Morbus Bechterew:
So lindern Sie Schmerzen &
verbessern Ihre Lebensqualität

Wenn man bereits in jungen Jahren unter chronischen Rückenschmerzen und steifen Gelenken leidet, kann Morbus Bechterew dahinterstecken. Die auch als axiale Spondyloarthritis bekannte rheumatische Autoimmunerkrankung führt zu einer chronischen Entzündung und Verknöcherung der Wirbelsäule und angrenzender Gelenke. Durch eine anti-entzündliche Ernährung, Bewegungstherapie und alternative Therapieansätze kann eine deutliche Schmerzlinderung erreicht, die Krankheitsaktivität gesenkt und schlussendlich die Lebensqualität deutlich verbessert werden. Wie Sie die Bechterew-Erkrankung wieder besser in den Griff bekommen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Morbus Bechterew Symptome am Rücken

Claudia Miersch Ökotrophologin, Expertin für ernährungsabhängige Erkrankungen

Experte/Expertin:

Dr. oec. troph. Claudia Miersch

Ökotrophologin, Expertin für ernährungsabhängige Erkrankungen

Letzte Aktualisierung: 27. April 2021

Das-Wichtigste-in-Kürze

Fakten in der Übersicht

  • Morbus Bechterew – was ist das? Morbus Bechterew ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, die chronische Schmerzen verursacht und zur Wirbelsäulenversteifung führt. Sie tritt in Schüben auf und ist nicht heilbar. Die Erkrankung tritt erstmals zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf und betrifft etwas häufiger Männer.
  • Ursachen & Risikofaktoren: Es ist eine multifaktorielle Erkrankung, die genauen Ursachen sind unbekannt. Eine genetische Veranlagung, eine Fehlsteuerung des Immunsystems, oxidativer Stress, Entzündungen und eine gestörte Darmbarriere zählen zu den Auslösern.
  • Symptome: Gesäß- und Wirbelsäulenschmerzen, insbesondere in der Nacht, morgendliche Gelenksteifigkeit, Entzündungen in den betroffenen Gelenken und weiteren Geweben (Augen, Lunge, Niere, Darm), Müdigkeit, Gewichtsverlust, depressive Verstimmungen, Versteifung der Wirbelsäule und Bewegungseinschränkungen im fortgeschrittenen Stadium
  • Diagnose und Tests: ärztliches Anamnesegespräch, klinische Diagnostik zur Gelenkbeweglichkeit, Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren
  • Prognose und Verlauf:
    • Morbus Bechterew ist eine fortschreitende Erkrankung, die in Schüben auftritt.
    • Sie beginnt häufig mit Schmerzen und Entzündungen in den Kreuz-Darmbein-Gelenken, die auf die Wirbelsäule übergehen.
    • Es kann zu Versteifungen und Verformungen kommen, die die Beweglichkeit einschränken.
    • Die Lebenserwartung mit Morbus Bechterew ist nicht verkürzt.
  • Empfohlene Ernährung: Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist.
  • Therapie und Prävention: 
    • Mikronährstoffe: natürliche Antioxidantien, Vitamin D, Spurenelemente, Omega-3-Fettsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe
    • Lebensstil: Sport und Entspannung, Normalgewicht halten, Verzicht auf Genussmittel, professionelle Unterstützung durch Therapeuten und Selbsthilfegruppen
    • Konventionelle Therapie: Bewegungstherapie, Medikamente zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung, in seltenen Fällen operative Eingriffe
    • Ganzheitliche Therapie: physikalische Therapien, Heilpflanzen, Akupunktur, Darmsanierung, Heil- und Basenbäder
  • Checkliste und Empfehlungen bei Morbus Bechterew: Das können Sie selbst tun

Was ist Morbus Bechterew?

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Morbus Bechterew in der Übersicht

  • Morbus Bechterew ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, die chronische Schmerzen verursacht und zur Wirbelsäulenversteifung führt.
  • Synonyme sind Spondylarthritis ankylosans oder axiale Spondyloarthritis.
  • Es ist eine chronische Krankheit, die in Schüben verläuft und zu den Autoimmunkrankheiten gehört.
  • Morbus Bechterew wurde als eigenständige Rheumaerkrankung vom russischen Mediziner Wladimir Bechterew beschrieben.
  • Beschwerden treten erstmals zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf.
  • Etwa 0,2 % der Bevölkerung sind betroffen, davon etwas mehr Männer (61,5 %). Selten bricht die Spondyloarthritis bereits bei Kindern und Jugendlichen aus.
  • Frauen zeigen häufig eine leichtere Form der Erkrankung, jedoch mit vergleichbaren Schmerzen. Die Erkrankung ist für Frauen kein Hinderungsgrund für eine Schwangerschaft.
  • Man unterscheidet die klassische Bechterewsche Krankheit mit eindeutigen knöchernen Veränderungen und die nicht-radiologische axiale Spondyloarthritis ohne Knochenveränderungen.
  • Morbus Bechterew ist abzugrenzen von Morbus Forestier, einer Erkrankung, die zu einer Gelenkversteifung ohne Entzündungsprozesse führt.
  • Eine reaktive Arthritis ist ebenfalls ein eigenständiges Krankheitsbild, jedoch leiden einige Morbus Bechterew Patienten an beiden Erkrankungen.

Bei Morbus Bechterew handelt es sich um eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, die mit chronischen Schmerzen, insbesondere im Rücken und angrenzenden Beckenbereich, verbunden ist und zur Wirbelsäulenversteifung führen kann. Daher wird die Erkrankung im medizinischen Fachjargon auch als Spondylitis ankylosans (“versteifende Wirbelsäulenerkrankung”) oder axiale Spondyloarthritis bezeichnet. Sie kann aber auch andere Knochen, Gelenke und Gewebe befallen. Es ist eine chronische Erkrankung, die in Schüben voranschreitet und zu den Autoimmunerkrankungen zählt. Da die Erkrankung nicht heilbar ist und die Beweglichkeit von Betroffenen zum Teil enorm zurückgeht, kommt es zu erheblichen Einschränkungen in der Lebensqualität. In den 1890er Jahren wurde Morbus Bechterew von dem russischen Mediziner Wladimir Bechterew erstmals als eigenständige Rheumaerkrankung beschrieben.

 

Vorkommen und Auftreten

Morbus Bechterew ist eine Erkrankung, die bereits in jungem bis mittlerem Alter ausbricht, etwa zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. In Europa geht man ungefähr von 23,8 Betroffenen auf 10.000 Einwohner aus, das wären etwa 0,2 % der Bevölkerung. Früher wurde Morbus Bechterew deutlich häufiger bei Männern als bei Frauen diagnostiziert. Mittlerweile hat sich das Verhältnis angeglichen. Laut Daten des Deutschen Rheuma Forschungszentrums aus dem Jahr 2016 sind 61,5 % männlich und 38,5 % weiblich.1 Man vermutet, dass durch bessere Diagnoseverfahren auch leichtere Formen schneller erkannt werden. Auch wenn Frauen eher zu einer leichteren Form dieser Autoimmunerkrankung neigen, haben sie nicht weniger Schmerzen als ihre männlichen Leidensgenossen – das belegen zumindest Forschungsergebnisse.2 In seltenen Fällen kann die axiale Spondyloarthritis bereits bei Kindern und Jugendlichen auftreten.

 

Differenzierung der axialen Spondyloarthritis

Morbus Bechterew zählt zu den axialen (den Achsenskelett betreffenden) Spondyloarthritiden und damit zu Rheuma. Man unterscheidet die klassische Bechterewsche Krankheit mit eindeutigen knöchernen Veränderungen und die nicht-radiologische axiale Spondyloarthritis (kein auffälliger Befund im Röntgenbild). Betroffene mit einer nicht-radiologischen axialen Spondyloarthritis befinden sich häufig in einem frühen Stadium der Erkrankung, in der noch keine knöchernen Veränderungen über Röntgen nachweisbar sind oder haben eine sehr milde Form der Erkrankung.

Steife und/oder entzündete Gelenke treten bei verschiedenen rheumatischen Erkrankungen auf. Trotz ähnlicher Symptome ist Morbus Bechterew abzugrenzen von Morbus Forestier (Spondylitis hyperostotica) und reaktiver Arthritis. Bei Morbus Forestier kommt es ebenfalls zu einer Gelenkversteifung, jedoch ohne Entzündungsprozesse. Die Erkrankung verläuft häufig weniger gravierend. Bei der reaktiven Arthritis treten die schmerzhaften Entzündungen eher bei Knie-, Sprung- und Hüftgelenk auf, seltener im Bereich der Wirbelsäule. Jedoch weisen viele Patienten mit axialer Spondyloarthritis eine reaktive Arthritis in den peripheren Gelenken (vom Rumpf weg liegend) auf.

Ursachen und Risikofaktoren

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Ursachen und Risikofaktoren in der Übersicht

  • Morbus Bechterew ist eine multifaktorielle Erkrankung, bei der die genauen Ursachen noch unklar sind.
  • Sie tritt familiär gehäuft auf. Etwa 90-95 % tragen die Variante HLA-B27 als Kandidatengen in sich.
  • Störungen der körpereigenen Abwehr führen zu chronischen Entzündungen und autoimmunen Reaktionen.
  • Durch oxidativen Stress und Übersäuerung des Gewebes wird das Krankheitsgeschehen weiter getriggert.
  • Eine weitere Ursache wird in einer gestörten Darmbarriere und/oder Darmflora gesehen.

Wieso Morbus Bechterew entsteht, ist bisher nicht genau geklärt. Aber es werden genetische Gründe und eine Fehlsteuerung des Immunsystems vermutet, die im Zusammenspiel mit verschiedenen Auslösern (u. a. Virus- und Bakterieninfektionen) die Erkrankung ausbrechen lassen. Autoimmunerkrankungen wie die axiale Spondyloarthritis sind also multifaktorielle Erkrankungen.

 

Morbus Bechterew tritt familiär gehäuft auf

Da die Autoimmunkrankheit oft bei mehreren Familienmitgliedern und bereits in jungen Jahren ausbricht, wurde schnell eine genetische Veranlagung vermutet. Und richtig: Die meisten Betroffenen (etwa 90-95 %) besitzen eine besondere Veränderung in einem immun-relevanten Antigen. Mehr Informationen dazu in der Info-Box. Dieses Merkmal muss jedoch nicht dazu führen, dass die Erkrankung auch wirklich ausbricht, denn weitere Faktoren haben einen Einfluss darauf. Auch wenn man noch nicht genau weiß, wie Morbus Bechterew entsteht, kann man eine Ansteckung über eine andere Person als Ursache ausschließen.

Hinweis

HLA-B27 als genetischer Marker für die Entwicklung von Morbus Bechterew!?

