Parodontitis – Ursachen, Ernährung und ganzheitliche Therapie

Eine Parodontitis oder auch Parodontose genannt, ist eine Entzündung des Zahnbettes. Diese wird meist durch eine bakterielle Infektion verursacht. Zunächst entzündet sich das Zahnfleisch, später kann jedoch auch der Kieferknochen befallen werden. Ab dem 40. Lebensjahr ist die Parodontose der häufigste Grund für einen Zahnverlust. Darüber hinaus kann die Parodontitis aber auch zu schwerwiegenden systemischen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Zuckerkrankheit oder Frühgeburten führen. Da die herkömmlichen Behandlungen mit Antibiotika oder einem chirurgischen Eingriff oftmals unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen, suchen viele Patienten nach natürlichen Therapieverfahren. Außerdem können Sie selbst Einiges zur Gesunderhaltung Ihres Zahnfleischs beitragen.

Experte/Expertin:

Dr. med. Harald Hüther

Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Letzte Aktualisierung: 30. November 2020

Das-Wichtigste-in-Kürze

Fakten in der Übersicht

  • Parodontitis – was ist das? Infektion von Zahnfleisch und Zahnhalteapparat, häufigster Grund für Verlust von Zähnen, kann schwerwiegende Folgen auch an anderen Organen mit sich bringen
  • Ursachen & Risikofaktoren: krankmachende Mikroorganismen, die sich in Zahnbelägen ansammeln; wichtigster Faktor ist die falsche Mundhygiene, größte Risikofaktoren sind Rauchen und Mikronährstoffmangel
  • Symptome: entzündetes, leicht blutendes Zahnfleisch, Mundgeruch, lockere Zähne, freiliegende Zahnhälse
  • Diagnose und Tests: symptomatisch, Messung der Zahnfleischtaschen
  • Prognose und Verlauf: Knochenverlust im Kiefer, Zahnausfall, schwerwiegende systemische Krankheiten werden gefördert
  • Empfohlene Ernährung: Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollkorn, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist.
  • Therapie und Prävention: 
    • Mikronährstoffe: Achten Sie auf eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen bei Parodontitis. Speziell wenn Sie Medikamente einnehmen, kann sich Ihr Bedarf an Mikronährstoffen deutlich erhöhen.  Besonders zu beachten sind Vitamin C, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe
    • Lebensstil: Zahnhygiene ist der alles entscheidende Punkt, außerdem der Verzicht auf Rauchen
    • Konventionelle Therapie: Antibiotika, Operationen am Zahnfleisch oder am Kieferknochen
    • Ganzheitliche Therapie: pflanzliche Antibiotika: Knoblauch, Preiselbeeren, grüner Tee
  • Checkliste und Empfehlungen bei Parodontitis: Das können Sie selbst tun.

Was ist Parodontitis?

Das-Wichtigste-in-Kürze

Parodontitis in der Übersicht

  • 10 Millionen Deutsche haben schwere Parodontitis
  • chronisch-entzündliche Krankheit des Zahnhalteapparates
  • es wird unterschieden zwischen aggressiver und chronischer Parodontitis
  • Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu

Rund 10 Millionen Deutsche leiden an schwerer Parodontitis

Trotz deutlich rückläufiger Tendenzen leidet heute etwa jeder zweite junge Erwachsene an einer behandlungsbedürftigen Zahnfleischentzündung. Bei den jungen Senioren (65-75 Jahre) sind es etwa zwei von dreien. Mit fortschreitendem Alter steigt das Risiko an 1. Die Parodontitis wird aufgrund der demografischen Entwicklung in den nächsten Jahren ein zunehmendes Problem darstellen.

 

Hinweis

Der „richtige“ Begriff

Der medizinisch korrekte Fachbegriff für die bakterielle Entzündung des Zahnbettes lautet Parodontitis. Die Endung „-itis“ steht dabei immer für eine Entzündung .

Umgangssprachlich wird die Erkrankung oft als Parodontose bezeichnet.

Die Endung „–ose“ bezeichnet allgemein eine Erkrankung. Es ist also nicht ganz falsch, diese Krankheit als „Zahnfleisch-Erkrankung“ zu bezeichnen. Korrekter ist aber der Begriff Parodontitis, da es sich tatsächlich um eine Entzündung und eine Erkrankung des gesamten Zahnhalteapparates handelt.

Der Zahnhalteapparat verbindet den Zahn mit dem Kieferknochen und hält ihn fest verankert. Der Zahnhalteapparat besteht unter anderem aus dem Zahnfleisch und Teilen des Kieferknochens sowie speziellem Bindegewebe.

Eine Parodontitis wird durch die Bakterien in Zahnbelägen ausgelöst, die im Übrigen auch für die Entstehung einer Karies verantwortlich sind. Zunächst entwickelt sich dort also eine „einfache“ Zahnfleischentzündung (Gingivitis), die mit der Zeit auf die umliegenden Gewebe übergreifen kann. Das entzündete Zahnfleisch schwillt an. Man erkennt das an einem leicht geröteten Zahnfleischwulst um die Zähne.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Verbindung zwischen Zahn und Zahnfleisch löst sich und es entsteht ein Zwischenraum: die Zahnfleischtasche. Diese bietet krankmachenden Bakterien, die im Mund sonst kaum vorkommen, einen idealen Lebensraum. Das Abwehrsystem des Körpers reagiert auf die Eindringlinge, unter anderem werden dadurch knochenabbauende Zellen (Osteoklasten) aktiviert. Dabei werden der Zahnhalteapparat (das Parodont) und der umgebende Knochen geschwächt.

 

In der Folge geht das Zahnfleisch immer weiter zurück, die Zähne erscheinen länger, es kommt zu freiliegenden Zahnhälsen. Zwischen den Zähnen erscheinen dunkle Dreiecke, weil das Gewebe im Zahnzwischenraum fehlt. Am Ende lockert sich der Zahn und fällt schließlich aus.

Der Zahnarzt unterscheidet zwischen chronischer und aggressiver Parodontitis. Am häufigsten kommt die chronische Parodontitis vor. Sie ist deshalb so gefürchtet, weil sie meist über viele Jahre hinweg unbemerkt fortschreiten kann. Deshalb wird häufig erst spät, meist im Alter von 40 bis 50 Jahren, eine schon fortgeschrittene Parodontitis diagnostiziert.

Die sogenannte aggressive Parodontitis tritt deutlich seltener auf. Sie ist durch einen rasch fortschreitenden Zahnfleischverlust schon in jungen Jahren gekennzeichnet.

Ursachen und Risikofaktoren

Das-Wichtigste-in-Kürze

Ursachen und Risikofaktoren in der Übersicht

  • schädliche Bakterien lösen eine Immunreaktion aus
  • Hauptursache ist mangelnde Zahnpflege
  • Risiko wird erhöht durch Rauchen, Mangel an Mikronährstoffen sowie Krankheiten, die das Immunsystem schwächen
  • oxidativer Stress und nitrosativer Stress sind Ursachen auf zellulärer Ebene
  • zu hohe Homocystein-Werte fördern eine Parodontitis

Es ist wichtig zu wissen, dass es ohne bakterielle Zahnbeläge weder Karies noch eine Parodontitis geben kann. Bakterien im Mund sind aber nicht per se schlecht. In unserer Mundhöhle leben normalerweise hunderte verschiedener Bakterienarten. Die meisten dieser Mitbewohner sind harmlos und sogar wertvoller Bestandteil der gesunden Mundflora mit wichtigen Aufgaben für die Mundgesundheit.

Unsere wichtigste Aufgabe ist also, das Gleichgewicht zwischen den vielen guten und den wenigen schlechten Bakterien im Mund zu bewahren. Durch eine schlechte Mundhygiene kann allerdings das Gleichgewicht empfindlich gestört werden. Dann nimmt die Anzahl der Bakterien insgesamt zu, und krankmachende Keime gewinnen die Oberhand.

 

Verschiedene innere und äußere Faktoren erhöhen das Risiko für Parodontose.

An erster Stelle ist eine unzureichende Mundhygiene zu nennen. Falsches oder unregelmäßiges Putzen dient als Grundlage für die Ausbreitung von Bakterien. Ohne bakterielle Beläge auf den Zähnen kann es auch nicht zu Karies oder einer Parodontitis kommen.

Da das Immunsystem auch dafür zuständig ist, schädliche Mundhöhlenbewohner in Schach zu halten, ist auch eine geschwächte Körperabwehr 2 (zum Beispiel durch Rauchen, Dauerstress oder Mikronährstoffmangel) ein hoher Risikofaktor. Darüber hinaus können auch hormonelle Veränderungen 3 (z. B. Schwangerschaft), Stoffwechselkrankheiten 4 und bestimmte Medikamente die Anfälligkeit für Zahnfleischentzündungen und Parodontose erhöhen.

 

Auffällig ist, dass 70 % der Parodontose-Patienten Raucher sind. Das in Zigaretten enthaltene Nikotin mindert die Durchblutung des Zahnfleisches und setzt die Aktivität des körpereigenen Abwehrsystems herab 5. Bakterien können deshalb nur eingeschränkt bekämpft werden. Das dürfte auch der Grund sein, warum chronische Erkrankungen wie z. B. Diabetes bei der Entstehung einer Parodontose eine große Rolle spielen. Ein erhöhtes Risiko besteht außerdem, wenn man mit chronischem Stress zu kämpfen hat 6 oder sich ungesund ernährt.

