Refluxkrankheit (Gastroösophagealer Reflux): Ursachen, Symptome und ganzheitliche Behandlung

Häufig beginnt es kurz nach dem Essen oder plagt Betroffene beim Schlafen: Sodbrennen und saures Aufstoßen. Treten diese Symptome regelmäßig auf, könnte die gastroösophageale Refluxerkrankung, auch kurz Refluxkrankheit, dahinterstecken. Etwa jeder fünfte Erwachsene in Deutschland ist betroffen. Durch das Zurückfließen von saurem Magensaft wird die Schleimhaut in der Speiseröhre gereizt und kann sich entzünden. Das verursacht Schmerzen und beeinträchtigt die Lebensqualität. Um die Beschwerden zu lindern und weitere Komplikationen zu vermeiden, gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten. Neben der klassischen Therapie kann die Heilung durch eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung und einen angepassten Lebensstil unterstützt werden. Dieser Artikel gibt Ihnen hilfreiche Informationen zur Refluxkrankheit und zeigt Ihnen, an welchen Stellschrauben Sie selbst drehen können.

Experte/Expertin:

Dr. oec. troph. Claudia Miersch

Ökotrophologin, Expertin für ernährungsabhängige Erkrankungen

Letzte Aktualisierung: 9. Februar 2021

Refluxkrankheit (Refluxösophagitis) – die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Refluxkrankheit – was ist das? Bei der Refluxkrankheit oder gastroösophagealen Refluxerkrankung gelangt Magensäure in die Speiseröhre, wo sie beeinträchtigende Symptome verursacht und/oder zu nachweisbaren Veränderungen in der Speiseröhre führt.
  • Ursachen & Risikofaktoren: Häufig ist es ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, aber allgemein gilt: kein Reflux ohne Funktionseinschränkungen des Schließmuskels im unteren Teil der Speiseröhre. Weitere Ursachen können sein: vermehrte Magensäureproduktion, erhöhter Druck im Bauchraum, verlangsamte Magenentleerung, gestörte Selbstreinigung der Speiseröhre oder ein Zwerchfellbruch.
  • Symptome: Sodbrennen, saures Aufstoßen, Schluckstörungen, Brennen im Rachen und Husten, Übelkeit und Erbrechen, Druckgefühl und Schmerzen im Oberbauch
  • Diagnose und Tests: Zur Diagnose gehören Anamnese, körperliche Untersuchung, Endoskopie (Spiegelung) der Speiseröhre und des Magens, Langzeit-pH-Metrie und Druckmessung der Speiseröhre.
  • Prognose und Verlauf: Ohne Behandlung verläuft die Krankheit häufig chronisch. Sie verläuft teilweise fortschreitend. Mundgeruch, Zahnschäden, Kehlkopf- und Lungenentzündungen sowie in seltenen Fällen Krebs können als Komplikationen auftreten.
  • Empfohlene Ernährung: Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist.
  • Therapie: 
    • Mikronährstoffe: Mikronährstoffe sind hilfreich, um die Behandlung zu unterstützen und um Medikamenten-bedingte Mikronährstoffdefizite auszugleichen. Von besonderer Bedeutung sind: Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink Vitamin C, Vitamin D3, Folsäure und Vitamin B12
    • Lebensstil: richtige Schlafposition, Bewegung, Entspannung, Verzicht auf Rauchen und Alkohol
    • Konventionelle Therapie: Medikamente zur Säurebindung bzw. -neutralisierung (z. B. Protonenpumpeninhibitoren, Antazida), operative Therapien gegen Schließmuskelschwäche
    • Ganzheitliche Therapie: Phytotherapie mit Heilpflanzen, Hausmittel, Heilerde, Osteopathie
  • Checkliste und Empfehlungen bei der Refluxkrankheit: Das können Sie selbst tun.

Was ist die Refluxkrankheit (Refluxösophagitis)?

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Refluxkrankheit in der Übersicht

  • Die Refluxkrankheit wird verursacht durch Magensäurerückfluss, beeinträchtigende Symptome und/oder Schleimhautveränderungen in der Speiseröhre.
  • Refluxösophagitis und gastroösophageale Refluxerkrankung werden häufig als Synonyme verwendet.
  • Die Erkrankung verläuft chronisch und als Hauptsymptom wird Sodbrennen genannt.
  • Etwa 15-20 % der Bevölkerung sind betroffen, Männer und Frauen gleichermaßen. 10 % nehmen regelmäßig Mittel gegen Sodbrennen.
  • Lebensphasen mit mehr Refluxbeschwerden sind: Schwangerschaft und Säuglingsalter.
  • Die Refluxerkrankung beinhaltet verschiedene Ausprägungen und Schweregrade, die über verschiedene Klassifikationssysteme (Savary-Miller, Los-Angeles, MUSE) gruppiert werden.
  • 50 % der Betroffenen weisen keine Schleimhautveränderungen auf.
  • Man unterscheidet primäre und sekundäre Refluxerkrankung.
  • Eine erbliche Veranlagung wird vermutet. Eine Infektion mit dem Magenkeim Helicobacter pylori kann sich negativ auswirken.

Bei der Refluxkrankheit oder gastroösophagealen Refluxerkrankung (engl. GERD: gastroesophageal reflux disease) kommt es durch Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre zu beeinträchtigenden Symptomen und/oder nachweisbaren Veränderungen in der Speiseröhre. Der medizinische Begriff “gastroösophageal” stammt aus dem Griechischen und beschreibt die Orte der Erkrankung: der Magen (gastro-) und die Speiseröhre (Ösophagus). Gebräuchlich ist auch der Ausdruck “Refluxösophagitis”, der genau genommen die Entzündung der Speiseröhre beschreibt. Die Refluxerkrankung ist eine häufig chronisch verlaufende Erkrankung, bei der Betroffene als Hauptsymptom über Sodbrennen klagen.

 

Vorkommen und Auftreten

Die Refluxkrankheit zählt zu den häufigsten Erkrankungen des oberen Verdauungstraktes mit steigender Tendenz. Etwa 15-20 % der Bevölkerung in Industrieländern leiden an der gastroösophagealen Refluxkrankheit, wobei Männer und Frauen gleich häufig erkranken.1 Etwa 10 % der Deutschen über 14 Jahre nehmen mindestens einmal im Monat ein Mittel gegen Sodbrennen, 5 % sogar mindestens einmal in der Woche.2 Die Beschwerden bestehen nicht selten über mehrere Monate bis Jahre und können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen.

Die Refluxerkrankung kann in besonderen Lebensphasen gehäuft auftreten. Das betrifft insbesondere Schwangere und Babys. Eltern brauchen sich aber keine Sorgen machen, denn in den meisten Fällen verschwindet die Erkrankung bis zum 1. Geburtstag.

Refluxerkrankung und Schwangerschaft

Im letzten Drittel der Schwangerschaft wächst das Baby sehr stark, der Platz im Bauchraum wird immer kleiner. Hinzu kommen Schwangerschaftshormone, die die Muskulatur entspannen. Mehr als 50 % der Schwangeren haben dann mit Symptomen der Refluxkrankheit zu kämpfen. Wie bei nichtschwangeren Patienten sollte zunächst versucht werden, durch Veränderungen im Essverhalten und im Lebensstil eine Linderung der Beschwerden zu erreichen und möglichst nicht mehr an Gewicht zuzunehmen, als vom Arzt empfohlen wird. Wenn die allgemeinen Maßnahmen keine ausreichende Verbesserung bringen, wäre eine Behandlung mit Medikamenten möglich.10 Generell ist Schwangeren angeraten, auf eine optimale Mikronährstoffversorgung zu achten.

Differenzierung / Formen der gastroösophagealen Refluxkrankheit

Unter dem medizinischen Begriff der gastroösophagealen Refluxkrankheit werden in der gleichnamigen Leitlinie verschiedene Ausprägungen und Schweregrade der Erkrankung zusammengefasst.3 Denn etwa 50 % der Betroffenen mit Symptomen einer Refluxerkrankung weisen keine Veränderungen an der Speiseröhrenschleimhaut auf. Ist sie jedoch entzündet, liegt also eine sogenannte Refluxösophagitis vor, werden unterschiedliche Schweregrade definiert. Dabei gibt es drei verschiedene Klassifikationssysteme, die das Ausmaß der Läsionen beschreiben. Die Klassifikation nach Savary-Miller (I, II, III, IV) sowie die Los-Angeles-Klassifikation (A, B, C, D) unterteilen jeweils 4 Schweregrade. Die MUSE-Klassifikation beurteilt die Umbildung der Schleimhaut in Metaplasie, Ulkus, Striktur und Erosion.

Zusätzlich unterscheidet man primäre und sekundäre Refluxkrankheit. Ist keine Ursache feststellbar, spricht man von einer primären gastroösophagealen Refluxerkrankung. Bei der sekundären Refluxerkrankung ist der Auslöser für den Säurerückfluss bekannt, wie zum Beispiel Schwangerschaft oder ein Bruch im Zwerchfell.