HLA-B27 ist eine genetische Variante der humanen Leukozyten-Antigene. Diese speziellen Eiweißmoleküle sind auf fast allen Zellen im Körper anzutreffen und dienen den Immunzellen als Erkennungssequenz. Sie können damit unterscheiden, ob die Zelle vor ihnen “Freund” oder “Feind” ist. Jeder Mensch hat verschiedene Arten von HLA-Proteinen. Die Variante HLA-B27 tragen in Europa etwa 9 % der Menschen in sich.3 Die HLA-B27-Variante kann wiederum nochmal in verschiedene Subtypen unterteilt werden und nicht jeder Subtyp ist auch mit einem höheren Risiko für Spondylitis ankylosans verbunden. 4-5

Störung der körpereigenen Abwehr

Das Immunsystem spielt bei der Entstehung von Entzündungen und Autoimmunkrankheiten eine zentrale Rolle. Um Krankheitserreger oder Fremdstoffe abzuwehren, kann es auf verschiedene Mechanismen zurückgreifen. Den Leukozyten (weißen Blutzellen), die verschiedene Untergruppen ausbilden, kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Eine Untergruppe, die sogenannte Th17-Zellen (T-Helferzellen Typ 17), werden in den letzten Jahren verstärkt mit der Entstehung von chronischen Entzündungen und Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht – auch mit der axialen Spondyloarthritis.6-7 Kommt es zu einer unphysiologischen Aktivierung der Th17-Zellen, werden verstärkt entzündungsfördernde Botenstoffe ausgeschüttet und autoimmune Reaktionen im Körper gefördert.

Ausflug in die Wissenschaft

Steuerung von Entzündungsvorgängen durch Th17-Zellen bei Morbus Bechterew

Th17-Zellen entwickeln sich aus Vorläuferzellen (nativen T-Helferzellen) und unterscheiden sich von anderen Subtypen durch ihre spezifische Abgabe des Entzündungsbotenstoff Interleukin-17 (Il-17). Neben Il-7 werden noch weitere Botenstoffe (TNF-alpha, IL-6) produziert. Die Botenstoffe aktivieren weitere Immunzellen, die in das Gewebe einwandern und dort wiederum entzündungsfördernde Botenstoffe bilden. Auf der anderen Seite unterdrücken sie andere Subtypen der T-Helferzellen (z. B. Th1-Zellen), wodurch die Erregerabwehr unterdrückt wird und im weiteren Verlauf chronische Abwehr- und Entzündungsreaktionen gefördert werden.

In welche Richtung sich eine native T-Zelle differenziert, ist nicht genetisch vorherbestimmt, sondern wird maßgeblich durch die gerade im Körper vorherrschenden Bedingungen und Umweltfaktoren beeinflusst. So ist bekannt, dass die Botenstoffe der einzelnen Th-Subtypen die Differenzierung der anderen Subpopulationen zum Teil hemmen. Bedingungen, die eine Th17-Dysbalance fördern, sind metabolischer Stress, Sauerstoffmangel im Gewebe, zu viel Salz und Störungen in der Darmflora.7

Erste Studien mit IL-18 Inhibitoren zeigen, dass dieser Botenstoff eine zentrale Rolle bei der Ausprägung dieser Erkrankung hat, denn durch das Ausschalten von IL-18 konnten die Krankheitssymptome deutlich verbessert werden.6

Durch das chronische Entzündungsgeschehen werden weitere Prozesse im Körper durcheinandergewirbelt:

  • Es werden viele reaktive Sauerstoffspezies (ROS) gebildet, und es kommt zu oxidativem Stress (siehe Info-Box), der wiederum die Entzündungsneigung verstärkt. Ein Zustand, der bei axialer Spondyloarthritis ebenfalls nachweisbar ist.8-9
  • Entzündete Gewebe werden schlechter mit Sauerstoff versorgt, wodurch der Stoffwechsel umgestellt und verstärkt Milchsäure gebildet wird, was das Gewebe ansäuert, Entzündungen weiter triggert und die Schmerzempfindlichkeit erhöht.10-11

Hinweis

Was ist oxidativer Stress?

Oxidativer Stress entsteht durch das Überangebot an freien Radikalen. Freie Radikale sind Verbindungen, die auf Grund eines „verlorenen“ Elektrons chemisch instabil, kurzlebig und hoch reaktiv sind. Sie entreißen anderen Molekülen Elektronen, um selbst wieder in einen stabilen Zustand übergehen zu können. Dadurch ändern sich jedoch deren Eigenschaften. In unserem Körper kann es durch zu viele freie Radikale (oxidativer Stress) zu Funktionsstörungen innerhalb der Zellen und zu Krankheiten kommen.

Freie Radikale entstehen als Nebenprodukte bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen in unserem Organismus. Vor allem bei der Produktion von Energie für die Zellen in den Mitochondrien, wo aggressiver Sauerstoff verarbeitet wird, entstehen sehr viele freie Radikale. Sie sind aber nicht nur schädlich. Unter anderem erfüllen freie Radikale wichtige Aufgaben in der Immunabwehr, da sie Fremdorganismen, zum Beispiel Bakterien und Viren attackieren.

Um die massiv anfallenden freien Radikale abzufangen, muss der Körper ausreichend mit Radikalfängern wie Vitamin C, E und A versorgt werden. Auch antioxidative Enzyme benötigen Cofaktoren wie Zink, Mangan, Selen, Kupfer oder Eisen. Daher ist eine optimale Mikronährstoffversorgung essentiell bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen.

Erhöhte Darmdurchlässigkeit und Störungen in der Darmflora

Ein Thema ist bei der Ursachenforschung in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus von Ärzten und Wissenschaftlern getreten: die Darmflora. Obwohl über die im Darm lebenden Bakterien noch vieles ungewiss ist, gibt es zahlreiche Studien, die eine Bedeutung bei entzündlichen und autoimmunen Erkrankungen nahelegen.12-13 Denn man darf nicht vergessen: Ein Großteil unseres Immunsystems sitzt im Darm. Viele Betroffene mit Autoimmunerkrankung besitzen eine erhöhte Darmdurchlässigkeit, auch als Leaky-gut-Syndrom bezeichnet, oder eine gestörte Darmflora.14-15 Bei Morbus Bechterew-Patienten ist außerdem bekannt, dass etwa 5-10 % chronisch-entzündliche Darmerkrankungen aufweisen.16 Veränderungen in der Darmflora-Zusammensetzung wurde bei diesem Krankheitsbild ebenfalls beschrieben.17

Hinweis

Der Darm und seine Billionen Bewohner

Der Darm und das gesamte Verdauungssystem vom Mund bis zum After sind mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Diese ist nicht glatt, sondern weist insbesondere im Darm ganz viele Ein- und Ausstülpungen auf, um möglichst eine große Oberfläche für die Verdauung und die Nährstoffaufnahme in den Organismus zu ermöglichen. Das Besondere ist: Nicht nur diese Ausbuchtungen unterstützen unsere Verdauung, sondern im ganz besonderen Maße die dort lebenden Bakterien. Über 100 Billionen haben wir davon im Darm und die Gesamtheit aller Mikroorganismen wird als Mikrobiom bezeichnet. Die Darmbewohner haben in unserem Körper vielfältige Aufgaben:

  • Unterstützung der Verdauung
  • Abbau von Ballaststoffen zu kurzkettigen Fettsäuren, die als Energiequelle für die Darmschleimhaut dienen
  • Bereitstellung von Vitaminen und essentiellen Aminosäuren
  • Umwandlung von Substanzen (Steroiden, Gallensäuren)
  • Kommunikation mit unserem Darm, Immun- und Nervenzellen

Damit der Darm seinen Aufgaben reibungslos nachkommen kann, muss die Schleimschicht gut ausgebildet sein und das Zusammenspiel mit den Darmbakterien klappen. Sonst gelangen Bakterien aus dem Darm in unser Körperinneres, wodurch unser Immunsystem aktiviert wird und Entzündungsreaktionen ablaufen. Ist die Darmbarriere gestört bzw. löchrig, wird im Fachjargon auch vom Leaky-Gut-Syndrom (englisch: löchriger Darm) gesprochen. Als Folge können immunologische (u. a. Rheuma, Morbus Bechterew), chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und neurologische Krankheiten (u. a. Depressionen, Autismus, Angststörungen, Parkinson) auftreten.

Symptome bei Morbus Bechterew

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Symptome in der Übersicht

  • Leitsymptome sind Gesäß- und Wirbelsäulenschmerzen, insbesondere in der Nacht und morgendliche Gelenksteifigkeit. Die Symptome bestehen über mehrere Monate.
  • Die Schmerzen können in die Beine ausstrahlen und bessern sich häufig durch Bewegung.
  • weitere Symptome: Müdigkeit, Gewichtsverlust, Schmerzen beim Husten oder Niesen, periphere Gelenkschmerzen, Sehnenreizungen oder -entzündungen, depressive Verstimmungen
  • Der Gang und die Körperhaltung (u. a. Buckel) ändern sich im Verlauf der Krankheit.
  • Morbus Bechterew-Patienten weisen häufiger eine verminderte Knochendichte auf und haben daher eine erhöhtes Osteoporose-Risiko.
  • Entzündungsprozesse können auch auf andere Organe und Gewebe wie Augen, Herz, Lunge, Niere, Gefäße, Sehnen und Darm übergehen und dort Symptome verursachen.

Morbus Bechterew ist gekennzeichnet durch über Monate andauernde tiefsitzende Gesäß- und Wirbelsäulenschmerzen, die besonders häufig in der zweiten Nachthälfte auftreten. Morgens klagen Betroffene über Gelenksteifheit. Die Schmerzen können über das Becken in beide Beine und ins Gesäß ausstrahlen. Häufig bessern sich die Gelenkschmerzen durch Bewegung. Weitere Anzeichen der Bechterewschen Krankheit können Müdigkeit, Gewichtsverlust, Schmerzen beim Husten oder Niesen, verschiedene Gelenkschmerzen (Hüfte, Knie- und Schulter) sowie Sehnenreizungen oder -entzündungen sein. Chronische Schmerzen, die sich nur schwer lindern lassen, beeinträchtigen auch die Psyche und können zusätzlich depressive Verstimmungen auslösen.

 

Im Spätstadium verändern sich durch die einsetzende Gelenksteifheit und Wirbelsäulenverknöcherung die Körperhaltung und der Bewegungsablauf. Die Brustwirbelsäule krümmt sich und es bildet sich häufig ein Buckel. Der Gang wirkt eckig und unrund. Die Haltung ist leicht vorgebeugt. Durch die versteifte Wirbelsäule ist teilweise das Blickfeld von Betroffenen eingeschränkt. Häufig weisen Patienten auch eine verminderte Knochendichte auf. Eine beginnende Osteoporose muss daher im Auge behalten werden.

