Multiple Sklerose – Ursache, Symptome und integrative Therapie

Bei der Multiplen Sklerose (MS) zerstört das Immunsystem die Isolierschicht der Nervenzellen – das kann eine Vielzahl an verschiedenen Symptomen auslösen, die Sie im Verlauf immer mehr in Ihrer Lebensqualität einschränken können. Wir stellen Ihnen in diesem Artikel alles Wichtige rund um die Erkrankung Multiple Sklerose vor, mit besonderem Augenmerk auf alternativen Therapiekonzepten aus Naturheilkunde und Ernährungsmedizin – und was Sie selbst tun können, um den Verlauf Ihrer Erkrankung positiv zu beeinflussen.

Experte:

Corina Hajak

Prakt. Arzt, Experte für Humanmedizin

Letzte Aktualisierung: 19. August 2020

Multiple Sklerose – die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Was ist Multiple Sklerose? Autoimmunerkrankung, bei der das eigene Immunsystem die Mark-/Myelinscheiden des Zentralnervensystems zerstört. Typisches Erkrankungsalter: 20-40 Jahre, Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Mögliche Ursachen der Multiplen Sklerose sind Umweltfaktoren, Virusinfektionen, Vitamin-D-Mangel, Verschiebungen im Darm-Mikrobiom durch Ernährung und Stress
  • Symptome: Beschwerden und Funktionsstörungen treten häufig auf bei Empfindung, Koordination und Bewegung (Spastiken, Lähmungen), Sehen, Blasen- und Darmfunktion, sexuelle Probleme, Schlucken und Sprechen; Auftreten der Symptome in Schüben über mind. 24h; Uhthoff-Phänomen durch Hitze
  • Diagnose und Tests: neurologische Untersuchung und Krankheitsgeschichte, MRT, Untersuchung der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit, elektrophysiologische Tests
  • Prognose und Verlauf: Krankheit verläuft in Schüben oder chronisch fortschreitend, Prognose ist stark abhängig von Alter, Therapie und Verlaufsform
  • Therapie: Mikronährstoffe zur Stärkung der körpereigenen Kräfte
  • Empfohlene Ernährung:  Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollwertprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist.
  • Integrative Therapie: Ihre eigene Gesundheitskompetenz, Pflanzenheilkunde, Akupunktur, Logopädie, Ergotherapie, Sport und Bewegung, Psychotherapie
  • Medikamentöse Therapie: Klassisch wird die Multiple Sklerose durch etzündungshemmende Medikamente behandelt, häufig kortisonhaltige Präparate bei akuten Schüben und Immunsuppressiva (dämpfen das Immunsystem) als Basistherapie.
  • Checkliste und Empfehlungen bei Multipler Sklerose: Das können Sie selbst tun

Was ist Multiple Sklerose?

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Multiple Sklerose in der Übersicht

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung, die das ganze Gehirn und Rückenmark betreffen kann. MS verläuft in Schüben und der Krankheitsverlauf ist so unterschiedlich, dass die Diagnosestellung und Prognose oft sehr schwierig sind. MS ist die häufigste Erkrankung, die selbst bei jüngeren Menschen schon zu Behinderungen und Frühberentung führen kann. Die verschiedenen Therapien bei Multipler Sklerose versuchen die Symptome zu lindern und den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen.

Multiple Sklerose ist nicht vererbbar oder ansteckend und die Ursachen sind nicht abschließend geklärt. Einige Risikofaktoren werden jedoch mit einem höheren Erkrankungsrisiko assoziiert: Virusinfektionen, Vitamin-Mangel, Umweltfaktoren, Rauchen und eine ungesunde, einseitige typisch „westliche“ Ernährung, die unser Darm-Mikrobiom negativ beeinflusst.

Vorkommen und Auftreten

In Deutschland sind ca. 200.000 Menschen betroffen, 70 % sind Frauen. Das typische Erkrankungsalter liegt zwischen 20 und 40 Jahren. Die Symptome sind äußerst vielfältig und der Krankheitsverlauf ist individuell sehr verschieden. Die verschiedenen Therapien zielen v. a. darauf ab, die Schübe zu verhindern und das Fortschreiten so gut als möglich zu verlangsamen und die Lebensqualität aufrecht zu erhalten.

Die ersten Symptome treten typischerweise im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auf. Zunehmend sind jedoch auch Kinder und Jugendliche betroffen und Menschen über 45 Jahre. Wie bei vielen anderen Autoimmunerkrankungen (Rheumatoide Arthritis, Systemischer Lupus erythematodes) sind auch bei MS 70 % der Betroffenen Frauen.

 

Entstehung der Multiplen Sklerose

Multiple Sklerose (MS) gehört zu den chronisch-entzündlichen Autoimmunerkrankungen. Bei Autoimmunerkrankungen greift das Immunsystem körpereigene, gesunde Strukturen an. Bei MS werden die Markscheiden (elektrische Isolierungsschicht der Nervenzellen) des Zentralnervensystems angegriffen oder zerstört. Durch diese Isolierung können die Nervenimpulse normalerweise um ein Vielfaches schneller weitergeleitet werden. Die Zerstörung dieser Markscheiden schränkt die normale Funktion und Steuerung betroffener Bereiche ein. Meist gibt es verschiedene (multiple) Herde im Gehirn und wie nach dieser Verletzung des Nervengewebes bilden sich Narben (Sklerose). Zerstörte und vernarbte Gewebeherde verlieren im Verlauf ihre Funktionsfähigkeit – so entstehen Symptome wie Lähmungserscheinungen, fehlende Koordination von Muskeln und Störungen der Sinneswahrnehmungen. Multiple Sklerose ist eine Krankheit mit sehr unterschiedlichem Verlauf und die Symptome können individuell sehr stark variieren, sie wird deshalb auch die „Krankheit der 1000 Gesichter“ genannt.

 

Ursachen der Multiplen Sklerose

Multiple Sklerose ist nicht vererbbar (kann jedoch familiär gehäuft auftreten) und ist nicht ansteckend. Die genaue Ursache für Multiple Sklerose ist bis jetzt nicht geklärt, allerdings werden eine Reihe von Risikofaktoren mit der Entstehung assoziiert. Dazu gehören neben Umweltfaktoren, Virusinfektionen mit neurotropen Viren (Viren, die Nerven angreifen wie z. B. Herpesviren), Rauchen und der Vitamin-D-Mangel. Eine Studie aus Finnland zeigte, dass das Risiko, an einer MS zu erkranken mit nicht ausreichendem Vitamin-D-Spiegel 60 % höher war als bei gut versorgten Probandinnen (1). Auch die geografische Verteilung der Multiplen Sklerose zeigt: Je weiter vom Äquator und von einer ganzjährigen ausreichenden Vitamin-D-Versorgung entfernt, desto mehr Menschen erkranken an MS.

