Neurodermitis: Ursachen, Symptome und ganzheitliche Behandlung

Die Neurodermitis (Fachbegriff: atopisches Ekzem, auch atopische Dermatitis) ist eine chronische Krankheit, die in Schüben verläuft. Sie ist eine nicht ansteckende Hautkrankheit, die zum allergischen Formenkreis gehört. Es gibt viele Vermutungen über die zugrundeliegenden Ursachen, bewiesen ist nur wenig. Experten glauben in den komplexen Symptomen und ihrem sehr individuellen Verlauf ein Zusammenspiel aus vererbten Faktoren, Veränderungen im Immunsystem sowie Ernährungs- und Umwelteinflüssen zu erkennen.

Bei der Neurodermitis handelt es sich um eine chronische Erkrankung, die Sie vermutlich ein Leben lang begleiten wird. Allerdings ist durch die Kombination verschiedener Therapien und Anpassungen im Lebensstil eine komplette Beschwerdefreiheit möglich.

Experte:

Dr. med. Harald Hüther

Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Letzte Aktualisierung: 11. Februar 2021

Neurodermitis – die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Neurodermitis – was ist das? Neurodermitis ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Haut, die zum allergischen Formenkreis gehört. Etwa jedes sechste Schulkind in Deutschland ist betroffen, im Erwachsenenalter sind die meisten Betroffenen beschwerdefrei.
  • Ursachen & Risikofaktoren: Hauptursache ist eine Schwächung der Schutzfunktion der Haut, wohl in Verbindung mit (epigenetischer) Vererbung und der modernen westlichen Lebensweise. Vieles bei der Entstehung ist noch unklar; Umwelteinflüsse, Darmstörungen und der Lebensstil scheinen jedoch wichtige Auslöser zu sein.
  • Symptome: entzündliche, schubweise verlaufende Hautveränderungen an den Beugeseiten von Gelenken, Beginn meist im Kindesalter, oft mit starkem Juckreiz und verdickter Haut, Milchschorf
  • Diagnose und Tests: Diagnose erfolgt anhand der typischen Symptomatik, kein spezifischer Labortest vorhanden
  • Prognose und Verlauf: oft verschwindet die Neurodermitis nach der Pubertät, eine gewisse Anfälligkeit bleibt ein Leben lang, manchmal Übergang zu Asthma bronchiale
  • Empfohlene Ernährung: Mikronährstoffreiche und anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollkorn, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist.
  • Therapie: 
    • Mikronährstoffe: Mikronährstoffe bringen das Immunsystem wieder ins Gleichgewicht, verbessern die Darmflora und können Nebenwirkungen von Medikamenten reduzieren
    • Lebensstil: Patientenschulung, Basispflege, und Erlernen von Entspannungstechniken, guter Schlaf
    • Konventionelle Therapie: antiallergisch wirkende Medikamente, lokale Glucocorticoide
    • Ganzheitliche Therapie: Darmsanierung, pflanzliche Medikamente/Salben, bewährte Hausmittel
  • Checkliste und Empfehlungen bei Neurodermitis: Das können Sie selbst tun.

Was ist Neurodermitis?

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Neurodermitis in der Übersicht

  • Neurodermitis ist eine chronisch entzündliche, nicht ansteckende Erkrankung der Haut, die zum allergischen Formenkreis gehört
  • Verlauf in Schüben
  • hohes Vorkommen in Industrienationen
  • jedes sechste Schulkind in Deutschland ist betroffen
  • im Erwachsenenalter sind die meisten Betroffenen beschwerdefrei

Neurodermitis ist eine nicht ansteckende, entzündliche Hautkrankheit, die in Schüben verläuft. Die Neurodermitis wird dem allergischen Formenkreis zugerechnet. Sie kann schon kurz nach der Geburt beginnen. Sicher ist, dass die Schutzfunktion der Haut durch verschiedene Veränderungen geschwächt ist. Dadurch ist die Haut anfälliger für äußere und innere Einflüsse und entzündet sich leichter.

Als mögliche Ursachen für die bei uns zunehmende Allergieanfälligkeit werden veränderte Lebensumstände und übertriebene Hygiene (Hygienehypothese) diskutiert. Mehr dazu im Kapitel über Ursachen und Risikofaktoren. Spezielle Abwehrmoleküle unseres Körpers (Immunglobulin E, IgE) bewirken bei Neurodermitis-Kranken zusammen mit bestimmten Botenstoffen (z. B. Histamin) Entzündungen, die hier eben vor allem die Haut betreffen.

 

Vorkommen und Auftreten

Es ist eine bemerkenswerte Tatsache, dass die Neurodermitis vor allem in den Industrienationen weit verbreitet ist. In Deutschland steigen die Erkrankungszahlen ständig an. Mittlerweile ist etwa jedes sechste Schulkind von Neurodermitis betroffen (1). Bei fast zwei Drittel der Betroffenen tritt die Erkrankung im ersten Lebensjahr auf, bei 90 % bis zum fünften Lebensjahr. Bei Säuglingen zeigt sich ein Milchschorf am Kopf, eine frühe Form der Neurodermitis. Oft vermindern sich die Symptome mit dem Älterwerden und verschwinden mit Beginn der Pubertät. Von den ursprünglichen Neurodermitis-Betroffenen sind im Erwachsenenalter bis zu 70 % beschwerdefrei (2).

Ursachen und Risikofaktoren

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Ursachen und Risikofaktoren in der Übersicht

  • epigenetische Fehlsteuerungen führen zu familiärer Häufung
  • Ernährung und Mikronährstoffe sind die größten Einflussfaktoren
  • übertriebene Hygiene und Umwelteinflüsse sind weitere Auslöser
  • viele der Auslöser schädigen eine gesunde Darmflora

Allergische Erkrankungen nehmen vor allem in den Industrienationen seit Jahren zu, die Ursachen sind vielfältig. Vermutlich spielen zahlreiche Faktoren gemeinsam eine Rolle. Das Hauptkennzeichen einer Neurodermitis – die allergische Reaktion – ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf harmlose Reize aus der Umwelt.

Nach derzeitigem Verständnis steht am Beginn eine (epi-)genetisch bedingte Störung der Barrierefunktion der Haut. Ein Mangel an bestimmten Eiweißen führt dazu, dass die Haut ihre schützende oberste Hornschicht nur schlecht aufbauen kann und leicht austrocknet. Sie ist damit anfällig für äußere Einflüsse jeglicher Art.

Die Haut reagiert empfindlicher als sonst, sie entzündet sich, juckt und es kommt zu teils nässenden Ekzemen. Durch Kratzen nimmt die ohnehin schon gestörte Barrierefunktion weiteren Schaden. Dadurch wird das Immunsystem verstärkt mit Substanzen aus der Umwelt konfrontiert, beispielsweise mit Pollen, Tierhaaren oder den Ausscheidungen von Hausstaubmilben. Das kann ein meist vorher schon geschwächtes Immunsystem überfordern – es kommt zu einer Überreaktion.

Wie eine Allergie entsteht

Unser Immunsystem ist normalerweise so geschult, dass es Krankheitserreger oder unerwünschte Zellen im Körper erkennt und abwehrt. Von den meisten Eindringlingen bekommen wir so erst gar nichts mit. Durch einen „Unfall“ im Wechselspiel zwischen Genen und Umwelt können Immunzellen plötzlich gegen einen harmlosen Stoff besonders empfindlich, also sensibilisiert, werden. Dieser Stoff wird dann zum Allergen. Das Immunsystem bildet daraufhin passgenaue Antikörper gegen diesen Auslöser. Diese IgE-Antikörper, welche speziell gegen das Allergen gerichtet sind, werden in den sogenannten Mastzellen gespeichert. Besonders häufig sind diese in der Darmwand zu finden.

Die ursprüngliche Aufgabe von Immunglobulin E war die Abwehr von Parasiten, deshalb kommt dieses Abwehreiweiß auch im Darm besonders häufig vor. In den Industrienationen sind aber Krankheiten, die durch Parasiten hervorgerufen werden, eine Seltenheit geworden. Man könnte umgangssprachlich sagen, „dem IgE ist langweilig und es sucht sich neue Aufgaben“.

Das Immunsystem erkennt von nun an bei jedem weiteren Kontakt das Allergen als Feind. Mit der Zeit bildet das Abwehrsystem immer mehr Antikörper. Sie können das Allergen „abfangen“. Meist schon ab dem zweiten Kontakt nach der Sensibilisierung verläuft dieser Vorgang sehr stürmisch. Hoch aktive Botenstoffe, die auch bei Entzündungen im Körper eine Rolle spielen, etwa Histamin, lösen in der Folge erstmals Neurodermitis-Symptome aus.

Die typischen Symptome der Haut wie Rötung, Jucken und Schwellung werden durch Histamin und andere Botenstoffe ausgelöst. Der eigentliche Sinn ist eine verbesserte Durchblutung (dadurch kommt die Rötung zustande), um nachrückenden Abwehrzellen den Weg zu erleichtern. Das Jucken soll die Aufmerksamkeit auf besagte Stelle leiten. Die Reaktionen des Körpers sind also „eigentlich gut gemeint“.

