Depression am Arbeitsplatz nimmt zu!

Depression-Arbeitsplatz

Letzte Aktualisierung: 21. August 2020

Eine in sieben europäischen Ländern durchgeführte Studie mit mehr als 7.000 Teilnehmern, kam zu dem Ergebnis, dass sich bereits jeder zehnte Arbeitnehmer wegen einer Depression oder depressiven Verstimmung freigenommen hat.

Briten erkranken am häufigsten

Die für die European Depression Association durchgeführte „Mori – Studie“ befasste sich mit Arbeitnehmern aus folgenden Ländern: Großbritannien, Deutschland, Italien, Dänemark, Türkei, Spanien und Frankreich. Die Forscher konnten dabei festellen, dass Deutsche, Briten und Dänen am häufigsten aufgrund von Depressionen dem Arbeitsplatz fernbleiben. Jedoch verbessert sich laut Emer O’Neil von der Depression Alliance die medizinische Versorgung dieser Probleme seit geraumer Zeit.

Angst den Arbeitsplatz zu verlieren

Von den insgesamt etwa 7.000 befragten Arbeitnehmern gaben 20 Prozent an, dass ihnen schon mindestens einmal in ihrem Leben eine Depression diagnostiziert wurde. Mit 26 Prozent betroffener Personen liegt Großbritannien bei der Studie auf Rang Eins. Schlusslicht und somit das Land mit den wenigsten depressiven Arbeitnehmern ist Italien, mit rund zwölf Prozent. Desweiteren hat die Studie gemessen, welcher Prozentsatz der Arbeitnehmer sich frei nimmt wenn eine Depression diagnostiziert wird.

Hierbei liegt der Spitzenwert mit 61 Prozent bei Deutschland, dicht gefolgt von dänischen (60 Prozent) und britischen (58 Prozent) Beschäftigten. In starkem Kontrast dazu steht beispielsweise die Türkei, wo die Werte nur bei etwa 25 Prozent liegen. In der Vergangenheit haben Wissenschaftler die entstehenden Kosten in der Europäischen Union durch Depressionen im Jahr 2012 auf rund 92 Milliarden Euro geschätzt. Ein Großteil der Kosten entsteht hierbei aufgrund der eingeschränkten Leistungsfähigkeit, durch Fehlzeiten oder gar dem Komplettausfall einer Arbeitskraft über einen längeren Zeitraum.

Der durchschnittliche Arbeitnehmer fällt rund 36 Tage wegen einer Depression an seinem Arbeitsplatz aus. Dieser Wert unterscheidet sich jedoch je nach Land drastisch. Ein italienischer Angestellter ist im Schnitt 18 Tage weniger freigestellt als sein britischer Kollege. Man fand außerdem heraus, dass jeder vierte Betroffene seinen Arbeitgeber nicht über die Krankheit informiert hat, da die meisten der Befragten Angst davor hatten ihren Arbeitsplatz zu verlieren.

Mehr Unterstützung am Arbeitsplatz gefordert

Rund 30 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, über keinerlei formale Unterstützung für Mitarbeiter im Umgang mit Depression oder psychischen Einschränkungen zu besitzen. Der Präsident der European Depression Association Vincenzo Costigliola hofft, dass diese Umfrageergebnisse vielen Firmen die Problematik näher bringt, um so einen offeneren Umgang mit der Krankheit Depression zu ermöglichen.

Laut O’Neil sollten sich andere Länder Großbritannien zum Vorbild nehmen, da sich die Situation dort am meisten verbessert. Viele Arbeitgeber kooperieren bereits mit der Depression Alliance und ermutigen ihre Angestelltenv und Beschäftigten offen über Depressionen und Angstgefühle zu sprechen, um eine rasche Behandlung der Krankheit zu ermöglichen und weitere Fehlzeiten zu verhindern.