Parkinson:
Wie die Rolle der Darm-Hirn-Achse entscheidend die Therapie bestimmt

Parkinson ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung, bei der dopaminhaltige Zellen im Gehirn absterben und Betroffene in ihrer körperlichen und psychischen Beweglichkeit im Verlauf immer weiter eingeschränkt werden können. Therapeutisch breit eingesetzt werden Medikamente, die Vorläufersubstanzen von Dopamin beinhalten. Zudem kommen verschiedene physikalische Therapien zum Einsatz. Wie wichtig jedoch auch eine gesunde, gut abgestimmte Ernährung, ein optimal versorgter Mikronährstoffhaushalt, regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung und andere Optionen aus der Naturheilkunde sind, stellen wir Ihnen neben allen Fakten und vielen neuen Erkenntnissen aus der Wissenschaft rund um die Parkinson-Erkrankung vor.

Ein Symptom von Parkinson ist Zittern

Corina Hajak Prakt. Ärztin, Expertin für integrative Medizin

Experte/Expertin:

Corina Hajak

Prakt. Ärztin, Expertin für integrative Medizin

Letzte Aktualisierung: 8. Juli 2021

Das-Wichtigste-in-Kürze

Fakten in der Übersicht

  • Parkinson – was ist das? 400.000 Betroffene in Deutschland, hinter multipler Sklerose (MS) zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung, Durchschnittsalter Diagnose: 60 Jahre. Die Erkrankung gilt bis jetzt allgemein noch als unheilbar. Parkinson entsteht durch einen Dopaminmangel im Gehirn, konventionelle Therapien zielen bis jetzt rein auf die Linderung der Symptome ab.
  • Ursachen & Risikofaktoren: mitochondriale Dysfunktion, Störungen im Darm-Mikrobiom, stille Entzündung (silent inflammation), oxidativer Stress und hohe Homocystein-Spiegel
  • Symptome: Hauptsymptome: Muskelsteife, Muskelzittern, Bewegungsarmut, Probleme bei Haltung und Gleichgewicht; viele weitere, auch psychische Beschwerden, Parkinson-Demenz
  • Diagnose und Tests: neurologische Untersuchung, bildgebende Verfahren, Entzündungsmarker (Homocystein und hsCRP), Nuklearmedizin, medikamentöse Testverfahren
  • Prognose und Verlauf: fünf Stadien der Erkrankung, ähnliche Lebenserwartung wie Gesunde
  • Empfohlene Ernährung: Zunehmend häufen sich Hinweise, dass Parkinson im Darm entsteht und das Darmmikrobiom für die Entstehung der Erkrankung verantwortlich ist. Wie unser Darmmikrobiom zusammengesetzt ist, entscheidet vor allem unsere Ernährung. Parkinson-Erkrankte leiden außerdem an einem erhöhten Risiko für eine Unter- und Fehlernährung. Eine anti-entzündliche, antioxidative Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist, formt das Ideal.
  • Therapie und Prävention: 
    • Mikronährstoffe: Besonders wichtig bei Parkinson sind folgende Mikronährstoffe: Folsäure, B-Vitamine, Omega-3-Fettsäuren und Coenzym Q10. Natürliche, antioxidativ wirksame Mikronährstoffe senken das Risiko an Parkinson zu erkranken. Curcumin (Kurkumawurzel), Resveratrol (Trauben, Rotwein) und EGCG in grünem Tee gehören zu Gruppe der Polyphenole, deren positive Wirkung bereits bei Parkinson in Bezug auf die Neuroinflammation untersucht wurde.
    • Lebensstil: 
      • Sport und Bewegung beeinflussen unsere körperliche und geistige Gesundheit in großem Ausmaß. Neben Physiotherapie ist jede körperliche Betätigung, auch im Alltag, ein Zugewinn. Gehgeschwindigkeit, Muskelmasse- und kraft, Gleichgewicht, Koordination, Haltung, Selbstbewusstsein und Erfolgserlebnisse und nicht zuletzt Ihr Energiestoffwechsel werden durch körperliche Aktivität gesteigert und verbessert.
      • Genussmittelkonsum: Rauchen/Nikotin schützt vor Parkinson; Alkoholkonsum sollte moderat gehalten werden
      • Entspannungstechniken: Entspannungstechniken können Verspannungen lösen, die Muskulatur kräftigen, die Atmung verbessern, zu besserem Schlaf beitragen und positiven Einfluss auf die Psyche haben.
      • Schlaf und Schlafhygiene: Menschen mit Parkinson leiden sehr häufig unter Schlafstörungen wie lebhaften Alpträumen, starkem Harndrang, unkontrollierbaren Beinbewegungen im Schlaf, Ein -und Durchschlafstörungen und hoher Tagesschläfrigkeit. 60-90 % der Betroffenen leiden im Verlauf der Erkrankung unter Schlafstörungen. Eine gute Schlafhygiene ist sehr wichtig für einen guten Nachtschlaf.
    • Konventionelle Therapie: Die Therapie bei Parkinson mit Medikamenten zielt auf die Erhöhung des Dopamin-Angebots im Gehirn ab und ist meist lebenslang. Das Ziel ist, die Symptome zu lindern und Lebensqualität bzw. Autonomie zu erhalten. Wenn medikamentöse oder andere Therapien keine Erfolge erzielen können, kann die Methode Deep Brain Stimulation zum Einsatz kommen.
    • Ganzheitliche Therapie:
      • Phytotherapie: Antioxidantien aus Bockshornklee, Selleriesamen, kalte Umschläge im Sommer gegen Austrocknung, Präparate aus Mahonienrinde gegen überschießende Talgproduktion und Entzündungen
      • Darmsanierung: Die entzündlichen Prozesse bei Parkinson beginnen im Darm – eine Darmsanierung kann das Mikrobiom wieder in die Balance bringen, die Wirkung von Levodopa unterstützen und Nebenwirkungen abmildern.
      • Entsäuerung und Entgiftung: Entsäuerung und Entgiftung sollten die Grundlage jeder Parkinson-Therapie darstellen.
      • Physiotherapie: fördert und verbessert die bei Parkinson eingeschränkte Beweglichkeit, Koordination und das Gleichgewicht
      • Ergotherapie: zielt v. a. darauf ab, die Selbstständigkeit der Betroffenen bei Parkinson zu verbessern und noch vorhandene Fähigkeiten zu erhalten
      • Vibrationstraining: Die Schwingungen lösen Dehn- und Kontraktionsreflexe der Muskulatur aus, wodurch ein nachhaltiger Effekt auf das neuromuskuläre System der Parkinson-Patienten erzielt wird.
      • Logopädie: Logopädie unterstützt die Behandlung von Sprach- und Schluckstörungen.
      • Neurofeedback: Durch Neurofeedback können sowohl Verbesserungen im motorischen als auch im kognitiven Bereich bei einem Parkinson-Syndrom erzielt werden.
      • Psychotherapie: Hilfe und Begleitung bei Annahme der Diagnose, bei Depressionen und hoher psychischer Belastung
  • Checkliste und Empfehlungen bei Parkinson: Das können Sie selbst tun

Was ist das Parkinson-Syndrom?

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Parkinson in der Übersicht

  • Unter Parkinson leiden in Deutschland ca. 400.000 Menschen.
  • Das Risiko steigt mit fortschreitendem Lebensalter. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung nimmt die Krankheit Parkinson in der Bevölkerung zu.
  • Jedes Parkinson-Syndrom hat als Ursache aus unterschiedlichen Gründen einen Dopamin-Mangel. Der fehlende Botenstoff Dopamin führt zu den Bewegungsstörungen und vielen weiteren Symptomen.
  • Die Symptome zeigen sich aber erst, wenn bereits 55-60 % der dopaminproduzierenden Zellen abgestorben sind.

Der Name der Erkrankung geht auf den englischen Arzt James Parkinson zurück, der die Erkrankung zum ersten Mal 1817 ausführlich beschrieb. Jedes Parkinson-Syndrom hat als Ursache aus unterschiedlichen Gründen einen Dopamin-Mangel. Beim idiopathischen Parkinson-Syndrom (IPS) sterben die Dopamin-produzierenden Zellen in einem Teil des Mittelhirns des Hirnstamms zunehmend ab. Der fehlende Botenstoff Dopamin führt zu den für Parkinson typischen Symptomen wie Bewegungslosigkeit (Akinese), Zittern (Tremor) und Muskelsteifigkeit (Rigor) und vielen weiteren Symptomen. Die Symptome zeigen sich aber erst, wenn bereits 55- 60 % der Dopamin-produzierenden Zellen abgestorben sind.

Hinweis

Dopamin

Dopamin ist ein Botenstoff im Gehirn (Neurotransmitter), der für die Erregung der Nervenzellen und für die Informationsübermittlung mitverantwortlich ist. Dopamin wird oft als „Glückshormon“ bezeichnet, da es in Verbindung mit unserem körpereigenen Belohnungssystem ausgeschüttet wird, z. B. bei Erfolgserlebnissen und in glücklichen Momenten. Dopamin übermittelt auch Befehle des Nervensystems an die Muskulatur. Das größte Vorkommen von Dopamin findet sich in der schwarzen Substanz (Substantia nigra), einer Nervenzellenansammlung im Hirnstamm. Bei Parkinson ist die Konzentration von Dopamin um ca. 90 % reduziert.

Parkinson hat viele Namen, die alle die gleiche Erkrankung bezeichnen, was manchmal für Verwirrung sorgt. In diesem Artikel geht es vor allem um die häufigste Form des Parkinsons (75 %), das idiopathische Parkinson-Syndrom (IPS), welches eine Reihe an Synonymen hervorgebracht hat. Häufig gebrauchte Synonyme des idiopathischen Parkinson-Syndroms:

  • Parkinson
  • Morbus Parkinson
  • Parkinson-Syndrom
  • primäres Parkinson-Syndrom
  • Parkinsonismus
  • Schüttellähmung/Zitterlähmung

 

Seltener als das idiopathische Parkinson-Syndrom ist das sekundäre Parkinson-Syndrom, welches z. B. durch Medikamente (Neuroleptika), Giftstoffe (aus Umweltgiften oder Drogen), durch Verletzungen, durch entzündliche Erkrankungen oder Krankheiten des Gefäßsystems ausgelöst werden kann. Familiär vererbbare Ursachen für Parkinson sind eher selten.

 

Vorkommen und Auftreten

Unter Parkinson leiden in Deutschland ca. 400.000 Menschen, weltweit ist Parkinson hinter Multipler Sklerose die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Das Durchschnittsalter bei der Diagnose von Parkinson liegt bei ca. 60 Jahren und Frauen wie Männer sind gleichauf betroffen. Auch jüngere Menschen (ca. 10 % der unter 40-Jährigen) können erkranken, jedoch steigt das Risiko mit fortschreitendem Lebensalter an. Parkinson nimmt weltweit zu – Experten führen dies auch auf die steigende Lebenserwartung zurück, da ein höheres Alter ein Hauptrisiko darstellt, an Parkinson zu erkranken.

Ursachen und Risikofaktoren

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Ursachen und Risikofaktoren in der Übersicht

  • mitochondriale Dysfunktion: Parkinson gehört zu den Mitochondriopathien (geschädigte Zellkraftwerke) mit massiven Auswirkungen auf den ganzen Körper.
  • Störungen im Darm-Mikrobiom: Das Darm-Mikrobiom und entzündliche Veränderungen im Darm wie Leaky-Gut spielen wohl eine große Rolle bei der Entstehung von Parkinson und bieten entsprechend neue Ansätze für die Therapie.
  • Chronische, schwelende Entzündungen (silent inflammation): Fehlgeleitete permanente entzündliche Prozesse schädigen unseren ganzen Organismus und können die Grundlage für die Entstehung von Parkinson bieten.
  • Schwermetalle und Pestizide: Schwermetalle schädigen die Mitochondrien, Zellmembranen, Enzyme und behindern Abläufe, die für einen gesunden Zellstoffwechsel wichtig sind wie Zellreparaturen und Zellkommunikation.
  • oxidativer Stress: Unser Körper bildet bei vielen Reaktionen freie Radikale (z. B. in der Zellatmung und bei Immunreaktionen), die in normalen Konzentrationen nicht schädlich sind. Erst bei einem Zuviel entsteht oxidativer Stress und erhöht das Risiko für Parkinson.
  • hohe Homocystein-Spiegel: Häufig haben Menschen mit Parkinson erhöhte Homocystein-Spiegel im Blut. Homocystein wirkt wie ein Verstärker des oxidativen Stresses.

Mitochondriopathie

Neben vielen weiteren Erkrankungen wie Demenz, Alzheimer, Epilepsie, Depression, Schizophrenie, Burnout-Syndrom, chronischem Erschöpfungssyndrom (CFS) und ADHS gehört auch Parkinson zu den Erkrankungen, die mit einer Mitochondriopathie in Zusammenhang stehen.1 Die Schädigung der Mitochondrien ist das lange fehlende Bindeglied zwischen Neuroinflammation (entzündliche Prozesse) und Neurodegeneration (Untergang von Nervenzellen).

 

Ausflug in die Wissenschaft

Parkinson gehört zu den Mitochondriopathien

Mitochondrien sind die Energiekraftwerke in unseren Körperzellen und produzieren Adenosintriphosphat (ATP), den Treibstoff für unseren Organismus. Jede Zelle enthält, je nach Energiebedarf, bis zu mehrere tausend Mitochondrien.