Medizinische Begrifflichkeiten

Beschäftigt man sich mit dem Thema Refluxkrankheit, stolpert man schnell über verschiedene medizinische Begrifflichkeiten, die sich nicht so leicht einordnen lassen. Hier ein paar “Übersetzungen” dazu:

  • Ösophagus = medizinische bzw. lateinische Bezeichnung für Speiseröhre
  • Säureregurgitation = das Zurückfließen des sauren Magenbreis in die Speiseröhre
  • Refluxösophagitis = Durch den sauren Magensaft verursachte Entzündung der Speiseröhre
  • Nicht-erosive gastroösophageale Refluxkrankheit (NERD) = Patienten mit einer diagnostizierten NERD klagen über typische Refluxsymptome, jedoch wurden bisher keine Schleimhautveränderungen nachgewiesen. Trotz fehlender Läsionen ist bei vielen Betroffenen die Lebensqualität ähnlich stark eingeschränkt, wie bei einer ERD. Etwa 50 % der Refluxerkrankten fallen in diese Gruppe.
  • Erosive-Refluxkrankheit (ERD) = Bei einer ERD treten zu den Reflux-Symptomen über Endoskopie nachgewiesene Schleimhautveränderungen, sogenannte Läsionen, auf.
  • Hypersensitiver Ösophagus = Ein hypersensitiver Ösophagus liegt vor, wenn Refluxepisoden nicht häufiger als bei Gesunden auftreten jedoch deutlich spürbare Symptome und Sodbrennen wahrgenommen werden. Veränderungen an der Schleimhaut sind nicht nachweisbar.
  • Funktionelle Refluxbeschwerden = Der Arzt spricht von funktionellen Refluxbeschwerden, wenn der Patient von Sodbrennen berichtet, aber kein erhöhter Reflux auftritt.
  • Refluxkrankheit mit Barrett-Ösophagus (oder Barrett-Metaplasie) = Der Barrett-Ösophagus ist eine Komplikation der Refluxkrankheit, bei der sich die Schleimhaut der Speiseröhre von einem Plattenepithel in ein Zylinderepithel umbaut. Diese Schleimhautveränderungen werden als Vorstufe von Speiseröhrenkrebs angesehen.

Vererbung oder Ansteckung?!

Bei der Entstehung von Sodbrennen und der gastroösophagealen Refluxkrankheit kann auch eine familiäre Veranlagung eine Rolle spielen. Zumindest geben einige wissenschaftliche Studien Hinweise auf einen erblichen Bezug, da in manchen Familien die Erkrankung überdurchschnittlich häufig auftritt. Zusätzlich lassen Zwillingsstudien vermuten, dass etwa 30 % Veranlagung ist.4

Gibt es auch Hinweise für eine Ansteckung? Die Refluxkrankheit ist allgemein keine Erkrankung, die durch Krankheitserreger ausgelöst wird, jedoch kann eine Infektion mit Helicobacter pylori eine Ursache sein. Dieser Magenkeim kann zu einer erhöhten Magensäureproduktion führen, die ein wichtiger Auslöser für Refluxbeschwerden ist.5

Ursachen und Risikofaktoren

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Ursachen und Risikofaktoren in der Übersicht

  • Bei der Entstehung der gastroösophagealen Refluxkrankheit spielen mehrere Gründe eine Rolle.
  • Hauptgrund: Erschlaffung bzw. Ermüdung des Speiseröhrenschließmuskels
  • weitere Ursachen:
    • vermehrte Magensäureproduktion durch ungesunde Essgewohnheiten, Lebensstil, Stress oder Infektion mit Helicobacter pylori
    • erhöhter Druck im Magen oder Bauchraum durch Übergewicht, Blähungen, Schwangerschaft oder beengende Kleidung
    • verlangsamte Magenentleerung durch zu wenig Bewegung oder andere Erkrankungen
    • Zwerchfellbruch
    • gestörte Selbstreinigung der Speiseröhre
  • Übergewicht, Alkohol- und Zigarettenkonsum, Stress, ungesunde Ernährungsweisen und bestimmte Medikamente gelten als Risikofaktoren.
  • In die Entstehung einer Refluxösophagitis sind Entzündungsprozesse involviert.

Bei der Entstehung der Refluxkrankheit können verschiedene Ursachen zum Tragen kommen, jedoch sehen viele Experten die Hauptursache in der Funktionsstörung des Schließmuskels. Am unteren Teil der Speiseröhre befindet sich ein Schließmuskel, der sogenannte Ösophagussphinkter, der verhindert, dass der saure Magenbrei in die Speiseröhre zurückfließt. Ist der Muskel geschwächt oder erschlafft, kann die empfindliche Schleimhaut in der Speiseröhre durch die aufsteigende Magensäure geschädigt werden. Entzündungen, aber auch Ulzerationen (Geschwüre) können die Folge sein. Wieso dieser “Verschluss” nicht mehr richtig funktioniert, ist noch nicht abschließend geklärt, jedoch spielen Ernährungs- und Lebensstilfaktoren eine entscheidende Rolle.

Weitere Ursachen, die einen Einfluss auf das Auftreten von Beschwerden haben:

  • vermehrte Magensäureproduktion

Bei Ernährungssünden und zu viel Stress schießt der Magen im wahrsten Sinne des Wortes über das Ziel hinaus und produziert zu viel Magensäure. Zu viel, zu süß, zu fettig und zu viel Alkohol sind hier oft die Ursachen. Aber auch bestimmte Medikamente oder eine Besiedlung mit dem Magenkeim Helicobacter pylori können die Säureproduktion anregen.

  • erhöhter Druck im Magen bzw. Bauchraum

Wird es im Bauchraum eng, etwa durch Übergewicht, Blähungen (durch Darmstörungen), zu enge Kleidung oder Schwangerschaft (siehe Infobox Refluxerkrankung in der Schwangerschaft), steigt der Druck im Magen an und begünstigt das Zurückfließen des sauren Magenbreis.

  • verlangsamte Magenentleerung

Durch zu wenig Bewegung oder andere Erkrankungen (z. B. Diabetes mellitus) wird der Magen zu langsam geleert. Das erhöht ebenfalls den Druck nach oben.

  • Zwerchfellbruch (Hiatushernie)

Kurz vor dem Übergang in den Magen verläuft die Speiseröhre durch eine kleine Öffnung im Zwerchfell. Liegt ein Bruch vor, kann ein Teil des Magens durch die Öffnung nach oben rutschen und so den Verschluss des Magens beeinträchtigen. Bei Übergewicht besteht ein höheres Risiko für das Auftreten eines Zwerchfellbruchs.6

  • fehlende oder eingeschränkte Selbstreinigung der Speiseröhre

Die Speiseröhre kann durch Muskelbewegungen und ausreichend Speichel Säurereste zum Teil neutralisieren und wieder in den Magen zurückbefördern. Wissenschaftliche Studien lassen vermuten, dass Mundtrockenheit und Speichelvolumen zur Entstehung der Erkrankung beitragen.7

 


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Als Risikofaktoren werden häufig Übergewicht, hoher Alkohol- und Zigarettenkonsum, Stress und ungesunde Ernährungsgewohnheiten ins Spiel gebracht.8 Ebenso stehen verschiedene Medikamente, beispielsweise Aspirin, Ibuprofen oder Diclofenac, unter Verdacht Refluxbeschwerden zu verstärken.9

Entzündungsprozesse bei Refluxösophagitis

Obwohl bekannt ist, dass Magensäure und/oder Pepsin zur Entzündung der Speiseröhre führen, sind die genauen Mechanismen noch nicht zu 100 % entschlüsselt. Der in die Speiseröhre gelangte Magenbrei verursacht eine Verletzung bzw. Irritation an der Schleimhaut. Nimmt ein Gewebe Schaden, werden im Körper eine Reihe von Botenstoffen freigesetzt, die das Immunsystem alarmieren und eine Entzündung auslösen. Wie stark diese ausfällt und ob sie einen chronischen Verlauf nimmt, ist zum Teil davon abhängig wieviel entzündungsfördernde Stoffe gebildet werden und wie gut das Immunsystem funktioniert.11

Symptome der Refluxkrankheit

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Symptome in der Übersicht

  • Hauptsymptome sind: Sodbrennen, saures Aufstoßen
  • mögliche weitere Symptome:
    • Schluckstörungen
    • Brennen im Rachen und Husten
    • Übelkeit und Erbrechen
    • Druckgefühl und Schmerzen im Oberbauch
  • Die Symptome treten häufig nach dem Essen, im Liegen oder bei Druckerhöhungen auf.
  • Die Refluxerkrankung kann auch ohne Sodbrennen auftreten.

Die Symptome sind vielfältig und werden individuell sehr unterschiedlich wahrgenommen. Die Hauptsymptome, die von vielen Betroffenen beschrieben werden, sind der brennende Schmerz hinter dem Brustbein, das sogenannte Sodbrennen und das saure Aufstoßen bzw. der saure Geschmack im Mund. Weitere Symptome sind:

  • schmerzhafte Schluckstörungen
  • Brennen im Rachen
  • Räuspern, Reizhusten und Heiserkeit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Druckgefühl oder Schmerzen im Oberbauch

 

Die Beschwerden werden besonders häufig nach üppigem Essen, nach Alkoholkonsum, im Liegen oder bei Druckerhöhung wahrgenommen. Die Schmerzen hinter dem Brustbein können auch durch eine Herzerkrankung verursacht werden. Daher sollten diese Beschwerden ernst genommen und von einem Arzt abgeklärt werden.

