Schlaganfall – Ursachen, Symptome und ganzheitliche Therapie

„Vom Schlag getroffen“ – jeder 2. Mensch, der einen Schlaganfall erleidet, bleibt pflegebedürftig oder schwerstbehindert. Wir stellen zahlreiche Methoden vor, die Sie nach einem Schlaganfall unterstützen und vor allem, wie Sie einem Schlaganfall bereits vorbeugen können. Die Möglichkeiten der Prävention sind vielseitig, effektiv und können Ihren gesamten Lebensstil und Ihre Gesundheit positiv beeinflussen.

Experte:

Corina Hajak

Prakt. Ärztin, Expertin für integrative Medizin

Letzte Aktualisierung: 11. November 2020

Schlaganfall – die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Was ist ein Schlaganfall? Ausfälle bestimmter Teile des Gehirns und Absterben der Nervenzellen durch Unterversorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff; akute Ursache: plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn (80 % der Fälle) oder Gehirnblutung; Todesursache Nr. 3 in Deutschland und häufigster Grund für bleibende Behinderung im Erwachsenenalter
  • Ursachen & Risikofaktoren: Lebensstilfaktoren wie ungesunde Ernährung (Western Style Diet), Mikronährstoffmangel, wenig Bewegung, Stress und Rauchen fördern Übergewicht, entgleiste Blutfett- und Blutzuckerwerte, entzündliche Prozesse, Bluthochdruck und oxidativen Stress – sie bilden die Grundlage der Entwicklung einer Atherosklerose und in Folge Durchblutungsstörungen im Gehirn oder Hirnblutungen.
  • Symptome: einseitige Lähmungen, Sprach- und Sehstörungen, stechende Kopfschmerzen, Übelkeit und Orientierungsverlust
  • Diagnose und Tests: Anamnese und neurologische Untersuchung, CT/MRT, EKG, Laborparameter, Ultraschall (Echokardiografie, Doppler-Untersuchung mit Intima-Media-Dicke-Messung), Angiografie und EEG
  • Prognose und Verlauf: Die Prognose und Komplikationen sind abhängig von der Größe und der Lokalisation des betroffenen Hirnareals und der Schnelligkeit der durchgeführten Behandlung, Alter, weiteren Vorerkrankungen und bestehenden Risikofaktoren. Veränderungen im Lebensstil senken das Risiko für einen weiteren Schlaganfall.
  • Empfohlene Ernährung: Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich – das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt. Anti-entzündlich heißt: reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe. Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Seefisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle. Die mediterrane Diät schützt nachweislich vor Gefäßveränderungen und den Folgen Herzinfarkt und Schlaganfall.
  • Therapie: 
    • Mikronährstoffe: Alle Mikronährstoffe in Kombination sind bedeutend für die Minimierung der Risikofaktoren für Atherosklerose, der Prävention von Schlaganfällen und einen optimal funktionierenden Organismus. Eine optimale Mikronährstoffversorgung kann zu einer Reduktion der Intima-Media-Dicke beitragen und ist wichtiger Pfeiler der Atherosklerose-Prophylaxe.
    • Lebensstil: Sie selbst sind gefragt! Sport und Bewegung, Reduzierung des Nikotin- und Alkoholkonsums, Entspannungsverfahren und erholsamer Schlaf und Schlafhygiene tragen maßgeblich zur Gesamtgesundheit und Prävention eines Schlaganfalls und zu einer effektiven Rehabilitation bei.
    • Konventionelle Therapie (Akuttherapie): „Zeit ist Hirn!“ Behandlung auf der Stroke Unit: Thrombolyse innerhalb von 4,5 Stunden nach den ersten Symptomen, mechanische Thrombektomie: Blutpfropf wird über katheter-gestützte Verfahren herausgezogen, Operationen (große Hirnblutungen, Halsarterienverengung), Medikamente zur Therapie und Prophylaxe von hohem Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerten und zur Blutverdünnung
    • Ganzheitliche Therapie: Die Bestandteile der Rehabilitation zielen alle auf die größtmögliche Wiederherstellung der beeinträchtigen motorischen und kognitiven Fähigkeiten, die Verbesserung der Lebensqualität und Erhaltung der Selbstständigkeit ab; dazu gehören: Physiotherapie, Ergotherapie, Neurofeedback, Sprach- und Schlucktherapie, Musiktherapie, Imaginationen/Training zur Bewegungsvorstellung, transkranielle Magnetstimulation (TMS) und Psychotherapie
  • Checkliste und Empfehlungen bei Schlaganfall: Das können Sie selbst vor/nach einem Schlaganfall tun

Was ist Schlaganfall?

Das-Wichtigste-in-Kürze

Schlaganfall in der Übersicht

  • Ausfälle bestimmter Teile des Gehirns und Absterben der Nervenzellen durch Unterversorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff durch plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn (80 % der Fälle) oder Gehirnblutung
  • Todesursache Nr. 3 in Deutschland und häufigster Grund für bleibende Behinderung im Erwachsenenalter
  • Stroke Units sind internistisch-neurologische Zentren, die auf eine schnelle, effiziente Behandlung von Schlaganfällen spezialisiert sind.
  • typische Ausfallerscheinungen: Lähmungen, Sprach- und Sehstörungen
  • Vorübergehende Ausfallerscheinungen bezeichnen Mediziner als TIA (Transitorische ischämische Attacke).
  • Beim Schlaganfall muss der eigentliche Fokus auf der Prävention liegen: Die meisten Risikofaktoren entstehen durch einen ungesunden Lebensstil.

Das „schlagartige“ Aussetzen bestimmter Hirnfunktionen ist bezeichnend für den Schlaganfall (Synonyme: Apoplexie, Apoplex, Hirnschlag, Schlag, zerebraler Insult). Teile des Gehirns werden aufgrund eines Gefäßverschlusses mit Durchblutungsstörung oder einer Gehirnblutung nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Zu den typischen Ausfallerscheinungen gehören Lähmungen, Seh- und Sprachstörungen und Orientierungsstörungen. Wenn Betroffene nicht schnellstmöglich behandelt werden (idealerweise auf einer Stroke Unit) und das Gewebe wieder durchblutet wird, können bleibende Behinderungen die Folge sein.

Stroke Unit

Stroke Units („stroke“ engl. für Schlaganfall) sind internistisch-neurologische Zentren, die auf eine schnelle, effiziente Behandlung von Schlaganfällen spezialisiert sind.

Ausfallerscheinungen, die länger als 24 Stunden auftreten, sprechen bereits für eine dauerhafte Schädigung des Nervengewebes. Falls Ausfallerscheinungen nur vorübergehend eintreten, bezeichnen Mediziner dies als TIA (Transitorische ischämische Attacke).

Wichtig

Beim Schlaganfall muss der eigentliche Fokus auf der Prävention liegen: Die meisten Risikofaktoren entstehen durch einen ungesunden Lebensstil (falsche Ernährung, Mikronährstoffmangel, wenig Bewegung, Stress, Rauchen, …), der wiederum viele weitere Erkrankungen begünstigt, die ebenfalls Risikofaktoren darstellen (Typ-2-Diabetes, Adipositas, Bluthochdruck, …).

Der Schlaganfall ist ein Notfall: Wenn Sie den Verdacht auf einen Schlaganfall bei sich oder Angehörigen haben, wählen Sie umgehend 112! Zeit ist Hirn!

Vorkommen und Häufigkeit

In Deutschland erleiden ca. 200.000 Menschen pro Jahr einen Schlaganfall. Schlaganfälle stehen an dritter Stelle der Todesursachen in Deutschland nach Herzinfarkt und Tumorerkrankungen, global sogar bereits an zweiter Stelle. Die Zahl der Schlaganfallpatienten (durch Durchblutungsstörung) hat zwischen 2010 und 2016 um 10,2 % zugenommen1. Bei Erwachsenen ist der Schlaganfall die häufigste Ursache für eine bleibende Behinderung.

 

Betroffen sind v. a. ältere Personen (mehr als 80 % sind über 60 Jahre alt), jedoch nicht ausschließlich – auch junge Menschen und sogar Kinder können einen Schlaganfall bekommen. In Deutschland erleiden jährlich etwa 300 Kinder einen Schlaganfall.

 

Frauen sind im Durchschnitt 75 Jahre alt bei einem Schlaganfall, Männer deutlich jünger mit 68 Jahren. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer, mit steigender Tendenz.

