Morbus Crohn: Immunsystem auf Abwegen – was Sie selbst tun können

Morbus Crohn zählt zu den chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten, welche theoretisch im gesamten Verdauungstrakt, von der Mundhöhle bis zum Afterausgang, auftreten kann. In den meisten Fällen sind der untere Dünndarm und der Dickdarm befallen. Unbehandelt können die ständigen Durchfälle zu folgenschweren Gesundheitsstörungen und einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität führen. Da die medikamentöse Behandlung von Morbus Crohn zahlreiche unerwünschte Nebenwirkungen zur Folge hat, suchen immer mehr Patienten nach alternativen Möglichkeiten. In diesem Artikel stellen wir Ihnen Fakten über die zugrundeliegenden Ursachen vor und was Sie selbst für Ihre Gesundheit tun können.

Mann leidet an Morbus Crohn

Dr. med. Harald Hüther Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Experte/Expertin:

Dr. med. Harald Hüther

Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Letzte Aktualisierung: 9. August 2021

Das-Wichtigste-in-Kürze

Fakten in der Übersicht

  • Morbus Crohn – was ist das? M. Crohn ist eine Autoimmunerkrankung, bei der es zu einer chronischen Entzündung im Darm kommt. Im Gegensatz zu der sich sehr ähnlich darstellenden Colitis ulcerosa sind bei Morbus Crohn Komplikationen und Verwachsungen sehr häufig. Es gibt rund 250.000 Betroffene in Deutschland, Frauen und Männer sind gleich oft davon betroffen.
  • Ursachen & Risikofaktoren:  Ungleichgewicht im Immunsystem durch oxidativen Stress, Darmstörungen (z. B. Leaky-Gut-Syndrom) und Mangel an Mikronährstoffen. Zu den Risikofaktoren zählen Rauchen, Alkoholkonsum, künstliche Nahrungszusätze wie Titandioxid (E171), Medikamente wie Antibiotika und die „Pille“
  • Symptome: in Schüben auftretende schleimig-blutige Durchfälle, Koliken; begleitend können Depressionen, Ängste und eine Anämie auftreten; Komplikationen sind häufig, auch ein Befall von Gelenken, Haut, Augen und Herz ist möglich
  • Diagnose und Tests:  Anamnese und körperliche Untersuchung, Ultraschall, CT, MRT, Darmspiegelung
  • Prognose und Verlauf:  Komplikationen sind häufig, oft sind Operationen nötig, Übergang zu Darmkrebs möglich, aber selten
  • Empfohlene Ernährung: Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, abwechslungsreichen Kost, die reich an Gemüse, Obst, Ballaststoffen, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist.
  • Therapie und Prävention: 
    • Mikronährstoffe: Mikronährstoffe schützen den Darm und verhindern Nebenwirkungen von Medikamenten, regulieren das Immunsystem und wirken entzündungshemmend. Achten Sie vor allem auf Spurenelemente, Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren, L-Carnitin und sekundäre Pflanzenstoffe.
    • Lebensstil: Bewegung, Entspannung und gesunder Schlaf sind essentielle Grundpfeiler
    • Konventionelle Therapie: Es werden vor allem Medikamente verwendet, die das Immunsystem bremsen und Entzündungen bekämpfen, chirurgische Eingriffe sind etwa bei 60 % der Betroffenen nötig.
    • Ganzheitliche Therapie:
      • Darmsanierung
      • Heilpflanzen: Weihrauch
      • TCM: Akupunktur und Moxibustion
  • Checkliste und Empfehlungen bei Morbus Crohn: Das können Sie selbst tun

Was ist Morbus Crohn?

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Morbus Crohn in der Übersicht

  • Autoimmunerkrankung mit einer chronischen Entzündung der Darmwand
  • Typisch ist ein nicht-kontinuierlicher Befall, der im gesamten Verdauungstrakt auftreten kann.
  • Fisteln, Abszesse und Verwachsungen sind häufig
  • Am häufigsten erkranken junge Erwachsene zwischen 15 und 35 Jahren (Frauen genauso häufig wie Männer) sowie ältere Menschen ab einem Lebensalter von 60 Jahren.

Entstehung

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn (auch M. Crohn, Crohn‘s disease oder Ileitis terminalis) werden zu den Autoimmunerkrankungen gezählt, weil das fehlgesteuerte Immunsystem körpereigenes Gewebe – in diesem Fall die Darmschleimhaut – angreift. Die dauernde (chronisch-granulomatöse) Entzündung kann das betroffene Gewebe nachhaltig schädigen. Bei der Suche nach den Ursachen für diese Fehlsteuerung ist man in den letzten Jahren ein gutes Stück vorangekommen.

 

Eine charakteristische Eigenschaft von Morbus Crohn ist der nicht-kontinuierliche, segmentale Befall der Darmschleimhaut. Das heißt, dass mehrere Darmabschnitte erkrankt sein können, aber diese durch gesunde Bereiche voneinander getrennt sind. Sehr häufig ist der letzte Teil des Dünndarms betroffen. Deshalb hieß die Krankheit früher auch Ileitis terminalis. Ein weiterer Unterschied zu der sehr ähnlich verlaufenden Krankheit Colitis ulcerosa ist, dass auch tiefere Schichten der Darmwand erkrankt sein können. Deshalb gibt es auch beim M. Crohn deutlich öfter Komplikationen (Fisteln, Verwachsungen) als bei Colitis ulcerosa.

 

Vorkommen und Auftreten

Die Anzahl der Morbus-Crohn-Erkrankungen hat sich in nördlich gelegenen Industrienationen wie Skandinavien, Deutschland oder den USA in den letzten 30 Jahren mehr als verdoppelt1. Weltweit nimmt die Erkrankung in den Ländern am stärksten zu, die sich gerade dem sogenannten „westlichen Lebensstil“ anpassen2. Daraus ergeben sich neue Überlegungen zu den Ursachen und zu möglichen Ansätzen für die Therapie.

Bei einer Inzidenz von 322 Erkrankungen pro 100.000 Einwohnern gibt es derzeit rund 250.000 Erkrankte in Deutschland. Frauen sind genauso oft betroffen wie Männer. Am häufigsten erkranken junge Erwachsene zwischen 15 und 35 Jahren sowie ältere Menschen ab einem Lebensalter von 60 Jahren. Auffällig ist auch die familiäre Häufung der Krankheit. Ebenso interessant ist, dass Einzelkinder häufiger von M. Crohn betroffen sind als Kinder mit Geschwistern.

 

 

 

Ursachen und Risikofaktoren

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Ursachen und Risikofaktoren in der Übersicht

  • Hervorgerufen wird das Ungleichgewicht des Immunsystems wohl durch Veränderungen in der Darmflora.
  • Ein Leaky-Gut-Syndrom und oxidativer Stress sind oft beteiligt.
  • Fehlernährung, häufiger Gebrauch von Antibiotika, Alkoholabusus, Rauchen und der Lebensmittelzusatzstoff Titandioxid (E171) gelten als Risikofaktoren.
  • Fehlende Schutzstoffe (Vitamine, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren) durch schlechte Ernährung und Medikamente (z. B. die „Pille“) zählen zu den wichtigsten Ursachen.

Die Ursachen des M. Crohn werden heute in einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren gesehen. Experten nahmen bisher an, dass es sich bei der Entzündung im Darm um eine Autoimmunerkrankung handelt, bei der ein überaktives Immunsystem die Zellen im Darm angreift. Doch nun ändert sich diese Sichtweise: Neue Studien zeigen, dass der Auslöser für die Krankheiten ist, dass das angeborene Immunsystem aus dem Gleichgewicht kommt und beginnt, auch gutartige Darmbakterien zu bekämpfen. Es entwickelt sich zunehmend ein Ungleichgewicht der Darmbakterien, eine sogenannte Dysbiose.

 

Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2018 fasst die Erkenntnisse der letzten zehn Jahre gut zusammen. M. Crohn beginnt, wenn normalerweise harmlose Bakterien in der Darmflora bei genetisch anfälligen Menschen plötzlich ein Enzym produzieren, mit dem der Darm regelrecht durchlöchert wird3. Bei Patienten mit M. Crohn kippt das Gleichgewicht zwischen schützenden und schädlichen Darmbakterien. Es entsteht eine Dysbiose, bei der sich aggressive Keime in der Darmschleimhaut ansiedeln. Die intestinale Barriere, die normalerweise Darminhalt und Blut strikt trennt, bricht zusammen. Ein sogenanntes Leaky-Gut-Syndrom entwickelt sich.

 

Hinweis

Was ist das Leaky-Gut-Syndrom?

Unser Darm hat die Aufgabe, nur ganz bestimmte Nahrungsbestandteile aufzunehmen. Bei einem Leaky-Gut-Syndrom (übersetzt: undichter Darm) sind die Verbindungen zwischen den Zellen nicht mehr ganz so dicht, und es werden auch Nahrungsbestandteile aufgenommen, die normalerweise im Darm bleiben sollen.