Menschen mit einer Refluxerkrankung sind oft erheblich in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt. Bereits vor dem Essen steigt die Sorge, dass die Säure wieder zuschlägt. Das hemmt den Appetit, die Lust am Essen und schlägt sich auf das Wohlbefinden nieder. Laut wissenschaftlicher Untersuchungen ist die Belastung von Betroffenen vergleichbar mit herzkranken Patienten.12

 

Wichtig zu wissen

Nicht jeder Refluxerkrankte hat auch Sodbrennen bzw. nimmt diesen als solchen wahr. Experten sprechen auch vom sogenannten “stillen Reflux”, bei dem häufig Magensaft nicht in flüssiger Form sondern als Gas die Speiseröhre oder die oberen Atemwege erreicht und nicht selten einen chronischen Husten verursacht. Genauso gut kann man sagen: Nicht jeder mit Sodbrennen hat auch die Refluxkrankheit. Sodbrennen ist keine Seltenheit, fast jeder Deutsche hat schon mal das Brennen im Rachen verspürt.

Diagnose und Tests: Refluxkrankheit feststellen

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Diagnose in der Übersicht

  • Grundlage der Reflux-Diagnose bilden eine ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung
  • Zur Bestätigung der Diagnose stehen mehrere Methoden zur Verfügung, es gibt jedoch keine Standardmethode.
  • Die Endoskopie / Spiegelung der Speiseröhre und des Magens erfasst die Veränderungen der Schleimhaut, aber nicht den Reflux.
  • Die Langzeit-pH-Metrie ermittelt die Refluxepisoden, pH-Wert und Symptomwahrnehmung des Patienten, kann aber keine Aussagen über die Schleimhautläsionen machen.
  • Selten kommt zusätzlich eine Druckmessung der Speiseröhre zum Einsatz.

Zunächst wird der Arzt versuchen, über ein ausführliches Anamnesegespräch und eine körperliche Untersuchung, Symptome, Hinweise und Risikofaktoren für die Refluxkrankheit zu ermitteln. Bei Verdacht auf gastroösophageale Refluxkrankheit stehen ihm dann mehrere Möglichkeiten zur Diagnosestellung zur Verfügung, jedoch gibt es keine Standardmethode – somit liegt es immer ein bisschen im Ermessen des Arztes, welche Methode er wählt. 13

 

Endoskopie der Speiseröhre und des Magens

Durch eine Spiegelung (Endoskopie) der Speiseröhre und des Magens können reflux-bedingte Veränderungen der Schleimhaut erfasst werden. Über Gewebeproben können sogar bösartige Tumore diagnostiziert werden. Sinnvoll ist eine Endoskopie bei bereits auftretenden Komplikationen wie Schluckstörungen und Gewichtsverlust oder bei einer bekannten familiären Veranlagung für Speiseröhren- oder Magenkrebs. Bei Reflux-Patienten ohne Schleimhautveränderungen, immerhin fast 50 %, würde mit Endoskopie allein jedoch eine falsch negative Diagnose gestellt werden.

 

Langzeit-ph-Metrie (oder Impedanz-pH-Metrie)

Mit der Langzeit-ph-Metrie über 24 Stunden umgeht man dieses Problem. Über eine Sonde in der Speiseröhre werden alle Bewegungen von der Speiseröhre in den Magen oder zurück sowie der pH-Wert erfasst. Damit können Refluxepisoden genau aufgezeichnet werden. Zusätzlich notiert der Patient die spürbaren Symptome. Aus den ermittelten Werten (Refluxhäufigkeit, pH-Wert und Symptomwahrnehmung) kann eine zielgerichtete Diagnose gestellt werden. Jedoch können keine Aussagen über Art und Umfang der Schleimhautveränderungen getroffen werden.

 

Druckmessung in der Speiseröhre (Ösophagusmanometrie)

In seltenen Fällen kann die Diagnose Refluxkrankheit über eine Ösophagusmanometrie gestellt werden. Dabei werden über Druckmesspunkte hauptsächlich Bewegungsstörungen der Speiseröhre ermittelt.

 

Gut zu wissen: Hat der Hausarzt den Verdacht, dass die Beschwerden durch eine gastroösophageale Refluxerkrankung ausgelöst werden, erfolgt in der Regel die genaue Diagnosestellung beim Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie. Bei unklaren Symptomen im Brustbereich sollte vom Facharzt eine Beteiligung des Herzens ausgeschlossen werden.

Krankheitsverlauf und Prognose

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Krankheitsverlauf in der Übersicht

  • Die Refluxerkrankung verläuft häufig chronisch mit beschwerdefreien Phasen.
  • Sie weist teilweise einen fortschreitenden Verlauf auf. Aber nicht immer führt sie zu sichtbaren Schleimhautveränderungen.
  • Komplikationen können in und außerhalb der Speiseröhre auftreten.
  • In der Speiseröhre treten Entzündungen, Verengungen und Umbildungen auf. Erkrankte mit einem Barrett-Ösophagus tragen ein erhöhtes Risiko für Speiseröhrenkrebs.
  • Außerdem können Mundgeruch, Zahnschädigungen, Kehlkopf- und Lungenentzündungen auftreten.

Die Refluxkrankheit verläuft häufig chronisch, obwohl auch beschwerdefreie Phasen möglich sind. Bisher gibt es nur sehr wenige wissenschaftliche Studien zum Verlauf der Erkrankung. Noch immer wird diskutiert, ob es sich um eine fortschreitende Erkrankung handelt. Jedoch konnte bei einigen Betroffenen eine Verschlechterung der Schleimhautläsionen und in Einzelfällen auch eine Barrett-Entwicklung beobachtet werden.1

 

ABER: Nicht immer führt eine Refluxerkrankung zu Schleimhautveränderungen. Bei gut 50 % aller Patienten mit Refluxsymptomen ist die Schleimhaut der Speiseröhre nicht betroffen.

 

Eine unbehandelte Refluxkrankheit kann zu verschiedenen Komplikationen innerhalb und außerhalb der Speiseröhre führen. Die angegriffene Schleimhaut der Speiseröhre kann sich schlechter gegen eine bakterielle Besiedlung zur Wehr setzen. Das fördert Entzündungen, Verengungen und Umbildungen der Schleimhaut. Nicht selten klagen Betroffene über Mundgeruch. Bei enormem Säurerückfluss können auch die Zähne in Mitleidenschaft gezogen werden – Zahnschmelzdefekte oder Karies können dann häufiger auftreten. Es ist auch möglich, dass ein Teil des zurückfließenden Magensaftes in die oberen Atemwege gelangt und dort zu Heiserkeit, Reizhusten, Kehlkopfentzündungen oder Lungenentzündung führt.

Die gastroösophageale Refluxkrankheit ist ein Risikofaktor für bestimmte Krebserkrankungen der Speiseröhre, da es bei massiver Schädigung der Schleimhaut im Laufe der Jahre zu Umbauprozessen kommen kann. Ein Barrett-Ösophagus entsteht, der bei etwa 1 % der Refluxerkrankten zur Krebsdiagnose führt. Aber auch die Einengung der Speiseröhre durch Narbengewebe ist möglich. Das Schlucken wird dadurch deutlich erschwert.

Ernährung bei der Refluxkrankheit

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Ernährung in der Übersicht

Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen.

Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt. Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.

Ein gesunder Lebensstil (Normalgewicht, kein Nikotin, moderate Bewegung von 30 min pro Tag, wenig Kaffee, zuckerhaltige Lebensmittel und rotes Fleisch) kann das Risiko für eine gastroösophageale Refluxerkrankung deutlich senken.

Hilfreiche Ernährungstipps und Verhaltensweisen bei gastroösophagealem Reflux:

  • vor dem Schlafen mindestens 3-4 Stunden nichts essen
  • kleine regelmäßige Mahlzeiten
  • Zeit und Ruhe beim Essen
  • alkohol- und kohlensäurefreie Getränke wie stilles Wasser und Kräutertees
  • eiweißbetonte, kohlenhydratarme Ernährung mit wenig Süßigkeiten
  • fette und scharfe Lebensmittel meiden
  • säurearme Lebensmittel bevorzugen

Prinzipien einer gesunden Ernährung

Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen. Sie fördert chronische Entzündungen, die Arterien verkalken lässt, unseren Darm und unser Immunsystem schwächt, unsere Psyche negativ beeinflusst und letztlich Zellstress entstehen lässt. Wie im Kapitel Ursachen ausführlich dargestellt, spielen entzündliche Prozesse auch bei der Refluxkrankheit eine Rolle. Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen bei gastroösophagealem Reflux in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:

  • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
  • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
  • Sie schützen sich präventiv vor weiteren Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Refluxkrankheit
  • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

 

Probleme der heutigen Ernährung

Obwohl in Deutschland kein Mangel an Nahrungsmittelvielfalt herrscht, wird eine naturbelassene Ernährung mit vielen qualitativ hochwertigen und unverarbeiteten Produkten immer seltener. Volle Arbeitstage, Alltagsstress, keine Zeit zu kochen und auch der Mangel an Wissen und Fähigkeiten führen zunehmend zu einer ungesunden Ernährung.

 

Fertigprodukte statt frisch kochen: Western Diet

Diese Art der Ernährung wird oft unter dem Begriff Western Diet zusammengefasst, weil sie vor allem in den westlichen Industrieländern weit verbreitet ist und sich zunehmend auch in Ländern mit traditionell gesunder Ernährung ausbreitet – mit gravierenden Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung.