Rauchen steigert MS-Risiko ebenfalls deutlich und sollte möglichst bei einer Diagnose völlig eingeschränkt werden, um den Verlauf nicht negativ zu beeinflussen. (2)

Ausflug in die Wissenschaft

Darm-Mikrobiom und Multiple Sklerose

Experten gehen davon aus, dass bei MS wie auch bei Parkinson oder Depression die Ernährung und unser Darm-Mikrobiom eine Rolle sowohl bei der Entstehung als auch beim Fortschreiten der Erkrankung spielt. Darmbakterien ernähren sich von Bestandteilen unserer Nahrung und produzieren wiederum selbst Stoffwechselprodukte wie z. B. kurzkettige Fettsäuren, die mit unserem Immunsystem interagieren. Die Hypothese lautet: Durch die Umstellung der Ernährung sind bestimmte Krankheiten beeinflussbar, sowohl das Risiko für die Entstehung als auch der Verlauf. Bei MS sehen Wissenschaftler einen Zusammenhang mit der sog. Western diet, da die MS-Erkrankungen dort besonders häufig auftreten. Ein Beispiel ist Japan, wo zunehmend die typische gesunde japanische Küche durch die Western diet ersetzt wird und MS-Fälle seither deutlich zunehmen. (3)

 

Western diet: hochkalorisch, zuckerreich, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren, salzreich, viele Konservierungsstoffe und hochverarbeitete Produkte (Fastfood, Fertigprodukte, „Junkfood“) – dagegen wenige komplexe Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe

 

Nicht nur die Ernährung beeinflusst unser Darm-Mikrobiom, sondern auch dauerhafter Stress.

Symptome bei Multipler Sklerose und Schübe

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Symptome in der Übersicht

Das Krankheitsbild kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein, die Diagnose ist deshalb oft zu Beginn schwierig und verzögert den Therapiebeginn. Keines der Symptome ist ausschließlich typisch für eine MS und kann auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten – MS ist deshalb oft eine Ausschlussdiagnose. Häufige Symptome sind: Koordinations- und Bewegungsstörungen, Sehstörungen, Empfindungsstörungen, chronische Erschöpfung, Blasen- und Darmstörungen, sexuelle Störungen, Sprech- und Schluckstörungen und die Verschlechterung der Symptome unter Hitze. Ein MS-Schub bezeichnet das Auftreten und/oder die Verschlechterung neuer oder bekannter Symptome über mindestens 24h.

Die ersten wahrgenommenen Symptome sind oft Empfindungsstörungen wie Ameisenkribbeln in Armen, Beinen oder am Rumpf und leichte Koordinationsstörungen. Vielleicht nehmen Sie wie viele Betroffene (bis zu 30 %) auch Sehstörungen durch eine Sehnervenentzündung bei sich wahr: Sehausfall im Zentrum des Auges, getrübtes Sehen wie durch ein Milchglasfenster oder Doppelbilder. Allgemeine Symptome sind auch häufig Müdigkeit, Kraftlosigkeit, Konzentrationsstörungen und das chronische Erschöpfungssyndrom (Fatigue). Der Beginn der Krankheit verläuft bei über 90 % der Betroffenen in unregelmäßigen Schüben – ohne dass man vorhersehen könnte, wann der nächste kommt.

MS-Schub: Krankheitsschub bei Multipler Sklerose

Wenn bei Ihnen bekannte oder neue Symptome auftreten, die länger als 24 anhalten, spricht man von einem MS-Schub. Zwischen den Schüben vergehen mindestens 30 Tage und Ihre Symptome können wieder fast vollständig verschwinden. Zu Beginn der Erkrankung bilden sich die Symptome der Schübe meist noch gut zurück, während im späteren Verlauf dies immer weniger der Fall ist und zunehmend bleibende Funktionsverluste auftreten.

Je nachdem, wo die Nervenscheiden im Gehirn (Herde) angegriffen wurden, liegen auch die Ausfälle – das zeigt sich in den unterschiedlichen Symptomen.

Bewegungsstörungen: Lähmungen und Spastik

Unsere Muskulatur hat in Gesundheit eine normale Muskelspannung, die z. B. unseren aufrechten Gang möglich macht. Ist dieser sog. Muskeltonus erhöht, kommt es zur Muskelsteife oder Spastik. Spastiken können durch Schmerzen in Armen und Beinen, verursacht durch die Steifigkeit, beginnen oder Sie nehmen besonders nach dem Aufstehen eine Steifigkeit in Armen und Beinen wahr. Weitere spastische Symptome sind Muskelzuckungen und Muskelkrämpfe, die später zu andauernden Einschränkungen und Behinderungen führen können. Die Muskelkrämpfe sind auch oft dafür verantwortlich, dass Sie nachts aufwachen und nicht durchschlafen können.

Lähmungserscheinungen sind häufige und frühe Symptome, die oft in Arm und Hand beginnen und später auf eine gesamte Körperhälfte übergehen können. Erster Ausfall ist oft eine beeinträchtigte Greiffunktion der Hand.

Mehr zu Spastik bei Multipler Sklerose lesen Sie hier

 

Schluck- und Sprechstörungen

Beim Sprechen und Schlucken arbeiten viele Muskeln gleichzeitig, außerdem muss nebenher die Atmung funktionieren – dieser komplexe Ablauf ist häufig bei Multipler Sklerose betroffen. Obwohl das Sprachvermögen nicht gestört ist, können Sie Probleme mit der Sprechmelodie, Artikulation, Atemstörungen und Regulation der Stimmlautstärke bekommen: zu laut/leise, heiser, verwaschen oder zu schnell/langsam. Wenn Probleme beim Schlucken auftreten, erhöht sich außerdem das Risiko für Mangel- und Fehlernährung Austrocknung (Dehydrierung) des Körpers. Eine gut angepasste, gesunde Ernährung und logopädische Maßnahmen sind essentielle therapeutische Maßnahmen bei MS (s. u.).

 

Blasen- und Darmfunktionsstörungen bei MS

Häufiger Harndrang? Das Gefühl, die Blase ist nach dem Toilettengang nie richtig leer? Die Schließmuskeln lassen sich nicht richtig kontrollieren? Verstopfung? Je nachdem welche Areale im Gehirn und Rückenmark betroffen sind, können diese Symptome bei Ihnen auftreten – ca. 70 % aller MS-Erkrankten haben Blasenfunktionsstörungen. Gravierende Folgen sind sozialer Rückzug, häufige Harnwegsinfektionen und Zunahme der Fatigue durch das häufige nächtliche Aufwachen.

 

Sexuelle Störungen bei Multipler Sklerose

Sexuelle Störungen sind sehr häufig bei Multipler Sklerose und leider oft noch immer ein Tabu-Thema, dass viele beim Neurologen nicht ansprechen möchten. Störungen der Libido, fehlende Lust, Erektionsprobleme, Schmerzen, veränderte Körperwahrnehmung, Erschöpfung, Spastik sind nur einige Faktoren, die Sie vielleicht in Ihrer Sexualität beeinflussen können.

 

Verschlechterung der Symptome bei hoher Temperatur: Das Uhthoff-Phänomen

Besonders in den heißen Sommermonaten könnten Sie die sog. Pseudo-Schübe erleiden: Ihre Symptome verschlechtern sich auf einmal drastisch durch Hitze wie heiße Außentemperaturen, ein heißes Bad, Sport, Saunabesuch oder Fieber (Uhthoff-Phänomen). Es kann zu totalen Lähmungserscheinungen kommen, die sich bei Regulierung der Temperatur wieder zurückbilden. Achten Sie darauf, diese Auslöser möglichst zu vermeiden und/oder kümmern Sie sich rechtzeitig um kühlende Maßnahmen.