Neben der Energiebildung haben Mitochondrien noch mindestens zwei weitere wichtige Aufgaben für unseren Körper. Sie sind für die Entsorgung von krankhaften oder nicht mehr benötigten Zellen zuständig. Über die sogenannte Apoptose sterben diese Zellen dann ab. Zusätzlich bilden Mitochondrien sogenannte Eisen-Schwefel-Cluster. Sie werden für die Funktion zahlreicher Enzyme und der Mitochondrien selbst benötigt.

 

Werden Mitochondrien nachhaltig geschädigt, so spricht man von Mitochondriopathie. In den letzten Jahren wurde klar, dass die Schädigung der Mitochondrien an der Entwicklung aller chronischer Krankheiten beteiligt ist. Organe, die viel Energie benötigen, spüren den Energiemangel in der Regel zuerst.

 

Folgende Faktoren sind die häufigsten Gründe für geschädigte Mitochondrien:

  • Mangel an Mikronährstoffen mit erhöhtem oxidativem Stress
  • Fehlernährung und in Folge Übersäuerung mit zu vielen Kohlenhydraten, Fastfood und hochverarbeiteten Produkten,
  • Medikamente wie Antibiotika, Antiepileptika oder Zytostatika
  • latente chronische Entzündung (silent inflammation)
  • Belastung des Organismus mit Schwermetallen oder Umweltgiften
  • Viren- und DNA-Schäden

 

 

Geschädigte Mitochondrien können keine Energie mehr produzieren. Stattdessen zerstören sie die Zelle durch den entstehenden oxidativen Stress. Bei Steuerungsprozessen innerhalb der Zelle sind bei Parkinson die Proteine PINK1 und Parkin von entscheidender Bedeutung. Die beiden Proteine koordinieren die Entsorgung der geschädigten Mitochondrien, bei Mutationen kann dieser Prozess nicht korrekt ablaufen. Diese Erkenntnisse einer Tübinger Forschungsgruppe könnte neue therapeutische Wege in der Zukunft aufzeigen.2

Eine der Basistherapien für eine mitochondriale Dysfunktion ist ein optimal mit Mikronährstoffen versorgter Körper.


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Darm-Mikrobiom

Neuere neurowissenschaftliche Hypothesen gehen davon aus, dass Parkinson im Darm beginnt. Bereits lange vor den typischen Bewegungssymptomen zeigen viele Patienten Magen-Darm-Probleme wie chronische Verstopfung. Wissenschaftler gehen davon aus, dass krankhaft veränderte Eiweiße (alpha-Synukleine) über den Vagus-Nerv ins Gehirn gelangen und den Ausbruch des idiopathischen Parkinson-Syndroms stark begünstigen.3 Nach Untergang der dopaminhaltigen Zellen in der Substantia nigra bilden sich dort Lewy-Körperchen aus, die aus alpha-Synuklein, Ubiquitin, aber auch aus anderen Eiweiß-Ablagerungen bestehen. In Folge entsteht exzessiver oxidativer Stress.

Hinweis

Oxidativer Stress

Unser Körper bildet bei vielen Reaktionen freie Radikale (z. B. in der Zellatmung und bei Immunreaktionen), die in normalen Konzentrationen nicht schädlich sind. Erst bei einem Zuviel entsteht oxidativer Stress. Hält der oxidative Stress über einen längeren Zeitraum an, steigt das Risiko für eine Vielzahl an Erkrankungen an wie Alzheimer, MS, Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen und Parkinson.

Das Darm-Mikrobiom und entzündliche Veränderungen im Darm wie Leaky-Gut spielen wohl eine große Rolle bei der Entstehung von Parkinson und bieten entsprechend neue Ansätze für die Therapie.

 

Hinweis

Was ist das Leaky-Gut-Syndrom?

Unser Darm hat die Aufgabe, nur ganz bestimmte Nahrungsbestandteile aufzunehmen. Bei einem Leaky-Gut-Syndrom (übersetzt: undichter Darm) sind die Verbindungen zwischen den Zellen nicht mehr ganz so dicht und es werden durch die gestörte Darmbarriere auch Nahrungsbestandteile aufgenommen, die normalerweise im Darm bleiben sollen.

Antibiotika, Stress und Ernährungsfehler tragen hauptsächlich zur Entstehung des Leaky-Gut-Syndroms und der daraus resultierenden Störung des Immunsystems und der Bildung von unterschwelligen Entzündungen (silent inflammation) bei.

Silent inflammation: Chronisch-schwelende Entzündungen

Während akute entzündliche Prozesse überlebenswichtig sind, schädigen chronische, schwelende, oft lange unbemerkte Entzündungen (silent inflammation) unseren ganzen Organismus und können die Grundlage für die Entstehung von zahlreichen Erkrankungen, auch als Teil der Entwicklung von Mitochondriopathien, bieten. Neuroinflammation, die chronische Entzündung des Gehirns, rückt immer mehr in den Mittelpunkt bei der Erforschung der Ursachen von Parkinson. Einige Wissenschaftler teilten diese Entzündungshypothese sogar in vier Stadien ein, nach der Parkinson im Darm mit einer Entzündung beginnt (Verschiebungen im Darm-Mikrobiom, Schwächung der Darmbarriere und in Folge Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke), durch transneuronalen Transport über den Nervus Vagus in den Hirnstamm fortsetzt, in Folge sich die Dopamin-produzierenden Zellen entzünden und in Stadium vier die exekutiven Hirnareale (präfrontaler Kortex), wo v. a. geistige Fähigkeiten, die das Denken und Handeln steuern, ablaufen.4

 

Die Risikofaktoren, eine chronische Entzündung, bei Parkinson meist zuerst lokalisiert im Darm, zu entwickeln, sind die gleichen, die auch unsere Mitochondrien schädigen: Fehlernährung, Mikronährstoffmangel, wenig Bewegung, Belastung des Organismus mit Schwermetallen und anderen Umweltgiften und häufige Infektionen mit Viren und Bakterien.

 

Aus der Entzündungshypothese ergeben sich eine Reihe ursächlich orientierter ganzheitlicher Therapiemöglichkeiten wie Mikronährstoffsubstitution, Darmsanierung und Entgiftung.

 

 

Umweltgifte: Schwermetalle und Pestizide

Schwermetalle sind Metalle, die für unseren Organismus oft schon in geringen Mengen giftig sein können. Dazu zählen Palladium, Cadmium, Blei, Quecksilber, Aluminium und Nickel. Jedoch können auch Gold und Silber Autoimmunantworten und andere fehlgeleitete Immunantworten triggern. Schwermetalle fördern die Entstehung chronischer Erkrankungen wie Parkinson5, multiple Sklerose, aber auch Alzheimer, CFS und Depressionen. Das quecksilberhaltige Thiomersal oder Aluminiumhydroxid, die als Adjuvantien in Impfstoffen zum Einsatz kommen, werden als Auslöser von Autoimmunreaktionen assoziiert. Jedoch gelangen Schwermetalle auch über die Nahrung (mit Konservierungsstoffen und Pflanzenschutzmitteln behandeltes Obst und Gemüse, Innereien, Pilze, Meeresfrüchte, Trinkwasser aus alten Bleirohren etc.), über Umweltgifte (Abgase, Industrieemissionen, Pestizide), konventionelle Kosmetika und Hygieneprodukte, schadstoffbelastete Kleidung und Zahnfüllungen (v. a. Amalgam) in unseren Körper.

 

Eine Schwermetallvergiftung kann akut auftreten, in den meisten Fällen entwickelt sie sich jedoch schleichend. Die giftigen Substanzen lagern sich in der Leber, in Nieren, Darm und im Nervensystem ab und verursachen dort Funktionsstörungen, vermindern die Leistungsfähigkeit, können zu Entzündungen und irreparablen Zellschäden führen: Schwermetalle schädigen die Mitochondrien, Zellmembranen, Enzyme und behindern Abläufe, die für einen gesunden Zellstoffwechsel wichtig sind wie Zellreparaturen und Zellkommunikation.

 

Erhöhte Homocystein-Spiegel im Blut

Häufig haben Menschen mit Parkinson erhöhte Homocystein-Spiegel im Blut. Hohe Homocystein-Spiegel lösen eine Steigerung der Zellschädigung, Erhöhung der Radikalbildung und Eingriff in die Funktion der Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) und wirken dadurch speziell bei Parkinson auch neurotoxisch.6 Homocystein braucht für seinen Abbau die Mikronährstoffe Folsäure, Vitamin B2, B6 und B12.7 Lange war unklar, ob dies als Ursache der Erkrankung oder Folge der Behandlung mit Parkinson-Medikamenten auftrat. Durch Tierexperimente und Studien mit Parkinson-Patienten zeigte sich, dass Homocystein wie ein Verstärker des oxidativen Stresses wirkt durch Steigerung der Zellschädigung, Erhöhung der Radikalbildung und Eingriff in die Funktion der Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen).

Symptome bei Parkinson

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Symptome in der Übersicht

  • Frühe erste Anzeichen für einen Morbus Parkinson können einseitige Muskelverspannungen oder Schulterschmerzen, Riechstörungen, Verstopfung, nächtliche Unruhe oder Änderungen des Schriftbilds sein.
  • Typische Störungen der Bewegungsabläufe machen sich bemerkbar durch Bewegungsarmut, Muskelsteifheit, meist einseitiges Ruhezittern und Unsicherheit im Stehen oder Gehen.
  • Im späten Stadium folgen psychische Veränderungen. 30-40 % der Parkinson-Patienten entwickeln eine Parkinson-Demenz im Verlauf der Erkrankung.
  • Die akinetische Krise stellt einen akuten Notfall dar, der umgehend intensivmedizinisch behandelt werden muss.
  • Die Krankheit wird in 5 Stadien Stadium 0 beginnt ohne Anzeichen, bei Stadium 5 sitzen Erkrankte im Rollstuhl oder sind bettlägerig.

Frühe erste Anzeichen für einen Morbus Parkinson können bereits einseitige Muskelverspannungen oder Schulterschmerzen sein. Auch Riechstörungen, Verstopfung, Änderung des Schriftbilds, generelle Abgeschlagenheit und Lustlosigkeit und nächtliche Unruhe (Schlafstörungen, Restless-Legs-Syndrom) gehören zu den ersten Symptomen bei Parkinson.

Die typischen Störungen der Bewegungsabläufe (motorischen Hauptsymptome) sind:

  • Bewegungsarmut (Hypokinese), verlangsamte Bewegungen (Bradykinese) betreffen viele Körperregionen: maskenhaftes Gesicht, leises Sprechen, kleine Schritte beim Gehen
  • Muskelsteifheit (Rigor) und in Folge Muskelschmerzen durch die unwillkürliche Muskelanspannung
  • meist einseitiges Ruhezittern (Tremor), das bei Bewegung abnimmt
  • Unsicherheit beim Stehen und Gehen/Gleichgewichtsstörungen: kleine Reflexe, die für das Aufrechthalten des Körpers zuständig sind, sind funktional gestört (posturale Instabilität/Imbalanz)

 

Zu den Hauptsymptomen können sich viele weitere Symptome entwickeln. Häufige Probleme sind die Einschränkung des Geruchs- und Geschmackssinns, das typische „Salbengesicht“ (fettige, wie dick eingecremte Haut), Blasenfunktionsstörungen und Störungen der sexuellen Libido. Der Körper kann auch Blutdruck und Temperatur in späteren Stadien nicht mehr ausreichend kontrollieren und anpassen.

 

Neben den vegetativen Symptomen können Sie selbst an sich oder Ihre Angehörigen an Ihnen erhebliche psychische Veränderungen wahrnehmen: Depressive Verstimmungen und Schlafstörungen sind häufige (frühe) Begleiterscheinungen. Der Alltag wird stark eingeschränkt durch fehlende Wahrnehmung von Entfernungen, allgemeine Antriebsstörung und insgesamt verlangsamte kognitive Abläufe. Die Einschränkung der kognitiven Prozesse, auch in Bezug auf Sprache und Gedächtnis, können auf die Entwicklung einer Demenz zurückzuführen sein. 30-40 % der Parkinson-Patienten entwickeln eine Parkinson-Demenz im Verlauf der Erkrankung. Die Persönlichkeit kann sich verändern, es können apathische Zustände ohne Reaktion auf Ansprache, Halluzinationen und Wahnvorstellungen auftreten – Unterstützung, Begleitung und bestmögliche Aufklärung durch Ärzte und Therapeuten sind hier besonders wichtig für Sie und Ihre Angehörigen.

Parkinson-Symptome können auch in Verbindung mit anderen Erkrankungen auftreten, definiert als atypische Parkinson-Syndrome oder Parkinson-Plus-Syndrome. Die bekanntesten atypischen Parkinson-Syndrome sind die Multisystematrophie (MSA), die progressive supranukleäre Blickparese (PSP) und die Lewy-Körper-Demenz.

Hinweis

Akinetische Krise bei Parkinson

Eine akinetische Krise ist ein akuter Notfall, bei dem Sie plötzlich nicht mehr sprechen, schlucken oder sich bewegen können und eine umgehende intensivmedizinische Betreuung nötig wird. Solche Krisen können auftreten, wenn Sie vom Arzt verordnete Medikamente abrupt weglassen oder z. B. an einer zusätzlichen Infektion erkranken.