Die Veranlagung zu jeder Allergie wird vermutlich epigenetisch vererbt. Dadurch wird die Steuerung der Gene gestört.

Epigenetik

Bis zur Entdeckung der Epigenetik ging man davon aus, dass unsere Gene unveränderbar sind und somit Persönlichkeitsmerkmale oder die Veranlagung für bestimmte Krankheiten oder Neigungen von Geburt an feststehen.

Die Epigenetik beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit das uns vererbte Genmaterial durch äußere Einflüsse wie Ernährung, Lebensstil, Stress, Umweltgift und Lebenseinstellung veränderbar ist. Es hat sich gezeigt, dass die Gene selbst nicht verändert werden, aber durch Anbauten (Methylierung) Gensequenzen schwächer oder stärker abgelesen oder ein- bzw. ausgeschaltet werden können.

Erkenntnisse zeigen, dass durch negative Einflüsse sowohl dauerhafte Schäden als auch modifizierbare Veränderungen (epigenetisch) an unserer DNA verursachen können, die beide über Generationen weitervererbt werden können. Das Neue an diesen Forschungsergebnissen ist, dass wir die epigenetisch veränderten DNA-Sequenzen positiv beeinflussen können, wir also selbst Einfluss haben auf Dispositionen, deren Ausprägung wir bislang für unveränderbar gehalten haben.

Eine ausgewogene Ernährung, eine umfassende Versorgung mit den lebenswichtigen Mikronährstoffen, positive Gedanken und eine optimistische Lebenseinstellung sowie die Vermeidung von Schadstoffen, Chemikalien und Stress sind nach den Erkenntnissen der Epigenetik somit elementar für unsere eigene Gesundheit und Vitalität ebenso wie die unserer Kinder.

Hoffnung besteht, dass mit Hilfe der Forschungsergebnisse zur Epigenetik in der Zukunft auch derzeit als unheilbar betrachtete Erkrankungen heilbar sein werden.

Die steigende Zahl der Erkrankungen wird durch die übertriebene Zunahme der Hygiene und die Steigerung der Aggressivität von Allergenen durch Umwelt-Schadstoffe sowie durch veränderte Lebensgewohnheiten erklärt.

Auffällig ist, dass in Ländern der Dritten Welt allergische Erkrankungen fast unbekannt sind. Auch in der DDR gab es deutlich weniger allergische Erkrankungen als in der BRD. Die Hygiene-These besagt, dass sich die „arbeitslosen“ Abwehreiweiße neue Feinde schaffen, zum Beispiel eingeatmete Pollen oder harmlose Lebensmittel. In Deutschland leiden Kinder, die auf dem Land mit mehr Tieren, mehr Blütenpollen und mehr Schmutz aufwachsen deutlich seltener unter Allergien (3).

Noch ein Rat für alle Eltern, die befürchten, ihre Allergieneigung an ihre Kinder weiterzuvererben. Im schlimmsten Fall wird „nur“ die Veranlagung zur Allergie weitergegeben.  Die Veranlagung allein macht noch nicht krank, sondern nur anfällig. Kommen ungünstige Umwelteinflüsse hinzu und greifen mehrere Mechanismen ineinander, kann die Erkrankung jedoch ausbrechen. Eine gesunde Lebensweise bei Eltern kann das Risiko, eine solche Veranlagung weiterzugeben, verringern. Ebenso wird das Risiko, dass die Veranlagung als Erkrankung ausbricht durch eine gesunde Lebensweise deutlich reduziert.

Eine allergenarme Ernährung während der Schwangerschaft hat keinen Einfluss auf das Erkrankungsrisiko des Nachwuchses. Die Gefahr ist größer, dass es durch striktes Meiden bestimmter Nahrungsmittel zur Unterversorgung mit für das Immunsystem wichtigen Mikronährstoffen von Mutter und Fötus kommt (4). Um solche Versorgungsengpässe zu vermeiden, wird eine natürliche Mikronährstoffergänzung angeraten.

Neue Studien deuten darauf hin, dass eine solche natürliche Ergänzung das Immunsystem des Kindes positiv beeinflussen kann. Wichtige Inhaltsstoffe sind dabei die natürlichen Formen der Vitamine C, D und E sowie Selen und Omega-3-Fettsäuren (5). Weitere Empfehlungen dazu finden Sie im Kapitel über Mikronährstoffe.

 

Unser Buchtipp, wenn Sie tiefer in die Ursachen einer Allergie einsteigen wollen:

 

Wichtige Risikofaktoren für die Entwicklung oder Verschlechterung einer Neurodermitis sind:

  • kein oder zu kurzes Stillen
  • Übergewicht als Kind
  • Passivrauchen als Kind, Belastungen mit Ozon und Abgasen
  • zu starke Hygiene (Desinfektionsmittel im Haushalt)
  • Faktoren, die die Haut austrocknen (z. B. häufiges Waschen)
  • Darmstörungen (so genanntes Leaky-Gut-Syndrom, erkennbar an einem hohen Alpha-1-Antitrypsin-Wert im Stuhl)
  • psychische Belastung, Stress
  • westliche Ernährungsweise mit gesättigten Fetten und vielen Kohlenhydraten
  • Mangel an Mikronährstoffen

 

Symptome der Neurodermitis

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Symptome in der Übersicht

  • entzündliche, schubweise verlaufende Hautveränderungen an den Beugeseiten von Gelenken
  • starker Juckreiz
  • verdickte Haut
  • im akuten Schub auch nässende Ekzeme
  • Atopie-Zeichen

Die Neurodermitis äußert sich in entzündlichen Hautveränderungen, die vor allem an den Beugeseiten von Armen und Beinen, auf der Kopfhaut, am Hals und an den Händen auftreten. Sie sind meist von starkem Juckreiz begleitet. Der Juckreiz kann so unerträglich sein, dass die Betroffenen die Haut blutig kratzen und es auch zu nässenden oder infizierten Ekzemen kommt.

Durch die chronische Entzündung sowie starkes Kratzen kommt es mit der Zeit zu einer Verdickung der Haut. Das Aufkratzen wiederum führt zu einer Verschlechterung des Ekzems und der quälende Juckreiz nimmt weiter zu. Es entsteht ein Teufelskreis aus Juckreiz und Kratzen, aus dem die Betroffenen sich selbst nur sehr schwer befreien können.

Da die Neurodermitis (Fachbegriff: atopische Dermatitis) zu den atopischen Krankheiten zählt, hier noch ein paar Merkmale, die Anzeigen, ob ein Mensch zu einer Erkrankung des atopischen Formenkreises (Ekzem, Heuschnupfen etc.) neigt. Zu diesen äußerlichen Anzeichen zählen:

  • trockene Haut
  • verstärkte, tiefere Linienzeichnung an den Handinnenflächen
  • eine doppelte Falte unterhalb der Augenlider („Dennie-Morgan-Falte“)
  • der sogenannte weiße Dermographismus (festes Streichen über die Haut mit einem Holzspatel ruft bei atopischen Patienten eine weiße Linie hervor, während sie bei Nicht-Atopikern gerötet ist)
  • Neigung zu eingerissenen Ohr- und Mundwinkeln
  • Ausdünnung der seitlichen Augenbrauen (Hertoghe-Zeichen)

Diagnose und Tests: Neurodermitis feststellen

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Diagnose in der Übersicht

  • Anamnese, typische Symptomatik, körperliche Untersuchung
    • typische Kriterien wie Lokalisation, zeitliches Auftreten etc.
  • kein spezieller Nachweistest vorhanden

Die Neigung zu unterschiedlichen allergischen Erkrankungen wird in der Medizin als Atopie bezeichnet. Da diese atopischen Erkrankungen kein einheitliches Krankheitsbild darstellen, wird die Diagnose atopische Dermatitis anhand der Symptome nach verschiedenen Haupt- und Nebenkriterien gestellt. Zu den Hauptkriterien der Neurodermitis zählen das typische Erscheinungsbild der entzündeten Haut, der Juckreiz und eine ausführliche Eigen- und Familien-Anamnese.

Andere Hauterkrankungen wie Psoriasis oder ein Kontaktekzem können ganz ähnlich aussehen wie eine Neurodermitis. Sie haben allerdings oft andere Ursachen und müssen deshalb teilweise anders behandelt werden.  Deshalb ist die genaue Diagnose durch einen erfahrenen Arzt wichtig.

Einen typischen Labortest oder andere diagnostische Verfahren gibt es nicht.

Zu den Kriterien, die für ein atopisches Ekzem sprechen, zählen:

  • Lokalisation und altersgemäße Ausprägung der Hauterscheinungen mit Juckreiz
  • Beginn im Kindesalter
  • schubweiser Verlauf
  • andere atopische Erkrankungen beim Patienten selbst oder bei nahen Verwandten
  • Vorhandensein der oben erwähnten Atopie-Zeichen

 

Krankheitsverlauf und Prognose

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Krankheitsverlauf in der Übersicht

  • Neurodermitis verschwindet oft mit der Pubertät.
  • Neigung zu Neurodermitis bleibt lebenslang erhalten
  • manchmal Übergang zum Asthma bronchiale

Die Symptome einer Neurodermitis verringern sich in sehr vielen Fälle mit dem Älterwerden. Oft verschwinden sie mit Beginn der Pubertät. Mehr als 2/3 Drittel der Menschen, die als Kind unter Neurodermitis litten, sind als Erwachsene beschwerdefrei.