 

Entstehung und Differenzierung des Schlaganfalls

Die Unterversorgung mit Sauerstoff bestimmter Teile des Gehirns und das Absterben der Gehirnzellen in Folge kann durch zwei verschiedene Mechanismen entstehen:

 

  • 80 % durch Durchblutungsstörungen (Gefäßverschluss, ischämischer Infarkt)
  • 20 % durch Gehirnblutungen (hämorrhagischer Infarkt)

 

Schlaganfall durch Durchblutungsstörungen 

Der Gefäßverschluss in den Arterien des Gehirns wird durch verhärtete, verengte arterielle Gefäße (Atherosklerose, früher Arteriosklerose, ugs. Arterienverkalkung) und/oder ein Blutgerinnsel (Thrombus) verursacht. Auch ein Gefäßspasmus (ausgelöst durch eine Subarachnoidalblutung, Medikamente oder Stress) kann eine Mangeldurchblutung auslösen. Die betroffenen Gebiete des Gehirns können durch die „Verstopfung“ nicht mehr mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden. Inwieweit der betroffene Abschnitt des Gehirns dauerhaft geschädigt bleibt, hängt vom betroffenen Versorgungsgebiet (große oder kleine Arterien), Schnelligkeit der Behandlung, aber auch von den „Umgehungsstraßen“ ab, die der Blutkreislauf bereitstellt. Die Blockade in der Arterie kann auch durch ein verschlepptes Blutgerinnsel (Thrombus) ausgelöst werden, welches z. B. im Herzen aus verklumpten Blutplättchen entstand.

Ausflug in die Wissenschaft

Atherosklerose ist eine chronische Entzündung

 

Jahrelang wurde abgelagertes Cholesterin aus fett- und cholesterinreicher Ernährung in den Arterien für die „Verstopfung“ verantwortlich gemacht. Wissenschaftler wissen heute mehr über die entzündliche Genese, die zur Atherosklerose führt. Plaques in den Arterienwänden, die beim Aufplatzen ein Blutgerinnsel bilden, sind die Ursache für den Verschluss eines Gefäßes und für die gefürchteten Folgen Schlaganfall und Herzinfarkt. In der Mehrzahl der Fälle ist eine Plaqueruptur für den Infarkt verantwortlich, bei einem Drittel Plaqueerosionen.

In Zukunft werden im Labor bei Atherosklerose nicht nur die Blutfettwerte im Rahmen für ein Risikoprofil für Herz-Kreislauf-Erkrankungen kontrolliert werden müssen, sondern auch Entzündungsparameter wie CRP2 und Fibrinogen, ebenso wie der Entzündungsmarker Homocystein (siehe Ursachen). Eine gute Mikronährstoffversorgung mit Vitamin B12, B6 und Folsäure sind für einen reibungslosen Abbau von Homocystein nötig. Manche Experten messen auch dem hochsensitiven CRP (hsCRP) eine größere Bedeutung bei der Erstellung und Kontrolle des Atherosklerose-Risikoprofils bei als LDL3.

Schlaganfall durch Gehirnblutungen

Gehirnblutungen sind deutlich seltener die Ursache für einen Schlaganfall. Auch hier spielt die Atherosklerose eine wichtige Rolle bei der Entstehung, vor allem in Verbindung mit Bluthochdruck (stellen Sie sich einen brüchigen, lädierten Schlauch vor, durch den mit Hochdruck Wasser fließt). Das Gefäß platzt auf, Blut tritt ins umliegende Gewebe aus und kann das Gewebe abdrücken und so seine Funktionen einschränken. Unser Gehirn hat eine knöcherne Hülle (Schädel), und es existieren keine Ausweichmöglichkeiten – es entsteht eine raumfordernde Blutung. Auch Unfälle (Traumata) und die Überdosierung blutverdünnender Medikamente können die Ursache für eine Gehirnblutung sein.

Ursachen und Risikofaktoren

Das-Wichtigste-in-Kürze

Ursachen und Risikofaktoren in der Übersicht

  • Grunderkrankung Atherosklerose entsteht v. a. in Folge eines „westlichen Lebensstils“
  • Beeinflussbare Risikofaktoren: Bluthochdruck, Übergewicht, Typ-2-Diabetes, ungünstige Cholesterin- /Blutfettwerte, chronischer Stress, oxidativer Stress und hohe Homocystein-Werte, Bewegungsmangel, Rauchen, Schlafstörungen, hoher Alkoholkonsum, Medikamente
  • Nicht beeinflussbare Risikofaktoren: höheres Alter, weibliches Geschlecht, Schlaganfall-Häufung in der Familie, Herzerkrankungen, Erkrankungen der Blutgerinnung, Migräne-Erkrankungen
  • Trigger (akute Auslöser): Infekte, Operationen, akuter (auch psychischer) Stress, schwere körperliche Betätigung, Alltagsdrogen wie Kaffee und Alkohol (wenn keine Toleranz besteht), Medikamente, Drogen und ökologische Faktoren

Grunderkrankung bei Schlaganfall: Atherosklerose

Die Atherosklerose entsteht meist über Jahre hinweg durch eine Reihe an Risikofaktoren, die vorwiegend auf Lebensstilfaktoren basieren und eng mit unserer typisch „westlichen“ Lebensweise verknüpft sind. Aus einer ungesunden Ernährungsweise über einen längeren Zeitraum und weiteren beeinflussbaren Risikofaktoren wie wenig Bewegung, Mikronährstoffmangel, Stress und Rauchen kann sich das toxische Quartett metabolisches Syndrom entwickeln, ein entscheidender „Treiber“ der Atherosklerose: Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, Übergewicht und ungünstige Konstellation der Blutfettwerte.

 

Negative Folgen für den ganzen Organismus hat v. a. die sog. Western Style Diet, die in allen Industrieländern, auch in Deutschland, die Ernährungsweise in weiten Teilen der Bevölkerung dominiert. Diese Art der Ernährung ist hochkalorisch, zuckerreich, enthält viele gesättigte Fettsäuren, häufig Fleisch und Wurstwaren, Salz, Konservierungsstoffe und hochverarbeitete Produkte (Fastfood, Fertigmahlzeiten, …). Dagegen fehlen frisches Obst, Gemüse, hochwertige Pflanzenöle, komplexe Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Mikronährstoffe und probiotische Lebensmittel.

Mikronährstoffe für die Gefäßwände

Bei der Atherosklerose kommt es zu pathologisch veränderten Gefäßen: Verhärtung, Verengung und Plaqueeinlagerungen. Mikronährstoffe sind signifikant wichtig für gesunde Gefäßwände und eine optimale Versorgung ist einer der Basis-Pfeiler in der Atherosklerose-Prävention. Atherosklerotische Veränderungen beginnen mit einer endothelialen Dysfunktion – hier wirken Mikronährstoffe bereits als Schutz, v. a. Coenzym Q, Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren. Antioxidantien wie sekundäre Pflanzenstoffe und Vitamin C und E haben eine antientzündliche Wirkung. B-Vitamine und Folsäure sind am Abbau des Homocysteins beteiligt, einem toxischen Treiber der Arterienverkalkung.

Der Verlaufs-Parameter, der den Effekt einer guten Mikronährstoffversorgung auf die Atherosklerose zeigt, ist die Intima-Media-Dicke-Messung (siehe Diagnostik).

 

Beeinflussbare Risikofaktoren des Schlaganfalls

Viele Risikofaktoren verstärken sich gegenseitig und führen einander in Negativspiralen. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie gibt an, dass bei Vorhandensein von 10 Risikofaktoren das Schlaganfallrisiko bei 90 % liegt.

 

  • Bluthochdruck: Dauerhafte Werte ab 140/90 mmHg schädigen die Blutgefäße und begünstigen die Entstehung der Atherosklerose. Viele weitere Risikofaktoren wirken sich negativ auf den Blutdruck aus wie Übergewicht, Diabetes mellitus und chronischer Stress.
  • Übergewicht ist Teil des metabolischen Syndroms und steigert das Risiko für die Entwicklung einer Atherosklerose.
  • Typ-2-Diabetes fördert Durchblutungsstörungen und befeuert die Entstehung einer Atherosklerose durch den hohen Blutzuckergehalt. Diabetiker haben ein dreifach so hohes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden als gesunde Personen.
  • hohes Cholesterin/hohe Blutfettwerte: Dauerhaft hohes LDL in Kombination mit niedrigem HDL und erhöhten Triglyzeriden sind Hauptfaktoren für die Entstehung der Atherosklerose.