 

Merkmale der Western Diet

hochkalorisch, zuckerreich, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren, salzreich, viele Konservierungsstoffe und hochverarbeitete Produkte (Fastfood, Fertigprodukte, „Junkfood“) – dagegen wenig frisches Obst und Gemüse, keine hochwertigen Pflanzenöle, wenig komplexe Kohlenhydrate, wenige Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe

Nährstoffzufuhr aus dem Gleichgewicht

Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen. Unsere Lebensmittel setzen sich zum einen aus Makronährstoffen zusammen, die uns Energie und Baumaterial liefern: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.

Auf der anderen Seite enthalten Lebensmittel auch unzählige Mikronährstoffe, die das Umsetzen der Makronährstoffe im Stoffwechsel erst möglich machen: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Fettsäuren, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe.

Ungesund wird eine Ernährung dann, wenn die einzelnen Gruppen nicht mehr im Gleichgewicht zueinander stehen. Arbeit findet z. B. heute sehr oft als sitzende Tätigkeit am Schreibtisch statt, wo kaum Kalorien verbrannt werden – jedoch dominieren Kohlenhydrate nach wie vor zu einem großen Anteil unsere tägliche Ernährung, was die Entwicklung einer chronischen Entzündung besonders fördert – das ständige Zuviel.

 

Anti-entzündliche Ernährung: Profitieren Sie auf allen Ebenen

Erst beeinträchtigende Symptome wie Sodbrennen oder gravierende Erkrankungen wie die Refluxkrankheit lassen uns aufhorchen und führen oft zu einem Wendepunkt im Leben: Lassen Sie es gar nicht erst so weit kommen!

Sich gesund zu ernähren heißt nicht sich selbst zu kasteien, zu verzichten oder strikte Pläne einzuhalten. Es bedeutet Neues kennenzulernen, alte Wege zu verlassen und sich jeden Tag fitter, gesünder und leistungsfähiger zu fühlen statt immer müde, abgeschlagen und energielos. Sie können dabei Schritt für Schritt etwas an Ihrer Ernährung ändern, statt zu versuchen, von heute auf morgen alles auf den Kopf zu stellen. Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt.

 

Was ist antientzündliche Ernährung?

Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Eine pro-entzündliche Ernährung ist einer der Hauptauslöser für eine chronisch-schwelende Entzündung in unserem Körper, die stille Entzündung (silent inflammation).

Die folgende Tabelle stellt Ihnen wichtige anti- und pro-entzündliche Nahrungsmittelgruppen vor:

Anti-entzündliche Nahrungsmittel und pro-entzündliche Nahrungsmittel

 

PRO Anti-entzündliche Ernährung (mediterrane Diät)KONTRA
Pro-entzündliche Ernährung („Westliche“ Diät)
Olivenöl, Walnussöl, Leinöl, Hanfölfrittierte Lebensmittel, Margarine, Sonnenblumenöl, Schweineschmalz, Sojaöl, Maiskernöl
Obst (zuckerarme Sorten bevorzugen: Beeren, Zitrusfrüchtw, Äpfel
Gemüse (mindestens „5 am Tag“: grüne Blattgemüse, Brokkoli, Spinat, Kohlsorten, Topinambur, alle Salate, Wildkräuter
Fast Food, Fertigprodukte, Süßigkeiten, industriell gefertigte Snacks
Vollkornprodukte: Getreideprodukte aus dem vollen Korn inklusive aller BallaststoffeProdukte aus Auszugsmehlen („Weiß“), Weizen
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu, Eier: moderater Konsum (mind. Bio-Freiland-HaltungWurstwaren, viele Milchprodukte
fetter Seefisch: Lachs, Makrele, SardinenSchweinefleisch
frische Kräuter, antientzündliche Gewürze wie Chilli, Kurkuma, Ingwer
Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Meerettich
sehr salzreich
Getränke und Tee: Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, grüner TeeSoftdrinks, häufiger Alkoholkonsum Milchmixgetränke
Nüsse und Saaten: Walnüsse, Leinsamen, Pinienkerne, Kürbiskerne, MacadamianüsseErdnüsse, gesalzene und aromatisierte „Knabbernüsse“
Probiotika: Kefir, Joghurt, milchsauer eingelegte Gemüse, Misopaste

Weitere Eckpunkte einer gesunden Ernährung sind:

  • Flexitarismus: Insgesamt sollte Ihre Ernährung vorwiegend pflanzenbasiert ausgerichtet sein – Fleisch, Fisch und Milchprodukte sind in Maßen zu genießen, dafür in hochwertiger Qualität.
  • Mittelmeer-Diät: Gute Orientierung bei einer anti-entzündlichen Ernährung bietet die mediterrane Ernährung – Menschen, die sich traditionell nach der Mittelmeerdiät ernähren, leiden seltener unter der chronischen Entzündung und deren Folgen, z. B. weniger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Regional und saisonal: Produkte aus der Region, die keinen weiten Anreiseweg hatten, sind frischer und oft nährstoffreicher. Viele Superfoods haben einheimische „Verwandte“ wie z. B. Leinsamen (statt Chiasamen) oder Hagebutten (statt Goji-Beeren).
  • Gesunde Fette: Fett reduzieren ist passé, viel wichtiger, ist die richtigen Fette aufzunehmen: Die optimalen Quellen sind kaltgepresste, hochwertige Öle. Dabei sollte der Anteil der Omega-3-Fettsäuren möglichst hoch sein, da sie im Gegensatz zu den Omega-6-Fettsäuren entzündungs- und schmerzhemmend wirken.
  • Kohlenhydrate reduzieren: Essen Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate, also weniger weißes Brot, weniger weiße Nudeln und Reis. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Botenstoffe.
  • Vegetarismus und Veganismus sind Ernährungsformen, die sehr gesund und ausgewogen sein können, aber nicht automatisch sind: Wenn viele oben genannte Nahrungsmittel integriert werden und auf ausreichend Mikronährstoffzufuhr geachtet wird. Auch der vegane Trend hat viele Fertigprodukte auf den Markt gebracht, die oft mit einer gesunden Ernährung nichts mehr gemeinsam haben. Achten Sie also weniger auf ein „Label“, sondern auf Ausgewogenheit.
  • Achtsamkeit beim Essen: Genuss, Freude und Langsamkeit gehören zu einer gesunden Ernährung genauso wie hochwertige Nahrungsmittel.
  • Fastenperioden: Intervallfasten oder Buchinger-Fasten können sinnvoll sein für einen Neustart oder ein jährliches Ritual, hier müssen Sie selbst abwägen, ob und in welcher Häufigkeit es zu Ihnen passt.
  • In Bewegung bleiben: Zu einer gesunden Ernährung gehört Bewegung – neben vielen anderen positiven Effekten, wirkt die Verdauung angeregt und die Darmpassage gefördert.

So sollte Ihr Teller aussehen

Mit dieser Telleraufteilung versorgen Sie Ihren Organismus optimal mit wichtigen Mikronährstoffen und ausreichend Energie-Lieferanten (Fette, Kohlenhydrate und Eiweiß). Achten Sie also darauf nicht nur Beilagen und Fleisch/ Fisch zu sich zu nehmen, sondern variieren Sie vor allem mit verschiedenen Gemüse- und Obstkombinationen. So gehen Sie Übergewicht aus dem Weg und vermeiden Speisen mit zu hohen Kalorienwerten.

 

Spezielle Ernährungstipps bei gastroösophagealer Refluxkrankheit

Ernährungsempfehlungen für Refluxgeplagte zielen besonders darauf ab die Magensäureproduktion zu stabilisieren, die Muskelspannung des Schließmuskels zu verbessern und weitere Verdauungsprobleme wie Völlegefühl, Verstopfung und Blähungen zu verhindern.

 

Neueste Studien belegen, dass ein gesunder Lebensstil (Normalgewicht, kein Nikotin, moderate Bewegung von 30 min pro Tag, wenig Kaffee, zuckerhaltige Lebensmittel und rotes Fleisch) das Risiko für eine gastroösophageale Refluxerkrankung um 50 % mindert.14 Welche Lebensmittel und Verhaltensweisen Symptome auslösen bzw. verstärken, ist mitunter von Patient zu Patient verschieden. Dennoch zeigen verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen und Erfahrungsberichte, dass durch das Weglassen bestimmter Lebensmittel die Refluxepisoden deutlich seltener auftreten und so den Betroffenen wieder mehr Lebensqualität geschenkt wird.15

 

Folgende Empfehlungen können bei der Refluxkrankheit helfen:

  • Essenspausen vor dem Schlafen

Die letzte Mahlzeit des Tages sollte mindestens 3-4 Stunden vor dem Schlafen eingenommen werden und sollte nicht zu groß sein. Nach dem Mittagessen ist es besser einen Spaziergang zu machen als auf der Couch die Füße hochzulegen.

 

  • Kleine, regelmäßige Mahlzeiten

Kleine, leichte Mahlzeiten in regelmäßigen Abständen sind sehr zu empfehlen. Das entlastet den Magen und dessen Säureproduktion.

 

  • Lassen Sie sich Zeit beim Essen

Gut gekaut, ist schon halb verdaut! Je gründlicher Sie ihre Speisen kauen, desto langsamer essen Sie und desto besser können diese verdaut werden.

