Rheuma – Ursachen, Ernährung und ganzheitliche Therapie

Der Begriff „Rheuma“ ist für viele Menschen ein Schreckgespenst. Er ist für sie gleichbedeutend mit lebenslangen Schmerzen und Einschränkungen. Rheuma ist jedoch keine eindeutige Erkrankung. Vielmehr umfasst der rheumatische Formenkreis fast 400 verschiedene Erkrankungen. Um den Rahmen dieses Textes nicht zu sprengen, wird hier vor allem auf die rheumatoide Arthritis eingegangen. Das ist die Krankheit, die von den meisten Menschen gemeint wird, wenn von „Rheuma“ die Rede ist. Weitere Krankheiten des rheumatischen Formenkreises wie Fibromyalgie, Psoriasis, Arthrose und Osteoporose werden jeweils einzeln behandelt. Menschen, die unter Rhema leiden, sind oft lange auf der Suche nach einer geeigneten Therapie. Dieser Artikel zeigt Ihnen eine umfangreiche Übersicht zum Thema “Rheuma“ und vor allem einige Möglichkeiten, wie Sie die Krankheit selbst positiv beeinflussen können.

Experte/Expertin:

Dr. med. Harald Hüther

Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Letzte Aktualisierung: 16. Dezember 2020

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Fakten in der Übersicht

  • Rheuma – was ist das? Rheuma ist ein Sammelbegriff für etwa 400 verschiedene entzündliche Erkrankungen. In Deutschland gibt es ungefähr 9 Millionen Betroffene, Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen. Der rheumatische Formenkreis wird unterteilt in degenerative und chronisch-entzündliche Erkrankungen, in Weichteilrheumatismus und Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Begleitsymptomen. Die rheumatoide Arthritis als Autoimmunerkrankung wird landläufig oft als „Rheuma“ bezeichnet.
  • Ursachen & Risikofaktoren: Entstehung durch Fehlregulation des Immunsystems und der Epigenetik. Hauptursachen liegen in der Ernährung, in einem Mangel an Mikronährstoffen, in oxidativem Zellstress und im Lebensstil.
  • Symptome: entzündete, schmerzhafte Gelenke, meist beidseitig, Morgensteifigkeit, Anlauf- und Belastungsschmerz bei der degenerativen Form, Ruhe- und Nachtschmerz bei der chronisch-entzündlichen Form, Gelenkschwellungen, Gelenkversteifung und -deformation, Schwächegefühl, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Begleitsymptome in anderen Organen
  • Diagnose und Tests: Diagnose anhand der Symptomatik, Laborwerte und Röntgenuntersuchungen dienen lediglich der Bestätigung und Feststellung des Schweregrads
  • Prognose und Verlauf: bei zunehmender Gelenkzerstörung kann es zu Behinderung und chronischen Schmerzen kommen
  • Empfohlene Ernährung: eine gesunde, antientzündliche Ernährung kann sich bei Rheuma sehr positiv auswirken.
  • Therapie und Prävention: 
    • Mikronährstoffe: Mikronährstoffe, um Beschwerden zu lindern und Nebenwirkungen von Medikamenten zu reduzieren. Besonders wichtig sind Magnesium, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und E sowie die B-Vitamine. Eine besondere Rolle bei Rheuma spielen die sekundären Pflanzenstoffe.
    • Lebensstil: Der Lebensstil hat großen Einfluss auf die Symptomatik und den weiteren Verlauf der Erkrankung. Eine Ihrer Situation angepasste Bewegung und aktive Stressbewältigung sollten in eine erfolgreiche Therapie integriert werden.
    • Konventionelle Therapie: Heute werden zahlreiche Medikamente zur symptomatischen Therapie bei Rheuma eingesetzt. Viele davon haben erhebliche Nebenwirkungen.
    • Ganzheitliche Therapie: Heilpflanzen, Akupunktur, Entsäuerung und Heilfasten bieten erfolgversprechende Ansätze
  • Checkliste und Empfehlungen bei Rheuma: Das können Sie selbst tun.

Was ist Rheuma?

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Rheuma in der Übersicht

  • Der rheumatische Formenkreis umfasst über 400 verschiedene Erkrankungen mit zwei Gemeinsamkeiten:
    • Chronische Schmerzen
    • vor allem Gelenke sind betroffen
  • Unterteilung in vier Hauptgruppen: entzündlich-rheumatische Erkrankungen, degenerative Gelenks- und Wirbelsäulenerkrankungen, Weichteilrheumatismus und Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Begleiterscheinungen
  • Betroffen sind etwa 9 Millionen Menschen, Frauen und Männer gleich häufig, die Krankheit kann bereits im Kindesalter beginnen.

Übersetzt heißt „Rheuma“ etwa so viel wie »fließender Schmerz«. Früher glaubte man nach der damals gültigen Lehre der Körpersäfte, dass kalter Schleim vom Gehirn herab zu den Extremitäten fließe und die entsprechenden Beschwerden auslöse.

 

Rheuma führt zu Bewegungseinschränkungen bis hin zu völliger Unbeweglichkeit einzelner Gelenke. Fast immer verursacht die Krankheit Schmerzen und belastet die Betroffenen psychisch. Möglicherweise weist die alte Vorstellung, dass die Krankheit vom „Kopf herabsteigt“, auf den Zusammenhang mit der Psyche hin.

„Rheuma“ oder „chronischer Rheumatismus“ sind im Grunde volkstümliche Begriffe für sehr viele Erkrankungen, die zwei Gemeinsamkeiten haben: Sie rufen Schmerzen hervor und sie betreffen vor allem die Gelenke. Die volkstümlich als Rheuma bezeichnete Krankheit heißt medizinisch „rheumatoide Arthritis“.

 

Viele der entzündlichen Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis bleiben nicht auf den Bewegungsapparat beschränkt, sondern greifen auf benachbarte Gewebe wie Muskeln und Sehnen, innere Organe, die Augen oder die Haut über.

 

Von den klassischen Symptomen wie steife Gelenke, schmerzende Knochen, Muskeln oder Sehnen sind in Deutschland etwa 9 Millionen Menschen betroffen. Die Krankheit kann schon im Kindesalter beginnen oder auch erst im Alter auftreten. Frauen und Männer sind im Übrigen etwa gleich häufig betroffen.

 

Unter dem Begriff „Rheuma“ werden heute in der Medizin bei den „Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises“ vier große Hauptgruppen unterschieden:

  • entzündlich-rheumatische (autoimmunbedingte) Erkrankungen – z. B. rheumatische Arthritis
  • degenerative (verschleißbedingte) Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen – z. B. Gelenkverschleiß (Arthrose)
  • Weichteilrheumatismus – z. B. Fibromyalgie
  • Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden – z. B. Osteoporose, Gicht

 

In diesem Artikel liegt der Schwerpunkt auf der ersten Gruppe der chronisch-entzündlichen rheumatischen Erkrankungen. Informationen zu anderen Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis finden Sie hier.

 

 

Ursachen und Risikofaktoren

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Ursachen und Risikofaktoren in der Übersicht

  • Epigenetische Fehlsteuerungen führen zu familiärer Häufung der rheumatoiden Arthritis
  • Fehlernährung, Mikronährstoffmangel, Stress, mangelnde Bewegung und oxidativer Stress haben großen Einfluss auf die Entstehung der Krankheit
  • Fehlregulationen im Immunsystem gelten heute als Ursache für die Entstehung einer rheumatoiden Arthritis. Viruserkrankungen, Stress und Umwelteinflüsse können zu diesen Störungen im Immunsystem führen.
  • Parodontitis steht vermutlich im Zusammenhang mit entzündlich rheumatischen Erkrankungen.

Die rheumatoide Arthritis zählt – wie auch einige andere Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises – zu den sogenannten Autoimmunkrankheiten. Warum allerdings das körpereigene Immunsystem eigene Strukturen wie die Gelenkinnenhaut angreift ist bis heute noch weitgehend unklar. Die Neigung zu dieser Autoimmunerkrankung scheint wohl vererbt zu werden. Es kommt also innerhalb einer Familie zu gehäuften Erkrankungen, jedoch nicht zwangsläufig zum Ausbruch der Krankheit.  Man nimmt heute an, dass die Steuerung der Gene (die sogenannte Epigenetik), dabei eine wichtige Rolle spielt 1.

Hinweis

Epigenetik

Bis zur Entdeckung der Epigenetik ging man davon aus, dass unsere Gene unveränderbar sind und somit Persönlichkeitsmerkmale oder die Veranlagung für bestimmte Krankheiten oder Neigungen von Geburt an feststehen.

Die Epigenetik beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit die uns vererbten Gene durch äußere Einflüsse wie Ernährung, Lebensstil, Stress, Umweltgifte und Lebenseinstellung veränderbar sind und Gensequenzen schwächer oder stärker abgelesen oder ein- bzw. ausgeschaltet werden können.

Anders als bei DNA-Schäden, die über Generationen weitervererbt werden und zu relativ seltenen Erbkrankheiten führen, kommt es bei epigenetischen Veränderungen nicht zu Veränderungen der Gene selbst. Vielmehr werden kleine Moleküle an die Gene wie eine Art Schalter angebaut. Diese Schalter können das Ablesen und damit die Aktivität des entsprechenden Gens beeinflussen.

Diese Schalter an den Genen können ebenfalls vererbt werden. Damit vererbt sich dann die Neigung zu bestimmten Krankheiten.