Cholesterin

Cholesterin ist ein Fettmolekül, dass als Baustein vieler Hormone sowie der Zellwände von Bedeutung ist und bei der Bildung der Gallensäure und von Vitamin D eine wichtige Rolle spielt. Es wird zu etwa 75 % vom Körper selbst, vor allem in der Leber, hergestellt, und nur zu 25 % über die Nahrung aufgenommen. Um über das Blut dorthin transportiert zu werden, wo es benötigt wird, muss das Fettmolekül an ein wasserlösliches Eiweiß gebunden werden, ein so genanntes Lipoprotein. Im menschlichen Organismus sind es u. a. HDL (High Density Lipoproteine) und LDL (Low Density Lipoproteine).

Der Gesamtcholesterinspiegel im Blut sollte unter 200 mg/dl liegen, das HDL mindestens 40 – 60 mg/dl und das LDL höchstens 120 mg/dl. Das Verhältnis von LDL zu HDL sollte bei einem gesunden Menschen bei etwa 3:1 oder darunter liegen.

 

HDL = das “gute” Cholesterin: 

transportiert überschüssiges Cholesterin in die Leber

wirkt schützend auf Blutgefäße

kann Cholesterin aus den Ablagerungen wieder herauslösen

 

LDL = das “schlechte” Cholesterin:

transportiert Cholesterin aus der Leber zu den Körperzellen zur Herstellung von körpereigenem Material oder Reparatur defekter Zellwände

ist beteiligt an der Plaquebildung in den Arterien (v. a. seine oxidierte Form) und somit an Atherosklerose und Durchblutungsstörungen

  • Stress: Chronischer Stress ist oft die Basis für falsche Ernährung, Übergewicht, Schlafstörungen, hohen Blutdruck, Alkoholabusus und chronische Entzündungen im Organismus. Akute Stressreaktionen verengen die Blutgefäße, erhöhen den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel. Stress entsteht vor allem durch eine permanente Überlastung im Leben (berufliches Pensum und private Anforderungen) und negative Emotionen (andauernde Konflikte, Existenzängste, Gefühle der Überforderung, Einsamkeit und Isolation und Depression).
  • oxidativer Stress und hohe Homocystein-Werte

Oxidativer Stress und Homocystein

Unser Körper bildet bei vielen Reaktionen freie Radikale (z. B. in der Zellatmung und bei Immunreaktionen), die in normalen Konzentrationen nicht schädlich sind. Erst bei einem Zuviel (chronische Entzündungen) entsteht der sog. oxidative Stress. Hält der oxidative Stress über einen längeren Zeitraum an, steigt das Risiko für eine Vielzahl an Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Atherosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall), Multiple Sklerose, Alzheimer, Krebs und Parkinson.

 

Ein Verstärker des oxidativen Stresses ist Homocystein: Homocystein löst eine Steigerung der Zellschädigung, Erhöhung der Radikalbildung und Eingriff in die Funktion der Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) aus. Für den Abbau von Homocystein im Blutplasma sind Vitamin B2, B6, B12 und Folsäure nötig. Chronisch erhöhte Homocystein-Werte haben eine Schädigung der Blutgefäße zur Folge und sind mittlerweile ein etablierter Marker der Atherosklerose.

  • Bewegungsmangel begünstigt die Entstehung zahlreicher chronischer Erkrankungen, fördert Übergewicht und die Entwicklung des metabolischen Syndroms.
  • Schlafstörungen und Schlafapnoe-Syndrom (SAS) erhöhen das Risiko für einen SchlaganfallBeim SAS kommt es zu wiederkehrenden Atemstillständen und Minderbelüftungen der Lunge. Häufige Ursache des SAS sind Alkoholabusus und Übergewicht.
  • Rauchen erhöht das Schlaganfall-Risiko beträchtlich – bei Frauen 3-fach, bei Männern 1,7-fach. Der Bestandteil Nikotin wirkt doppelt toxisch: Die Herzaktivität wird gesteigert bei gleichzeitiger Verengung der Blutgefäße – die Folge ist eine Minderdurchblutung der Gefäße.
  • Hoher Alkoholkonsum wirkt sich negativ auf den gesamten Organismus aus: Das Risiko für eine Hirnblutung steigt linear mit der Menge des Konsums, ischämische Hirninfarkte (Hirninfarkt durch Minderdurchblutung) können von sehr moderatem Konsum jedoch sogar mit verringertem Risiko profitieren.
  • Medikamente: langjährige Einnahme von Östrogenen (Anti-Baby-Pille). Besonders in Kombination mit Übergewicht stellt die Pille einen signifikanten Risikofaktor v. a. bei jüngeren Frauen dar. Durch die Pille kann es zu Mikronährstoffmängeln kommen, besonders bei B-Vitaminen, und in Folge zu hohen Homocystein-Werten.

 

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Nicht beeinflussbare Risikofaktoren des Schlaganfalls

  • Alter: Die Hälfte aller Schlaganfall-Betroffenen ist über 70 Jahre alt.
  • Geschlecht: Frauen sind etwas häufiger von Schlaganfällen betroffen als Männer; Gründe dafür sind die häufige Einnahme der Anti-Baby-Pille und hormonelle Schwankungen bei Schwangerschaften.
  • familiäre Häufung: Das Risiko für einen Schlaganfall ist erhöht, wenn die Eltern oder andere enge Verwandte betroffen sind.
  • Herzerkrankungen: Herzrhythmusstörungen, überstandener Herzinfarkt, Herzklappenfehler
  • Erkrankungen der Blutgerinnung
  • Migräne-Erkrankungen

 

Triggerfaktoren des Schlaganfalls

Gab es Streit? Wurden Medikamente abrupt abgesetzt? Hatte der Betroffene sich vorher körperlich stark angestrengt? Neben den bekannten langfristig wirkenden Risikofaktoren werden in der Wissenschaft auch direkte auslösende Faktoren (Trigger) erforscht – also Ereignisse, die dem plötzlich einsetzenden Schlaganfall vorausgehen. Zu diesen Triggern gehören4:

  • Infekte: bakterielle Endokarditis und Meningitis, der Herpes Zoster, Neurosyphilis, Neuroborreliose, Aids, Rickettsien und Malaria
  • Operationen: Gerinnungssystem wird aktiviert (Gefahr der Entwicklung von Blutgerinnseln), niedriger Blutdruck während der OP, Absetzen der blutverdünnenden Medikamente
  • akuter Stress: Wutausbrüche erhöhen das Schlaganfallrisiko vierfach bis zu zwei Stunden danach
  • Sport: schwere körperliche Aktivitäten (wenn keine Toleranz/Training bestand)
  • Alltagsdrogen: Kaffee (wenn keine Toleranz bestand), Alkohol (1-2 Stunden nach Konsum)
  • Medikamente und harte Drogen: nach Konsum von Antipsychotika, Rauschmitteln wie Cannabis, Kokain, Opiaten und Amphetaminen
  • ökologische Faktoren: Schadstoffbelastung, geomagnetische Stürme, schneller Wechsel von Kälte und Wärme

Symptome des Schlaganfalls

Das-Wichtigste-in-Kürze

Symptome in der Übersicht

  • typische Symptome/Warnzeichen sind: Lähmungserscheinungen, Sehstörungen, Sprachstörungen, Gleichgewichtsstörungen und Schwindel, starke plötzliche Kopfschmerzen, Orientierungs- /Bewusstseinsstörungen, Übelkeit und Erbrechen
  • FAST-Test: schneller, einfacher Test, mit dem Sie selbst die Symptome von Angehörigen bei einem Schlaganfall ermitteln können
  • bei Kindern oft unbemerkt oder mit verspäteter Symptomatik
  • Erste Hilfe bei einem Schlaganfall

Die Symptome des Schlaganfalls sind vielseitig und treten in verschieden starker Ausprägung auf. Oft werden die Symptome des Schlaganfalls auch Warnzeichen genannt, da sie dem eigentlichen Schlaganfall (im Gehirn) vorausgehen. Nehmen Sie auch vorübergehende Symptome immer sehr ernst – selbst bei kurzem Auftreten ist ein umgehender Besuch einer Klinik oder Absetzen des Notrufs 112 wichtig und oft lebensrettend!