Möglicher Krankheitsverlauf und Prognose

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Prognose in der Übersicht

Die Multiple Sklerose wird in drei Verlaufsformen eingeteilt, die sich vor allem an diesen Fragestellungen orientieren: Verläuft Ihre Krankheit schubweise und geht es Ihnen nach dem Schub wieder wie vorher oder schlechter? Schreitet die Erkrankung ständig fort?

Die Lebenserwartung bei Multipler Sklerose kann bei milden Verläufen und frühem Therapiebeginn ähnlich sein wie bei gesunden Gleichaltrigen. Besonders kurze Schübe und keine bleibenden Symptome/Behinderungen sprechen eher für eine gute Prognose.

Verlaufsformen der Multiplen Sklerose

Allgemein kann eine Multiple Sklerose auf viele unterschiedliche Arten verlaufen („Krankheit der 1000 Gesichter“). Ein Schub folgt auf den nächsten oder Sie leiden an einer milden Verlaufsform und sind im Alltag kaum beeinträchtigt. Bei medizinischen Diagnosen werden verschiedene Verlaufsformen der Multiplen Sklerose definiert, die wir Ihnen kurz vorstellen. „Progredient“ bedeutet, dass die Krankheit immer weiter fortschreitet/die Symptome immer mehr zunehmen.

  • schubförmig remittierende Verlaufsform: verläuft in Schüben, zwischen den Schüben verschlechtert sich der Gesundheitszustand nicht, sehr schwierig vorhersehbarer Verlauf
  • primär progrediente Verlaufsform: schwerwiegendste Form der MS, die Symptome (neurologischen Ausfälle) entwickeln sich kontinuierlich weiter, kaum Schübe
  • sekundär progrediente Verlaufsform: verläuft in Schüben, zwischen den Schüben verschlechtert sich der Gesundheitszustand immer mehr

 

Lebenserwartung bei Multipler Sklerose

Die Zahlen machen Mut: Die Lebenserwartung bei Multipler Sklerose ist bei Erkrankten, die keine Behinderung entwickeln, etwa gleich wie bei Gesunden und die Sterblichkeit sinkt zunehmend. Generelle Aussagen zu treffen, ist jedoch sehr schwierig, da die Krankheitsverläufe stark variieren. Etwa ein Drittel der Erkrankten arbeitet auch 25 Jahre nach der Prognose und führt ein normales Leben, ein Drittel ist durch die Krankheit beeinträchtigt und ca. ein Drittel ist durch Behinderungen stark beeinträchtigt und nicht mehr in der Lage, autonom zu leben.

Begünstigende Faktoren sind: frühes Diagnosealter, keine Koordinationsstörungen („nur“ Kribbeln, Taubheitsgefühle, etc.), kurze Schübe mit langen Pausen und keine bleibenden Behinderungen nach fünf Jahren.

Auf dem Gebiet der Multiplen Sklerose wird viel Forschung betrieben, sowohl was die Ursachen betrifft als auch die Therapiemöglichkeiten. Es ist davon auszugehen, dass sich das Behandlungsspektrum immer mehr erweitern und verbessern wird, was die Aussicht auf ein langes, möglichst wenig beeinträchtigtes Leben zunehmend verbessert.

 

Diagnose Multiple Sklerose: Und jetzt? Seelische Auswirkungen

Die Diagnose Multiple Sklerose stellt das ganze Leben auf dem Kopf. Wahrscheinlich fühlen Sie sich erstmal hilflos und erschüttert und können sich kaum vorstellen, wie Ihr bisheriges Leben weitergehen soll. Der Verlauf der Erkrankung ist so vielfältig wie ihre Symptome, es kann also kaum eine Prognose getroffen werden, wie Ihr Leben in fünf oder zehn Jahren aussehen wird – das bringt gleichzeitig Hoffnung und Unsicherheit. Werde ich behindert sein? Wird meine Beziehung das alles aushalten? Kann ich Kinder haben/kann ich meine Familie weiter versorgen? Sie werden verschiedene Phasen der Anpassung und Bewältigung durchlaufen und viele Menschen können Ihnen dabei helfen. Hier lesen Sie alles zur Krankheitsverarbeitung bei Multipler Sklerose.

Diagnose und Test: Multiple Sklerose feststellen

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Diagnose in der Übersicht

Um eine Multiple Sklerose festzustellen, werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Viele andere Erkrankungen, die ähnliche Symptome auslösen können, müssen dabei ausgeschlossen werden: Körperliche Untersuchung und Krankengeschichte beim Neurologen, MRT (Kernspin), Untersuchung der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit und elektrische Reizung von Nervenbahnen.

Bei einem Verdacht auf multiple Sklerose sollten Sie zuerst einen Neurologen aufsuchen. Dieser führt eine umfassende körperliche Untersuchung durch und befragt Sie nach Ihrer Krankengeschichte (z. B: Wie oft gehen Sie nachts zur Toilette? Sind die Muskeln nach dem Aufwachen besonders steif? Sind Sie oft sehr müde und antriebslos? Verschwinden die Symptome nach 24 Stunden wieder und treten an mehreren (multiplen) Stellen auf?). So werden andere Erkrankungen, die ähnliche Symptome haben, ausgegrenzt.

Für die Diagnose einer multiplen Sklerose werden außerdem bildgebende Verfahren durchgeführt wie die derzeit wichtigste Untersuchungsmethode MRT (Kernspintomografie), um die Erkrankungsherde im Gehirn zu erfassen und eine Untersuchung Ihrer Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit (Punktion und Liquoruntersuchung im Labor). Bestimmte Zellen und Eiweiße sind bei MS im Liquor erhöht/erniedrigt. Bestimmte Nerven können auch elektrisch gereizt werden, um deren Leitungsfähigkeit zu untersuchen (Verlangsamung durch die Zerstörung der isolierenden Markscheiden).

Aber: Viele Läsionen im MRT müssen nicht gleichzeitig mit vielen Symptomen einhergehen, der MRT-Befund erlaubt also nicht zwangsläufig eine Prognose bezüglich des Schweregrads oder des Verlaufs.

Photonik

Seit einigen Jahren rückt zunehmend auch die graue Substanz der Großhirnrinde in den Fokus bei MS-Diagnostik. Die Schädigungen der Nervenzellen im Detail sind jedoch per MRT nicht zu erfassen. Neue Projekte wollen diese Schädigungen und den Zusammenhang mit Immunzellen in der dritten Dimension (3D) erfassen und verbinden dabei Fluoreszenzmikroskopie mit moderner 3D-Elektronenmikroskopie. Die detaillierte räumlich Darstellung soll in Zukunft Türen für neue innovative Therapieansätze bei MS ermöglichen.

Therapie der Multiplen Sklerose

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Therapie in der Übersicht

Mikronährstoffe

sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus. Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen bei Multipler Sklerose. Besonders wichtig sind B-Vitamine, Vitamin C, Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren, Magnesium, Selen und Zink. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Mikronährstoffbedarf ausreichend über die Ernährung zu decken, können moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischungen sinnvoll sein.