 

  • Statt alkoholischer oder kohlensäurehaltiger Getränke lieber stilles Wasser und Kräutertees

Es ist wissenschaftlich belegt, dass Alkohol zu einer höheren Säureproduktion führt, die den Schließmuskel schwächt.16 Darüber hinaus werden beim Abbau von Alkohol wichtige Nährstoffe verbraucht oder verstärkt ausgeschieden, wie etwa Magnesium. Ebenso verhält es sich mit Kaffee und säurehaltigen Getränken wie Fruchtsäften und Limonaden.17

 

  • Eiweißbetonte, kohlenhydratarme Ernährung mit wenig Süßigkeiten

Intuitiv greifen Menschen mit Sodbrennen zu kohlenhydratreichen Lebensmitteln, da diese die Magensäure binden sollen. Wissenschaftlich nachgewiesen ist jedoch genau das Gegenteil. Eine Ernährungsweise mit vielen Kohlenhydraten erhöht den Blutzucker sehr stark, was in der Folge zum Erschlaffen des Schließmuskels führt und mehr Refluxanfälle verursacht.18-19 Unnötig viel Zucker steckt häufig in Fertigprodukten: Also lieber häufiger selbst frisch kochen!

Eiweiß hingegen kann den Speiseröhrenschließmuskel wieder stärken. Dieser wichtige Nährstoff steckt nicht nur in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukten, sondern ist auch in Samen, Nüssen und Hülsenfrüchten zu finden. Gerade die klassische mediterrane Ernährungsweise hat sich hier als sehr empfehlenswert erwiesen.20

 

  • Fette und scharfe Lebensmittel meiden

Fettige Speisen und stark angebratenes Fleisch ist gerade bei akuten Beschwerden nicht zu empfehlen. Mit Chili, Pfeffer und Co. sollte etwas sparsamer gewürzt werden. Gute Alternativen sind getrocknete, tiefgefrorene oder frische Kräuter.

 

  • Säurearme Lebensmittel verwenden

Zitrusfrüchte und Tomaten bereiten manchen Betroffenen Probleme, während säurearme Lebensmittel wie Bananen und Erdbeeren besser vertragen werden.

Therapie und Prävention

Jede Behandlung enthält präventive Aspekte und jede Prävention wirkt auch als Therapie. Die Grundpfeiler jeder Vorbeugung und Therapie basieren auf unserem Lebensstil: Wie ernähren Sie sich? Ist Ihr Organismus ausreichend mit Mikronährstoffen versorgt? Wieviel Bewegung ist in Ihren Alltag integriert? Rauchen Sie und wieviel Alkohol konsumieren Sie? Bestimmt Stress Ihr ganzes Leben? Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, können sich diese Basispfeiler positiv auf Ihre Gesundheit auswirken, aber auch jahrelange Risikofaktoren für viele Erkrankungen darstellen. In diesem Kapitel werden zahlreiche ganzheitliche Methoden vorgestellt, die Ihre Gesundheit und Lebensqualität stärken können – präventiv und/oder auch als Therapie.

 

In der Therapie der Refluxkrankheit können verschiedenste Behandlungsmöglichkeiten die Symptome lindern und ein Ausheilen der Schleimhautläsionen bewirken, sodass ein weitestgehend beschwerdefreies Leben wieder möglich ist.

Mikronährstoffe

Das-Wichtigste-in-Kürze

Mikronährstoffe in der Übersicht

  • Mikronährstoffe sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen bei der Refluxkrankheit. Besonders wichtig sind
    • muskelrelevante Mikronährstoffe wie Magnesium, Coenzym Q10 und L-Carnitin
    • antioxidativ-wirksame Vitalstoffe wie Vitamin A, C, E und Selen
    • B-Vitamine
    • Vitamin D
    • anti-entzündliche Omega-3-Fettsäuren
    • sekundäre Pflanzenstoffe
  • Einige der typischen Medikamente gegen gastroösophagealen Reflux erhöhen zusätzlich Ihren Mikronährstoffbedarf, da sie die Aufnahme bestimmter Mikronährstoffe hemmen. Dazu zählen: Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink Vitamin C, Vitamin D3, Folsäure und Vitamin B12
  • Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Mikronährstoffbedarf ausreichend über die Ernährung zu decken, können moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischungen sinnvoll sein.
  • Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

Eine wichtige Basis für alle Therapien wird oft bei der Beratung außer Acht gelassen: Eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung. Der Körper muss mit Mikronährstoffen optimal versorgt sein, damit Folgen der Refluxkrankheit abgemildert und Nebenwirkungen der Medikamente reduziert werden können.

 

Mikronährstoffe – was ist das?

Zu den Mikronährstoffen gehören in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die einen wichtigen Teil dazu beitragen, damit unser Organismus funktioniert. Im weiteren Sinne lassen sich auch essentielle Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme hinzuzählen. Makronährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette sind unsere Energielieferanten, während die Mikronährstoffe an Prozessen wie z. B. Blutgerinnung, Immunabwehr und Knochengesundheit beteiligt sind. Einige Mikronährstoffe kann unser Körper selbst herstellen, die meisten jedoch müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

 

Der menschliche Organismus – ein Blick in die Zellen

Der Mensch besteht aus über 70 Billionen Zellen. Diese können alle nur optimal funktionieren, wenn sie mit Vitaminen und Spurenelementen versorgt sind. Es gibt nahezu keinen Stoffwechselschritt, an dem nicht mehrere Mikronährstoffe beteiligt sind. Dazu zählen unter anderem die:

 

  • Aktivierung von Enzymen und Hormonen (Stoffwechselaktivität)
  • Abwehrleistung des Immunsystems (Immunstoffwechsel)
  • Energieproduktion in den Kraftwerken unserer Zellen, den sogenannten Mitochondrien (Energiestoffwechsel)
  • Leistungsfähigkeit des Herzmuskels (Herzkraft und -rhythmus)
  • Kontraktion der Skelettmuskulatur (Muskelkraft und -koordination)
  • Impulsübertragung in und der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen (Nerven- und Gehirnstoffwechsel)

 

Für alle Stoffwechselreaktionen im Körper sind Enzyme notwendig, sie wirken wie ein Katalysator. Enzyme können ihren Aufgaben jedoch nur mithilfe von Mikronährstoffen nachkommen. Je besser der Körper mit Nährstoffen versorgt ist, desto besser funktioniert der gesamte Organismus. Ein Mikronährstoffmangel kann sich also negativ auf den Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken. Um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihre weiteren Therapien zu unterstützen, sollten Sie also auf Ihren Mikronährstoffhaushalt achten.

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen?

Egal ob Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder die Antibabypille. Schon ein einzelnes Medikament kann unsere optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ungünstig beeinflussen. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto intensiver wird in den Mikronährstoffhaushalt eingegriffen, was Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinander sowie das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht. Hierdurch kann nicht nur die Wirkung des Medikaments negativ beeinflusst werden, sondern auch die Funktion der Mikronährstoffe.

Achtung bei Einnahme von Medikamenten gegen die Refluxkrankheit

Durch die Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren und Antazida wird die Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen wie Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink Vitamin C, Vitamin D3, Folsäure und Vitamin B12 unterdrückt. Dies kann sich negativ auf den Knochenstoffwechsel auswirken und Folgeerkrankungen auslösen. Daher sollte bei einer längeren medikamentösen Therapie auf eine ausreichende Versorgung dieser Mikronährstoffe geachtet werden.13,21-22

Welche Lebensphasen führen noch zu einem erhöhten Mikronährstoff-Bedarf?

Aber nicht nur die regelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einem erhöhten Mikronährstoffbedarf. Es gibt bestimmte Lebensphasen und Umstände, die ein erhöhtes Risiko für einen Nährstoffmangel aufweisen:

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • ältere Menschen
  • Menschen mit Magen-Darm-Störungen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen

 

Diesen erhöhten Bedarf zu decken, ist nicht immer einfach. Trotz des reichhaltigen Angebotes an verschiedenen Lebensmitteln verringern verschiedene Faktoren den Mikronährstoffgehalt in Lebensmitteln:

  • nicht ausgereiftes Obst und Gemüse
  • größere Erträge in der Landwirtschaft
  • Einsatz von Pestiziden

 

Es ist wichtig, die Ernährung mit einer breiten und möglichst natürlichen Basis an allen Vitaminen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu optimieren.

 

Mikronährstoffkonzentrat als Grundlage

Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

 

Das Angebot an Mikronährstoffpräparaten ist groß und unübersichtlich. Entscheidend beim präventiven Ansatz ist die natürliche Vielfalt. Das ideale Mikronährstoffpräparat ist auf natürlicher Basis produziert, enthält neben allen klassischen Mikronährstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme, ist flüssig, glutenfrei und vegan. Die Bioverfügbarkeit sollte wissenschaftlich belegt sein und es sollten keine künstlichen Aroma- oder Konservierungsstoffe enthalten.

 

Mikronährstoffkonzentrate Testsieger

 

Testsieger

LaVita Mikronährstoffkonzentrat

LaVita Mikronährstoffkonzentrat 500ml

  • wissenschaftlich fundiertes Naturprodukt auf pflanzlicher Basis
  • alle wichtigen Vitamine und Spurenelemente enthalten
  • ganzheitliche Optimierung der täglichen Ernährung
  • ohne Konservierungs- und anderen Zusatzstoffen

Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

 

Mikronährstoffe bei ösophagealen Reflux

Mit Hilfe eines Mikronährstoffkonzentrats wird der Körper ausreichend mit allen wichtigen Mikronährstoffen versorgt, die sich positiv auf die Refluxkrankheit auswirken können oder den Körper dabei unterstützen wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Außerdem können sie einem medikamentenbedingten Mangel bestimmter Mikronährstoffe vorbeugen.