Eine ausgewogene Ernährung, eine umfassende Versorgung mit den lebenswichtigen Mikronährstoffen, sogar positive Gedanken und eine optimistische Lebenseinstellung sowie die Vermeidung von Schadstoffen, Chemikalien und Stress können sich positiv auf diese Schalter auswirken. Dadurch wird die Neigung für das Ausbrechen solcher Krankheiten reduziert oder sogar ganz aufgehoben.

Die Erkenntnisse aus der Epigenetik haben also einen enormen Einfluss sowohl auf die Vorbeugung als auch auf die Therapie von chronischen Zivilisationskrankheiten. Diese Erkenntnisse zeigen auch, wie tiefgreifend die Lebensweise die Gesundheit jedes einzelnen und auch die Gesundheit der Nachkommen betrifft.

 

Die Ursachen für die Entstehung von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen liegen diesen Erkenntnissen nach zum großen Teil an der Art, wie wir leben:

 

  • Ernährung: Zu einer ungünstigen Ernährung zählen z.B. ungesunde Fette (Frittiertes, Wurst, Chips, gehärtete Pflanzenfette wie Margarine etc.), zu viele Kohlenhydrate, Fertignahrungsmittel, Fast Food.
  • Mikronährstoffmangel: Wenn wichtige Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe im Organismus nicht ausreichend vorhanden sind, nimmt schleichend die Enzymaktivität ab, die Immunabwehr wird geschwächt, der Stoffwechsel und die Zellneubildung werden verlangsamt und die Entstehung von Krankheiten wird begünstigt.
  • Oxidativer Stress: Die chronische Entzündung fördert die Bildung von freien Radikalen, welche dann das Immunsystem noch weiter aus dem Gleichgewicht bringen.
  • Bewegungsmangel: schwächt Stoffwechsel und Immunsystem
  • Stress: Schlafmangel, eine hektische Lebensweise, wenig Ruhezeiten, Sorgen und häufige Konflikte verursachen Störungen im Hormonhaushalt und im (Zell-)Stoffwechsel, schwächen das Immunsystem und behindern die körpereigene Bekämpfung von Entzündungen.

 

Hinweis

Oxidativer Stress

Oxidativer Stress entsteht durch das Überangebot an freien Radikalen. Freie Radikale sind Verbindungen, die aufgrund eines „verlorenen“ Elektrons chemisch instabil, kurzlebig und hoch reaktiv sind. Sie entreißen anderen Molekülen Elektronen, um selbst wieder in einen stabilen Zustand übergehen zu können.  Dadurch ändern sich jedoch deren Eigenschaften. In unserem Körper kann es durch zu viele freie Radikale (oxidativer Stress) zu Funktionsstörungen innerhalb der Zellen und zu Krankheiten kommen.

Freie Radikale entstehen als Nebenprodukte bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen in unserem Organismus. Vor allem bei der Produktion von Energie für die Zellen in den Mitochondrien, wo aggressiver Sauerstoff verarbeitet wird, entstehen sehr viele freie Radikale. Sie sind aber nicht nur schädlich. Unter anderem erfüllen freie Radikale wichtige Aufgaben in der Immunabwehr, da sie Fremdorganismen, zum Beispiel Bakterien und Viren attackieren.

Damit körpereigene Strukturen wie die Bausteine der Erbsubstanz, Eiweiße wie Enzyme und besonders ungesättigte Fettsäuren der Zellwand keinen Schaden nehmen, muss die Zelle sich selbst vor Angriffen von freien Radikalen schützen. Dies übernehmen Radikalfänger, sogenannte Antioxidantien.

Sie können Elektronen abgeben, dadurch freie Radikale entgiften und sich selbst in einem Kreislauf von Reaktionen regenerieren. Bekannte Radikalfänger sind die Vitamine C, E und A. Jedoch spielen in der Zelle vor allem auch antioxidative Enzyme wie Superoxiddismutase (SOD), Katalase (KAT) und Glutathionperoxidase (GPX) eine bedeutende Rolle. Diese Enzyme benötigen als Cofaktoren die Spurenelemente Zink, Mangan und Selen sowie Kupfer und Eisen.

Eine Fehlregulation im Immunsystem gilt heute als direkter Auslöser für eine rheumatoide Arthritis. Dabei wird der eine Teil des Immunsystems (der TH1-Weg) überaktiv, weil ein anderer Teil (der TH2-Weg) in seiner Aktivität eingeschränkt ist 2. Weitergehende Informationen über die Funktionsweise des Immunsystems finden Sie in unserem Artikel über Immunschwäche.

Als mögliche Ursachen für das Ungleichgewicht im Immunsystem werden Stress, Viruserkrankungen und Umwelteinflüsse (z.B. Giftstoffe) diskutiert.

Viele aktuelle Studien deuten darauf hin, dass die Ernährung eine wichtige Rolle bei der Entstehung von rheumatischen Erkrankungen spielt. So veröffentlichten Forscher 2006 eine Studie, in der beobachtet wurde, dass durch Immunreaktionen auf spezielle Nahrungsmittel der Darm und die Darmflora so weit geschädigt werden, dass eine Autoimmunerkrankung wie Rheuma die Folge sein kann 3. Detaillierter werden wir im Kapitel über Ernährung auf die wichtigen Zusammenhänge eingehen.

 

Auch eine latente Azidose (Übersäuerung) des Gewebes 4 kann zur Entstehung von rheumatischen Erkrankungen oder zu einer Verstärkung der Schmerzen ebenso beitragen wie vermehrter Stress 5. Im Umfeld dieser beiden Faktoren könnte auch der negative Effekt von Kaffee angesiedelt sein 6. Denn vermehrter Kaffeekonsum kann ein Indiz für mehr Stress sein, er verursacht zugleich auch eine Übersäuerung des Gewebes.

 

Ebenso ist das Rauchen schon seit langen als Risikofaktor für eine schwere chronische rheumatoide Arthritis bekannt 7. Rauchen erhöht nicht nur die Belastung durch oxidativen Stress ganz enorm, die zahlreichen Giftstoffe im Zigarettenrauch schädigen auch das Immunsystem.

 

In den vergangenen Jahren wird vermehrt auch die chronische Zahnfleischentzündung (Parodontitis) als eine mögliche Ursache für chronisch-entzündliche Erkrankungen angesehen 8. Hier schließt sich auch der Kreis zum Rauchen, da das Rauchen auf der einen Seite einer der wichtigsten Risikofaktoren für eine Parodontitis ist und eben auch ein wichtiger Risikofaktor für die rheumatoide Arthritis.

 

Interessant ist, dass einige dieser Ursachen für die Entstehung von rheumatisch-entzündlichen Erkrankungen in einem sehr engen Zusammenhang zueinander stehen. Hieraus ergeben sich aus ganzheitlicher Sicht einige sehr vielversprechende Therapieansätze.

 

Symptome bei Rheuma

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Symptome in der Übersicht

  • entzündete, schmerzhafte Gelenke
  • typische Morgensteifigkeit
  • Symptome treten meist symmetrisch auf
  • die Autoimmunprozesse können auch andere Organe betreffen

Die rheumatoide Arthritis ist gekennzeichnet durch eine dauerhafte, chronische Entzündung, die unser Körper zu bekämpfen versucht. Das strengt den ganzen Körper an. Anzeichen für diese vermehrte Arbeit im Körper sind Müdigkeit und Leistungsschwäche, auch leicht erhöhte Temperatur oder vermehrtes Schwitzen in der Nacht können auftreten.

 

Typisch für die rheumatische Arthritis sind entzündete, schmerzhafte Gelenke. Die Erkrankung verläuft normalerweise in Schüben. Das heißt, dass die Gelenke von Zeit zu Zeit „ohne Grund“ besonders schmerzen und stärker entzündet sind.

Von dieser rheumatischen Erkrankung, die auch chronische Polyarthritis genannt wird, sind in Deutschland etwa 800.000 Menschen betroffen. Diese Form der Gelenkentzündung betrifft Frauen dreimal häufiger als Männer. Auch Kinder können schon betroffen sein, dann wird sie als juvenile Polyarthritis bezeichnet.

 

Rheuma erkennen

  • Die Krankheit beginnt meist schleichend, zuerst sind oft die kleinen Gelenke an den Händen oder Füßen betroffen.
  • Handwurzelknochen oder Fingergrundgelenke sind typischerweise zuerst betroffen – im Gegensatz zur Gicht, wo vor allem die Endgelenke der Finger und Zehen betroffen sind.
  • Die Gelenke sind gerötet, wärmer und geschwollen, also klassische Anzeichen einer Entzündung.
  • Morgens sind die Symptome oft stärker, die Gelenke „laufen sich ein“, man spricht von Morgensteifigkeit.
  • Schmerzen entstehen, wenn eine meist auf beiden Seiten gleichzeitig auftretende Entzündung der Gelenkinnenhaut (Synovitis) dazu kommt. Sie ist eine Reaktion des Körpers auf vom Immunsystem ausgelöste knorpelzerstörende Prozesse.
  • Das kann zur Gelenkzerstörung, Arthrose und Versteifung führen.
  • Von den Autoimmunprozessen der rheumatoiden Arthritis können auch Strukturen außerhalb der Gelenke betroffen sein. Dazu zählen Sehnen, Augen, Herz und Lunge.