 

Alle oben genannten Risikofaktoren sind auf zellulärer Ebene für die Bildung von freien Radikalen verantwortlich, was bei mangelnder Versorgung mit Mikronährstoffen zum oxidativen Stress führt. Oxidativer Stress ist an der Entstehung der Parodontitis beteiligt 7. Außerdem weiß man, dass die chronische Entzündung im Zusammenspiel mit oxidativem Stress zu einer Überproduktion von Stickoxid führt, dem sogenannten nitrosativen Stress. Dieser wiederum aktiviert einen Teufelskreis von Immunschwächung, weiteren Entzündungsprozessen und noch mehr oxidativem Stress 8.

Alle diese Faktoren haben gemeinsam, dass sie auch sehr stark zu einer Veränderung des Mikronährstoffhaushaltes beitragen 9.

Hinweis

Nitrosativer Stress und Einfluss auf die Gesundheit

Mit dem Begriff nitrosativer Stress  wird die Überproduktion des lebensnotwendigen Botenstoffs Stickstoffmonoxid (NO) bezeichnet.

Nitrosativer Stress ist vergleichbar mit dem oxidativen Stress der freien Radikale: auch beim Stoffwechsel des Stickstoffmonoxids (NO) ist eine geringe Grundproduktion für unsere Gesundheit unabdingbar:

  • NO wirkt bakterientötend
  • NO wirkt erweiternd auf Blutgefäße
  • NO reguliert den Stoffwechsel von Mitochondrien
  • NO ist notwendig für die Weiterleitung von Nervenimpulsen

 

Nitro-Stress ist durch das vermehrte Auftreten von NO und dessen Folgeprodukt Peroxynitrit gekennzeichnet. Verschiedene, oft nur kurz einwirkende Stressoren können eine übermäßige Produktion von NO auslösen und es beginnt ein biochemischer Teufelskreis. Dieser bleibt meist auch noch bestehen, wenn der Auslöser längst verschwunden ist. Die Abbildung gegenüber zeigt ein vereinfachtes Schema dieses Teufelskreises.

Wichtige Auslöser und Verstärker dieses Teufelskreises sind:

  • Entzündungen
  • Bakterien- oder Viruserkrankungen (bis zu 30-fache NO-Bildung)
  • Medikamente, Chemikalien, Schwermetalle
  • körperlicher Stress
  • psychischer Stress
  • kohlenhydratreiche Ernährung

 

Einfluss auf die Gesundheit

Ein komplexes Netzwerk biochemischer Veränderungen beeinflusst die Gesundheit der Betroffenen enorm:

Eisenhaltige Enzyme der mitochondrialen Atmungskette werden blockiert und es kommt durch diese Schädigung der Zellkraftwerke zu einem sekundären Energie-Mangel.

Dadurch wird als „Notstromaggregat“ die anaerobe Glykolyse aktiviert. Es kommt zur intrazellulären (und später auch zur extrazellulären) Übersäuerung mit deutlich erhöhtem Lactat/Pyruvat-Verhältnis.

Durch die Aktivierung der NO-Synthasen kommt es zur vermehrten Bildung von Citrullin (Arginin + Sauerstoff ® NO + Citrullin, kann im Urin nachgewiesen werden) und Proteine werden citrulliniert. Diese citrullinierten Eiweiße übererregen das Immunsystem und lösen Autoimmunerkrankungen und Entzündungen und die vermehrte Bildung von Histamin aus.

Dadurch entsteht ein Mangel an diversen Vitaminen (Vitamin C, B1, B2, B5, B6, B12, Vitamin E, Vitamin D, Folsäure), Mineralien und Spurenelementen (Selen, Magnesium, Zink) sowie Enzymen. Vitamin B12 wird durch NO irreversibel zerstört, was die Anfälligkeit für neurologische Erkrankungen erklärt. Aus dem gleichen Grund ist Vitamin B12 als direktes Gegenmittel von NO und Peroxinitrit einsetzbar.

Die Gabe von natürlichen Mikronährstoffkombinationen ist bislang die wichtigste Therapieoption bei Nitrostress und mitochondrialer Dysfunktion. Zahlreiche Studien bestätigen die Meinung der erfahrenen Experten, wonach „die Therapie des nitrosativen Stress eine Domäne der Mikronährstoffe“ (Dr. Bodo Kuklinski) sei.

Auch erhöhte Werte der schädlichen Aminosäure Homocystein sind bei Parodontitis häufig und scheinen an deren Entstehung beteiligt zu sein 10.

Symptome der Parodontitis

Das-Wichtigste-in-Kürze

Symptome in der Übersicht

  • entzündetes Zahnfleisch
  • Zahnfleischbluten
  • Mundgeruch
  • freiliegende Zahnhälse

Gesundes Zahnfleisch hat eine rosa Färbung und ist eher etwas blass. Es liegt am Zahnhals an und die Zahnzwischenräume sind nicht zu sehen. Gesundes Zahnfleisch blutet beim Zähneputzen nicht.

 

Folgende Symptome deuten auf eine Parodontitis hin:

  • Rötungen und Schwellungen am Zahnfleisch,
  • Mundgeruch
  • häufiges Zahnfleischbluten
  • tiefe Zahnfleischtaschen
  • Zahnfleisch-Rückgang
  • freiliegende Zahnhälse mit erhöhter Schmerzempfindlichkeit
  • lockere Zähne
  • bei fortgeschrittener Erkrankung: Abbau des Kieferknochens
  • Zahnausfall

Diagnose und Test: Parodontitis feststellen

Das-Wichtigste-in-Kürze

Diagnose in der Übersicht

  • symptomatisch
  • Messung der Zahnfleischtaschen
  • evtl. Röntgenaufnahmen

Der wichtigste Punkt zur Diagnosestellung einer Parodontitis ist die Symptomatik. Zusätzlich wird zur Objektivierung mit Hilfe einer kleinen Messsonde an jedem Zahn die Tiefe der Zahnfleischtaschen gemessen (Parodontaler Screening Index, PSI).

Durch Röntgenaufnahmen kann zusätzlich festgestellt werden, ob auch der Kieferknochen schon betroffen ist.

Möglicher Krankheitsverlauf und Prognose

Das-Wichtigste-in-Kürze

Krankheitsverlauf in der Übersicht

  • Zahnausfall
  • andere chronische Krankheiten

Die chronische Zahnfleischentzündung ist im Alter der häufigste Grund für einen Zahnausfall. Allerdings ist die Parodontitis nicht nur ein kosmetisches Problem oder ein Problem, das nur auf die Mundhöhle begrenzt ist.

Wir wissen heute, dass sowohl die krankmachenden Bakterien als auch die dauernde Entzündung dem ganzen Organismus schaden können.

So gilt eine Parodontitis als wichtiger Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Herzinfarkt), der Zuckerkrankheit (Diabetes) und verschiedener Atemwegserkrankungen.

Darüber hinaus kann eine Parodontitis auch in der Schwangerschaft problematisch werden und zum Beispiel eine Frühgeburt auslösen.

Zudem wird gerade der Frage nachgegangen, ob es auch Zusammenhänge zwischen Parodontitis und Rheuma, Alzheimer oder Osteoporose gibt. Der Zusammenhang könnte sein, dass es bei all diesen Krankheiten in den Zellen zu einer Schädigung der Zellkraftwerke, der sogenannten Mitochondropathie kommt.

 

 

Hinweis

Mitochondrien

Mitochondrien sind unsere Zellkraftwerke. Sie stellen die Energie für alle Lebensprozesse in unserem Körper her. Aus Zucker, Fett und Eiweiß können die Mitochondrien das Energie-Molekül ATP (Adenosin-Tri-Phosphat) herstellen. Hier ein etwas genauerer Blick darauf, was in den Mitochondrien passiert:

An der inneren Mitochondrienmembran läuft die sogenannte oxidative Decarboxylierung ab, aus der wir die Energie für alle Lebensvorgänge gewinnen. Sie entspricht im Prinzip einer „gezähmten Knallgas-Reaktion“, es wird Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasser verbunden. Die enorme Energie dieser Reaktion wird in vielen kleinen Schritten auf das Energiemolekül ATP übertragen. Dabei müssen die Elektronen fünf Eiweißkomplexe (Komplex I bis V) durchlaufen und am Ende entsteht durch eine magnesium-abhängige ATP-Synthase (Komplex V) die Energie zum Leben.

 

Im Komplex IV wird der Sauerstoff verarbeitet, der bekanntermaßen sehr aggressiv ist. Dort entstehen große Mengen an freien Radikalen (ROS) . Dieser Eiweißkomplex wird als erster zerstört, wenn der antioxidative Schutz der Zellkraftwerke durch Mikronährstoffe nicht ausreicht. Die Natur stellt uns einen hochwirksamen Schutz zur Verfügung: die Kombination aus Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen im natürlichen Verbund schützt mehr als 200 mal stärker vor freien Radikalen als einzeln eingenommene Vitamine 11.