Allerdings bleibt die Neigung zur Neurodermitis ein Leben lang erhalten. Symptome können sich bei starkem Stress oder in belastenden Lebensphasen erneut einstellen. Prävention durch gesunde Ernährung, zusätzliche Mikronährstoffe und Entspannungsübungen sowie regelmäßige Darmsanierungen sollte im Vordergrund stehen.

In manchen Fällen ist ein Übergang zum Asthma bronchiale beobachtet worden.

Ausflug in die Wissenschaft

Darm, Haut und Lunge

Entwicklungsgeschichtlich sind der Darm und Haut sehr eng verwandt. Für Laien verständlich könnte man sagen, der Darm ist die „innere Haut“. So erklärt sich auch deren enge Verwandtschaft mit der Lunge.

Aus einem Teil unseres embryonalen Darms entstehen in der Schwangerschaft die Lungenflügel. Das könnte eine Erklärung dafür sein, warum so viele Patienten mit Neurodermitis bei fortschreitender Krankheitsdauer an Asthma erkranken.

Und es ist auch eine mögliche Erklärung dafür, dass man Lungen- wie Hautsymptome sehr gut über eine Darm-Therapie behandeln kann. Erfreulich ist, dass diese in der Naturheilkunde lange bekannten Zusammenhänge nun auch von der modernen Wissenschaft bestätigt werden (6).

Ernährung bei Neurodermitis

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Ernährung in der Übersicht

  • Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen.
  • Eine gesunde Ernährung ist vor allem abwechslungsreich und reich an Vitaminen und weiteren Mikronährstoffen – das Gegenteil der Western Diet.
  • Wichtig ist, dass unsere tägliche Ernährung reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthält. Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Auf histaminhaltige Lebensmittel sollte möglichst verzichtet werden.

Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen. Sie fördert chronische Entzündungen, die Arterien verkalken lässt, unseren Darm und unser Immunsystem schwächt, unsere Psyche negativ beeinflusst und letztlich Zellstress entstehen lässt. Wie im Kapitel Ursachen ausführlich dargestellt, spielen entzündliche Prozesse auch bei Neurodermitis eine Rolle. Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen bei Neurodermitis in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:

 

  • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
  • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
  • Sie schützen sich vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ bei Neurodermitis auswirken.
  • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

 

Probleme der heutigen Ernährung

Obwohl in Deutschland kein Mangel an Nahrungsmittelvielfalt herrscht, wird eine naturbelassene Ernährung mit vielen qualitativ hochwertigen und unverarbeiteten Produkten immer seltener. Volle Arbeitstage, Alltagsstress, keine Zeit zu kochen und auch der Mangel an Wissen und Fähigkeiten führen zunehmend zu einer ungesunden Ernährung.

 

Fertigprodukte statt frisch kochen: Western Diet

Diese Art der Ernährung wird oft unter dem Begriff Western Diet zusammengefasst, weil sie vor allem in den westlichen Industrieländern weit verbreitet ist und sich zunehmend auch in Ländern mit traditionell gesunder Ernährung ausbreitet – mit gravierenden Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung.

 

Merkmale der Western Diet

hochkalorisch, zuckerreich, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren, salzreich, viele Konservierungsstoffe und hochverarbeitete Produkte (Fastfood, Fertigprodukte, „Junkfood“) – dagegen wenig frisches Obst und Gemüse, keine hochwertigen Pflanzenöle, wenig komplexe Kohlenhydrate, wenige Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe

Nährstoffzufuhr aus dem Gleichgewicht

Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen. Unsere Lebensmittel setzen sich zum einen aus Makronährstoffen zusammen, die uns Energie und Baumaterial liefern: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.

Auf der anderen Seite enthalten Lebensmittel auch unzählige Mikronährstoffe, die das Umsetzen der Makronährstoffe im Stoffwechsel erst möglich machen: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Fettsäuren, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe.

Ungesund wird eine Ernährung dann, wenn die einzelnen Gruppen nicht mehr im Gleichgewicht zueinander stehen. Arbeit findet z. B. heute sehr oft als sitzende Tätigkeit am Schreibtisch statt, wo kaum Kalorien verbrannt werden – jedoch dominieren Kohlenhydrate nach wie vor zu einem großen Anteil unsere tägliche Ernährung, was die Entwicklung einer chronischen Entzündung besonders fördert – das ständige Zuviel.

Anti-entzündliche Ernährung: Profitieren Sie auf allen Ebenen

Erst gravierende Erkrankungen und Ereignisse wie eine Autoimmunerkrankung lassen uns aufhorchen und führen oft zu einem Wendepunkt im Leben: Lassen Sie es gar nicht erst so weit kommen!

Sich gesund zu ernähren heißt nicht sich selbst zu kasteien, zu verzichten oder strikte Pläne einzuhalten. Es bedeutet Neues kennenzulernen, alte Wege zu verlassen und sich jeden Tag fitter, gesünder und leistungsfähiger zu fühlen statt immer müde, abgeschlagen und energielos. Sie können dabei Schritt für Schritt etwas an Ihrer Ernährung ändern, statt zu versuchen, von heute auf morgen alles auf den Kopf zu stellen. Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt.

 

 

Ein wunderbares Kochbuch gegen die heimliche Entzündung in unserem Körper:

 

Was ist antientzündliche Ernährung?

Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Eine pro-entzündliche Ernährung ist einer der Hauptauslöser für eine chronisch-schwelende Entzündung in unserem Körper, die stille Entzündung (silent inflammation).

Die folgende Tabelle stellt Ihnen wichtige anti- und pro-entzündliche Nahrungsmittelgruppen vor:

Anti-entzündliche Nahrungsmittel und pro-entzündliche Nahrungsmittel

 

PRO Anti-entzündliche Ernährung (mediterrane Diät)KONTRA
Pro-entzündliche Ernährung („Westliche“ Diät)
Olivenöl, Walnussöl, Leinöl, Hanfölfrittierte Lebensmittel, Margarine, Sonnenblumenöl, Schweineschmalz, Sojaöl, Maiskernöl
Obst (zuckerarme Sorten bevorzugen: Beeren, Zitrusfrüchtw, Äpfel
Gemüse (mindestens „5 am Tag“: grüne Blattgemüse, Brokkoli, Spinat, Kohlsorten, Topinambur, alle Salate, Wildkräuter
Fast Food, Fertigprodukte, Süßigkeiten, industriell gefertigte Snacks
Vollkornprodukte: Getreideprodukte aus dem vollen Korn inklusive aller BallaststoffeProdukte aus Auszugsmehlen („Weiß“), Weizen
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu, Eier: moderater Konsum (mind. Bio-Freiland-HaltungWurstwaren, viele Milchprodukte
fetter Seefisch: Lachs, Makrele, SardinenSchweinefleisch
frische Kräuter, antientzündliche Gewürze wie Chilli, Kurkuma, Ingwer
Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Meerettich
sehr salzreich
Getränke und Tee: Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, grüner TeeSoftdrinks, häufiger Alkoholkonsum Milchmixgetränke
Nüsse und Saaten: Walnüsse, Leinsamen, Pinienkerne, Kürbiskerne, MacadamianüsseErdnüsse, gesalzene und aromatisierte „Knabbernüsse“
Probiotika: Kefir, Joghurt, milchsauer eingelegte Gemüse, Misopaste

Weitere Eckpunkte einer gesunden Ernährung sind:

  • Flexitarismus: Insgesamt sollte Ihre Ernährung vorwiegend pflanzenbasiert ausgerichtet sein – Fleisch, Fisch und Milchprodukte sind in Maßen zu genießen, dafür in hochwertiger Qualität.
  • Mittelmeer-Diät: Gute Orientierung bei einer anti-entzündlichen Ernährung bietet die mediterrane Ernährung – Menschen, die sich traditionell nach der Mittelmeerdiät ernähren, leiden seltener unter der chronischen Entzündung und deren Folgen, z. B. weniger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Regional und saisonal: Produkte aus der Region, die keinen weiten Anreiseweg hatten, sind frischer und oft nährstoffreicher. Viele Superfoods haben einheimische „Verwandte“ wie z. B. Leinsamen (statt Chiasamen) oder Hagebutten (statt Goji-Beeren).
  • Gesunde Fette: Fett reduzieren ist passé, viel wichtiger, ist die richtigen Fette aufzunehmen: Die optimalen Quellen sind kaltgepresste, hochwertige Öle. Dabei sollte der Anteil der Omega-3-Fettsäuren möglichst hoch sein, da sie im Gegensatz zu den Omega-6-Fettsäuren entzündungs- und schmerzhemmend wirken.
  • Kohlenhydrate reduzieren: Essen Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate, also weniger weißes Brot, weniger weiße Nudeln und Reis. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Botenstoffe.
  • Vegetarismus und Veganismus sind Ernährungsformen, die sehr gesund und ausgewogen sein können, aber nicht automatisch sind: Wenn viele oben genannte Nahrungsmittel integriert werden und auf ausreichend Mikronährstoffzufuhr geachtet wird. Auch der vegane Trend hat viele Fertigprodukte auf den Markt gebracht, die oft mit einer gesunden Ernährung nichts mehr gemeinsam haben. Achten Sie also weniger auf ein „Label“, sondern auf Ausgewogenheit.
  • Achtsamkeit beim Essen: Genuss, Freude und Langsamkeit gehören zu einer gesunden Ernährung genauso wie hochwertige Nahrungsmittel.
  • Fastenperioden: Intervallfasten oder Buchinger-Fasten können sinnvoll sein für einen Neustart oder ein jährliches Ritual, hier müssen Sie selbst abwägen, ob es zu Ihnen passt.
  • In Bewegung bleiben: Zu einer gesunden Ernährung gehört Bewegung – neben vielen anderen positiven Effekten, wirkt die Verdauung angeregt und die Darmpassage gefördert.