Antibiotika, Stress und Ernährungsfehler tragen hauptsächlich zur Entstehung dieses Leaky-Gut-Syndroms und der daraus resultierenden Störung des Immunsystems bei4. Übrigens kann dieses Leaky-Gut-Syndrom auch vorliegen, wenn keine erkennbaren Magen-Darm-Erkrankungen vorhanden sind. Auch hier gibt es mögliche Ansätze für eine ursächliche Therapie.

Durch die Aufnahme dieser fremden Stoffe wird unser Immunsystem aktiviert, was wegen Überlastung auf die Dauer zu einer zunehmenden Schwächung des Immunsystems führt. Als Folge davon entstehen Allergien wie Nahrungsmittelallergien und auch Autoimmunerkrankungen. Ein Leaky-Gut-Syndrom kann ganzheitlich gut behandelt werden.

Das angeborene Immunsystem reagiert aufgrund genetischer Defekte und Darmveränderungen durch Medikamente wie Antibiotika nicht adäquat. Häufige Infektionen und ständige Entzündungen sind die Folge5.

An der Uniklinik Schleswig-Holstein in Kiel wurde an Zwillingen untersucht, welche Faktoren als Auslöser für diese Reaktion in Frage kommen. In der Studie wurde die Darmflora von eineiigen Zwillingen untersucht, von denen nur ein Zwilling an einer Darmentzündung litt6.

Hinweis

Studie mit Zwillingen

Zwillinge sind hierfür besonders gut geeignet. Denn eineiige Zwillinge sind genetisch identisch, so dass man in den Studien exakt herausfinden kann, was beim Ausbruch der Krankheit (z. B. in der Darmflora) anders war und was zu der Veränderung führte.

Ein eindeutiger Zusammenhang zeigte sich bei häufigem Gebrauch von Antibiotika und bei denjenigen, die häufiger Magen-Darm-Infekte hatten. Zusätzlich waren diejenigen Zwillinge anfälliger für Morbus Crohn, die mehr Fleischprodukte und Wurstwaren aßen6.

Drei weitere Faktoren wurden eindeutig mit dem Auftreten von Entzündungen im Darm, deren Verlauf chronisch ist, in Verbindung gebracht:

  • Rauchen
  • Alkoholkonsum
  • Titandioxid (E171)

 

Beim Rauchen ist der Zusammenhang schon länger bekannt. Das Risiko, die Krankheit Morbus Crohn zu entwickeln, ist bei Rauchern doppelt so hoch wie bei Nichtrauchern. Rauchen fördert Entzündungen, es werden mehr freie Radikale produziert (oxidativer Stress, siehe Kasten im Kapitel Mikronährstoffe), und die inhalierten Giftstoffe schädigen die Darmflora und das Immunsystem. Hier sind Kinder und Jugendliche besonders anfällig: Je mehr die Kinder bis zu einem Alter von 15 aktiv oder passiv rauchen, umso höher ist die Zahl der Erkrankten mit Morbus Crohn7.

 

Auch beim Alkoholkonsum ist der Zusammenhang eindeutig. Bei häufigem Alkoholkonsum sinkt unter anderem die Aufnahme von wasserlöslichen Vitaminen und Spurenelementen, die für eine gesunde Darmflora wichtig sind. Zudem zeigen neue Untersuchungen, dass Alkohol auch die Barrierefunktion schwächt und den Darm somit anfälliger für Krankheiten macht8.

Klinische Studien haben auch gezeigt, dass bei der Mehrzahl der Patienten mit chronisch verlaufenden Entzündungen im Darm bereits ein moderater Alkoholkonsum zu abdominellen Schmerzen führen kann, wobei alkoholische Getränke mit einem hohen Zuckergehalt (moderne Alkopops) die stärksten Beschwerden verursachten9.

 

Neu erkannt als Verursacher von Morbus Crohn wurden mikrofeine Nahrungsmittelzusätze wie beispielsweise Titandioxid. Der auch als E171 deklarierte Stoff dient als Weißfärbemittel in Zahnpasta, Kaffeeweißer und Milchprodukten. Er ist aber auch in Dragees, Kaugummis und Überzügen von Arzneimitteln zu finden.

Diese mikrofeinen Partikel werden von der „Müllabfuhr“ im Darm, dem Darmlymphsystem aufgenommen und verteilen sich im ganzen Körper. Dabei reizen sie spezielle Teile des Abwehrsystems und fördern chronische Entzündungen10.

 

Als weiterer wichtiger Risikofaktor wurde die Einnahme der „Pille“ identifiziert11. Die Pille erhöht das Risiko für eine chronische Darmentzündung um 30 %. Das gilt nach dieser Metaanalyse aus dem Jahr 2017 auch für die sogenannten „modernen“ Kontrazeptiva, die weniger Nebenwirkungen haben sollen. Ein Grund könnte sein, dass bei der Einnahme von Kontrazeptiva große zusätzliche Mengen an Mikronährstoffen benötigt werden.

 

Symptome bei Morbus Crohn

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Symptome in der Übersicht

  • wiederkehrende, in Schüben auftretende schleimig-blutige Durchfälle, schmerzhafte Koliken
  • Die Krankheitsaktivität wird in akute Schübe und Remissionsphasen eingeteilt.
  • Symptome außerhalb des Darms sind nicht selten. Betroffen sind Gelenke, Haut, Augen und das Herz.
  • Komplikationen sind relativ häufig, dazu zählen vor allem Fisteln, Abszesse, Darmblutungen, Verwachsungen und Engstellen im Darm, aber auch Gallen- und Nierensteine, Osteoporose und Darmkrebs.
  • Ängste, Depressionen und eine Blutarmut (Anämie) können einen M. Crohn begleiten.

Typische Symptome sind wiederkehrende, teils blutige, schleimige Durchfälle, Blutungen im Darm und schmerzhafte Koliken. Manchmal sind Gelenke, Haut oder Augen mitbetroffen. Je länger die Krankheit besteht, umso höher ist auch das Darmkrebsrisiko, dieses ist allerdings bei Colitis ulcerosa höher als bei Morbus Crohn. Für Betroffene dürfte interessant sein, dass die meisten der hier vorgestellten ganzheitlichen Therapiemöglichkeiten auch ein erhöhtes Risiko für Krebs reduzieren können.

Starke Blähungen können im akuten Schub zur erhöhten Stuhlfrequenz führen. Diese Schübe dauern in der Regel mehrere Wochen.

 

Beim M. Crohn wird zwischen der Ruhephase (Remission) und dem akuten Schub unterschieden. Um die Krankheitsaktivität zu beurteilen, wird oft ein Aktivitätsindex herangezogen. Zwei dieser Indizes sind derzeit in Gebrauch, der komplexe Crohn’s Disease Activity Index (CDAI) aus dem Jahr 1976 und der etwas einfacher aufgebaute Harvey-Bradshaw-Index, der 1980 eingeführt wurde. Letzterer wird wie folgt errechnet:

 

Für verschiedene klinische Symptome werden Punkte vergeben:

  • Anzahl der flüssigen Stuhlgänge ergibt je einen Punkt
  • Allgemeinbefinden (0 = gut, 1 = beeinträchtigt, 2 = schlecht, 3 = sehr schlecht, 4 = unerträglich)
  • Bauchschmerzen (0 = keine, 1 = leicht, 2 = mittel, 3 = stark)
  • Druckempfindlichkeit des Bauches (0 = nein, 1 = fraglich, 2 = sicher, 3 = sicher und schmerzhaft)
  • Komplikationen ergeben ebenfalls Punkte: Gelenkschmerzen, Uveitis, Erythema nodosum, Aphthen im Mundbereich, Pyoderma gangraenosum, Abszess, Analfissur, neue Fistel (je 1 Punkt)

 

Nach dem Zusammenzählen aller Punkte ergibt sich folgende Einteilung12:

  • weniger als 5 Punkte: Remission
  • 5 bis 7 Punkte: milder Schub
  • 8 bis 16 Punkte: moderater Schub
  • mehr als 16 Punkte: schwerer Schub

 

 

Extraintestinale Symptome

Bei etwa der Hälfte der Betroffenen treten auch Symptome außerhalb des Darmes auf. Dazu gehören vor allem Gelenkentzündungen und Hautveränderungen. Diese bessern sich meist, wenn sich durch die Behandlung auch der Morbus Crohn bessert. Zu den wichtigsten Symptomen, die nicht den Darm betreffen, zählen:

  • Gelenkschmerzen und Gelenkentzündungen (Arthritis)
  • Hauterkrankungen wie Erythema nodosum, Rosazea und Pyoderma gangraenosum
  • Entzündung der Augenhaut (Uveitis)
  • Herzbeteiligung (z. B. Herzschwäche durch Mangel an Mikronährstoffen)

 

Gefürchtet sind beim Morbus Crohn vor allem die Komplikationen wie Abszesse und Fisteln, die dann oft sehr ausgedehnt operiert werden müssen. Durch Verwachsungen und Schwellungen kommt es auch öfter zu einem Darmverschluss. In diesem Fall ist dann ebenfalls häufig eine Operation die einzige Therapiemöglichkeit. Hier eine Aufzählung der häufigsten Komplikationen:

  • Abszess (abgekapselte Eiteransammlung)
  • mechanischer Darmverschluss
  • Darmblutungen
  • Fisteln (Verbindungen vom Darm zu anderen Organen oder zur Haut)
  • Gallensteine
  • Nierensteine
  • toxisches Megakolon (häufiger bei Colitis ulcerosa)
  • Osteoporose
  • Darmkrebs (häufiger bei Colitis ulcerosa)

 

Problematisch im Alltag ist die körperliche Schwäche, die oft von einer Blutarmut (Anämie) verstärkt wird. Aber häufig beeinträchtigen auch unangenehme Symptome wie Stuhlinkontinenz, zwanghafte Stuhlgänge sowie nässende Entzündungen und Fisteln das tägliche Leben. Zusätzliche Begleiterkrankungen wie Ängste oder Depressionen und die Nebenwirkung der verabreichten Medikamente gehen oft mit einem hohen Leidensdruck einher und können die Lebensqualität stark einschränken.

