Wie motivieren Sie sich richtig?

Fällt es Ihnen auch manchmal schwer, sich selbst zu motivieren? Kennen Sie das Gefühl Ihr Leben am Liebsten in bestimmten Bereichen von Grund auf ändern zu wollen aber keine Idee zu haben, womit man nur anfangen soll? Dann sind Sie hier genau richtig. Denn es gibt einige Tipps und Tricks, die Ihnen helfen, mehr Motivation in Ihr Leben zu integrieren. Egal ob Sie mehr Sport machen, sich gesünder ernähren oder das Rauchen aufhören wollen. Meist geht es darum eine positivere, bessere Haltung dem Leben gegenüber einzunehmen und sich weiterzuentwickeln. Eine Verbesserung, die Ihnen mehr Lebensqualität bringen soll und Ihnen helfen kann, sich wohler zu fühlen und entspannter durchs Leben zu gehen. Wie können Sie am besten mit Rückschlägen umgehen und wo können Sie sich Hilfe holen, wenn Sie nicht mehr weiterwissen? All diesen Fragen möchten wir zusammen mit Ihnen auf den Grund gehen und Ihnen ein paar Hilfestellungen für Ihr motiviertes Leben geben.

 

Folgende 10 Tipps sollen Sie auf Ihrem Weg zu mehr Motivation unterstützen:

  • Tipp 1: Machen Sie sich bewusst, ob Sie die Veränderung wirklich wollen
  • Tipp 2: Setzen Sie sich mit dem Worst-Case-Szenario auseinander
  • Tipp 3: Nutzen Sie Ihre ganz eigenen Antriebsfaktoren für Ihre Motivation
  • Tipp 4: Malen Sie sich Ihr Ziel in den schönsten Farben aus
  • Tipp 5: Achten Sie auf Ihre inneren Programme
  • Tipp 6: Motivieren Sie sich durch geplante Belohnungen
  • Tipp 7: Setzen Sie sich bewusst Termine für Ihr Ziel
  • Tipp 8: Erstellen Sie eine minimale To-Do-Liste für den Tag
  • Tipp 9: Loben Sie sich selbst!
  • Tipp 10: Planen Sie Rückschläge von vorneherein ein
Stein wird einen Hügel hinaufgerollt

Isabel Mittmann - Ernährungsberaterin und Medizinredakteurin

Experte/Expertin:

Isabel Mittmann

Ernährungsberaterin und Medizinredakteurin

Letzte Aktualisierung: 27. Januar 2021

Tipp 1: Machen Sie sich bewusst, ob Sie die Veränderung wirklich wollen

Bevor Sie mit der Umsetzung Ihrer Idee beginnen, nehmen Sie sich einmal ganz in Ruhe Zeit und fühlen Sie in sich hinein. Seien Sie dabei ganz ehrlich zu sich selbst. Sind Sie bereit diese Veränderung in Ihrem Leben anzugehen oder ist es vielleicht noch etwas zu früh, weil Sie z. B. momentan noch nicht genug Zeit dafür aufbringen könnten (regelmäßige Sporteinheiten) oder noch nicht überzeugt genug sind und rückfällig werden könnten (z. B. das Rauchen aufzuhören)? Denn dann ist der richtige Zeitpunkt vielleicht noch nicht gekommen. Vielleicht hilft es aber auch klein zu beginnen und erst mal langsam loszulegen und der Veränderung von vorneherein mehr Zeit einzuräumen. Denn gute Veränderungen brauchen Ihre Zeit und können nicht von heute auf morgen entstehen. Üben Sie sich daher in Geduld und Gelassenheit. Wenn Ihre Antwort aber ein bewusstes „Ja“ ist, dann gehen Sie es an.