 

So sollte Ihr Teller aussehen

Mit dieser Telleraufteilung versorgen Sie Ihren Organismus optimal mit wichtigen Mikronährstoffen und ausreichend Energie-Lieferanten (Fette, Kohlenhydrate und Eiweiß). Achten Sie also darauf nicht nur Beilagen und Fleisch/ Fisch zu sich zu nehmen, sondern variieren Sie vor allem mit verschiedenen Gemüse- und Obstkombinationen. So gehen Sie Übergewicht aus dem Weg und vermeiden Speisen mit zu hohen Kalorienwerten.

 

Ernährung bei Neurodermitis

Da Histamin der wichtigste Botenstoff bei einer Allergie ist, empfiehlt es sich, histaminreiche Lebensmittel während akuter Schübe und in Stressphasen zu meiden. Das heißt, dass Speisen und Getränke, die einen langen Reifungsprozess durchlaufen (zum Beispiel Hartkäse oder Salami) oder Lebensmittel, die einem Gärprozess unterworfen wurden (zum Beispiel Rotwein, Weizenbier, Sauerkraut) zu meiden sind. Die Zufuhr von Histamin durch Nahrungsmittel kann einen Neurodermitis-Schub auslösen.

Histamin in Nahrungsmitteln kann weder durch Tiefkühlen, noch durch Backen, Grillen oder Kochen der Speisen inaktiviert werden. Histamin-Vorstufen werden vor allem durch Bakterien gebildet, wodurch auch lang gelagerte Speisen im Zuge des vermehrten bakteriellen Verderbs vermehrt Histamin enthalten. In Abhängigkeit von Herstellung, Zubereitung und Lagerung der Lebensmittel schwanken die Histamingehalte enorm. Das erklärt auch, warum in unterschiedlichen Tabellen die Angaben zum Histamingehalt oft stark unterschiedlich sind. Interessanterweise werden milchsauer vergorene Lebensmittel – die ebenfalls Histamin enthalten – meist sehr gut vertragen.

Meiden Sie beispielsweise:

  • Schokolade
  • eingelegte/konservierte Lebensmittel
  • Käse: vor allem Hartkäse; je älter (je länger gereift), desto mehr Histamin
  • geräuchertes Fleisch, Schinken, Salami, …
  • die meisten Fischprodukte (alle Meeresfrüchte), v. a. Fischkonserven
  • schwarzer Tee
  • Weizenkeime
  • Nüsse
  • Essig

 

Gut vertragen werden in der Regel:

  • Frischkäse
  • pasteurisierte Milch
  • frisches Fleisch (frisch, gekühlt, gefroren)
  • fangfrischer Fisch
  • frisches Obst: Melone, Heidelbeeren, Preiselbeeren, Litschi, Mango, Khaki, Rhabarber, Kirschen, Blaubeeren, Johannisbeeren, Aprikosen, Äpfel
  • frisches Gemüse: grüner Salat, Kohlsorten, Rote Bete, Kürbis, Zwiebel, Radieschen, Rettich, Ackersalat, Paprika, Karotten, Brokkoli, Kartoffeln, Gurke, Lauch, Zucchini, Mais, Spargel, Knoblauch
  • Getreide, Teigwaren: Dinkel-, Mais-, Reisnudeln, hefefreies Roggenbrot, Mais-Reis-Knäckebrot, Reis, Haferflocken, Reiswaffeln Mais-, Reis-, Hirsemehl
  • Milchersatz: Reis-, Hafer-, Kokosmilch
  • Kräutertee
  • Eigelb

Des Weiteren gelten natürlich die üblichen Regeln der gesunden anti-entzündlichen Ernährung (siehe oben). Sie sollten insgesamt weniger Kohlenhydrate essen, also weniger weißes Brot, weniger Nudeln und Reis, dafür mehr Gemüse und Obst. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Bakterien im Darm (7). Damit wird Ihr Organismus anfälliger für Allergien generell und im Besonderen für Neurodermitis. Zu viele tierische Lebensmittel ‒ vor allem die Fette von Tieren aus konventioneller Masttierhaltung ‒ fördern Entzündungen im ganzen Körper und stören ebenfalls die Darmflora. Man konnte allerdings nachweisen, dass Produkte von Tieren aus artgerechter Haltung hier aufgrund des höheren Anteils von Omega-3-Fettsäuren sogar gesunde Effekte aufweisen können.

 

Gerade der Darm mit seiner Bakterienflora – dem Mikrobiom – ist in den letzten Jahren mehr und mehr ins Zentrum der Forschung gerückt. Aus naturheilkundlicher Sicht ist der Zusammenhang zwischen Darm und Haut seit langem bekannt. In der traditionellen chinesischen Medizin werden Darm und Haut (und übrigens auch die Lunge) als Geschwister bezeichnet, die immer gemeinsam behandelt werden müssen.

Hier ein besonderer Tipp zur Ernährung bei Neurodermitis:

 

Therapie und Prävention

Jede Behandlung enthält präventive Aspekte und jede Prävention wirkt auch als Therapie. Die Grundpfeiler jeder Vorbeugung und Therapie basieren auf unserem Lebensstil: Wie ernähren Sie sich? Ist Ihr Organismus ausreichend mit Mikronährstoffen versorgt? Wieviel Bewegung ist in Ihren Alltag integriert? Rauchen Sie und wieviel Alkohol konsumieren Sie? Bestimmt Stress Ihr ganzes Leben? Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, können sich diese Basispfeiler positiv auf Ihre Gesundheit auswirken, aber auch jahrelange Risikofaktoren für viele Erkrankungen darstellen. In diesem Kapitel werden zahlreiche ganzheitliche Methoden vorgestellt, die Ihre Gesundheit und Lebensqualität stärken können – präventiv und/oder auch als Therapie.

Allergievorbeugung vor, während und nach der Schwangerschaft

Neben einer gesunden stressarmen Lebensweise der Mutter während der Schwangerschaft (keine Lebensmittel müssen gemieden werden) und der Einnahme einer natürlichen Mikronährstoffergänzung gibt es eine weitere, sehr effektive Möglichkeit der Prävention der Neurodermitis:

Die wirksamste Möglichkeit, der Erkrankung vorzubeugen ist das ausschließliche Stillen des Neugeborenen mindestens bis zum vierten, besser bis zum sechsten Lebensmonat. Sollte dies unmöglich sein, stellt die Ernährung mit nachgewiesenermaßen nichtallergischen Ersatzmilchstoffen (hypoallergene Säuglingsnahrung) für wenigstens vier Monate eine ebenfalls wirksame Alternative zur Vorbeugung von Allergien dar. Dabei sollte aber feste Nahrung oder Kuhmilch völlig vermieden werden (8).

Ab dem fünften Lebensmonat kann ein Baby Beikost erhalten. Ab dem 1. Lebensjahr kann die Ernährung des Kindes, wenn sonst nichts dagegenspricht, auf gesunde „Erwachsenenkost“ einschließlich Fischmahlzeiten (schon in der Beikost!), umgestellt werden.

Hier unser Tipp zur Verringerung der Allergieneigung:

 

Individuelle Behandlung

So wie die auslösenden Faktoren sind auch die angewandten Behandlungsformen sehr vielfältig. Da offenbar unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen, sollte die parallele Anwendung von verschiedenen Therapieansätzen in Betracht gezogen und individuell an die Bedürfnisse des Patienten angepasst werden. Die Therapie der Neurodermitis besteht daher idealerweise aus einer Vielzahl von Bausteinen, die zum Teil auch einfach ausprobiert werden müssen.

Nicht alle Behandlungsansätze wirken bei allen gleich; manche Methoden, die bei einem Betroffenen lindernd wirken, können bei anderen das Krankheitsbild verschlechtern. Eventuell müssen Behandlungsmethoden mehrmals neu kombiniert oder verändert angewendet werden, da es vorkommen kann, dass die Haut bei einem neuen Schub anders auf eine bisher gut angenommene Behandlung reagiert als erwartet.