Diagnose und Test: Rheuma feststellen

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Diagnose in der Übersicht

  • Typische Symptomatik
  • Blutwerte können die Verdachtsdiagnose erhärten
  • Bildgebende Verfahren dienen zur Ermittlung des Schweregrades

Anamnese und körperliche Untersuchung

Eine möglichst rasche Diagnose ist bei Verdacht auf eine rheumatische Arthritis sehr wichtig, da in vielen Fällen die Zerstörung des Gelenkknorpels schnell voranschreitet. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto schneller kann gezielt behandelt werden.

Die Diagnose Rheuma beziehungsweise die Differentialdiagnose rheumatische Arthritis wird auch heute immer noch überwiegend durch die ärztliche Untersuchung und die Zusammenschau aller Symptome in der Anamnese gestellt. Dabei spielen vor allem die Anzahl und die Verteilung der entzündeten Gelenke eine Rolle. Auch standardisierte Fragebögen sowie die Selbsteinschätzung der Patienten werden zur Diagnostik bei Verdacht auf Rheuma miteinbezogen.

 

Frühe Hinweise auf eine rheumatoide Arthritis sind:

  • Gelenkschwellungen an mehr als zwei Gelenken über mindestens sechs Wochen
  • Symmetrische Verteilung der befallenen Gelenke, also beide Köperhälften sind betroffen
  • Die Morgensteifigkeit hält mindestens eine Stunde oder länger an

 

 

Blutwerte bei Rheuma

Einen wirklich aussagekräftigen Labortest für Rheuma gibt es nicht. Die vorhandenen Laborwerte können allenfalls dabei helfen, einen Verdacht zu erhärten.

 

Blutwerte, die auf eine Erkrankung des rheumatischen Formenkreises hinweisen können sind:

  • Entzündungswerte wie die Blutsenkung (BSG) oder das CRP (C-reaktives Protein): Diese sind auch bei allen anderen entzündlichen Erkrankungen verändert und nicht spezifisch für Rheuma.
  • Der Rheumafaktor (RF): Er kann ebenfalls bei anderen Erkrankungen positiv sein, ebenso wie er bei Rheuma negativ sein kann. Etwa bei 70 von 100 Rheumapatienten ist der RF positiv, 30 von 100 sind seronegativ. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass ein positiver Rheumafaktor auf einen schweren Verlauf der Erkrankung mit einer rascher fortschreitenden Gelenkzerstörung hindeutet 9.
  • Als etwas genauer hat sich ein neuer diagnostischer Test erwiesen. Er sucht nach Antikörpern gegen sogenannte cyclische citrullinierte Peptide (ACPA). Diese sind seltener bei anderen Krankheiten nachweisbar. Leider sind auch sie nicht bei jedem Betroffenen einer rheumatoiden Arthritis positiv.

 

Bemerkenswert ist sicherlich, dass bei vielen Patienten sowohl Rheumafaktor als auch ACPA schon Jahre vor Ausbruch der Krankheit im Blut nachweisbar sind. Andererseits muss wiederum nicht jeder mit diesen Werten im Blut später die Krankheit bekommen, viel hängt hier sicherlich von der Lebensweise des Einzelnen ab.

 

Weitere diagnostische Verfahren

Weitere diagnostische Verfahren, vor allem die bildgebenden Verfahren wie Röntgenaufnahmen oder Kernspintomographie dienen vor allem zur Feststellung des Schweregrades der Krankheit.

  • Röntgen: günstigstes Verfahren, um Aufschluss über den Grad der Gelenkzerstörung zu bekommen
  • Ultraschall: wird vor allem bei Gelenksergüssen eingesetzt
  • Computertomographie: zur besseren Charakterisierung von knöchernen Veränderungen, liefert mehr Details als eine klassische Röntgenaufnahme, vor allem bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen der Wirbelsäule
  • Kernspintomographie: gibt Aufschluss über den Befall von Weichteilen wie Sehnen und Knorpel
  • Knochenszintigraphie: zeigt in der Übersicht alle von Entzündungen betroffenen Körperstellen
  • Gelenkpunktion: Ein Gelenkserguss kann zur weiteren Differenzierung im Labor untersucht werden.

Möglicher Krankheitsverlauf und Prognose

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Krankheitsverlauf in der Übersicht

  • chronische Schmerzen
  • Gelenkdeformation und -zerstörung bis hin zu Gelenksversteifung
  • Befall von Organen und Geweben im gesamten Organismus möglich

Ohne Behandlung kommt es sehr schnell zu einer Zerstörung der betroffenen Gelenke. Dauerhafte Schmerzen und eine Deformation der Gelenke sind die gefürchteten Folgen. Es besteht auch die Gefahr der Versteifung der befallenen Gelenke.

 

Die Wahrscheinlichkeit, dass auch Organe außerhalb der Gelenke wie Augen und Herz vom Autoimmunprozess betroffen werden, steigt mit der Dauer der Erkrankung an.

 

Die Aussicht auf einen Therapieerfolg sinkt mit Fortschreiten der Erkrankung und mit der Dauer entzündlicher Prozesse. Der optimale Therapiebeginn liegt in den ersten 4 Monaten nach Beginn der Erkrankung.

Ernährung bei Rheuma

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Ernährung in der Übersicht

  • Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen.
  • Eine gesunde Ernährung ist vor allem abwechslungsreich und reich an Vitaminen und weiteren Mikronährstoffen – das Gegenteil der Western Diet.
  • Wichtig ist, dass unsere tägliche Ernährung reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthält. Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Der Schwerpunkt liegt auf einer anti-entzündlichen und entsäuernden Ernährung.
  • Zahlreiche Lebensmittel – speziell Kräuter und Gewürze – haben starke Wirkungen gegen Rheuma.

In einer großangelegten Patientenumfrage aus dem Jahre 1985 konnte eindeutig festgestellt werden, welches Ernährungsverhalten zu einer Verschlimmerung bzw. einer Verbesserung der rheumatischen Beschwerden führte 10.

 

Der Verzehr folgender Nahrungsmittel führten zu einer Verschlimmerung der Beschwerden:

  • Fleisch- und Wurstwaren
  • Zucker
  • Alkohol

 

Eine Verbesserung der Beschwerden brachte:

  • ein höherer Rohkostanteil in der Ernährung
  • maßvolle Kost, keine Überernährung
  • Fasten

 

Ganz wichtig ist die Umstellung auf eine überwiegend basische Kost (viel Obst, Gemüse und auch Kräuter und Gewürze). Ein Säureüberschuss in der Ernährung (zu viel Fleisch, Getreide- und Milchprodukte) führt sehr rasch zu einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit 11 und gleichzeitig auch zu einer Unterversorgung an wichtigen Mikronährstoffen. Hier ist das tägliche Gleichgewicht von säurebildenden und basenbildenden Lebensmitteln entscheidend.

 


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Praktisch alle chronischen Krankheiten haben in irgendeiner Form auch etwas mit einer chronischen Entzündung zu tun. Deshalb geht es bei gesünderer Ernährung im Grunde immer darum, entzündungsfördernde Lebensmittel zu vermeiden und mehr entzündungshemmende Lebensmittel zu essen 12. Aktuelle Studien zeigen, dass hier großes Potential für die Behandlung einer rheumatischen Arthritis liegt.

 

Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen. Diese chronische Entzündung lässt Arterien verkalken, schwächt unseren Darm und unser Immunsystem, beeinflusst unsere Psyche negativ und lässt letztlich Zellstress entstehen. Wie im Kapitel Ursachen ausführlich dargestellt, sind diese entzündlichen Prozesse auch bei Rheuma an der Entstehung entscheidend beteiligt.

Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen bei rheumatoider Arthritis in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:

  • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
  • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
  • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die das Beschwerdebild bei Rheuma noch verschlimmern.
  • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

 

 

Probleme der heutigen Ernährung

Obwohl in Deutschland kein Mangel an Nahrungsmittelvielfalt herrscht, wird eine naturbelassene Ernährung mit vielen qualitativ hochwertigen und unverarbeiteten Produkten immer seltener. Volle Arbeitstage, Alltagsstress, keine Zeit zu kochen und auch der Mangel an Wissen und Fähigkeiten führen zunehmend zu einer ungesunden Ernährung.

 

Fertigprodukte statt frisch kochen: Western Diet

Diese Art der Ernährung wird oft unter dem Begriff Western Diet zusammengefasst, weil sie vor allem in den westlichen Industrieländern weit verbreitet ist und sich zunehmend auch in Ländern mit traditionell gesunder Ernährung ausbreitet – mit gravierenden Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung.

 

Hinweis

Western Diet

hochkalorisch, zuckerreich, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren, salzreich, viele Konservierungsstoffe und hochverarbeitete Produkte (Fastfood, Fertigprodukte, „Junkfood“) – dagegen wenig frisches Obst und Gemüse, keine hochwertigen Pflanzenöle, wenig komplexe Kohlenhydrate, wenige Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe.

Nährstoffzufuhr aus dem Gleichgewicht

Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen. Unsere Lebensmittel setzen sich zum einen aus Makronährstoffen zusammen, die uns Energie und Baumaterial liefern: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.

Auf der anderen Seite enthalten Lebensmittel auch unzählige Mikronährstoffe, die das Umsetzen der Makronährstoffe im Stoffwechsel erst möglich machen: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Fettsäuren, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe.

Ungesund wird eine Ernährung dann, wenn die einzelnen Nährstoffgruppen nicht mehr ausgewogen sind. Arbeit findet z. B. heute sehr oft als sitzende Tätigkeit am Schreibtisch statt, wo keine bis kaum Kalorien verbrannt werden – jedoch dominieren Kohlenhydrate nach wie vor zu einem großen Anteil unsere tägliche Ernährung, was die Entwicklung einer chronischen Entzündung besonders fördert.