 

Die Entzündungsreaktionen bei Morbus Bechterew beschränken sich nicht nur auf die Gelenke. Organe und Gewebe, die auch betroffen sein können, sind:

Organe und GewebeSymptome
Augen (insbesondere die Iris)Sehstörungen, Entzündungen
HerzHerzklappenfehler, Herzrhythmusstörungen
NierenNiereninsuffizienz
DarmDarmkrämpfe, Durchfälle
LungeBindegewebseinlagerungen
GefäßeEntzündungen
Sehnen (u. a. Achillessehne)Entzündungen
kleinere Gelenke (Finger und Zehen)Entzündungen

Diagnose von Morbus Bechterew

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Diagnose in der Übersicht

  • Ärztliches Anamnesegespräch, klinische Diagnostik zur Gelenkbeweglichkeit, Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren werden zur Diagnose herangezogen.
  • Bei der ärztlichen Befragung des Patienten spielt insbesondere das Alter, die familiäre Situation und das Beschwerdebild eine zentrale Rolle.
  • Über klinische Funktionstests kann die Gelenkbeweglichkeit festgestellt werden.
  • Entzündungsparameter im Blutbild und Bestimmung der HLA-Variante geben weitere Hinweise.
  • Durch bildgebende Verfahren (Röntgen, MRT) kann die Vermutung Morbus Bechterew genau bestätigt werden.
  • Die MRT-Messung ist dabei der Röntgenuntersuchung überlegen, da sie auch Entzündungsprozesse aufdeckt.

Viele Menschen in Deutschland klagen über chronische Rückenschmerzen, daher wird Morbus Bechterew oft erst spät erkannt.2 Häufig vergehen mehrere Jahre bevor die Patienten Gewissheit darüber haben, was genau ihnen fehlt. Über die Leidensgeschichte des Patienten (Anamnese), klinische Funktionstests der Gelenke, eine umfangreiche Blutuntersuchung und bildgebende Verfahren (Röntgen, MRT) kann der behandelnde Arzt eine gesicherte Diagnose stellen.

Bei der ärztlichen Befragung des Patienten spielt insbesondere das Alter, die familiäre Situation und das Beschwerdebild eine zentrale Rolle, um einen Hinweis auf die Bechterewsche Erkrankung zu bekommen.

 

Hat der Arzt durch das Patientengespräch den Verdacht, dass es sich um axiale Spondyloarthritis handelt, kann er über klinische Funktionstests (Mennell-Test, Schober- und Ott-Zeichen) der Wirbelsäule oder den Iliosakralgelenken die Gelenkbeweglichkeit überprüfen.

Obwohl es keinen spezifischen Blutparameter gibt, über den die Erkrankung diagnostiziert werden kann, weisen die Patienten jedoch leicht erhöhte Entzündungswerte (CRP, Blutsenkungsgeschwindigkeit) auf. Zusammen mit der Bestimmung der HLA-Variante geben sie dennoch einen guten Hinweis für die Diagnosestellung.

 

Durch bildgebende Verfahren wie Röntgen und Magnetresonanztomographie (MRT) kann dann die Vermutung genau bestätigt werden, da Verknöcherungen an den Gelenken sichtbar gemacht werden. Das MRT ist dabei der Röntgenuntersuchung überlegen, da sie zusätzlich Entzündungsprozesse aufdeckt, die gerade bei milden Verlaufsformen vorherrschend sind. Die Diagnose Morbus Bechterew sollte auf jeden Fall durch einen Facharzt für Rheumatologie gestellt oder bestätigt werden.

 

Hinweis

Ganz wichtig

Wenn Sie die Diagnose Morbus Bechterew haben, nehmen Sie regelmäßig ihre Kontrolltermine beim Arzt wahr. Die Beweglichkeit der Gelenke wird dann routinemäßig überprüft und sie können bestehende Beschwerden (Schmerzen und/oder Entzündungen) ansprechen. Außerdem kann sich die Entzündung auch auf andere Organe ausweiten, daher muss die Funktion von Augen, Herz und Nieren überprüft werden.

Krankheitsverlauf und Prognose

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Krankheitsverlauf in der Übersicht

  • Morbus Bechterew ist eine fortschreitende Erkrankung, die in Schüben auftritt. Sie ist chronisch und nicht heilbar.
  • Sie beginnt häufig mit Schmerzen und Entzündungen in den Kreuz-Darmbein-Gelenken, die auf die Wirbelsäule übergehen und dort zu Knochenwucherungen führt.
  • Es kommt zu Versteifungen und Verformungen, die die Bewegung einschränken.
  • Grundsätzlich muss man seine Arbeit mit der Erkrankung nicht aufgeben. Mehr als ⅔ der Erkrankten sind weiterhin berufstätig.
  • Die Lebenserwartung mit Morbus Bechterew ist nicht verkürzt.

Morbus Bechterew ist eine unheilbare chronische Erkrankung. Sie verläuft oft in Schüben, das heißt mehr oder weniger symptomfreie Phasen und Phasen mit starken Beschwerden wechseln sich ab. Die Ausprägung der Erkrankung variiert sehr stark von sehr milden Symptomen bis zu sehr aggressiven Verläufen. Je länger die Erkrankung besteht und je häufiger Schübe auftreten, desto mehr versteift und verformt sich die Wirbelsäule – die Erkrankung zeigt also einen fortschreitenden Verlauf.

Die axiale Spondyloarthritis beginnt häufig in den Kreuz-Darmbein-Gelenken (Iliosakralgelenken), die den Beckenknochen mit der Wirbelsäule verbinden. Hier treten zunächst Schmerzen und Entzündungen auf, die auf die Wirbelsäule übergehen und dort langfristig zu Knochenwucherungen in den Zwischenwirbelräumen führen. Denn durch die Entzündungen werden Botenstoffe ausgeschüttet, die die Osteoblasten aktivieren, die für den Knochenaufbau zuständig sind. Starke Verknöcherungen der Gelenke treten meist erst im Endstadium auf.

Die Wirbelsäule und die Iliosakralgelenke versteifen immer mehr und bedingen die typischen Bewegungseinschränkungen bei Spondyloarthritis. Kurz gefasst lässt sich folgender Ablauf der Erkrankung skizzieren:

  • Entzündungen und Schmerzen
  • Knochenumbildungen
  • Versteifungen und Verformungen

Die Erkrankung kann je nach Schwere zu erheblichen Beeinträchtigungen und Einschränkungen im Alltag und im Berufsleben führen. Grundsätzlich muss man seine Arbeit mit der Erkrankung nicht aufgeben. Im Jahr 2016 waren 69 % der Frauen und 72% der Männer mit Morbus Bechterew berufstätig.1 Auch die Lebenserwartung ist im Vergleich zur Normalbevölkerung nicht verkürzt.

Patienten mit Spondyloarthritis haben zudem die Möglichkeit einen Schwerbehindertenausweis beim Versorgungsamt zu beantragen. Durch die Anerkennung der Behinderung bzw. der krankheitsbedingten Einschränkungen ergeben sich für die Betroffenen Vorteile (Steuervorteile, Kündigungsschutz, Urlaub, finanzielle Unterstützung), die die Lebensqualität verbessern und Nachteile abmildern können.

 

Spondyloarthritis ist kein Hinderungsgrund für eine Schwangerschaft

Frauen mit Morbus Bechterew können trotz ihrer körperlichen Beeinträchtigungen gesunde Kinder zur Welt bringen. Mit ein bisschen mehr Planung und guter Beratung ist eine komplikationsfreie Schwangerschaft kein Problem. Um die Gesundheit des Ungeborenen zu schützen, sollten Frauen in der Schwangerschaft ihre medikamentöse Behandlung anpassen oder vielleicht ganz auf Medikamente verzichten. Daher sollte die Schwangerschaft möglichst in einer schubfreien Phase begonnen werden. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Patientin und den behandelnden Ärzten und Therapeuten ist jetzt besonders wichtig.

Ernährung bei Morbus Bechterew

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Ernährung in der Übersicht

  • Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen.
  • Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Auf folgende Ernährungsbausteine sollte man besonders achten, um den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen:
    • Ballaststoffe und Probiotika für einen stabilen Darm
    • fleischarme, pflanzenbasierte Ernährung mit komplexen Kohlenhydraten
    • viele gesunde Fette wie Omega-3-Fettsäuren, um Entzündungen entgegenzuwirken
    • schmerzlindernde und entzündungshemmende Gewürze

Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen. Sie fördert eine chronische Entzündung, die Arterien verkalken lässt, unseren Darm und unser Immunsystem schwächt, unsere Psyche negativ beeinflusst und letztlich Zellstress entstehen lässt. Wie im Kapitel Ursachen ausführlich dargestellt, sind entzündliche Prozesse auch bei Morbus Bechterew an der Entstehung beteiligt. Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen bei Morbus Bechterew in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:

  • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
  • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
  • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf Morbus Bechterew auswirken.
  • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht. Das entlastet die Wirbelsäule und weitere betroffene Gelenke.

 

Probleme der heutigen Ernährung

Obwohl in Deutschland kein Mangel an Nahrungsmittelvielfalt herrscht, wird eine naturbelassene Ernährung mit vielen qualitativ hochwertigen und unverarbeiteten Produkten immer seltener. Volle Arbeitstage, Alltagsstress, keine Zeit zu kochen und auch der Mangel an Wissen und Fähigkeiten führen zunehmend zu einer ungesunden Ernährung.

 

Fertigprodukte statt frisch kochen: Western Diet

Diese Art der Ernährung wird oft unter dem Begriff Western Diet zusammengefasst, weil sie vor allem in den westlichen Industrieländern weit verbreitet ist und sich zunehmend auch in Ländern mit traditionell gesunder Ernährung ausbreitet – mit gravierenden Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung.

Hinweis

Merkmale der Western Diet

hochkalorisch, zuckerreich, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren, salzreich, viele Konservierungsstoffe und hochverarbeitete Produkte (Fastfood, Fertigprodukte, „Junkfood“) – dagegen wenig frisches Obst und Gemüse, keine hochwertigen Pflanzenöle, wenig komplexe Kohlenhydrate, wenige Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe

Nährstoffzufuhr aus dem Gleichgewicht

Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen. Unsere Lebensmittel setzen sich zum einen aus Makronährstoffen zusammen, die uns Energie und Baumaterial liefern: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.

Auf der anderen Seite enthalten Lebensmittel auch unzählige Mikronährstoffe, die das Umsetzen der Makronährstoffe im Stoffwechsel erst möglich machen: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Fettsäuren, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe.

Ungesund wird eine Ernährung dann, wenn die einzelnen Gruppen nicht mehr im Gleichgewicht zueinander stehen. Arbeit findet z. B. heute sehr oft als sitzende Tätigkeit am Schreibtisch statt, wo keine bis kaum Kalorien verbrannt werden – jedoch dominieren Kohlenhydrate nach wie vor zu einem großen Anteil unsere tägliche Ernährung, was die Entwicklung einer chronischen Entzündung besonders fördert – das ständige Zuviel.

 

Anti-entzündliche Ernährung: Profitieren Sie auf allen Ebenen

Erst gravierende Erkrankungen und Ereignisse wie Morbus Bechterew lassen uns aufhorchen und führen oft zu einem Wendepunkt im Leben: Lassen Sie es gar nicht erst soweit kommen!