 

Die Symptome sind abhängig davon, welche Teile des Gehirns von der Unterversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen betroffen ist. Ob es sich um einen Schlaganfall durch ein Gerinnsel oder durch eine Gehirnblutung handelt, hat keinen Einfluss auf die Symptome – sie sind bei beiden gleich.

Schlaganfall im Schlaf

Einer von sieben Schlaganfällen passiert im Schlaf, ohne das Betroffene es aktiv merken. Am nächsten Morgen wachen Sie mit starken Kopfschmerzen, Sehstörungen und Lähmungserscheinungen auf. Rufen Sie auch in diesem Fall sofort den Notarzt.

Diese Symptome treten bei ca. 40 % aller Personen mit Schlaganfall auf:

  • Lähmungserscheinungen: Lähmung, Schwäche oder Taubheitsgefühle in einer Körperhälfte, z. B. herabhängender Mundwinkel, „eingeschlafener“ Fuß oder ein gelähmter Arm
  • Sehstörungen: Doppelbilder, Einschränkung des Gesichtsfelds (Umfeld, dass man sehen kann, ohne den Kopf zu bewegen) oder kurzzeitiger Sehverlust auf einem Auge (Amaurosis fugax)
  • Sprachstörungen: Sprechen (verwaschene, lallende Sprache, abgehacktes Sprechen) als auch Verstehen/Begreifen (Sprachverständnis) kann beeinträchtigt sein, Schluckstörungen
  • Gleichgewichtsstörungen: Drehschwindel, Gangunsicherheit, Stürzen
  • Kopfschmerzen: plötzlich auftretende, extrem starke, stechende Schmerzen
  • Orientierungs- /Bewusstseinsstörungen: Verlust von Raum, Zeit und Personen, vorübergehende Bewusstseinsstörungen oder Desorientierung in Bezug auf Raum, Zeit oder Personen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • weitere Symptome: Gelenkschmerzen, Atemnot, Bewusstlosigkeit

FAST-Test

Sie selbst können einen einfachen, schnellen Test durchführen, um bei einem betroffenen Angehörigen, die wichtigsten Symptome des Schlaganfalls zu ermitteln – den FAST-Test.

  • F (face): Bitte an den Betroffenen, zu lächeln – hängt ein Mundwinkel, ist dies ein Hinweis auf eine Halbseitenlähmung.
  • A (arms): Bitte an den Betroffenen, die Arme nach vorne zu strecken mit den Handflächen nach oben gedreht: Bei einer Halbseitenlähmung sinkt ein Arm ab oder dreht sich.
  • S (speech): Bitte an den Betroffenen, einen Satz zu wiederholen: Ist die Sprache verwaschen, lallend oder ist es gar unmöglich zu sprechen, handelt es sich um eine Sprachstörung.
  • T (time): Verlieren Sie keine Zeit und wählen Sie umgehend 112 und schildern Sie die Symptome! Zeit ist Gehirn!

Schlaganfall bei Kindern

Kinder erleiden Schlaganfälle meist aufgrund vererbter Störungen wie Blutgerinnungserkrankungen (und in Folge durch Bildung eines Blutgerinnsels). Auch schwere Infektionserkrankungen oder Herzerkrankungen können Ursachen für einen Schlaganfall sein. Wissenschaftler konnten jedoch bisher noch keine bestimmten Infektionskrankheiten definieren, die das Risiko erhöhen.

Die Symptome sind viel weniger eindeutig als bei Erwachsenen – oft verläuft ein Schlaganfall bei Kindern sogar unbemerkt. Zu den typischen Symptomen bei Kindern gehören plötzliche Veränderungen im Bewegungsablauf oder Sprachstörungen. Teilweise treten Lähmungserscheinungen erst viel später auf, da das Gehirn noch nicht voll ausgereift ist.

Erste Hilfe bei Schlaganfall

Der Schlaganfall ist ein Notfall. Es kann unter Umständen jede Sekunde zählen, um das Leben des Betroffenen zu retten und/oder bleibende gesundheitliche Schäden zu verhindern. Diese Maßnahmen können Sie ergreifen, bis das Rettungsteam eintrifft:

 

  • Notruf 112 absetzen
  • Bleiben Sie bei der betroffenen Person und beruhigen Sie sie möglichst.
  • Öffnen Sie enge Kleidung, entfernen Sie Zahnprothesen, sorgen Sie für frische Luft.
  • Vorsicht mit Essen und Trinken – bei Schluckstörungen kann der Betroffene ersticken.
  • Lagern Sie den Oberkörper etwas erhöht, z. B. mit einem Kissen (nur bei Bewusstsein).
  • Bei Bewusstlosigkeit: Bringen Sie den Betroffenen in die stabile Seitenlage. Kontrollieren Sie immer wieder Atmung und Puls. Wenn Sie keinen Puls mehr tasten können, legen Sie den Betroffenen auf eine harte Unterlage und beginnen sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen (Herzdruckmassage und Beatmung im Verhältnis 30:2).
  • Wenn das Rettungsteam eintrifft, versuchen Sie, die Situation ruhig zu schildern: Welche Vorerkrankungen hat der Patient? Welche Medikamente werden eingenommen (Liste mitgeben)? Was ist vor dem Schlaganfall passiert?

Diagnose des Schlaganfalls

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Diagnose in der Übersicht

  • Untersuchung und Anamnese durch den Neurologen: Vorerkrankungen, Symptome, Ausfallerscheinungen, Störungen durch den Schlaganfall, FAST-Test
  • CT oder MRT zur Beurteilung: Durchblutungsstörung oder Gehirnblutung?
  • Doppler-Sonografie, Intima-Media-Dicke-Messung und Echokardiografie: Sind die Halsarterien verengt? Liegen Erkrankungen am Herzen vor?
  • Blutuntersuchung im Labor: Blutfettwerte, Blutzucker, Blutverdünnung?
  • EKG: Liegen Herzrhythmusstörungen vor?
  • Gefäßuntersuchung (Angiografie)
  • EEG: Messung der Gehirnströme nach einem Schlaganfall zur Abklärung einer Epilepsie

Wir stellen Ihnen im Folgenden alle Untersuchungsarten vor, die bei der Schlaganfall-Diagnostik zum Einsatz kommen. Manche werden bei jedem Patienten durchgeführt (z. B. körperliche Untersuchung, CT oder MRT, Befragung und Blutuntersuchung), andere werden individuell nach Bedarf eingesetzt. Manche diagnostischen Mittel sind auch im Verlauf und der Nachuntersuchung sinnvoll.

 

Anamnese und körperliche Untersuchung

Als Erstes werden Sie, wenn Sie einen Schlaganfall erleiden, in der Klinik von einem Neurologen (Nervenarzt) oder noch direkt vor Ort vom Notarzt untersucht und befragt (Anamnese). Diese klinisch-neurologische Untersuchung zielt darauf ab, Ausfallerscheinungen festzustellen und zu erfragen (wenn die Symptome nur vorübergehend waren). Der Neurologe wird hierbei z. B. Koordination, Sprache, Sehen, Berührungsempfinden und Reflexe untersuchen.

 

Bei der Befragung wird der Arzt ggfs. Ihre Risikofaktoren für einen Schlaganfall, bestehende Erkrankungen (evtl. bereits vorangegangene Schlaganfälle, Erkrankungen in der Familie und mögliche auslösende Faktoren) ermitteln.

 

Ein effizienter Test ist der FAST-Test, der die wichtigsten Symptome des Schlaganfalls schnell untersucht (siehe Symptome).

 

Untersuchung und Anamnese sind beim Schlaganfall bereits sehr zielführend und relativ eindeutig. Weiter wird nun die Ursache (Durchblutungsstörung oder Hirnblutung) ermittelt, um die entsprechende Therapie zügig in die Wege zu leiten. Dazu werden diese bildgebenden Verfahren genutzt:

 

Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT, Kernspin) des Kopfs

Mithilfe des CTs können das Gehirn und seine Blutgefäße in Schichten dargestellt und so der Auslöser des Schlaganfalls festgestellt werden. In über 80 % der Fälle sind Durchblutungsstörungen durch ein Blutgerinnsel verantwortlich. Das MRT liefert bessere Bilder als das CT, dauert jedoch länger und ist teurer, deshalb wird in den meisten Fällen in der Notfallsituation ein CT durchgeführt.

Hinweis

Wenn Sie permanent Metall im Körper tragen (z. B. einen Herzschrittmacher) können Sie nicht mit dem MRT untersucht werden.