 

 

Diagnose bei Morbus Crohn

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Diagnose in der Übersicht

  • Anamnese, typische Symptomatik, körperliche Untersuchung
  • Messung von Calprotectin zum Ausschluss eines M. Crohn
  • Ultraschall, Darmspiegelung, CT und MRT dienen der Diagnosesicherung
  • Wichtig ist die Abgrenzung zu anderen Erkrankungen, vor allem zu Colitis ulcerosa.

Anamnese und körperliche Untersuchung

Die Verdachtsdiagnose eines Morbus Crohn wird durch das Erfragen der Symptome und eine körperliche Untersuchung gestellt. Bei der Untersuchung finden sich oft druckschmerzhafte Stellen, meist im Bereich des Unterbauches. Im akuten Schub ist der Druckschmerz meist deutlicher als in einer Remissionsphase.

 

Es gibt keine typischen Blutwerte, um einen Morbus Crohn festzustellen. Eine Blutuntersuchung dient vor allem der Feststellung des allgemeinen körperlichen Zustandes und ob Anzeichen für eine Anämie oder andere Begleiterkrankungen vorliegen. Blutwerte können auch für die Abgrenzung zu anderen Erkrankungen hilfreich sein.

Die Messung von Calprotectin im Stuhl dient vor allem dem Ausschluss eines M. Crohn bei Erwachsenen.

 

 

Ultraschall

Eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes kann hilfreich sein, um im Vorfeld einer Darmspiegelung Hinweise zu erhalten, wo mögliche akute Entzündungen oder Komplikationen lokalisiert sein könnten.

 

 

Darmspiegelung

Die Darmspiegelung ist noch immer die Methode der ersten Wahl, um einen M. Crohn zu diagnostizieren. Man kann gleichzeitig Proben entnehmen und auch nach möglichen Komplikationen oder Darmkrebs Ausschau halten. Allerdings erreicht man mit der Darmspiegelung nur den Dickdarm und den allerletzten Teil des Dünndarms. Um einen Befall des Dünndarms auszuschließen, eignet sich eine Kapselendoskopie, bei der eine Minikamera Bilder aus dem Dünndarm liefert. Allerdings wird diese eher aufwändige Diagnostik heute meist von modernen bildgebenden Verfahren wie CT oder MRT abgelöst.

 

 

Bildgebende Verfahren

Mehr und mehr setzen sich Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) auch für die Erstdiagnose eines M. Crohn durch. Der Vorteil dieser Verfahren ist, dass man die volle Ausdehnung der Erkrankung erkennen kann, auch bei einem Befall außerhalb des Darms, beispielsweise bei einer Fistelbildung. Zudem ist keine lange Vorbereitungszeit wie bei einer Darmspiegelung nötig, so dass sie auch in Notfallsituationen schnell zum Einsatz kommen können.

Einer der Nachteile ist, dass nicht während der Diagnostik schon Gewebeproben entnommen werden können.

Insgesamt liefert die CT-Enterografie (mit Kontrastmittel im Darm) wohl die besten Ergebnisse, bei Kindern wird aber u. a. aufgrund der hohen Strahlenbelastung durch ein CT eine Untersuchung per MRT vorgezogen.

 

 

Differentialdiagnosen zu Morbus Crohn

Es gibt zahlreiche Krankheiten, die ähnliche Symptome wie ein M. Crohn auslösen können und die bei der Diagnostik ausgeschlossen werden müssen. Dazu zählen:

  • Colitis ulcerosa
  • Divertikulitis
  • Reizdarm-Syndrom
  • Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
  • akute Darminfekte
  • Darminfarkt
  • Darmkrebs
  • Sarkoidose
  • Dünndarmlymphom

 

 

Unterschiede zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Diese beiden Autoimmunerkrankungen können sich in der Praxis sehr stark ähneln. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede auf13:

CharakteristikMorbus CrohnColitis ulcerosa
Lokalisationkann im gesamten Verdauungstrakt auftretendurchgehende Veränderungen vom Rektum aufwärts
Tiefenbefalldurch die gesamte Darmwandnur Mucosa und Submucosa befallen
diagnostische Fundenicht-durchgehender Befall, Geschwüre, Strikturendurchgängiger, entzündlicher Befall, Pseudopolypen
Anämieseltenerhäufiger
Bauchschmerzenhäufiger seltener
rektale Blutungseltenerhäufiger
Erhöhung des Darmkrebsrisikosrelativ geringrelativ hoch
Komplikationenrelativ häufig, Fisteln, Abszesse, auch außerhalb des Darmseher selten und so gut wie nie außerhalb des Darms

Krankheitsverlauf und Prognose

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Krankheitsverlauf in der Übersicht

  • Komplikationen und Operationen sind häufig.
  • Extraintestinale Symptome können sich stark einschränkend auf die Lebensqualität auswirken.
  • Blutarmut (Anämie) und ein Mangel an Mikronährstoffen können sich negativ auf das psychische Befinden auswirken, ebenso die Nebenwirkungen der Medikamente.

Wie bei allen Autoimmunerkrankungen ist eine komplette Heilung auch bei Morbus Crohn sehr schwierig, aber nicht gänzlich unmöglich. Der Schlüssel für eine Heilung liegt darin, das Immunsystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Viele der später vorgestellten ganzheitlichen Therapien zielen genau darauf ab. Allerdings ist es oft eine sehr komplexe Aufgabe und bei fortgeschrittener Erkrankung manchmal auch nicht mehr vollständig möglich. Für viele Betroffene ist es deshalb eine lebenslange Aufgabe zu lernen, mit der Krankheit zurecht zu kommen.

 

Vor allem die häufigen Komplikationen wie Fisteln, Abszesse oder Verwachsungen im Darm machen den Patienten das Leben schwer. Oft sind dann Operationen nicht zu umgehen.

 

Auf lange Sicht können aber auch die außerhalb des Darms auftretenden Entzündungen das Leben stark einschränken. Gelenkschmerzen sind hier am häufigsten, aber auch der Haut- und Augenbefall können für die Betroffenen sehr belastend sein.

 

Alle chronischen Erkrankungen können auch psychische Folgen haben. Beim M. Crohn scheint die gestörte Darm-Gehirn-Achse eine Erklärung zu sein, warum vermehrt Depressionen auftreten. Auch eine Blutarmut und ein Mangel an Mikronährstoffen können sich negativ auf das psychische Befinden auswirken, ebenso wie die Nebenwirkungen der Medikamente.

Ernährung bei Morbus Crohn

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Ernährung in der Übersicht

  • Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen.
  • Eine gesunde Ernährung ist vor allem abwechslungsreich und reich an Vitaminen und weiteren Mikronährstoffen – das Gegenteil der Western Diet.
  • Wichtig ist, dass unsere tägliche Ernährung reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthält. Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, wenig Kohlenhydrate und Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Gewürze können stark entzündungshemmend wirken.
  • Die Auslöser im Einzelnen sind sehr individuell.

Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen. Sie fördert eine chronische Entzündung, die Arterien verkalken lässt, unseren Darm und unser Immunsystem schwächt, unsere Psyche negativ beeinflusst und letztlich Zellstress entstehen lässt. Wie im Kapitel Ursachen ausführlich dargestellt, sind entzündliche Prozesse auch bei Morbus Crohn an der Entstehung beteiligt. Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie die Symptome bei Morbus Crohn in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen und eine Verschlimmerung und Ausweitung der Beschwerden vermeiden:

  • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
  • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
  • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf Morbus Crohn auswirken.
  • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

 

Probleme der heutigen Ernährung

Obwohl in Deutschland kein Mangel an Nahrungsmittelvielfalt herrscht, wird eine naturbelassene Ernährung mit vielen qualitativ hochwertigen und unverarbeiteten Produkten immer seltener. Volle Arbeitstage, Alltagsstress, keine Zeit zu kochen und auch der Mangel an Wissen und Fähigkeiten führen zunehmend zu einer ungesunden Ernährung.