Besonders wichtig bei Multipler Sklerose ist ein neuer Umgang mit Stress. Viele Entspannungstechniken können Ihnen helfen, Stressabbau zu erlernen und einen gesunden Rhythmus zu finden. Verschiedene Heilpflanzen und Akupunktur können besonders bei Schlafstörungen und Erschöpfung helfen; Weihrauch zeigte in einigen Studien vielversprechende Wirkungen bei der Verringerung der Entzündungsaktivität im Körper von Menschen mit Multipler Sklerose.

 

Empfohlene Ernährung

Es gibt keine bestimmte, eindeutige wissenschaftliche nachgewiesene, Ernährungsform, die definitiv bei Multipler Sklerose für jeden geeignet ist, Sie können jedoch viele antientzündliche Nahrungsmittel in Ihre Ernährung integrieren. Die mediterrane Ernährung kommt einer antientzündlichen Ernährung am nächsten. Plötzlich strikt nach Ernährungsplänen vorzugehen, ist nicht sinnvoll, eher eine langsame Umstellung, die aber Ihre persönlichen Vorlieben nicht völlig außer Acht lässt, kurz: Gesund und ausgewogen, aber schmecken muss es trotzdem. Und: Die Umstellung zu einer gesunden Ernährung ist auf jeden Fall ein Zugewinn für Ihr Wohlbefinden und Ihre Lebensqualität! Von extrem einseitigen Diäten ist abzuraten, da sie eine Mangel- und Fehlernährung begünstigen.

 

Sport und Bewegung

  • Beginnen Sie langsam und achten Sie auf Ihre Energieressourcen. Behalten Sie Ihre Kräfte immer im Blick und achten Sie auf Ermüdungserscheinungen.
  • Nicht von 0 auf 100: Erst die Häufigkeit und Dauer steigern, dann die Intensität Ihres Trainings.
  • Begleitperson oder in der Gruppe: Achten Sie, besonders bei Beginn darauf, dass Sie Ihr Training jederzeit unterbrechen können.
  • Auf Kühlung achten: Trinken Sie ausreichend und meiden Sie Aktivitäten in der prallen Sonne, achten Sie auf angemessene Kleidung.

 

Integrative Therapie:

  • Die eigene Gesundheitskompetenz: Informieren Sie sich bestmöglich über Ihre Erkrankung.
  • Pflanzenheilkunde: Weihrauch, Baldrian, Lavendel und Ginseng
  • Stress reduzieren: Stress ist ein Auslöser und Verstärker bei Multipler Sklerose.
  • Akupunktur
  • Physiotherapie
  • Logopädie
  • Ergotherapie
  • Sport und Bewegung

Eine wichtige Basis für alle Therapien wird oft bei der Beratung außer Acht gelassen: Eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung. Der Körper muss mit Mikronährstoffen optimal versorgt sein, damit Multiple Sklerose abgemildert und Nebenwirkungen der Medikamente reduziert werden können.

 

Mikronährstoffe – was ist das?

Zu den Mikronährstoffen gehören in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die einen wichtigen Teil dazu beitragen, damit unser Organismus funktioniert. Im weiteren Sinne lassen sich auch essentielle Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme hinzuzählen. Makronährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette sind unsere Energielieferanten, während die Mikronährstoffe an Prozessen wie z. B. Blutgerinnung, Immunabwehr und Knochengesundheit beteiligt sind. Einige Mikronährstoffe kann unser Körper selbst herstellen, die meisten jedoch müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

 

Der menschliche Organismus – ein Blick in die Zellen

Der Mensch besteht aus über 70 Billionen Zellen. Diese können alle nur optimal funktionieren, wenn sie mit Vitaminen und Spurenelementen versorgt sind. Es gibt nahezu keinen Stoffwechselschritt, an dem nicht mehrere Mikronährstoffe beteiligt sind. Dazu zählen unter anderem die:

 

  • Aktivierung von Enzymen und Hormonen (Stoffwechselaktivität)
  • Abwehrleistung des Immunsystems (Immunstoffwechsel)
  • Energieproduktion in den Kraftwerken unserer Zellen, den sogenannten Mitochondrien (Energiestoffwechsel)
  • Leistungsfähigkeit des Herzmuskels (Herzkraft und -rhythmus)
  • Kontraktion der Skelettmuskulatur (Muskelkraft und -koordination)
  • Impulsübertragung in und der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen (Nerven- und Gehirnstoffwechsel)

 

Für alle Stoffwechselreaktionen im Körper sind Enzyme notwendig, sie wirken wie ein Katalysator. Enzyme können ihren Aufgaben jedoch nur mithilfe von Mikronährstoffen nachkommen. Je besser der Körper mit Nährstoffen versorgt ist, desto besser funktioniert der gesamte Organismus. Ein Mikronährstoffmangel kann sich also negativ auf den Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken. Um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihre weitere Therapien zu unterstützen, sollten Sie also auf Ihren Mikronährstoffhaushalt achten.

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen?

Egal ob Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder die Antibabypille. Schon ein einzelnes Medikament kann unsere optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ungünstig beeinflussen. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto intensiver wird in den Mikronährstoffhaushalt eingegriffen, was Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinander sowie das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht. Hierdurch kann nicht nur die Wirkung des Medikaments negativ beeinflusst werden, sondern auch die Funktion der Mikronährstoffe.

 

Welche Lebensphasen führen noch zu einem erhöhten Mikronährstoff-Bedarf?

Aber nicht nur die regelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einem erhöhten Mikronährstoffbedarf. Es gibt bestimmte Lebensphasen und Umstände, die ein erhöhtes Risiko für einen Nährstoffmangel aufweisen:

 

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • ältere Menschen
  • Menschen mit Magen-Darm-Störungen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen

 

Diesen erhöhten Bedarf zu decken, ist nicht immer einfach. Trotz des reichhaltigen Angebotes an verschiedenen Lebensmitteln verringern verschiedene Faktoren den Mikronährstoffgehalt in Lebensmitteln:

 

  • nicht ausgereiftes Obst und Gemüse
  • größere Erträge in der Landwirtschaft
  • Einsatz von Pestiziden

 

Es ist wichtig, die Ernährung mit einer breiten und möglichst natürlichen Basis an allen Vitaminen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu optimieren.

 

Mikronährstoffkonzentrat als Grundlage

Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

Das Angebot an Mikronährstoffpräparaten ist groß und unübersichtlich. Entscheidend beim präventiven Ansatz ist die natürliche Vielfalt. Das ideale Mikronährstoffpräparat ist auf natürlicher Basis produziert, enthält neben allen klassischen Mikronährstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme, ist flüssig, glutenfrei und vegan. Die Bioverfügbarkeit sollte wissenschaftlich belegt sein und es sollten keine künstlichen Aroma- oder Konservierungsstoffe enthalten.

Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

 

Mikronährstoffe im Fokus bei Multiple Sklerose

Multiple Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung – viele Mikronährstoffe haben wichtige antientzündliche Eigenschaften. Wissenschaftler vermuten, dass während eines Schubs der oxidative Stress besonders hoch im Körper ist und als Katalysator für die Zerstörung der Nervenscheidenhüllen wirkt. (4) Wichtige Antioxidantien sind Vitamin C, Vitamin E und Vitamin B2 und die Spurenelemente Zink und Selen. Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

Oxidativer Stress

Unser Körper bildet bei vielen Reaktionen freie Radikale (z. B. in der Zellatmung und bei Immunreaktionen), die in normalen Konzentrationen nicht schädlich sind. Erst bei einem Zuviel (chronische Entzündungen) entsteht der sog. oxidative Stress. Hält der oxidative Stress über einen längeren Zeitraum an, steigt das Risiko für eine Vielzahl an Erkrankungen an, wie MS, Alzheimer, Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen und Parkinson.

