Burnout am Arbeitsplatz belastet Arbeitnehmer

Stress am Arbeitsplatz

Letzte Aktualisierung: 13. August 2020

Aufgrund seelischer Probleme vernachlässigen viele Arbeitnehmer ihre Arbeit. Psychische Belastungen wie Stress bahnen sich immer öfter den Weg in das Privatleben vieler Angestellter. Eine neue Studie hat belegt, dass diese psychischen Leiden sich nicht nur auf die einzelne Person auswirken, sondern auf den ganzen Betrieb.

Psychische Probleme schränken jeden vierten Angestellten ein

Einer Studie zufolge gaben Millionen befragter Angestellter zu, dass sie wegen psychischer Belastung häufig ihren Job vernachlässigen. In einer vom Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte in Berlin vorgestellten Studie, konnte nachgewiesen werden, dass etwa jeder Vierte (29 Prozent) seine Arbeit nicht so sorgfältig, wie vom Arbeitgeber gewünscht, erledigen kann.

Um bei einem drohenden Burnout präventiv agieren zu können, forderte Verbandschef Wolfgang Panter Firmenchefs auf, sensibler und helfend auf ihre Mitarbeiter zuzugehen. Neben den 29 Prozent der ständig psychisch Belasteten, gab jeder Dritte (34 Prozent) zu, dass zumindest manchmal emotionale oder seelische Probleme zur Belastung am Arbeitsplatz werden. Nur für 37 Prozent der Befragten spielen solche Probleme selten bis nie eine Rolle.

Ein Großteil der Arbeitnehmer nimmt diese psychischen Belastungen mit nach Hause, was zur Folge hat, dass etwa 39 Prozent der Arbeitenden wegen beruflichen Stress ihren privaten Anforderungen kaum noch gerecht werden. 240 Arbeitnehmer verschiedener Berufsgruppen wurden vom Forschungsinstitut GfK in einer Mitte Oktober durchgeführten Onlineumfrage befragt. Diese Auswertung ist laut Wolfgang Panter zwar nicht repräsentativ, jedoch wirft sie ein Schlaglicht auf die deutsche Arbeitswelt.

Bessere Prävention ist gefragt

Die Zunahme der Fehlzeiten der Beschäftigen, die auf psychische Erkrankungen zurückzuführen sind, stellen Unternehmen und Betriebsärzte vor ganz neue Herausforderungen. Werksärzte fordern eine Kette der Präventionen, welche von Früherkennung und Therapie bis zur Wiedereingliederung reicht. Besonders Führungskräfte sieht Panter in der Pflicht einen Beitrag zur Prävention zu leisten und gefährdete Mitarbeiter frühzeitig anzusprechen. Allerdings spricht er eine eindeutige Warnung aus was Laiendiagnosen betrifft, da diese im Ernstfall mehr kaputt machen, als sie nützen. Stattdessen sollten Vorgesetzte ihre Mitarbeiter darüber informieren, wer ihnen bei entsprechenden Problemen weiterhelfen kann.

Seelische Belastungen der Arbeitnehmer stellen für Werks- und Betriebsärzte ein großes Problem dar, da mittlerweile 40 Prozent der Vorruheständler wegen psychischen Erkrankungen wie Depression ihre Arbeit aufgeben. Laut Zahlen des Bundesministeriums für Arbeit geben somit jährlich von 170.000 ganze 70.000 ihre Arbeit wegen gesundheitlicher Probleme auf oder verkürzen ihre Arbeitszeit sehr stark. Allerdings erklärt Panter auch, dass Arbeit nicht nur krank macht, sondern eben auch das Gegenteil bewirken kann und gesund hält. Für viele Menschen ist der Beruf ein wichtiger Eckpfeiler des sozialen Lebens.