 

Anti-entzündliche Ernährung: Profitieren Sie auf allen Ebenen

Erst gravierende Erkrankungen und Ereignisse wie eine rheumatoide Arthritis lassen uns aufhorchen und führen oft zu einem Wendepunkt im Leben: Lassen Sie es gar nicht erst so weit kommen!

Sich gesund zu ernähren heißt nicht, sich selbst zu kasteien, zu verzichten oder strikte Pläne einzuhalten. Es bedeutet Neues kennenzulernen, alte Wege zu verlassen und sich jeden Tag fitter, gesünder und leistungsfähiger zu fühlen anstatt müde, abgeschlagen und energielos. Sie können dabei Schritt für Schritt etwas an Ihrer Ernährung ändern, statt zu versuchen, von heute auf morgen alles auf den Kopf zu stellen. Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt.

 

Es wird sie möglicherweise überraschen, dass den größten Anteil daran unsere vielgeliebten Kohlenhydrate bilden. Wir essen heutzutage im Allgemeinen viel zu viele davon. Zu viele der getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen, stören die Darmflora (vor allem zu viel Vollkorn!) 13 und das gesunde Gleichgewicht der Fettsäuren. Daher ist es empfehlenswert bei entzündlichen Erkrankungen die Menge an Getreideprodukten zu reduzieren.

Chronische Entzündungen werden vor allem durch die dauerhafte Verschiebung des Verhältnisses von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren durch eine getreidelastige Kost hervorgerufen. Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft das Omega-6-  zu Omega-3-Verhältnis in wichtigen Getreidearten:

  • Weizen: 14:1
  • Roggen: 11,5:1
  • Soja: 10,5:1
  • Mais: 29:1

Ein optimales Verhältnis dieser Fettsäuren in Lebensmitteln wäre 1:1 bis maximal 4:1.

 

Tipps

Einstieg in die richtige Ernährung bei Rheuma

Ein guter Einstieg wäre beispielsweise, 3-4-mal in der Woche abends gar keine Kohlenhydrate zu essen.

Das klingt zunächst etwas ungewohnt. Beginnen Sie einfach – wie bei jeder Reise – mit dem ersten Schritt. Es gibt genügend schmackhafte Alternativen, auch ohne Getreideprodukte auf dem Teller. Einige leckere Rezeptideen:

  • Frische Tomaten mit Mozzarella und gutem Öl
  • Eine italienische Gemüsesuppe
  • Gemüsespieße vom Grill, dazu eine Tsatsiki-Soße (gerne mit viel Knoblauch)
  • Salat mit gebratenen Rinderfiletstreifen
  • Omelette mit Gemüse (oder mal mit Lachs oder Schrimps)
  • Chili con Carne (gibt es auch als fleischlose Variante)

Möglichkeiten gibt es also genug. Die einzige Herausforderung ist jetzt noch, sich dazu das Brot abzugewöhnen. Das lohnt sich aus mehrfacher Hinsicht: Zum einen werden Sie dann automatisch mehr Gemüse essen und vielleicht auch mehr omega-3-reichen Fisch. Damit unterstützen Sie nicht nur die Entsäuerung, sie helfen dem Körper auch, die Entzündung zu bekämpfen.

Was ist antientzündliche Ernährung?

Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Eine pro-entzündliche Ernährung ist einer der Hauptauslöser für eine chronisch-schwelende Entzündung in unserem Körper, die stille Entzündung (silent inflammation).

Die folgende Tabelle stellt Ihnen wichtige anti- und pro-entzündliche Nahrungsmittelgruppen vor:

 

Anti-entzündliche Nahrungsmittel und pro-entzündliche Nahrungsmittel

 

Anti-entzündliche Ernährung Pro-entzündliche Ernährung
Olivenöl, Walnussöl, Leinöl, Hanfölfrittierte Lebensmittel, Margarine, Sonnenblumenöl, Schweineschmalz, Sojaöl, Maiskernöl
Obst (zuckerarme Sorten bevorzugen): Beeren, Zitrusfrüchte, Äpfel
Gemüse, mindestens „5 am Tag“: grüne Blattgemüse, Brokkoli, Spinat, Kohlsorten, Topinambur, alle Salate, Wildkräuter
Fast Food, Fertigprodukte, Süßigkeiten, industriell gefertigte Snacks
Vollkornprodukte: Getreideprodukte aus dem vollen Korn inklusive aller BallaststoffeProdukte aus Auszugsmehlen („Weiß“), Weizen
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu
Eier: moderater Konsum (mind. Bio-Freiland-Haltung)
Wurstwaren, viele Milchprodukte
fetter Seefisch: Lachs, Makrele, SardinenSchweinefleisch
frische Kräuter, antientzündliche Gewürze wie Chili, Kurkuma, Ingwer
Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Meerrettich
sehr salzreich
Getränke und Tee: Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, grüner TeeSoftdrinks, häufiger Alkoholkonsum, Milchmixgetränke
Nüsse und Saaten: Walnüsse, Leinsamen, Pinienkerne, Kürbiskerne, MacadamianüsseErdnüsse, gesalzene und aromatisierte „Knabbernüsse“
Probiotika: Kefir, Joghurt, milchsauer eingelegte Gemüse, Misopaste

Weitere Eckpunkte einer gesunden Ernährung sind:

  • Flexitarismus: Insgesamt sollte Ihre Ernährung vorwiegend pflanzenbasiert ausgerichtet sein – Fleisch, Fisch und Milchprodukte sind in Maßen zu genießen, dafür in hochwertiger Qualität.
  • Mittelmeer-Diät: Gute Orientierung bei einer anti-entzündlichen Ernährung bietet die mediterrane Ernährung – Menschen, die sich traditionell nach der Mittelmeerdiät ernähren, leiden seltener unter der chronischen Entzündung und deren Folgen, z. B. weniger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Regional und saisonal: Produkte aus der Region, die keinen weiten Anreiseweg hatten, sind frischer und oft nährstoffreicher. Viele Superfoods haben einheimische „Verwandte“ wie z. B. Leinsamen (statt Chiasamen) oder Hagebutten (statt Goji-Beeren).
  • Gesunde Fette: Fett reduzieren ist passé, viel wichtiger, ist die richtigen Fette aufzunehmen: Die optimalen Quellen sind kaltgepresste, hochwertige Öle. Dabei sollte der Anteil der Omega-3-Fettsäuren möglichst hoch sein, da sie im Gegensatz zu den Omega-6-Fettsäuren entzündungs- und schmerzhemmend wirken.
  • Kohlenhydrate reduzieren: Essen Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate, also weniger weißes Brot, weniger weiße Nudeln und Reis. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Botenstoffe.
  • Vegetarismus und Veganismus sind Ernährungsformen, die sehr gesund und ausgewogen sein können, aber nicht automatisch sind: Wenn viele oben genannte Nahrungsmittel integriert werden und auf ausreichend Mikronährstoffzufuhr geachtet wird. Auch der vegane Trend hat viele Fertigprodukte auf den Markt gebracht, die oft mit einer gesunden Ernährung nichts mehr gemeinsam haben. Achten Sie also weniger auf ein „Label“, sondern auf Ausgewogenheit.
  • Achtsamkeit beim Essen: Genuss, Freude und Langsamkeit gehören zu einer gesunden Ernährung genauso wie hochwertige Nahrungsmittel.
  • Fastenperioden: Intervallfasten oder Buchinger-Fasten können sinnvoll sein für einen Neustart oder ein jährliches Ritual, hier müssen Sie selbst abwägen, ob es zu Ihnen passt.
  • In Bewegung bleiben: Zu einer gesunden Ernährung gehört Bewegung – neben vielen anderen positiven Effekten, wirkt die Verdauung angeregt und die Darmpassage gefördert.

 


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So sollte Ihr Teller aussehen

Mit dieser Telleraufteilung versorgen Sie Ihren Organismus optimal mit wichtigen Mikronährstoffen und ausreichend Energie-Lieferanten (Fette, Kohlenhydrate und Eiweiß). Achten Sie also darauf nicht nur Beilagen und Fleisch/ Fisch zu sich zu nehmen, sondern variieren Sie vor allem mit verschiedenen Gemüse- und Obstkombinationen. So gehen Sie Übergewicht aus dem Weg und bewahren sich vor Speisen mit zu hohen Kalorienwerten.

 

Verwenden Sie möglichst oft frische Kräuter bei der Zubereitung von Speisen. Ihr hoher Gehalt an Spurenelementen wirkt entzündungshemmend, und sie helfen auch bei der Ausscheidung überschüssiger Säuren. Von Curcuma, einem antientzündlichen Wirkstoff aus der Gelbwurz (Curcuma longa), wurden erst vor kurzem zahlreiche positive Wirkungen bei Rheuma festgestellt. So hat Curcuma verschiedene anti-entzündliche Effekte 14 und kann auch die Neubildung von Knorpelzellen anregen 15.

In diesem Zusammenhang ist noch zu erwähnen, dass allem Anschein nach auch die Menge an rotem Fleisch in der Ernährung das Risiko für Rheuma erhöht und auch die Symptome verschlechtern kann. Den Studien zufolge verdoppelt sich bei hohem Fleischkonsum 16 das Risiko, an Rheuma zu erkranken .