Ein Verstärker des oxidativen Stresses ist Homocystein: Steigerung der Zellschädigung, Erhöhung der Radikalbildung und Eingriff in die Funktion der Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen). (5) Für den Abbau von Homocystein im Blutplasma sind Vitamin B2, B6, B12 und Folsäure nötig. Chronisch erhöhte Homocystein-Werte haben eine Schädigung der Blutgefäße zur Folge.

Omega-3-Fettsäuren haben ebenfalls wichtige antientzündliche Eigenschaften. Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung durch geeignete Nahrungsmittel: fetter Seefisch (Thunfisch, Lachs, Makrele) und Nussöle und Leinöl sind besonders reich an Omega-3-Fettsäuren.

Magnesium spielt für die Muskelentspannung eine wichtige Rolle – auch gesunde Personen kennen Krämpfe, z. B. nach dem Sport. Magnesiummangel ist ein weiter Faktor, der oxidativen Stress zusätzlich steigert.

Vitamin D ist der am häufigsten untersuchte Mikronährstoff bei der Entstehung und Therapie der Multiplen Sklerose. Vitamin D (eigentlich die Vorstufe eines Hormons) wird durch Sonnenlicht in unserem Körper produziert. Menschen in Ländern, die sehr weit vom Äquator entfernt liegen, können nicht ausreichend ganzjährig mit Vitamin D versorgt werden und empfehlen eine generelle Substitution in den Wintermonaten oder angereicherte Nahrungsmittel wie z. B. in Finnland.

Zahlreiche Studien sehen einen Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Versorgung und dem Risiko, eine Multiple Sklerose zu entwickeln. Personen, die durch genügend Sonneneinstrahlung und Vitamin D in der Nahrung adäquat versorgt waren, zeigten ein geringeres Risiko, an einer MS zu erkranken. Ist Multiple Sklerose in der Familie gehäuft, ist es also besonders sinnvoll, auf einen ausreichenden Vitamin-D-Spiegel zu achten.

Studien, die Vitamin D jedoch auch als wichtigen Faktor zur Beeinflussung des Krankheitsverlaufs darstellen, sind bis jetzt oft noch klein und zu wenig aussagekräftig. Die anerkannte Cochrane-Stiftung kam 2017 nach einer Analyse mehrerer Studien zum vorläufigen Ergebnis, dass Vitamin D bei Multipler Sklerose neue Herde im Verlauf nicht verhindern konnte und von isolierten hochdosierten Gaben abzuraten sei. Viele Studien laufen gerade und werden in den kommenden Jahren neue, vielversprechende Ergebnisse präsentieren. Extrem hohe, isolierte Vitamin-D-Gaben können gefährlich sein, da sie Hypercalcämien auslösen (und in Folge z. B. Herzrhythmusstörungen).

Ernährung bei Multiple Sklerose

Multiple Sklerose wird u. a. mit Veränderungen in unserem Darm-Mikrobiom assoziiert. Das heißt, durch unsere Ernährung können wir unser Darm-Mikrobiom und die Stoffwechselprodukte der Bakterien beeinflussen. Laut Experten kann bei Multipler Sklerose eine Umstellung hin zu einer Ernährung mit reichlich anti-entzündlichen Komponenten den Krankheitsverlauf wohl positiv beeinflussen. Bei Entzündungen im Körper entsteht vermehrt oxidativer Stress.

Oxidativer Stress

Unser Körper bildet bei vielen Reaktionen freie Radikale (z. B. in der Zellatmung und bei Immunreaktionen), die in normalen Konzentrationen nicht schädlich sind. Erst bei einem Zuviel (chronische Entzündungen) entsteht der sog. oxidative Stress. Hält der oxidative Stress über einen längeren Zeitraum an, steigt das Risiko für eine Vielzahl an Erkrankungen an, wie Multiple Sklerose, Alzheimer, Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen und Parkinson.

Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollwertprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und Omega-3-haltigen Ölen ist. Die Zusammensetzung entspricht am ehesten einer mediterranen Ernährung und enthält reichlich Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe, unterstützt den Abbau von Entzündungen im Körper und schützt präventiv wohl auch vor zahlreichen anderen Erkrankungen wie z. B. Depression und Arthrose. Entzündungsfördernd gelten tierische Lebensmittel mit vielen Omega-6-Fettsäuren in rotem Fleisch und Milchprodukten.

Laufende Studien untersuchen die Eignung verschiedener weiterer Diäten, um in Zukunft genauere Empfehlungen zur Ernährung bei Multipler Sklerose geben zu können. Im Fokus stehen hier neben der antientzündlichen Ernährung therapeutisches und intermittierendes Fasten (Intervallfasten) und die ketogene Ernährung (kohlenhydrat- und fettreduzierte Ernährung). Untersucht wird, wie die jeweiligen Diäten die Schubrate, Fatigue, allgemeine Lebensqualität, Blutfettwerte und das Darm-Mikrobioms beeinflussen.

Wenn Sie Veganer sind, müssen Sie Ihre Ernährung bei MS nicht zwangsläufig umstellen. Empfehlenswert ist jedoch immer, den Spiegel der B-Vitamine (vor allem Vitamin B12) im Blick zu behalten.

Auch bei vielen anderen Symptomen der Multiplen Sklerose kann eine mediterrane, anti-entzündliche Mischkost sinnvoll sein:

  • Verstopfung: Ballaststoffe durch vollwertige Lebensmittel können die Darmpassage positiv beeinflussen
  • Depressive Zustände: Eine antientzündliche Ernährung hilft auch gegen Depressionen; viel Obst und Gemüse beeinflussten in Studien die Psyche positiv. (11, 12)
  • Harnwegsinfekte: Lebensmittel mit reichlich Senfölglykosiden (Meerrettich, Kapuzinerkresse) wirken vorbeugend und therapeutisch bei unkomplizierten Harnwegsinfekten (13)
PRO Kardioprotektive Ernährung (mediterran)KONTRA „Westliche“ Diät
Olivenöl, Walnussöl, Leinöl, Hanfölfrittierte Lebensmittel, Margarine, Sonnenblumenöl, Schweineschmalz, Sojaöl, Maiskernöl
Obst (zuckerarme Sorten bevorzugen: Beeren, Zitrusfrüchtw, Äpfel
Gemüse (mindestens „5 am Tag“: grüne Blattgemüse, Brokkoli, Spinat, Kohlsorten, Topinambur, alle Salate, Wildkräuter
Fast Food, Fertigprodukte, Süßigkeiten, industriell gefertigte Snacks
Vollkornprodukte: Getreideprodukte aus dem vollen Korn inklusive aller BallaststoffeProdukte aus Auszugsmehlen („Weiß“), Weizen
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu, Eier: moderater Konsum (mind. Bio-Freiland-HaltungWurstwaren, viele Milchprodukte
fetter Seefisch: Lachs, Makrele, SardinenSchweinefleisch
frische Kräuter, antientzündliche Gewürze wie Chilli, Kurkuma, Ingwer
Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Meerettich
sehr salzreich
Getränke und Tee: Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, grüner TeeSoftdrinks, häufiger Alkoholkonsum Milchmixgetränke
Nüsse und Saaten: Walnüsse, Leinsamen, Pinienkerne, Kürbiskerne, MacadamianüsseErdnüsse, gesalzene und aromatisierte „Knabbernüsse“
Probiotika: Kefir, Joghurt, milchsauer eingelegte Gemüse, Misopaste

