Ernährungsmythen auf dem Prüfstand

Ernährungsmythen

Letzte Aktualisierung: 13. August 2020

Helfen Cola und Salzstangen wirklich bei Durchfall? Sind Karotten gut für die Augen? Jeder hat diese vermeintlichen Weisheiten schon einmal gehört. Obwohl sich einige dieser Mythen bereits viele Jahrzehnte halten, so werden sie doch eher selten hinterfragt. Deshalb werden wir nun versuchen, den geläufigsten Weisheiten auf den Grund zu gehen und ihren Wahrheitsgehalt überprüfen.

„Kaffee entzieht dem Körper Wasser“

Über diese Aussage streiten sich noch viele Mediziner, jedoch ist man sich allgemein darüber einig, dass vier Tassen pro Tag keinerlei schädliche Wirkung auf den Wasserhaushalt haben, da sich der Körper an die harntreibenden Wirkstoffe gewöhnt. Dadurch wird der Effekt mit jeder weiteren Tasse abgeschwächt. Die andere Seite der Medaille ist eine möglich Koffein-Abhängigkeit, welche Entzugserscheinungen wie Müdigkeit und Schlappheit nach sich ziehen kann.

„Light-Produkte helfen dabei, dass Gewicht zu regulieren“

Seit einigen Jahren lassen sich immer mehr „leichte“ beziehungsweise „fettarme“ Produkte in den Regalen der Supermärkte finden, die angeblich helfen sollen einen gesunden Lebensstil zu wahren. Verbraucherorganisationen wie Foodwatch warnen jedoch vor vielen dieser Produkte. Um den Geschmacksnachteil bei fettarmen Produkten auszugleichen wird stattdessen einfach mehr Zucker verwendet, was im Endeffekt zu keinem Vorteil bei der Kalorienmenge führt. Natürlich lassen sich hier nicht alle Lebensmittel über einen Kamm scheren. Deshalb ist es wichtig, als Verbraucher den Überblick zu bewahren und vielleicht auch mal die Inhaltsstoffe zu vergleichen.

„Abends essen macht dick“

Spätesser und Personen die gern auch noch zu späterer Stunde Mahlzeiten zu sich nehmen, können aufatmen: Um 20.00 Uhr essen macht Sie nicht dicker, als wenn Sie die gleiche Mahlzeit um 17.00 Uhr zu sich nehmen würden. Entscheidend ist die Kalorienmenge, welche man täglich aufnimmt. Ist diese höher als der Verbrauch so nimmt man zu, ist sie kleiner so nimmt man ab. Personen, die ohnehin einen leichten Schlaf haben, sollten auf späte Mahlzeiten verzichten, um den Körper im Schlaf nicht mit der Verdauung zu überlasten.

„Lieber frisches Gemüse als Tiefkühlkost“

Dieser Aussage sollte man lieber nicht vertrauen, denn in vielen Fällen ist Tiefgekühltes dem frischen Obst sogar überlegen. Durch die umgehende Schockfrostung, bleiben licht- und luftempfindliche Vitamine bis zum Verzehr erhalten. Vermeintlich Frisches Gemüse kann bereits mehrere Tage in der Auslage liegen, wodurch viele Vitamine zerstört werden. Daher ist wohl ein gesunder Mix aus beidem am sinnvollsten. Wer Saisongemüse vom örtlichen Markt mit Tiefkühlgemüse kombiniert, macht sicher nichts falsch.

„Cola und Salzstangen helfen gegen Durchfall“

Ein Mythos den sicherlich jeder kennt und bestimmt auch schon einmal angewandt hat. Obwohl die Weisheit jeder kennt, enthält sie keinerlei Wahrheitsgehalt – ganz im Gegenteil. Die unkontrollierte Aufnahme von Salz und Zucker kann sich sogar negativ auswirken und den Durchfall noch schlimmer machen. Um der Entwässerung entgegenzuwirken empfehlen Mediziner daher Rehydrationslösungen aus der Apotheke. Bei leichtem Durchfall wird Kräutertee oder auch heiße Brühe zur Regulierung des Flüssigkeitshaushalts empfohlen.

„Spinat enthält reichlich Eisen“

Wer sich an die Popeye Cartoons erinnert der weiß, Spinat ist gesund gibt Kraft, vor allem durch den hohen Eisengehalt. Bei diesem Mythos handelt es sich jedoch nur um einen simplen Rechenfehler aus dem 19. Jahrhundert. Wirklich eisenhaltige Lebensmittel sind beispielsweise Blutwurst und allgemein Innereien. Wer allerdings kein Freund dieser deftigen Kost ist, kann beispielsweise auf Eigelb zurückgreifen.

„Karotten sind gut für die Augen“

Hierbei handelt es sich um eine weitere Weisheit die nur bedingt korrekt ist. Laut dem Volksmund hält das in Karotten enthaltene Beta-Carotin die Augen gesund. Allerdings hat der Mikronährstoff nur Auswirkungen auf das Sehen im Dunkeln. Vor Kurz- oder Weitsichtigkeit kann also auch der regelmäßige Verzehr von Karotten nicht schützen. Auch wenn hinter den meisten dieser Weisheiten ein Funken Wahrheit steckt, so weiß man es heute doch meist besser. Glauben Sie also nicht alles, was Ihnen als bewährtes Hausmittel angepriesen wird.