Therapie und Prävention von Rheuma

Jede Behandlung enthält präventive Aspekte und jede Prävention wirkt auch als Therapie. Die Grundpfeiler jeder Vorbeugung und Therapie basieren auf unserem Lebensstil: Wie ernähren Sie sich? Ist Ihr Organismus ausreichend mit Mikronährstoffen versorgt? Wieviel Bewegung ist in Ihren Alltag integriert? Rauchen Sie und wieviel Alkohol konsumieren Sie? Bestimmt Stress Ihr ganzes Leben?

Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, können sich diese Basispfeiler positiv auf Ihre Gesundheit auswirken, aber auch jahrelange Risikofaktoren für viele Erkrankungen darstellen. In diesem Kapitel werden zahlreiche ganzheitliche Methoden vorgestellt, die Ihre Gesundheit und Lebensqualität stärken können – präventiv und/oder auch als Therapie. Die Behandlung bei Rheuma ist mittlerweile selbst für Spezialisten recht kompliziert geworden, zumindest wenn man den offiziellen Leitlinien folgen möchte. Diese Guidelines werden deshalb auch regelmäßig geändert, und man versucht den Ärzten durch farbige Schaubilder den Durchblick zu erleichtern.

Interessanterweise ist weder in den europäischen Leitlinien 17 zur rheumatoiden Arthritis noch in den amerikanischen ein Wort über die ursächliche Behandlung zu finden. Eine „Heilbehandlung“ ist offenbar trotz der zahlreichen Erkenntnisse über die Ursachen der Erkrankung nicht vorgesehen.

Für die drei, in den offiziellen Leitlinien am intensivsten empfohlenen Medikamente zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis wird selbst dort die wissenschaftliche Evidenz als „gering“ angegeben 18.

Wir wollen deshalb hier den Schwerpunkt auf die Lebensweise und nebenwirkungsarme Therapien legen, die möglicherweise sogar bis an die Ursachen der Erkrankung gehen. Es gibt reichlich wissenschaftliche Argumente, die Ihnen bei der Entscheidung für einen ganzheitlichen Therapieansatz helfen können.

Mikronährstoffe

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Mikronährstoffe in der Übersicht

  • sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus. Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen, wenn Sie an einer rheumatischen Erkrankung leiden. Besonders wichtig sind Magnesium, Omega-3-Fettsäuren, sowie Vitamin D, E und B-Vitamine.
  • Zudem spielen sekundäre Pflanzenstoffe eine wichtige Rolle.
  • Einige der typischen Medikamente, die zur Linderung der Rheuma-Beschwerden eingesetzt werden, erhöhen zusätzlich Ihren Mikronährstoffbedarf. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Mikronährstoffbedarf ausreichend über die Ernährung zu decken, können moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischungen sinnvoll sein.

Eine wichtige Basis für alle Therapien wird oft bei der Beratung außer Acht gelassen: Eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung. Mikronährstoffe spielen bei praktisch allen Stoffwechselreaktionen eine große Rolle. Sie steuern die Produktion und Ausschüttung von Hormonen und Botenstoffen und sind damit auch wichtig für das Immunsystem und die Bekämpfung von Entzündungen.

 

Mikronährstoffe – was ist das?

Zu den Mikronährstoffen gehören in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die einen wichtigen Teil dazu beitragen, damit unser Organismus funktioniert. Im weiteren Sinne lassen sich auch essentielle Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme hinzuzählen. Makronährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette sind unsere Energielieferanten, während die Mikronährstoffe an Prozessen wie z. B. Blutgerinnung, Immunabwehr und Knochengesundheit beteiligt sind. Einige Mikronährstoffe kann unser Körper selbst herstellen, die meisten jedoch müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

 

Der menschliche Organismus – ein Blick in die Zellen

Der Mensch besteht aus über 70 Billionen Zellen. Diese können alle nur optimal funktionieren, wenn sie mit Vitaminen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen versorgt sind. Es gibt nahezu keinen Stoffwechselschritt, an dem nicht mehrere Mikronährstoffe beteiligt sind. Dazu zählen unter anderem die:

  • Aktivierung von Enzymen und Hormonen (Stoffwechselaktivität)
  • Abwehrleistung des Immunsystems (Immunstoffwechsel)
  • Energieproduktion in den Kraftwerken unserer Zellen, den sogenannten Mitochondrien (Energiestoffwechsel)
  • Leistungsfähigkeit des Herzmuskels (Herzkraft und -rhythmus)
  • Kontraktion der Skelettmuskulatur (Muskelkraft und -koordination)
  • Impulsübertragung und der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen (Nerven- und Gehirnstoffwechsel)

 

Für alle Stoffwechselreaktionen im Körper sind Enzyme notwendig, sie wirken wie ein Katalysator. Enzyme können ihren Aufgaben jedoch nur mithilfe von Mikronährstoffen nachkommen. Je besser der Körper mit Nährstoffen versorgt ist, desto besser funktioniert der gesamte Organismus. Ein Mikronährstoffmangel kann sich also negativ auf den Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken. Um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihre weiteren Therapien zu unterstützen, sollten Sie also auf Ihren Mikronährstoffhaushalt achten.

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen?

Egal ob Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder die Antibabypille. Schon ein einzelnes Medikament kann unsere optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ungünstig beeinflussen. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto intensiver wird in den Mikronährstoffhaushalt eingegriffen, was Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinander sowie das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht. Hierdurch kann nicht nur die Wirkung des Medikaments negativ beeinflusst werden, sondern auch die Funktion der Mikronährstoffe. Welche Medikamente Nebenwirkungen bei Rheuma haben können, führen wir weiter unten noch genauer aus.

 

Welche Lebensphasen führen noch zu einem erhöhten Mikronährstoff-Bedarf?

Aber nicht nur die regelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einem erhöhten Mikronährstoffbedarf. Es gibt bestimmte Lebensphasen und Umstände, die ein erhöhtes Risiko für einen Nährstoffmangel aufweisen:

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • ältere Menschen
  • Menschen mit Magen-Darm-Störungen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen

 

Diesen erhöhten Bedarf zu decken, ist nicht immer einfach. Trotz des reichhaltigen Angebotes an verschiedenen Lebensmitteln verringern verschiedene Faktoren den Mikronährstoffgehalt in Lebensmitteln:

  • nicht ausgereiftes Obst und Gemüse
  • größere Erträge in der Landwirtschaft
  • Einsatz von Pestiziden

 

Es ist wichtig, die Ernährung mit einer breiten und möglichst natürlichen Basis an allen Vitaminen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu optimieren.

 

Mikronährstoffkonzentrat als Grundlage

Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

Das Angebot an Mikronährstoffpräparaten ist groß und unübersichtlich. Entscheidend beim präventiven Ansatz ist die natürliche Vielfalt. Das ideale Mikronährstoffpräparat ist auf natürlicher Basis produziert, enthält neben allen klassischen Mikronährstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme, ist flüssig, glutenfrei und vegan. Die Bioverfügbarkeit sollte wissenschaftlich belegt sein und es sollten keine künstlichen Aroma- oder Konservierungsstoffe enthalten.

Mikronährstoffe haben wir im Kapitel über Ernährung schon gestreift. Sie sind sozusagen das Schmieröl, dass alle Prozesse in unserem Körper reibungslos ablaufen können.

 

Natürliche Antioxidantien

Die vermehrte Bildung von freien Radikalen und ein ungenügender Antioxidantienstatus sind wichtige krankheitsrelevante Faktoren bei der Entstehung von rheumatischen Erkrankungen 19. Bei der Untersuchung von fast 50.000 Engländern wurde beispielsweise festgestellt, dass die Gruppe, die am wenigsten natürliches Vitamin C aufnahm (unter 55 mg am Tag), ein mehr als dreifach gesteigertes Risiko für ein entzündliches Rheuma hatte gegenüber denjenigen, die über 100 mg Vitamin C am Tag zu sich nahmen 20.

Hinweis

Oxidativer Stress

Oxidativer Stress entsteht durch das Überangebot an freien Radikalen. Freie Radikale sind Verbindungen, die auf Grund eines „verlorenen“ Elektrons chemisch instabil, kurzlebig und hoch reaktiv sind. Sie entreißen anderen Molekülen Elektronen, um selbst wieder in einen stabilen Zustand übergehen zu können. Dadurch ändern sich jedoch deren Eigenschaften. In unserem Körper kann es durch zu viele freie Radikale (oxidativer Stress) zu Funktionsstörungen innerhalb der Zellen und zu Krankheiten kommen.

 

Freie Radikale entstehen als Nebenprodukte bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen in unserem Organismus. Vor allem bei der Produktion von Energie für die Zellen in den Mitochondrien, wo aggressiver Sauerstoff verarbeitet wird, entstehen sehr viele freie Radikale. Sie sind aber nicht nur schädlich. Unter anderem erfüllen freie Radikale wichtige Aufgaben in der Immunabwehr, da sie Fremdorganismen, zum Beispiel Bakterien und Viren attackieren.

Damit körpereigene Strukturen wie die Bausteine der Erbsubstanz, Eiweiße wie Enzyme und besonders ungesättigte Fettsäuren der Zellwand keinen Schaden nehmen, muss die Zelle sich selbst vor Angriffen von freien Radikalen schützen. Dies übernehmen Radikalfänger, sogenannte Antioxidantien.

 

Sie können Elektronen abgeben, dadurch freie Radikale entgiften und sich selbst in einem Kreislauf von Reaktionen regenerieren. Bekannte Radikalfänger sind die Vitamine C, E und A. Jedoch spielen in der Zelle vor allem auch antioxidative Enzyme wie Superoxiddismutase (SOD), Katalase (KAT) und Glutathionperoxidase (GPX) eine bedeutende Rolle. Diese Enzyme benötigen als Cofaktoren die Spurenelemente Zink, Mangan und Selen sowie Kupfer und Eisen.