 

Warum wir Mitochondrien schützen sollten

Wird die Elektronentransportkette zwischen den fünf Eiweißkomplexen der Mitochondrien unterbrochen, entwickeln sich diese zu gefährlichen „Freie-Radikale-Kanonen“ 12. Diese vermehrte Bildung von freien Radikalen wiederum schädigt die mitochondriale DNA enorm, was zu einem weiteren Anstieg der Radikal-Produktion führt 13. Das stört den Stoffwechsel der Zellen empfindlich und kann zu allerlei Krankheiten und zu einem geschwächten Immunsystem führen.

Entsprechend wichtig ist die optimale Versorgung der Zellen und Zellkraftwerke mit Mikronährstoffen. Nicht nur der antioxidative Schutz muss zu jeder Zeit gewährleistet sein, auch die Energieproduktion selbst erfordert zahlreiche Mikronährstoffe.

 

So benötigen die Enzyme der Atmungskette neben den Spurenelementen Zink, Kupfer, Mangan und Eisen auch einige B-Vitamine, um reibungslos zu funktionieren. Coenzym Q10 dient als Elektronenüberträger zwischen den Eiweißkomplexen und Magnesium treibt am Ende des Prozesses die ATP-Synthase an. Dazu ist dann beispielsweise auch noch L-Carnitin erforderlich, das die Fettsäuren – den „Lieblingsbrennstoff“ der Mitochondrien – durch die Membran transportiert.

Ernährung bei Parodontitis

Das-Wichtigste-in-Kürze

Ernährung in der Übersicht

  • Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen.
  • Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.

Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen. Diese chronische Entzündung lässt Arterien verkalken, schwächt unseren Darm und unser Immunsystem, beeinflusst unsere Psyche negativ und lässt letztlich Zellstress entstehen. Wie im Kapitel Ursachen ausführlich dargestellt, sind entzündliche Prozesse auch bei Parodontitis an der Entstehung beteiligt. Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen bei Parodontitis in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen.

Es ist sehr spannend, dass sich auch für die Zahngesundheit die gleichen Ernährungsempfehlungen durchsetzen, wie sie mittlerweile für viele chronische Krankheiten gelten. Egal ob Diabetes, hohes Cholesterin oder Parodontose – die modernen Empfehlungen für eine gesunde Ernährung sind sich sehr ähnlich. Im Grunde geht es dabei immer darum, entzündungsfördernde Lebensmittel zu vermeiden und vermehrt entzündungshemmende Lebensmittel zu essen:

  • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
  • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
  • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf den Blutdruck
  • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

 

Probleme der heutigen Ernährung

Obwohl in Deutschland kein Mangel an Nahrungsmittelvielfalt herrscht, wird eine naturbelassene Ernährung mit vielen qualitativ hochwertigen und unverarbeiteten Produkten immer seltener. Volle Arbeitstage, Alltagsstress, keine Zeit zu kochen und auch der Mangel an Wissen und Fähigkeiten führen zunehmend zu einer ungesunden Ernährung.

 

Fertigprodukte statt frisch kochen: Western Diet

Diese Art der Ernährung wird oft unter dem Begriff Western Diet zusammengefasst, weil sie vor allem in den westlichen Industrieländern weit verbreitet ist und sich zunehmend auch in Ländern mit traditionell gesunder Ernährung ausbreitet – mit gravierenden Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung.

Hinweis

Western Diet

hochkalorisch, zuckerreich, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren, salzreich, viele Konservierungsstoffe und hochverarbeitete Produkte (Fastfood, Fertigprodukte, „Junkfood“) – dagegen wenig frisches Obst und Gemüse, keine hochwertigen Pflanzenöle, wenig komplexe Kohlenhydrate, wenige Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe.

Nährstoffzufuhr aus dem Gleichgewicht

Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen. Unsere Lebensmittel setzen sich zum einen aus Makronährstoffen zusammen, die uns Energie und Baumaterial liefern: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.

Auf der anderen Seite enthalten Lebensmittel auch unzählige Mikronährstoffe, die das Umsetzen der Makronährstoffe im Stoffwechsel erst möglich machen: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Fettsäuren, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe.

Ungesund wird eine Ernährung dann, wenn die einzelnen Gruppen nicht mehr im Gleichgewicht zueinander stehen. Arbeit findet z. B. heute sehr oft als sitzende Tätigkeit am Schreibtisch statt, wo keine bis kaum Kalorien verbrannt werden – jedoch dominieren Kohlenhydrate nach wie vor zu einem großen Anteil unsere tägliche Ernährung, was die Entwicklung einer chronischen Entzündung besonders fördert – das ständige Zuviel.

 

Anti-entzündliche Ernährung: Profitieren Sie auf allen Ebenen

Erst gravierende Erkrankungen und Ereignisse wie Parodontitis lassen uns aufhorchen und führen oft zu einem Wendepunkt im Leben: Lassen Sie es gar nicht erst soweit kommen!

Sich gesund zu ernähren heißt nicht sich selbst zu kasteien, zu verzichten oder strikte Pläne einzuhalten. Es bedeutet Neues kennenzulernen, alte Wege zu verlassen und sich jeden Tag fitter, gesünder und leistungsfähiger zu fühlen statt immer müde, abgeschlagen und energielos. Sie können dabei Schritt für Schritt etwas an Ihrer Ernährung ändern, anstatt zu versuchen, von heute auf morgen alles auf den Kopf zu stellen. Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt.

 

Was ist antientzündliche Ernährung?

Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Eine pro-entzündliche Ernährung ist einer der Hauptauslöser für eine chronisch-schwelende Entzündung in unserem Körper, die stille Entzündung (silent inflammation).

Die folgende Tabelle stellt Ihnen wichtige anti- und pro-entzündliche Nahrungsmittelgruppen vor:

Anti-entzündliche Nahrungsmittel und pro-entzündliche Nahrungsmittel

 

Anti-entzündliche Ernährung Pro-entzündliche Ernährung
Olivenöl, Walnussöl, Leinöl, Hanfölfrittierte Lebensmittel, Margarine, Sonnenblumenöl, Schweineschmalz, Sojaöl, Maiskernöl
Obst (zuckerarme Sorten bevorzugen): Beeren, Zitrusfrüchte, Äpfel
Gemüse, mindestens „5 am Tag“: grüne Blattgemüse, Brokkoli, Spinat, Kohlsorten, Topinambur, alle Salate, Wildkräuter
Fast Food, Fertigprodukte, Süßigkeiten, industriell gefertigte Snacks
Vollkornprodukte: Getreideprodukte aus dem vollen Korn inklusive aller BallaststoffeProdukte aus Auszugsmehlen („Weiß“), Weizen
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu
Eier: moderater Konsum (mind. Bio-Freiland-Haltung)
Wurstwaren, viele Milchprodukte
fetter Seefisch: Lachs, Makrele, SardinenSchweinefleisch
frische Kräuter, antientzündliche Gewürze wie Chili, Kurkuma, Ingwer
Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Meerrettich
sehr salzreich
Getränke und Tee: Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, grüner TeeSoftdrinks, häufiger Alkoholkonsum, Milchmixgetränke
Nüsse und Saaten: Walnüsse, Leinsamen, Pinienkerne, Kürbiskerne, MacadamianüsseErdnüsse, gesalzene und aromatisierte „Knabbernüsse“
Probiotika: Kefir, Joghurt, milchsauer eingelegte Gemüse, Misopaste

Weitere Eckpunkte einer gesunden Ernährung bei Parodontose sind:

  • Flexitarismus: Insgesamt sollte Ihre Ernährung vorwiegend pflanzenbasiert ausgerichtet sein – Fleisch, Fisch und Milchprodukte sind in Maßen zu genießen, dafür in hochwertiger Qualität.
  • Mittelmeer-Diät: Gute Orientierung bei einer anti-entzündlichen Ernährung bietet die mediterrane Ernährung – Menschen, die sich traditionell nach der Mittelmeerdiät ernähren, leiden seltener unter der chronischen Entzündung und deren Folgen, z. B. weniger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Regional und saisonal: Produkte aus der Region, die keinen weiten Anreiseweg hatten, sind frischer und oft nährstoffreicher. Viele Superfoods haben einheimische „Verwandte“ wie z. B. Leinsamen (statt Chiasamen) oder Hagebutten (statt Goji-Beeren).
  • Gesunde Fette: Fett reduzieren ist passé, viel wichtiger, ist die richtigen Fette aufzunehmen: Die optimalen Quellen sind kaltgepresste, hochwertige Öle. Dabei sollte der Anteil der Omega-3-Fettsäuren möglichst hoch sein, da sie im Gegensatz zu den Omega-6-Fettsäuren entzündungs- und schmerzhemmend wirken.
  • Kohlenhydrate reduzieren: Essen Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate, also weniger weißes Brot, weniger weiße Nudeln und Reis. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Botenstoffe.
  • Vegetarismus und Veganismus sind Ernährungsformen, die sehr gesund und ausgewogen sein können, aber nicht automatisch sind: Wenn viele oben genannte Nahrungsmittel integriert werden und auf ausreichend Mikronährstoffzufuhr geachtet wird. Auch der vegane Trend hat viele Fertigprodukte auf den Markt gebracht, die oft mit einer gesunden Ernährung nichts mehr gemeinsam haben. Achten Sie also weniger auf ein „Label“, sondern auf Ausgewogenheit.
  • Achtsamkeit beim Essen: Genuss, Freude und Langsamkeit gehören zu einer gesunden Ernährung genauso wie hochwertige Nahrungsmittel.
  • Fastenperioden: Intervallfasten oder Buchinger-Fasten können sinnvoll sein für einen Neustart oder ein jährliches Ritual, hier müssen Sie selbst abwägen, ob es zu Ihnen passt.
  • In Bewegung bleiben: Zu einer gesunden Ernährung gehört Bewegung – neben vielen anderen positiven Effekten, wirkt die Verdauung angeregt und die Darmpassage gefördert.