Integrative Therapie bei Multiple Sklerose

Zunehmend wieder in den Fokus rückt die integrative Medizin, die das Beste und Passende für den Patienten aus Schulmedizin und alternativen Therapien kombiniert. Bei Multipler Sklerose kann Ihnen vielleicht auch manches aus der Erfahrungsmedizin helfen, was bei anderen Erkrankten keine Wirkung zeigt – es lohnt sich also auf jeden Fall, eine Ernährungsumstellung, Akupunktur oder Entspannungstechniken auszuprobieren und den Körper ausreichend mit Mikronährstoffen zu versorgen.

 

Ihre eigene Gesundheitskompetenz:

  • Informieren Sie sich bestmöglich über Ihre Erkrankung.
  • Suchen Sie sich Ärzte und Therapeuten, bei denen Sie sich gut aufgehoben fühlen: Vertrauen ist die wichtigste-Basis in der Beziehung zu einem Therapeuten.
  • Tauschen Sie sich in Selbsthilfegruppen (auch für Angehörige) aus.
  • Halten Sie Untersuchungstermine und Therapiepläne
  • Verändern Sie, wenn möglich, bestimmte Bereiche Ihres Lebensstils, so dass diese einen positiven Einfluss auf die Erkrankung und allgemein auf Ihre Gesundheit haben können, v. a. Ernährung und Bewegung.
  • Eine positive Grundhaltung kann den Verlauf bei Multipler Sklerose beeinflussen – Angst und Stress ebenfalls. Entspannungstechniken wie Yoga oder Qi Gong sind erlernbar und können Sie unterstützen, das psychische Gleichgewicht stabiler zu halten.

 

Pflanzenheilkunde: Weihrauch (Boswellia), Baldrian, Lavendel und Ginseng

Eine kleine Phase-II-Studie aus Deutschland zeigte bei Probanden mit schubförmiger Multipler Sklerose nach acht Monaten Einnahme von Boswellia-Extrakt eine deutliche Reduktion der Läsions-Herde im Gehirn (6). Die Entzündungsaktivität konnte also durch Boswellia deutlich verringert werden. Die Studienautoren sehen das Potential des Weihrauchs vor allem bei Personen, die am Anfang der Erkrankung stehen und einen eher milden Verlauf zeigen. Die Warnung kommt gleich mit: Bitte behandeln Sie nicht auf eigene Faust mit frei verkäuflichen Weihrauchpräparaten, sondern besprechen Sie diese Behandlungsoption mit Ihrem Arzt!

Warme Füße, ein Fußbad am Abend, Lavendelkissen oder Einreibungen und Baldriantropfen können helfen, Ein- und Durchschlafstörungen zu verringern. Empfehlenswert sind auch immer gleiche Schlafrituale und möglichst wenig Bildschirmarbeit (blaues Licht) am Abend.

Ginseng zeigte in aktuellen Studien vielversprechende Ergebnisse. Die „Kraftwurzel“ aus Asien oder Amerika hatte einen erheblichen positiven Effekt auf die Studienteilnehmer, die unter chronischer Erschöpfung leiden. (7), (8)

 

Stress reduzieren – Entspannung und Achtsamkeit erlernen

Stress ist ein Auslöser und Verstärker bei Multipler Sklerose. Viele Menschen, vielleicht auch Sie, haben einen hoch verdichteten Alltag: Arbeit, Familie, Freizeitgestaltung laufen parallel und passen kaum in einen 24-Tag. Der Faktor Stress bei der Entstehung und als Schubauslöser einer Multiplen Sklerose wurde vielfach untersucht. Verschiedene Situationen werden von verschiedenen Menschen unterschiedlich wahrgenommen: Zu hohe Ansprüche an sich selbst, Perfektionismus und Versagensängste lösen viel schneller negativen Stress aus als eine freundliche, geduldige, ja auch vergebende Haltung zu sich selbst und der Welt.

Natürlich ist jeder durch seinen Charakter und individuelle Erfahrungen vorgeprägt, doch bestimmte Techniken können helfen, eine positivere Haltung zu entwickeln und die Stress-Resilienz zu erhöhen. Ideale Techniken trainieren Anspannung und Entspannung und oft sind meditative Elemente integriert:

  • Yoga
  • Qi Gong
  • Autogenes Training
  • Feldenkrais
  • Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (Mindful-based stress reduction)
  • Progressive Muskelentspannung
  • Tai Chi
  • Heileurhythmie (anthroposophische Medizin)

In Studien konnte bereits nachgewiesen werden, dass Programme zur Stressreduzierung neue Läsionen im Gehirn im MRT bei Patienten mit schubförmiger MS verhindern konnten. (9), (10)

 

Akupunktur bei Multipler Sklerose

Akupunktur aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) kann helfen, psychische und körperliche Spannungen abzubauen – die Erfolge werden der Erfahrungsmedizin zugerechnet. Besonders Menschen, die unter chronischer Erschöpfung (Fatigue) leiden, scheinen von Akupunktur zu profitieren.

 

Physiotherapie will Beweglichkeit erhalten und verbessern, Fehlbelastungen erkennen und ausgleichen und Alltagsbewegungen trainieren. Bewegung beeinflusst unsere körperliche und geistige Gesundheit in großem Ausmaß. Physiotherapeutische Methoden erhalten und unterstützen gezielt Muskelmasse- und kraft, Gleichgewicht, Koordination, Haltung, Selbstbewusstsein und Sturz-Prophylaxe. Falsche Bewegungen und Fehlbelastungen auf Grund von Spastik und Krämpfen werden durch Therapeuten erkannt und z. B. durch zunächst passive Bewegungen ausgeglichen. Auch helfen Ihnen Physiotherapeuten bei der besseren Einteilung Ihrer Kräfte und erstellen Tagespläne für Übungen.

 

Logopädie unterstützt Sie, wenn Sie unter Sprech- und Schluckstörungen leiden. Logopäden trainieren, wie Sie Ihre Stimme erfolgreich regulieren können und Rachen- und Kehlkopfmuskeln beim Schlucken einsetzen.

 

Ergotherapie bei Multipler Sklerose zielt darauf ab, dass Sie Ihre alltäglichen Aktivitäten zuhause und/oder am Arbeitsplatz selbstständig verrichten können: Waschen, Anziehen, Toilettengänge, Hausarbeit. Auch der Umgang mit Hilfsmitteln, die z. B. bei Behinderungen nötig sind, werden in der Ergotherapie erlernt.

