Richtige Ernährung fürs Gehirn

Richtige Ernährung fürs Gehirn

Letzte Aktualisierung: 7. August 2020

Viele Medikamentenhersteller werben für Pillen und Präparate, welche die Gehirnleistung angeblich steigern sollen. Kurzfristig mag das möglich sein, jedoch kann man langfristige Verbesserungen nur mit Hilfe der richtigen Ernährung erzielen. Eine verbesserte Konzentration und bessere Belastbarkeit sind nur zwei der unzähligen Attribute, die die Hersteller ihren Pillen zuweisen. Laut Prof. Barbara Plecko, Präsidentin der Gesellschaft für Neuropädiatrie, sei es nicht möglich die Weisheit mit dem Löffel zu erlangen. Die richtige Ernährung jedoch kann einen großen Beitrag leisten, den Gehirnstoffwechsel anzutreiben.

Grundlagen der gesunden Ernährung

Da diese Erkenntnisse noch nicht den Weg in die Mitte der Gesellschaft gefunden haben, versuchen viele Unternehmen und Bildungseinrichtungen das Wissen an ihre Mitarbeiter beziehungsweise Schüler und Studenten weiterzugeben. So fand vor kurzem beispielsweise der erste Brain Food Day an einer österreichischen Hochschule statt.

Eine der wichtigsten Grundregeln dabei lautet: Ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um eine optimale Sauerstoffversorgung als auch Durchblutung von Körper und Gehirn zu gewährleisten. Allgemein liegen die Empfehlungen zwischen zwei und drei Litern täglich, wobei auch die Art der Getränke entscheidend ist. Limonaden sowie gesüßte Fruchtsäfte sollten nur einen kleinen Teil der Flüssigkeitsaufnahme ausmachen. Alternativen sind zum Beispiel ungesüßte Fruchtsäfte, Tee oder auch Mineralwasser. Spätestens wenn sich Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwierigkeiten bemerkbar machen, sollte der Griff zum Wasserglas erfolgen.

Alleine Traubenzucker reicht nicht

Auch wenn das Gehirn im Vergleich zum restlichen Körper einen geringen Anteil ausmacht, so verbraucht es doch rund ein Fünftel des gesamten Energiehaushalts. Vor allem Kohlenhydrate stellen bei diesen Prozessen die Hauptenergiequelle dar. Wer da versucht mit Traubenzuckerbonbons nachzuhelfen ist sich nur der halben Wahrheit bewusst. Größtenteils wirken die Bonbons nur wenige Minuten, was dazu führt, dass man sich am Ende der Wirkungsdauer auf einem noch niedrigeren Energieniveau befindet als zu Beginn der Einnahme.

Viel effektiver ist eine gleichmäßige Energieversorgung, denn nur so ist es möglich sich über einen langen Zeitraum zu konzentrieren. Dies ist nur mit Hilfe von langkettigen und komplexen Kohlenhydraten möglich. Sie werden vom Körper in einem moderat ablaufenden Prozess zerlegt und können das Gehirn so kontinuierlich mit Energie versorgen. Deswegen sollte man nicht auf das Frühstück verzichten, denn nur so kann der Körper bereits in den Morgenstunden zuverlässig funktionieren.

Omega-3-Fettsäuren gut für die Nerven

Eine weitere Energiequelle sind Fette, wobei vor allem mehrfachgesättigte Fettsäuren von großer Bedeutung sind, da sie auch positive Auswirkungen auf Nervenzellen und deren Zusammenspiel haben. So sind Omega-3-Fettsäuren für eine gesunde Gehirnfunktion unerlässlich. Daher sollten Nahrungsmittel wie Fisch, Raps- und Walnussöl, Nüsse und Trockenfrüchte einen festen Platz im Speiseplan einnehmen. Auch Aminosäuren, die kleinsten Bausteine des Eiweiß sind am Informationsfluss zwischen den Zellen beteiligt. Um sich ausreichend mit Proteinen zu versorgen sollte man ausreichend mageres Fleisch sowie Milchprodukte zu sich nehmen.

Kontinuität von großer Bedeutung

All die genannten Nährstoffe in Verbindung mit Vitaminen und Mineralstoffe sind im Prinzip keine spezielle Gehirnnahrung, vielmehr sollten diese Inhaltsstoffe ohnehin ein Bestandteil der täglichen Ernährung sein. Der Fokus liegt vor allem auf dem Wort „täglich“, denn das Gehirn ist kein Organ wie es beispielsweise die Leber ist, welche wichtige Nährstoffe auf Vorrat speichern kann. Daher sollten diese Ernährungsgrundsätze konsequent verfolgt werden. Die richtige Ernährung fürs Gehirn besteht also nicht aus bestimmten Nahrungsmitteln, sondern aus dem Zusammenspiel aller wichtigen Nährstoffe.