 

So sollte Ihr Teller aussehen

Mit dieser Telleraufteilung versorgen Sie Ihren Organismus optimal mit wichtigen Mikronährstoffen und ausreichend Energie-Lieferanten (Fette, Kohlenhydrate und Eiweiß). Achten Sie also darauf nicht nur Beilagen und Fleisch/ Fisch zu sich zu nehmen, sondern variieren Sie vor allem mit verschiedenen Gemüse- und Obstkombinationen. So gehen Sie Übergewicht aus dem Weg und bewahren sich vor Speisen mit zu hohen Kalorienwerten.

 

Therapie und Prävention von Parodontitis

Jede Behandlung enthält präventive Aspekte und jede Prävention wirkt auch als Therapie. Die Grundpfeiler jeder Vorbeugung und Therapie basieren auf unserem Lebensstil: Wie ernähren Sie sich? Ist Ihr Organismus ausreichend mit Mikronährstoffen versorgt? Wieviel Bewegung ist in Ihren Alltag integriert? Rauchen Sie, und wieviel Alkohol konsumieren Sie? Bestimmt Stress Ihr ganzes Leben? Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, können sich diese Basispfeiler positiv auf Ihre Gesundheit auswirken, aber auch jahrelange Risikofaktoren für viele Erkrankungen darstellen. In diesem Kapitel werden zahlreiche ganzheitliche Methoden vorgestellt, die Ihre Gesundheit und Lebensqualität stärken können – präventiv und/oder auch als Therapie.

Mikronährstoffe

Das-Wichtigste-in-Kürze

Mikronährstoffe in der Übersicht

  • Mikronährstoffe sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen bei Parodontitis. Besonders wichtig sind Vitamin C, Coenzym Q10, Omega-3-Fettsäuren, B-Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe.
  • Mikronährstoffe haben direkte und indirekte Wirkungen bei Parodontitis. Sie wirken bakterientötend und stärken das Abwehrsystem. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Mikronährstoffbedarf ausreichend über die Ernährung zu decken, können moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischungen sinnvoll sein.

Eine wichtige Basis für alle Therapien wird oft bei der Beratung außer Acht gelassen: Eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung. Der Körper muss mit Mikronährstoffen optimal versorgt sein, damit Folgen der Parodontitis abgemildert und Schäden im Körper reduziert werden können.

 

Mikronährstoffe – was ist das?

Zu den Mikronährstoffen gehören in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die einen wichtigen Teil dazu beitragen, damit unser Organismus funktioniert. Im weiteren Sinne lassen sich auch essentielle Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme hinzuzählen. Makronährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette sind unsere Energielieferanten, während die Mikronährstoffe an Prozessen wie z. B. Blutgerinnung, Immunabwehr und Knochengesundheit beteiligt sind. Einige Mikronährstoffe kann unser Körper selbst herstellen, die meisten jedoch müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

 

Der menschliche Organismus – ein Blick in die Zellen

Der Mensch besteht aus über 70 Billionen Zellen. Diese können alle nur optimal funktionieren, wenn sie mit Vitaminen und Spurenelementen versorgt sind. Es gibt nahezu keinen Stoffwechselschritt, an dem nicht mehrere Mikronährstoffe beteiligt sind. Dazu zählen unter anderem die:

 

  • Aktivierung von Enzymen und Hormonen (Stoffwechselaktivität)
  • Abwehrleistung des Immunsystems (Immunstoffwechsel)
  • Energieproduktion in den Kraftwerken unserer Zellen, den sogenannten Mitochondrien (Energiestoffwechsel)
  • Leistungsfähigkeit des Herzmuskels (Herzkraft und -rhythmus)
  • Kontraktion der Skelettmuskulatur (Muskelkraft und -koordination)
  • Impulsübertragung in und der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen (Nerven- und Gehirnstoffwechsel)

 

Für alle Stoffwechselreaktionen im Körper sind Enzyme notwendig, sie wirken wie ein Katalysator. Enzyme können ihren Aufgaben jedoch nur mithilfe von Mikronährstoffen nachkommen. Je besser der Körper mit Nährstoffen versorgt ist, desto besser funktioniert der gesamte Organismus. Ein Mikronährstoffmangel kann sich also negativ auf den Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken. Um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihre weiteren Therapien zu unterstützen, sollten Sie also auf Ihren Mikronährstoffhaushalt achten.

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen?

Egal ob Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder die Antibabypille. Schon ein einzelnes Medikament kann unsere optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ungünstig beeinflussen. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto intensiver wird in den Mikronährstoffhaushalt eingegriffen, was Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinander sowie das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht. Hierdurch kann nicht nur die Wirkung des Medikaments negativ beeinflusst werden, sondern auch die Funktion der Mikronährstoffe.

Wissenswert ist in diesem Zusammenhang, dass zahlreiche Medikamente gegen hohen Blutdruck den nitrosativen Stress (siehe Ursachen) erhöhen. Sie erhöhen damit den Bedarf an Mikronährstoffen signifikant.

 

Welche Lebensphasen führen noch zu einem erhöhten Mikronährstoff-Bedarf?

Aber nicht nur die regelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einem erhöhten Mikronährstoffbedarf. Es gibt bestimmte Lebensphasen und Umstände, die ein erhöhtes Risiko für einen Nährstoffmangel aufweisen:

 

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • ältere Menschen
  • Menschen mit Magen-Darm-Störungen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen

 

Diesen erhöhten Bedarf zu decken, ist nicht immer einfach. Trotz des reichhaltigen Angebotes an verschiedenen Lebensmitteln verringern verschiedene Faktoren den Mikronährstoffgehalt in Lebensmitteln:

 

  • nicht ausgereiftes Obst und Gemüse
  • größere Erträge in der Landwirtschaft
  • Einsatz von Pestiziden

 

Es ist wichtig, die Ernährung mit einer breiten und möglichst natürlichen Basis an allen Vitaminen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu optimieren.

 

Mikronährstoffkonzentrat als Grundlage

Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

 

Das Angebot an Mikronährstoffpräparaten ist groß und unübersichtlich. Entscheidend beim präventiven Ansatz ist die natürliche Vielfalt. Das ideale Mikronährstoffpräparat ist auf natürlicher Basis produziert, enthält neben allen klassischen Mikronährstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme, ist flüssig, glutenfrei und vegan. Die Bioverfügbarkeit sollte wissenschaftlich belegt sein und es sollten keine künstlichen Aroma- oder Konservierungsstoffe enthalten.

 

Ein Mikronährstoffkonzentrat sichert auch die Versorgung der für die Krankheit Parodontose wichtigen Mikronährstoffe.

 

Mikronährstoffe und eine gesunde Ernährung spielen schon bei der Entwicklung der Zähne im Kindesalter eine entscheidende Rolle. Dabei ist es besonders wichtig auf eine Versorgung mit den Vitaminen C, A, D als auch auf Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium und Zink zu achten. Diese fördern den gesunden Aufbau der Zähne und deren Verankerung im Kiefer.

Anders als es häufig dargestellt wird, ist übrigens Milch nicht der beste Lieferant von Kalzium und anderen Mineralien. Vielmehr sind Nüsse, Saaten und vor allem Kräuter und grüne Blattgemüse sehr gute Quellen für Kalzium, Magnesium und Spurenelemente in unserer täglichen Ernährung.

Zähne und deren Halteapparat bestehen hauptsächlich aus Bindegewebe. Um ein starkes Bindegewebe zu erhalten, benötigt der Mensch Vitamin C, B- Vitamine, Eisen, Zink und Omega-3-Fettsäuren. Einer der bedeutendsten Risikofaktoren für eine Erkrankung der Mundschleimhaut und für die Entwicklung einer Parodontose ist ein Mangel an Zink 14. Zahlreiche Studien haben außerdem den Zusammenhang zwischen Vitamin-C-Spiegel sowie Häufigkeit und Schweregrad einer Parodontose aufgezeigt 15. Beide Mikronährstoffe sind gleichzeitig Teil des antioxidativen Systems, das uns vor zu vielen freien Radikalen schützen soll.