Sich gesund zu ernähren heißt nicht sich selbst zu kasteien, zu verzichten oder strikte Pläne einzuhalten. Es bedeutet Neues kennenzulernen, alte Wege zu verlassen und sich jeden Tag fitter, gesünder und leistungsfähiger zu fühlen statt immer müde, abgeschlagen und energielos. Sie können dabei Schritt für Schritt etwas an Ihrer Ernährung ändern, statt zu versuchen, von heute auf morgen alles auf den Kopf zu stellen. Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt.

 

Was ist antientzündliche Ernährung?

Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Eine pro-entzündliche Ernährung ist einer der Hauptauslöser für eine chronisch-schwelende Entzündung in unserem Körper, die stille Entzündung (silent inflammation).

Die folgende Tabelle stellt Ihnen wichtige anti- und pro-entzündliche Nahrungsmittelgruppen vor:

Anti-entzündliche Nahrungsmittel und pro-entzündliche Nahrungsmittel

 

Anti-entzündliche Ernährung Pro-entzündliche Ernährung
Olivenöl, Walnussöl, Leinöl, Hanfölfrittierte Lebensmittel, Margarine, Sonnenblumenöl, Schweineschmalz, Sojaöl, Maiskernöl
Obst (zuckerarme Sorten bevorzugen): Beeren, Zitrusfrüchte, Äpfel
Gemüse, mindestens „5 am Tag“: grüne Blattgemüse, Brokkoli, Spinat, Kohlsorten, Topinambur, alle Salate, Wildkräuter
Fast Food, Fertigprodukte, Süßigkeiten, industriell gefertigte Snacks
Vollkornprodukte: Getreideprodukte aus dem vollen Korn inklusive aller BallaststoffeProdukte aus Auszugsmehlen („Weiß“), Weizen
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu
Eier: moderater Konsum (mind. Bio-Freiland-Haltung)
Wurstwaren, viele Milchprodukte
fetter Seefisch: Lachs, Makrele, SardinenSchweinefleisch
frische Kräuter, antientzündliche Gewürze wie Chili, Kurkuma, Ingwer
Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Meerrettich
sehr salzreich
Getränke und Tee: Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, grüner TeeSoftdrinks, häufiger Alkoholkonsum, Milchmixgetränke
Nüsse und Saaten: Walnüsse, Leinsamen, Pinienkerne, Kürbiskerne, MacadamianüsseErdnüsse, gesalzene und aromatisierte „Knabbernüsse“
Probiotika: Kefir, Joghurt, milchsauer eingelegte Gemüse, Misopaste

Weitere Eckpunkte einer gesunden Ernährung sind:

  • Flexitarismus: Insgesamt sollte Ihre Ernährung vorwiegend pflanzenbasiert ausgerichtet sein – Fleisch, Fisch und Milchprodukte sind in Maßen zu genießen, dafür in hochwertiger Qualität.
  • Mittelmeer-Diät: Gute Orientierung bei einer anti-entzündlichen Ernährung bietet die mediterrane Ernährung – Menschen, die sich traditionell nach der Mittelmeerdiät ernähren, leiden seltener unter der chronischen Entzündung und deren Folgen, z. B. weniger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Regional und saisonal: Produkte aus der Region, die keinen weiten Anreiseweg hatten, sind frischer und oft nährstoffreicher. Viele Superfoods haben einheimische „Verwandte“ wie z. B. Leinsamen (statt Chiasamen) oder Hagebutten (statt Goji-Beeren).
  • Gesunde Fette: Fett reduzieren ist passé, viel wichtiger, ist die richtigen Fette aufzunehmen: Die optimalen Quellen sind kaltgepresste, hochwertige Öle. Dabei sollte der Anteil der Omega-3-Fettsäuren möglichst hoch sein, da sie im Gegensatz zu den Omega-6-Fettsäuren entzündungs- und schmerzhemmend wirken.
  • Kohlenhydrate reduzieren: Essen Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate, also weniger weißes Brot, weniger weiße Nudeln und Reis. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Botenstoffe.
  • Vegetarismus und Veganismus sind Ernährungsformen, die sehr gesund und ausgewogen sein können, aber nicht automatisch sind: Wenn viele oben genannte Nahrungsmittel integriert werden und auf ausreichend Mikronährstoffzufuhr geachtet wird. Auch der vegane Trend hat viele Fertigprodukte auf den Markt gebracht, die oft mit einer gesunden Ernährung nichts mehr gemeinsam haben. Achten Sie also weniger auf ein „Label“, sondern auf Ausgewogenheit.
  • Achtsamkeit beim Essen: Genuss, Freude und Langsamkeit gehören zu einer gesunden Ernährung genauso wie hochwertige Nahrungsmittel.
  • Fastenperioden: Intervallfasten oder Buchinger-Fasten können sinnvoll sein für einen Neustart oder ein jährliches Ritual, hier müssen Sie selbst abwägen, ob es zu Ihnen passt.
  • In Bewegung bleiben: Zu einer gesunden Ernährung gehört Bewegung – neben vielen anderen positiven Effekten, wirkt die Verdauung angeregt und die Darmpassage gefördert.

Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Unser Produkt-Tipp: Bio-Leinöl, reich an den Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA


 

So sollte Ihr Teller aussehen

Mit dieser Telleraufteilung versorgen Sie Ihren Organismus optimal mit wichtigen Mikronährstoffen und ausreichend Energie-Lieferanten (Fette, Kohlenhydrate und Eiweiß). Achten Sie also darauf, nicht nur Beilagen und Fleisch/ Fisch zu sich zu nehmen, sondern variieren Sie vor allem mit verschiedenen Gemüse- und Obstkombinationen. So gehen Sie Übergewicht aus dem Weg und vermeiden Speisen mit zu hohen Kalorienwerten.

 

Wie bei allen anderen Autoimmunerkrankungen kann eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährungsweise den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und Symptome wie Schmerzen und Gelenksteifheit lindern. Um dem Bechterew den Kampf anzusagen, helfen folgende Ernährungsbausteine:

 

Ballaststoffe und Probiotika für einen stabilen Darm

Wie im Kapitel Ursachen ausführlich dargestellt, ist ein gesunder Darm essentiell, um die Entzündungsneigung bei Morbus Bechterew nicht weiter zu triggern und um Komplikationen wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen zu vermeiden. Dies gelingt besonders gut mit einer abwechslungsreichen Mischung aus Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Obst und besonders viel Gemüse. Diese ballaststoffreichen Lebensmittel sind genau das richtige “Futter” für unsere Darmbewohner. Man kann aber auch noch einen Schritt weiter gehen und die ballaststoffreichen Lebensmittel mit Bakterienkulturen fermentieren. Das Ergebnis sind sogenannte Probiotika. Joghurt und Sauerkraut gehören zu den bekanntesten Vertretern dieser Lebensmittelgruppe. Aber auch Kefir, Kombucha oder fermentierte Gemüsesorten wie Möhren, Fenchel oder Kohlrabi erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit. Der regelmäßige Verzehr von Probiotika wirkt sich aber nur dann positiv auf die Bakterienvielfalt aus, wenn die zur Fermentation benutzen Bakterien nicht abgetötet wurden.18

 

Fleischarme, pflanzenbasierte Ernährung mit komplexen Kohlenhydraten

Die im Fleisch enthaltenen tierischen Fette haben einen hohen Anteil der gesättigten Fettsäure Arachidonsäure, die im Körper zu entzündungsfördernden Botenstoffen umgebaut wird. Die Theorie geht davon aus, dass mehr Fleisch zu mehr Entzündungen führt. Für die rheumatoide Arthritis konnte dieser Zusammenhang bereits in einigen Studien bestätigt werden.19-20 Eine vegetarische Kost konnte die Entzündungszeichen bei Rheuma-Patienten deutlich reduzieren.21 Für Morbus Bechterew fehlen aktuell noch aussagekräftige Studien. Neueste Forschungsergebnisse lassen aber vermuten, dass ein hoher Fleischkonsum zusammen mit wenig Ballaststoffen die Darmbarriere mindert und darüber die Entzündungsprozesse anschiebt und chronisch-entzündliche Erkrankungen wie Spondyloarthritis bedingt.22

Schnell verfügbare Kohlenhydrate und Zucker führen zu einem Säureüberschuss in unserem Körper. Außerdem fördert ein hoher Blutzuckeranstieg die Freisetzung von Radikalen und entzündungsfördernden Botenstoffen.23 Das belastet Gelenke, Muskeln und Bindegewebe und unterstützt das Aufflammen von Entzündungen. Eine ausgewogene Ernährung mit Kohlenhydraten, die viele Ballaststoffe enthalten, wie Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse sind daher die bessere Wahl.

 

Viele gesunde Fette wie Omega-3-Fettsäuren, um Entzündungen entgegenzuwirken

Für die Stoffwechselvorgänge in unserem Körper spielt die Zusammensetzung der aufgenommenen Fette eine große Rolle. Eine hohe Aufnahme von gesättigten Fettsäuren hat in vielen Studien gezeigt, dass sie Übergewicht, Diabetes und Herzkreislauferkrankungen fördert sowie mit einer schlechteren Morbus Bechterew-Prognose assoziiert ist.24-25 Diese Fettsäuren sind oft in großen Mengen in tierischen Lebensmitteln, Kokos- oder Palmöl und in industriell verarbeiteten Lebensmitteln vorhanden. Jedoch scheinen nicht alle gesättigten Fettsäuren im Körper die gleiche Wirkung zu haben. Neueste Studien zeigen, dass die mittelkettigen gesättigten Fettsäuren (z. B. sehr stark vertreten im Kokosöl) sich eher positiv auf das Risiko von Herzkreislauferkrankungen, Übergewicht und die Darmflora auswirken und zum Teil anti-entzündliche Effekte vermitteln.26-27

 

In unserer Ernährung gibt es weitere Fette, die sich nachweislich positiv auf Entzündungen auswirken: Omega-3-Fettsäuren.28 Sie sind vor allem in pflanzlichen Ölen, Nüssen, Samen oder in fetten Kaltwasserfischen zu finden. Aber Achtung bei der Wahl des richtigen Öls: Die meisten Pflanzenöle enthalten mehr Omega-6-Fettsäuren, die Entzündungen fördern.29 Bei axialer Spondyloarthritis ist es daher sinnvoll auf native Öle wie Leinöl, Hanföl, Rapsöl oder Algenöl zurückzugreifen, um die Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren und gesättigten Fettsäuren einzudämmen. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt ein Omega-6- zu Omega-3-Verhältnis von 5:1 oder weniger. Native Öle dürfen nicht zum Braten und Erhitzen verwendet werden, da die enthaltenen Fettsäuren und Mikronährstoffe hitzeempfindlich sind und zum Teil zu gesundheitsschädlichen Verbindungen abgebaut werden. Für kalte Speisen wie Salate, Dips, Pesto und Antipasti sind sie hervorragend geeignet.