Stadien der Parkinson-Erkrankung

Die Erkrankung Parkinson wird in fünf unterschiedliche Stadien unterteilt, die nach Hoehn und Yahr seit 1967 klassifiziert sind. Stadium 0 beginnt ohne Anzeichen und bei Stadium 5 sitzen Erkrankte im Rollstuhl bzw. sind bettlägerig. Die Stadien beziehen sich v. a. auf Lebensqualität und den Grad der Unabhängigkeit des Patienten – das Erfassen Ihres Stadiums der Erkrankung ist wichtig bei der Auswahl und Dosierung der Medikation oder sonstiger geeigneter Therapiemöglichkeiten.

 

Diagnose und Tests bei Parkinson

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Diagnose in der Übersicht

  • Die Diagnose erfolgt zuerst über eine klinisch-neurologische Untersuchung bei einem Neurologen.
  • In frühen Stadien der Parkinson-Erkrankung kann eine sichere Diagnose jedoch nicht garantiert werden, da die typischen Symptome erst in späteren Stadien auftreten.
  • Nach der neurologischen Untersuchung wird eine Szintigraphie durchgeführt, wodurch es möglich ist, das Dopaminsystem im Gehirn und seinen Ausfall darzustellen. Zudem kann somit ein atypisches von einem primären Parkinson-Syndrom unterschieden werden.
  • Entzündungsparameter zur Erfassung einer stillen Entzündung: Homocystein und hsCRP
  • Um andere Erkrankungen auszuschließen, werden MRT oder CT durchgeführt.

Neurologische Untersuchung

Bevor bildgebende Diagnostik (Ultraschall, CT, MRT) zur Anwendung kommt, ist als erstes eine ausführliche klinisch-neurologische Untersuchung notwendig. Der Neurologe kann v. a. die typischen körperlichen Symptome (Bewegungsarmut, Händezittern, Muskelsteife, Gleichgewichtsstörungen) bei Parkinson erfassen. Die weiteren Verfahren sind wichtig, um Ihr Stadium der Erkrankung zu erfassen und andere Diagnosen auszuschließen. Auch kann bei Parkinson in sehr frühen Stadien allein durch die neurologische Untersuchung keine sichere Diagnose möglich sein, da die typischen Symptome noch gar nicht auftreten.

 

Bildgebende Verfahren und Nuklearmedizin

Meist wird nach der neurologischen Untersuchung eine Szintigrafie durchgeführt (Dopamintransporter-SPECT). Dieses diagnostische Mittel macht es möglich, das Dopaminsystem im Gehirn und entsprechende Ausfälle darzustellen. Mit differenzierterer szintigrafischer Diagnostik (FDG-PET und DMFP-PET) können auch Dopaminstoffwechsel und Dopamin-Bindungsstellen dargestellt werden, um v. a. ein atypisches von einem primären Parkinson-Syndrom unterscheiden zu können, was vor allem für die Therapiewahl eine wichtige Rolle spielt.

Ein einmaliges MRT (Kernspin) oder CT (Computertomografie) gehören zur Diagnostik bei Parkinson-Erkrankungen ebenfalls dazu, um andere Erkrankungen wie z. B. einen Gehirntumor auszuschließen. Die transkranielle Sonografie (Ultraschall des Gehirns) untersucht schnell und ohne Nebenwirkungen.

 

Entzündungsparameter: Homocystein und hochsensitives CRP

Um das Ausmaß der stillen Entzündung festzustellen, können folgende Parameter untersucht werden:

Homocystein im Blutplasma: Homocystein ist einer der ursächlichen Auslöser und Verstärker von neurotoxischen Schäden, die zum Ausbruch der Parkinson-Erkrankung führen können (siehe Ursachen). Erhöhte Homocysteinwerte sind durch eine Mikronährstoffergänzung gut behandelbar und lassen sich so gut und ohne Nebenwirkungen senken.

 

Normbereich (in µmol/l)

  • männlich/weiblich unter 30 Jahre: 8,1
  • männlich 30-60 Jahre: 7,9
  • weiblich 30-60 Jahre: 11,2
  • männlich/weiblich über 60 Jahre: 11,9

 

Hochsensitives CRP (hsCRP) im Blutplasma: hsCRP weist eine 10-fach erhöhte Sensitivität auf im Vergleich zu CRP bei der Feststellung von Entzündungen. Ein hsCRP-Wert von 0,56 mg/l weist auf eine vorliegende stille Entzündung (silent inflammation) hin.

 

Medikamentöse Testverfahren
Auch medikamentöse Tests werden durchgeführt, um das vorliegende Syndrom genau einzugrenzen und v. a. die therapeutischen Möglichkeiten einschätzen zu können. Hierbei wird untersucht welche Dosis nötig sein wird, um die Bewegungseinschränkungen zu verbessern.

Prognose und Krankheitsverlauf bei Parkinson

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Krankheitsverlauf in der Übersicht

  • Der Verlauf ist sehr individuell, die Lebenserwartung ist abhängig vom Diagnosezeitraum.
  • Eine frühe, optimal auf den Erkrankten abgestimmte Therapie kann die Lebensqualität deutlich verbessern.

Mehr als die Hälfte der Erkrankten hat als erstes frühes Symptom einseitiges Händezittern und Probleme im Alltag, z. B. beim Zähneputzen, Rasieren oder beim Zuknöpfen der Kleidung.

In Folge können Sie oft Schluckstörungen, Gleichgewichtsprobleme und Gehschwierigkeiten bei sich bemerken. Typisch sind auch eine leisere Stimme, kleinere Schritte und eine vorgebeugte Körperhaltung.

 

Schwankungen der Beweglichkeit (Fluktuationen) und On-Off-Phänomen: Während Medikamente zu Beginn der Therapie meist gut ansprechen, können nach Jahren Schwankungen in der Beweglichkeit auftreten, d. h. Sie merken, dass der Medikamenten-Spiegel abnimmt, würden Einnahmezeitpunkte gerne vorziehen und sind vor der Tabletteneinnahme oft steif und unbeweglich. Schlagartige Änderungen in der Beweglichkeit nennt man On-Off-Phänomen. Wie bei einem Lichtschalter (An-Aus) kommt es plötzlich zu einem Wechsel zwischen Beweglichkeit und Unbeweglichkeit. Meist muss Ihre Medikation in dieser „neuen Phase“ angepasst werden.

 

Der Verlauf ist sehr individuell und schwer voraussehbar. Die Lebenserwartung bei Parkinson ist stark vom Diagnosezeitpunkt und entsprechender Therapiewahl abhängig. Menschen mit der Diagnose Parkinson sterben ebenso an häufigen Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen wie andere Personen gleichen Alters. Eine frühe, optimal abgestimmte Therapie, die im Verlauf immer wieder angepasst wird, kann Ihnen auch mit der Diagnose Parkinson lange autonome Lebensabschnitte mit wenigen Beschwerden und Einschränkungen möglich machen.

 

Empfohlene Ernährung bei Parkinson

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Ernährung in der Übersicht

  • Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen.
  • Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt. Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Zunehmend häufen sich Hinweise, dass Parkinson im Darm entsteht und das Darmmikrobiom für die Entstehung der Erkrankung verantwortlich ist. Wie unser Darmmikrobiom zusammengesetzt ist, entscheidet vor allem unsere Ernährung. Sie ist also ein entscheidender Faktor, der zur Prävention genutzt werden kann.
  • Parkinson-Erkrankte leiden an einem erhöhten Risiko für eine Unter- und Fehlernährung. Eine gesunde, nährstoffreiche Ernährung mit viel buntem Gemüse, Obst, hochwertigen Ölen und Kräutern, die auch noch appetitlich zubereitet ist, ist das Ideal.
  • Fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Miso, Quark und milchsauer eingelegte Gemüse halten das Darm-Mikrobiom gesund. Bei Medikamenteneinnahme sollte eiweißreiche Kost auf den Abend gelegt werden.

Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen. Diese chronische Entzündung lässt Arterien verkalken, schwächt unseren Darm und unser Immunsystem, beeinflusst unsere Psyche negativ und lässt letztlich Zellstress entstehen. Wie im Kapitel Ursachen ausführlich dargestellt, sind entzündliche Prozesse auch bei Parkinson an der Entstehung beteiligt. Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen bei Parkinson in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:

  • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
  • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
  • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Parkinson-Erkrankung auswirken.
  • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

 

Probleme der heutigen Ernährung

Obwohl in Deutschland kein Mangel an Nahrungsmittelvielfalt herrscht, wird eine naturbelassene Ernährung mit vielen qualitativ hochwertigen und unverarbeiteten Produkten immer seltener. Volle Arbeitstage, Alltagsstress, keine Zeit zu kochen und auch der Mangel an Wissen und Fähigkeiten führen zunehmend zu einer ungesunden Ernährung.

 

Fertigprodukte statt frisch kochen: Western Diet

Diese Art der Ernährung wird oft unter dem Begriff Western Diet zusammengefasst, weil sie vor allem in den westlichen Industrieländern weit verbreitet ist und sich zunehmend auch in Ländern mit traditionell gesunder Ernährung ausbreitet – mit gravierenden Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung.

Hinweis

Merkmale der Western Diet

hochkalorisch, zuckerreich, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren, salzreich, viele Konservierungsstoffe und hochverarbeitete Produkte (Fastfood, Fertigprodukte, „Junkfood“) – dagegen wenig frisches Obst und Gemüse, keine hochwertigen Pflanzenöle, wenig komplexe Kohlenhydrate, wenige Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe.

Nährstoffzufuhr aus dem Gleichgewicht

Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen. Unsere Lebensmittel setzen sich zum einen aus Makronährstoffen zusammen, die uns Energie und Baumaterial liefern: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.

Auf der anderen Seite enthalten Lebensmittel auch unzählige Mikronährstoffe, die das Umsetzen der Makronährstoffe im Stoffwechsel erst möglich machen: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Fettsäuren, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe.

Ungesund wird eine Ernährung dann, wenn die einzelnen Gruppen nicht mehr im Gleichgewicht zueinander stehen. Arbeit findet z. B. heute sehr oft als sitzende Tätigkeit am Schreibtisch statt, wo keine bis kaum Kalorien verbrannt werden – jedoch dominieren Kohlenhydrate nach wie vor zu einem großen Anteil unsere tägliche Ernährung, was die Entwicklung einer chronischen Entzündung besonders fördert – das ständige Zuviel.

 

Anti-entzündliche Ernährung: Profitieren Sie auf allen Ebenen

Erst gravierende Erkrankungen und Ereignisse wie eine Parkinson-Erkrankung lassen uns aufhorchen und führen oft zu einem Wendepunkt im Leben: Lassen Sie es gar nicht erst so weit kommen!

Sich gesund zu ernähren, heißt nicht sich selbst zu kasteien, zu verzichten oder strikte Pläne einzuhalten. Es bedeutet Neues kennenzulernen, alte Wege zu verlassen und sich jeden Tag fitter, gesünder und leistungsfähiger zu fühlen statt immer müde, abgeschlagen und energielos. Sie können dabei Schritt für Schritt etwas an Ihrer Ernährung ändern, statt zu versuchen, von heute auf morgen alles auf den Kopf zu stellen. Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt.

 

Was ist antientzündliche Ernährung?

Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Eine pro-entzündliche Ernährung ist einer der Hauptauslöser für eine chronisch-schwelende Entzündung in unserem Körper, die stille Entzündung (silent inflammation).

Die folgende Tabelle stellt Ihnen wichtige anti- und pro-entzündliche Nahrungsmittelgruppen vor:

 

Anti-entzündliche Nahrungsmittel und pro-entzündliche Nahrungsmittel

 

Anti-entzündliche Ernährung Pro-entzündliche Ernährung
Olivenöl, Walnussöl, Leinöl, Hanfölfrittierte Lebensmittel, Margarine, Sonnenblumenöl, Schweineschmalz, Sojaöl, Maiskernöl
Obst (zuckerarme Sorten bevorzugen): Beeren, Zitrusfrüchte, Äpfel
Gemüse, mindestens „5 am Tag“: grüne Blattgemüse, Brokkoli, Spinat, Kohlsorten, Topinambur, alle Salate, Wildkräuter
Fast Food, Fertigprodukte, Süßigkeiten, industriell gefertigte Snacks
Vollkornprodukte: Getreideprodukte aus dem vollen Korn inklusive aller BallaststoffeProdukte aus Auszugsmehlen („Weiß“), Weizen
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu
Eier: moderater Konsum (mind. Bio-Freiland-Haltung)
Wurstwaren, viele Milchprodukte
fetter Seefisch: Lachs, Makrele, SardinenSchweinefleisch
frische Kräuter, antientzündliche Gewürze wie Chili, Kurkuma, Ingwer
Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Meerrettich
sehr salzreich
Getränke und Tee: Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, grüner TeeSoftdrinks, häufiger Alkoholkonsum, Milchmixgetränke
Nüsse und Saaten: Walnüsse, Leinsamen, Pinienkerne, Kürbiskerne, MacadamianüsseErdnüsse, gesalzene und aromatisierte „Knabbernüsse“
Probiotika: Kefir, Joghurt, milchsauer eingelegte Gemüse, Misopaste

 

 

Weitere Eckpunkte einer gesunden Ernährung sind:

  • Flexitarismus: Insgesamt sollte Ihre Ernährung vorwiegend pflanzenbasiert ausgerichtet sein – Fleisch, Fisch und Milchprodukte sind in Maßen zu genießen, dafür in hochwertiger Qualität.
  • Mittelmeer-Diät: Gute Orientierung bei einer anti-entzündlichen Ernährung bietet die mediterrane Ernährung – Menschen, die sich traditionell nach der Mittelmeerdiät ernähren, leiden seltener unter der chronischen Entzündung und deren Folgen, z. B. weniger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Regional und saisonal: Produkte aus der Region, die keinen weiten Anreiseweg hatten, sind frischer und oft nährstoffreicher. Viele Superfoods haben einheimische „Verwandte“ wie z. B. Leinsamen (statt Chiasamen) oder Hagebutten (statt Goji-Beeren).
  • Gesunde Fette: Fett reduzieren ist passé, viel wichtiger, ist die richtigen Fette aufzunehmen: Die optimalen Quellen sind kaltgepresste, hochwertige Öle. Dabei sollte der Anteil der Omega-3-Fettsäuren möglichst hoch sein, da sie im Gegensatz zu den Omega-6-Fettsäuren entzündungs- und schmerzhemmend wirken.
  • Kohlenhydrate reduzieren: Essen Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate, also weniger weißes Brot, weniger weiße Nudeln und Reis. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Botenstoffe.
  • Vegetarismus und Veganismus sind Ernährungsformen, die sehr gesund und ausgewogen sein können, aber nicht automatisch sind: Wenn viele oben genannte Nahrungsmittel integriert werden und auf ausreichend Mikronährstoffzufuhr geachtet wird. Auch der vegane Trend hat viele Fertigprodukte auf den Markt gebracht, die oft mit einer gesunden Ernährung nichts mehr gemeinsam haben. Achten Sie also weniger auf ein „Label“, sondern auf Ausgewogenheit.
  • Achtsamkeit beim Essen: Genuss, Freude und Langsamkeit gehören zu einer gesunden Ernährung genauso wie hochwertige Nahrungsmittel.
  • Fastenperioden: Intervallfasten oder Buchinger-Fasten können sinnvoll sein für einen Neustart oder ein jährliches Ritual, hier müssen Sie selbst abwägen, ob es zu Ihnen passt.
  • In Bewegung bleiben: Zu einer gesunden Ernährung gehört Bewegung – neben vielen anderen positiven Effekten, wirkt die Verdauung angeregt und die Darmpassage gefördert.