 

Hinweis

Oxidativer Stress

Oxidativer Stress entsteht durch das Überangebot an freien Radikalen. Freie Radikale sind Verbindungen, die auf Grund eines „verlorenen“ Elektrons chemisch instabil, kurzlebig und hoch reaktiv sind. Sie entreißen anderen Molekülen Elektronen, um selbst wieder in einen stabilen Zustand übergehen zu können. Dadurch ändern sich jedoch deren Eigenschaften. In unserem Körper kann es durch zu viele freie Radikale (oxidativer Stress) zu Funktionsstörungen innerhalb der Zellen und zu Krankheiten kommen.

 

Freie Radikale entstehen als Nebenprodukte bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen in unserem Organismus. Vor allem bei der Produktion von Energie für die Zellen in den Mitochondrien, wo aggressiver Sauerstoff verarbeitet wird, entstehen sehr viele freie Radikale. Sie sind aber nicht nur schädlich. Unter anderem erfüllen freie Radikale wichtige Aufgaben in der Immunabwehr, da sie Fremdorganismen, zum Beispiel Bakterien und Viren attackieren.

Damit körpereigene Strukturen wie die Bausteine der Erbsubstanz, Eiweiße wie Enzyme und besonders ungesättigte Fettsäuren der Zellwand keinen Schaden nehmen, muss die Zelle sich selbst vor Angriffen von freien Radikalen schützen. Dies übernehmen Radikalfänger, sogenannte Antioxidantien.

 

Sie können Elektronen abgeben, dadurch freie Radikale entgiften und sich selbst in einem Kreislauf von Reaktionen regenerieren. Bekannte Radikalfänger sind die Vitamine C, E und A. Jedoch spielen in der Zelle vor allem auch antioxidative Enzyme wie Superoxiddismutase (SOD), Katalase (KAT) und Glutathionperoxidase (GPX) eine bedeutende Rolle. Diese Enzyme benötigen als Cofaktoren die Spurenelemente Zink, Mangan und Selen sowie Kupfer und Eisen.

Die Zahngesundheit und die Gesundheit des Zahnfleisches hängen sehr eng mit der Menge an natürlichen Antioxidantien zusammen, die wir aufnehmen. So fanden Studien heraus, dass das Zahnfleisch umso gesünder ist, je mehr Antioxidantien aufgenommen werden 16.

Andere Studien belegen, dass der oxidative Stress umso höher ist, je ausgeprägter die Entzündung des Zahnhalteapparates ist 17.

Viele Forscher folgern daraus, dass die Höhe des oxidativen Stresses auch den Zusammenhang mit Herzerkrankungen und anderen chronischen Entzündungen wie Rheuma erklärt 18.

Daher ist es sicher wichtig zu wissen, dass natürliche Antioxidantien aus Gemüse, Kräutern und Obst um ein Vielfaches stärker wirksam sind als einzelne, synthetisch hergestellte 19.

Im Übrigen gibt es einige gut untersuchte Marker, die man im Blut oder Speichel messen kann. Diese Marker zeigen dann unter anderem, wie gut eine Therapie mit Mikronährstoffen anspricht und wann die Therapie wieder intensiviert werden sollte.

Zu diesen Markern, die eine klare Verbindung zur Parodontitis haben, gehören Homocystein 20, 8-OH-Desoxy-Guanosin 21 und der gesamte Antioxidantien-Status 22.

Ein weiterer sehr wichtiger Mikronährstoff in diesem Zusammenhang ist Vitamin D. Zahlreiche aktuelle Studien zeigen, dass die Schwere einer Parodontitis-Erkrankung mit einem Vitamin-D-Mangel eng in Verbindung steht 23.

Wichtig zu wissen ist, dass ein Vitamin-D-Mangel in ganz Europa in allen Altersstufen sehr weit verbreitet ist, wie erneute Untersuchungen ergeben haben 24.

 

Wie oben schon dargestellt, besteht auch ein wesentlicher Zusammenhang zwischen dem Homocysteinwert und der Entstehung einer Parodontose. Um Homocystein im Körper abzubauen, sind B-Vitamine und Folsäure nötig, für die in weiten Teilen der Bevölkerung ebenfalls ein Mangel nachgewiesen ist.

 

Seit vielen Jahren bekannt – aber immer noch unterschätzt – ist die Bedeutung von Coenzym Q10 für ein gesundes Zahnfleisch. Bei etwa 9 von 10 untersuchten Parodontitis-Patienten findet sich ein Mangel dieses Mikronährstoffes 25.

 

Wichtig für die Gesundheit von Zähnen, Zahnfleisch und Knochen sind auch die Mineralien. So wurden beispielwiese sowohl vorbeugende als auch heilende Effekte von Magnesium bei Parodontitis nachgewiesen 26.

Dazu kommen dann noch die oben schon erwähnten Omega-3-Fettsäuren, die in einer guten Mikronährstoffergänzung nicht fehlen dürfen. Sie sind sowohl in der Vorbeugung, bei der Behandlung und auch in der Nachsorge einer Parodontitis hilfreich 27.

Gar nicht hoch genug einschätzen kann man die positiven Wirkungen der zahlreichen sekundären Pflanzenstoffe in unseren Lebensmitteln. So wurde beispielsweise von den Polyphenolen aus Mangos ein Schutzeffekt vor dem gefürchteten Knochenabbau nachgewiesen 28. Das gleiche wurde auch von den im Grünen Tee vorkommenden Flavonoiden nachgewiesen. Diese hemmen zusätzlich die Entzündung und helfen, die schädigenden Bakterien abzutöten 29 .

Weitere sekundäre Pflanzenstoffe, die bei der Behandlung von Parodontose förderlich sind, wurden unter anderem im Salbei und in Beeren nachgewiesen 30.

Allein an dieser kurzen Übersicht über die Wirkungsweise von Mikronährstoffen ist erkennbar, dass nicht ein einzelner Mikronährstoff Zahnfleischerkrankungen therapieren oder ihnen vorbeugen kann. Erst eine Mischung von Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen in ihrem natürlichen Verbund wirkt tatsächlich unterstützend bei der Behandlung einer Parodontitis. Die Auswahl an entsprechenden Nahrungsergänzungen ist relativ klein. Einen unabhängigen Test zu natürlichen Mikronährstoffkonzentraten finden Sie hier.

Lebensstil

Das-Wichtigste-in-Kürze

Lebensstil in der Übersicht

  • Verzicht auf Nikotin: Nikotin macht Durchblutungsstörungen im Zahnfleisch und behindert die Heilung
  • Mehr Bewegung fördert die Durchblutung und wirkt stärkend auf das Immunsystem.
  • Aktiver Stressabbau verhindert eine zusätzliche Schwächung des Immunsystems.
  • Regelmäßige Nachsorge beim Zahnarzt hilft u.a. ein Wiederaufflammen der Erkrankung schnell zu erkennen.

Neben einer gesunden Ernährung und der zusätzlichen Einnahme von natürlichen Mikronährstoffen gibt es noch einige weitere Änderungen in Ihrem Lebensstil, die dazu beitragen können, eine Parodontose nachhaltig zu behandeln und einem Wiederaufflammen vorzubeugen.

 

Allen voran steht der Verzicht auf das Rauchen. Nikotin ist ein Giftstoff, der u.a. zu einer Verengung der Blutgefäße und damit zu Durchblutungsstörungen führt. Dadurch wird das (lokale) Immunsystem geschwächt und Entzündungsvorgänge werden begünstigt. Da fast ¾ aller Parodontitis-Patienten Raucher sind, ist es ratsam, mit dem Rauchen aufzuhören. Nicht nur Ihr Zahnfleisch, Ihr gesamter Körper wird es Ihnen danken.

Auch dauerhafter Stress fördert die Entstehung einer Parodontose.

Dass die Vermeidung von Stress unserer Gesundheit zugutekommt, ist wohl jedem bewusst. Die konkrete Umsetzung im Alltag stellt jedoch meist eine große Herausforderung dar.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Nicht mehr ganz neu, aber immer noch hochaktuell und schön zu lesen, auch ohne Stress:


 

Grundsätzlich gilt: Die eigene Gesundheit sollte immer oberste Priorität haben. Es dient niemandem, wenn wir durch Krankheit eingeschränkt werden. Auf Phasen der Aktivität sollten stets Phasen der Ruhe und Erholung folgen. Wenn dies an einigen Tagen nicht möglich ist, sollten dafür zeitnah Freiräume geschaffen werden, die für das Wohlbefinden und die Regeneration reserviert sind.

Die beste Möglichkeit, Stress abzubauen ist sicherlich regelmäßige Bewegung. Schon 20 Minuten Spazierengehen, Walking, Schwimmen oder Gymnastik am Tag bewirken für die Gesundheit wahre Wunder.

Auch bewusst über den Tag verteilt kurze Pausen einzulegen, kann einiges zur Stressbewältigung beitragen. Tipp: Programmieren Sie Ihren Handywecker oder Ihre Armbanduhr auf feste Zeiten, um sich selbst an die Auszeiten im Alltag zu erinnern.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Entspannung die wirkt – zum Anhören und mitmachen


 

Als letztes möchte ich noch einmal auf die Bedeutung der Zahnpflege und der regelmäßigen Nachsorge beim Zahnarzt hinweisen. Auch das gehört zu einer präventiven Lebensweise dazu.