 

Psychotherapie hilft Ihnen beim Umgang mit der Erkrankung, depressiven Phasen und sexuellen Störungen und stellt Ihre Ressourcen in den Mittelpunkt, um eine realistische Lebensperspektive herauszuarbeiten. Eine Psychotherapie kann Sie besonders dabei unterstützen, Ihre Stärken herauszuarbeiten und zu lernen, mit der Erkrankung umzugehen. Psychotherapeuten finden mit Ihnen zusammen eine realistische Lebensperspektive: Wie kann ich mein Leben trotz Einschränkungen für mich lebenswert gestalten? Was hilft gegen sozialen Rückzug? Auch bei häufigen depressiven Phasen oder sexuellen Störungen kann eine Psychotherapie ergänzend sehr sinnvoll sein.

 

Sport und Bewegung bei Multipler Sklerose

Sport und Bewegung fördern die körperliche und geistige Gesundheit: Sport macht im Idealfall Spaß und dient auch als Ventil im Alltag, um Stress abzubauen. Wenn unser Körper unbeweglich wird, können kognitive Störungen entstehen wie Depressionen und Konzentrationsstörungen. Auch soziale Begegnungen werden durch eine eingeschränkte Beweglichkeit reduziert. Studien belegen klar, was Sie selbst spüren: Sport steigert die Lebensqualität in zahlreichen Bereichen (Fitness, Stimmung, Immunsystem, soziale Kontakte) und wird, wie allen anderen Menschen, auch ausdrücklich bei Multipler Sklerose empfohlen. (14)

Neben Physiotherapie ist jede körperliche Betätigung, auch im Alltag, für Sie ein Zugewinn: Gehgeschwindigkeit, Muskelmasse- und kraft, Gleichgewicht, Koordination, Haltung, Selbstbewusstsein und Erfolgserlebnisse und nicht zuletzt Ihr Energiestoffwechsel werden durch körperliche Aktivität gesteigert und verbessert.

Bei Multipler Sklerose sind Ausdauersportarten wie Schwimmen, Nordic Walking, Radfahren und Tanzen genauso wichtig wie Kraftsportarten zum Muskelaufbau. In weit fortgeschrittenem Stadium sind Training auf dem Heimtrainer oder leichte Wassergymnastik gute Optionen, um die Beweglichkeit und Lebensqualität weiter aufrechtzuerhalten.

Wichtig ist, die Sportart nach Alter, Stadium der Erkrankung und natürlich Ihrer persönlichen Präferenz auszuwählen; Ärzte und Physiotherapeuten können Sie bei der richtigen Auswahl beraten. Vor allem Sportgruppen sind eine gute Möglichkeit, in einem sozialen Rahmen fit und beweglich zu bleiben und wer nicht gerne allein Sport treibt: Gruppen motivieren.

 

Medikamentöse Therapie bei Multiple Sklerose

Das-Wichtigste-in-Kürze

Medikamente in der Übersicht

Klassisch wird die Multiple Sklerose durch entzündungshemmende Medikamente behandelt, häufig kortisonhaltige Präparate bei akuten Schüben und Immunsuppressiva (dämpfen das Immunsystem) als Basistherapie. Weiter wird versucht, mit Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie die Bewegungsvielfalt zu erhalten und zu fördern, damit Sie so lange wie möglich aktiv am Leben teilhaben können.

Die MS-Therapie basiert medikamentös auf drei Säulen:

  • Schubtherapie
  • verlaufsmodifizierende Therapie
  • Therapie der Symptome

Ein akuter Schub wird durch Entzündungsherde im Gehirn oder Rückenmark ausgelöst, die Erkrankung „flammt auf“. Klassisch werden bei Entzündungen kortisonhaltige Präparate angewendet – bei sehr starken Schüben bei MS auch als Infusion. Wenn diese Therapie keine Erfolge mehr erzielt kann auch eine Blutwäsche (ähnlich der Dialyse bei Nierenerkrankungen) zum Einsatz kommen, die bei ca. 50 % der Erkrankten eine Erleichterung der Symptome bringt. Weitere Medikamente, die häufig zum Einsatz kommen, sind Interferone und künstlich hergestellte Antikörper. Alles über Medikamente im Detail, die bei moderater Verlaufsform oder hochakuten Phasen angewendet werden, können Sie hier nachlesen.

Checkliste

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei Multiple Sklerose

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich und Ihre Angehörigen so gut als möglich über Ihre Erkrankung, auch Selbsthilfegruppen sind wichtig für den Austausch.
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Physiotherapeuten, Logopäden, Ernährungsberater, Psychotherapeuten, Heilpraktiker,…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patient und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Gesunde Ernährung: Versuchen Sie sich gesund, frisch, ausgewogen und antientzündlich zu ernähren. Die optimale Versorgung mit Vitaminen, Ballaststoffen und probiotischen Lebensmitteln ist bei Multipler Sklerose doppelt wichtig.
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei Multipler Sklerose stehen besonders im Fokus: Vitamin D, B-Vitamine, Antioxidantien Vitamin C, Folsäure, Omega-3-Fettsäuren, Zink und Selen. Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.
  • Bewegung: Bleiben Sie beweglich! Sport und Bewegung sind generell und gerade bei Multipler Sklerose essentiell, um die Lebensqualität so lange als möglich aufrecht zu erhalten. Physikalische Therapien und Entspannungsverfahren sind ebenfalls wichtige Säulen der Multiplen Sklerose-Therapie neben den klassischen Medikamenten.

Alles in Kürze

Das-Wichtigste-in-Kürze

Was ist Multiple Sklerose?

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung, die das ganze Gehirn und Rückenmark betreffen kann. MS verläuft in Schüben und der Krankheitsverlauf ist so unterschiedlich, dass die Diagnosestellung und Prognose oft sehr schwierig sind. MS ist die häufigste Erkrankung, die selbst bei jüngeren Menschen schon zu Behinderungen und Frühberentung führen kann. Die verschiedenen Therapien bei Multipler Sklerose versuchen die Symptome zu lindern und den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen.

Multiple Sklerose ist nicht vererbbar oder ansteckend und die Ursachen sind nicht abschließend geklärt. Einige Risikofaktoren werden jedoch mit einem höheren Erkrankungsrisiko assoziiert: Virusinfektionen, Vitamin-Mangel, Umweltfaktoren, Rauchen und eine ungesunde, einseitige typisch „westliche“ Ernährung, die unser Darm-Mikrobiom negativ beeinflusst.

 

Symptome in der Übersicht

Das Krankheitsbild kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein, die Diagnose ist deshalb oft zu Beginn schwierig und verzögert den Therapiebeginn. Keines der Symptome ist ausschließlich typisch für eine MS und kann auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten – MS ist deshalb oft eine Ausschlussdiagnose. Häufige Symptome sind: Koordinations- und Bewegungsstörungen, Sehstörungen, Empfindungsstörungen, chronische Erschöpfung, Blasen- und Darmstörungen, sexuelle Störungen, Sprech- und Schluckstörungen und die Verschlechterung der Symptome unter Hitze. Ein MS-Schub bezeichnet das Auftreten und/oder die Verschlechterung neuer oder bekannter Symptome über mindestens 24h.

 

Prognose in der Übersicht

Die Multiple Sklerose wird in drei Verlaufsformen eingeteilt, die sich vor allem an diesen Fragestellungen orientieren: Verläuft Ihre Krankheit schubweise und geht es Ihnen nach dem Schub wieder wie vorher oder schlechter? Schreitet die Erkrankung ständig fort?