Tipp 2: Setzen Sie sich mit dem Worst-Case-Szenario auseinander

Was wäre das Schlimmste, was Ihnen passieren könnte? Wie möchten Sie auf keinen Fall werden? Hat es z. B. gesundheitliche Folgen, wenn Sie nichts in Ihrem Leben ändern oder würde Sie die derzeitige Situation auf Dauer nur unglücklich machen (z. B. Trennung vom Partner oder Kündigung der Arbeitsstelle)? Sicher spüren Sie innerlich, dass sich Ihr ganzes Wesen davor sträubt, so weiter zu machen wie bisher, weil Ihnen die Folgen völlig klar sind. Nutzen Sie dieses Wissen, sich von der derzeitigen Situation zu distanzieren und nehmen Sie dies als Ihren innerlichen Motivator.

Tipp 3: Nutzen Sie Ihre ganz eigenen Antriebsfaktoren für Ihre Motivation

Warum wollen Sie die Veränderung? Was treibt Sie an? Wollen Sie z. B. ein bisschen mehr so sein wie Ihr Vorbild? Ist es die Anerkennung und Bestätigung des Umfelds? Freuen Sie sich z. B. bereits darauf, Freunden und Kollegen davon zu berichten, endlich rauchfrei durchs Leben zu gehen? Oder ist es das Gefühl, mit Stolz erfüllt zu sein, weil man sich endlich wieder wohler im eigenen Körper fühlt und den inneren Schweinehund überwunden hat? Egal, was Ihr persönlicher Faktor ist, jeder von uns hat bestimmte Dinge, die uns motivieren oder auch demotivieren. Machen Sie sich bewusst, was Ihr ganz persönlicher Antrieb ist und erinnern Sie sich daran, wenn Ihnen gerade die Motivation fehlt. Machen Sie sich bewusst, dass Sie selbst in der Hand haben, wie Sie Ihrem Ziel näherkommen wollen. Hören Sie auf Ihre Bedürfnisse und arbeiten Sie nie gegen sich, so haben Sie das Ruder immer selbst in der Hand.

Tipp 4: Malen Sie sich Ihr Ziel in den schönsten Farben aus

Ein sehr mächtiges Werkzeug für die Eigenmotivation ist es auch, sich die Aufgabe oder das Ziel in den schönsten Farben auszumalen. Sich genau vorzustellen, wie man sich fühlen, aussehen und empfinden möchte. Wie wird sich der Moment anfühlen, wenn man nach Monaten der Anstrengung endlich mit Stolz erfüllt zurückblickt und kaum glauben kann, was man geschafft hat? Positive Visualisierungen helfen unglaublich sich zu motivieren. Dabei sollten Sie aber nicht vergessen, auch mögliche Rückschläge einzuplanen. Es wird Hindernisse auf dem Weg zum Ziel geben. Wenn diese aber von vorneherein einkalkuliert werden, fühlt es sich nur halb so schwer an, weil man sich bereits innerlich darauf vorbereitet hat.
Es ist erwiesen, dass Menschen die Hürden bewusst einplanen, nicht so schnell aufgeben und motivierter an die Sache herangehen als die Vergleichsgruppe.

Tipp 5: Achten Sie auf Ihre inneren Programme

Wir alle haben bestimmte Denk- und Verhaltensmuster in uns, die seit Kindestagen immer gleich ablaufen. So z. B. die Art und Weise mit uns selbst zu sprechen. Meist sind wir dabei alles andere als „nett“ zu uns selbst. Seien Sie deshalb nicht zu hart zu sich. Sprechen Sie positiv mit sich, denn so konzentrieren Sie sich automatisch darauf, die Aufgabe bewältigen zu können. Wenn Sie im Gegenzug denken oder aussprechen „Du schaffst das nie!“, dann besteht die Chance verfrüht aufzugeben. Räumen Sie sich selbst also die größtmögliche Chance ein und reden Sie sich ganz bewusst ein, dass Sie das Vorhaben in jedem Fall schaffen werden. Auch wenn Sie anfangs nicht daran glauben und sich diese Selbstgespräche und Gedanken komisch anfühlen, Ihr Unterbewusstsein wird diese positive Herangehensweise mit der Zeit annehmen und Sie mit Kräften unterstützen. Eine Alternative ist es, alle Negativgedanken auf ein Blatt Papier zu schreiben und anschließend zu zerreißen oder zu verbrennen. Das symbolisiert, dass ein Aufgeben nicht in Frage kommt. Zudem wirkt dieses Ritual sehr reinigend und stärkend für das eigene Selbstbewusstsein.