Eine weitere Fettsäure, die sich positiv auf das Entzündungsgeschehen auswirkt, ist Gamma-Linolensäure. Obwohl es sich um eine Omega-6-Fettsäure handelt, zeigt sie im Körper anti-entzündliche Wirkungen, da sie den Arachidonsäure-Stoffwechsel hemmt.30 Diese Fettsäure kommt auch nur in wenigen Pflanzenölen wie Nachtkerzenöl, Borretschöl, schwarzem Johannesbeerenöl vor und wird auch eher zu wenig aufgenommen. Zusammen mit Omega-3-Fettsäuren konnten sie bei rheumatischen Erkrankungen eine deutliche Verbesserung der Krankheitssymptome erzielen.30

 

Schmerzlindernde und entzündungshemmende Gewürze

Die Welt der Gewürze ist voll mit verschiedenen Pflanzen, die unseren Speisen viel Geschmack bringen und zudem schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken. Ingwer hemmt die Entstehung von Entzündungsstoffen, die Schmerzreaktionen triggern. Entzündungen und Schmerzen gehen dadurch deutlich zurück und die Gelenkbeweglichkeit wird verbessert. Laut wissenschaftlicher Studien hat die tägliche Aufnahme dieser tropischen Wurzel positive Effekte auf entzündliche Erkrankungen wie Arthrose und Rheuma.31-32

Ähnliche Effekte zeigt das in Curry-Mischungen enthaltene Kurkuma. Es lindert nachweislich Entzündungen und Gelenkbeschwerden in Patienten mit rheumatoider Arthritis.33 Daher lassen Sie sich ruhig einmal öfter von asiatischen Gerichten inspirieren. Das in Wärmepflastern steckende Capsaicin aus der Chilischote fördert die Durchblutung und wirkt Schmerzen und Entzündungen entgegen. Weitere entzündungshemmende Gewürze sind Kreuzkümmel, Koriander, Muskat, schwarzer Pfeffer oder Knoblauch.34

Therapie und Prävention

Jede Behandlung enthält präventive Aspekte und jede Prävention wirkt auch als Therapie. Die Grundpfeiler jeder Vorbeugung und Therapie basieren auf unserem Lebensstil: Wie ernähren Sie sich? Ist Ihr Organismus ausreichend mit Mikronährstoffen versorgt? Wieviel Bewegung ist in Ihren Alltag integriert? Rauchen Sie und wieviel Alkohol konsumieren Sie? Bestimmt Stress Ihr ganzes Leben? Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, können sich diese Basispfeiler positiv auf Ihre Gesundheit auswirken, aber auch jahrelange Risikofaktoren für viele Erkrankungen darstellen. In diesem Kapitel werden zahlreiche ganzheitliche Methoden vorgestellt, die Ihre Gesundheit und Lebensqualität stärken können – präventiv und/oder auch als Therapie.

Mikronährstoffe

Das-Wichtigste-in-Kürze

Mikronährstoffe in der Übersicht

  • Mikronährstoffe sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen bei Morbus Bechterew. Besonders wichtig sind natürliche Antioxidantien, Vitamin D, Spurenelemente, Omega-3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe.
  • Einige der typischen Morbus Bechterew-Medikamente erhöhen zusätzlich Ihren Mikronährstoffbedarf. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Mikronährstoffbedarf ausreichend über die Ernährung zu decken, können moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischungen sinnvoll sein.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Eine wichtige Basis für alle Therapien wird oft bei der Beratung außer Acht gelassen: Eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung. Der Körper muss mit Mikronährstoffen optimal versorgt sein, damit Folgen der Morbus Bechterew abgemildert und Nebenwirkungen der Medikamente reduziert werden können.

 

Mikronährstoffe – was ist das?

Zu den Mikronährstoffen gehören in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die einen wichtigen Teil dazu beitragen, damit unser Organismus funktioniert. Im weiteren Sinne lassen sich auch essentielle Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme hinzuzählen. Makronährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette sind unsere Energielieferanten, während die Mikronährstoffe an Prozessen wie z. B. Blutgerinnung, Immunabwehr und Knochengesundheit beteiligt sind. Einige Mikronährstoffe kann unser Körper selbst herstellen, die meisten jedoch müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

 

Der menschliche Organismus – ein Blick in die Zellen

Der Mensch besteht aus über 70 Billionen Zellen. Diese können alle nur optimal funktionieren, wenn sie mit Vitaminen und Spurenelementen versorgt sind. Es gibt nahezu keinen Stoffwechselschritt, an dem nicht mehrere Mikronährstoffe beteiligt sind. Dazu zählen unter anderem die:

  • Aktivierung von Enzymen und Hormonen (Stoffwechselaktivität)
  • Abwehrleistung des Immunsystems (Immunstoffwechsel)
  • Energieproduktion in den Kraftwerken unserer Zellen, den sogenannten Mitochondrien (Energiestoffwechsel)
  • Leistungsfähigkeit des Herzmuskels (Herzkraft und -rhythmus)
  • Kontraktion der Skelettmuskulatur (Muskelkraft und -koordination)
  • Impulsübertragung in und der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen (Nerven- und Gehirnstoffwechsel)

Für alle Stoffwechselreaktionen im Körper sind Enzyme notwendig, sie wirken wie ein Katalysator. Enzyme können ihren Aufgaben jedoch nur mithilfe von Mikronährstoffen nachkommen. Je besser der Körper mit Nährstoffen versorgt ist, desto besser funktioniert der gesamte Organismus. Ein Mikronährstoffmangel kann sich also negativ auf den Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken. Um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihre weiteren Therapien zu unterstützen, sollten Sie also auf Ihren Mikronährstoffhaushalt achten.

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen?

Egal ob Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder die Antibabypille. Schon ein einzelnes Medikament kann unsere optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ungünstig beeinflussen. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto intensiver wird in den Mikronährstoffhaushalt eingegriffen, was Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinander sowie das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht. Hierdurch kann nicht nur die Wirkung des Medikaments negativ beeinflusst werden, sondern auch die Funktion der Mikronährstoffe.

 

Welche Lebensphasen führen noch zu einem erhöhten Mikronährstoff-Bedarf?

Aber nicht nur die regelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einem erhöhten Mikronährstoffbedarf. Es gibt bestimmte Lebensphasen und Umstände, die ein erhöhtes Risiko für einen Nährstoffmangel aufweisen:

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • ältere Menschen
  • Menschen mit Magen-Darm-Störungen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen

 

Diesen erhöhten Bedarf zu decken, ist nicht immer einfach. Trotz des reichhaltigen Angebotes an verschiedenen Lebensmitteln verringern verschiedene Faktoren den Mikronährstoffgehalt in Lebensmitteln:

  • nicht ausgereiftes Obst und Gemüse
  • größere Erträge in der Landwirtschaft
  • Einsatz von Pestiziden

 

Es ist wichtig, die Ernährung mit einer breiten und möglichst natürlichen Basis an allen Vitaminen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu optimieren.

 

Mikronährstoffkonzentrat als Grundlage

Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

 

Das Angebot an Mikronährstoffpräparaten ist groß und unübersichtlich. Entscheidend beim präventiven Ansatz ist die natürliche Vielfalt. Das ideale Mikronährstoffpräparat ist auf natürlicher Basis produziert, enthält neben allen klassischen Mikronährstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme, ist flüssig, glutenfrei und vegan. Die Bioverfügbarkeit sollte wissenschaftlich belegt sein und es sollten keine künstlichen Aroma- oder Konservierungsstoffe enthalten.

 

Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mit Hilfe eines Mikronährstoffkonzentrats wird der Körper ausreichend mit allen wichtigen Mikronährstoffen versorgt, die sich positiv auf die Symptome von Morbus Bechterew und das Fortschreiten dieser Erkrankung auswirken können. Sie unterstützen den Körper dabei wieder ins Gleichgewicht zu kommen und können einem medikamenten-bedingten Mangel bestimmter Mikronährstoffe vorbeugen. Folgende Mikronährstoffe können unterstützend in der Therapie von axialer Spondyloarthritis eingesetzt werden:

 

Natürliche Antioxidantien

Wie im Kapitel Ursachen dargestellt, spielen entzündliche Prozesse und damit einhergehender oxidativer Stress (siehe Info-Box oxidativer Stress) eine tragende Rolle bei der Morbus Bechterew-Entwicklung. Ist unser Körper ausreichend mit natürlichen Antioxidantien wie Vitamin C, E und Selen versorgt, kann er diesen Prozessen entgegentreten. Bei Patienten mit Spondyloarthritis kommt es zu ständig schwelenden Entzündungen, die die Mikronährstoff-Speicher erschöpfen. Dies führt zu einem höheren Bedarf an Mikronährstoffen, die man über eine natürliche Mikronährstoffkombination deutlich besser ergänzen kann als über die Einnahme einzelner Vitamine und Mineralstoffe.35

 

Vitamin D

Seit einigen Jahren steht ein Vitamin D-Mangel immer häufiger im Verdacht, an der Entstehung von verschiedenen Erkrankungen beteiligt zu sein, insbesondere bei Autoimmunerkrankungen.36  Vitamin D (eigentlich die Vorstufe eines Hormons) wird durch Sonnenlicht in unserem Körper produziert und nur zu einem geringen Anteil über Lebensmittel aufgenommen. Es ist enorm wichtig für unsere Knochengesundheit, für das Immunsystem und das Nervensystem. In Mitteleuropa ist die Sonneneinstrahlung im Winter nicht stark genug, sodass auch gesunde Menschen nachweislich einen Mangel erleiden können.37 Spondylarthritis-Betroffene sollte auf jeden Fall über eine zusätzliche Zufuhr nachdenken, denn ein niedriger Vitamin D-Spiegel ist mit einer höheren Krankheitsaktivität und funktionellen Beeinträchtigungen verknüpft.38 Es ist zudem bekannt, dass viele Morbus Bechterew-Patienten einen Mangel an Vitamin D haben.39 Es sollte außerdem berücksichtigt werden, dass das Risiko für eine geringe Knochendichte und Osteoporose bei dieser Erkrankung erhöht ist. Mit einer guten Vitamin-D-Versorgung kann der Knochenstoffwechsel störungsfrei aufrecht erhalten werden.

 

Spurenelemente

Die Aktivität von antioxidativ wirkenden Enzymen ist von der Verfügbarkeit verschiedener Spurenelemente wie Zink, Mangan, Selen, Kupfer oder Eisen abhängig, da diese als Cofaktoren benötigt werden. Zudem ist bekannt, dass sie eine wichtige Rolle bei Entzündungen spielen und die Level von entzündungsfördernden Botenstoffen beeinflussen.40 Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen weisen häufig einen Mangel an diesen wichtigen Mikronährstoffen auf und profitieren von einer Supplementierung.41-42

 

Omega-3-Fettsäuren

Wie bereits im Kapitel Ernährung dargestellt, sind Omega-3-Fettsäuren eine wichtige Therapieoption bei rheumatischen Erkrankungen. In zahlreichen Studien konnte belegt werden, dass diese ungesättigten Fettsäuren das Entzündungsgeschehen bei Rheuma und bei Morbus Bechterew positiv beeinflussen und die Krankheitsaktivität deutlich reduzieren können.43-44 Sie führen zu:

  • weniger Entzündungsbotenstoffe im Körper
  • die Schwellung der Gelenke und der Morgensteifigkeit nimmt ab
  • weniger Schmerzen und Immobilität im Gelenk

Omega-3-Fettsäuren wirken dabei nicht nur auf die Gelenke, sondern auch zu einem großen Maße im Immunsystem. Hier können sie die zugrundeliegenden Prozesse der Autoimmunkrankheit modulieren.28 Durch die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren zeigten Menschen mit einer Autoimmunkrankheit weniger Symptome und konnten die Einnahme von Medikamenten reduzieren.