So sollte Ihr Teller aussehen

Mit dieser Telleraufteilung versorgen Sie Ihren Organismus optimal mit wichtigen Mikronährstoffen und ausreichend Energie-Lieferanten (Fette, Kohlenhydrate und Eiweiß). Achten Sie also darauf, nicht nur Beilagen und Fleisch/ Fisch zu sich zu nehmen, sondern variieren Sie vor allem mit verschiedenen Gemüse- und Obstkombinationen.

 

Spezifische Ernährungshinweise bei Parkinson

Die Hinweise in der Wissenschaft häufen sich zunehmend, dass Parkinson im Darm entsteht und das Darmmikrobiom (früher auch Darm-Flora) und vorangegangene Infektionen für die Entstehung der Erkrankung verantwortlich sind. Immer mehr Erkrankungen werden mit der Zusammensetzung des Darmmikrobioms assoziiert wie Alzheimer, multiple Sklerose und auch Depressionen. Ein entscheidender Faktor für die Zusammensetzung unseres Darmmikrobioms ist die Art der Ernährung und somit einer der wichtigsten Lebensstilfaktoren, die wir selbst ändern können, um zahlreichen Krankheiten schon präventiv zu begegnen.

 

Psychobiotika und ihre Wirkung auf Körper, Geist und Seele

Der Begriff Psychobiotika ist eine wissenschaftliche Definition für bestimmte Darmbakterien, die eine positive Wirkung auf unsere Psyche haben. In der Neuropsychoimmunologieforschung ebenso wie in der Mikrobiologieforschung haben die Wissenschaftler immer mehr Erkenntnisse darüber, wie eng Bauch und Gehirn miteinander vernetzt sind – man spricht ja nicht umsonst vom Bauchhirn – und welche Auswirkungen die Darmgesundheit auf unser psychisches Wohlbefinden hat. Der Darm sendet über Nervenimpulse Informationen ans Gehirn wie zum Beispiel Hungergefühle und Verdauungsprozesse, aber auch Unbehagen oder Übelkeit.

 

Darüber hinaus jedoch fanden die Forscher heraus, dass es Bakterienstämme in unserer Darmflora gibt, die Neurotransmitter (= Botenstoffe, durch die Nervenimpulse weitergeleitet werden) wie Serotonin oder Dopamin, umgangssprachlich auch „Glückshormone“ genannt, produzieren und darüber mit dem Gehirn kommunizieren. Ist unsere Darmflora geschädigt, z. B. aufgrund von einer Antibiotikatherapie, dauerhaftem Stress, Fehlernährung oder einer entzündlichen Darmerkrankung, nimmt die Anzahl der „guten“ Darmbakterien ab, was zu verschiedenen Verdauungsbeschwerden, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien führen kann. Darüber hinaus sinkt auch die Produktion des Serotonins und Dopamins, was Stimmungslabilität, Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit oder nachlassende Leistungsfähigkeit mit sich bringt. Inzwischen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass selbst ernsthafte psychische Erkrankungen wie Depressionen teilweise ihren Ursprung im Darm haben.

 

Das Sprichwort „Du bist, was Du isst“ zeigt ganz deutlich den Zusammenhang zwischen Psyche und Darm bzw. Ernährung auf. Um unsere Darmflora zu pflegen, können wir selbst vieles tun, um die „guten“ Bakterien zu nähren und ein Milieu zu schaffen, wo diese sich vermehren und ein dichtes Netz aufbauen können. Neben einer ballaststoffreichen Ernährung mit einem großen Anteil an Frischkost freuen sich unsere Darmbakterien über fermentierte bzw. milchsauer vergorene Lebensmittel wie Sauerkraut oder Gemüsesäfte sowie eine bunte Mischung aus Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen, wie wir sie in biologisch angebautem Obst und Gemüse finden.

 

Erhöhtes Risiko für Fehl- und Unterernährung

Menschen mit Parkinson leiden oft unter Beschwerden, die eine ausreichende Aufnahme und Verstoffwechslung von gesunden Nahrungsmitteln zusätzlich erschweren: Schluckbeschwerden, Völlegefühl, fehlender Appetit, Übelkeit und Verstopfung sind häufige Begleiter, die das Risiko für eine Unter- und Fehlernährung leider deutlich erhöhen.

Eine anti-entzündliche, anti-oxidative Ernährung mit viel buntem Gemüse, Obst, hochwertigen kaltgepressten Ölen und Kräutern, die auch noch appetitlich zubereitet ist, ist das Ideal. Häufige kleine statt großer Mahlzeiten sind gerade bei Schluckbeschwerden und fehlendem Appetit zu bevorzugen. Insgesamt sollten Sie eher darauf achten, dass die Energiebilanz Ihrer Nahrung hoch ist.

Zwei Studien aus dem Jahr 2017 zeigten, dass der häufige Konsum von Magermilchprodukten das Risiko für eine Parkinson-Erkrankung im Alter wohl erhöhe. Die dadurch erzeugten niedrigen Harnsäurewerte sind scheinbar ein durch Ernährung ausgelöster Risikofaktor.8

 

Verstopfung vorbeugen

Da Verstopfung ein häufiges Problem ist, das durch die oft zunehmenden Bewegungseinschränkungen noch verstärkt wird, sind Ballaststoffe und andere die Darmpassage beschleunigenden Lebensmittel wichtig. Fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Miso, Quark und milchsauer eingelegte Gemüse sind probiotisch und können helfen, das Darm-Mikrobiom gesund zu halten.

Auch auf die Flüssigkeitsaufnahme müssen Sie besonders achten: Mindestens zwei Liter Wasser sollten Sie täglich trinken, bei starkem Schwitzen (häufig in fortgeschrittenen Stadien) sogar noch mehr. Koffeinhaltige Getränke sind abends aufgrund von Schlafstörungen nicht empfehlenswert.

Tipps

Das sollten Sie bei Parkinson in der Ernährung beachten

  • gesund, ausgewogen, viel Obst und Gemüse, Fisch, wenig Fleisch, Nüssen, hochwertigen Ölen, abwechslungsreich und vielseitig im Geschmack
  • kleine Mahlzeiten bevorzugen
  • Voll- statt Halbfettmilchprodukte
  • Appetit anregen: Essen, was Ihnen schmeckt
  • bei Schluckstörungen Suppen, Dips und Saucen mit festen Bestandteilen kombinieren
  • Ballaststoffe regen Darmbewegung an
  • viel trinken: mind. 2 L Wasser täglich
  • probiotische Lebensmittel in den Speiseplan integrieren
  • eiweißreiche Mahlzeiten nicht mit Levodopa zusammen einnehmen
  • leicht verdauliche, weniger blähende oder scharfe Lebensmittel wählen
  • Lebensmittel mit fasriger oder krümeliger Konsistenz eher vermeiden

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Therapie und Prävention

Jede Behandlung enthält präventive Aspekte und jede Prävention wirkt auch als Therapie. Die Grundpfeiler jeder Vorbeugung und Therapie basieren auf unserem Lebensstil: Wie ernähren Sie sich? Ist Ihr Organismus ausreichend mit Mikronährstoffen versorgt? Wieviel Bewegung ist in Ihren Alltag integriert? Rauchen Sie und wieviel Alkohol konsumieren Sie? Bestimmt Stress Ihr ganzes Leben? Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, können sich diese Basispfeiler positiv auf Ihre Gesundheit auswirken, aber auch jahrelange Risikofaktoren für viele Erkrankungen darstellen. In diesem Kapitel werden zahlreiche ganzheitliche Methoden vorgestellt, die Ihre Gesundheit und Lebensqualität stärken können – präventiv und/oder auch als Therapie.

 

Ihre persönliche Gesundheitskompetenz

Verschiedene Säulen bilden die Basis bei der Therapie eines Parkinson-Syndroms. Die bekanntesten und vielfach angewendeten Hauptpfeiler sind die Therapie mit Medikamenten, Physiotherapie und Logopädie. Auch kann ein neurochirurgischer Eingriff wie die tiefe Hirnstimulation bei manchen Erkrankten Symptome lindern. Naturheilkundliche Therapien, Mikronährstofftherapie und eine optimal abgestimmte Ernährung untermauern und ergänzen die Behandlung bei Parkinson auf unverzichtbare Weise.

Der wichtigste zentrale Faktor ist Ihre eigene Gesundheitskompetenz:

  • Informieren Sie sich bestmöglich über Ihre Erkrankung.
  • Suchen Sie sich Ärzte und Therapeuten, bei denen Sie sich gut aufgehoben fühlen: Vertrauen ist die wichtigste-Basis in der Beziehung zu einem Therapeuten.
  • Tauschen Sie sich in Selbsthilfegruppen (auch für Angehörige) aus.
  • Halten Sie Untersuchungstermine und Therapiepläne ein.
  • Verändern Sie, wenn möglich, bestimmte Bereiche Ihres Lebensstils, welche positiven Einfluss auf die Erkrankung und allgemein auf Ihre Gesundheit haben können, v. a. Ernährung, Mikronährstoffe und Bewegung.

Mikronährstoffe

Das-Wichtigste-in-Kürze

Mikronährstoffe in der Übersicht

  • Mikronährstoffe sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus.
  • Besonders wichtig bei Parkinson sind folgende Mikronährstoffe: Folsäure, B-Vitamine, Omega-3-Fettsäuren und Coenzym Q10
  • Natürliche, antioxidativ wirksame Mikronährstoffe senken das Risiko an Parkinson zu erkranken.
  • Von zahlreichen sekundären Pflanzenstoffen wurden in den letzten Jahren schützende Effekte, speziell der Dopamin-produzierenden Nervenzellen, nachgewiesen.
  • Einige der typischen Medikamente, die bei Parkinson verordnet werden, erhöhen zusätzlich Ihren Mikronährstoffbedarf. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Mikronährstoffbedarf ausreichend über die Ernährung zu decken, können moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischungen sinnvoll sein.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Eine wichtige Basis für alle Therapien wird oft bei der Beratung außer Acht gelassen: Eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung, die Schluckbeschwerden, Mangelernährung und fehlenden Appetit bei Parkinson berücksichtigt. Der Körper muss mit Mikronährstoffen optimal versorgt sein, damit Folgen des oxidativen Stresses bei Parkinson abgemildert und Nebenwirkungen der Medikamente reduziert werden können.

 

Mikronährstoffe – was ist das?

Zu den Mikronährstoffen gehören in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die einen wichtigen Teil dazu beitragen, damit unser Organismus funktioniert. Im weiteren Sinne lassen sich auch essentielle Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme hinzuzählen. Makronährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette sind unsere Energielieferanten, während die Mikronährstoffe an Prozessen wie z. B. Blutgerinnung, Immunabwehr und Knochengesundheit beteiligt sind. Einige Mikronährstoffe kann unser Körper selbst herstellen, die meisten jedoch müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

 

Der menschliche Organismus – ein Blick in die Zellen

Der Mensch besteht aus über 70 Billionen Zellen. Diese können alle nur optimal funktionieren, wenn sie mit Vitaminen und Spurenelementen versorgt sind. Es gibt nahezu keinen Stoffwechselschritt, an dem nicht mehrere Mikronährstoffe beteiligt sind. Dazu zählen unter anderem die:

  • Aktivierung von Enzymen und Hormonen (Stoffwechselaktivität)
  • Abwehrleistung des Immunsystems (Immunstoffwechsel)
  • Energieproduktion in den Kraftwerken unserer Zellen, den sogenannten Mitochondrien (Energiestoffwechsel)
  • Leistungsfähigkeit des Herzmuskels (Herzkraft und -rhythmus)
  • Kontraktion der Skelettmuskulatur (Muskelkraft und -koordination)
  • Impulsübertragung in und der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen (Nerven- und Gehirnstoffwechsel)

 

Für alle Stoffwechselreaktionen im Körper sind Enzyme notwendig, sie wirken wie ein Katalysator. Enzyme können ihren Aufgaben jedoch nur mithilfe von Mikronährstoffen nachkommen. Je besser der Körper mit Nährstoffen versorgt ist, desto besser funktioniert der gesamte Organismus. Ein Mikronährstoffmangel kann sich also negativ auf den Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken. Um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihre weiteren Therapien zu unterstützen, sollten Sie also auf Ihren Mikronährstoffhaushalt achten.

