Ohne Medikamente gegen Migräne

Ohne Medikamente gegen Migräne

Letzte Aktualisierung: 20. August 2020

Starke pulsierende Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Erbrechen und Übelkeit – hierbei handelt es sich um die typischen Symptome einer Migräne. Alleine in Deutschland sind laut Experten etwa acht Millionen Menschen betroffen. In den meisten Fällen werden Schmerzmittel verschrieben, um dadurch die Symptome zu lindern. In diesem Artikel soll Ihnen jedoch gezeigt werden, wie Sie sich auch ohne Medikamente von dem Leiden befreien können.

Vermeiden von Trigger-Stoffen

Zunächst gilt es bestimmte Auslöser (sogenannte Trigger) zu vermeiden. Zu den häufigsten Triggern zählen Stress, zu wenig Schlaf, Medikamente sowie Alkohol. Weitere Substanzen, die einen Migräneanfall hervorrufen können sind:

  • Vasoaktive Amine, welche zur Erweiterung der Blutgefäße beitragen (enthalten in Rotwein, Schweinefleisch, Schokolade, Wurst, Zwiebeln usw.)
  • Laktose (in Milchprodukten enthalten)
  • Koffein
  • Nitrite (Zusatzstoff in Fleischwaren) sind vor allem in gepökelten und industriell verarbeiteten Produkten enthalten
  • Aspartam (häufig vorkommender Süßstoff in „Light“-Getränken)
  • Sulfite (enthalten in Dörrobst und Wein)

Diese Liste zeigt, wie zahlreich die Auslöser der Migräne sind. Klar ist auch, dass es kaum möglich ist, auf all diese Substanzen zu verzichten. Dennoch gilt die Faustregel: je weniger Trigger Sie zu sich nehmen desto geringer ist die Kopfschmerzgefahr.

 

Mikronährstoffe gegen Migräne

Natürlich gibt es nicht nur Stoffe auf die Sie verzichten sollten, bestimmte Mikronährstoffe sind für Migräne-Patienten sogar äußerst empfehlenswert. Studien haben gezeigt, dass folgende Nährstoffe (tägliche Menge in Klammern) im Kampf gegen den Kopfschmerz effektiv sind:

  • Vitamin E (800 IE) und Selen (200μg): Bei regelmäßiger Einnahme verringern die beiden Nährstoffe die Häufigkeit und Intensität der Schmerzen.
  • Magnesium (600mg): Der Mineralstoff reduziert ebenfalls die Zahl der Anfälle; auch der Bedarf an schmerzlindernden Medikamenten wird gesenkt. Besonders wirksam ist Magnesium bei menstruationsbedingter Migräne.
  • Vitamin B2 (400mg): Nach einer Einnahme von etwa drei Monaten sinkt die Schmerzintensität; auch die Häufigkeit der Anfälle nimmt ab.
  • Omega-3-Fettsäuren (2-4 g EPA): Ähnliche Effekte wie bei der Einnahme von Vitamin B2.
  • Coenzym Q12 (200-300mg): Senkung der Schmerzen und Übelkeit nach etwa 8-12 wöchiger Einnahme.

Wenn Sie mit Hilfe dieser Tipps auf bestimmte Substanzen verzichten und im Gegenzug auf die ausreichende Zufuhr der genannten Mikronährstoffe achten, können Sie auf natürliche Weise die Migräne bekämpfen.

 

Meditation gegen Migräne

Wie bereits zu Beginn erwähnt, ist auch Stress ein häufiger Trigger für die starken Kopfschmerzen. Neuste Studien haben gezeigt, dass Meditationen und andere Entspannungsübungen die Häufigkeit und Intensität von Migräneanfällen deutlich verringern können. Obwohl dies eigentlich relativ logisch erscheint, sind solche „milden“ Gegenmaßnahmen noch weniger erforscht als man denkt. Eine wegweisende Studie wurde nun von der Medizinerin Rebecca Wels vom Wake Forrest Baptist Medical Center durchgeführt. Dabei wurden standardisierte Entspannungsmethoden auf ihre Wirksamkeit hin untersucht.

Insgesamt wurden für die Studien zwei gleichgroße Gruppen von jeweils zehn Personen gebildet, welche auf verschiedene Arten behandelt wurden. Gruppe Eins führte die sogenannte Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion durch, welche sie mindestens fünf Mal pro Woche ausüben mussten. Die Referenzgruppe erhielt herkömmliche medizinische Betreuung. Beide Gruppen wurden angewiesen ein Tagebuch über die Migräneanfälle zu führen.

Das Ergebnis war eindeutig – die Stressreduktionsgruppe litt deutlich seltener an Migräne als die anderen Probanden aus der Vergleichsgruppe. Ist trotzdem ein Anfall eingetreten, wurde dieser als weniger intensiv und kürzer als zuvor eingestuft. Im Gegensatz zur herkömmlichen Behandlung, waren bei der Stressreduktionstechnik keinerlei Nebenwirkungen festzustellen. Zwar nahmen nur 20 Personen an der Studie teil, was zu statistischen Abweichungen führen kann, dennoch waren die Ergebnisse so eindeutig, dass weitere Studien und Untersuchungen folgen sollen.