 

Fertigprodukte statt frisch kochen: Western Diet

Diese Art der Ernährung wird oft unter dem Begriff Western Diet zusammengefasst, weil sie vor allem in den westlichen Industrieländern weit verbreitet ist und sich zunehmend auch in Ländern mit traditionell gesunder Ernährung ausbreitet – mit gravierenden Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung.

Hinweis

Merkmale der Western Diet

hochkalorisch, zuckerreich, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren, salzreich, viele Konservierungsstoffe und hochverarbeitete Produkte (Fastfood, Fertigprodukte, „Junkfood“) – dagegen wenig frisches Obst und Gemüse, keine hochwertigen Pflanzenöle, wenig komplexe Kohlenhydrate, wenige Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe

Nährstoffzufuhr aus dem Gleichgewicht

Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen. Unsere Lebensmittel setzen sich zum einen aus Makronährstoffen zusammen, die uns Energie und Baumaterial liefern: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.

Auf der anderen Seite enthalten Lebensmittel auch unzählige Mikronährstoffe, die das Umsetzen der Makronährstoffe im Stoffwechsel erst möglich machen: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Fettsäuren, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe.

Ungesund wird eine Ernährung dann, wenn die einzelnen Gruppen nicht mehr im Gleichgewicht zueinander stehen. Arbeit findet z. B. heute sehr oft als sitzende Tätigkeit am Schreibtisch statt, wo keine bis kaum Kalorien verbrannt werden – jedoch dominieren Kohlenhydrate nach wie vor zu einem großen Anteil unsere tägliche Ernährung, was die Entwicklung einer chronischen Entzündung besonders fördert – das ständige Zuviel.

 

Anti-entzündliche Ernährung: Profitieren Sie auf allen Ebenen

Erst gravierende Erkrankungen und Ereignisse wie Morbus Crohn lassen uns aufhorchen und führen oft zu einem Wendepunkt im Leben: Lassen Sie es gar nicht erst so weit kommen!

Sich gesund zu ernähren heißt nicht sich selbst zu kasteien, zu verzichten oder strikte Pläne einzuhalten. Es bedeutet Neues kennenzulernen, alte Wege zu verlassen und sich jeden Tag fitter, gesünder und leistungsfähiger zu fühlen statt immer müde, abgeschlagen und energielos. Sie können dabei Schritt für Schritt etwas an Ihrer Ernährung ändern, statt zu versuchen, von heute auf morgen alles auf den Kopf zu stellen. Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt.

 

Was ist eine antientzündliche Ernährung?

Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Eine pro-entzündliche Ernährung ist einer der Hauptauslöser für eine chronisch-schwelende Entzündung in unserem Körper, die stille Entzündung (silent inflammation).

Die folgende Tabelle stellt Ihnen wichtige anti- und pro-entzündliche Nahrungsmittelgruppen vor:

Anti-entzündliche Nahrungsmittel und pro-entzündliche Nahrungsmittel

 

Anti-entzündliche Ernährung Pro-entzündliche Ernährung
Olivenöl, Walnussöl, Leinöl, Hanfölfrittierte Lebensmittel, Margarine, Sonnenblumenöl, Schweineschmalz, Sojaöl, Maiskernöl
Obst (zuckerarme Sorten bevorzugen): Beeren, Zitrusfrüchte, Äpfel
Gemüse, mindestens „5 am Tag“: grüne Blattgemüse, Brokkoli, Spinat, Kohlsorten, Topinambur, alle Salate, Wildkräuter
Fast Food, Fertigprodukte, Süßig-keiten, industriell gefertigte Snacks, Konservenobst und -gemüse, Tomatenprodukte
Vollkornprodukte: Getreideprodukte aus dem vollen Korn inklusive aller BallaststoffeProdukte aus Auszugsmehlen („Weiß“), Weizen
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu
Eier: moderater Konsum (mind. Bio-Freiland-Haltung)
Wurstwaren, viele Milchprodukte (v.a. Hartkäse)
fetter Seefisch: Lachs, Makrele, SardinenSchweinefleisch, Geräuchertes, Meeresfrüchte
frische Kräuter, antientzündliche Gewürze wie Chili, Kurkuma, Ingwer
Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Meerrettich
sehr salzreich
Getränke und Tee: Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, grüner TeeSoftdrinks, häufiger Alkoholkonsum, Milchmixgetränke
Nüsse und Saaten: Walnüsse, Leinsamen, Pinienkerne, Kürbiskerne, MacadamianüsseErdnüsse, gesalzene und aromatisierte „Knabbernüsse“
Probiotika: Kefir, Joghurt, milchsauer eingelegte Gemüse, Misopaste

Weitere Eckpunkte einer gesunden Ernährung sind:

  • Flexitarismus: Insgesamt sollte Ihre Ernährung vorwiegend pflanzenbasiert ausgerichtet sein – Fleisch, Fisch und Milchprodukte sind in Maßen zu genießen, dafür in hochwertiger Qualität. Auf Hartkäse wie Parmesan, Emmentaler, Pecorino etc. sollten Sie wegen des hohen Histamingehalts verzichten.
  • Mittelmeer-Diät: Gute Orientierung bei einer anti-entzündlichen Ernährung bietet die mediterrane Ernährung – Menschen, die sich traditionell nach der Mittelmeerdiät ernähren, leiden seltener unter der chronischen Entzündung und deren Folgen, z. B. weniger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Regional und saisonal: Produkte aus der Region, die keinen weiten Anreiseweg hatten, sind frischer und oft nährstoffreicher. Viele Superfoods haben einheimische „Verwandte“ wie z. B. Leinsamen (statt Chiasamen) oder Hagebutten (statt Goji-Beeren).
  • Biologisch angebaut sind in den Lebensmitteln wesentlich mehr Mikronährstoffe enthalten als in Gemüse aus Monokulturen und Massenproduktion. Auch die Transport- und Lagerzeiten sind wesentlich kürzer, was den Mikronährstoffgehalt zusätzlich Darüber hinaus wird bei der biologischen Landwirtschaft auf schädliche Spritz- und Düngemittel verzichtet.
  • Wenn die Lebensmittel möglichst roh oder schonend gedünstet verzehrt werden, bleiben die hitzeempfindlichen Inhaltsstoffe erhalten und haben eine positive Wirkung auf unseren Organismus.
  • Die verschiedenen Lebensmittelgruppen wie Obst, Gemüse, Kräuter, Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte, Getreide und – wer das möchte – in geringem Maß tierische Produkte (ebenfalls aus biologischer Erzeugung) sollten so wenige Verarbeitungsstufen wie möglich durchlaufen und idealerweise täglich in den Speiseplan integriert werden.
  • Gesunde Fette: Fett reduzieren ist passé, viel wichtiger ist, die richtigen Fette aufzunehmen: Die optimalen Quellen sind kaltgepresste, hochwertige Öle. Dabei sollte der Anteil der Omega-3-Fettsäuren möglichst hoch sein, da sie im Gegensatz zu den Omega-6-Fettsäuren entzündungs- und schmerzhemmend wirken. Eine erhöhte Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren wirkt antientzündlich und verbessert nachweisbar die Atembeschwerden bei Pollenallergikern und allergischem Asthma.11
  • Kohlenhydrate reduzieren: Essen Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate, also weniger weißes Brot, weniger weiße Nudeln und Reis. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Botenstoffe.
  • Vegetarismus und Veganismus sind Ernährungsformen, die sehr gesund und ausgewogen sein können, aber nicht automatisch sind: Wenn viele oben genannte Nahrungsmittel integriert werden und auf ausreichend Mikronährstoffzufuhr geachtet wird, sind diese Ernährungsformen durchaus gesundheitsfördernd. Allerdings hat auch der vegane Trend viele Fertigprodukte auf den Markt gebracht, die oft mit einer gesunden Ernährung nichts mehr gemeinsam haben. Achten Sie also weniger auf ein „Label“, sondern auf Ausgewogenheit.
  • Achtsamkeit beim Essen: Genuss, Freude und Langsamkeit gehören zu einer gesunden Ernährung genauso wie hochwertige Nahrungsmittel.
  • Fastenperioden: Intervallfasten oder Buchinger-Fasten können sinnvoll sein für einen Neustart oder ein jährliches Ritual, hier müssen Sie selbst abwägen, ob es zu Ihnen passt und welche Fastenform Ihnen gut tut.
  • In Bewegung bleiben: Zu einer gesunden Ernährung gehört Bewegung – neben vielen anderen positiven Effekten, wirkt die Verdauung angeregt und die Darmpassage gefördert.

 

So sollte Ihr Teller aussehen

Mit dieser Telleraufteilung versorgen Sie Ihren Organismus optimal mit wichtigen Mikronährstoffen und ausreichend Energie-Lieferanten (Fette, Kohlenhydrate und Eiweiß). Achten Sie also darauf, nicht nur Beilagen und Fleisch/ Fisch zu sich zu nehmen, sondern variieren Sie vor allem mit verschiedenen Gemüse- und Obstkombinationen. So gehen Sie Übergewicht aus dem Weg und vermeiden Speisen mit zu hohen Kalorienwerten.

