Die Wirkung des Olivenöl

Olivenöl

Letzte Aktualisierung: 25. August 2020

Es ist weitgehend bekannt, dass Olivenöl aufgrund seiner vielen enthaltenen ungesättigten Fettsäuren gesund für den menschlichen Organismus ist. Eine Wissenschaftlergruppe aus Österreich und Deutschland hat nun weitere äußerst positive Eigenschaften des Olivenöls durch Studien entdeckt und begründet. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass bestimme Aromastoffe im Olivenöl dazu führen, dass der Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit deutlich langsamer sinkt und somit das Sättigungsgefühl länger aufrechterhalten wird. Wie wirksam die Aromastoffe diese Effekte unterstützen, ist je nach Olivenöl und dessen Herkunft unterschiedlich. Vereinfacht lässt sich zusammenfassen, dass Olivenöle aus Italien die höchste Konzentration der gesundheitsfördernden Substanzen enthalten.

Was macht das Olivenöl so gesund?

Energiearme, fettreduzierte Nahrungsmittel, sogenannte „Light“ Produkte werden immer etablieren sich immer mehr in unseren Kühlschränken und Speisekammern. Denn viele glauben mit Hilfe dieser vermeintlich gesünderen oder fettärmeren Produkte näher an ihr Wunschgewicht zu kommen oder ihr aktuelles Gewicht zumindest halten zu können. Doch die erhoffte Wirkung bleibt oftmals aus. „Light“-Produkte liefern zwar weniger Energie, und so theoretisch weniger Speck auf den Rippen, doch braucht der Körper diese Energie, um ein Sättigungsgefühl zu erreichen. Daher wird meist einfach mehr gegessen. Im Zuge dieser Entwicklungen auf dem Lebensmittelmarkt untersuchen Wissenschaftler und Ernährungsexperten der Technischen Universität München (TUM) nun den Einfluss von verschiedenen Ölen und Fetten auf das Sättigungsgefühl.

Um zu aussagekräftigen Ergebnissen zu gelangen, führten die Forscher ihre Studie mit vier verschiedenen Speisefetten durch. Schweineschmalz, Milchfett, Raps- und Olivenöl. Die freiwilligen Studiennehmer mussten drei Monate lang täglich 500 Gramm Magerjoghurt zu sich nehmen, welcher jeweils mit einem der vier Fetten versetzt wurde.

Das Ergebnis war eindeutig. Olivenöl setzte sich gleichsam als Fettkomplex mit dem besten Sättigungseffekt und den gesundheitsförderndsten Eigenschaften für den Körper durch. Die Forscher stellten bei den Teilnehmern der „Olivenöl-Gruppe“ die höchste Konzentration des Hormons Serotonin fest, welches für das Sättigungsgefühl verantwortlich ist. Gleichzeitig gaben die Probanden mehrheitlich auch eine subjektive Auswertung in der der Olivenöl-Joghurt als sehr sättigend beschrieben wird. Hinzu kommt, dass bei den Olivenöl konsumierenden Studienteilnehmern im Durschnitt der Körperfettanteil und das Körpergewicht konstant blieben.

Überraschend wurde das Ergebnis dadurch, da sich die Forscher von Rapsöl ähnlich positive Eigenschaften wie von Olivenöl erwartet hatten. So kam es, dass sich die Wissenschaftler im zweiten Teil ihrer Studie auf eine andere Stoffklasse konzentrierten: Die im Olivenöl enthaltenen Aromen. In der Praxis sah dies so aus, dass der eine Teil der Probanden Joghurt mit speziellen Aromen aus Olivenöl und der andere Teil normalen, unbehandelten Joghurt essen sollten.

Das Ergebnis war wieder eindeutig: Die Gruppe, welche die Olivenöl-Aromen aufnahm blieb bei ihrer üblichen Energieaufnahme, wohingegen die Kontrollgruppe 176 mehr Kilokalorien pro Tag zu sich nahm. Das lässt den Schluss zu, dass die Aroma-Probanden ihr Essverhalten anpassten wohingegen die Vergleichsgruppe zusätzliche Nahrungsmittel aufnahm. Begründen lässt sich dies mit einem erneut gemessenen, erhöhten Serotoninwert im Blut bei den Versuchsteilnehmern aus der Olivenöl-Aroma-Gruppe.

Olivenöl gegen zu hohen Blutzucker

Das subjektive Sättigungsgefühl hängt von einigen Faktoren im Organismus ab. Entscheidend ist insbesondere der Blutzuckerspiegel. Denn je rascher dieser sinkt, was biochemisch mit einer Zucker Aufnahme der Körperzellen aus dem Blut zusammenhängt, desto eher kehrt das Hungergefühl zurück und Körper und Gehirn fordern eine erneute Energieaufnahme in Form von Lebensmitteln. Auf diesen Erkenntnissen basierend, organisierte das Forscherteam die dritte Versuchsreihe, welche klären sollte, welche speziellen Aromastoffe in den Olivenölen die Aufnahme von Zucker durch die Körperzellen am wirksamsten hinauszögern und damit das Sättigungsgefühl am längsten aufrechterhalten.

Dieser dritte Part der Studie zeigte auf, dass der Herkunftsort des Öls einen entscheiden Einflussfaktor auf die Zusammensetzung der Aromen im Olivenöl hat. Die Forscher untersuchten und führten Beobachtungsstudien mit Olivenöl aus Spanien, Griechenland, Italien und Australien durch. Hieraus kristallisierten sich zwei Inhaltsstoffe, welche nachweislich die Aufnahme von Glucose aus dem Blut in die Leberzellen verringern. Hexanal und E2-Hexanal. Diese beiden Aromen kommen vermehrt in Olivenölen aus Italien vor.

Die Forscher erhoffen sich nach den langen Studien nun eine Reaktion der Lebensmittelindustrie, um den Nutzen dieser Aromastoffe bewusst zu machen und auch bewusst zu nutzen. So könnten beispielsweise in Zukunft fettreduzierte Lebensmittel mit einem unveränderten Sättigungseffekt entwickelt werden, welche dann wirklich positive Effekte auf Gewicht und Gesundheit haben könnten.