Ultraschall: Doppler-Sonografie der Hals- und Nackenarterien und Echokardiografie

Verschiedene Untersuchungsverfahren können die Suche nach der Lokalisation des Schlaganfall-Auslösers unterstützen; dazu wird v. a. der Ultraschall verwendet. Bei der Doppler-Sonografie werden mithilfe des Ultraschalls die Nacken- und Halsarterien untersucht, z. B. wie gut der Blutfluss ist, ob atherosklerotische Verengungen bestehen (Stenosen) oder ob sich hier Blutgerinnsel gebildet und abgelöst hatten. Der Herzultraschall (Echokardiografie) untersucht, ob die Herzwände verdickt sind, ob der Blutfluss im Herz normal ist oder Verwirbelungen bestehen, die zu Blutgerinnseln führen können.

Messung der Intima-Media-Dicke (IMD)

Im Rahmen der Doppler-Sonografie wird auch die Intima-Media-Dicke-Messung durchgeführt. Bei der Intima-Media-Dicke-Messung werden via hochauflösendem Ultraschall die beiden inneren Gefäßschichten der Arteria carotis communis (auch Karotis, Halsschlagader) auf beiden Seiten gemessen. Die Karotis wird stellvertretend für die vielen anderen atherosklerotisch veränderten Gefäße im Körper untersucht. Arterien sind dreiteilig aufgebaut:

  • Intima: dünnes, schützendes Endothel kleidet das innere der Gefäße aus
  • Media: Muskelschicht
  • Adventitia: Bindegewebe und elastische Fasern

Die Intima spielt bei der Entwicklung der Atherosklerose eine wichtige Rolle – hier findet die Einlagerung der gefährlichen Plaques statt. Der untersuchende Arzt (meist Kardiologe) ermittelt das Verhältnis der Intima-Dicke und Media-Dicke. Normwerte liegen bei bis 0,7mm (teils auch nur bei 0,5mm). Höhere Werte sprechen für ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Besonders wichtig ist die IMD-Messung, wenn zahlreiche Risikofaktoren für einen Schlaganfall vorliegen wie Übergewicht, Typ-2-Diabetes und familiäre Vorbelastungen. Eine optimale Versorgung mit natürlichen Mikronährstoffen kann die Intima-Media-Dicke verringern und so kardiovaskulären Ereignissen wie Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen.

 

Laboruntersuchung: Blutabnahme

Wichtige Werte bei der Schlaganfall-Diagnostik sind die roten (Erythrozyten) und verschiedene weiße Blutkörperchen (Leukozyten, Granulozyten und Lymphozyten), Blutplättchen (Thrombozyten) und die Blutgerinnungswerte. Außerdem werden Kalium -und Natriumkonzentration und Leber- und Nierenwerte untersucht. Entzündungswerte (BSG, CRP) geben Aufschluss über ein akutes Entzündungsgeschehen im Körper, was die Blutgerinnung ebenfalls beeinflusst. Auch Risikofaktoren und Parameter für Begleiterkrankungen werden überprüft und Blutzucker- und Blutfettwerte gemessen.

 

EKG (Elektrokardiogramm)

Mit dem EKG wird festgestellt, ob Herzrhythmusstörungen vorliegen. Häufige Ursache für einen Schlaganfall ist ein Vorhofflimmern.

 

Elektrokardiografie (EKG)

Die Elektrokardiografie zeichnet alle elektrischen Aktivitäten Ihres Herzens auf, es entsteht das Elektrokardiogramm. Mithilfe dieses Verfahrens kann die Funktion Ihres Herzens untersucht und Störungen festgestellt werden. Die Herzstromkurve besteht aus verschiedenen Wellen, Zacken und Kurven und gibt u. a. Auskunft, wie schnell das Herz schlägt, ob es rhythmisch schlägt, wie das Herz im Brustkorb liegt und ob die Vorhöfe und Kammern regelmäßig und rhythmisch erregt werden. Daraus können Ärzte Rückschlüsse auf bestimmte Krankheiten oder Notfallsituationen ziehen. Das EKG ist ein einfaches diagnostisches Mittel, kann direkt vor Ort durchgeführt werden und verursacht keine Schmerzen.

Angiografie

Die Angiografie ist ein invasives Verfahren, mit dem die Ärzte die Gefäße im Gehirn mithilfe von Kontrastmittel, das Ihnen vorher gespritzt wird, darstellen können. Es gibt verschiedene Verfahren, die alle darauf abzielen, genau zu ermitteln, welche Gefäße bzw. Blutversorgungsgebiete im Gehirn vom Schlaganfall betroffen sind.

 

EEG (Elektroenzephalogramm)

Mithilfe des EEGs können die Gehirnströme über Elektroden aufgezeichnet werden – falls nach einem Schlaganfall Störungen vorliegen, kann dies der Hinweis auf eine Neigung zu epileptischen Anfällen sein.

Möglicher Krankheitsverlauf und Prognose nach einem Schlaganfall

Das-Wichtigste-in-Kürze

Krankheitsverlauf in der Übersicht

  • Die Prognose ist abhängig von vielen Faktoren: Art und Schwere des Schlaganfalls, Schnelligkeit der Akutbehandlung, Alter, Verbesserung in der Rehabilitation und Eigenmotivation
  • Die Veränderung des Lebensstils kann einem erneuten Schlaganfall vorbeugen.

Das Überleben eines Schlaganfalls und die Lebensqualität danach hängen von der Art und Schwere der Gehirnschädigung ab. 20 % der Betroffenen sterben innerhalb des ersten Monats nach dem Schlaganfall. 50 % bleiben schwerstbehindert und können sich nicht mehr alleine versorgen.

 

Die schnelle Akutbehandlung auf einer Stroke Unit erhöht die Chancen auf eine Rückbildung der Schädigungen im Gehirn beträchtlich. Auch eine frühzeitig beginnende Rehabilitation mit Physio-, Ergo- und Sprachtherapie und v. a. die Motivation des Betroffenen selbst sind entscheidende Faktoren.

 

Das Alter ist ein gravierender Faktor: Je älter der Betroffene ist, desto schlechter stehen die Chancen, dass sich Ausfallerscheinungen wieder zurückbilden. Aber auch bei älteren Menschen kommt es auf den Grad der Vorschädigung der Gefäße im Gehirn an. Jüngere Menschen mit Schlaganfall haben oft eine gute Prognose, dass sich Behinderungen wieder zurückbilden.

 

Insgesamt spielt eine Rolle, wie es um die Gesundheit bestellt ist, z. B. ob zahlreiche andere Vorerkrankungen und Risikofaktoren bestehen, ob der Lebensstil gesund und aktiv war oder der Organismus bereits durch langjähriges Rauchen, Übergewicht, Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck vorgeschädigt ist.

 

Meist zeigt sich während der Rehabilitation, von welchem Krankheitsverlauf auszugehen ist:

  • Können Stuhlgang und Urin eingehalten werden?
  • Verbessert sich die Sprache wieder?
  • Können gelähmte Gliedmaßen wieder bewegt werden?
  • Verbessern sich Sprachstörungen?
  • Wird das Bewusstsein wieder klarer oder bleibt der Betroffene apathisch und nicht ansprechbar?
  • Entwickelt sich eine Depression oder behalten Betroffene ihren Lebenswillen?

Änderungen im Lebensstil, die wir Ihnen in den folgenden Kapiteln vorstellen werden, haben einen großen Einfluss auf die Entwicklung eines erneuten Schlaganfalls.

Ernährung bei Schlaganfall

Das-Wichtigste-in-Kürze

Ernährung in der Übersicht

  • Ob das, was Sie täglich essen für Sie gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die Sie essen.
  • Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Die Mittelmeer-Diät entspricht in weiten Teilen einer anti-entzündlichen, gefäßschützenden Ernährung.
  • Grüner Tee: Menschen, die regelmäßig grünen Tee trinken, haben ein um 22 % vermindertes Risiko für tödliche Herz-Kreislauf-Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall.
  • Häufig sind nach einem Schlaganfall Kau- und Schluckstörungen. Verbesserungen hierbei können durch Schlucktherapie, langsames Essen und weiche Konsistenz der Lebensmittel erzielt werden.

