennachweise

 

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Ärztezeitung vom 11.10.2012: Joggen oder Walken reduziert Schmerzattacken

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