Folgende Mikronährstoffe können unterstützend in der Therapie und Prävention der Refluxerkrankung eingesetzt werden:

 

Muskelrelevante Mikronährstoffe Magnesium, Coenzym Q10 und L-Carnitin

Damit der Schließmuskel seiner Arbeit auch nachkommen kann, muss er ausreichend mit Mikronährstoffen zur Energiegewinnung und Reizübertragung versorgt sein. Magnesium, Coenzym Q10 und L-Carnitin übernehmen in diesen Aufgaben eine Schlüsselrolle. In wissenschaftlichen Studien zeigten Menschen mit  einer hohen Aufnahme von Magnesium ein verringertes Risiko für die Refluxerkrankung und Barrett-Ösophagus.25

 

Antioxidativ-wirksame Mikronährstoffe wie Vitamin A, C, E und Selen

Untersuchungen an Patienten mit Reflux lassen vermuten, dass eine ausreichende Versorgung mit Antioxidantien wichtig ist, um einer Erkrankung präventiv vorzubeugen und das Fortschreiten der Erkrankung zu unterbinden.23-24 Vitamin A, C und E sind effektive Antioxidantien, die unsere Schleimhaut vor oxidativen Schäden schützen. Eine gute Vitamin C Versorgung ist sogar assoziiert mit einem geringeren Risiko für gastroösophagealen Reflux.26

 

B-Vitamine

Der sogenannte Vitamin B-Komplex, der aus acht wasserlöslichen Vitaminen gebildet wird, zählt zu den vielseitigsten Vitamingruppen. Da die B-Vitamine eine wichtige Rolle im Nervensystem bei der Erregungsleitung, der Regeneration und der Neubildung spielen, sind sie an der Verbesserung der nervlichen Belastbarkeit und der Konzentrationsfähigkeit beteiligt und wirken unterstützend bei Stress und Erschöpfung.

 

Vitamin D

Vitamin D ist generell sehr wichtig für unsere Gesundheit und kann uns auch bei der Prävention und Behandlung von Reflux nützlich sein. Es hilft Krankheitserreger abzuwehren, stärkt das Immunsystem und hilft Entzündungsprozesse zu beenden.

Kritische Mikronährstoffe bei Refluxtherapie mit Medikamenten

Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink, Vitamin C, Vitamin D3, Folsäure und Vitamin B12 werden nachweislich in ihrer Aufnahme durch Protonenpumpeninhibitoren gehemmt. Werden diese Medikamente langfristig eingenommen und die fehlenden Mikronährstoffe nicht ausgeglichen, steigt das Risiko für Osteoporose, Demenz und Nierenerkrankungen, insbesondere bei älteren Menschen und Typ-2-Diabetikern.13,21-22

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren sind dafür bekannt, entzündliche Prozesse im Körper zu mindern, daher sehen Experten sie auch als alternative Behandlungsoption für entzündete Schleimhäute. Menschen mit einer guten Versorgung mit diesen entzündungshemmenden Fettsäuren zeigen ein deutlich geringeres Risiko für das Auftreten eines Barrett-Ösophagus.27 Gute Omega-3-Quellen sind Leinöl, Hanfsamenöl oder fetter Seefisch.

 

Sekundäre Pflanzenstoffe

Pflanzliche Lebensmittel enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, die antientzündlich, antibakteriell und antiviral wirken können. Sie beinhalten chemisch sehr unterschiedliche Strukturen, die der Pflanze zur Abwehr, als Farb- oder Duftstoff oder als Hormon dienen. Die weiter unten beschriebenen refluxhemmenden Bitterstoffe gehören auch dazu. Über die genauen Wirkungen im menschlichen Körper wurde in den letzten Jahren viel geforscht, auch positive Effekte auf die Refluxerkrankung wurden beschrieben.28 Außerdem können die Auswirkungen einer Helicobacter pylori-Infektion mit sekundären Pflanzenstoffen aus Brokkoli gemildert werden.29

Lebensstil

Das-Wichtigste-in-Kürze

Lebensstil in der Übersicht

  • ausreichend Schlaf mit erhöhter Liegeposition erschwert den Rückfluss und fördert einen erholsamen Schlaf
  • Bauchatmung sowie Sport und Bewegung zur Kräftigung, Gewichtsreduktion und zum Stressabbau
  • weitere Methoden zur Stressbewältigung: Entspannungstechniken
  • refluxfördernde Genussmittel meiden
  • Medikamenteneinnahme beachten
  • bequeme statt einengende Kleidung

Ausreichend Schlaf mit erhöhter Liegeposition

Im Schlaf erholt und regeneriert sich der Körper, die Zellerneuerung läuft auf Hochtouren, der Geist kommt zur Ruhe, und wir verarbeiten die Erlebnisse des Tages. Ein chronischer Schlafmangel verursacht im Körper ähnliche Beschwerden wie langanhaltender Stress, da der Körper vermehrt Stresshormone ausschüttet. Ausreichend Schlaf hat daher auch wesentlich Einfluss auf die Empfindlichkeit der Schleimhaut. Darüber hinaus erschwert das Schlafen auf der linken Seite oder in erhöhter Position das Rückfließen des Magensaftes in der Nacht.

 


Das HTM-Team empfiehlt

Einfach genug schlafen? Wenn das so einfach wäre. Unterstützung können aber Präparate bieten, welche natürliche Quellen für Melatonin enthalten – das Schlafhormon unseres Körpers. Besonders hilfreich ist die Kombination aus Tryptophan, 5-HTP, pflanzlichen Melatoninquellen und Magnesium. Tryptophan ist eine essenzielle Aminosäure, die bei Bedarf in 5-HTP umgewandelt werden kann. 5-HTP wiederum erhöht das Serotonin, um den gesunden Schlafzyklus zu regulieren. Die Montmorency-Kirsche sowie Traubenschalen bieten beispielhaft eine natürliche Quelle für Melatonin. Magnesium hingegen kann die Ausschüttung von Stresshormonen verringern.

Zur Unterstützung von gesundem Schlaf und zur Regeneration:

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Stressbewältigung, Entspannung und Bauchatmung

Entspannung und Stressbewältigung sind zwei wichtige Therapiebausteine, denn: Stress schlägt auf den Magen. Gerade in der heutigen Zeit ist es nicht immer möglich tagtäglich dem Stress aus dem Weg zu gehen, aber versuchen Sie durch Entspannung, Pausen und Bewegung diesem weitestgehend vorzubeugen.

Hilfreich sind beispielsweise fest eingeplante Termine im Kalender, die der eigenen Regeneration dienen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der „Termin“ mit einem Hobby, einen ausgedehnten Spaziergang, Treffen mit Freunden oder einfach dem Nichtstun gefüllt wird. Alles was dem eigenen Wohlbefinden dient, ist richtig. Entspannungstechniken wie Achtsamkeitstraining, Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung können wahre Wunder bewirken – nicht nur beim Abbau von Stress, sondern auch bei der Linderung von Refluxbeschwerden. Denn gezielte Übungen zur Bauchatmung können die Speiseröhrenmündung und das Zwerchfell trainieren und so die natürliche Refluxbarriere kräftigen.

Ebenso empfehlenswert sind kleine Alltagsrituale, die uns am besten mehrmals täglich aus dem Hamsterrad aussteigen lassen. Beispiele hierzu sind die morgendliche Dusche mit der Lieblingsseife, die Viertelstunde am Nachmittag, die ausschließlich einer Tasse Tee gewidmet wird, während die Kinder oder das Handy Pause haben, die Runde um den Block bei jedem Wetter oder mehrmals am Tag kurze Pausen, in denen alles liegen bleibt und wir uns ausgiebig strecken und dehnen, mehrere Male tief atmen und erst dann wieder die nächste Aufgabe in Angriff nehmen.

 


Das HTM-Team empfiehlt

Vielleicht finden Sie in diesem Buch ein paar Anregungen:


 

Regelmäßige Bewegung und Sport

Sport und Bewegung fördern die körperliche sowie geistige Gesundheit und spielen eine wichtige Rolle bei der Prävention und Behandlung von verschiedensten Krankheiten. Die Betonung liegt dabei auf „regelmäßig“, denn für unseren Körper ist immer wieder ein wenig Bewegung viel gesünder, als lange nichts zu tun und sich dann bis zur Erschöpfung zu verausgaben.

Im Zusammenhang mit der Refluxerkrankung können Sport und Bewegung gleich dreifach wirken: Die Magen- und Darmtätigkeit wird angeregt, Stress wird abgebaut und überflüssige Kalorien werden verbraucht.

 

Refluxfördernde Genussmittel meiden

Dass Nikotin und Alkohol schädlich für die Gesundheit sind und überall im Körper Schäden anrichten können, ist weitreichend bekannt. Sie wirken sich auch nachweislich negativ auf die Reflux-Erkrankung aus – also möglichst die Finger davon lassen!17 Hinzu kommt, dass Alkohol einerseits die Aufnahme wichtiger Vitamine und Spurenelemente erschwert und andererseits beim Abbau des Alkohols in der Leber wichtige Mikronährstoffe verbraucht, die dem Körper an anderer Stelle fehlen.