Tipp 6: Motivieren Sie sich durch geplante Belohnungen

Vielleicht hilft es Ihnen auch, sich mit entsprechenden Belohnungen zu motivieren. Denn schon als Kinder lernen wir, dass man eine bestimmte Belohnung erhält, wenn man in anderen Bereichen Durchhaltevermögen bewiesen hat. Belohnen Sie sich also selbst, für die Erfüllung bestimmter Aufgaben. Haben Sie es z. B. geschafft, Ihr Arbeitspaket bis zur Deadline zu erledigen, dann gönnen Sie sich am darauffolgenden Wochenende einen wohltuenden Wellnesstag in Ihrer Lieblingstherme? Oder aber kaufen Sie sich ein bestimmtes Lieblingsstück, dass Sie schon lange besitzen wollten? Seien Sie dabei aber immer ehrlich zu sich. Denn Versprechungen – vor allem auch sich selbst gegenüber – müssen eingehalten werden. Denn das hätte ansonsten negative Auswirkungen auf Ihr inneres Kind, sowie Ihr Selbstvertrauen.

Tipp 7: Setzen Sie sich bewusst Termine für Ihr Ziel

Gehören Sie auch zu den Menschen, die nur unter Drucksituationen gut arbeiten können? Dann nutzen Sie dies als Motivation. Setzen Sie sich also für die Erfüllung Ihrer Aufgaben oder Ihr geplantes Ziel feste Termine, bis wann Sie welche Pakete oder welche Ziele erreicht haben wollen. Auch diese Termine, sollten wie im Job, eingehalten werden. Tragen Sie die Termine in Ihrem Kalender, Notizbuch oder Mobiltelefon ein, das schafft eine Verbindlichkeit. Kommunizieren Sie diese Ziele, so müssen Sie am Ball bleiben. Bei großen Zielen wäre es sinnvoll diese in kleinere realistische Teilziele zu unterteilen, um einer Überforderung zu verhindern und motiviert zu bleiben. Achten Sie darauf, auch mögliche Zeiträuber einzuplanen, also z. B. einen Puffer einzubauen, denn es wird nicht immer so ablaufen wie gedacht.

Tipp 8: Erstellen Sie eine minimale To-Do-Liste für den Tag

Erstellen Sie schon morgens bei Ihrem Kaffee oder Tee einen kleinen Plan, welche Aufgaben Sie am heutigen Tag in jedem Fall erledigt haben möchten, um abends zufrieden mit sich sein zu können. Vermerken Sie also täglich mindestens 3 wichtige To-Do´s die nach Erledigung durchgestrichen werden dürfen. Dies schafft Entspannung und gibt Struktur. Außerdem wird durch das Durchstreichen auch visuell erkennbar, wie viel Sie schon geschafft haben. Sie können diese To-Do´s auch in einen konkreten Plan mit Zeitangaben verwandeln (bitte Puffer einplanen). Versuchen Sie möglichst unangenehme Aufgaben so früh wie möglich am Tag zu erledigen. Planen Sie in jedem Fall nur so viele To-Do´s, wie Sie realistisch schaffen können.

Tipp 9: Loben Sie sich selbst!