Aufgrund des erhöhten oxidativen Stresses bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma ist der Verbrauch von Mikronährstoffen erhöht und die zusätzliche Einnahme von Mikronährstoffen dringend anzuraten. Dabei haben sich natürliche Mikronährstoffkombinationen deutlich besser bewährt als die Einnahme einzelner Mikronährstoffe 21. So hat eine Studie aus Amerika gezeigt, dass Vitamine aus Obst oder Gemüse zusammen mit den sekundären Pflanzenstoffen darin mehr als 200-mal stärker vor freien Radikalen schützen als einzelne Vitamine 22 .

Bei der rheumatoiden Arthritis können freie Radikale vor allem während der Entzündungsschübe eine wesentliche Rolle bei der fortschreitenden Zerstörung der Gelenkknorpel spielen. Ein Mangel an Mikronährstoffen kann wiederum der Entzündung Vorschub leisten und das Abklingen des Rheumaschubes verzögern 23.

Daneben haben natürliche Mikronährstoffe noch zahlreiche andere positive Effekte bei Rheuma. Durch chronische Schmerzen werden beispielsweise vermehrt Stresshormone freigesetzt. Der dadurch veränderte Stoffwechsel braucht deutlich mehr Mikronährstoffe 24. Die Einnahme einer komplexen Mikronährstoffkombination hat bei einer 30-tägigen placebo-kontrollierten Studie nachweislich die Stress-Toleranz der Teilnehmer verbessert und die Schäden, die der Stress im Körper anrichtet, verringert 25.

 

Omega-3-Fettsäuren

Wie im vorigen Kapitel über die Ernährung schon erwähnt, spielen die Omega-3-Fettsäuren speziell in der Therapie von rheumatischen Erkrankungen eine ganz wichtige Rolle. In zahlreichen Studien wurde gezeigt, dass eine zusätzliche Einnahme von Omega-3-Fettsäuren das gesamte Entzündungsgeschehen positiv beeinflusst 26.

Folgende Effekte von Omega-3-Fettsäuren wurden in Studien belegt 27:

  • generell werden die Schmerzen reduziert
  • die Anzahl schmerzempfindlicher Gelenke nimmt ab
  • die Schwellung der Gelenke nimmt ab
  • die Morgensteifigkeit nimmt ab
  • der Bedarf an anti-entzündlichen Medikamenten wird reduziert
  • die körperliche Leistungsfähigkeit nimmt zu 28

 

Zusätzlich haben die Omega-3-Fettsäuren auch noch Wirkungen auf das Immunsystem, um die zugrundeliegende Autoimmunkrankheit zu verbessern 29. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Omega-3-Fettsäuren vom Verdauungssystem besser aufgenommen werden, wenn sie in einer flüssigen Emulsion (z.B. in einem Saft) und nicht in Kapseln eingenommen werden 30 .

Das zeigt auch, wie wichtig für den gesunden Effekt einer Mikronährstoffergänzung die Gesamtkomposition ist. Je ähnlicher Sie der gesunden Ernährung mit Obst, Gemüse und Kräutern ist, umso besser ist auch die Wirkung im Körper. Deshalb ist es bei Rheuma auch wichtig, dass neben den bisher erwähnten Mikronährstoffen (genau wie in Lebensmitteln auch) alle weiteren Mikronährstoffe enthalten sind.

 

Vitamin D

Seit kurzem ist beispielsweise Vitamin D in den Fokus der Forschung gerückt. Patienten mit Rheuma brauchen auf jeden Fall zusätzliches Vitamin D. Für Vitamin D ist übrigens in Mitteleuropa auch in der gesunden Bevölkerung ein weitverbreiteter Mangel nachgewiesen worden 31. Neben seinen Effekten gegen Autoimmunkrankheiten kann Vitamin D speziell bei rheumatoider Arthritis die Krankheitsaktivität positiv beeinflussen 32.

Ausflug in die Wissenschaft

Mikronährstoffe bei Methotrexat-Therapie

Untersucht wurde auch, wie sich die Einnahme von zusätzlichen Mikronährstoffen auf die Wirksamkeit einer laufenden medikamentösen Rheumatherapie auswirkt. Dies ist seit Jahren ein großer Diskussionspunkt, da das sehr oft verwendete Medikament Methotrexat (MTX) den Folsäurestatus stark beeinträchtigt. Rheumapatienten wird deshalb heute noch oft geraten, während einer MTX-Therapie keine Mikronährstoffe, die Folsäure enthalten, einzunehmen, da es die Wirkung des Medikamentes abschwächen könnte. Diese Aussage wurde mittlerweile durch zahlreiche Studien widerlegt. Es konnte gezeigt werden, dass die Einnahme von Folsäure nicht nur die Medikamentenwirkung nicht abschwächt 33, es wird sogar die Einnahmetreue bei MTX aufgrund er verringerten Nebenwirkungen verdoppelt 34. Zusätzlich wurde in diesen Studien nachgewiesen, dass die Einnahme von Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren die Wirksamkeit der medikamentösen Therapie ebenfalls verbessern.

Spurenelemente

Schon lange ist bekannt, wie wichtig Spurenelemente wie Zink und Selen beim Kampf gegen Entzündungen sind 35. Aktuelle Erkenntnisse zeigen, dass gerade Rheuma-Patienten hier einen eklatanten Mangel an diesen wichtigen Mikronährstoffen aufweisen 36. Erschwerend kommt hinzu, dass auch die verschiedenen Medikamente gegen Rheuma einen negativen Einfluss auf den Haushalt der Spurenelemente haben 37.

Ausflug in die Wissenschaft

Schmerzreduzierende Mikronährstoffe

Für Vitamin C, Beta-Carotin und Vitamin E wurde nachgewiesen, dass Gelenkzerstörung und Schmerzen verringert werden 58 . Für Vitamin E konnte zudem bei den Parametern Bewegungs-, Ruhe- und Druckschmerz eine Gleichwertigkeit gegenüber den am häufigsten verwendeten Schmerzmitteln gezeigt werden 59.

Ebenso wurde mit B-Vitaminen eine deutliche Verbesserung der Wirkung von nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) erreicht und der Schmerzmittelverbrauch ging zurück 60.

Bei der gleichzeitigen Gabe von Vitamin E, Selen und Omega-3-Fettsäuren verringerten sich der Bedarf an NSAR um 62 % und der Corticoid-Bedarf um 34 % 61.

Sekundäre Pflanzenstoffe

Außerdem wird in der Wissenschaft immer klarer, wie wichtig die sekundären Pflanzenstoffe bei Rheuma sind. So konnte beispielsweise von Inhaltsstoffen des grünen Tees nachgewiesen werden, dass sie Entzündungen in Gelenken reduzieren und Knorpelverlust und Arthrose bremsen 38. Ähnliche Effekte wurden von deutschen Forschern auch für Inhaltsstoffe in Trauben entdeckt 39. Auch im Cranberry-Saft wurden Stoffe entdeckt, die die Krankheitsaktivität bei rheumatoider Arthritis reduzieren helfen 40.

 

Sie sehen an diesen wenigen Beispielen, wie groß die Möglichkeiten sind, mit einer zusätzlichen Mikronährstofftherapie Ihre Krankheit zu beeinflussen. Und Sie werden an diesen Beispielen erkannt haben, dass es nicht besonders sinnvoll ist, einen einzelnen Mikronährstoff einzunehmen. In der modernen Mikronährstofftherapie bevorzugt man deshalb heute als Basistherapie bei Rheuma eine moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischung. So kann ein einziges gutes Präparat alle oben genannten Vorteile vereinen, alle Zellen werden optimal versorgt und der Körper kann ungebremst an seiner Gesundung arbeiten.

Gleichzeitig erhält man dadurch eine deutliche Verstärkung der Wirkung, da es nur bei den Kombinationen der Natur zu sehr starken Synergieeffekten kommt. Es kommt nämlich dann noch ein weiterer Effekt dazu, wenn Sie eine natürliche, aus reifen Lebensmitteln hergestellte Mikronährstoffergänzung einnehmen. Diese wirkt nämlich auch noch entsäuernd, was für Sie weitere gesundheitliche Vorteile bringt

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Unser Buch-Tipp für ein tieferes Verständnis vom Säure-Basen-Haushalt und wie der Körper entsäuert werden kann:


 

Lebensstil

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Lebensstil in der Übersicht

  • Stressbewältigung verbessert die Lebensqualität.
  • Regelmäßige Bewegung ist das beste „Medikament“ bei Rheuma.
  • Ungesunder Lebensstil ist für die Schwere der Symptome verantwortlich.

Neben der Ernährung und der Versorgung mit Mikronährstoffen kommt auch dem allgemeinen Lebensstil eine wichtige Bedeutung im Kampf gegen Rheuma zu. Studien zeigen, dass bei etwa der Hälfte der Rheumapatienten der jeweilige Lebensstil für die Schwere der Symptome verantwortlich ist 41.

 

Stressbewältigung und Entspannung

Da vor allem psychischer Stress viele Formen von Rheuma verschlechtert, ist es ratsam, Strategien zur Stressbewältigung zu finden. Dazu gehören die Entspannungsverfahren wie das Autogene Training und die progressive Muskelentspannung nach Jacobson.