 

Sekundäre Pflanzenstoffe

Seit einigen Jahren gibt es immer mehr Erkenntnisse zu der Bedeutung von sekundären Pflanzenstoffen für unsere Gesundheit. Sie haben ganz unterschiedliche Wirkungen von antibakteriell, antiviral, antikanzerogen bis entzündungshemmend.45 Sie wirken auf eine Vielzahl von Stoffwechselprozessen, u. a. hemmen sie die Freisetzung von Sauerstoffradikalen und interagieren mit Enzymen.46 In Bezug auf rheumatische Erkrankungen gibt es einige interessante Forschungsergebnisse. Inhaltsstoffe in grünem Tee, in Trauben oder Cranberries hemmen die Entzündungsneigung, was die Krankheitsaktivität herunterfährt.47-49

Hinweis

Mikronährstoffe und Morbus Bechterew-Medikamente beeinflussen sich gegenseitig

Dass viele Medikamente den Vitamin- und Mineralstoffhaushalt beeinflussen, ist vielen Menschen bekannt. Das gilt auch für Präparate gegen Morbus Bechterew. Das häufig in der Therapie eingesetzte Methotrexat beeinträchtigt den Folsäurestatus, nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) beeinflussen den Mineralstoffhaushalt, um nur zwei Beispiele aufzuzählen.50-51 Daher ist eine ausreichende Mikronährstoffversorgung essentiell bei Spondyloarthritis.

Aber es kommt noch ein weiterer Grund zum Tragen. Mikronährstoffe können die Wirkung der eingesetzten Medikamente verbessern und Nebenwirkungen reduzieren. Methotrexat und Folsäure sind dafür das beste Beispiel. Durch eine Supplementierung von Folsäure verringerten sich die medikamenten-bedingten Nebenwirkungen, ohne dass es zu einer Abnahme der Wirkung kam.52 Weitere Beispiele sind:

  • B-Vitamine verbessern die Wirkung von NSAR, wodurch der Verbrauch an Schmerzmitteln zurückging.53
  • Vitamin E, Selen, Omega-3-Fettsäuren oder Vitamin D erhöhten den Erfolg der medikamentösen Therapie und senkten den Bedarf an Medikamenten.52,54

Lebensstil

Das-Wichtigste-in-Kürze

Lebensstil in der Übersicht

  • Zentrale Lebensstilfaktoren, die sich positiv auswirken, sind Sport und Entspannung.
  • Geeignete Sportarten bei Morbus Bechterew sind: Spazierengehen, Nordic Walking, Radfahren, Gymnastik, Yoga, Schwimmen, Skilanglauf oder leichtes Krafttraining.
  • Ein strukturierter Alltag und Entspannungsrituale können tagtäglich unterstützen.
  • Achtsamkeitstraining, Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung helfen beim Entspannen und Abbauen von Stress.
  • Bei Übergewicht entlastet eine Gewichtsabnahme die Gelenke und reduziert die Krankheitsaktivität.
  • Auch der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten hilft.
  • Spondyloarthritis-Patienten bekommen zusätzliche Hilfe bei Therapeuten und Selbsthilfegruppen.

Auch an seinem Lebensstil kann man einiges ändern, um die Beschwerden zu lindern und die Therapie zu unterstützen. Besonders im Fokus stehen hier Sport und Entspannungstechniken. Aber man kann noch mehr tun. Verzicht auf Genussmittel, Gewichtsabnahme und eine professionelle Unterstützung durch Therapeuten und Selbsthilfegruppen helfen im Alltag mit Morbus Bechterew.

 

Sport und Bewegung

Mit Sport und Bewegung kann man im wahrsten Sinne des Wortes Morbus Bechterew den Kampf ansagen. Denn neben der Ernährung hat die richtige Bewegung einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Krankheit. Alltägliche Bewegungen und gelenkschonende Sportarten erhalten die Beweglichkeit der Gelenke und stärken den Bewegungsapparat aus Muskeln und Knochen. Geeignete Sportarten sind:

  • Spazierengehen, Nordic Walking oder Radfahren (mit besonders gefedertem Sattel)
  • gelenkschonende Sportarten wie Gymnastik, Yoga, Schwimmen oder Skilanglauf
  • leichtes Krafttraining

Wichtig ist dabei auch die Regelmäßigkeit, denn nur durch tägliches Training für die Gelenke können Beschwerden gelindert werden. Eine Vielzahl an wissenschaftlichen Studien bestätigen die positive Wirkung von regelmäßiger Bewegung auf die Gelenke und auf die Entzündungsneigung.55-56 Patienten mit der Bechterewschen Krankheit, die sich pro Woche mindestens 120 min körperlich bewegten, zeigten eine bessere körperliche Verfassung und ein langsameres Fortschreiten als inaktive Patienten.57

Auch im Alltag kann man einiges tun: Durch die richtige Haltung im Alltag (z. B. gerade statt gebeugter Rücken beim Staubsaugen) und eine gute Schlaf- und Sitzposition kann der Rücken entlastet werden.

 


Das Gesundheitskompass-Teams empfiehlt

Sport ist ein wichtiger Bestandteil eines gesunden Lebensstils. Wir empfehlen Ihnen dabei die Verwendung von Fitnessbändern, die Sie jederzeit und sehr flexibel anwenden können. Je nachdem, in welchem Fitnesszustand Sie sich befinden, können Sie einen passenden Widerstand wählen und diesen dann langsam steigern. Besonders sicher und langlebig und daher empfehlenswert sind folgende Widerstandbänder:


 

Stressbewältigung und Entspannungstechniken

Stress abzubauen und sich nach einem anstrengenden Tag zu entspannen, ist sehr wichtig, denn: Stress fördert Entzündungen. Gerade in der heutigen Zeit ist es nicht immer möglich dem Stress aus dem Weg zu gehen, aber versuchen Sie durch Entspannung, Pausen und Bewegung diesem weitestgehend vorzubeugen.

Hilfreich sind beispielsweise ein strukturierter Alltag und fest eingeplante Termine im Kalender, die der eigenen Regeneration dienen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der „Termin“ mit einem Hobby, einen ausgedehnten Spaziergang, Treffen mit Freunden oder einfach dem Nichtstun gefüllt wird. Alles was dem eigenen Wohlbefinden dient, ist richtig. Entspannungstechniken wie Achtsamkeitstraining, Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung können wahre Wunder bewirken – nicht nur beim Abbau von Stress, sondern auch bei Linderung von Gelenkbeschwerden. Erste Studien bestätigen, dass durch Achtsamkeitstraining das Immunsystem und entzündliche Botenstoffe positiv beeinflusst werden.58

Ebenso empfehlenswert sind kleine Alltagsrituale, die uns am besten mehrmals täglich aus dem Hamsterrad aussteigen lassen. Beispiele hierzu sind die morgendliche Dusche mit der Lieblingsseife, die Viertelstunde am Nachmittag, die ausschließlich einer Tasse Tee gewidmet wird, während die Kinder oder das Handy Pause haben, die Runde um den Block bei jedem Wetter oder mehrmals am Tag kurze Pausen, in denen alles liegen bleibt und wir uns ausgiebig strecken und dehnen, mehrere Male tief atmen und erst dann wieder die nächste Aufgabe in Angriff nehmen.

 

Gewicht im normalen Bereich halten

Bei Krankheiten wie Morbus Bechterew, die die Gelenke in Mitleidenschaft ziehen, ist jedes Extra-Kilo eine enorme Belastung für den Körper. Abnehmen und langfristig das Gewicht zu halten, ist daher eine gute Therapieoption, um die Krankheitsaktivität zu reduzieren. Eine anti-entzündliche Ernährung mit regelmäßiger gelenkschonender Bewegung sind die beiden wichtigsten Säulen für eine erfolgreiche Gewichtsabnahme. Vielen Menschen fällt es jedoch sehr schwer, Gewicht zu verlieren, wenn sie zusätzlich mit Schmerzen belastet sind. Physiotherapie und schmerzlindernde Entspannungstechniken können da unterstützend wirken.

 

Verzicht auf Nikotin und Alkohol

Dass diese Genussmittel nicht gut für unsere Gesundheit sind, ist allgemein bekannt. Aber gerade bei Morbus Bechterew können sie das Fortschreiten der Erkrankung weiter beschleunigen. Spondyloarthritis-Patienten, die regelmäßig Alkohol konsumierten und Zigaretten rauchten, zeigten eine höhere Krankheitsaktivität im Vergleich zu Nicht-Konsumenten.59 In einer großen Übersichtsarbeit mit mehreren Studien wurde dieser Effekt ebenfalls bestätigt.60

 

Informiert bleiben und Hilfe in Anspruch nehmen

Morbus Bechterew ist eine lebenslange Krankheit, die häufig verbunden ist mit chronischen Schmerzen und Einschränkungen im Alltag. Ein guter Draht zu den behandelnden Ärzten und Therapeuten ist enorm wichtig. In der Behandlung gibt es regelmäßig Fortschritte, die möglicherweise ihr Leben erleichtern – bleiben sie daher stets gut informiert. Begeben Sie sich auf die Suche nach einem guten Ernährungsberater und Physiotherapeuten, die Ihnen für eine gesunde Ernährungs- und Lebensweise hilfreich zur Seite stehen. Auch der Beitritt zu einer Selbsthilfegruppe kann die Lebensqualität deutlich verbessern, denn durch den Austausch mit Leidensgenossen bekommt man nützliche Tipps, und man stellt fest, dass man nicht der Einzige mit dieser Erkrankung ist.

Konventionelle Therapie

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Konventionelle Therapie in der Übersicht

  • Die konventionelle Therapie setzt sich zusammen aus nicht-medikamentösen Basismaßnahmen, medikamentöser und operativer Therapie.
  • Um Beschwerden und Beweglichkeit zu verbessern, wird Krankengymnastik und physikalische Therapie empfohlen.
  • Um Schmerzen und Entzündungen zu bekämpfen, kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz.
  • Möglich sind: nicht-steroidale Antirheumatika, Kortison, Basistherapeutika sowie Biologika
  • Operative Therapien werden nur selten angewendet und setzen auf Gelenkersatz, -versteifung oder -aufrichtung.