Eine gesunde Ernährung ist einer der wichtigsten Faktoren, um einem Schlaganfall vorzubeugen. Prävention und Therapie greifen direkt ineinander – eine anti-entzündliche, gefäßschützende Ernährung unterstützt Sie nach einem Schlaganfall bei der Rehabilitation und beugt Re-Infarkten vor. Auch Menschen mit Schlaganfall-Häufung in der Familie können ihr persönliches Risiko für einen Schlaganfall effektiv durch gesunde Ernährung und einen insgesamt beweglichen, ausgeglichenen Lebensstil senken. Die Ernährungsempfehlungen bei einem Schlaganfall sind identisch mit der Prävention vor koronarer Herzerkrankung (KHK) und Herzinfarkt und entsprechen weitgehend der Mittelmeer-Diät (mediterrane Diät).

 

Herz und Gefäße schützen und gleichzeitig genießen? Unser Buch-Tipp für Kochen wie am Mittelmeer:

 

Am Ende dieses Kapitels finden Sie außerdem Hinweise, worauf Schlaganfall-Patienten bei der Essensaufnahme besonders achten müssen.

 

Pro-entzündliche Ernährung ist hoher Risikofaktor

Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen. Diese chronische Entzündung lässt Arterien „verkalken“, schwächt unseren Darm und unser Immunsystem, beeinflusst unsere Psyche negativ und lässt letztlich Zellstress entstehen. Wie im Kapitel Ursachen ausführlich dargestellt, sind entzündliche Prozesse beim Schlaganfall an der Entstehung beteiligt. Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:

 

  • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
  • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
  • Sie mindern Risikofaktoren und Begleiterkrankungen, die sich negativ auf einen Schlaganfall auswirken.
  • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

 

Probleme der heutigen Ernährung

Obwohl in Deutschland kein Mangel an Nahrungsmittelvielfalt herrscht, wird eine naturbelassene Ernährung mit vielen qualitativ hochwertigen und unverarbeiteten Produkten immer seltener. Volle Arbeitstage, Alltagsstress, keine Zeit zu kochen und auch der Mangel an Wissen und Fähigkeiten führen zunehmend zu einer ungesunden Ernährung.

 

Fertigprodukte statt frisch kochen: Western Diet

Diese Art der Ernährung wird oft unter dem Begriff Western Diet zusammengefasst, weil sie vor allem in den westlichen Industrieländern weit verbreitet ist und sich zunehmend auch in Ländern mit traditionell gesunder Ernährung ausbreitet – mit gravierenden Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung.

Western Diet

Western Diet: hochkalorisch, zuckerreich, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren, salzreich, viele Konservierungsstoffe und hochverarbeitete Produkte (Fastfood, Fertigprodukte, „Junkfood“) – dagegen wenig frisches Obst und Gemüse, keine hochwertigen Pflanzenöle, wenig komplexe Kohlenhydrate, wenige Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe.

Nährstoffzufuhr aus dem Gleichgewicht

Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen. Unsere Lebensmittel setzen sich zum einen aus Makronährstoffen zusammen, die uns Energie und Baumaterial liefern: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.

 

Auf der anderen Seite enthalten Lebensmittel auch unzählige Mikronährstoffe, die das Umsetzen der Makronährstoffe im Stoffwechsel erst möglich machen: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Fettsäuren, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe.

Ungesund wird eine Ernährung dann, wenn die einzelnen Gruppen nicht mehr im Gleichgewicht zueinander stehen. Arbeit findet z. B. heute sehr oft als sitzende Tätigkeit am Schreibtisch statt, wo keine bis kaum Kalorien verbrannt werden – jedoch dominieren Kohlenhydrate nach wie vor zu einem großen Anteil unsere tägliche Ernährung, was die Entwicklung einer chronischen Entzündung besonders fördert – das ständige Zuviel.

 

Anti-entzündliche Ernährung: Profitieren Sie auf allen Ebenen

Erst gravierende Erkrankungen und Ereignisse wie ein Schlaganfall lassen uns aufhorchen und führen oft zu einem Wendepunkt im Leben: Lassen Sie es gar nicht erst so weit kommen!

Sich gesund zu ernähren heißt nicht, sich selbst zu kasteien, zu verzichten oder strikte Pläne einzuhalten. Es bedeutet Neues kennenzulernen, alte Wege zu verlassen und sich jeden Tag fitter, gesünder und leistungsfähiger zu fühlen statt immer müde, abgeschlagen und energielos. Sie können dabei Schritt für Schritt etwas an Ihrer Ernährung ändern, statt zu versuchen, von heute auf morgen alles auf den Kopf zu stellen. Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt.

 

Was ist antientzündliche Ernährung?

Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe  enthalten. Eine pro-entzündliche Ernährung ist einer der Hauptauslöser für eine chronisch-schwelende Entzündung in unserem Körper, die stille Entzündung (silent inflammation).

Die folgende Tabelle stellt Ihnen wichtige anti- und pro-entzündliche Nahrungsmittelgruppen vor:

 

Anti-entzündliche Nahrungsmittel und pro-entzündliche Nahrungsmittel

 

PRO Anti-entzündliche Ernährung (mediterrane Diät)KONTRA
Pro-entzündliche Ernährung („Westliche“ Diät)
Olivenöl, Walnussöl, Leinöl, Hanfölfrittierte Lebensmittel, Margarine, Sonnenblumenöl, Schweineschmalz, Sojaöl, Maiskernöl
Obst (zuckerarme Sorten bevorzugen: Beeren, Zitrusfrüchtw, Äpfel
Gemüse (mindestens „5 am Tag“: grüne Blattgemüse, Brokkoli, Spinat, Kohlsorten, Topinambur, alle Salate, Wildkräuter
Fast Food, Fertigprodukte, Süßigkeiten, industriell gefertigte Snacks
Vollkornprodukte: Getreideprodukte aus dem vollen Korn inklusive aller BallaststoffeProdukte aus Auszugsmehlen („Weiß“), Weizen
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu, Eier: moderater Konsum (mind. Bio-Freiland-HaltungWurstwaren, viele Milchprodukte
fetter Seefisch: Lachs, Makrele, SardinenSchweinefleisch
frische Kräuter, antientzündliche Gewürze wie Chilli, Kurkuma, Ingwer
Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Meerettich
sehr salzreich
Getränke und Tee: Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, grüner TeeSoftdrinks, häufiger Alkoholkonsum Milchmixgetränke
Nüsse und Saaten: Walnüsse, Leinsamen, Pinienkerne, Kürbiskerne, MacadamianüsseErdnüsse, gesalzene und aromatisierte „Knabbernüsse“
Probiotika: Kefir, Joghurt, milchsauer eingelegte Gemüse, Misopaste

Weitere Eckpunkte einer gesunden Ernährung sind:

  • Flexitarismus: Insgesamt sollte Ihre Ernährung vorwiegend pflanzenbasiert ausgerichtet sein – Fleisch, Fisch und Milchprodukte sind in Maßen zu genießen, dafür in hochwertiger Qualität.
  • Regional und saisonal: Produkte aus der Region, die keinen weiten Anreiseweg hatten, sind frischer und oft nährstoffreicher. Viele Superfoods haben einheimische „Verwandte“ wie z. B. Leinsamen (statt Chiasamen) oder Hagebutten (statt Goji-Beeren).
  • Gesunde Fette: Fett reduzieren ist passé, viel wichtiger ist es, die richtigen Fette aufzunehmen: Die optimalen Quellen sind kaltgepresste, hochwertige Öle. Dabei sollte der Anteil der Omega-3-Fettsäuren möglichst hoch sein, da sie im Gegensatz zu den Omega-6-Fettsäuren entzündungs- und schmerzhemmend wirken.

Omega-3-Öle

Omega-3-Fettsäuren-haltige Öle wie Leinöl oder Hanföl sind nicht hitzebeständig und entfalten ihre Wirkung kalt, also am besten über Salate geben, in Müsli rühren, in Säfte mixen, …

  • Kohlenhydrate reduzieren: Essen Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate, also weniger weißes Brot, weniger weiße Nudeln und Reis. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Botenstoffe.
  • Vegetarismus und Veganismus sind Ernährungsformen, die sehr gesund und ausgewogen sein können, aber nicht automatisch sind: Wenn viele oben genannte Nahrungsmittel integriert werden und auf ausreichend Mikronährstoffzufuhr geachtet wird. Auch der vegane Trend hat viele Fertigprodukte auf den Markt gebracht, die oft mit einer gesunden Ernährung nichts mehr gemeinsam haben. Achten Sie also weniger auf ein „Label“, sondern auf Ausgewogenheit.
  • Achtsamkeit beim Essen: Genuss, Freude und Langsamkeit gehören zu einer gesunden Ernährung genauso wie hochwertige Nahrungsmittel.
  • Fastenperioden: Intervallfasten oder Buchinger-Fasten können sinnvoll sein für einen Neustart oder ein jährliches Ritual, hier müssen Sie selbst abwägen, ob es zu Ihnen passt.
  • in Bewegung bleiben: Zu einer gesunden Ernährung gehört Bewegung – neben vielen anderen positiven Effekten, wirkt die Verdauung angeregt und die Darmpassage gefördert.