Die Lebenserwartung bei Multipler Sklerose kann bei milden Verläufen und frühem Therapiebeginn ähnlich sein wie bei gesunden Gleichaltrigen. Besonders kurze Schübe und keine bleibenden Symptome/Behinderungen sprechen eher für eine gute Prognose.

 

Diagnose in der Übersicht

Um eine Multiple Sklerose festzustellen, werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Viele andere Erkrankungen, die ähnliche Symptome auslösen können, müssen dabei ausgeschlossen werden: Körperliche Untersuchung und Krankengeschichte beim Neurologen, MRT (Kernspin), Untersuchung der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit und elektrische Reizung von Nervenbahnen.

 

 

Therapie in der Übersicht

Mikronährstoffe sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus. Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen bei Multipler Sklerose. Besonders wichtig sind B-Vitamine, Vitamin C, Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren, Magnesium, Selen und Zink. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Mikronährstoffbedarf ausreichend über die Ernährung zu decken, können moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischungen sinnvoll sein. Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

Besonders wichtig bei Multipler Sklerose ist ein neuer Umgang mit Stress. Viele Entspannungstechniken können Ihnen helfen, Stressabbau zu erlernen und einen gesunden Rhythmus zu finden. Verschiedene Heilpflanzen und Akupunktur können besonders bei Schlafstörungen und Erschöpfung helfen; Weihrauch zeigte in einigen Studien vielversprechende Wirkungen bei der Verringerung der Entzündungsaktivität im Körper von Menschen mit Multipler Sklerose.

 

Ernährung

Es gibt keine bestimmte, eindeutige wissenschaftliche nachgewiesene, Ernährungsform, die definitiv bei Multipler Sklerose für jeden geeignet ist, Sie können jedoch viele antientzündliche Nahrungsmittel in Ihre Ernährung integrieren. Die mediterrane Ernährung kommt einer antientzündlichen Ernährung am nächsten. Plötzlich strikt nach Ernährungsplänen vorzugehen, ist nicht sinnvoll, eher eine langsame Umstellung, die aber Ihre persönlichen Vorlieben nicht völlig außer Acht lässt, kurz: Gesund und ausgewogen, aber schmecken muss es trotzdem. Und: Die Umstellung zu einer gesunden Ernährung ist auf jeden Fall ein Zugewinn für Ihr Wohlbefinden und Ihre Lebensqualität! Von extrem einseitigen Diäten ist abzuraten, da sie eine Mangel- und Fehlernährung begünstigen.

 

Sport und Bewegung

  • Beginnen Sie langsam und achten Sie auf Ihre Energieressourcen. Behalten Sie Ihre Kräfte immer im Blick und achten Sie auf Ermüdungserscheinungen.
  • Nicht von 0 auf 100: Erst die Häufigkeit und Dauer steigern, dann die Intensität Ihres Trainings.
  • Begleitperson oder in der Gruppe: Achten Sie, besonders bei Beginn darauf, dass Sie Ihr Training jederzeit unterbrechen können.
  • Auf Kühlung achten: Trinken Sie ausreichend und meiden Sie Aktivitäten in der prallen Sonne, achten Sie auf angemessene Kleidung.

 

 

Medikamente in der Übersicht

Klassisch wird die Multiple Sklerose durch entzündungshemmende Medikamente behandelt, häufig kortisonhaltige Präparate bei akuten Schüben und Immunsuppressiva (dämpfen das Immunsystem) als Basistherapie. Weiter wird versucht, mit Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie die Bewegungsvielfalt zu erhalten und zu fördern, damit Sie so lange wie möglich aktiv am Leben teilhaben können.

Weitergehende Informationen und Alltagshelfer




Quellennachweise

  • Kassandra L Munger et al: 25-Hydroxyvitamin D Deficiency and Risk of MS Among Women in the Finnish Maternity Cohort. Neurology. 2017 Oct 10;89(15):1578-1583. doi: 10.1212/WNL.0000000000004489. Epub 2017 Sep 13.
  • Ryan Ramanujam et al: Effect of Smoking Cessation on Multiple Sclerosis Prognosis. JAMA Neurol. 2015 Oct;72(10):1117-23. doi: 10.1001/jamaneurol.2015.1788.
  • Kentaro Murakami et al: Thirteen-Year Trends in Dietary Patterns among Japanese Adults in the National Health and Nutrition Survey 2003–2015: Continuous Westernization of the Japanese Diet. Nutrients. 2018 Aug; 10(8): 994. Published online 2018 Jul 30. doi: 10.3390/nu10080994
  • Kim Ohl et al: Oxidative Stress in Multiple Sclerosis: Central and Peripheral Mode of Action. Review Exp Neurol. 2016 Mar;277:58-67. doi: 10.1016/j.expneurol.2015.11.010. Epub 2015 Nov 26.
  • Zhu Y et al.: Meta-analysis of the relationship between homocysteine, vitamin B12, folate, and multiple sclerosis; J Clin Neurosci. 2011 Jul; 18(7): 933-8
  • Klarissa Hanja Stürner et al: Standardised frankincense extract reduces disease activity in relapsing-remitting multiple sclerosis (the SABA phase IIa trial). Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry. Volume 89, Issue 4. (2017; doi: 10.1136/jnnp-2017-317101).
  • Noël M Arring et al: Ginseng as a Treatment for Fatigue: A Systematic Review. Review J Altern Complement Med 2018 Jul;24(7):624-633. doi: 10.1089/acm.2017.0361. Epub 2018 Apr 6.
  • Masoud Etemadifar et al: Ginseng in the Treatment of Fatigue in Multiple Sclerosis: A Randomized, Placebo-Controlled, Double-Blind Pilot Study. Randomized Controlled Trial Int J Neurosci 2013 Jul;123(7):480-6. doi: 10.3109/00207454.2013.764499. Epub 2013 Feb 11.
  • David C Mohr et al: A Randomized Trial of Stress Management for the Prevention of New Brain Lesions in MS. Clinical Trial Neurology. 2012 Jul 31;79(5):412-9. doi: 10.1212/WNL.0b013e3182616ff9. Epub 2012 Jul 11.
  • Laia Briones-Buixassa et al: Stress and multiple sclerosis: A systematic review considering potential moderating and mediating factors and methods of assessing stress. Health Psychol Open. 2015 Jul; 2(2): 2055102915612271. Published online 2015 Nov 4. doi: 10.1177/2055102915612271
  • Ocean et al. (2019): Lettuce be happy: A longitudinal UK study on the relationship between fruit and vegetable consumption and well-being. Social science and medicine, Vol 222. doi: 10.1016/j.socscimed.2018.12.017
  • Jacka et al. (2017): SMILES’ trial, BMC Medicine. https://doi.org/10.1186/s12916-017-0791-y
  • Albrecht, U. et al.: Eine randomisierte, Placebo-kontrollierte Doppelblindstudie eines pflanzlichen Arzneimittels aus Kapuzinerkresse und Meerrettich in der Prophylaxe von rezidivierenden Harnwegsinfekten, Curr Med Res Opin 23(10): 2415-2422 (2007).
  • Cecile Donze et al.: The Practice of Sport in Multiple Sclerosis: Update Review Curr Sports Med Rep. Jul/Aug 2017;16(4):274-279. doi: 10.1249/JSR.0000000000000374.