 

Spezifische Hinweise zur Ernährung bei Morbus Crohn

  • Sie sollten insgesamt deutlich weniger Kohlenhydrate essen, also weniger weißes Brot, weniger Nudeln und Reis, dafür etwas mehr Gemüse und Obst. Damit kann sich Ihr Organismus besser gegen Morbus Crohn und seine Schübe wehren. Übrigens sind die für die Darmflora schädlichen Stoffe vor allem in Vollkornprodukten enthalten.
  • Zu viele tierische Lebensmittel – vor allem die Fette von Tieren aus konventioneller Masttierhaltung – fördern Entzündungen im ganzen Körper und stören ebenfalls die Darmflora.15 Man konnte nachweisen, dass der gemäßigte Konsum von Produkten von Tieren aus artgerechter Haltung hier dagegen sogar gesundheitsfördernde Effekte aufweist.16
  • Essen Sie mindestens 2-mal in der Woche frischen Fisch, und verwenden Sie möglichst oft pflanzliche Öle in der „kalten“ Küche. Der hohe Gehalt an ungesättigten Fettsäuren wirkt stark entzündungshemmend. Außerdem sind sie für ein ausbalanciertes Immunsystem wichtig. Verzichten sollten Sie allerdings auf gehärtete Pflanzenöle, wie sie z. B. in Margarine vorkommen. Sie stehen in dringendem Verdacht, eine Darmentzündung auslösen zu können17.
  • Verwenden Sie möglichst oft frische Kräuter und Gewürze bei der Zubereitung von Speisen. Ihr hoher Gehalt an Spurenelementen ist wichtig für das Immunsystem und die Kräuter helfen auch bei der Entsäuerung des Gewebes. Von Kurkuma, einem antientzündlichen Wirkstoff aus der Gelbwurz (Curcuma longa), wurden zahlreiche positive Wirkungen bei Darmentzündungen festgestellt. Die Schlussfolgerung der Forschergruppe um Jenny Epstein lautet deshalb, „dass Curcumin – ein in der Natur vorkommender Lebensmittelbestandteil, von dem keine Toxizität für den Menschen bekannt ist – als neues Therapeutikum bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen vielversprechend ist“18.

 

Mit diesen eher allgemeinen Regeln kommt man schon recht weit, wenn sie einigermaßen konsequent umgesetzt werden. Weitere speziellere Ernährungsregeln für Patienten mit chronischen Darmentzündungen sind allerdings aufgrund der häufigen Nahrungsmittelunverträglichkeiten sehr schwierig. Das ist bei jedem einzelnen Erkrankten individuell. Lebensmittel, die häufig Beschwerden auslösen und auf die man gezielt achten könnte, sind:

  • Weizen
  • Milch(-produkte)
  • Hefe
  • Mais

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Hier eine Buch-Empfehlung, um dieser Thematik noch tiefer auf den Grund zu gehen:


 

Therapie und Prävention

Jede Behandlung enthält präventive Aspekte und jede Prävention wirkt auch als Therapie. Die Grundpfeiler jeder Vorbeugung und Therapie basieren auf unserem Lebensstil: Wie ernähren Sie sich? Ist Ihr Organismus ausreichend mit Mikronährstoffen versorgt? Wieviel Bewegung ist in Ihren Alltag integriert? Rauchen Sie? Und wieviel Alkohol konsumieren Sie? Bestimmt Stress Ihr ganzes Leben? Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, können sich diese Basispfeiler positiv auf Ihre Gesundheit auswirken, aber auch jahrelange Risikofaktoren für viele Erkrankungen darstellen. In diesem Kapitel werden zahlreiche ganzheitliche Methoden vorgestellt, die Ihre Gesundheit und Lebensqualität stärken können – präventiv und/oder auch als Therapie.

Mikronährstoffe

Das-Wichtigste-in-Kürze

Mikronährstoffe in der Übersicht

  • Mikronährstoffe sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus. Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen, wenn Sie an Morbus Crohn leiden. Besonders wichtig sind Vitamin D, Zink, Omega-3-Fettsäuren und L-Carnitin.
  • Zudem spielen sekundäre Pflanzenstoffe eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung der Entzündung.
  • Einige der typischen Medikamente, die zum Erreichen einer Remission eingesetzt werden, erhöhen zusätzlich Ihren Mikronährstoffbedarf. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Mikronährstoffbedarf ausreichend über die Ernährung zu decken, können moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischungen sinnvoll sein.
  • Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Eine wichtige Basis für alle Therapien wird oft bei der Beratung außer Acht gelassen: Eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung. Der Körper muss mit Mikronährstoffen optimal versorgt sein, damit langfristige Folgen von Morbus Crohn abgemildert und Nebenwirkungen der Medikamente reduziert werden können.

 

Mikronährstoffe – was ist das?

Zu den Mikronährstoffen gehören in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die einen wichtigen Teil dazu beitragen, damit unser Organismus funktioniert. Im weiteren Sinne lassen sich auch essentielle Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme hinzuzählen. Makronährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette sind unsere Energielieferanten, während die Mikronährstoffe an Prozessen wie z. B. Blutgerinnung, Immunabwehr und Knochengesundheit beteiligt sind. Einige Mikronährstoffe kann unser Körper selbst herstellen, die meisten jedoch müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

 

Der menschliche Organismus – ein Blick in die Zellen

Der Mensch besteht aus über 70 Billionen Zellen. Diese können alle nur optimal funktionieren, wenn sie mit Vitaminen und Spurenelementen versorgt sind. Es gibt nahezu keinen Stoffwechselschritt, an dem nicht mehrere Mikronährstoffe beteiligt sind. Dazu zählen unter anderem die:

  • Aktivierung von Enzymen und Hormonen (Stoffwechselaktivität)
  • Abwehrleistung des Immunsystems (Immunstoffwechsel)
  • Energieproduktion in den Kraftwerken unserer Zellen, den sogenannten Mitochondrien (Energiestoffwechsel)
  • Leistungsfähigkeit des Herzmuskels (Herzkraft und -rhythmus)
  • Kontraktion der Skelettmuskulatur (Muskelkraft und -koordination)
  • Impulsübertragung in und der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen (Nerven- und Gehirnstoffwechsel)

 

Für alle Stoffwechselreaktionen im Körper sind Enzyme notwendig, sie wirken wie ein Katalysator. Enzyme können ihren Aufgaben jedoch nur mithilfe von Mikronährstoffen nachkommen. Je besser der Körper mit Nährstoffen versorgt ist, desto besser funktioniert der gesamte Organismus. Ein Mikronährstoffmangel kann sich also negativ auf den Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken. Um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihre weiteren Therapien zu unterstützen, sollten Sie also auf Ihren Mikronährstoffhaushalt achten.

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen?

Egal ob Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder die Antibabypille. Schon ein einzelnes Medikament kann unsere optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ungünstig beeinflussen. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto intensiver wird in den Mikronährstoffhaushalt eingegriffen, was Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinander sowie das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht. Hierdurch kann nicht nur die Wirkung des Medikaments negativ beeinflusst werden, sondern auch die Funktion der Mikronährstoffe.

 

Welche Lebensphasen führen noch zu einem erhöhten Mikronährstoff-Bedarf?

Aber nicht nur die regelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einem erhöhten Mikronährstoffbedarf. Es gibt bestimmte Lebensphasen und Umstände, die ein erhöhtes Risiko für einen Nährstoffmangel aufweisen:

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • ältere Menschen
  • Menschen mit Magen-Darm-Störungen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen

 

Diesen erhöhten Bedarf zu decken, ist nicht immer einfach. Trotz des reichhaltigen Angebotes an verschiedenen Lebensmitteln verringern verschiedene Faktoren den Mikronährstoffgehalt in Lebensmitteln:

  • nicht ausgereiftes Obst und Gemüse
  • größere Erträge in der Landwirtschaft
  • Einsatz von Pestiziden

 

Es ist wichtig, die Ernährung mit einer breiten und möglichst natürlichen Basis an allen Vitaminen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu optimieren.

 

Mikronährstoffkonzentrat als Grundlage

Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

 

Das Angebot an Mikronährstoffpräparaten ist groß und unübersichtlich. Entscheidend beim präventiven Ansatz ist die natürliche Vielfalt. Das ideale Mikronährstoffpräparat ist auf natürlicher Basis produziert, enthält neben allen klassischen Mikronährstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme, ist flüssig, glutenfrei und vegan. Die Bioverfügbarkeit sollte wissenschaftlich belegt sein und es sollten keine künstlichen Aroma- oder Konservierungsstoffe enthalten.

 

Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe bei Morbus Crohn

Das wichtige Thema Mikronährstoffe wurde im Kapitel über Ernährung schon gestreift. Sie sind das „Schmieröl“, das alle Prozesse in unserem Körper reibungslos ablaufen lässt.