 

Medikamenteneinnahme beachten

Bestimmte Medikamente können den Rückfluss der Magensäure verstärken.30 Sollten Sie verstärkt Refluxepisoden nach Medikamenteneinnahme beobachten, ist ein Gespräch mit dem Arzt über mögliche Alternativen sinnvoll.

 

Bequeme statt einengende Kleidung

Gerade Menschen, die viel am Schreibtisch sitzen, sollten auf bequeme Kleidung achten, um nicht den Druck im Bauchraum zu erhöhen. Natürlich wird dadurch auch das Wohlbefinden gesteigert.

 

Kleiner Tipp zum Schluss

Wer zur Mund- und Zahnpflege gerne zuckerfreie Kaugummis verwendet, kann auch bei Refluxbeschwerden gerne zugreifen. Sie fördern die Speichelbildung und tragen zur Neutralisierung des sauren Rückflusses bei.

Konventionelle Therapie

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Konventionelle Therapie in der Übersicht

  • Die konventionelle Therapie setzt sich zusammen aus: allgemeinen Maßnahmen (Ernährungsumstellung, Gewichtsreduktion, Schlafposition), medikamentösen und operativen Therapiemaßnahmen.
  • Protonenpumpeninhibitoren, H2-Rezeptorblocker und Antazida kommen als Medikamente zum Einsatz.
  • Stellt sich kein Erfolg ein, kann eine Operation in Erwägung gezogen werden.
  • Klassische Verfahren nutzen eine Magenmanschette oder ein Magnetband, um den Schließmuskel mechanisch zu unterstützen.
  • Neuere Verfahren setzen auf Elektrostimulation des Schließmuskels.

In der konventionellen Therapie gibt es nicht-medikamentöse, medikamentöse als auch operative Ansätze. In der nicht-medikamentösen Basistherapie werden allgemeine Lebensstiländerungen wie Gewichtsreduktion und eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung empfohlen, ebenso ein Verzicht auf Alkohol und Rauchen.

 

Medikamentöse Therapiemöglichkeiten:

In der konservativen Therapie werden vorrangig Medikamente eingesetzt, die die Säurebildung blockieren oder neutralisieren. Die Medikamentengruppe, die am häufigsten verschrieben wird, sind Protonenpumpeninhibitoren, kurz PPI.

Wie der Name schon sagt, hemmen die Mittel die Protonenpumpen in den Drüsenzellen in einem beträchtlichen Umfang, sodass deutlich weniger Protonen zur Magensäurebildung in den Magen abgeben werden. Bei kurzfristiger Einnahme treten nur vereinzelt Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Verdauungsprobleme auf. Langfristige Risiken sind jedoch deutlich kritischer zu bewerten. Durch die geringere Magensäure steigt die Gefahr von bakteriellen Infektionen.31 Des Weiteren mindern PPI die Aufnahme verschiedener Mikronährstoffe und können somit Mangelzustände und weitere Erkrankungen wie Osteoporose verursachen.13,21-22

 

Eine hemmende Wirkung haben ebenfalls H2-Rezeptorblocker. Sie blockieren Rezeptoren, die an der Magensäureproduktion beteiligt sind. Je nach Dosierung wird so die Magensäure deutlich heruntergefahren. Wie die Protonenpumpenhemmer können sie verschiedene Nebenwirkungen verursachen und bekämpfen nicht die Ursache des Problems.13

 

Eine weitere Gruppe von Medikamenten, sogenannte Antazida, führt zu einer Besserung der Symptome durch Neutralisierung der überschüssigen Magensäure. Das unterbindet Reizungen der Schleimhaut und hilft bei der Heilung.

 

Das Problem bei der medikamentösen Therapie: Die Magensäure ist nur ein Teilaspekt bei der Entstehung der Erkrankung. Die Schwäche in der Schließmuskulatur ist häufig das größere Problem, und das wird mit vorhandenen Präparaten nicht behandelt.

 

Operative Therapiemöglichkeiten:

Führen die eingesetzten Medikamente nicht zu einer langfristigen Besserung, kann eine Operation notwendig werden. Bei den chirurgischen Maßnahmen steht die Unterstützung des Schließmuskels beim Übergang in den Magen im Vordergrund. Dabei gibt es verschiedene Operationstechniken:

  • Magenmanschette (Fundoplicatio) oder Magnetring um die untere Speiseröhre
  • Elektrostimulation – “Herzschrittmacher” für den Schließmuskel
  • Beseitigung eines Zwerchfellbruchs durch Verschluss der Bruchlücke

 

Bei der Magenmanschette wird der untere Bereich der Speiseröhre mit dem oberen Teil des Magens “umwickelt” – das unterstützt den Speiseröhrenschließmuskel und verhindert das Zurückfließen des Speisebreis. Durch einen Magnetring um den Mageneingang bekommt man ein ähnliches Ergebnis. Sollte ein Zwerchfellbruch bestehen, kann dieser zusätzlich behoben werden. Die Magenmanschette ist das gängigste operative Verfahren, jedoch kann auch durch eine Elektrostimulation Besserung erzielt werden. In einer Operation werden Elektroden an den Schließmuskel angebracht, die wie ein Herzschrittmacher fungieren. Durch die elektrische Stimulierung wird der geschwächte Muskel angeregt und kann seiner Funktion als Anti-Reflux-Ventil wieder nachkommen.

Doch auch jede Operation birgt Risiken und Nebenwirkungen. Blähungen, Aufstoßen und Schluckbeschwerden können durch eine Anti-Reflux-OP auftreten, schwerwiegende Komplikationen wie Blutungen und Organverletzungen sind zum Glück selten.32

Ganzheitliche Therapie

Das-Wichtigste-in-Kürze

Ganzheitliche Therapie in der Übersicht

  • In der ganzheitlichen Therapie können verschiedene Behandlungsoptionen in Erwägung gezogen werden:
    • Phytotherapie mit verschiedenen Heilpflanzen
    • Osteopathie
    • Heilerde
    • verschiedene Hausmittel wie Kohl- oder Kartoffelsaftkuren
    • Darmsanierung
    • Akupunktur
    • Schüssler-Salze
    • Basenbäder
    • homöopathische Komplexmittel

In der ganzheitlichen Reflux-Therapie kann auf eine Vielzahl von alternativen Möglichkeiten zurückgegriffen werden, um die Beschwerden zu verbessern.

 

Phytotherapie mit Heilpflanzen

Die Natur hat vieles zu bieten, auch bei der Behandlung von Sodbrennen und Refluxbeschwerden. Hier eine kleine Auswahl an wirksamen Heilkräutern:

  • Kamille und Melisse: Beide Heilkräuter wirken beruhigend, entzündungshemmend und schleimhautschützend. Darüber hinaus reguliert Kamille die Säurebildung im Magen. Aber Achtung: Tee mit Pfefferminze scheint sich eher negativ auszuwirken.33
  • Myrrhe: Myrrhe-Harz gehört zusammen mit der Kamille zu den wichtigsten Heilarzneien fürs Magen-Darmsystem. Es wirkt entzündungshemmend und fördert die Wundheilung.

 


Das HTM-Team empfiehlt

Leiden Sie an Magen-Darm-Beschwerden oder einem Reizdarm? Unterstützend kann ein pflanzliches Arzneimittel wirken, welches mit den Inhaltsstoffen aus Myrrhe, Kamille und Kaffeekohle Linderung verschaffen kann. Während Myrrhe krampflösend, entzündungshemmend und darmwandstabilisierend wirkt, hat die Kamille einen antibakteriellen und wundheilenden Effekt. Kaffeekohle wiederum unterstützt den Organismus bei der Entgiftung. In Kombination können die einzelnen Wirkstoffe ihr volles Potenzial aufzeigen. 

Hier unser Tipp für ein gutes Kombinationspräparat:


 

  • Indische Stachelbeere (Amla): Die indische Stachelbeere ist eine orientalische Heilpflanze, die historisch häufig bei Reflux und Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt wurde. In einer Interventionsstudie mit Refluxpatienten konnte diese Wirkung bestätigt werden.34
  • Süßholz-/Lakritzwurzel: Extrakte dieser Pflanze schützen die Schleimhaut und regulieren die Säureabgabe. Aufgrund seiner natürlichen Süße ist sie eine ausgezeichnete Zutat für Kräutertees.
  • Kräuter mit Bitterstoffen: Bitter schmeckende Kräuter wie Enzian, echtes Tausendgüldenkraut, die bittere Schleifenblume und Löwenzahn wirken sich positiv auf die Verdauung und die Magensaftbildung aus.28 Tinkturen aus gelbem Enzian wirken zusätzlich aktivierend auf die Speichelproduktion. Es eignet sich gut als Akutmittel bei schwer verdaulichen Speisen. Wie die Kamille schützt die bittere Schleifenblume die Schleimhaut unseres Verdauungssystems und verhindert eine übersteigerte Säureproduktion. Es müssen jedoch nicht immer nur Kräuter sein – auch bitter schmeckende Salate wie Radicchio oder Chicorée helfen bei Völlegefühl und Sodbrennen.