Die konventionelle Therapie setzt sich zusammen aus nicht-medikamentösen Basismaßnahmen, medikamentösen und operativen Therapien. Ziel der Behandlungen ist es, Symptome zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung möglichst aufzuhalten, um die Beweglichkeit der Wirbelsäule möglichst lange zu bewahren. Denn bislang gibt es keinen therapeutischen Ansatz, der diese Krankheit heilt.

 

Nicht-medikamentöse Basismaßnahmen

Das zentrale Element des nicht-medikamentösen Therapieansatzes ist die Bewegungstherapie in Form von Krankengymnastik und/oder physikalischer Therapie. Durch die gezielte Bewegung wird die Mobilität der Gelenke erhalten, denn diese versteifen leichter, wenn sie nicht bewegt werden. Allgemein gilt: Jede Bewegung ist besser als gar keine. Die in der Therapie erlernten Übungen müssen auch zu Hause konsequent fortgesetzt werden. Studien belegen, dass Bewegung unverzichtbar ist in der therapeutischen Behandlung von Morbus Bechterew.61

 

Medikamentöse Therapien

Medikamente kommen bei der Therapie von axialer Spondyloarthritis zum Einsatz, um das Entzündungsgeschehen zu unterdrücken und Schmerzen zu lindern. Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen sind dabei häufig die Mittel der Wahl, da sie zugleich entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken. Dadurch kann sich der Patient mehr bewegen, wodurch sich die Ausprägung der Gelenksteifheit und die Wirbelsäulenverknöcherung verzögert. Bei akuten Schüben oder bei Entzündungen von anderen Geweben (z. B. Iris) kann zusätzlich Kortison in Form von Tabletten oder als Gelenkspritzen eingesetzt werden. Von einer Dauermedikation wird aufgrund der hohen Nebenwirkungen jedoch abgeraten. Mitunter werden auch Basistherapeutika eingesetzt, die die Bildung von Entzündungsbotenstoffen hemmen und darüber langfristig die Entzündungsneigung reduzieren. Sie werden häufig bei rheumatoider Arthritis eingesetzt und werden auch als langwirksame Antirheumatika bezeichnet, da ihre Wirkung verzögert einsetzt.

 

In den letzten Jahren ist eine neue Gruppe von Medikamenten auf den Markt gekommen, die sogenannten Biologika (der Begriff hat nichts mit „bio“ oder pflanzlich zu tun), die sich gegen Entzündungsmediatoren oder direkt gegen Immunzellen richten. Für Morbus Bechterew gibt es Wirkstoffpräparate, die entweder TNFα  oder Il-17a blockieren. In klinischen Studien zeigten über der Hälfte der Patienten eine deutliche Verbesserung ihrer Krankheitssymptome.2

Hinweis

Jede medikamentöse Therapie hat auch Nebenwirkungen

Jede medikamentöse Therapie hat auch Nebenwirkungen und diese müssen in Zusammenarbeit mit dem Arzt mit dem Therapienutzen abgewogen werden. Je nach eingesetztem Medikament kann das Infektionsrisiko steigen, Folgeerkrankungen (u. a. Magenblutungen, Organschäden) entstehen und der Mikronährstoffhaushalt belastet sein.

Operative Therapie

Operative Eingriffe bei Morbus Bechterew werden nicht routinemäßig durchgeführt. Jedoch kann es für den Betroffenen eine Therapieoption sein, wenn:

  • … zerstörte Gelenke z. B. beim Hüftgelenk ersetzt werden können.
  • … die Bewegungsanatomie verbessert werden kann durch Aufrichten und Versteifen bestimmter Wirbelsäulenbereiche.
  • … Wirbelbrüche und Lähmungserscheinungen auftreten.

Ganzheitliche Therapie

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Ganzheitliche Therapie in der Übersicht

In der ganzheitlichen Morbus Bechterew-Therapie stehen eine Reihe an Behandlungsoptionen zur Verfügung:

  • physikalische Therapien (Massagen, Wärme- und Kältebehandlungen, Magnetfeldtherapie, manuelle Therapie oder Stanger-Bad)
  • Phytotherapie mit Heilpflanzen wie Weidenrinde, Arnika, Teufelskralle, Hanf oder grüner Tee
  • Akupunktur
  • Darmsanierung
  • Heil- und Basenbäder

Um bei der Bechterewschen Krankheit die Symptome zu lindern und die Beweglichkeit möglichst lange zu erhalten, ist es hilfreich alle therapeutischen Maßnahmen auszuschöpfen. Die alternative Medizin bietet ein breites Spektrum an Möglichkeiten, die Betroffene unterstützend einsetzen können.

 

Physikalische Therapien

Die Liste der physikalischen Therapien bei Morbus Bechterew reicht von Massagen, über Wärme- und/oder Kältebehandlungen, Magnetfeldtherapie, manuelle Therapie bis zum Stanger-Bad. Wärme fördert die Durchblutung, die Versorgung mit Nährstoffen und entspannt das Gewebe (Muskeln, Sehnen). Das kann Schmerzen lindern und wieder zu einer höheren Beweglichkeit führen. Hingegen wirkt Kälte besonders entzündungshemmend in akuten Schüben, was abschwellend wirkt und darüber wieder die Beweglichkeit fördert. Außerdem ist bekannt, dass Kälte Schmerzreize überlagert und die Schmerzsensibilität auch nachträglich beeinflusst. Beim sogenannten Stanger-Bad werden gleich drei wirksame Reize kombiniert: Wasser, Wärme und Strom. Der Patient badet dabei in mit Gleichstrom elektrisiertem Wasser. Es wirkt schmerzlindernd, stoffwechselanregend und durchblutungsfördernd und kommt daher bei verschiedenen entzündlichen Erkrankungen zum Einsatz. Bisher fehlen wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit bei Morbus Bechterew, jedoch zeigte das Stanger-Bad bereits messbare Erfolge bei Fibromyalgie-Patienten.62


Das Gesundheitskompass-Teams empfiehlt

Bei akuten Schmerzen tut Wärme gut, zum Beispiel durch eine Wärmflasche, ein Kirschkernsäckchen oder ein Dinkelkissen.
Wärmeanwendungen wirken krampflösend und entspannend. Eine Wärmflasche (Achtung: Nicht wärmer als 50°C), ein Körnerkissen oder ein warmes Bad können leicht zuhause bei akuten Beschwerden Einsatz finden.


 

Phytotherapie mit Heilpflanzen

Die Pflanzenheilkunde gehört in nahezu allen Kulturen der Welt zu den ältesten medizinischen Behandlungen. Sie kann bei verschiedensten chronischen Erkrankungen eingesetzt werden. Entgegen der klassischen Medikamente werden keine isolierten Einzelstoffe verwendet, sondern ganze Pflanzen oder Pflanzenteile mit verschiedenen Wirkstoffkombinationen. In Bezug auf Morbus Bechterew kommen folgende Pflanzen zum Einsatz:

 

  • Weidenrinde (Salicis cortex)

Bereits der lateinische Name verrät, welcher Wirkstoff enthalten ist: Salicylsäure. Er hat eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung, insbesondere bei Gelenkentzündungen.63 Die Heilpflanze kann als Tee getrunken oder als Extrakt eingenommen werden.

 

  • Arnika (Arnika montana)

Arnika ist eine alte Heilpflanze gegen Schmerzen, die äußerlich in Form von Gelen, Tinkturen oder Ölen angewendet wird. Sie wird unterstützend bei rheumatischen Beschwerden eingesetzt, da das Schmerzempfinden und die Gelenksteifigkeit durch eine Behandlung abnehmen.64 Erste klinische Studien bei Arthrose deuten an, dass die Wirkung vergleichbar ist mit Ibuprofen-Salben.65 Die Wirksamkeit von Arnika wird auf verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe zurückgeführt.66

 

  • Teufelskralle (Harpagophytum procumbens)

Die Teufelskralle ist eine afrikanische Heilpflanze, bei der Extrakte aus der Wurzel zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung eingesetzt werden. Im letzten Jahrhundert wurde ihre Wirkung von Soldaten beschrieben und danach trat sie ihren “Siegeszug” auch in Europa an. Die enthaltenen Harpagoside werden für die gesundheitsförderlichen Eigenschaften verantwortlich gemacht. Präparate mit einer hohen Konzentration an Harpagosid zeigen in ersten Studien ein hohes Wirkpotenzial bei Gelenk- und Rückenschmerzen.67

 

  • Hanf (Cannabis sativa)

Seit einigen Jahren findet die Hanfpflanze in der begleitenden Therapie zunehmend Einsatz, insbesondere in Form von freiverkäuflichen CBD-Ölen. CBD ist die Abkürzung für nicht psychoaktives Cannabidiol, das aus der weiblichen Hanfpflanze extrahiert wird. Diese Öle enthalten kein THC (Tetrahydrocannabinol), welches eine berauschende und betäubende Wirkung auf die Nervenzellen im Gehirn hat. Die Gefahr einer Abhängigkeit ist daher nicht gegeben. CBD-Öle werden viele gesundheitsförderliche Wirkungen nachgesagt, jedoch ist die wissenschaftliche Datenlage noch recht dünn. Betroffene greifen auf das Präparat zurück wenn sie unter Schmerzen, Entzündungen und Schlafstörungen leiden. Zu beachten ist, dass das CBD-Öl sehr individuell und wohlüberlegt dosiert, sowie die Anzahl der Tropfen nur langsam gesteigert werden sollte, um die Reaktion des Organismus beobachten zu können. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, einen erfahrenen Therapeuten zu Rate zu ziehen.

 

  • Grüner Tee (Camellia sinensis)

Grüner Tee hat eine Vielzahl von Eigenschaften, die bei axialer Spondyloarthritis hilfreich sein können. Er enthält Flavonoide, die entzündungshemmend wirken und vor freien Radikalen und damit oxidativen Stress schützen. Einige wissenschaftliche Studien bestätigen die anti-rheumatische Aktivität von Inhaltsstoffen des grünen Tees.68 Damit der Tee seine Wirkung optimal entfalten kann, ist die richtige Teesorte und Zubereitung entscheidend. Nach Lebensmittelanalysen enthalten japanische Grüntees im Schnitt mehr Flavonoide als die Tees aus anderen Ländern. Die Sorten Sencha und Gyokuro sind am gehaltvollsten. Dazu sollten Sie beim grünen Tee auf Bioqualität achten und Tee aus erster Ernte kaufen. Das Wasser zum Aufbrühen sollte nicht zu heiß sein (70-80°C) und der erste Aufguss sollte verworfen werden. Im 2. Aufguss sollte er mindestens 10 Minuten ziehen, um möglichst viele Flavonoide herauszulösen. Täglich 2-3 Tassen reichen für eine positive Wirkung.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Holen Sie sich grünen Tee in Bioqualität nach Hause – vielfältig in der Zubereitung und köstlich im Geschmack.