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen?

Egal ob Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder die Antibabypille. Schon ein einzelnes Medikament kann unsere optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ungünstig beeinflussen. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto intensiver wird in den Mikronährstoffhaushalt eingegriffen, was Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinander sowie das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht. Hierdurch kann nicht nur die Wirkung des Medikaments negativ beeinflusst werden, sondern auch die Funktion der Mikronährstoffe.

 

Welche Lebensphasen führen noch zu einem erhöhten Mikronährstoff-Bedarf?

Aber nicht nur die regelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einem erhöhten Mikronährstoffbedarf. Es gibt bestimmte Lebensphasen und Umstände, die ein erhöhtes Risiko für einen Nährstoffmangel aufweisen:

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • ältere Menschen
  • Menschen mit Magen-Darm-Störungen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen

 

Diesen erhöhten Bedarf zu decken, ist nicht immer einfach. Trotz des reichhaltigen Angebotes an verschiedenen Lebensmitteln verringern verschiedene Faktoren den Mikronährstoffgehalt in Lebensmitteln:

  • nicht ausgereiftes Obst und Gemüse
  • größere Erträge in der Landwirtschaft
  • Einsatz von Pestiziden

 

Es ist wichtig, die Ernährung mit einer breiten und möglichst natürlichen Basis an allen Vitaminen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu optimieren.

 

Mikronährstoffkonzentrat als Grundlage

Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

 

Das Angebot an Mikronährstoffpräparaten ist groß und unübersichtlich. Entscheidend beim präventiven Ansatz ist die natürliche Vielfalt. Das ideale Mikronährstoffpräparat ist auf natürlicher Basis produziert, enthält neben allen klassischen Mikronährstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme, ist flüssig, glutenfrei und vegan. Die Bioverfügbarkeit sollte wissenschaftlich belegt sein und es sollten keine künstlichen Aroma- oder Konservierungsstoffe enthalten.

Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe bei Morbus Parkinson

Grundsätzlich ändert sich Ihr Mikronährstoffbedarf im Lauf des Lebens. Ältere Personen haben häufig chronische Mikronährstoffmängel, ausgelöst durch Mangelernährung, chronische Erkrankungen und Medikamente, die den Mikronährstoffbedarf zusätzlich erhöhen. Erhöhter oxidativer Stress wird u. a. mit der Entstehung der Parkinson-Erkrankung verknüpft. Natürliche, antioxidativ wirksame Mikronährstoffe senken das Risiko an Parkinson zu erkranken.9 Auch bei der bei Parkinson vorliegenden mitochondrialen Dysfunktion ist die gute Versorgung mit Antioxidantien und weiteren kombinierten Mikronährstoffen die Therapiebasis gegen oxidativen Stress.10 Zudem ist das Medikament Levodopa eines der zentralen therapeutischen Mittel bei Parkinson. Eine gute Mikronährstoffversorgung kann die Wirkung von Levodopa einerseits unterstützen und die Nebenwirkungen des Medikaments gleichzeitig reduzieren.

Hinweis

Mikronährstoffe wirken am besten im natürlichen Verbund

Um eine optimale Mikronährstoffversorgung sicher zu stellen, eigenen sich am besten natürliche Mikronährstoffkombinationen. Laut einer US-amerikanischen Studie wirken diese 200-mal stärker antioxidativ als isolierte künstlich hergestellte Vitamine.11 Die Kombination aus Obst, Gemüse und sekundären Pflanzenstoffen kreiert den wirksamen positiven Effekt. Durch eine bessere Versorgung mit Mikronährstoffen verbessert sich der antioxidative Status und macht die freien Radikale unschädlich, die Nervengewebe bei Parkinson auf Dauer zerstören.

Antioxidantien

Zu den wichtigsten Antioxidantien bei Parkinson gehören die Vitamine C und E, Zink Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe.

  • Vitamin C und E: Vitamin E ist signifikant wichtig beim Schutz der Mitochondrien vor oxidativem Stress bei Parkinson.12 Eine Studie aus 2021 zeigte, dass die erhöhte Aufnahme von Vitamin C und E mit einem geringeren Risiko an Parkinson zu erkranken einher ging.13 Insgesamt zeigte eine gesunde, mikronährstoffreiche Ernährung protektive Effekte.
  • Coenzym Q10 ist wichtig für die Energiesynthese in den Zellen bzw. für ein störungsfrei funktionierendes Immunsystem und gehört zu den wichtigsten Antioxidantien. Coenzym Q10 ist ein weiterer antioxidativer Mikronährstoff, der bei zusätzlicher Gabe den Verlauf der Parkinson-Erkrankung verlangsamen und neurologische Ausfälle reduzieren kann.14
  • Zink: Zink wird antioxidativ, antientzündlich und ist an zahlreichen Vorgängen im Körper, besonders an immunmodulatorischen Prozessen, beteiligt.
  • sekundäre Pflanzenstoffe: Bekannt und erforscht sind v. a. Flavonoide, Phytosterine, Polyphenole, Phytoöstrogene, Sulfide, Carotinoide und Glucosinolate. Curcumin15 (Kurkumawurzel), Resveratrol16 (Trauben, Rotwein) und EGCG in grünem Tee17 gehören zu Gruppe der Polyphenole, deren positive Wirkung bereits bei Parkinson in Bezug auf die Neuroinflammation untersucht wurde.18

 

Ausflug in die Wissenschaft

Sekundäre Pflanzenstoffe sind Alleskönner

Sekundäre Pflanzenstoffe haben für Pflanzen wichtige Effekte: Sie wehren Schädlinge ab, locken Insekten an, schützen vor UV-Licht und sind Aromabildner. Die Bedeutung dieser Stoffe für den Menschen wurde erst in den letzten Jahren zunehmend bekannt. So können zahlreiche Erkrankungen präventiv durch einen hohen Gemüse- und Obstkonsum, Getreide, Nüsse und Saaten verhindert werden. Nicht nur Atherosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall stehen ganz oben auf der Liste, auch rheumatoide Arthritis, Osteoporose, Asthma und Augenerkrankungen (Makuladegeneration).19

Folsäure und B-Vitamine: Ein erhöhter Homocystein-Spiegel im Blut ist bei Parkinson häufig, meist ausgelöst oder verschlimmert durch das Medikament Levodopa.20 Homocystein ist ein Stoffwechselprodukt, das bei unvollständigem Abbau mit u. a. Atherosklerose, koronarer Herzerkrankung, Osteoporose und Demenz assoziiert wird. Zu viel Homocystein im Blut kann durch die Einnahme von Folsäure und B-Vitaminen reduziert werden, die für den Abbau von Homocystein unverzichtbar sind.

 

Vitamin D: Vitamin D, das Sonnenvitamin, wirkt immunmodulierend und neuroprotektiv. Niedrige Spiegel waren in Studien mit Niedergeschlagenheit, niedrigem Blutdruck und Geruchsstörungen bei Morbus Parkinson assoziiert. Parkinson-Patienten sollten optimal mit Vitamin D versorgt sein: Die typische Parkinson-Symptomatik mit Gang- und Gleichgewichtsstörungen in Kombination mit osteoporotischen Veränderungen am Knochen aufgrund von Vitamin-Mangel birgt bei Stürzen ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. Besonders, wenn Ihre Mobilität eingeschränkt ist und Sie weniger Zeit draußen verbringen, muss immer auf eine ergänzende Vitamin-D-Versorgung geachtet werden.

 

Magnesium: Magnesium reguliert Muskel- und Nervenfunktionen, ist an einem stabilen Blutdruck und der Knochengesundheit beteiligt. Magnesium hat außerdem eine neuroprotektive Rolle. In Tierversuchen konnte bereits gezeigt werden, dass Magnesium den Verlust dopaminerger Nervenzellen verhindern konnte.21

 

Omega-3-Fettsäuren: Auch Omega-3-Fettsäuren haben eine positive Wirkung auf die Parkinson-Erkrankung. Hochwertige Omega-3-Fettsäuren sind für die Stabilisierung der Zellmembranen der Nervenzellen wichtig. In Tierversuchen konnte gezeigt werden, dass sie die von der Erkrankung betroffenen Nervenzellen der Tiere vor dem Absterben bewahren und sogar das Dopamin-herstellende System regenerieren können.22

Lebensstil

Das-Wichtigste-in-Kürze

Lebensstil in der Übersicht

  • Sport und Bewegung beeinflussen unsere körperliche und geistige Gesundheit in großem Ausmaß. Neben Physiotherapie ist jede körperliche Betätigung, auch im Alltag, ein Zugewinn. Gehgeschwindigkeit, Muskelmasse und -kraft, Gleichgewicht, Koordination, Haltung, Selbstbewusstsein und Erfolgserlebnisse und nicht zuletzt Ihr Energiestoffwechsel werden durch körperliche Aktivität gesteigert und verbessert.
  • Genussmittelkonsum: Rauchen/Nikotin schützt vor Parkinson; Alkoholkonsum sollte moderat gehalten werden
  • Entspannungstechniken: Entspannungstechniken können Verspannungen lösen, die Muskulatur kräftigen, die Atmung verbessern, zu erholsamerem Schlaf beitragen und positiven Einfluss auf die Psyche haben.
  • Schlaf und Schlafhygiene: Menschen mit Parkinson leiden sehr häufig unter Schlafstörungen wie lebhaften Alprtäumen, starkem Harndrang, unkontrollierbaren Beinbewegungen im Schlaf, Ein -und Durchschlafstörungen und hoher Tagesschläfrigkeit. 60-90 % der Betroffenen leiden im Verlauf der Erkrankung unter Schlafstörungen. Eine gute Schlafhygiene ist sehr wichtig für einen guten Nachtschlaf.

Sport und Bewegung bei Parkinson

Beweglichkeit erhalten und verbessern – das steht im Zentrum bei der Therapie bei Parkinson. Sport und Bewegung beeinflussen unsere körperliche und geistige Gesundheit in großem Ausmaß. Neben Physiotherapie ist jede körperliche Betätigung, auch im Alltag, für Sie ein Zugewinn: Gehgeschwindigkeit, Muskelmasse und -kraft, Gleichgewicht, Koordination, Haltung, Selbstbewusstsein und Erfolgserlebnisse und nicht zuletzt Ihr Energiestoffwechsel werden durch körperliche Aktivität gesteigert und verbessert. Auch depressive Phasen können Sie durch regelmäßige Bewegung besser abfedern. Bei Parkinson sind Ausdauersportarten wie Schwimmen, Nordic Walking, Radfahren und Tanzen genauso wichtig wie Kraftsportarten zum Muskelaufbau und Yoga, Pilates oder Gymnastik. In weit fortgeschrittenem Stadium sind Training auf dem Heimtrainer oder leichte Wassergymnastik gute Optionen, um die Beweglichkeit und Lebensqualität weiter aufrechtzuerhalten.

Wichtig ist, die Sportart nach Alter, Stadium der Erkrankung und natürlich Ihrer persönlichen Präferenz auszuwählen; Ärzte und Physiotherapeuten können Sie bei der richtigen Auswahl beraten. Vor allem Sportgruppen sind eine gute Möglichkeit, in einem sozialen Rahmen fit und beweglich zu bleiben.

 

Stressabbau durch Entspannungstechniken

Wenn die Selbstkompetenz nachlässt, können schon Alltagstätigkeiten, wie an der Kasse bezahlen, für Menschen mit Parkinson großen Stress auslösen. Bewegungen laufen oft langsamer ab und lassen sich weniger gut steuern – was Stress noch zusätzlich verschlimmert (wie z. B. den Tremor). Entspannungstechniken können allgemein helfen, Körper und Geist in die Balance zu bringen, um auch in weniger angenehmen Situationen Ruhe bewahren zu können – schon einfache Atemübungen können helfen, das vegetative System zu beruhigen.

Tipps

Atemübungen

Unsere Atmung können wir gezielt beeinflussen und auch therapeutisch zum Stressabbau nutzen.23 Bei Stress ist die Atmung meist flach und schnell, statt die möglichen 6 Liter (!) Atemvolumen voll auszuschöpfen. Atemübungen, wie sie auch Teil der Yogapraxis sind, können Sie selbst einfach und regelmäßig durchführen:

  • Wechselatmen: ein Nasenloch beim Einatmen zuhalten, beim Ausatmen das andere; ruhig und gleichmäßig atmen, beliebig lang wiederholen (mind. 10x).
  • Bauchatmung: Legen Sie sich hin und konzentrieren Sie sich ganz auf Ihre Atmung. Die ersten Atemzüge können nur beobachtend ohne Beeinflussung sein: Wie atme ich? Dann legen Sie die Hände auf den Bauch und atmen jetzt tief und bewusst gegen die Hände ein und wieder aus. Wiederholen Sie diese Übung beliebig oft (mind. 10x).