Mikronährstoffe

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Mikronährstoffe in der Übersicht

Mikronährstoffe….

  • … sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus. Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen, wenn Sie an Neurodermitis leiden. Besonders wichtig ist eine natürliche Mischung aus Antioxidantien, Vitamin D, Zink, Omega-3-Fettsäuren und sekundären Pflanzenstoffen.
  • … regeln Auf- und Abbau von Botenstoffen.
  • … helfen das Immunsystem ins Gleichgewicht zu bringen.
  • … wirken Entzündungen und freien Radikalen entgegen.
  • … fördern den Aufbau einer gesunden Darmflora.
  • … entfalten ihre Wirkung am besten in natürlichen Kombinationen.

Eine wichtige Basis für alle Therapien wird oft bei der Beratung außer Acht gelassen: Eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung. Mikronährstoffe spielen bei praktisch allen Stoffwechselreaktionen eine große Rolle. Sie steuern die Produktion und Ausschüttung von Hormonen und Botenstoffen und sind damit auch wichtig die Regulation des Immunsystems und die Auflösung von Entzündungen. Deshalb ist bei der Diagnose Neurodermitis immer auch eine begleitende Mikronährstofftherapie wichtig.

Mikronährstoffe – was ist das?

Zu den Mikronährstoffen gehören in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die einen wichtigen Teil dazu beitragen, damit unser Organismus funktioniert. Im weiteren Sinne lassen sich auch essentielle Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme hinzuzählen. Makronährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette sind unsere Energielieferanten, während die Mikronährstoffe an Prozessen wie z. B. Blutgerinnung, Immunabwehr und Knochengesundheit beteiligt sind. Einige Mikronährstoffe kann unser Körper selbst herstellen, die meisten jedoch müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

Der menschliche Organismus – ein Blick in die Zellen

Der Mensch besteht aus über 70 Billionen Zellen. Diese können alle nur optimal funktionieren, wenn sie mit Vitaminen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen versorgt sind. Es gibt nahezu keinen Stoffwechselschritt, an dem nicht mehrere Mikronährstoffe beteiligt sind. Dazu zählen unter anderem die:

  • Aktivierung von Enzymen und Hormonen (Stoffwechselaktivität)
  • Abwehrleistung des Immunsystems (Immunstoffwechsel)
  • Energieproduktion in den Kraftwerken unserer Zellen, den sogenannten Mitochondrien (Energiestoffwechsel)
  • Leistungsfähigkeit des Herzmuskels (Herzkraft und -rhythmus)
  • Kontraktion der Skelettmuskulatur (Muskelkraft und -koordination)
  • Impulsübertragung und der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen (Nerven- und Gehirnstoffwechsel)

 

Für alle Stoffwechselreaktionen im Körper sind Enzyme notwendig, sie wirken wie ein Katalysator. Enzyme können ihren Aufgaben jedoch nur mithilfe von Mikronährstoffen nachkommen. Je besser der Körper mit Nährstoffen versorgt ist, desto besser funktioniert der gesamte Organismus. Ein Mikronährstoffmangel kann sich also negativ auf den Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken. Um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihre weiteren Therapien zu unterstützen, sollten Sie also auf Ihren Mikronährstoffhaushalt achten.

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen?

Egal ob Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder die Antibabypille. Schon ein einzelnes Medikament kann unsere optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ungünstig beeinflussen. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto intensiver wird in den Mikronährstoffhaushalt eingegriffen, was Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinander sowie das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht. Hierdurch kann nicht nur die Wirkung des Medikaments negativ beeinflusst werden, sondern auch die Funktion der Mikronährstoffe. Welche Medikamente welche Nebenwirkungen bei Hashimoto haben können, führen wir weiter unten noch genauer aus.

 

Welche Lebensphasen führen noch zu einem erhöhten Mikronährstoff-Bedarf?

Aber nicht nur die regelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einem erhöhten Mikronährstoffbedarf. Es gibt bestimmte Lebensphasen und Umstände, die ein erhöhtes Risiko für einen Nährstoffmangel aufweisen:

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • ältere Menschen
  • Menschen mit Magen-Darm-Störungen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen

 

Diesen erhöhten Bedarf zu decken, ist nicht immer einfach. Trotz des reichhaltigen Angebotes an verschiedenen Lebensmitteln verringern verschiedene Faktoren den Mikronährstoffgehalt in Lebensmitteln:

  • nicht ausgereiftes Obst und Gemüse
  • größere Erträge in der Landwirtschaft
  • Einsatz von Pestiziden

 

Es ist wichtig, die Ernährung mit einer breiten und möglichst natürlichen Basis an allen Vitaminen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu optimieren.

 

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Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

Das Angebot an Mikronährstoffpräparaten ist groß und unübersichtlich. Entscheidend beim präventiven Ansatz ist die natürliche Vielfalt. Das ideale Mikronährstoffpräparat ist auf natürlicher Basis produziert, enthält neben allen klassischen Mikronährstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme, ist flüssig, glutenfrei und vegan. Die Bioverfügbarkeit sollte wissenschaftlich belegt sein und es sollten keine künstlichen Aroma- oder Konservierungsstoffe enthalten.

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Mikronährstoffe bei Neurodermitis

Mikronährstoffe spielen – wie oben schon erwähnt – bei praktisch allen Stoffwechselreaktionen eine entscheidende Rolle. Sie steuern beispielsweise die Produktion und die Ausschüttung von Hormonen und Botenstoffen und sind auch an deren Abbau beteiligt. Histamin ist einer diese Botenstoffe. Es ist ein Botenstoff, der im ganzen Körper verwendet wird, speziell aber im Immunsystem. Histamin steuert Entzündungen und löst allergische Reaktionen aus. Das ist einer der besten Ansatzpunkte für den Einsatz von Mikronährstoffen bei Neurodermitis.

Am bekanntesten und am besten untersucht ist die Wirkung von Vitamin C als natürliches Antihistaminikum, es beschleunigt den Abbau von Histamin (9). So konnte beispielsweise in einer Studie mit 2000 Schwangeren gezeigt werden, dass zusätzlich eingenommenes Vitamin C das Risiko für das Kind, an Allergien oder Neurodermitis zu erkranken, deutlich senkte (10).

Zahlreiche weitere Mikronährstoffe haben ebenfalls Antihistamin-Wirkungen und beugen so dem Ausbrechen einer Allergie wie dem atopischen Ekzem oder Heuschnupfen vor. Vitamin B3 (Niacin), Kalzium und Zink sind Beispiele für Mikronährstoffe, die die Ausschüttung von Histamin im Körper verlangsamen. Sie stabilisieren die Zellwände der histaminproduzierenden Mastzellen (11). Dadurch wird die Schwelle, wann eine Allergie ausbricht, nach oben gesetzt. Schwere Reaktionen wie etwa ein allergisches Asthma können so verhindert oder zumindest verzögert und abgeschwächt werden.

Auch Vitamin D, für das in Mitteleuropa ein weitverbreiteter Mangel nachgewiesen ist (12), ist für die Behandlung von Neurodermitis wichtig. Studien zeigen, dass für die Bildung gesunder Hautzellen ein adäquater Vitamin-D-Spiegel wichtig ist (13). Zu Ihrer Information: In den meisten Studien wird ein Blutspiegel von mehr als 30 ng/ml als adäquat angesehen. Außerdem ist Vitamin D wichtig für das Immunsystem der Haut, es kann beispielsweise virale oder bakterielle Infektionen der Haut verhindern.

Vitamin D aus Sonnenlicht?

Genügend Sonnenlicht könnte – theoretisch – für mehr Vitamin D im Körper sorgen. Dabei ist aber zu beachten, dass die Höhe des Sonnenstands ein entscheidender Faktor für die Vitamin-D-Bildung ist. In unseren gemäßigten Breiten steigt die Vitamin-D-Bildung in der Haut mit der Höhe des Sonnenstands exponentiell an und ist daher stark jahreszeitabhängig. Bei niedrigem Sonnenstand mit vorwiegendem UV-A-Anteil des Sonnenlichts ist die Möglichkeit einer effektiven Vitamin-D-Bildung in der Haut gering bis unmöglich, die Gefahr von Hautschäden jedoch immer noch relativ hoch.

Nördlich des 52. Breitengrads (London, Ruhrgebiet) und nach anderen Forschungen schon des 42. Breitengrads (Barcelona, Norditalien) kann im Winter kein Vitamin D3 in der Haut gebildet werden (14).

Als Faustregel gilt, dass keine Vitamin-D-Bildung möglich ist, wenn Ihr Schatten länger ist als Sie groß sind.

Grundvoraussetzung für einen ausreichenden UV-B-Anteil im Sonnenlicht ist, dass der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen auf die Erde steiler ist als 35° (15). In Süddeutschland, Österreich und der Schweiz ist dies von Anfang März bis Mitte Oktober gegeben, in Norddeutschland von Ende März bis Ende September. Zu Anfang und Ende dieser Phase wird der benötigte Sonnenstand aber nur zur Mittagszeit erreicht. Das führt dazu, dass die Menschen in Mitteleuropa praktisch ganzjährig von Vitamin-D-Mangel bedroht sind. Eine zusätzliche Einnahme über Nahrungsergänzungen wird allgemein dringend angeraten.