 

Gut zu wissen

Auf dem Markt gibt es auch Kombinationen verschiedener Heilmittel in einem Präparat. Myrrhinil-Intest kombiniert Kamille und Myrrhe mit Kaffeekohle. Diese Bestandteile hemmen die Entzündungsneigung und unterstützen die Heilung der Schleimhaut.35-36 Iberogast classic oder advance enthalten unterschiedliche Heilpflanzenextrakte, unter anderem Kamille, bittere Schleifenblume und Süßholzwurzel, die in klinischen Studien eine entzündungshemmende und schleimhautschützende Wirkung hatten.37-38

Osteopathie

Auf den Speiseröhrenschließmuskel und das Zwerchfell ausgerichtete viszerale manuelle Therapie kann ebenfalls zur einer Verbesserung des Säurereflux führen. Dies konnte bereits in einer wissenschaftlichen Interventionsstudie bestätigt werden.39

 

Heilerde

Heilerde bindet Magensäure und ist daher eine natürliche Alternative zu den klassischen Reflux-Medikamenten. In Forschungsstudien waren 80 % der Patienten sehr zufrieden mit der schnellen Wirkung und der verbesserten Lebensqualität. Nebenwirkungen wurden keine beobachtet.40

 


Das HTM-Team empfiehlt

Das feine Pulver ist sowohl für den innerlichen als auch äußerlichen Gebrauch zu verwenden. Bestehend aus Mineralien und Spurenelementen hat das Naturheilmittel aufgrund seines hohen Feinheitsgrades eine große Oberfläche, wodurch überschüssige Säure im Körper effektiv gebunden werden kann. Schädliche Stoffwechselprodukte und Gifte von Bakterien werden ähnlich wie bei medizinischer Kohle absorbiert. Zudem kann die Heilerde als Katalysator freie Radikale abbauen und damit oxidativen Stress vorbeugen.

Hier unsere Produktempfehlung zu Heilerde:


 

Hausmittel

Gegen Sodbrennen und Refluxbeschwerden sind auch einige Hausmittel bekannt, die den Magen beruhigen und die Schleimhaut schützen.

Roher Kartoffelsaft ist ein natürliche Säureblocker, da die enthaltenen Schleimstoffe sich auf die Schleimhaut legen und diese vor der Säure abschirmen.

Dass sich die Beschwerden und die Lebensqualität durch eine Kartoffelsaftkur bessern, konnte bereits in einer wissenschaftlichen Studie aus Deutschland nachgewiesen werden.41 Lebensmittel, die ebenfalls viele Schleimstoffe enthalten, sind Haferflocken oder Leinsamen. Der morgendliche Haferbrei ohne Milch und Zucker kann daher ebenfalls sehr wohltuend für die Speiseröhre und den Magen sein.

Neben Kartoffelsaft ist auch Kohlsaft hervorragend geeignet. Er enthält Methylmethionin, das eine entzündungshemmende Wirkung hat und sehr gute Effekte bei Magengeschwüren gezeigt hat. Diese bioaktive Verbindung ist sehr hitzelabil, daher ist nur roher Kohlsaft für eine Kur geeignet.42

Rezept Kartoffelkur

Kartoffeln (4-5 Stück) fein reiben und anschließend den Saft auspressen. Der Saft sollte immer frisch zubereitet werden, da er schnell verdirbt. Am besten morgens vor dem Frühstück und abends vorm Schlafen gehen jeweils 100 ml Frischsaft trinken. Als Kur mindestens 1 Woche, besser 2-3 Wochen durchführen.43

Einen Test wert: Apfelessig als Hausmittel gegen Reflux

Am Apfelessig scheiden sich die Geister. Manche Erfahrungsberichte empfehlen Apfelessig als wirksames Mittel gegen Sodbrennen, insbesondere nach einer üppigen Mahlzeit, andere raten dringend davon ab, gerade bei Menschen mit starkem Reflux. Sie werden es wohl auf einen Versuch ankommen lassen müssen…

 

Darmsanierung

Bei der Refluxerkrankung kann es durchaus Sinn machen, dem Darm etwas Gutes zu tun. Speiseröhre, Magen und Darm sind mit einer Schleimhaut überzogen, die sich von der Nasennebenhöhle bis zum Darmausgang erstreckt. Stärkt man über eine Darmsanierung seine Schleimhäute, wirkt sich das positiv auf den gesamten Verdauungstrakt aus. Ist die Darmflora in Balance, verläuft die Verdauung ruhiger, wodurch weniger Blähungen auftreten. Das führt außerdem zu weniger Druck im Bauchraum und kann die Refluxbeschwerden mindern. Für eine Darmsanierungskur können bakterienhaltige Präparate eingenommen werden, die in der Regel gut verträglich sind.


Das HTM-Team empfiehlt

In unserem Darm befindet sich der Großteil unserer Abwehrzellen. Wichtig dabei ist, dass die Darmflora – das sogenannte Mikrobiom des Darms – intakt ist. Dieses Mikrobiom besteht aus über 400 verschiedenen Darmbakterienarten, welche sich hauptsächlich im Dickdarm aufhalten. Sie unterstützen nicht nur unsere Verdauung, sondern produzieren verschiedene Vitamine und sind besonders wichtig für unsere Immunabwehr. Eine Darmsanierung lohnt sich dann, wenn Sie Ihre Abwehrkräfte stärken, Magen-Darm-Beschwerden lindern oder Ihren Körper entgiften wollen. Auch nach einer Antibiotikaeinnahme sollte das Mikrobiom wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. 

Hier zwei Tipps zu bewährten Produkten zur Darmsanierung:


 

Akupunktur

Bei verschiedensten Beschwerdebildern kommt diese Technik der Traditionellen Chinesischen Medizin bereits zum Einsatz. Auch bei der Akupunktur gibt es Punkte, die mit der Magenberuhigung in Zusammenhang stehen. Erste wissenschaftliche Studien zu diesem Thema bestätigen eine positive Wirkung von Akupunktur-Behandlungen auf die Refluxbeschwerden und die Lebensqualität.44

 

Schüssler-Salze

Schüssler-Salze sind Mineralstoffverbindungen, die auf den homöopathischen Arzt Heinrich Schüssler zurückgehen. In seiner Theorie liegen Krankheiten in fehlenden Mineralstoffen begründet. Hilfreiche Schüssler Salze gegen Sodbrennen und Refluxbeschwerden sind:

Nr. 8 Natrium chloratum = das Salz gegen Entzündungen des Magens und der Schleimhaut.

Nr. 9 Natrium phosphoricum = das Salz des Stoffwechsels; spielt besonders eine Rolle bei Prozessen, die zu viel Säure bilden

Nr. 10 Natrium sulfuricum = das Salz zur Verbesserung der Ausscheidung von unerwünschten Stoffen, z. B. Säuren

Nr. 23 Natrium bicarbonicum = das Salz zur Säureregulation (Speisenatron)

 

Basenbäder

Wie oben ausführlich dargestellt, belastet unsere industrialisierte Ernährung den Körper mit sehr vielen Säuren, was unsere Gewebe stresst und Entzündungen bedingen kann. Auch die Einnahme von Medikamenten kann zur Übersäuerung des Körpers führen. Neben einer basischen Ernährung können wöchentliche Basenbäder zur Entsäuerung des Körpers über die Haut beitragen. Basenbäder haben eine lange Tradition in der Heilkunst.

 


Das HTM-Team empfiehlt

Ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt ist Grundvoraussetzung, damit der pH-Wert unseres Blutes im Idealbereich zwischen 7,34 – 7,45 liegt. Unser Organismus ist stets damit beschäftigt, unseren Säure-Basen-Haushalt zu regulieren. Eine Möglichkeit der Vorbeugung bietet die regelmäßige Verwendung eines Basensalzes im Vollbad, Fußbad oder vielem mehr. Wir empfehlen Ihnen:


 

Homöopathische Komplexmittel

Auch im Bereich der Homöopathie sind Präparate zu finden, die sich bei Sodbrennen und Völlegefühl bewährt haben. Jsostoma S und Gastricumeel können hier genannt werden. Jsostoma S enthält die Wirkstoffe von neun verschiedenen Heilpflanzen, darunter auch die Kamille als wichtige Magenarznei. Gastricumeel kann unter anderem punkten mit Brechnuss und Kuhschelle. In geringen Dosen kann die Brechnuss den Muskeltonus erhöhen.

Checkliste

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei gastroösophagealem Reflux

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich und Ihre Angehörigen so gut wie möglich über Ihre Erkrankung.
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patient und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf Ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei der Refluxkrankheit stehen alle Mikronährstoffe im Fokus – eine Breitbandversorgung ist daher unerlässlich. Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.
  • Gesunde Ernährung: anti-entzündlich, überwiegend pflanzlich, weniger Kohlenhydrate, gesunde Fette (Fisch und naturbelassene Öle), wenig Kaffee, Alkohol und kohlensäurehaltige Getränke, viele Kräuter statt scharfer Gewürze, kleine, regelmäßige Mahlzeiten
  • Bewegung: regelmäßige moderate körperliche Aktivität, 2-3 x wöchentlich
  • Schlaf und Stressbewältigung: mit erhöhtem Oberkörper schlafen, um Reflux vorzubeugen, 3-4 Stunden vor dem Schlaf nichts mehr essen, ausreichend Schlaf zur Erholung, regelmäßige Entspannungsübungen zum Stressabbau
  • Heilpflanzen, Hausmittel, homöopathische Mittel und Osteopathie zur Unterstützung bei Beschwerden.

Quellenangaben

  1. Labenz, J., Labenz, C. Prävalenz und natürlicher Verlauf der gastroösophagealen Refluxkrankheit. Gastroenterologe 11, 102–109 (2016). https://doi.org/10.1007/s11377-016-0045-0
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