 

Bei Morbus Crohn sind Mängel an Mikronährstoffen sehr häufig. Zum einen wegen der Nahrungsmittelunverträglichkeiten und der damit verbundenen einseitigen Ernährung. Zum anderen wegen der Aufnahmestörung, die durch die Entzündung des Darmes und die Durchfälle bedingt ist, aber auch durch die eingesetzten Medikamente. Eine der häufigsten Komplikationen bei Morbus Crohn ist die Anämie. Diese Blutarmut aufgrund von Eisen- und Vitamin-B-Mangel führt oft zu Energiemangel und geringer Leistungsfähigkeit bei den Patienten19.

 

 

Vitamin D und K gegen Autoimmunerkrankungen

Auch Vitamin D und Vitamin K spielen bekanntlich eine wichtige Rolle. Für beide Vitamine wurden bei Morbus-Crohn-Patienten deutliche Mängel nachgewiesen20. Vitamin-D-Mangel erhöht das Risiko, dass die Krankheit ausbricht21. Eine Erhöhung des Vitamin-D-Spiegels durch eine zusätzliche Einnahme des Vitamins reduzierte u. a. das Risiko für operationsbedürftige Komplikationen bei M. Crohn22.

Ein Mangel an Vitamin D wurde allerdings nicht nur bei Morbus-Crohn-Patienten nachgewiesen. Für Vitamin D3 ist in Mitteleuropa auch in der gesunden Bevölkerung ein weitverbreiteter Mangel nachgewiesen worden23 – dieser Mangel trägt u. a. zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen bei24.

 

 

Spurenelemente und Antioxidantien

Auch die Spurenelemente Zink und Selen spielen bei Morbus Crohn eine wichtige Rolle. So wurde schon 2011 in Tiermodellen nachgewiesen, dass bereits ein geringfügiger Zinkmangel einen Entzündungsschub auslösen kann25. Selen ist ein wichtiger Teil des antioxidativen Schutzes vor freien Radikalen. Diese freien Radikale sind offensichtlich ein Faktor, der die Entzündung im Darm unterhält26.

 

Im Kampf gegen freie Radikale haben sich natürliche Antioxidantien-Mischungen deutlich besser bewährt als synthetische. Die natürlichen Mikronährstoffe wirken mehr als 200-mal stärker antioxidativ27. Dazu kommt, dass für diese Mikronährstoffmischungen auch deutliche entzündungshemmende Wirkungen im Darm nachgewiesen sind28.

Hinweis

Oxidativer Stress

Oxidativer Stress entsteht durch das Überangebot an freien Radikalen. Freie Radikale sind Verbindungen, die auf Grund eines „verlorenen“ Elektrons chemisch instabil, kurzlebig und hoch reaktiv sind. Sie entreißen anderen Molekülen Elektronen, um selbst wieder in einen stabilen Zustand übergehen zu können.  Dadurch ändern sich jedoch deren Eigenschaften. In unserem Körper kann es durch zu viele freie Radikale (oxidativer Stress) zu Funktionsstörungen innerhalb der Zellen und zu Krankheiten kommen.

Freie Radikale entstehen als Nebenprodukte bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen in unserem Organismus. Vor allem bei der Produktion von Energie für die Zellen in den Mitochondrien, wo aggressiver Sauerstoff verarbeitet wird, entstehen sehr viele freie Radikale. Sie sind aber nicht nur schädlich. Unter anderem erfüllen freie Radikale wichtige Aufgaben in der Immunabwehr, da sie Fremdorganismen, zum Beispiel Bakterien und Viren attackieren.

Damit körpereigene Strukturen wie die Bausteine der Erbsubstanz, Eiweiße wie Enzyme und besonders ungesättigte Fettsäuren der Zellwand keinen Schaden nehmen, muss die Zelle sich selbst vor Angriffen von freien Radikalen schützen. Dies übernehmen Radikalfänger, sogenannte Antioxidantien.

Sie können Elektronen abgeben, dadurch freie Radikale entgiften und sich selbst in einem Kreislauf von Reaktionen regenerieren. Bekannte Radikalfänger sind die Vitamine C, E und A. Jedoch spielen in der Zelle vor allem auch antioxidative Enzyme wie Superoxiddismutase (SOD), Katalase (KAT) und Glutathionperoxidase (GPX) eine bedeutende Rolle. Diese Enzyme benötigen als Cofaktoren die Spurenelemente Zink, Mangan und Selen sowie Kupfer und Eisen.

Auf zwei wichtige Mikronährstoffe, die noch nicht allzu lange in den Fokus bei Morbus Crohn gerückt sind, soll hier noch hingewiesen werden. Das ist zum einen Lecithin, ein Eiweißstoff, der u. a. zur Herstellung von Botenstoffen benötigt wird. Lecithin ist aber auch ein wichtiger Bestandteil der Darmschleimhaut. Erste in Deutschland durchgeführte Untersuchungen haben ermutigende Ergebnisse mit der Einnahme von Lecithin bei aktivem Morbus Crohn gezeigt29.

 

L-Carnitin und sekundäre Pflanzenstoffe gegen Entzündung und Komplikationen

Des Weiteren wurde in den letzten Jahren auch erkannt, dass mit Mikronährstoffen zahlreiche Komplikationen von Morbus Crohn verhindert werden können. Besonders gefürchtet ist eine Beteiligung des Herzens. So kann ein Mangel an Carnitin zu einer fortschreitenden Herzschwäche bei Morbus-Crohn-Patienten führen30. Außerdem zeigt Carnitin auch noch deutliche Wirkungen gegen die Darmentzündung selbst31.

 

Sekundäre Pflanzenstoffe haben ähnliche Effekte. So wurden erst 2016 die positiven Auswirkungen von Curcumin bei Kindern und Erwachsenen mit Morbus Crohn festgestellt18,32. Auch für Polyphenole aus Beeren, Trauben und grünem Tee wurden diese Ergebnisse entdeckt. Das Besondere an diesen pflanzlichen Mikronährstoffen ist, dass sie sich in höherer Konzentration mehr in den Darmzellen anreichern als in jedem anderen Gewebe des Körpers33.

 

Omega-3-Fettsäuren gegen Entzündungen

Ein gutes, natürliches Mikronährstoffprodukt enthält aber nicht nur Vitamine, Spurenelemente und unterschiedliche sekundäre Pflanzenstoffe, auch Omega-3-Fettsäuren sollten enthalten sein. Gerade für letztere gibt es eine Reihe von Studien, die deren Wirkung gegen Entzündungen bestätigen.

Omega-3-Fettsäuren sind wichtige Gegenspieler zu den heute in der Ernährung dominierenden tierischen Fetten. Während die in den tierischen Fetten überwiegend gesättigten Fette die Bildung von Entzündungsbotenstoffen stimulieren, hemmen Omega-3-Fettsäuren diesen Stoffwechselprozess und helfen so Entzündungen im Körper zu reduzieren34. Übrigens zeigen neue Studien, dass emulgierte Omega-3-Fettsäuren in einem komplexen Mikronährstoffprodukt in Saftform besser aufgenommen werden als die üblichen Omega-3-Kapseln35.

Hinweis

Natürliche Mikronährstoffmischung

In der modernen Mikronährstofftherapie bevorzugt man heute deshalb als Basisunterstützung bei Morbus Crohn eine moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischung mit Vitaminen, Spurenelementen, pflanzlichen Ölen und sekundären Pflanzenstoffen. Die genannten Studien zeigen, dass vor allem für natürliche Mikronährstoffmischungen ein positiver Effekt bei der Linderung der Symptome zu erwarten ist.

Lebensstil

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Lebensstil in der Übersicht

  • Stressbewältigung verbessert die Lebensqualität und senkt die Entzündungsaktivität.
  • Regelmäßige Bewegung baut Stress ab und verringert den Medikamentenbedarf.
  • Ausreichend Schlaf ist gut für Regeneration und den Abbau von Entzündungen.

Bewegung und Entspannung

Ernährung und Mikronährstoffe sind essentielle Grundpfeiler bei der Behandlung eines Morbus Crohn. Doch auch die Lebensweise und -einstellung kann erheblichen Einfluss auf die Symptomatik haben.

 

So senkt regelmäßige sportliche Betätigung das Darmkrebsrisiko bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen um die Hälfte36. Auch bei gesunden Personen sind die stresslindernden und antidepressiven Effekte des Sports wohlbekannt. Natürlich sind diese Vorteile speziell für Morbus Crohn-Patienten wichtig, da diese typischerweise über höhere Stresslevel berichten als der Durchschnitt der Bevölkerung37.

 

Der Arzt Dr. Meller führte für seine Doktorarbeit mit dem Thema „Sporttherapeutische Maßnahmen bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen“ eine Untersuchung in einem Reha-Zentrum durch. Dabei bot er einer Gruppe von Patienten mit chronischer Darmentzündung ein moderates, auf die Patienten zugeschnittenes Bewegungstraining an, das verschiedene Sportarten wie Fahrradergometrie, Aquajogging und Walking beinhaltete. Eine zweite Gruppe von Patienten erhielt dagegen ausschließlich Entspannungsmaßnahmen. Meller konnte zeigen, dass sich in der Sportgruppe der Bedarf an Medikamenten (z. B. Cortison) signifikant reduzierte, dass die Patienten eine verbesserte Körperwahrnehmung und einen verbesserten Allgemeinzustand besaßen, dass sie weniger Ängste und Depressionen hatten und sich ihre Arbeitsfähigkeit steigerte38.