 

Akupunktur

Die Akupunktur ist eine ganzheitliche Therapie aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Grundlage der Jahrtausende alten chinesischen Medizin ist die Annahme, dass der Körper von Energiebahnen, den so genannten Meridianen, durchzogen ist. Ein gleichmäßiger Energiefluss sorgt für einen gesunden, vitalen Körper und psychische Ausgeglichenheit. Störungen im Energiefluss führen dazu, dass es in manchen Körperbereichen zu Energiestauungen kommt (Fülle-Zustände), in anderen dagegen ein Energiemangel (Leere-Zustand) vorliegt. Dieses Ungleichgewicht ist die Grundlage für die Ausprägung von Funktionsstörungen bis hin zu manifesten Krankheiten. Mit Hilfe der kleinen Nadeln lassen sich diese Ungleichgewichte behandeln, was den Energiefluss wieder in Gang bringt und sich positiv auf Schmerzen auswirken kann. Laut Indikationsliste der Weltgesundheitsorganisation eignet sich diese Therapieoption besonders gut zur Behandlung von chronischen Schmerzen. Es gibt auch immer mehr Studien, die einen klinischen Nutzen für Patienten mit rheumatischen Erkrankungen oder Morbus Bechterew sehen.69-70

 

Darmsanierung

Im Kapitel Ursachen wurde explizit auf die Beteiligung des Darms und der Darmbakterien auf die Entstehung der Krankheit und weitere Komplikationen wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen hingewiesen. Eine Darmsanierung ist daher absolut sinnvoll, um das Mikrobiom wieder in Balance zu bringen. Sie setzt sich aus einer Darmreinigung und dem Wiederaufbau der Darmflora zusammen. Durch die Sanierung der Darmflora wird die Darmbarriere gestärkt und ihre Schutzfunktionen reaktiviert sowie das Immunsystem mobilisiert. Entscheidend für einen erfolgreichen Aufbau der Darmflora ist die Qualität der verwendeten Bakterienstämme, deren Vermehrung im Darm und die Resistenz gegen die Magensäure sowie den Gallensaft. Eine gezielte Zufuhr von Probiotika (Darmbakterien) wirkt sich positiv auf das Darmmilieu und chronische Entzündungskrankheiten wie Rheuma, Colitis ulcerosa oder Multiple Sklerose aus.71

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

In unserem Darm befindet sich der Großteil unserer Abwehrzellen. Wichtig dabei ist, dass die Darmflora – das sogenannte Mikrobiom des Darms – intakt ist. Dieses Mikrobiom besteht aus über 400 verschiedenen Darmbakterienarten, welche sich hauptsächlich im Dickdarm aufhalten. Sie unterstützen nicht nur unsere Verdauung, sondern produzieren verschiedene Vitamine und sind besonders wichtig für unsere Immunabwehr. Eine Darmsanierung lohnt sich besonders dann, wenn Sie Ihre Abwehrkräfte stärken, Magen-Darm-Beschwerden lindern oder Ihren Körper entgiften wollen. Auch nach einer Antibiotikaeinnahme sollte das Mikrobiom wieder ins Gleichgewicht gebracht werden.

Hier zwei Tipps zu bewährten Produkten zur Darmsanierung:


 

Heil- und Basenbäder

Wie oben ausführlich dargestellt, belastet unsere industrialisierte Ernährung den Körper mit sehr viel Säuren, was unsere Gewebe stresst und Entzündungen weiter triggern kann. Auch die Einnahme von Morbus Bechterew-Medikamenten kann zur Übersäuerung des Körpers führen. Verspannte Muskeln, Schwellungen oder Entzündungen können außerdem lokal im Gewebe bzw. Gelenk das Säure-Basen-Gleichgewicht stören. Neben einer basischen Ernährung können wöchentliche Basenbäder zur Entsäuerung des Körpers über die Haut beitragen. Basenbäder oder auch Basenwickel haben eine lange Tradition in der Heilkunst.


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

In diesem Buch vom „Basen-Papst“ finden Sie alles Wissenswerte zum Säure-Basen-Haushalt und den Lebensmitteln:


 

Bei Heilbädern (oder Bädertherapie) werden die Heilkräfte des Wassers (u. a. Wärme) und dessen Inhaltsstoffe (u. a. Salze, Jod, Schwefel) zur Linderung der Beschwerden eingesetzt. Sie werden traditionell bei stationären Kuren angewendet und zeigen nachweislich auch positive Wirkungen bei Morbus Bechterew.72

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Durch verschiedene Faktoren, wie beispielsweise eine unausgeglichene Ernährung mit Weißmehl, Zucker und Alkohol oder unzureichender Bewegung kann es zu einer chronischen Übersäuerung kommen. Unser Körper hat damit nicht genug basisch wirkende Stoffe, um Säuren zu neutralisieren. Ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt ist Grundvoraussetzung, damit der pH-Wert unseres Blutes im Idealbereich zwischen 7,34 – 7,45 liegt.

Unsere Empfehlung für ein Basenbad:


 

Checkliste

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei Morbus Bechterew

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich und Ihre Angehörigen so gut wie möglich über Ihre Erkrankung.
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patienten und Therapeut sollte auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf Ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei Morbus Bechterew stehen alle Mikronährstoffe im Fokus – eine Breitbandversorgung ist daher unerlässlich. Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.
  • Gewichtsabnahme bei Übergewicht, um Gelenke zu entlasten und anti-entzündlichen Stoffwechsel zu unterstützen
  • Gesunde Ernährung: anti-entzündlich, überwiegend ballaststoffreich und pflanzlich mit wenig schnell verfügbaren Kohlenhydraten (Weißmehl, Zucker), gesunde Fette aus omega-3 reichen Ölen und Fisch, schmerz- und entzündungshemmende Gewürze, fermentierte Lebensmittel
  • regelmäßige Bewegung und Physiotherapie, um die Gelenkmobilität zu erhalten, den Muskelapparat zu kräftigen und eine Gewichtsreduktion zu unterstützen
  • Entspannungs- und Achtsamkeitstechniken zur Stress- und Schmerzbewältigung

Quellenangaben

1Deutsches Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ), Berlin, Daten der Kerndokumentation 2016, abgerufen über: https://www.drfz.de/wp-content/uploads/Ergebnisse_Kerndokumentation_2016.pdf (April 2021)

2Rautenstrauch J Morbus Bechterew: Alte Mythen und neue Therapien Dtsch Arztebl 2002; 99(14): A-910 / B-762 / C-711

3McMichael A, Bowness P. HLA-B27: natural function and pathogenic role in spondyloarthritis. Arthritis Res. 2002;4 Suppl 3(Suppl 3):S153-8. doi: 10.1186/ar571. Epub 2002 May 9. PMID: 12110134; PMCID: PMC3240147.

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5Bowness P. HLA-B27. Annu Rev Immunol. 2015;33:29-48. doi: 10.1146/annurev-immunol-032414-112110. PMID: 25861975.

6Yasuda K, Takeuchi Y, Hirota K. The pathogenicity of Th17 cells in autoimmune diseases. Semin Immunopathol. 2019 May;41(3):283-297. doi: 10.1007/s00281-019-00733-8. Epub 2019 Mar 19. Erratum in: Semin Immunopathol. 2019 Apr 29;: PMID: 30891627.

7Torgutalp M, Poddubnyy D. IL-17 inhibition in axial spondyloarthritis: current and future perspectives. Expert Opin Biol Ther. 2019 Jul;19(7):631-641. doi: 10.1080/14712598.2019.1605352. Epub 2019 Apr 19. PMID: 30957574.

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10Sluka KA, Kalra A, Moore SA. Unilateral intramuscular injections of acidic saline produce a bilateral, long-lasting hyperalgesia. Muscle Nerve. 2001 Jan;24(1):37-46. doi: 10.1002/1097-4598(200101)24:1<37::aid-mus4>3.0.co;2-8. PMID: 11150964.

11Pucino V, Bombardieri M, Pitzalis C, Mauro C. Lactate at the crossroads of metabolism, inflammation, and autoimmunity. Eur J Immunol. 2017 Jan;47(1):14-21. doi: 10.1002/eji.201646477. Epub 2016 Dec 21. PMID: 27883186.

12Xu H, Liu M, Cao J, Li X, Fan D, Xia Y, Lu X, Li J, Ju D, Zhao H. The Dynamic Interplay between the Gut Microbiota and Autoimmune Diseases. J Immunol Res. 2019 Oct 27;2019:7546047. doi: 10.1155/2019/7546047. PMID: 31772949; PMCID: PMC6854958.

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22Christensen R, Heitmann BL, Andersen KW, Nielsen OH, Sørensen SB, Jawhara M, Bygum A, Hvid L, Grauslund J, Wied J, Glerup H, Fredberg U, Villadsen JA, Kjær SG, Fallingborg J, Moghadd SAGR, Knudsen T, Brodersen J, Frøjk J, Dahlerup JF, Bojesen AB, Sorensen GL, Thiel S, Færgeman NJ, Brandslund I, Bennike TB, Stensballe A, Schmidt EB, Franke A, Ellinghaus D, Rosenstiel P, Raes J, Boye M, Werner L, Nielsen CL, Munk HL, Nexøe AB, Ellingsen T, Holmskov U, Kjeldsen J, Andersen V. Impact of red and processed meat and fibre intake on treatment outcomes among patients with chronic inflammatory diseases: protocol for a prospective cohort study of prognostic factors and personalised medicine. BMJ Open. 2018 Feb 8;8(2):e018166. doi: 10.1136/bmjopen-2017-018166. PMID: 29439003; PMCID: PMC5829767.

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27Basson AR, Chen C, Sagl F, Trotter A, Bederman I, Gomez-Nguyen A, Sundrud MS, Ilic S, Cominelli F, Rodriguez-Palacios A. Regulation of Intestinal Inflammation by Dietary Fats. Front Immunol. 2021 Feb 2;11:604989. doi: 10.3389/fimmu.2020.604989. PMID: 33603741; PMCID: PMC7884479.

28Simopoulos AP. Omega-3 fatty acids in inflammation and autoimmune diseases. J Am Coll Nutr. 2002 Dec;21(6):495-505. doi: 10.1080/07315724.2002.10719248. PMID: 12480795.

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31https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Ingwer-sorgt-fuer-bessere-Beweglichkeit-233485.html, abgerufen April 2021

32Srivastava KC, Mustafa T. Ginger (Zingiber officinale) and rheumatic disorders. Med Hypotheses. 1989 May;29(1):25-8. doi: 10.1016/0306-9877(89)90162-x. PMID: 2501634.

33Bachmann C. Curcuma bei Arthrose und rheumatoider Arthritis: klinische Studien dokumentieren die Wirksamkeit von Gelbwurz-Extrakten. Schweiz Z Ganzheitsmed 2016; 28:321-323

34Kunnumakkara AB, Sailo BL, Banik K, Harsha C, Prasad S, Gupta SC, Bharti AC, Aggarwal BB. Chronic diseases, inflammation, and spices: how are they linked? J Transl Med. 2018 Jan 25;16(1):14. doi: 10.1186/s12967-018-1381-2. PMID: 29370858; PMCID: PMC5785894.

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