Andere Möglichkeiten sind Feldenkrais, Yoga, Tai-Chi oder Chi Gong. Es geht bei allen Methoden darum, seelischer und körperlicher Anspannung entgegenzuwirken. Obwohl gute Studien zu diesen Therapieverfahren rar sind, deuten die vorhandenen Studien darauf hin, dass sich bei regelmäßiger Anwendung positive Effekte für die Gelenkschmerzen und die allgemeine Lebensqualität einstellen 42.

 

Sport & Bewegung

Ganz wichtig ist auch die regelmäßige körperliche Bewegung. Bewegung kann anfangs den Schmerz verstärken. Aber ein regelmäßiges Training bessert die Symptome in einem ähnlichen Umfang wie Medikamente und hat obendrein weitere positive Effekte. Es eignen sich Spazierengehen, Walken, Schwimmen, Radfahren und Aquajogging. Setzen Sie sich mindestens 20 bis 30 Minuten körperliches Training an vier Tagen pro Woche zum Ziel.

Ausflug in die Wissenschaft

Was man in drei Monaten erreichen kann

In einer kürzlich veröffentlichten portugiesischen Studie 43 wurde ein 3-Monats-Programm mit ca. einstündig durchgeführten moderaten Aerobic- und Kraftübungen dreimal pro Woche getestet. Dieses Programm erwies sich nicht nur als sicher, sondern war auch physisch und psychisch für die Teilnehmer günstig.

So verbesserte sich bei einem Drittel der Teilnehmer ein Messwert für Alltagstätigkeiten deutlich, bei etwa der Hälfte der Teilnehmer verbesserte sich die Beweglichkeit,  der Cortison-Verbrauch sank bei zwei Drittel der Teilnehmer und ein weiteres Drittel brauchte keine zusätzlichen Entzündungshemmer mehr. Dazu verbesserte sich auch bei vielen Teilnehmern das psychische Befinden.

Aber bitte beachten Sie: diese guten Effekte erreichen Sie nur bei ausreichender Mikronährstoffzufuhr, da mehr Bewegung auch einen höheren Mikronährstoffbedarf nach sich zieht. Es hängt einfach alles miteinander zusammen.

Funktionstraining

Um besonders bei Rheumatikern Bewegung zu fördern, ohne die Kranken zu überfordern wurde das sogenannte Funktionstraining entwickelt. Spezielle Übungen – als Warmwasser- oder Trockengymnastik – dienen dazu, die Funktionen der kranken Gelenke zu erhalten 44 . Bewegung ohne Belastung ist das Prinzip. Es wird häufig von spezialisierten Physio- oder Ergotherapeuten angeboten.

Nachgewiesene Effekte von regelmäßiger Bewegung bei Rheumatikern sind 45:

  • Verbesserung des bei Rheuma erhöhten Herz-Kreislauf-Risikos
  • Verlangsamung einer Arterienverkalkung
  • Verringerung des Krankheitsaktivität bei Rheuma
  • Verbesserung der Knochendichte
  • Verbesserung des Selbstwertgefühls
  • Besserung von depressiven Symptomen
  • Verbesserung der Schlafqualität
  • Stärkung der Muskelkraft
  • Verringerung von Schmerzen
  • Verringerung der systemischen Entzündung

Konventionelle Therapie

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Konventionelle Therapie in der Übersicht

  • zahlreiche, in ihrer Wirkungsweise sehr unterschiedliche Medikamente werden bei Rheuma eingesetzt:
    • Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR)
    • Biologika
    • Basistherapeutika
    • Glucocorticoide
    • Schmerzmittel
  • invasive Therapien: Operationen und Gelenkersatz

Medikamentöse Therapie

Wie weiter oben schon erwähnt, gibt es heute zahlreiche Medikamente, die bei Rheuma eingesetzt werden. Leider sind die Erfolge nicht sehr ermutigend, gerade wenn man sie zur Rate der Nebenwirkungen ins Verhältnis setzt. Auch die wissenschaftliche Datenlage zur Wirksamkeit dieser Medikamente ist nicht besonders gut. Nach den offiziellen Therapieleitlinien ist für viele Medikamente eine langfristige Wirksamkeit nicht nachgewiesen.

Deshalb wollen wir dieses Kapitel hier sehr kurzhalten und nur die wichtigsten Medikamentengruppen kurz vorstellen.

 

Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR)

Dies sind immer noch die meist verordneten Medikamente bei Rheuma und rheumatoider Arthritis. Doch im Gegensatz zu Ihrem Namen wirken sie nicht ursächlich gegen Rheuma, sondern bekämpfen nur symptomatisch die Entzündung und den Schmerz.

NSAR haben bei dauerhafter Anwendung viele Nebenwirkung. Die gefährlichste und häufigste ist sicher die Gefahr der Magenblutung. Deshalb wird meist zum „Magenschutz“ noch ein Magensäureblocker dazu verordnet. Auch diese haben Nebenwirkungen, u.a. wird die Gefahr einer Osteoporose deutlich erhöht.

 

Biologika

Auch bei diesen modernen Medikamenten gegen Entzündungen ist der Name irreführend. Es handelt sich nicht um natürliche Stoffe, wie der Name vermuten ließe. Vielmehr sind es synthetisch hergestellte Antikörper, die sich gegen spezielle Botenstoffe im Entzündungsgeschehen richten. Manchmal schafft man es mit diesen Medikamenten, den Krankheitsprozess bei Rheuma zum Stoppen zu bringen.

Doch auch diese Medikamente haben, neben ihrem hohen Preis, den Nachteil zahlreicher Nebenwirkungen.

 

Basistherapeutika

Basistherapeutika werden auch als langwirksame Antirheumatika (LWAR) oder krankheitskontrollierende Medikamente (Disease modifying anti-rheumatic drugs, DMARD) bezeichnet. In diese Gruppe fallen sehr unterschiedliche Medikamente wie Krebsmedikamente (Zytostatika), Anti-Malaria-Medikamente und Medikamente, die zur Behandlung von Darmentzündungen entwickelt wurden.

Sie alle sollen insgesamt des Krankheitsgeschehen herunterfahren und verlangsamen, haben aber ebenfalls teils erhebliche Nebenwirkungen. Bei einigen dieser Medikamente müssen in engen Abständen die Blutwerte auf mögliche Organschäden hin kontrolliert werden.

 

Glucocorticoide

Kortisonhaltige Medikamente werden bei Rheuma nur noch recht selten und eher kurzzeitig eingesetzt. Sie können ebenfalls des Entzündungsgeschehen herabsetzen, die Wirkung ist aber im Vergleich zu den Nebenwirkungen vor allem bei längerer Einnahme nicht zufriedenstellend.

 

Schmerzmittel

Reine schmerzbekämpfende Medikamente haben in der symptomatischen Behandlung ihren Platz bei Rheuma. Sie kommen vor allem in fortgeschrittenen Stadien zum Einsatz und sollen Linderung bei starken Schmerzen bringen.

 

 

Invasive Therapien

Manchmal kann bei rheumatoider Arthritis eine Operation nötig sein. Vor allem, wenn größere Gelenke zerstört sind, können diese durch künstliche Gelenke ersetzt werden. Dies ist mittlerweile bei Hüfte und Knie ein Routineeingriff, doch es können heutzutage auch andere Gelenke ersetzt werden.

Eine weitere Operation, die gelegentlich durchgeführt wird, ist die Entfernung der entzündeten Gelenkinnenhaut, der Synovialis. Dieses Verfahren wird allerdings nicht mehr allzu oft angewendet.

 

Ganzheitliche Therapie

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Ganzheitliche Therapie in der Übersicht

  • Zahlreiche Heilpflanzen haben nachgewiesene Wirkungen gegen Rheuma:
    • Teufelskralle
    • Weihrauch
    • Weidenrinde und andere
  • Akupunktur hilft, die Symptome zu lindern
  • Entsäuerung hilft Schmerzen zu reduzieren.
  • Sauna und Kneipp´sche Anwendungen zeigen recht schnell Erfolge.
  • Heilfasten hat zahlreiche gute Wirkungen bei Rheuma.
  • Physiotherapie ist für den Erhalt der Beweglichkeit sehr wichtig.

 

Heilpflanzen gegen Rheuma

Es gibt einige, auch wissenschaftlich gut untersuchte Heilpflanzen, die entzündungshemmend wirken und die gelenkzerstörenden Prozesse aufhalten können. Ihr Einsatz bei rheumatoider Arthritis ist mindestens als Zusatz zur klassischen Therapie empfehlenswert.

Da pflanzliche Medikamente – genau wie Lebensmittel – komplexe Mischungen aus vielen verschiedenen Wirkstoffen sind, kann man deren therapeutische Wirkung oft nicht an einem einzigen Wirkstoff festmachen. Dennoch hat es sich in der Praxis bewährt, pflanzliche Medikamente zu verwenden, die auf den vermuteten Hauptwirkstoff standardisiert sind.

Im Allgemeinen haben diese Medikamente ein sehr geringes Nebenwirkungsrisiko.

 

Pflanzliche Gamma-Linolensäure

Gamma-Linolensäure ist eine Fettsäure, die in Nachtkerzenöl und Borretschsamenöl enthalten ist. Ihre entzündungshemmende Wirkung ist gut untersucht. Es wurden zahlreiche Mechanismen nachgewiesen, die bei Rheuma zu einer Verbesserung führen. Unter anderem greifen Sie direkt in die Entzündungskaskade ein und stärken auch das Immunsystem.