 

Obwohl der Effekt von Entspannungsverfahrungen auf Morbus Crohn noch nicht endgültig geklärt ist, machen diese zumindest für das allgemeine Wohlbefinden auf jeden Fall Sinn39. Auch in diversen wissenschaftlichen Arbeiten werden immer wieder die Anwendung von autogenem Training, progressiver Muskelentspannung oder Yoga empfohlen40.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Hier eine Buch-Empfehlung, um dieser Thematik noch tiefer auf den Grund zu gehen:


 

Schlaf und Darmentzündung

Entspannung und Schlaf sind ebenfalls eng verwandt. Auch hier haben sich in den letzten Jahrzehnten die Erkenntnisse vervielfacht. So ist mittlerweile bekannt, dass Schlafstörungen die Neigung zu Entzündungserkrankungen erhöhen41, die Regeneration stören42 und das Immunsystem schwächen43.

Gerade bei Morbus Crohn scheinen Schlafstörungen die Neigung zu akuten Schüben deutlich zu erhöhen44.

 

Im Schlaf erholt und regeneriert sich der Körper, die Zellerneuerung läuft auf Hochtouren, der Geist kommt zur Ruhe, und wir verarbeiten die Erlebnisse des Tags. Ein chronischer Schlafmangel verursacht im Körper ähnliche Beschwerden wie langanhaltender Stress.

Während des Nachtschlafes werden sehr starke, körpereigene Entzündungshemmer produziert, die zusammen mit dem Melatonin, dem sogenannten Schlafhormon, unsere Regeneration bestimmen. Da der Melatoninspiegel mit dem Alter abnimmt, ist oft Schlafmangel die Folge. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der Darm etwa 400-mal mehr Melatonin enthält als das Gehirn.

Für einen höheren Melatoninspiegel und damit für ausreichend Schlaf zu sorgen kann entsprechend positiven Einfluss auf das Krankheitsgeschehen bei M. Crohn nehmen45.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Es kann also durchaus sinnvoll sein, mit einem natürlichen Produkt den Melatonin-Spiegel anzuheben:


 

Tipps

Förderlich für einen guten Schlaf

  • ab dem Nachmittag keine koffeinhaltigen Getränke wie Kaffee oder Colagetränke trinken
  • leicht verdauliche Kost am Abend, möglichst ohne Kohlenhydrate
  • mäßiger Sport am Abend, möglichst keine aufputschenden Workouts
  • mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen Handy, Computer und Fernseher aus – das blaue Kunstlicht stört die Melatoninbildung
  • den Schlafraum komplett abdunkeln, um Lichtquellen zu vermeiden, die die Melatoninproduktion stören könnten
  • das Schlafzimmer gut lüften
  • Einschlafrituale schaffen wie ruhige Musik hören, eine Tasse Kräutertee trinken, ein Buch lesen
  • störende oder kreisende Gedanken aufschreiben, um den Geist zur Ruhe zu bringen – am nächsten Tag ist noch genug Zeit, um sich damit zu beschäftigen

Konventionelle Therapie

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Konventionelle Therapie in der Übersicht

  • Medikamente sollen vor allem den akuten Schub bekämpfen und eine Remission herbeiführen/erhalten
  • oft werden medikamentöse Kombinationen eingesetzt
  • Rate der unerwünschten Wirkungen ist oft hoch
  • Operationen sind oft nicht zu umgehen

Je nach Krankheitsstadium (akuter Schub oder Erhaltungstherapie in der Remission) und der Lokalisation der Entzündungsherde werden verschiedene Medikamente eingesetzt.

 

5-ASA

5-Aminosalicylsäure ist eine entzündungshemmende Substanz, die meist in ihrer Vorstufe als Mesalazin verordnet wird. Mesalazin wird sowohl bei leichten bis mittelschweren Schüben eingesetzt als auch zur Erhaltungstherapie. Die Erhaltungstherapie sollte laut aktuellen Empfehlungen der S3-Leitline mindestens 2 Jahre nach Abklingen der Symptome weitergeführt werden. Diese Behandlung dient dazu, weitere Schübe hinauszuzögern und den beschwerdefreien Zustand möglichst lange zu erhalten.

Ein älteres Medikament dieser Gruppe ist Sulfasalazin, das aber aufgrund seiner häufigen Nebenwirkungen nur noch wenig angewendet wird.

Nebenwirkungen, die bei diesen Medikamenten häufig vorkommen sind:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfälle
  • Juckreiz
  • Blutbildungsstörungen
  • Spermienrückgang
  • gelegentlich: Entzündungen von Lunge, Bauchspeicheldrüse oder Niere

 

Schwere Nebenwirkungen sind bei Mesalazin selten.

 

Glukokortikoide

Die meist als Kortison bezeichneten Wirkstoffe unterdrücken das Immunsystem. Sie werden bei schweren Schüben zur Morbus-Crohn-Therapie eingesetzt, oder wenn Mesalazin nicht wirkt. Auch wenn die Entzündungsherde außerhalb des Darmes liegen, wenn beispielsweise der Magen oder die Speiseröhre betroffen sind, wird vorzugsweise Kortison verordnet. Aufgrund des hohen Nebenwirkungspotentials werden sie nicht für eine langfristige Therapie wie eine Erhaltungstherapie empfohlen.

 

Immunsuppressiva

Immunsuppressiva wie Azathioprin oder Methotrexat sollen das Immunsystem noch weiter herunterfahren als Kortison. Sie werden eingesetzt bei schweren Schüben, vor allem wenn Kortison nicht ausreichend wirkt. Auch sie haben ein umfangreiches Nebenwirkungsprofil und sollen deshalb nicht langfristig eingesetzt werden.

 

Biologika

Dieser Begriff ist leider irreführend, den Biologika haben nichts mit „bio“ oder „natürlich“ zu tun. Bei Biologika handelt es sich um biotechnologisch hergestellte Wirkstoffe. Sie greifen relativ gezielt in einzelne Stoffwechselvorgänge im Körper ein. Hierzu zählen zum Beispiel die TNF-Antikörper, die sich gegen den Entzündungsbotenstoff TNF-alpha richten.

Auch diese Medikamente haben ein schlechtes Nebenwirkungsprofil. Der am häufigsten eingesetzte Wirkstoff Infliximab löst zudem oft allergische Reaktionen aus.

An dieser Stelle ist es interessant zu erwähnen, dass es auch zahlreiche „echte Biologika“ gibt, die ganz ähnliche Wirkungen, aber keine Nebenwirkungen haben. So wurden u. a. von Kurkuma46, Pfeffer47 und dem Grün-Tee-Inhaltsstoff EGCG und ähnlichen Stoffen im Kakao48 ebenfalls anti-TNF-Wirkungen nachgewiesen.

 

Perianale oder fistelbildende Crohn-Krankheit

Diese komplexe Situation erfordert oft eine Kombination von medikamentöser Behandlung mit antibiotisch wirkenden Medikamenten und einer Operation. Dabei werden die Abszesse und Fisteln oft chirurgisch drainiert und dann mit Antibiotika nachbehandelt. Manchmal kommen auch Biologika zum Einsatz.

 

Chirurgische Behandlung

Fast zwei Drittel der Patienten benötigen im Laufe der Erkrankung eine Operation. Gründe für einen chirurgischen Eingriff können sein:

  • Fisteln
  • Abszesse
  • perianale Erkrankung
  • Darmperforation
  • kein Ansprechen auf medikamentöse Behandlung
  • Strikturen und Verwachsungen
  • starke Darmblutung
  • maligne Entartung

 

Bei Strikturen und Verwachsungen kommt auch eine endoskopische Aufdehnung der Engstelle als Alternative zur OP in Frage.

Ganzheitliche Therapie

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Ganzheitliche Therapie in der Übersicht

  • Darmsanierung stärkt alle Schleimhäute und ist eine Therapie gegen die Grundursachen von Morbus Crohn
  • Phytotherapie: Weihrauch hat nachgewiesene Wirkungen gegen Entzündungen
  • TCM: Akupunktur und Moxibustion (Moxa-Therapie) zeigen gute Wirkung
  • medizinisches Cannabis

Darmsanierung

Die Darmflora spielt für die Gesundheit des Darmes eine herausragende Rolle. Eine Therapie mit Darmbakterien hat sich in verschiedenen Studien als vorteilhaft erwiesen. Die Wirksamkeit von E. coli Nissle in einer Dosierung von zweimal 100 mg täglich wurde in der Erhaltungstherapie bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen in kontrollierten Studien belegt49.