Ein gutes, natürliches Mikronährstoffprodukt enthält aber nicht nur Vitamine und Mineralien, auch Omega-3-Fettsäuren und unterschiedliche sekundäre Pflanzenstoffe sollten – wie bei gesunder Ernährung auch – enthalten sein. Für beide gibt es zahlreiche Studien, die die Wirkung zur Reduktion des Histaminspiegels und ihre antientzündlichen Eigenschaften bestätigen.

In unserer heutigen Ernährung dominieren die entzündungsfördernden Omega-6-Fettsäuren. Omega-3-Fettsäuren sind wichtige Gegenspieler und bringen das Entzündungsgeschehen wieder in ein natürliches Gleichgewicht. Damit helfen Sie, dass bei vielen Menschen heute so oft erhöhte Entzündungsgeschehen im Körper zu reduzieren und unterstützen die empfindliche Haut beim Abheilen (16). Übrigens zeigen Studien immer wieder, dass emulgierte Omega-3-Fettsäuren in einem komplexen Mikronährstoffprodukt in flüssiger Form besser aufgenommen werden als die üblichen Omega-3-Kapseln (17).

Sekundäre Pflanzenstoffe aus gesunden Lebensmitteln haben ähnliche Effekte. So stabilisiert beispielsweise Quercetin aus Zwiebeln oder Äpfeln ebenfalls die Mastzellen und senkt so die Konzentration von Histamin (18). Auch hier ist eine natürliche Kombination wieder vorteilhafter als einzelne Stoffe einzunehmen. So unterstützt Quercetin die Aufnahme der gesunden Inhaltsstoffe aus dem grünen Tee, die u. a. entzündungshemmend wirken.

Lebensstil

Das-Wichtigste-in-Kürze

Lebensstil in der Übersicht

  • Patienten-Schulung: Studien haben gezeigt, dass Patienten besser mit ihrer Erkrankung zurechtkommen, wenn sie gut informiert sind (19).
  • Basispflege der Haut: Verlängerung der symptomfreien Intervalle
  • Entspannungstechniken: Reduktion der Entzündungs- und Allergieneigung
  • gesunder Schlaf: Förderung der Regeneration und Stimulation des Abbaus von Entzündungen

Oben haben wir schon gezeigt, wie wichtig eine Anpassung bei Ernährung und Mikronährstoffen bei Neurodermitis sind. Doch auch die Lebensweise und -einstellung kann erheblichen Einfluss auf die Symptomatik haben.

Schulung von Patienten und Angehörigen

Viele Neurodermitis-Kranke und ihre Angehörigen sind häufig nicht ausreichend über mögliche Einflussfaktoren auf den Verlauf der Erkrankung und optimale Hautpflegemöglichkeiten informiert. Gerade auch, weil die Neurodermitis-Behandlung von der Mitarbeit des Betroffenen abhängt, kann es durchaus sinnvoll sein, an einer systematischen Patientenschulung teilzunehmen.

Die Teilnehmer erhalten Informationen zum Krankheitsbild und den Behandlungsoptionen sowie zur Rolle von Allergenen und dem Stellenwert der richtigen Ernährung. Darüber hinaus erlernen sie Entspannungs- und Bewältigungstechniken, etwa um übermäßiges Kratzen in den Griff zu bekommen.

Die Effizienz dieser Maßnahmen ist mittlerweile auch in Studien belegt worden. Demnach haben geschulte Patienten weniger Hautsymptome, leiden weniger unter Juckreiz und haben eine bessere Lebensqualität, einfach weil sie gelernt haben, selbstständig und situationsangepasst zu reagieren (20).

 

Basispflege

Als eine der wichtigsten Maßnahmen des täglichen Lebens gilt bei der Neurodermitis die Basispflege der Haut. Für Patienten mit Neurodermitis werden möglichst natürliche Pflegeprodukte mit feuchtigkeitsspendenden und rückfettenden Eigenschaften für die tägliche Hautpflege empfohlen. Dadurch werden die symptomfreien Phasen verlängert und man kann den Bedarf an Salben oder Cremes mit chemischen Wirkstoffen reduzieren. Reine Öle ziehen nicht so gut in die Haut ein und werden deshalb nicht zuallererst zur Basispflege empfohlen.

Stattdessen werden meist wirkstofffreie Cremes oder Salben angewandt. Gut bewährt hat sich auch der Zusatz von Harnstoff, der die Feuchtigkeit in der Haut erhöht. Bei Erwachsenen sollte die Konzentration 10 %, bei Kindern 2-4 % nicht überschreiten. Alle verwendeten Pflegeprodukte sollten auf jeden Fall frei von Erdölprodukten (auch oft als „Paraffine“ oder „Mineralöle“ deklariert) sein, da diese die Hautatmung behindern. Auch Zinksalben können aufgrund ihrer kühlenden, zusammenziehenden und anti-entzündlichen Wirkung hilfreich sein; Zink ist aber vor allem innerlich als Heilmittel für die Haut wichtig.

Ob eine (fettreiche) Salbe oder eher eine (wasserreiche) Creme zum Einsatz kommt, hängt vom Hautzustand, den betroffenen Körperstellen, dem Patientenalter und der Jahreszeit ab. Je besser der Hautzustand, desto fetthaltiger kann das Pflegemittel sein. Ist die Haut dagegen entzündet und juckt, sind wässrigere Cremes zu bevorzugen, da sie durch die Verdunstungskälte zusätzlich die Symptome lindern.

Tipp

Die Vorzüge von Salben und Cremes vereint der „fett-feuchte Verband“. Er besteht aus einer Schicht fetthaltiger Salbe, die mit einem feuchten Umschlag und darüber mit einem trockenen Verband abgedeckt wird. Ein positiver Nebeneffekt davon ist, dass das Kratzen unterbunden wird.

Entspannungstechniken

Auf der anderen Seite bietet der Zusammenhang der Krankheitsschübe mit psychischen Belastungsfaktoren und der Teufelskreis zwischen Juckreiz und Kratzen Ansatzpunkte, um selbst zu handeln. Entspannungsverfahren spielen eine wichtige Rolle, da sie den Betroffenen helfen können, das Belastungsniveau zu senken und den Juckreiz besser zu bewältigen.

In diesen Kontext gehört auch die Stressverarbeitung. Chronischer Stress ist ebenfalls an der Entstehung der Neurodermitis beteiligt. So zeigte eine Studie, dass chronischer Stress die Funktion unserer Zellkraftwerke (Mitochondrien) beeinträchtigt und dadurch die Barrierefunktion der Darmzellen nicht aufrechterhalten werden kann. Dies führt zu einer vermehrten Belastung des Immunsystems und zu einer erhöhten Allergieneigung (21).

Rechtzeitiger Stressabbau zur Vorbeugung vieler Erkrankungen ist wichtig. Weitere Studien empfehlen die regelmäßige Anwendung von erlernten Entspannungsverfahren (Autogenes Training, Muskelentspannung nach Jacobson, Yoga), um einer akuten Verschlechterung und schweren Fällen von Neurodermitis vorzubeugen (22). Für Kinder scheint Yoga eine sehr gute Form der Entspannung darzustellen: Die gleichzeitige Bewegung und die Möglichkeit, mit den Eltern gemeinsam etwas zu unternehmen, machen diese Entspannungsform für den Nachwuchs besonders empfehlenswert.

Zu dem Thema haben wir hier eine wunderbare Empfehlung zu Yogamatten, schadstofffrei und nicht rutschend, optimal auch für Kinder:

 

Gesunder Schlaf

Genügend erholsamer Schlaf ist eine wunderbare Medizin. Im Schlaf stellt unser Körper seinen Stoffwechsel komplett um, und wir heilen sozusagen im Schlaf. Der Körper regeneriert und baut Entzündungen ab. Schlafmangel wiederum wirkt wie Dauerstress, das Immunsystem wird gehemmt und Entzündungen können nicht aufgelöst werden.

Erklären kann man das vor allem über die Wirkung der unterschiedlichen Hormone. Tagsüber wirken andere Hormone als nachts. So ist das als „Schlafhormon“ bekannte Melatonin zugleich eines unserer stärksten körpereigenen Antioxidantien und wirkt sehr stark entzündungshemmend. Die folgende Box erklärt die Zusammenhänge der Hormone:

Ausflug in die Wissenschaft

Hormone, Schlaf und Regeneration

Im Folgenden finden Sie einen kleinen Ausschnitt aus dem komplexen Zusammenspiel unserer Hormone und Botenstoffe, die mit dem Schlaf zu tun haben. Einer der Ausgangsstoffe ist das „Glückshormon“ Serotonin. Serotonin wird tagsüber gebildet und steuert so elementare Funktionen wie das Hungergefühl und reguliert die während des Tages sehr wichtigen Organe wie Bauchspeicheldrüse (Verdauung) und Schilddrüse (Energiestoffwechsel).