 

Sesam-Öl

Zur gelenkschützenden Wirkung von Sesam-Öl als Nahrungsergänzung gibt es ebenfalls zahlreiche Studien. Demnach wirkt es entzündungshemmend im Gelenk und schützt den Gelenkknorpel, indem es Enzyme blockiert, die den Gelenkknorpel abbauen würden 46.

 

Weihrauch-Extrakte

Extrakte aus der Boswellia-Familie werden im Ayurveda seit Jahrhunderten bei Gelenkentzündungen verwendet. Mittlerweile gibt es auch von der westlichen Wissenschaft einige gute Studien zu deren Wirksamkeit. Vereinfacht kann man die Wirkung von Weihrauch auf das Entzündungsgeschehen mit der von Kortison vergleichen.

Besonders gut scheint Weihrauch in Kombination mit anderen pflanzlichen Stoffen zu wirken. In einer Studie wurde nachgewiesen, dass die Kombination von Weihrauch und Kurkuma eine bessere Wirkung auf die entzündeten Gelenke hatte als die eines Standardmedikamentes 47.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Die verschiedenen Boswelliasäuren des Weihrauchs können die Bildung von Leukotrienen, Prostaglandinen und proinflammatorischen Zytokinen hemmen – diese spielen im Zusammenhang mit chronisch entzündlichen Erkrankungen eine wichtige Rolle. Die Anwendung mit Weihrauch kann äußerlich durch Salben, oder innerlich durch die orale Einnahme von Weihrauchpräparaten in Form von Kapseln geschehen.  

Unser Tipp für Weihrauchcreme und Weihrauchkapseln zur Schmerzlinderung:


 

Weidenrinde

Extrakte aus der Weidenrinde enthalten unter anderem Salicylsäure, den Wirkstoff, den auch ASS enthält. Studien zeigen eine moderate Wirksamkeit bei Gelenkentzündungen. Der schmerzlindernde und entzündungshemmende Effekt wird offenbar bei längerer Einnahme besser 48. Die empfohlene Dosierung sollte bei mindestens 240 mg Salicin pro Tag liegen.

 

Teufelskralle

Die Teufelskralle hat schmerzlindernde und entzündungshemmende Effekte. In zahlreichen Studien konnten diese Wirkungen nachgewiesen werden. Schon nach acht Wochen der Einnahme berichteten die Patienten von weniger Schmerzen, besserer Beweglichkeit und auch das Scheuern in den Gelenken nahm ab 49.

Empfohlen wird mindestens ein Gramm des Pflanzenextraktes täglich.

 

Akupunktur bei Rheuma

Zur Wirksamkeit von Akupunktur bei Rheuma gibt es zahlreiche Studien. Eine systematische Analyse von 43 Studien aus dem Jahr 2018 hat gezeigt, dass Akupunktur die Lebensqualität von Rheuma-Patienten deutlich verbessert 50.

Verantwortlich für die Wirksamkeit der Akupunktur sind u.a. anti-entzündliche und anti-oxidative Effekte und spezifische Effekte auf das Immunsystem 51.

 

Saunatherapie bei Rheuma

Regelmäßige Saunabesuche haben neben den Effekten für das Immunsystem und das vegetative Nervensystem (Stress-Management) auch weitere direkte Effekte bei Rheuma. So zeigte eine Studie über Infrarot-Sauna schon nach 4 Wochen deutliche Effekte auf den Gelenkschmerz und die Steifheit und einige Faktoren deuteten auch auf eine langfristige Verbesserung hin 52.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Wir empfehlen Ihnen eine regelmäßige Infrarottherapie, um Symptome von Rheuma effektiv zu vermindern. Dabei wird die Durchblutung angeregt, Muskel- und Gelenkschmerzen gelindert und die Ausscheidung toxischer Stoffe gefördert. Wegen ihres wärmenden und wohltuenden Effekts wird Infrarotstrahlung oft auch als „Wärmestrahlung“ bezeichnet. Eine regelmäßige Anwendung mit einer Dauer von 25-40 Minuten kann zu erheblicher Linderung der Symptome führen.

Die Infrarotkabine von Dawello bietet ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Sie ist nicht nur leicht aufzubauen, sondern ist auch mit überdurchschnittlich vielen Strahlern ausgestattet: 


 

Basenbäder

Wie in vorherigen Kapiteln schon erwähnt, ist die Übersäuerung des Gewebes für Entzündungen und eine erhöhte Schmerzwahrnehmung verantwortlich 53. Eine gute Möglichkeit, neben basischen Nahrungsergänzungen und basischer Ernährung 54 sind wöchentliche Basenbäder. Dabei nützt man die Entsäuerung über die Haut, in dem man ein basisches Badesalz ins Badewasser gibt. Das Basenbad soll mindestens 30 Minuten dauern, besser sind 45 bis 60 Minuten.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Durch verschiedene Faktoren, wie beispielsweise eine unausgeglichene Ernährung mit Weißmehl, Zucker und Alkohol oder unzureichender Bewegung kann es zu einer chronischen Übersäuerung kommen. Unser Körper hat damit nicht genug basisch wirkende Stoffe, um Säuren zu neutralisieren. Ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt ist Grundvoraussetzung, damit der pH-Wert unseres Blutes im Idealbereich zwischen 7,34 – 7,45 liegt.

Unsere Empfehlung für ein Basenbad:


 

Heilfasten gegen Rheuma

Zahlreiche Studien und die Erfahrung von vielen Therapeuten zeigen den positiven Effekt von kurzfristigem (z.B. einwöchigem) Heilfasten auf die Krankheitsaktivität bei Rheuma. So ließen sich geringere Entzündungswerte nach dem Fasten nachweisen und auch viele Immunparameter waren danach besser 55.

Nach neueren Studien kann dieser Effekt noch verstärkt werden, wenn sich an das Fasten eine Phase mit vegetarischer Ernährung anschließt 56.

Im Anschluss an eine Heilfastenperiode ist eine Darmsanierung sinnvoll.

 

Physiotherapie bei Rheuma

Durch Bewegungsmangel und Schonhaltung werden Muskeln schwächer, Bänder und Sehnen verkürzen. Dies führt zu weiteren Problemen und zusätzlichen Schmerzen. Wie im Kapitel „Lebensstil“ schon angedeutet, ist eine gezielte Physiotherapie bei Rheuma zum Erhalt der Beweglichkeit deshalb sehr wichtig. Zahlreiche Studien haben dies bestätigt 57.

Besonders wichtig ist, sich auch Übungen für zu Hause zeigen zu lassen, um den Effekt der Übungen über die Besuche beim Physiotherapeuten hinaus zu verlängern und möglichst aktiv selbst an der Verbesserung der Symptomatik zu arbeiten.

 

 

 

Checkliste

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei Rheuma

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich und Ihre Angehörigen so gut wie möglich über Ihre Erkrankung
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patienten und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Gesunde Ernährung: anti-entzündlich, überwiegend pflanzlich, viel „Bio“, weniger Kohlenhydrate, gesunde Fette (Seefisch und pflanzliche Öle), viele Kräuter und Gewürze
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf Ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei Rheuma stehen alle Mikronährstoffe im Fokus – eine Breitbandversorgung ist daher unerlässlich.
  • Bewegung: regelmäßig, nicht über die eigenen Grenzen gehen, gezielte Übungen erlernen
  • Rauchverzicht: Ihrer Gesundheit zuliebe
  • Heilpflanzen-Extrakte: Standardisierte Extrakte verschiedener Heilpflanzen wirken gut und sind sicher. Sie sollten sich unbedingt hier mit Ihrem Therapeuten absprechen.
  • Entsäuerung: wirkt chronischen Entzündungen entgegen
  • Heilfasten: seit vielen Jahren bewährt und gegen Rheuma sehr wirksam, am besten in Kombination mit anschließender Darmsanierung und einer Phase vegetarischer Ernährung

Quellenangaben

1 Yin X. et al.: Thyroid epigenetics: X chromosome inactivation in patients with autoimmune thyroid disease. Ann N Y Acad Sci. 2007(1110): S. 193-200

2 Rotondi M. et al.: Role of chemokines in endocrine autoimmune diseases. Endocr Rev. 2007(5): s. 492-520(3) Poncin S. et al.: Minimal oxidative load: a prerequisite for thyroid cell function. J Endocrinol. 2009(1): S. 161-167

3 Bergot A.S. et al.: The microbiome and rheumatoid arthritis. Best Pract Res Clin Rheumatol. 2020 Mar 18:101497. doi: 10.1016/j.berh.2020.101497.

4 Czeus et al.: Alkaline mineral supplementation for patients with rheumatoid arthritis. Rheumatology 2005 (44): S. i79

5 Sarzi-Puttini P. et al.: Increased neural sympathetic activation in fibromyalgia syndrome. Ann N Y Acad Sci. 2006 (1069): S. 109-117.

6 Heliövaara M. et al.: Coffee consumption, rheumatoid factor, and the risk of rheumatoid arthritis. Ann Rheum Dis 2000(59): S. 631-635

7 Karlson, E.W. et al.: Gene-environment interaction between HLA-DRB1 shared epitope and heavy cigarette smoking in predicting incident rheumatoid arthritis. Ann. Rheum. Dis. 2010, 69, 54–60.

8 Lopez-Oliva I. et al.: Gums and joints: is there a connection? Part two: the biological link. Br Dent J. 2019 Oct;227(7):611-617. doi: 10.1038/s41415-019-0723-7.

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