Die eingenommenen Darmbakterien produzieren die wichtigen kurzkettigen Fettsäuren. Diese kurzkettigen Fettsäuren ernähren die Zellen der Schleimhaut und die Darmschleimhaut stabilisiert sich. Ihre antientzündlichen Effekte und ihre stärkende Wirkung auf das Immunsystem wirken ebenfalls positiv auf die erkrankte Darmschleimhaut. Auch schleimhautschädigende Erreger können so bekämpft werden.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Es gibt zahlreiche Präparate und Methoden zur Darmsanierung. Hier unser Tipp für ein durch Studien belegtes Produkt, welches sich auch durch ein einfaches Anwendungsverfahren auszeichnet:


 

Phytotherapie

 

Weihrauch

Weihrauch-Präparate (Boswellia serrata) bieten ebenfalls guten Grund zur Hoffnung. Weihrauch hat in verschiedenen Studien schon seine hervorragenden anti-entzündlichen Wirkungen bewiesen50. Die Wirkung wurde sogar mit der Stärke von Kortisonpräparaten gleichgesetzt, bei deutlich weniger Nebenwirkungen51.

Seine Wirkung wurde u. a. auch bei der verwandten Krankheit Colitis ulcerosa nachgewiesen. In einer Studie mit 30 Teilnehmern mit Colitis ulcerosa erhielten 20 Teilnehmer ein Weihrauchpräparat (3×300 mg am Tag über 6 Wochen). Die 10 anderen erhielten das Standardmedikament Sulfasalazin (3×1 mg am Tag über 6 Wochen). Am Ende der Studie wurde die weihrauchbasierte Therapie als ungewöhnlich effektiv eingeschätzt, da 18 von 20 Teilnehmern (90%) eine Verbesserung der Symptomatik hatten. Und das bei nur minimalen Nebenwirkungen. In der Gruppe mit dem Standardmedikament zeigten nur 60% der Teilnehmer ähnliche Verbesserungen52.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Ein vergleichbares Produkt wie in der erwähnten Studie finden Sie hier. Dieses Produkt nützt gleich vier pflanzliche Entzündungshemmer und ist eine der Top-Empfehlungen des Teams:


 

Kurkuma

Kurkuma hat – wie im Kapitel Ernährung schon gezeigt – einige positive Wirkungen bei Morbus Crohn. Es gibt mittlerweile viele gute Produkte auf dem Markt, die einzeln oder in Kombination mit anderen antientzündlichen Substanzen nachgewiesene Wirkung zeigen und dabei keine Nebenwirkungen haben.

Studien zeigen, dass eine Remission beschleunigt wird und Entzündungen rasch abheilen.53

 

 

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM): Akupunktur und Moxa-Therapie

Das wissenschaftliche Wissen zu den Wirkungen der Akupunktur hat in den letzten Jahren stark zugenommen. So gibt es auch zahlreiche Studien zur Wirksamkeit von Akupunktur bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen54. Die Studien deuten darauf hin, dass die Wirkungen der Akupunktur sich durch eine zusätzliche Moxa-Therapie (Erwärmung von Meridianpunkten durch Abbrennen von Beifußkraut, sog. Moxa-Stäbchen) verstärken lässt55. Akupunktur wirkt sich positiv auf die Krankheitsaktivität und die Entzündungsaktivität bei M. Crohn aus. Zu den nachgewiesenen Wirkungen der Akupunktur zählen u. a.:

  • positiver Einfluss auf die Darmflora
  • Verbesserung der entspannenden Vagus-Aktivität
  • Verbesserung der Darm-Barriere-Funktion (Leaky-Gut-Syndrom)
  • Verbesserung von Störungen der Darmbewegungen
  • Reduktion von Depression und Ängstlichkeit
  • Schmerzreduktion

 

Medizinisches Cannabis

Auch die Forschung zu den Wirkungen von medizinischem Cannabis hat in den letzten Jahren stark zugenommen. In den USA ist Cannabis für medizinische Zwecke bereits in 29 Bundesstaaten zugelassen. Auch in Deutschland kann Cannabis seit 2018 für Schwerkranke verordnet werden.

Es gibt auch zu chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen einige Studien zu den positiven Wirkungen von Marihuana. Die Studien deuten darauf hin, dass sich allgemein die Lebensqualität, das soziale Leben und die Arbeitsfähigkeit verbessern. Auch die Menge an benötigtem Kortison und Immunsuppressiva geht zurück56. Als Beispiel soll hier eine kleine prospektive Studie mit 21 Patienten erwähnt werden57. Alle Teilnehmer hatten sehr hohe Scores ihrer Darmentzündungsaktivität. Bei allen Patienten hatte eine intensive klassische Therapie mit Kortison, Immunsuppressiva oder TNF-Antikörpern nicht angeschlagen.

Sie erhielten zweimal täglich eine Zigarette mit Marihuana-Blüten (THC-Gehalt war 115 mg). Nach 8 Wochen wurde bei 5 der 11 Cannabis-Patienten eine komplette Remission erreicht (Placebo: einer von 10) und der Entzündungsscore sank bei 10 der 11 Teilnehmer um mehr als 100 Punkte (Placebo 4 von 10).

 

 

 

Checkliste

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei Morbus Crohn

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich und Ihre Angehörigen so gut wie möglich über Ihre Erkrankung.
  • Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patienten und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Gesunde Ernährung: anti-entzündlich, überwiegend pflanzlich, viel „Bio“, weniger Kohlenhydrate, gesunde Fette (Seefisch und pflanzliche Öle), viele Kräuter und Gewürze wie Kurkuma und Pfeffer
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf Ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei Morbus Crohn stehen alle Mikronährstoffe im Fokus – eine Breitbandversorgung ist daher unerlässlich. Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.
  • Bewegung – mäßig und regelmäßig, stärkt das Immunsystem, verringert Entzündungen und Stress und verbessert das psychische Befinden.
  • Stress abbauen: Nützen Sie die verschiedenen Möglichkeiten, um Stress abzubauen wie Entspannungstechniken, „Weniger-ist-mehr“ im Alltag usw. – der Darm reagiert sehr empfindlich auf zu viel Stress.
  • Heilpflanzen wirken gut und sind sicher, z. B. Weihrauch, Kurkuma und auch medizinisches Cannabis.
  • Darmsanierung setzt bei den Grundursachen bei Morbus Crohn an und zählt zu den wichtigsten Maßnahmen

Quellenangaben

1 Jacobsen B.A. et al.: Increase in incidence and prevalence of inflammatory bowel disease in northern Denmark: a population-based study, 1978-2002. Eur J Gastroenterol Hepatol. 2006 Jun;18(6):601-6. doi: 10.1097/00042737-200606000-00005.

2  Ng S.C. et al.: Worldwide incidence and prevalence of inflammatory bowel disease in the 21st century: a systematic review of population-based studies. Lancet. 2017 Dec 23;390(10114):2769-2778. doi: 10.1016/S0140-6736(17)32448-0.

3 Yu L.C.: Microbiota dysbiosis and barrier dysfunction in inflammatory bowel disease and colorectal cancers: exploring a common ground hypothesis. J Biomed Sci. 2018 Nov 9;25(1):79. doi: 10.1186/s12929-018-0483-8.

4 Hawrelak J.A., Myers S.P.: The causes of intestinal dysbiosis: a review. Altern Med Rev. 2004 Jun;9(2):180-97

5 Fessler B.: Antibiotika bei CED in der Diskussion. CME 2011(12): S. 48

6 Spehlmann M.E. et al.: Risk factors in German twins with inflammatory bowel disease: Results of a questionnaire-based survey. J Crohns Colitis. 2012(1): S. 29-42

7 Mahid S.S. et al.: Active and passive smoking in childhood is related to the development of inflammatory bowel disease. Inflamm Bowel Dis. 2007(4): S. 431-438

8 Forsyth C.B. et al.: Role of snail activation in alcohol-induced iNOS-mediated disruption of intestinal epithelial cell permeability. Alcohol Clin Exp Res. 2011(9): S. 1635-1643

9 Stiefelhagen P.: Warum der Crohn keinen Kaffee-Weißer mag. CME 2011(9): S. 22

10 Riedle S. et al.: Pro-inflammatory adjuvant properties of pigment-grade titanium dioxide particles are augmented by a genotype that potentiates interleukin 1β processing. Part Fibre Toxicol. 2017 Dec 8;14(1):51. doi: 10.1186/s12989-017-0232-2.

11 Ortizo R. et al.: Exposure to oral contraceptives increases the risk for development of inflammatory bowel disease: a meta-analysis of case-controlled and cohort studies. Eur J Gastroenterol Hepatol. 2017 Sep;29(9):1064-1070. doi: 10.1097/MEG.0000000000000915.

12 http://www.ibdclinic.ca/media/uploads/harvey_bradshaw_index_09_2016.pdf

13 Wilkins T, Jarvis K, Patel J. Diagnosis and management of Crohn’s disease. Am Fam Physician. 2011;84(12):1366.

14 Limdi J.K.: Dietary practices and inflammatory bowel disease. Indian J Gastroenterol. 2018 Sep 12. doi: 10.1007/s12664-018-0890-5.

15 Spehlmann M.E. et al.: Risk factors in German twins with inflammatory bowel disease: Results of a questionnaire-based survey. J Crohns Colitis. 2012(1): S. 29-42

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