 

Wichtig für die Gesundheit der Zähne und des Zahnfleisches ist das regelmäßige und richtige Zähneputzen. Dabei spielt die Wahl der Zahnpasta eher eine untergeordnete Rolle. Hinweise zur Auswahl von Zahnpasta finden Sie weiter unten im Kapitel über ganzheitliche Therapien.

Viel wichtiger ist die gründliche, aber nicht zu feste mechanische Reinigung. In kreisförmigen Bewegungen, von oben nach unten, und insgesamt ca. zwei Minuten sollten die Zähne geputzt und dabei auch das Zahnfleisch massiert werden.

Denn auch die Massage des Zahnfleisches ist wichtig für dessen Gesunderhaltung. Bewegen Sie die Zahnbürste mehrmals, jedoch mit sanfterem Druck und langsameren Bewegungen als beim Zähneputzen, über das Zahnfleisch. Dies stimuliert die Durchblutung und regt somit die Bakterienabwehr an.

 

Bitte nicht direkt nach dem Essen die Zähne putzen, da jetzt der Zahnschmelz von den Säuren des Speichels noch etwas aufgeweicht und für mechanische Verletzungen verwundbar ist.

 

Konventionelle Therapie

Das-Wichtigste-in-Kürze

Konventionelle Therapie in der Übersicht

  • Hygiene-Phase mit professioneller Zahnreinigung
  • Parodontose-Behandlung mit Medikamenten und/oder kleinen Operationen
  • Erhaltungstherapie mit Nachkontrollen

Wichtig: Die Parodontitis stellt eine ernstzunehmende Erkrankung dar, die Schäden im ganzen Körper verursachen kann. Eine konsequente Behandlung ist deshalb unerlässlich und – da es sich um eine chronische Erkrankung handelt – ist eine entsprechende Nachsorge auch nach der Akutbehandlung dauerhaft erforderlich.

Eine effektive Therapie muss die Bakterien als Verursacher der Krankheit beseitigen und die Entzündung stoppen. Das Ziel der Nachsorge ist es, dass die Bakterien sich nicht wieder im Zahnfleisch ansiedeln.

Deshalb erfolgt eine Therapie, abgestimmt auf den Schweregrad der Krankheit, in der Regel in drei Schritten:

  • Hygiene-Phase
  • spezielle Parodontose-Behandlung
  • Erhaltungs-Phase und Nachkontrollen

 

1) Hygiene-Phase

Zunächst ist es wichtig, dass der Zahnarzt den Patienten über die Ursachen und die Therapie gründlich aufklärt. Ohne die Mitarbeit des Patienten hat die Behandlung einer Parodontitis wenig Erfolgsaussichten. Zunächst klärt der Arzt über die richtige Mundhygiene und Zahnputztechniken auf.

Anschließend folgt eine professionelle Zahnreinigung. Hier wird unter anderem der Zahnstein entfernt. Allein die professionelle Zahnreinigung führt oft schon zu einem deutlichen Rückgang der Symptome.

 

2) Die eigentliche Parodontose-Behandlung

In einer zweiten Sitzung werden die Zahnoberflächen mit Handinstrumenten oder speziellen Schall- oder Ultraschall-Geräten unter dem Zahnfleisch gereinigt. Diese Behandlung (sog. Kürettage) wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Oft reicht das schon aus, um die Entzündung in den Griff zu bekommen.

Danach ist die Mitarbeit des Patienten Voraussetzung, um das Ergebnis dauerhaft zu stabilisieren.

Sind die Zahnfleischtaschen sehr tief oder besteht die Entzündung auch nach der Kürettage weiter, muss die sogenannte „offene“ Behandlung erfolgen. Dabei werden die Zahnfleischränder chirurgisch vom Zahn abgelöst, um alle Beläge und erkranktes Gewebe zu entfernen.

Üblicherweise werden nach der chirurgischen Behandlung antibakterielle Mundspülungen empfohlen. Sollten bestimmte aggressive Keime vorhanden sein, so kann auch eine Behandlung mit einem Antibiotikum erforderlich werden.

Allerdings befinden sind die Bakterien zumeist in einem schlecht durchbluteten Bereich am Übergang vom Zahnfleisch zum Zahn und sind daher mit den Medikamenten schlecht erreichbar. Viele Zahnärzte sind deshalb auf der Suche nach Alternativen, um erfolgreich gegen die Bakterien vorgehen zu können.

So wird unter anderem versucht, die Zahnfleischtaschen mittels Laser und lichtaktivierten, bakterienabtötenden Substanzen keimfrei zu machen. Beide Methoden werden derzeit jedoch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, da der Nutzen scheinbar nicht hinreichend nachgewiesen ist.

 

 

3) Erhaltungstherapie und Nachkontrollen

Nachdem die pathogenen (krank machenden) Bakterien entfernt sind, muss der Patient durch eine gründliche tägliche Zahnpflege verhindern, dass sich wieder Zahnbelag bildet. Gründliches Zähneputzen schließt die Anwendung von Zahnseide und Zahnzwischenraumbürstchen mit ein.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Eine gründliche Reinigung der Zähne besteht nicht nur aus dem Zähneputzen mittels Zahnbürste, sondern auch aus regelmäßiger Verwendung von Tools, die die Zahnzwischenräume erreichen – das schafft die Zahnbrüste allein nicht.

Wir empfehlen die Verwendung einer Zahndusche, um effektiv und trotzdem sanft Speisereste aus den Zahnzwischenräumen oder Zahnfleischtaschen zu entfernen:


 

Nur so lässt sich der Zahnbelag am Zahnfleischrand und zwischen den Zähnen wirkungsvoll beseitigen. Auch spezielle Mundspülungen und Zungenschaber können helfen, das Bakterienwachstum im Mund herabzusetzen. Manche Mundspüllösungen sollten Patienten jedoch nicht dauerhaft anwenden – dazu zählen vor allem Spülungen mit bakterientötenden Eigenschaften, da diese die physiologisch wichtige Mundflora (natürliche Bakterienbesiedelung) schädigen.

Denn aus den Erkenntnissen der Forschung der letzten Jahre wissen wir, dass vielmehr eine gesunde Bakterienflora, das sogenannte Mikrobiom des Mundes, eine sehr wichtige Rolle bei der Gesunderhaltung der Zähne und der Mundschleimhaut spielt.

Es sind durchaus nicht alle Bakterien im Mund schädlich. Sehr viele davon sind für die Zähne sogar nützlich. Diese tragen nämlich dazu bei dabei, das Wachstum der wenigen schädigenden Bakterien zu hemmen. Wird aber das Gleichgewicht der Mundflora dauerhaft gestört, so können sich die schädigenden Bakterien ungehemmt vermehren und beispielsweise eine Zahnfleischentzündung fördern 31.

Hinweis

Kritischer Blick auf Fluor

An dieser Stelle muss man auch einen kritischen Blick auf das allseits verwendete Fluor werfen. Seine Schutzwirkung vor Karies beruht nicht darauf, dass Fluor in die Zahnsubstanz eingebaut wird. Sie beruht fast ausschließlich auf den giftigen Eigenschaften des Fluors, es wirkt als Antibiotikum und tötet Bakterien ab 32. Es besteht ein hohes Risiko, dass die dauerhafte Anwendung von fluoridierten Produkten nicht nur die Mundflora schädigt 33, sondern auch die für das Immunsystem wichtige Darmflora.

Wenn eine Parodontitis-Therapie dauerhaft erfolgreich sein soll, gehört eine lebenslange Nachsorge zur Parodontitis-Behandlung unbedingt dazu. Zweimal jährlich sollte ein zahnärztlicher Befund erstellt werden, um ein Wiederaufflammen der Erkrankung rechtzeitig zu erkennen. Ein Rückfall kann so frühzeitig wieder behandelt werden. Bei einer Parodontitis-Erkrankung können Sie mit einer lebenslangen sorgfältigen Pflege, einer gesunden Ernährung  und weiteren einfachen Maßnahmen wie der Einnahme von natürlichen Mikronährstoffen sehr viel für Ihre Gesundheit erreichen.

Ganzheitliche Therapie

Das-Wichtigste-in-Kürze

Ganzheitliche Therapie in der Übersicht

  • antibiotisch wirkende Pflanzenstoffe (hinterlassen keine Immunschwächung und keine Resistenzen)
  • alternative Zahncremes
  • Grüner Tee
  • Mundspülung mit Xylit und Kräutern
  • Ölziehen

 

Alternativen zu Antibiotika

Der Einsatz von Antibiotika zur Bekämpfung der schädlichen Bakterien ist seit einigen Jahren nicht mehr alternativlos. Da Antibiotika auch (Störung von Darm- und Mundflora, Schwächung des Immunsystems, Entwicklung von resistenten Bakterienstämmen etc.), sind Patienten und Zahnärzte auf der Suche nach Alternativen.