Menschen mit Parkinson leiden zudem häufig durch den Hypertonus der Muskulatur und Fehlhaltungen unter Muskelverspannungen (Kopf und Nacken). Schmerzen und zunehmend eingeschränkte Beweglichkeit sind die Folgen. Entspannungstechniken können Verspannungen lösen, die Muskulatur kräftigen, die Atmung verbessern und zu besserem Schlaf beitragen und positiven Einfluss auf die Psyche haben. Gut geeignete Techniken bei Parkinson sind progressive Muskelrelaxation, autogenes Training und Tai Chi.

 

  • Progresse Muskelrelaxation nach Jacobson

Bei der progressiven Muskelentspannung werden einzelne Muskelgruppen bewusst angespannt und dann wieder losgelassen. Das zentrale Element der Technik ist der Wechsel von Anspannung und Entspannung und die damit verbundene erhöhte Wahrnehmung des eigenen Körpers und der Psyche. Bei Parkinson können Stress und Belastung durch die Erkrankung abgemildert werden.24

Hinweis: Zu Beginn der Übungen kann sich der Ruhetremor bei Parkinson verstärken.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Progressive Muskelentspannung lässt sich auch zuhause mit einer Audio-Anleitung erlernen. Wir empfehlen erfahrene Therapeuten in Kombination mit Musik.


  • Autogenes Training

Das Autogene Training ist ein Entspannungsverfahren, das von Psychiater J. H. Schultz bereits vor fast 100 Jahren entwickelt wurde. Es geht darum, die Fähigkeit der Selbstentspannung zu entwickeln, die sich mittels autosuggestiver (= sich selbst beeinflussender) Übungen verbessern soll. Über bewusste Konzentration auf die Wahrnehmung des eigenen Körpers wird ein Zustand tiefer innerer Entspannung, Ruhe und Ausgeglichenheit erzeugt. Studien belegen außerdem, dass autogenes Training in Kombination mit Physiotherapie die motorischen Symptome bei Parkinson effektiver verbessert als Physiotherapie allein.25

 

  • Tai Chi (Taijiquan, Schattenboxen)

Tai Chi ist eine aus China stammende Kampfkunst, die jedoch in den letzten Dekaden auch als Gymnastik und Entspannungstechnik eingeordnet wurde, da zunehmend positive Effekte auf die Gesundheit nachgewiesen werden. Tai Chi fördert besonders harmonische, fließende Bewegungsabläufe, die bei Parkinson-Patienten fehlen. Auch die Koordination, motorische Kontrolle und das Gleichgewicht können durch das regelmäßige Ausüben von Tai Chi besonders in Anfangsstadien der Erkrankung verbessert werden.26

Hinweis

Qi (Chi)

Qi stammt auch dem Chinesischen und bedeutet so viel wie Energie, Atem, Äther oder Fluidum. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird damit die Energie bezeichnet, die allem Leben zugrunde liegt. Gesundheit ist, gemäß der chinesischen Philosophie, ein gleichmäßiger Energiefluss, der den ganzen Körper in den Meridianen (Kanäle, in denen die Lebensenergie fließt) durchzieht. Stauungen oder Blockaden im Energiefluss führen von Funktionseinschränkungen des Organismus bis hin zu manifesten Krankheiten.

Genussmittelkonsum: Rauchen und Alkohol

Während Rauchen zahlreiche Krankheiten fördert und auslöst, scheint dies bei Morbus Parkinson nicht zuzutreffen. Verschiedene Studien fanden heraus, dass starke Raucher eher nicht an Parkinson erkranken – im Gegenteil: Nikotin scheint sogar vor Parkinson zu schützen.27 Das liegt wohl an Enzymen, die durch das Rauchen stimuliert werden, welche Nervengifte inaktivieren. Das sollte jedoch kein Grund sein, mit dem Rauchen anzufangen – Wissenschaftler untersuchen bereits die Wirksamkeit von Nikotinpflastern in der Parkinson-Therapie. Mit Erfolg: Die motorischen Defizite konnten bereits in ersten Studien bei den Probanden verbessert werden.28
Alkohol lässt bereits bei gesunden Menschen die Symptome entstehen, unter denen Betroffene mit Parkinson ohnehin schon leiden: Sprechschwierigkeiten, Koordinationsprobleme und verlangsamte Reaktionen. Der Konsum sollte präventiv und auch bei einer Diagnose moderat gehalten werden.

Ausflug in die Wissenschaft

Paprika für die Gesundheit

Nikotin ist nicht nur in Tabakpflanzen enthalten, sondern auch in Nachtschattengewächsen wie z. B. Paprika. Eine Studie konnte zeigen, dass bei regelmäßigem Verzehr von roten, gelben und grünen Paprika das Risiko, an Parkinson zu erkranken, um ein Drittel gesenkt werden konnte.29 Die entzündungshemmenden Inhaltsstoffe, u. a. das Alkaloid Anatabin, ist für den protektiven Effekt verantwortlich. Dennoch bleiben die Aussagen dieser Ernährungsstudien noch hypothetisch, bis zahlreiche epidemiologische Studien manifeste Ergebnisse liefern. Gesichert ist jedoch, dass eine möglichst bunte, mikronährstoffreiche, pflanzenbasierte Ernährung das Risiko für zahlreiche Erkrankungen senken kann.

Schlaf und Schlafhygiene

Menschen mit Parkinson leiden sehr häufig unter Schlafstörungen wie lebhaften Alpträumen, starkem Harndrang, unkontrollierbaren Beinbewegungen im Schlaf, Ein -und Durchschlafstörungen und hoher Tagesschläfrigkeit. 60-90 % der Betroffenen leiden im Verlauf der Erkrankung unter Schlafstörungen. Die schlechte Schlafqualität hat einen großen negativen Einfluss auf die Symptomatik am Tag. Auf jeden Fall sollten Sie Schlafprobleme bei Ihrem Arzt ansprechen. Neben evtl. medikamentöser Therapie und Psychotherapie ist eine gute Schlafhygiene sehr wichtig für einen guten Nachtschlaf.

Tipps

Tipps für einen guten Schlaf

  • regelmäßige Schlaf- und Wachzeiten
  • morgens eine ausgiebige Lichtdusche, auch tagsüber viel Tageslicht tanken, um den Melatoninspiegel auf natürliche Weise zu regeln
  • viel Bewegung tagsüber, möglichst an der frischen Luft
  • ab dem Nachmittag keine koffeinhaltigen Getränke mehr wie Kaffee oder Colagetränke
  • leicht verdauliche Kost am Abend
  • vor dem Schlafengehen Handy, Computer und Fernseher aus – das blaue Licht stört die Melatoninbildung (Schlafhormon)
  • Einschlafrituale schaffen wie ruhige Musik, warmes Fußbad, eine Tasse Kräutertee, ein Buch lesen
  • störende oder kreisende Gedanken aufschreiben, um den Geist zur Ruhe zu bringen – am nächsten Tag ist noch genug Zeit, um sich damit zu beschäftigen
  • das Schlafzimmer gut lüften und abdunkeln

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Beruhigende Heilkräuter wie Lavendel, Melisse und Baldrian können Sie besonders gut mit einer Teemischung in Ihr abendliches Schlafritual integrieren, mit wohltuenden ätherischen Aromaölen Ihre Schläfen sanft massieren oder ein natürliches Raumspray mit ätherischen Ölen im Schlafzimmer nutzen.


 

Konventionelle Therapie

Das-Wichtigste-in-Kürze

Konventionelle Therapie in der Übersicht

  • Die Therapie bei Parkinson mit Medikamenten zielt auf die Erhöhung des Dopamin-Angebots im Gehirn ab und ist meist lebenslang.
  • Das Ziel ist, die Symptome zu lindern – das Voranschreiten kann jedoch bis jetzt nicht aufgehalten werden.
  • Die Medikamente beinhalten die Vorstufe des Botenstoffes Dopamin. Mit der Gabe zielt man darauf ab, die Dopaminkonzentration in den Basalzellen des Gehirns zu erhöhen: Dopamin-Agonisten, COMT-Hemmer und MAO-B-Hemmer
  • Deep Brain Stimulation: Wenn medikamentöse oder andere Therapien keine Erfolge erzielen können, gibt es die Möglichkeit einen „Hirnschrittmacher“ ins betroffene Gebiet Ihres Gehirns neurochirurgisch einzusetzen.

Die Erkrankung Parkinson kann bis jetzt nicht geheilt bzw. das Absterben der Dopamin-haltigen Nervenzellen nicht aufgehalten werden. Jedoch können Symptome durch verschiedene Therapien gemildert und Ihre Lebensqualität so verbessert werden. Dazu gehören Medikamente, die Dopamin ersetzen oder in den Dopamin-Stoffwechsel eingreifen wie MAO-B-Hemmer und COMT-Hemmer. Die Behandlungsart ist hochgradig davon abhängig, wie weit fortgeschritten Ihre Parkinson-Erkrankung bei Diagnose ist.

  • Dopamin-Agonisten wirken wie Dopamin und stimulieren Dopamin-Rezeptoren.
  • COMT-Hemmer können die Menge an verfügbarem Dopamin im Gehirn steigern. Wird in Kombination mit der Dopaminvorstufe eingesetzt.
  • MAO-B-Hemmer verlangsamen den Abbau von Dopamin durch die Blockierung eines Dopamin-abbauenden Enzyms. Wird in Kombination mit der Dopaminvorstufe eingesetzt.

Die Therapie bei Parkinson mit Medikamenten zielt auf die Erhöhung des Dopamin-Angebots im Gehirn ab und ist meist lebenslang. Das Ziel ist, die Symptome zu lindern – das Voranschreiten kann jedoch bis jetzt nicht aufgehalten werden. Besonders am Anfang der Einnahme (die ersten 3-5 Jahre) sprechen die Symptome zunächst gut an (wird auch „Honeymoon-Phase“ genannt).

Die Therapie mit Medikamenten muss sehr genau beobachtet und sensibel abgestimmt werden, um die optimalen Effekte für Sie zu erzielen. Meist muss die Dosierung im Verlauf der Erkrankung gesteigert werden. Die verschiedenen Medikamentengruppen führen entweder die Vorstufe des Dopamins zu, stimulieren die Dopamin-Rezeptoren, steigern die Dopamin-Konzentration im zentralen Nervensystem oder verlangsamen den Dopamin-Abbau im Gehirn.

Ihr Wissen über die Wirkung der Medikamente ist essentiell – das Fehlen oder die Verbesserung der Symptome ist direkt an die Medikation gekoppelt. Das plötzliche Absetzen der Medikamente kann einen Notfall wie die akinetische Krise (s. o.) auslösen.

Die medikamentöse Therapie bei Morbus Parkinson hat zahlreiche Nebenwirkungen, da u. a. direkt auf den Gehirnstoffwechsel eingewirkt wird: Halluzinationen und Verwirrtheitszustände, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und Magen-Darm-Beschwerden. Manche Patienten können auch Süchte entwickeln wie z. B. Spiel- oder Kaufsucht. Niedrige Dosen werden meistens noch gut vertragen.

 

Deep Brain Stimulation – Tiefe Hirnstimulation bei Parkinson

Wenn medikamentöse oder andere Therapien keine Erfolge erzielen können, gibt es die Möglichkeit einen „Hirnschrittmacher“ ins betroffene Gebiet Ihres Gehirns neurochirurgisch einzusetzen. Das Wirkprinzip ist dem des Herzschrittmachers ähnlich: Teile des Gehirns werden durch eingesetzte Mikroelektroden elektrisch stimuliert. Diese rein symptomatische Behandlung (wenn der Stimulator ausgeschaltet wird, sind die vorherigen Symptome wieder da) verbessert v. a. die körperlichen Symptome bei Parkinson: Muskelsteife, Muskelzittern und die Bewegungsarmut. Die Entscheidung, sich dieser Operation zu unterziehen, muss mit Ihnen von mehreren Ärzten aus verschiedenen Fachbereichen gefällt werden, um ein möglichst hohes Verbesserungspotential für Sie mit gleichzeitig niedrigerem Risiko für Nebenwirkungen wie Sprechstörungen, Empfindungsstörungen oder Sehstörungen zu erreichen. Vor einer möglichen OP müssen Sie sich zahlreichen neurologischen und psychiatrischen Tests unterziehen, um das Für und Wider des Eingriffs abzuwägen.