 

So sollte Ihr Teller in Zukunft aussehen

Mit dieser Telleraufteilung versorgen Sie Ihren Organismus optimal mit wichtigen Mikronährstoffen und ausreichend Energie-Lieferanten (Fette, Kohlenhydrate und Eiweiß). Achten Sie also darauf nicht nur Beilagen und Fleisch/ Fisch zu sich zu nehmen, sondern variieren Sie vor allem mit verschiedenen Gemüse- und Obstkombinationen. So gehen Sie Übergewicht aus dem Weg und bewahren sich vor Speisen mit zu hohen Kalorienwerten.

 

Ausflug in die Wissenschaft

Grüner Tee schützt vor Schlaganfall

Grüner Tee ist eine bedeutende Quelle für Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe). Eine Studie aus China (2020) zeigte, dass regelmäßige Teetrinker ein signifikant niedrigeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und deren tödliche Folgen Herzinfarkt und Schlaganfall hatten5.

Ernährung nach einem Schlaganfall

Eine gesunde Ernährung unterstützt die Rehabilitation nach einem Schlaganfall und beugt weiteren kardiosvaskulären Ereignissen vor. Neben bereits genannten Punkten für eine herz- und gefäßschützende Ernährung, fassen wir im Folgenden weitere wichtige Punkte zusammen, die nach einem Schlaganfall wichtig sind. Empfehlenswert für Menschen nach einem Schlaganfall ist es, die Hauptmahlzeit morgens einzunehmen, damit ausreichend Energie für den Tag bereitgestellt wird – dies ist besonders wichtig während der Rehabilitation.

 

Motorische Probleme beim Essen

Durch die motorischen Schwierigkeiten, die mit einem Schlaganfall einhergehen, kann das selbstständige Essen und Trinken für Menschen mit Schlaganfall zur täglichen Herausforderung werden. Hilfreich kann funktionales Geschirr sein mit Saugknöpfen, Saugmatten und Besteck, das einfach zu handhaben ist. Die Selbständigkeit des Patienten sollte nicht durch permanente Hilfestellungen eingeschränkt werden: Nur so viel Unterstützung wie nötig, um das Essen zu erleichtern.

 

Kau- und Schluckstörungen

Die Hälfte aller Schlaganfall-Betroffenen leidet unter Schluckstörungen, die optimalerweise in einer Sprech- und Schlucktherapie verbessert werden können. Wenn der Kau- und Schluckvorgang nicht mehr normal abläuft, werden Nahrungsbestandteile nicht mehr kontrolliert über den Rachen in die Speiseröhre transportiert. Um Verschlucken, Hustenanfälle oder nicht erfolgreiches Abhusten (Nahrungsbestandteile verbleiben in der Luftröhre) zu vermeiden, gibt es einige Hinweise und Vorkehrungen, auf die v. a. Angehörige/Pflegende achten sollten:

 

  • Darreichungsform: weiche/weich gekochte Nahrungsmittel in kleinen Stücken oder als Püree
  • aufrecht sitzen bei einer Mahlzeit
  • Kopf beim Essen leicht nach vorne beugen
  • kleine Mengen Essen aufnehmen und in kleinen Schlucken trinken
  • möglichst wenig Sprechen beim Essen
  • obligatorische Mundpflege sollte nach jeder Mahlzeit erfolgen

Langsam essen und kauen kann durch spezielle Warmhalteteller erleichtert werden – unsere Empfehlung:

Therapie und Prävention des Schlaganfalls

Jede Behandlung enthält präventive Aspekte und jede Prävention wirkt auch als Therapie. Die Grundpfeiler jeder Vorbeugung und Therapie basieren auf unserem Lebensstil: Wie ernähren Sie sich? Ist Ihr Organismus ausreichend mit Mikronährstoffen versorgt? Wieviel Bewegung ist in Ihren Alltag integriert? Rauchen Sie und wieviel Alkohol konsumieren Sie? Bestimmt Stress Ihr ganzes Leben? Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, können sich diese Basispfeiler positiv auf Ihre Gesundheit auswirken, aber auch jahrelange Risikofaktoren für die Entwicklung eines Schlaganfalls darstellen. In diesem Kapitel werden zahlreiche ganzheitliche Methoden vorgestellt, die Ihre Gesundheit und Lebensqualität stärken können – präventiv und/oder auch als Therapie.

Mikronährstoffe

Das-Wichtigste-in-Kürze

Mikronährstoffe in der Übersicht

  • Mikronährstoffe sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus.
  • Bei der Atherosklerose kommt es zu pathologisch veränderten Gefäßen: Verhärtung, Verengung, Elastizitätsverlust und Plaqueeinlagerungen. Mikronährstoffe sind signifikant wichtig für gesunde Gefäßwände und eine optimale Versorgung ist einer der Basis-Pfeiler in der Atherosklerose-Prävention.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen. Besonders wichtig ist, dass die Mikronährstoffe in kombinierter Form (so wie sie auch in Nahrungsmitteln vorkommen) aufgenommen werden.
  • Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Mikronährstoffbedarf ausreichend über die Ernährung zu decken, können moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischungen sinnvoll sein.
  • Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

 

Eine wichtige Basis für alle Therapien wird oft bei der Beratung außer Acht gelassen: Eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung. Der Körper muss mit Mikronährstoffen optimal versorgt sein, damit Folgen des Schlaganfalls abgemildert werden können, oder es erst gar nicht zu einem Schlaganfall kommt.

 

Mikronährstoffe – was ist das?

Zu den Mikronährstoffen gehören in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die einen wichtigen Teil dazu beitragen, damit unser Organismus funktioniert. Im weiteren Sinne lassen sich auch essentielle Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme hinzuzählen. Makronährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette sind unsere Energielieferanten, während die Mikronährstoffe an Prozessen wie z. B. Blutgerinnung, Immunabwehr und Knochengesundheit beteiligt sind. Einige Mikronährstoffe kann unser Körper selbst herstellen, die meisten jedoch müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

 

Der menschliche Organismus – ein Blick in die Zellen

Der Mensch besteht aus über 70 Billionen Zellen. Diese können alle nur optimal funktionieren, wenn sie mit Vitaminen und Spurenelementen versorgt sind. Es gibt nahezu keinen Stoffwechselschritt, an dem nicht mehrere Mikronährstoffe beteiligt sind. Dazu zählen unter anderem folgende:

 

  • Aktivierung von Enzymen und Hormonen (Stoffwechselaktivität)
  • Abwehrleistung des Immunsystems (Immunstoffwechsel)
  • Energieproduktion in den Kraftwerken unserer Zellen, den sogenannten Mitochondrien (Energiestoffwechsel)
  • Leistungsfähigkeit des Herzmuskels (Herzkraft und -rhythmus)
  • Kontraktion der Skelettmuskulatur (Muskelkraft und -koordination)
  • Impulsübertragung in und der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen (Nerven- und Gehirnstoffwechsel)

 

Für alle Stoffwechselreaktionen im Körper sind Enzyme notwendig, sie wirken wie ein Katalysator. Enzyme können ihren Aufgaben jedoch nur mithilfe von Mikronährstoffen nachkommen. Je besser der Körper mit Nährstoffen versorgt ist, desto besser funktioniert der gesamte Organismus. Ein Mikronährstoffmangel kann sich also negativ auf den Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken. Um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihre weiteren Therapien zu unterstützen, sollten Sie also auf Ihren Mikronährstoffhaushalt achten.

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen?

Egal ob Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder die Antibabypille. Schon ein einzelnes Medikament kann unsere optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ungünstig beeinflussen. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto intensiver wird in den Mikronährstoffhaushalt eingegriffen, was Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinander sowie das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht. Hierdurch kann nicht nur die Wirkung des Medikaments negativ beeinflusst werden, sondern auch die Funktion der Mikronährstoffe.

 

Welche Lebensphasen führen noch zu einem erhöhten Mikronährstoff-Bedarf?