Wir alle brauchen Aufmerksamkeit und Selbstbestätigung, wenn wir eine Sache gut gemeistert haben. Bekommen wir diese nicht, leidet darunter auch die Motivation uns weiter anzustrengen. Also müssen wir von selbst dafür sorgen, uns die nötige Anerkennung und Wertschätzung entgegen zu bringen. Loben Sie sich deshalb so oft wie möglich. Seien Sie stolz auf sich und lassen Sie diese positiven Gefühle sich selbst gegenüber zu. Oftmals denken wir „Ach das war ja noch gar nichts…“. Aber dem ist nicht so. Sehen Sie auch die kleinen Schritte, die Sie bereits gegangen sind. Es ist nicht die Größe der Schritte, die wir machen, sondern die Anzahl, die uns irgendwann an unser Ziel bringt. Wenn Sie Ihre erledigten Aufgaben und bereits gemachten Schritte positiv bewerten, werden Sie im weiteren Verlauf mehr Lust haben, sich anzustrengen und weiter zu machen. So verbinden Sie etwas Schönes damit und stärken sich. Denn es ist nicht wichtig, was andere Personen zu Ihrem Fortschritt sagen, die Hauptsache ist, dass Sie mit sich zufrieden sind.

Tipp 10: Planen Sie Rückschläge ein

Es gibt Sie leider auch: diese Tage, an denen scheinbar nichts hilft, wir uns nicht richtig motivieren können und einfach nur vor dem PC oder am Arbeitsplatz sitzen und offenbar nichts zu Stande bringen, die Tage, an denen wir uns absolut nicht aufraffen können spazieren zu gehen oder uns in die Küche zu stellen und gesund zu kochen. An diesen Tagen sollten Sie sich bewusst erlauben, eine Pause einzulegen. Machen Sie Schluss mit dem innerlichen Druck, etwas schaffen zu müssen. Hören Sie auf Ihren Körper und gönnen Sie sich Ruhe. Nehmen Sie sich für den Rest des Tages frei oder suchen anderweitig Entspannung. Diese Auszeit dürfen Sie dann auch in vollen Zügen genießen, ohne schlechtes Gewissen. So werden Sie automatisch wieder motivierter sein, Ihre Aufgaben und Ziele in den nächsten Tagen erneut mit Kraft und Elan anzugehen.

Hilfe

Manchmal fällt es uns auch schwer, den Weg allein zu gehen. Dann macht es Sinn sich Hilfe zu holen. Dieses können zum einen Freunde und Familie sein, aber auch ein externer Coach oder eine psychologische Beratung können eine gute Unterstützung bieten. Oftmals braucht es hier nur ein paar Gespräche, um klarer zu sehen und seine Ziele besser definieren zu können. Scheuen Sie sich in keinem Fall, nach außen zu gehen und kommunizieren Sie offen, dass Sie eine Veränderung in Ihrem Leben angehen möchten.

Ein paar Worte noch

Natürlich gibt es noch eine Vielzahl weiterer Tipps und Tricks. Egal wie viele Vorschläge sie zum Thema Motivation lesen. Das Wichtigste ist es in jedem Falle, die für Sie wirksamen Motivatoren herauszufinden. Es gibt Dinge, die manche Menschen antreiben, für andere aber absolut unwichtig sind. So müssen wir alle herausfinden, was für uns ganz persönlich funktioniert und was eher weniger. Es heißt also in sich hinein zu fühlen und sich selbst zu spüren und die eigenen Bedürfnisse wahr- und anzunehmen. Hier kann auch etwas mehr Achtsamkeit helfen. Denn sobald man einmal für sich herausgefunden hat, was einen selbst motiviert und was nicht, können wir lernen, dies für unsere Zielerreichung einzusetzen. So können wir behutsam und motiviert voranschreiten, ohne zu viel Druck oder uns zu sehr über Rückschläge und Antriebslosigkeit zu ärgern, denn wie immer gilt: „Der Weg ist das Ziel!“ und ist es doch viel wichtiger, sich überhaupt auf den Weg zu begeben, als gar nicht erst anzufangen.