Und hier wurde von der Forschung in den letzten Jahren einiges Interessante zu Tage gefördert. Spezielle antibiotische Eigenschaften gegen die schädlichen Bakterien in der Mundhöhle wurde unter anderem von grünem Tee, Blaubeeren, Knoblauch, Teebaumöl, Propolis und Preiselbeersaft nachgewiesen. So wurde in einer Studie im Jahr 2016 beispielswiese festgestellt, dass eine Zahnpasta mit Grüntee-Extrakt sogar effektiver gegen den Bakterienfilm auf den Zähnen wirkt als die gängigen Triclosan-Fluor-Zahncremes 34. Und das alles ohne die negativen Effekte, die von Antibiotika bekannt sind.

 

Alternative Zahncremes

Es gibt mittlerweile auch viele Zahncremes ohne Fluor, die stattdessen verschiedene Kräuterextrakte enthalten, um die Entzündungen und bakteriellen Zahnbeläge zu beseitigen.

Hinweis

Kolloidales Silber

Zu kolloidalem Silber gibt es mittlerweile viele Informationen, leider oft auch widersprüchliche. Hier das Wichtigste in Kürze:

Kolloidales Silber sind Silberatome, die in einem bestimmten, schwebenden Zustand in Wasser gelöst sind. Dieser Zustand, in dem Mineralien in der Natur normalerweise vorkommen, kann mittlerweile durch technische Verfahren nachgeahmt werden. Viele günstige Geräte zur Eigenherstellung von kolloidalem Silber halten leider nicht, was sie versprechen, da sie keine echten kolloidalen Lösungen hervorbringen, sondern nur weniger wirksame ionisierte Lösungen.

Kolloidales Silber wirkt im Grunde wie ein Antibiotikum bakterientötend. Die Vorteile sind: Kolloidales Silber hat deutlich weniger Nebenwirkungen als gängige Antibiotika und es gibt keine dagegen resistenten Bakterien. Allerdings gibt es auch Nachteile von kolloidalem Silber: Es schädigt (vor allem bei längerer Einnahme) die gesunde Bakterienflora des Darmes und des Mundes genauso wie herkömmliche Antibiotika. Dadurch wird unter anderem die Reaktionsfähigkeit des Immunsystems herabgesetzt.

Lassen Sie sich nicht verunsichern, wenn bestimmte Interessengruppen immer noch veraltetes Wissen verbreiten. So kann man auf den Seiten von Stiftung Warentest lesen: „Der wichtigste Wirkstoff in einer Zahnpasta ist Fluorid“. Aufgrund dieser widerlegten Behauptung werden dort alle alternativen Zahncremes ohne Fluor pauschal schlecht bewertet.

Ein weiterer interessanter, gut untersuchter Inhaltsstoff für Zahncremes ist normales Back-Soda. Dieses zeigte in Studien, dass es hervorragend die zahnschädigenden Säuren neutralisieren kann und wird immer öfter als Zusatz in Zahncremes ins Spiel gebracht 35.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Es gibt mittlerweile auch viele Zahncremes ohne Fluor, die stattdessen verschiedene Kräuterextrakte enthalten, um die Entzündungen und bakteriellen Zahnbeläge zu beseitigen.

Unser Produkttipp:

Häufig werden Zahnpasten mit Fluor beworben, da seine antibiotische Wirkung vor Karies schützt. Allerdings besteht der Verdacht unter Experten, dass Fluor nicht nur die „schlechten“ Bakterien abtötet, sondern auch unsere natürliche Mundflora schädigt. Daher ist der Griff zu alternativen Zahnpasten mit Kräuterextrakten langfristig die bessere Wahl. Wir empfehlen Ihnen eine fluorid- und farbstofffreie Zahncreme aus der Naturkosmetik, die trotz Ihrer Bezeichnung „Kids“ nicht nur für Klein, sondern auch für Groß geeignet ist:


 

Grüner Tee

Die im grünen Tee nachgewiesenen zahlreichen Effekte, die bei der Parodontitisbehandlung  von Vorteil sind, seien hier nochmals betont. Neben den antibiotischen Eigenschaften des grünen Tees wurde auch nachgewiesen, dass seine Inhaltsstoffe die Entzündung des Zahnfleisches hemmen und dem Abbau des Kieferknochens entgegenwirken 36.

 

Damit der grüne Tee auch all seine heilsamen Wirkstoffe entfalten kann, ist die Auswahl der richtigen Teesorte und vor allem die richtige Zubereitung von großer Bedeutung.

Nach Lebensmittelanalysen enthalten japanische Grüntees im Schnitt mehr Flavonoide als die Tees aus anderen Ländern. Die Sorten Sencha und Gyokuro sind am gehaltvollsten. Dazu sollten Sie beim grünen Tee unbedingt auf Bio-Qualität achten und Tee aus erster Ernte (First Flush) kaufen.

 

Auch bei der Zubereitung gibt es einiges zu beachten:

  • Das Wasser, mit dem Sie den Tee aufbrühen, sollte zwischen 70 und 80 Grad Celsius heiß sein.
  • Übergießen sie den Tee, schwenken Sie die Kanne einmal durch und kippen Sie den „ersten Aufguss“ weg. (In Japan sagt ein Sprichwort: „der erste Aufguss ist für deine Feine“)
  • Übergießen sie den Tee erneut und lassen Sie ihn jetzt 10 Minuten ziehen. Zieht der Tee weniger als 5 Minuten, so zeigen Untersuchungen, dass sich in dieser Zeit nur etwa 20 % der wirksamen Flavonoide herauslösen.

Die Unterscheide sind enorm: Eine Tasse grüner Tee mit hoher Qualität, der lange genug ziehen durfte enthält 60-mal so viele Flavonoide wie eine Tasse Tee mit mittelmäßiger Qualität, der zu kurz gezogen hat.

Trinken Sie 3 große Tassen frischen grünen Tee am Tag.

 

Mundspülung gegen Zahnfleischbluten und Zahnfleischentzündung

Zahlreiche Kräuter haben sich gegen Entzündungen als hilfreich erwiesen. Hier ist eine bewährte Rezeptur, mit der Sie Ihre Mundspülung ganz leicht selbst herstellen können:

25 g Salbeiblätter

25 g Eichenrinde

25 g Odermennig

25 g Frauenmantel

10 g Walnussblätter

 

Mischen Sie die Kräuter und nehmen Sie 1 gehäuften Teelöffel von dieser Kräutermischung für jeweils 1/4 Liter Mundspülung.

Geben Sie die Mischung ins kalte Wasser und bringen Sie es zum Kochen. Nach einer Kochzeit von 5 Minuten lassen Sie die Kräuter noch weitere 10 Minuten ziehen. Gießen Sie den Sud durch ein feines Sieb oder Tuch ab.  Um die Wirkung und den Geschmack zu verbessern, können Sie ein wenig Xylit zugeben. Spülen Sie damit morgens und abends nach dem Zähneputzen für mehrere Minuten den Mund.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Nicht nur in Süßigkeiten, sondern auch in Ketchup, Fruchtjoghurt, Smoothies und vielen anderen Lebensmitteln ist Zucker enthalten. Die im Zahnbelag enthaltenen Bakterien gewinnen ihre Energie aus Zucker und wandeln sie in Säure um. Diese Säure entkalkt unseren Zahnschmelz und führt damit letztendlich zu Karies. Wer aber nicht auf den süßen Geschmack verzichten möchte, sollte zu Xylit greifen. Der aus Birkenrinde extrahierte Stereoisomer behindert die Säurebildung der Bakterien und kann so Karies vorbeugen. Dabei ist Xylit ungefähr gleich süß wie Zucker und um bis zu 40% kalorienärmer:


 

Ölziehen

Das Ölziehen wird in vielen Kulturen nicht nur für die Gesundheit des Mundes eingesetzt, es werden dieser Tradition auch zahlreiche andere Gesundheitswirkungen nachgesagt. Speziell für die Gesundheit von Zähnen und Zahnfleisch sind in zahlreichen Studien positive Effekte nachgewiesen. Das Ölziehen ist demnach den gängigen chemischen antibakteriell wirksamen Mitteln mindestens ebenbürtig, was die Verhinderung von Zahnstein 37 und die Ansiedlung schädlicher Bakterien angeht 38.

 

Und so funktioniert das Ölziehen:

Die beste Zeit dafür ist gleich morgens nach dem Aufstehen, da damit die nachts von den Bakterien produzierten Schadstoffe effektiv entfernt werden können.

 

Nehmen Sie einen Teelöffel kaltgepresstes Öl (z. B. Sesamöl, Sonnenblumenöl, Olivenöl) in den Mund ziehen sie das Öl dann ca. 30 bis 60 Sekunden lang zwischen den Zähnen hindurch. Dazwischen immer wieder im Mund hin- und herschwenken, anschließend ausspucken.

 

Danach können Sie gleich die Zähne putzen.

 

Kaltgepresste (Bio-)Öle sind empfehlenswert, traditionell wird meist Sesamöl verwendet, aber auch gutes Sonnenblumenöl oder Olivenöl sind gut geeignet.