Ganzheitliche Therapie

Das-Wichtigste-in-Kürze

Ganzheitliche Therapie in der Übersicht

  • Phytotherapie: Antioxidantien aus Bockshornklee, Selleriesamen, kalte Umschläge im Sommer gegen Austrocknung, Präparate aus Mahonienrinde gegen überschießende Talgproduktion und Entzündungen.
  • Darmsanierung: Die entzündlichen Prozesse bei Parkinson beginnen im Darm – eine Darmsanierung kann das Mikrobiom wieder in die Balance bringen, die Wirkung von Levodopa unterstützen und Nebenwirkungen abmildern.
  • Entsäuerung und Entgiftung: Ein übersäuerter Organismus ist nicht mehr in der Lage adäquat auf Infektionen zu reagieren. Zudem führen Säuren zu Gewebsschädigungen und Mikroentzündungen. Schwermetalle und andere Umweltgifte müssen ggfs. als Herde entfernt und der Körper bei der Ausleitung unterstützt werden. Entsäuerung und Entgiftung sollten die Grundlage jeder Parkinson-Therapie darstellen.
  • Physiotherapie: fördert und verbessert die bei Parkinson eingeschränkte Beweglichkeit, Koordination und das Gleichgewicht.
  • Ergotherapie: zielt v. a. darauf ab, die Selbstständigkeit der Betroffenen bei Parkinson zu verbessern und noch vorhandene Fähigkeiten zu erhalten
  • Vibrationstraining: Die Schwingungen lösen Dehn- und Kontraktionsreflexe der Muskulatur aus, wodurch ein nachhaltiger Effekt auf das neuromuskuläre System der Parkinson-Patienten erzielt wird.
  • Logopädie: Logopädie unterstützt die Behandlung von Sprach- und Schluckstörungen.
  • Neurofeedback: Durch Neurofeedback können sowohl Verbesserungen im motorischen als auch im kognitiven Bereich bei einem Parkinson-Syndrom erzielt werden.
  • Psychotherapie: Hilfe und Begleitung bei Annahme der Diagnose, bei Depressionen und hoher psychischer Belastung

Phytotherapie (Pflanzenheilkunde)

Bockshornklee: Da Parkinson-Medikamente nach längerer Anwendungszeit starke Wirkungsschwankungen zeigen können und sich die Wahrscheinlichkeit für die Störung von Bewegungsabläufen (Dyskinesien) und Bewegungsstörungen (Dystonien) erhöht, suchen Wissenschaftler schon lange begleitende Wirkstoffe aus der Naturheilkunde, besonders der Phytotherapie (Heilpflanzen). Indische Wissenschaftler entdeckten Bockshornklee, welcher eine Vielzahl an Antioxidantien und antientzündlichen Stoffen enthält. Die Studie kam zum Ergebnis, dass Extrakte aus Bockhornkleesamen das Fortschreiten der Erkrankung zwar nicht verhindern, jedoch verlangsamen können – in Kombination mit Parkinson-Medikamenten. Es wird vermutet, dass Bockhornkleesamen die Zerstörung der dopaminhaltigen Nervenzellen hemmen.30 Einen Therapieversuch machen Sie am besten immer zusammen mit Ihrem behandelnden Arzt.

 

Selleriesamen: Wie wir mehrfach ausgeführt haben, scheint oxidativer Stress bei der Entstehung von Parkinson eine Rolle zu spielen. Ein Antioxidans aus Selleriesamen (D1-3-n-Butylphthalid) wird seit mehr als einer Dekade in China für die Behandlung von Schlaganfällen eingesetzt. Tierversuche zeigten laut einer Studie von 2011, dass die Extrakte aus Selleriesamen auch bei Parkinson vor Zellschädigungen durch freie Radikale schützen. Eine zusätzliche Therapie mit Selleriesamen sollte auf jeden Fall mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden – von einer Selbstmedikation auf eigene Faust raten wir Ihnen jedoch dringend ab.30

 

Kühle Wickel im Sommer: An heißen Tagen müssen Sie besonders auf sich Acht geben: Menschen mit Parkinson haben oft Probleme, die Körpertemperatur zu regulieren und schwitzen schnell und stark. Kühle Umschläge, viel Wasser trinken und im Schatten bleiben sind essentiell für Sie, um keinen Hitzschlag zu bekommen und den Körper vor einer Austrocknung zu schützen.

Mahonienrinde bei „Salbengesicht“: Wenn Sie eine sehr fettige, wie dick eingecremte Gesichtshaut bekommen, können Präparate aus Mahonienrinde helfen, die Talgproduktion einzudämmen und die Haut vor Entzündungen zu schützen (kommt auch bei Schuppenflechte und Akne zum Einsatz). Salben können mehrmals täglich dünn auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Bei Hautbeschwerden bei Parkinson kann eine Salbe mit dem Inhaltsstoff Mahonia aquifolium die Problematik verbessern.


 

Darmsanierung

Immer deutlicher wurde in den letzten Dekaden der Forschung, welchen Einfluss unsere Darmgesundheit auf die Gesamtgesundheit unseres Organismus hat. Da etwa 70 % der Immunzellen im Darm sitzen, sind eine gesunde Darmschleimhaut und eine intakte Darmflora Grundlage jeder ursächlichen Therapie. Das Darm-Mikrobiom und entsprechend die Darm-Hirn-Achse gerieten in der Parkinson-Forschung in den letzten Dekaden immer mehr in den Fokus.32 Häufige Verstopfung sei bei über 80 % der Betroffenen ein Frühsymptom. Das pathologisch veränderte Darm-Mikrobiom führt zu systemischen Entzündungsprozessen, die auch transportiert über den Vagus-Nerv im Gehirn neurodegenerative Prozesse auslösen können – so die derzeitige Hypothese, die sich aus präklinischen Studien ableitet.

 

Eine Darmsanierung kann das Mikrobiom wieder in die Balance bringen. Die Darmsanierung besteht aus einer Darmreinigung und dem Wiederaufbau der Darmflora. Durch die Sanierung der Darmflora wird die Darmbarriere gestärkt, ihre Schutzfunktion reaktiviert sowie das Immunsystem mobilisiert. Außerdem ist eine gesunde Darmflora wichtig für die optimale Aufspaltung und Verwertung der Nährstoffe.

 

Präbiotika, Probiotika und Synbiotika unterstützen die Regulation des Darmmikrobioms und können auch die Wirksamkeit von L-Dopa verbessern und Nebenwirkungen abmildern.33 Bei Parkinson sollten Sie evtl. eine Stuhl-Analyse durchführen und sich von erfahrenen Ärzten und Darmberatern begleiten lassen.

Hinweis

Was ist der Unterschied zwischen Präbiotika, Probiotika und Synbiotika?

Bei probiotischen Bakterien (Probiotika) handelt es sich um lebende Mikroorganismen, wie Milchsäurebakterien und Hefen. Sie dienen den „guten“ Darmbakterien als Verstärkung.

Im Gegensatz dazu sind Präbiotika keine lebenden Organismen, sondern Ballaststoffe, wie Inulin oder Fructose-Oligosaccharide. Diese können im Dünndarm nicht aufgespalten und verdaut werden und gelangen somit intakt in den Dickdarm. Hier fungieren sie als Nahrung für darmeigene, gesunde Bakterien. Sie sind zudem in der Lage, das Wachstum von Bifidobakterien zu fördern und die Besiedelung von potentiell schädlichen Bakterienspezies zu reduzieren.

Bei Synbiotika werden die Wirkstoffe der Prä- und Probiotika kombiniert, da man von deren verschiedenen positiven Wechselwirkungen mit der Darmflora und dem Darm-Immunsystem ausgeht. Präbiotika übernehmen eine Schutzfunktion für die probiotischen Bakterien vor Magen- und Gallensäuren bei der Passage durch den Verdauungstrakt und ermöglichen eine optimale Ansiedelung im Darm

Um den Darm präventiv gesund zu halten, können Sie regelmäßig milchsauer vergorene Lebensmittel in Ihren Speiseplan integrieren wie Sauerkraut(saft), Kefir, Joghurt, Kimchi, Miso und sauer eingelegte Gemüse. Außerdem wichtig sind Ballaststoffe und viel Frischkost.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Erfahren Sie mit diesem Buch mehr über das Superorgan Mikrobiom des Darms und wie Sie selbst Ihre Gesundheit durch eine gute Darmpflege unterstützen können.


 

Hinweis

Mikrobiologische Therapie

Eine Störung in der Zusammensetzung des Mikrobioms (Dysbiose) ist Hauptursache für geschwächte Abwehrkräfte.

Eine mikrobiologische Therapie (Symbioselenkung) setzt lebende oder abgetötete Bakterien ein, die keine krankheitserregenden Eigenschaften besitzen. Diese sollen einerseits immunstimulierend wirken, indem sie verschiedene Abwehrmechanismen aktivieren und somit zunehmend zu einer Normalisierung der natürlichen Abwehrkräfte beitragen. Auch überschießende Immunreaktionen sollen dadurch eingedämmt werden. Andererseits soll die Verabreichung lebender Bakterienkulturen bestehende Defizite in der Darmflora ausgleichen. Häufig sind die Milchsäurebakterien, die vorrangig im Dünndarm angesiedelt sind, in zu geringer Anzahl vorhanden.

 Entsäuerung & Entgiftung

Unser Körper verstoffwechselt alles, was wir essen und trinken, je nach Zusammensetzung der Lebensmittel, zu Säuren oder Basen. Für die Gesundheit wichtig ist eine basenüberschüssige Ernährung.

Stress in Zusammenhang mit einem übersäuerten Organismus führt zu einer Überstimulation des Sympathikus und der erhöhten Ausschüttung von Stresshormonen, wodurch die Neubildung von Abwehrzellen vermindert wird. Zudem führt ein Säureüberschuss im Körper zum Abbau von Eiweißen und somit zu einer Reduzierung von Antikörpern und Immunglobulinen.

 

Ein übersäuerter Organismus ist nicht mehr in der Lage adäquat auf Infektionen zu reagieren. Zudem führen Säuren zu Gewebsschädigungen und Mikroentzündungen, zur Pufferung verbraucht der Körper Mineralstoffe aus der Nahrung und greift auch körpereigene Mineralstoffspeicher an, welche beispielsweise den Zähnen entzogen werden und diese anfälliger machen für Karies. Langfristig führt Übersäuerung zu zahlreichen Erkrankungen, allen voran Entzündungen, der Grundlage für einen Parkinson-Ausbruch, Stoffwechselkrankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose.

 

Ebenso werden die enzymatischen Prozesse geschwächt, da Enzyme vor allem ein neutrales bis leicht basisches Milieu benötigen, um reibungslos zu funktionieren. Im übersäuerten Milieu können ihre vielfältigen Funktionen im Stoffwechsel, zur Zersetzung von eingedrungenen Fremdkörpern oder Keimen, als Botenstoffe oder intrazelluläre Transportmittel nicht mehr reibungslos erfüllen.

Basenbildende Kost, eine Zufuhr basenbildender Nährstoffe, Reduzierung säurebildender Nahrungsmittel, Durchführung von Basenbädern, Stressreduktion und ein ausgeglichener Mikronährstoffhaushalt sorgen langfristig für eine Harmonisierung des Säure-Basen-Haushalts und damit für eine optimale Funktion des Immunsystems.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Wer sich eingehender mit den Auswirkungen von Säuren und Basen auf unseren Organismus beschäftigen und auch praktisch aktiv werden möchte, empfehlen wir diese Lektüre und ein geeignetes Basensalz:


Um das Säure-Basen-Gleichgewicht wiederherzustellen und damit die Immunabwehr zu stärken, gibt es einige Grundsätze, die Sie auch bei Morbus Parkinson als Grundlage für alle Therapien beachten sollten.

  • basenüberschüssige, mikronährstoffreiche Ernährungmit viel Rohkost oder schonend gedünstetem Gemüse, Zitrusfrüchten, Kartoffeln, Mandeln, Samen, Hirse, Quinoa, Amaranth, Buchweizen, frischen Kräutern und Gewürzen
  • Sport und Bewegung, die zu einer vermehrten Atmung und damit Säureausscheidung über die Lungen führt; außerdem baut Sport Stresshormone ab, die wiederum die Säureproduktion im Organismus anregen
  • basische Körperpflege wie Bäder oder tägliche Körperwaschungen mit Wasser, dem Basensalz hinzugefügt wurde
  • Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation, Qi Gong etc., die ebenfalls Stresshormone reduzieren
  • trinken von Wasser oder Kräutertees, um Säuren über die Nieren auszuscheiden
  • ausreichend Schlaf und Ruhezeiten
  • Meiden von schädigenden Umwelteinflüssen

 

immunbelastende Umwelteinflüsseimmunstärkende Umwelteinflüsse
Auskühlen des KörpersWärme-Kälte-Reize wie Sauna, Wechselduschen
Schadstoffe in Lebensmitteln, in der Raumluft, AbgaseBiolebensmittel, regionale Lebensmittel
Schadstoffe in KleidungKleidung, die schadstoffgeprüft ist
Schadstoffe in der Raumluftschadstoffgeprüfte Möbel, Bodenbeläge, regelmäßig und ausgiebig Lüften, Zimmerpflanzen wie Ficus und Efeutute
ElektrosmogVermeidung von WLAN und anderen Funktechnologien, vor allem während der Schlafenszeit
metallische Substanzen (Zahnersatzmetall, Aluminium, Blei)Entgiftung und Zahnsanierung
Umweltgifte in Großstätten, von Industrieanlagenviel Zeit in der Natur verbringen, im Wald, an Flüssen oder am Meer
Medikamente (Antibiotika, Cortison, Grippemittel, Impfstoffe)natürliche und immunfördernde Heilmittel

Hinweis

Entgiftung von Schwermetallen

Manche Giftstoffe, die mit dem Ausbruch von Parkinson in Verbindung gebracht werden, lagern sich im Körper ab, wo sie dessen Selbstheilungsbestrebungen blockieren. Das betrifft etwa Metalle wie Quecksilber, Blei oder Aluminium. Hier kann eine Entgiftungstherapie mit Substanzen wie z. B. Glutathion, Melatonin, Zeolith, Chlorella-Alge sinnvoll sein. Auch eine Unterstützung der Ausscheidung über die Leber mit galletreibenden Mitteln (z. B. Bitterstoffe) und über die Nieren mit harntreibenden Mitteln (z. B. Brennnesseltee, Birkenblättertee) kann die Entgiftungsprozesse des Körpers sanft unterstützen.