Abends, wenn unser Stresshormon Cortisol abfällt, wird aus Serotonin dann Melatonin gebildet. Melatonin ist nicht nur das Schlafhormon, es ist vielmehr ein „Rhythmushormon“. Es zeigt uns, wann es Zeit ist zum Schlafen, und wann es Zeit ist für Aktivität. Das Rhythmushormon selbst wird wiederum von äußeren Rhythmen beeinflusst, so unter anderem von Licht. Sobald es abends dunkel wird, wird Melatonin produziert.

Daraus lassen sich zwei Dinge ableiten, die für gesunden Schlaf wichtig sind:

  • Stress am Abend behindert die Bildung von Melatonin.
  • Licht, vor allem Licht mit hohem Blauanteil, wie es Bildschirme abstrahlen, behindert die Bildung von Melatonin.

Ausreichend Melatonin ist jedoch die Grundvoraussetzung, gesund und erholsam zu schlafen. Zudem ist Melatonin die Voraussetzung, dass im Schlaf weitere Regenerationshormone wie das Wachstumshormon und andere Botenstoffe wie ACTH gebildet werden können. So ist ACTH beispielsweise einer der stärksten Stoffe gegen Entzündungen, die unser Körper zur Verfügung hat.

Gemeinsam sind Melatonin, Wachstumshormon und ACTH ein unschätzbares Trio für langfristige Gesundheit und gegen die allgegenwärtigen Entzündungen.

Studien zeigen, dass beispielsweise gute Melatonin-Spiegel auch zu einer Verbesserung des Hautbildes bei Neurodermitis führen (23).

Unser Tipp, um den Melatonin-Spiegel auf natürliche Weise zu erhöhen:

 

Förderlich für einen guten Schlaf:

  • ab dem Nachmittag keine koffeinhaltigen Getränke mehr wie Kaffee oder Colagetränke
  • leicht verdauliche Kost am Abend
  • mäßiger Sport am Abend, möglichst keine aufputschenden Workouts
  • Mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen Handy, Computer und Fernseher aus – das blaue Kunstlicht stört die Melatoninbildung (Schlafhormon).
  • Einschlafrituale schaffen wie ruhige Musik hören, eine Tasse schlaffördernden Tee trinken oder ein Buch lesen
  • störende oder kreisende Gedanken aufschreiben, um den Geist zur Ruhe zu bringen – am nächsten Tag haben Sie wieder Zeit, um sich damit zu beschäftigen
  • das Schlafzimmer ausreichend lüften und für Temperaturen zwischen 15°C bis 18°C sorgen

Konventionelle Therapie

Das-Wichtigste-in-Kürze

Konventionelle Therapie in der Übersicht

  • Je nach Symptomatik werden verabreicht:
    • Externa ohne Wirkstoffe
    • Externa mit niedrig dosierten Wirkstoffen
    • Externa mit höher dosierten Wirkstoffen
    • Medikamente zur Eindämmung der Entzündung

Wie bei allen chronischen Krankheiten hält die moderne Medizin auch zur Neurodermitis-Behandlung zahlreiche Medikamente bereit.

Ob Medikamente äußerlich oder auch innerlich nötig sind, hängt selbstverständlich vom aktuellen Hautbild ab. In einem Schub wird die Neurodermitis-Therapie anders aussehen als in einem Intervall mit weniger Symptomen. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick:

StufeBeschwerdebildTherapieansatz
Stufe 1
sehr trockene HautBasispflege, Vermeiden von Auslösern, Vorbeugung von Schüben durch ganzheitliche Therapien
Stufe 2leichte Ekzeme, wenig Juckreizjuckreizlindernde oder entzündungshemmende Externa (Salben oder Cremes, siehe Basispflege) ohne oder mit niedrig dosierten Wirkstoffen, z. B. Glucocorticoide oder Calcineurin-Inhibitoren
Stufe 3mittelschwere Ekzeme, starker JuckreizExterna, die Entzündungen und Immunreaktion dämpfen, mit höher dosierten Wirkstoffen
Stufe 4schwere Ekzeme, starker Juckreiz, länger andauernde Symptomatikzusätzlich Tabletten, die Entzündungen und das Immunsystem dämpfen (Glucocorticoide oder Zytostatika)

 

Behandlung des Juckreizes

Manchmal können Tabletten gegen den Botenstoff Histamin (Antihistaminika) helfen. Ihre Wirkung gegen den Juckreiz beruht darauf, dass sie verhindern, dass der Botenstoff Histamin seine Wirkungen entfaltet. Die hier derzeit empfohlenen Medikamente sind leider nicht bei allen Neurodermitis-Patienten wirksam und können unangenehme Nebenwirkungen wie Müdigkeit haben. Ganz ähnliche Erfolge haben Sie weiter oben schon bei den natürlichen Mikronährstoffen kennengelernt, allerdings ohne die Nebenwirkungen.

Tipp

Einfach und hilfreich sind feuchte Umschläge, beispielsweise mit homöopathischen Substanzen oder natürlichen Gerbstoffen. Die einfachste Möglichkeit sind Umschläge mit schwarzem Tee.

Ganzheitliche Therapie

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Ganzheitliche Therapie in der Übersicht

  • Darmsanierung: adressiert die allergische Ursache
  • Olivenöl und Kokosöl: Anwendungen zur Basispflege
  • Leinsamenumschläge
  • Mahonia-Salbe

Darmsanierung

Wie oben schon erwähnt, spielt der Darm eine wichtige Rolle für die Gesundheit der Haut. Eine Allergie scheint sich aus der Untätigkeit der überwiegend in der Darmwand sitzenden Mastzellen zu entwickeln. Das Konzept der positiven Beeinflussung der Darmflora durch bestimmte Bakterienkulturen wie beispielsweise milchsauer vergorene Lebensmittel (z. B. Kombucha, Kimchi, Kefir) wurde bereits Anfang des letzten Jahrhunderts wissenschaftlich untersucht (24).

Unser Tipp für die Herstellung von Kombucha:

 

Studien weisen auf einen Effekt zumindest bei Kindern hin. So konnten in einer placebokontrollierten Studie mit mehr als 100 Kindern die allergiespezifischen Symptome und einige Laborparameter, die auf eine Verbesserung der Darmgesundheit schließen lassen (z. B. IgA) verbessert werden (25). Dadurch sank die Rate der an Neurodermitis erkrankten Kinder um 60 %!

Die Praxiserfahrung zeigt uns, dass eine Darmsanierung sehr oft der entscheidende Schritt zur langfristigen Verbesserung der Symptomatik bei Neurodermitis ist. Es kann allerdings zunächst sein, dass die Symptome etwas zunehmen. Diese sogenannte „Erstverschlechterung“ von Hautsymptomen kann bei jeder Darmbehandlung auftreten. Sie entsteht vermutlich durch die Umwälzungen in der Darmflora und durch eine vermehrte Entgiftung des Körpers. Der erfahrene Therapeut kann diese Veränderungen durch die Intensität der Behandlung gut steuern.

Aus zahlreichen Studien wissen wir heute, wie wichtig ein gesunder Darm für unser Immunsystem (26) und gegen eine Allergieneigung ist (27).

Darm, Haut und Lunge

Entwicklungsgeschichtlich ist der Darm auch sehr eng mit der Lunge verwandt. Aus einem Teil unseres embryonalen Darms entstehen nämlich in der Schwangerschaft die Lungenflügel. Das könnte eine Erklärung dafür sein, warum so viele Patienten mit Neurodermitis bei fortschreitender Krankheitsdauer an Asthma erkranken. Und es ist auch eine mögliche Erklärung dafür, dass man Lungensymptome sehr gut über eine Darm-Therapie behandeln kann. Erfreulich ist, dass diese in der Naturheilkunde lange bekannten Zusammenhänge nun auch von der modernen Wissenschaft bestätigt werden (28).

Unser Tipp für zwei sehr bewährt Mittel für eine erfolgreiche Darmsanierung:

Eine Darmsanierung durchzuführen ist aus meiner Erfahrung einmal im Jahr sinnvoll. Es gibt mittlerweile zahlreiche weitere Produkte, die sich ebenfalls sehr gut für eine Darmsanierung eignen. Die individuelle Auswahl sollten Sie zusammen mit Ihrem behandelnden Arzt oder Therapeuten besprechen.

 

Olivenöl und Kokosöl

Immer noch ein Geheimtipp ist die entzündungshemmende Wirkung von Kokosöl und Olivenöl (29). Mehrere Studien haben eine Verbesserung der Barrierefunktion der Haut nachgewiesen, eine deutliche Verbesserung der Symptome und zugleich eine gute Wirkung gegen gefährliche Keime auf der Haut.

So erreichte man in einer Studie mit 117 Kindern durch die einfache äußerliche Anwendung von natürlichem Kokosöl bei 93 % eine gute bis sehr gute Verbesserung des Hautbildes (30).