 

Checkliste

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei Parodontitis

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich rundum um Ihre Erkrankung und erlernen Sie die richtige Zahnpflege.
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Hausarzt, Zahnarzt Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patienten und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf Ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei Parodontitis stehen alle Mikronährstoffe im Fokus – eine Breitbandversorgung ist daher unerlässlich.
  • Zahnpflege: Hier liegt der Schlüssel für einen langfristigen Therapierfolg und den Erhalt Ihrer Zähne.
    – alternative Zahncremes mit entzündungshemmenden Kräutern
    – Mundspülungen mit Kräutern und Xylit
    – Ölziehen
  • Ernährung: Eine Ernährungsumstellung hin zu weniger Kohlenhydraten und mehr frischen Lebensmitteln und Kräutern kann einiges zur Gesunderhaltung des Zahnfleischs beitragen.

Quellenangaben

1 Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V) 2014. Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) im Auftrag von Bundeszahnärztekammer und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (https://www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/dms/Zusammenfassung_DMS_V.pdf)

2 Hajishengallis G.: Immunomicrobial pathogenesis of periodontitis: keystones, pathobionts, and host response. Trends Immunol. 2014 Jan;35(1):3-11. doi: 1016/j.it.2013.09.001.

3 Lee D.J., Wu L., Shimono M. et al.: Differential Mechanism of Periodontitis Progression in Postmenopause. Front Physiol. 2018; 9: S.1098. Published 2018 Aug 14. doi:3389/fphys.2018.01098

4 Van Dyke TE, Sheilesh D. Risk factors for periodontitis. J Int Acad Periodontol. 2005;7(1):3-7.

5 Bergström J., Boström L.: Tobacco smoking and periodontal hemorrhagic responsiveness. J Clin Periodontol. 2001 Jul;28(7):680-5.

6 Houri-Haddad Y. et al.: The effect of chronic emotional stress on the humoral immune response to Porphyromonas gingivalis in mice. J Periodontal Res. 2003 Apr;38(2):204-9.

7 Gomes C. et al.: Increased Root Canal Endotoxin Levels are Associated with Chronic Apical Periodontitis, Increased Oxidative and Nitrosative Stress, Major Depression, Severity of Depression, and a Lowered Quality of Life. Mol Neurobiol. 2018 Apr;55(4):2814-2827. doi: 10.1007/s12035-017-0545-z.

8 Chang C.H. et al.: Cigarette Smoking Aggravates the Activity of Periodontal Disease by Disrupting Redox Homeostasis- An Observational Study. Sci Rep. 2018 Jul 23;8(1):11055. doi: 1038/s41598-018-29163-6.

9 Mallapragada S. et al.: Effect of Nonsurgical Periodontal Therapy on Serum Highly Sensitive Capsule Reactive Protein and Homocysteine Levels in Chronic Periodontitis: A Pilot Study. Contemp Clin Dent. 2017 Apr-Jun;8(2):279-285.

10 Eberhardt M.V., Lee C.Y., Liu R.H.: Antioxidant activity of fresh apples. Nature. 2000 (405): S. 903-904

11 Troulinaki K., Bano D.: Mitochondrial deficiency: a double-edged sword for aging and neurodegeneration. Front. Gene. 2012(3): S. 244

12 Indo, H. P. et al.: Evidence of ROS generation by mitochondria in cells with impaired electron transport chain and mitochondrial DNA damage. Mitochondrion 2007(7): S. 106–118

13 Orbak R. et. al.: Effects of zinc deficiency on oral and periodontal diseases in rats. J Periodontal Res. 2007 (2): S. 138-143

14 Amaliva et al.: Java project on periodontal diseases: the relationship between vitamin C and the severity of periodontitis. J Clin Periodontol. 2007 (4): S. 299-304

15 Chapple I.L. et al.: The prevalence of inflammatory periodontitis is negatively associated with serum antioxidant concentrations. J Nutr. 2007 (3): S. 657-664

16 Tóthová L., Celec P.: Oxidative Stress and Antioxidants in the Diagnosis and Therapy of Periodontitis. Front Physiol.2017 Dec 14;8:1055. doi: 3389/fphys.2017.01055. eCollection 2017.

17 Nguyen TT. Et al.: Salivary oxidative stress biomarkers in chronic periodontitis and acute coronary syndrome. Clin Oral Investig. 2017 Sep;21(7):2345-2353. doi: 1007/s00784-016-2029-3

18 Eberhardt M.V., Lee C.Y., Liu R.H.: Antioxidant activity of fresh apples. Nature. 2000 (405): S. 903-904

19 Mallapragada S. et al.: Effect of Nonsurgical Periodontal Therapy on Serum Highly Sensitive Capsule Reactive Protein and Homocysteine Levels in Chronic Periodontitis: A Pilot Study. Contemp Clin Dent. 2017 Apr-Jun;8(2):279-285. doi: 4103/ccd.ccd_140_17.

20 Trivedi S., Lal N.: Antioxidant enzymes in periodontitis. J Oral Biol Craniofac Res. 2017 Jan-Apr;7(1):54-57. doi: 1016/j.jobcr.2016.08.001.

21 Paredes-Sánchez E. et al.: Meta-Analysis of the Use of 8-OHdG in Saliva as a Marker of Periodontal Disease. Dis Markers. 2018 May 2;2018:7916578. doi: 1155/2018/7916578. eCollection 2018.

22 Muss C. et al.: Neuroprotective impact of a vitamin trace element composition – a randomized, double blind, placebo controlled clinical trial with healthy volunteers. Neuro Endocrinol Lett. 2015;36(1):31-40.

23 Khammissa R.A.G. et al.: Vitamin D Deficiency as It Relates to Oral Immunity and Chronic Periodontitis. Int J Dent.2018 Oct 1;2018:7315797. doi: 1155/2018/7315797. eCollection 2018.

24 Vojinovic J. et al.: European multicentre pilot survey to assess vitamin D status in rheumatoid arthritis patients and early development of a new Patient Reported Outcome questionnaire (D-PRO). Autoimmun Rev.2017 May;16(5):548-554. doi: 1016/j.autrev.2017.03.002.

25 Hansen I.L. et al.: Bioenergetics in clinical medicine. IX. Gingival and leucocytic deficiencies of coenzyme Q10 in patients with periodontal disease. Res Commun Chem Pathol Pharmacol. 1976 Aug;14(4):729-38.

26 Meisel, P et al.: Magnesium / Calcium-Verhältnis beeinflusst Attachment- und Zahnverlust im Verlauf von fünf Jahren. DG PARO-Jahrestagung 2016, Würzburg

27 Kantarci A., Van Dyke T.E.: Resolution of inflammation in periodontitis. J Periodontol. 2005 Nov;76(11 Suppl):2168-74

28 Basu A. et al.: Dietary Polyphenols and Periodontitis-A Mini-Review of Literature. Molecules. 2018 Jul 20;23(7). pii: E1786. doi: 3390/molecules23071786.

29 Fernández-Rojas B., Gutiérrez-Venegas G.: Flavonoids exert multiple periodontic benefits including anti-inflammatory, periodontal ligament-supporting, and alveolar bone-preserving effects. Life Sci. 2018 Sep 15;209:435-454. doi: 1016/j.lfs.2018.08.029.

30 Ben Lagha A. et al.: Wild Blueberry (Vaccinium angustifolium Ait.) Polyphenols Target Fusobacterium nucleatum and the Host Inflammatory Response: Potential Innovative Molecules for Treating Periodontal Diseases. J Agric Food Chem. 2015 Aug 12;63(31):6999-7008. doi: 1021/acs.jafc.5b01525.

31 Hajishengallis G.: The inflammophilic character of the periodontitis-associated microbiota. Mol Oral Microbiol. 2014 Dec;29(6):248-57. doi: 1111/omi.12065.

32 Claudio S.R.: Role of polyphenols and nonpolyphenols against toxicity induced by fluoride: a comprehensive review. Eur J Cancer Prev. 2018 Apr 17. doi: 1097/CEJ.0000000000000424. [Epub ahead of print]

33 Yasuda K. et al.: Fluoride Depletes Acidogenic Taxa in Oral but Not Gut Microbial Communities in Mice. 2017 Aug 8;2(4). pii: e00047-17. doi: 10.1128/mSystems.00047-17. eCollection 2017 Jul-Aug.

34 Hrishi T.S. et al.: Effect of adjunctive use of green tea dentifrice in periodontitis patients – A Randomized Controlled Pilot Study. Int J Dent Hyg. 2016 Aug;14(3):178-83. doi: 1111/idh.12131

35 Sabharwal A., Scannapieco F.A.: Baking soda dentifrice and periodontal health: A review of the literature. J Am Dent Assoc. 2017 Nov;148(11S):S15-S19. doi: 1016/j.adaj.2017.09.010.

36 Basu A. et al.: Dietary Polyphenols and Periodontitis-A Mini-Review of Literature. Molecules. 2018;23(7):1786. doi:3390/molecules23071786

37 Asokan, Sharath et al.: Effect of oil pulling on halitosis and microorganisms causing halitosis: a randomized controlled pilot trial. Journal of the Indian Society of Pedodontics and Preventive Dentistry 29,2 (2011): 90-4. doi:10.4103/0970-4388.84678

38 Sood, Poonam et al.: Comparative efficacy of oil pulling and chlorhexidine on oral malodor: a randomized controlled trial. Journal of clinical and diagnostic research : JCDR 8,11 (2014): ZC18-21. doi:10.7860/JCDR/2014/9393.5112