Physiotherapie

Bewegung beeinflusst unsere körperliche und geistige Gesundheit in großem Ausmaß. Physiotherapie will Beweglichkeit erhalten und verbessern, Fehlbelastungen erkennen und ausgleichen und Alltagsbewegungen trainieren. Physiotherapeutische Methoden erhalten und unterstützen gezielt Muskelmasse- und -kraft, Gleichgewicht, Koordination, Haltung und Selbstbewusstsein. Außerdem dienen sie der Sturz-Prophylaxe. Physiotherapeuten arbeiten zudem mit Entspannungstechniken und Massagen für Muskeln und Gewebe.

Die Lebensqualität ist wie bei jeder Erkrankung auch bei Parkinson stark abhängig von Ihrer aktiven Teilhabe am Leben und Ihrem Grad der Unabhängigkeit. Physiotherapie fördert und verbessert die bei Parkinson eingeschränkte Beweglichkeit, Koordination und das Gleichgewicht und sollte jede medizinische Therapie von Anfang an begleiten. Die zu stark ausgeprägte Muskelspannung kann reguliert und Ausdauer sowie Kraft gestärkt werden.

 

Ergotherapie

Die Ergotherapie zielt v. a. darauf ab, die Selbstständigkeit der Betroffenen bei Parkinson zu verbessern und noch vorhandene Fähigkeiten zu erhalten. Besonders wichtig sind Alltagsbewegungen, die für folgende Tätigkeiten wichtig sind:

  • Körperpflege
  • das An- und Auskleiden
  • Gang zur Toilette
  • Arbeiten im Haushalt

Auch der Umgang mit Hilfsmitteln wie Rollator oder Rollstuhl, die bei Parkinson vielleicht Begleiter werden müssen, will erlernt werden und braucht vor allem anfänglich Unterstützung.

 

Vibrationstraining

Das Ganzkörper-Vibrationstraining findet nicht nur im Fitness- und Leistungssportbereich Anwendung, sondern zunehmend auch in der Rehabilitation und Therapie. Der Patient steht oder sitzt auf einer vibrierenden Trainingsplatte. Die Schwingungen lösen Dehn- und Kontraktionsreflexe der Muskulatur aus, wodurch ein nachhaltiger Effekt auf das neuromuskuläre System der Parkinson-Patienten erzielt wird. Das regelmäßige Vibrationstraining führt bei den Patienten nicht nur zu einer Verbesserung des Muskeltonus, was die Gangsicherheit verbessert, sondern fördert zugleich die Koordinationsfähigkeit, das Gleichgewicht und die Ausschüttung von Neurotransmittern.

 

Logopädie unterstützt die Behandlung von Sprachstörungen.34 Vielleicht entwickeln Sie, wie viele Menschen mit Parkinson, eine schwache, heisere Stimme, Stottern und Zittern, haben Schwierigkeiten bei der Artikulation und beim Beginn des Sprechens. Mit Fortschreiten der Erkrankung nehmen diese Beschwerden normalerweise zu und können zu schweren Kommunikationsproblemen führen. Probleme beim Sprechen sind häufige Gründe, warum Menschen sich sozial aus Scham zurückziehen und sich zunehmend isolieren. Logopädische Übungen helfen, klarer, lauter und deutlicher zu sprechen, trainieren die Gesichtsmimik, die Atmung und das Schlucken.

 

Neurofeedback

Beim Neurofeedback geht es darum, Zusammenhänge zwischen der Nervenfunktion und ihren Auswirkungen sichtbar zu machen. Hierdurch kann wiederum die Symptomatik und das Verhalten beeinflusst werden. Nachdem insbesondere bei Hyperaktivitätsstörungen, wie dem AD(H)-Syndrom positive Erfahrungen mit dem Neurofeedback gemacht wurden, wird zunehmend auch bei neurologischen Erkrankungen, wie Demenz und Parkinson-Syndrom, hieran geforscht. Nachdem sich bei Gesunden mittels Neurofeedback Verbesserungen der Denkleistung nachweisen ließen, werden zunehmend auch Parkinson-Patienten diesbezüglich behandelt.

 

Hinweis

Elektroencephalogramm (EEG)

Die Köpfe der Probanden oder Patienten sind mit Elektroden versehen, mit deren Hilfe ein Elektroencephalogramm (EEG) zur Messung der Hirnströme abgeleitet werden kann. Der Untersuchte erhält eine „Rückmeldung“ (Feedback) über seine Nervenaktivitäten. Was auf den ersten Blick futuristisch anmutet, ist das Prinzip des Neurofeedbacks („Rückmeldung über die Nervenzellaktivität im Gehirn“).

In einer Studie der Klinik für Neurologie Leipzig35 wurden bei Patienten in einem frühen Krankheitsstadium Neurofeedback-Training mit je ein bis zwei Anwendungen pro Woche über acht bis zwölf Wochen durchgeführt. Eingesetzt wurde ein EEG sowie ein Feedbacksystem, das über das Hörvermögen Rückmeldungen gab (auditiv). Es zeigte sich bei den Parkinson-Betroffenen sowie bei den gesunden Probanden eine Zunahme der Hirnstromfrequenz und der Amplitude im sog. Alpha-Bereich. Dieser ist für die (Denk-)Hirnleistung maßgeblich. Damit könnte sich hier eine Möglichkeit zur Behandlung von Einschränkungen der Hirnleistung eröffnen.

Zusammengefasst zeigen sich sowohl Verbesserungen im motorischen als auch im kognitiven Bereich bei Parkinson-Syndrom nach einer Neurofeedback-Therapie. Eingehendere Untersuchungen hierzu müssen erfolgen. Es besteht Hoffnung, dass Neurofeedback als fester Bestandteil in die multimodale Behandlung des Parkinson-Syndroms einfließen kann.

 

 

Psychotherapie

Die Diagnose Parkinson und das Wissen, dass die Symptome nach und nach wahrscheinlich gravierender werden können, stürzt Betroffene oft in eine schwere Lebenskrise. Zögern Sie nicht, psychologische Hilfe anzunehmen, die Sie bei der Annahme der Erkrankung und der Mobilisierung Ihrer Ressourcen unterstützen kann.
Im fortgeschrittenen Stadium bei Parkinson entwickeln viele Menschen auch Depressionen und depressive Beschwerden aufgrund der starken psychischen Belastung durch die Symptomatik – sozialer Rückzug und Isolation sind die Folge. Auch hier ist eine psychotherapeutische Begleitung sinnvoll.
Angehörigen von Parkinson-Patienten kann es helfen, sich in Selbsthilfegruppen auszutauschen und gegenseitig mental zu unterstützen.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Das Leben ist mit der Diagnose Parkinson nicht zu Ende! Unser Buch-Tipp von Arzt und Patient Dr. med. Helmut Schröder, der mit 49 Jahren an Parkinson erkrankte.


 

Checkliste

Checkliste

Checkliste: Kompakte Empfehlungen bei Parkinson – das können Sie selbst tun

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich und Ihre Angehörigen so gut wie möglich über Ihre Erkrankung.
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Physiotherapeuten, Logopäden, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patient und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Gesunde Ernährung: Versuchen Sie, sich gesund, frisch und ausgewogen zu ernähren. Vitamine, Ballaststoffe und probiotische Lebensmittel können den Organismus unterstützen, mit den Folgen der Erkrankungen und den Nebenwirkungen der Medikamente besser zurechtzukommen. Parkinson-Medikamente sollten vorwiegend mit eiweißarmen Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf Ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei Parkinson alle Mikronährstoffe im Fokus. Wir haben für Sie unabhängig verschiedene Mikronährstoffkonzentrate getestet. Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.
  • Bewegung: Bleiben Sie beweglich! Sport und Bewegung sind generell und gerade bei Parkinson wichtig, um die Lebensqualität so lange als möglich aufrechtzuerhalten. Physikalische Therapien sind neben den klassischen Medikamenten ebenfalls wichtige Säulen der Parkinson-Therapie.
  • Darmsanierung, Entsäuerung und Entgiftung: Eine Darmsanierung, die Pflege des Darm-Mikrobioms, Entsäuerung und Entgiftung sind essentielle Basistherapie-Pfeiler bei Morbus Parkinson.
  • Ganzheitliche Therapie: Nutzen Sie begleitend zu konventionellen Therapien logopädische, physiotherapeutische und ergotherapeutische Angebote, um Autonomie und Lebensqualität zu verbessern. Mahonienrinde, Selleriesamen und Bockhornklee werden in der Phytotherapie eingesetzt und können Symptome bei Parkinson lindern. Neure Behandlungsmethoden wie Neurofeedback können gute Ergebnisse im motorischen und kognitiven Bereich erzielen.




Quellennachweise

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2Sven Geisler et al. The PINK1/Parkin-mediated mitophagy is compromised by PD-associated mutations. Autophagy. 2010 Oct;6(7):871-8. doi: 10.4161/auto.6.7.13286. Epub 2010 Oct 3.

3Anastazja M. Gorecki et al.: Altered Gut Microbiome in Parkinson’s Disease and the Influence of Lipopolysaccharide in a Human α-Synuclein Over-Expressing Mouse Model. Front Neurosci. 2019; 13: 839. Published online 2019 Aug 7. doi: 10.3389/fnins.2019.00839

4Madelyn C et al. The gut-brain axis: is intestinal inflammation a silent driver of Parkinson’s disease pathogenesis? Nature PJ Parkinson’s Disease 3, Article number: 3 (2017)

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6Shuang Chen et al. Homocysteine exaggerates microglia activation and neuroinflammation through microglia localized STAT3 overactivation following ischemic stroke J Neuroinflammation. 2017 Sep 18;14(1):187. doi: 10.1186/s12974-017-0963-x.

7Martignoni E et al.: Homocysteine and Parkinson’s disease: a dangerous liaison? J Neurol Sci. 2007 Jun 15;257(1-2):31-7. Epub 2007 Mar 1.

8Hughes KC et al.: Intake of dairy foods and risk of Parkinson disease. Neurology. 2017 Jul 4;89(1):46-52. doi: 10.1212/WNL.0000000000004057. Epub 2017 Jun 8.

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11Eberhardt M.V. et al. Antioxidant activity of fresh apples. Nature. 2000 (405): S. 903-904

12Marc W Fariss et al. Vitamin E therapy in Parkinson’s disease. Review Toxicology. 2003 Jul 15;189(1-2):129-46. doi: 10.1016/s0300-483x(03)00158-6.

13Essi Hantikainen et al. Dietary Antioxidants and the Risk of Parkinson Disease. The Swedish National March Cohort. February 09, 2021; 96 (6) ARTICLE First published January 6, 2021, DOI: https://doi.org/10.1212/WNL.0000000000011373

14Shults C.W. et al.: Effects of coenzyme Q10in elderly Parkinson disease: evidence of slowing of the functional decline. Arch Neurol 2002 (10): S. 1541-1550

15Du XX et al.: Curcumin protects nigral dopaminergic neurons by iron-chelation in the 6-hydroxydopamine rat model of Parkinson’s disease. 2012.

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18Saumitra Sen Singh et al. NF-κB-Mediated Neuroinflammation in Parkinson’s Disease and Potential Therapeutic Effect of Polyphenols. Neurotoxicity Research volume 37, pages491–507 (2020).

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22Coulombe K. et al.: Partial neurorescue effects of DHA following a 6-OHDA lesion of the mouse dopaminergic system. J Nutr Biochem. 2016 Apr;30: S. 133-142

23Xiao Ma et al. The Effect of Diaphragmatic Breathing on Attention, Negative Affect and Stress in Healthy Adults. Front Psychol. 2017; 8: 874. Published online 2017 Jun 6. doi: 10.3389/fpsyg.2017.00874

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27Benjamin Mappin-Kasirer et al. Tobacco smoking and the risk of Parkinson disease. A 65-year follow-up of 30,000 male British doctors. May 19, 2020; 94 (20) First published May 5, 2020, DOI: https://doi.org/10.1212/WNL.0000000000009437

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29Searles Nielsen et al. Nicotine from edible Solanaceae and risk of Parkinson disease. Ann Neurol 2013 (Epub. ahead of print); DOI: 10.1002/ana.23884 Abstract

30Nathan J et al.: Efficacy and safety of standardized extract of Trigonella foenum-graecum L. seeds as an adjuvant to L-Dopa in the management of patients with parkinson’s disease. Phytother Res 2014; 28: 172-178

31Xiong N, Huang J, Chen C, Zhao Y, Zhang Z, Jia M, Zhang Z, Hou L, Yang H, Cao X, Liang Z, Zhang Y, Sun S, Lin Z, Wang T. Dl-3-n-butylphthalide, a natural antioxidant, protects dopamine neurons in rotenone models for Parkinson’s disease. Neurobiol Aging 2011; doi: 10.1016/j.neurobiolaging.2011.03.007

32Perez-Prado P et al.: The gut-brain axis in Parkinson’s disease: Possibilities for foodbased therapies. European Journal of Pharmacology 2017; 817: 86–95.

33Vayu Maini Rekdal et al. Discovery and inhibition of an interspecies gut bacterial pathway for Levodopa metabolism. Science 14 Jun 2019: Vol. 364, Issue 6445, DOI: 10.1126/science.aau6323

34Herd CP et al. Logopädie (Sprecherziehung) für Sprach-Probleme bei Parkinson-Krankheit. Cochrane Review 15. August 2012.

35H Vollmann et al. EEG-Neurofeedback bei Patienten mit M. Parkinson. Klinische Neurophysiologie 2013; 44 – P100. DOI: 10.1055/s-0033-1337241