Anti-Neurodermitis-Creme selbstgemacht

  • 200 ml Bio-Kokosöl
  • natürliches Vitamin-E-Öl
  • Vitamin B-Komplex-Kapseln
  • Bio-Matcha-Pulver (grüner Tee)

Zubereitung:

Schmelzen Sie eine Tasse Kokosöl (200ml) bei niedriger Temperatur, geben Sie 10ml Vitamin E-Öl, den Inhalt aus 10 Kapseln Vitamin B-Komplex und 2 Teelöffel Matcha-Pulver hinein. Alles gut mischen, in ein sauberes dunkles Glasgefäß füllen und aushärten lassen. Einmal am Tag auf die betroffenen Stellen auftragen.

Anwendung Cleopatra-Bad

Mischen Sie einen Esslöffel besonders hochwertiges Olivenöl mit einem Glas Milch (ca. 200 ml). Geben Sie diese Mischung ins reine Badewasser und baden Sie nach Belieben. Es entsteht eine sogenannte Öl-in-Wasser-Emulsion, bei der das Öl besonders gut von der Haut aufgenommen wird. Nach dem Bad die Haut nur abtupfen, nicht trockenreiben.

Leinsamenumschläge

Ein altbewährtes Hausmittel gegen Entzündungen, auf das offenbar auch die berühmte Miss Marple zu schwören schien, sind Leinsamenumschläge. Leinsamenumschläge gehören zu den sogenannten Emollientien. Das sind Stoffe, die die Haut weicher und geschmeidiger machen sollen. Sie waren schon im alten Ägypten bekannt und wurden weitreichend angewandt.

Auch hier bestätigen wieder aktuelle Forschungen die althergebrachten Heilmittel in der Wirkung. Eine ganz neue Studie hat zeigen können, dass die Anwendung von Emollientien bei Kindern die Hautbarriere auf vielfältige Weise verbessert und diese vor atopischem Ekzem schützen kann (31).

Anwendung Leinsamenumschläge

Schroten Sie (je nach Größe der anzuwenden Fläche) Leinsamen grob im Mixer. Das sollten Sie immer frisch machen, da einige der wirksamen Inhaltsstoffe durch die Berührung mit Luft zerstört werden. Vermischen Sie den Schrot mit etwas der doppelten Menge heißem Wasser und lassen Sie ihn 5-10 Minuten quellen. Dann streichen Sie die warme Paste auf ein Leintuch und legen es direkt auf die betroffene Stelle. Umwickeln Sie es mit einem weiteren Tuch und lassen Sie den Umschlag für etwa 30 Minuten auf der Haut einwirken.

Mahonia aquifolium (Salbe oder Creme)

Extrakte aus der gewöhnlichen Mahonie werden ebenfalls schon lange in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie gegen Neurodermitis eingesetzt. Die Wirkung der äußerlichen Anwendung wurde in mindestens acht qualitativ hochwertigen Studien nachgewiesen (32).

In Deutschland ist bisher nur ein Produkt mit ausreichend hohem Gehalt des Extraktes auf dem Markt.

Checkliste

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei Neurodermitis

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich und Ihre Angehörigen so gut wie möglich über Ihre Erkrankung.
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patient und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf Ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei Neurodermitis stehen alle Mikronährstoffe im Fokus – eine Breitbandversorgung ist daher unerlässlich. Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.
  • Veränderung im Lebensstil: Entspannung: regelmäßiger, aktiver Stressabbau und guter Schlaf, Basispflege zur Verlängerung gesunder Phasen und Verringerung des Medikamentenbedarfs
  • Gesunde, mikronährstoffreiche Ernährung: Reduktion von Begleiterscheinungen wie Juckreiz oder Entzündungsneigung, Vorbeugung vor weiteren Schüben
  • Heilpflanzen: Mahonia aquifolium, Leinsamen, Oliven- und Kokosöl
  • Darmsanierung: Führen Sie einmal jährlich eine Darmsanierung durch.

Quellenangaben

(1) Fröschl B. u.a.: Topische antientzündliche Behandlung der Neurodermitis im Kindesalter. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) (Hrsg.): Schriftenreihe Health Technology Assessment. Bd. 60, Köln 2008: S.21

(2)  Peter Fritsch: Dermatologie und Venerologie. Springer Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-540-00332-0, S. 190.

(3)  Nickolaus B.: Allergieprävention: Je früher, desto besser. Dtsch Arztebl 2010;(11): S. A488

(4)  Kramer M.S., Kakuma R.: Maternal dietary antigen avoidance during pregnancy or lactation, or both, for preventing or treating atopic disease in the child. Cochrane Database Syst Rev 2006 (3): CD000133

(5)  Devereux G.: Session 1: Allergic disease: Nutrition as a potential determinant of asthma. Proc Nutr Soc. 2010(1): S. 1-10

(6)  Anand S., Mande S.S.: Diet, Microbiota and Gut-Lung Connection. Front Microbiol. 2018 Sep 19;9:2147. doi: 10.3389/fmicb.2018.02147. eCollection 2018.

(7) Vasconcelos I.M., Oliveira J.T.: Antinutritional properties of plant lectins. Toxicon. 2004 Sep 15;44(4):385-403.

(8)  Holst A. et al.: Dietary prevention of allergic diseases in infants and small children. Amendment to previous published articles in Pediatric Allergy and Immunology 2004. Pediatr Allergy Immunol 2008(19): 1-4

(9)  Johnston C.S.: The antihistamine action of ascorbic acid. Subcell Biochem. 1996 (25): S. 189-213

(10)  Martindale S. et al.: Antioxidant intake in pregnancy in relation to wheeze and eczema in the first two years of life. Am J Respir Crit Care Med. 2005;171(2): S. 121-128

(11) Marone G. et al.: Physiological concentrations of zinc inhibit the release of histamine from human basophiles and lung mast cells. Agents Actions 1986 (18): S. 103

(12) Brot C. et al.: Vitamin D status and its adequacy in healthy Danish perimenopausal women: relationships to dietary intake, sun exposure and serum parathyroid hormone. Br J Nutr. 2001(86): S. S97‒S103

(13) Schwalfenberg G.K.: A review of the critical role of vitamin D in the functioning of the immune system and the clinical implications of vitamin D deficiency. Mol Nutr Food Res. 2011(1): S. 96-108. doi: 10.1002/mnfr.201000174.

(14) Engelsen O. et al.: Daily Duration of Vitamin D Synthesis in Human Skin with Relation to Latitude, Total Ozone, Altitude, Ground Cover, Aerosols and Cloud Thickness.

(15) Grant W.B.: Benefits and Requirements of Vitamin D for Optimal Health: A Review. Altern Med Rev  2005(2): S. 94-111

(16) Marone G. et al.: Modulation of the release of histamine and arachidonic acid metabolites from human basophils and mast cells by auranofin. Agents Actions. 1986 Apr;18(1-2):100-2

(17) Raatz S.K. et al.: Enhanced absorption of n-3 fatty acids from emulsified compared with encapsulated fish oil. J Am Diet Assoc. 2009(6): S. 1076-1081

(18) Chirumbolo S. et al.: Bimodal action of the flavonoid quercetin on basophil function: an investigation of the putative biochemical targets. Clin Mol Allergy. 2010(8): S. 13

(19) Akdis C. A. et al.: Diagnosis and treatment of atopic dermatitis in children and adults: European Academy of Allergology and Clinical Immunology/American Academy of Allergy, Asthma and Immunology/PRACTALL Consensus Report. Allergy 2006(8): S. 969 – 987

(20) de Bes J. et al.: Patient education in chronic skin diseases: a systematic review. Acta Derm Venereol. 2011 (1): S. 12-17.

(21) Vicario M. et al.: Chronic psychosocial stress induces reversible mitochondrial damage and corticotropin-releasing factor receptor type-1 upregulation in the rat intestine and IBS-like gut dysfunction. Psychoneuroendocrinology. 2011 Jun 3.

(22) Liezmann C. et al.: Stress, atopy and allergy: A re-evaluation from a psychoneuroimmunologic persepective. Dermatoendocrinol. 2011(1): S. 37-40

(23) Chang YS, Lin MH, Lee JH, et al. Melatonin Supplementation for Children With Atopic Dermatitis and Sleep Disturbance: A Randomized Clinical Trial. JAMA Pediatr. 2016;170(1):35-42. doi:10.1001/jamapediatrics.2015.3092

(24) Metchnikoff E.: Sur la flore du corps humain. Manchester Lit Philos Soc 1901; 45: S. 1‒38.

(25) Kalliomäki M. et al.: Probiotics and prevention of atopic disease: 4-year follow-up of a randomised placebo-controlled trial. Lancet. 2003;361(9372): S. 1869-1871.

(26) Peterson C.T. et al.: Immune homeostasis, dysbiosis and therapeutic modulation of the gut microbiota. Clin Exp Immunol. 2015 Mar;179(3):363-77. doi: 10.1111/cei.12474.

(27) Ipci K. et al.: The possible mechanisms of the human microbiome in allergic diseases. Eur Arch Otorhinolaryngol. 2017 Feb;274(2):617-626. doi: 10.1007/s00405-016-4058-6.

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