Aber nicht nur die regelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einem erhöhten Mikronährstoffbedarf. Es gibt bestimmte Lebensphasen und Umstände, die ein erhöhtes Risiko für einen Nährstoffmangel aufweisen:

 

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • ältere Menschen
  • Menschen mit Magen-Darm-Störungen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen

 

Diesen erhöhten Bedarf zu decken, ist nicht immer einfach. Trotz des reichhaltigen Angebotes an verschiedenen Lebensmitteln verringern verschiedene Faktoren den Mikronährstoffgehalt in Lebensmitteln:

 

  • nicht ausgereiftes Obst und Gemüse
  • größere Erträge in der Landwirtschaft
  • Einsatz von Pestiziden

 

Es ist wichtig, die Ernährung mit einer breiten und möglichst natürlichen Basis an allen Vitaminen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu optimieren.

 

Mikronährstoffkonzentrat als Grundlage

Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

 

Das Angebot an Mikronährstoffpräparaten ist groß und unübersichtlich. Entscheidend beim präventiven Ansatz ist die natürliche Vielfalt. Das ideale Mikronährstoffpräparat ist auf natürlicher Basis produziert, enthält neben allen klassischen Mikronährstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme, ist flüssig, glutenfrei und vegan. Die Bioverfügbarkeit sollte wissenschaftlich belegt sein und es sollten keine künstlichen Aroma- oder Konservierungsstoffe enthalten.

 

Mikronährstoffkonzentrate Testsieger

 

Testsieger

LaVita Mikronährstoffkonzentrat

LaVita Mikronährstoffkonzentrat 500ml

  • wissenschaftlich fundiertes Naturprodukt auf pflanzlicher Basis
  • alle wichtigen Vitamine und Spurenelemente enthalten
  • ganzheitliche Optimierung der täglichen Ernährung
  • ohne Konservierungs- und andere Zusatzstoffe

Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

Wichtige Mikronährstoffe in der Schlaganfall-Prävention

Antioxidantien aus natürlichen Quellen binden die freien Radikale und verhindern dadurch Zellschäden. Oxidativer Stress ist ein eigener Risikofaktor für die Grunderkrankung des Schlaganfalls, die Atherosklerose. Bei Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben, ist der oxidative Stress im Organismus meist erhöht und die Aktivität antioxidativer Enzyme erniedrigt. Eine antioxidative Wirkung haben viele Vitamine, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe, am besten im natürlichen Verbund, wie sie in kombinierten Mikronährstoffmischungen vorkommen.

Antioxidantien sind z. B. Selen, Zink, Mangan, die Vitamine C und E, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe. Coenzym Q10 schützt besonders in Kombination mit Selen, sekundären Pflanzenstoffen und Omega-3-Fettsäuren das empfindliche Endothel der Blutgefäße.6

 

B-Vitamine können das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden besonders für Risiko-Patienten, senken. B-Vitamine und Folsäure sind nötig, um Homocystein abzubauen – einen mittlerweile etablierten Marker der Atherosklerose. Homocystein ist ein Verstärker des oxidativen Stresses durch Steigerung der Zellschädigung, Erhöhung der Radikalbildung und Eingriff in die Funktion der Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen). Für den Abbau von Homocystein im Blutplasma sind Vitamin B2, B6, B12 und Folsäure nötig.

 

Magnesium wird ein deutlicher Schutzeffekt bei koronaren Herzerkrankungen und Schlaganfällen zugeschrieben. Niedrige Magnesium-Spiegel können das Risiko für ischämische Schlaganfälle signifikant erhöhen.

 

Eisenmangel erhöht das Risiko für die Entwicklung eines ischämischen Infarkts, da die roten Blutplättchen eine erhöhte Bereitschaft haben, zu verklumpen (erhöhte Thrombozytenaggregation). Eisen kann vom Körper nur optimal in Verbindung mit Vitamin C aufgenommen werden (behindert wird die Aufnahme durch Kaffee oder schwarzen Tee).

 

Omega-3-Fettsäuren sind wichtiger Bestandteil der Atherosklerose-Prävention aufgrund ihrer zahlreichen anti-entzündlichen Wirkungen. Die wichtigsten Vertreter sind Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) sowie die Alpha-Linolensäure. Alle Risikofaktoren, die zu atherosklerotischen Prozessen im Gefäßsystem führen, werden durch eine gute Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren positiv beeinflusst:

  • verbesserte Blutfettwerte (Senkung der Triglyzeride)
  • verlängerte Blutgerinnungszeit
  • vermindern Herzrhythmusstörungen
  • verlängerte Blutgerinnungszeit (anti-thrombotisch)
  • reduzieren Entzündungsprozesse (die auch bei Übergewicht eine Rolle spielen)
  • senken den Blutdruck
  • verbessern die Funktion der Endothelzellen (innere Schicht der arteriellen Gefäße)

 

Ein hochwertiges Bio-Leinöl für eine gute Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren darf in Ihrer Küche nicht fehlen:

Ausflug in die Wissenschaft

Omega-3-Fettsäuren in der Akuttherapie beim Schlaganfall

Eine Pilotstudie an Mäusen zeigte7, dass die mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA, die in fettem Seefisch und Meerestieren enthalten sind, bis zu 90 Minuten nach einem Schlaganfall verabreicht, die Schäden des Schlaganfalls deutlich verringern konnte. Die Omega-3-Emulsion nahm deutlichen Einfluss auf das Geschehen nach dem Schlaganfall:

 

  • Schlaganfallbereich wurde um 21 % reduziert
  • Schwere des Schlaganfalls wurde um 50 % reduziert
  • verbesserte Hirnzellenfunktion
  • Entzündungsmarker verbesserten sich

Die Forscher betonen, dass noch viele weitere klinische Humanstudien ausstehen, jedoch die bisherigen Ergebnisse vielversprechend sind.

Vitamin D ist an der Blutdruckregulation beteiligt. Eine Studie zeigte, dass niedrige Konzentrationen des Sonnenvitamins bei Patienten zum Zeitpunkt eines Schlaganfalls (Alter über 75 Jahre) eine erhöhte Sterblichkeit nach einem Jahr aufwiesen8. Vitamin-D-Mangel erhöht außerdem das Risiko für Depressionen nach einem Schlaganfall. Hohe Vitamin-D-Spiegel verbesserten zudem die kognitiven Fähigkeiten nach einem Schlaganfall9.

 

Sekundäre Pflanzenstoffe haben einen anti-atherosklerotischen Einfluss durch ihre anti-entzündliche, anti-oxidative und anti-thrombotische Wirkung. Außerdem beeinflussen Sie den Blutzuckerspiegel, wirken blutdrucksenkend und cholesterinsenkend. Bekannt und erforscht sind v. a. Flavonoide, Phytosterine, Polyphenole, Phytoöstrogene, Sulfide, Carotinoide und Glucosinolate. Grüner Tee ist eine sehr wirksame Quelle für Polyphenole – eine Studie aus China (2020) zeigte, dass regelmäßige Teetrinker ein signifikant niedrigeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und deren tödliche Folgen Herzinfarkt und Schlaganfall hatten5.

Ausflug in die Wissenschaft

Sekundäre Pflanzenstoffe sind Alleskönner

Sekundäre Pflanzenstoffe haben für Pflanzen wichtige Effekte: Sie wehren Schädlinge ab, locken Insekten an, schützen vor UV-Licht und sind Aromabildner. Die Bedeutung dieser Stoffe für den Menschen wurde erst in den letzten Jahren zunehmend bekannt. So können zahlreiche Erkrankungen präventiv durch einen hohen Gemüse- und Obstkonsum, Getreide, Nüsse und Saaten verhindert werden. Nicht nur Atherosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall stehen ganz oben auf der Liste, auch rheumatoide Arthritis, Osteoporose, Asthma und Augenerkrankungen (Makuladegeneration)10.

 

Es existieren wahrscheinlich mehr als 250.000 sekundäre Pflanzenstoffe. 80.000 konnten bereits identifiziert werden – die Forschungen der nächsten Jahrzehnte werden zeigen, welche weiteren zahlreichen positiven Wirkungen sekundäre Pflanzenstoffe im menschlichen Organismus haben können.

 

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Lebensstil

Das-Wichtigste-in-Kürze

Lebensstil in der Übersicht

  • Sport und Bewegung: Regelmäßige körperliche Bewegung beugt einem (erneuten) Schlaganfall vor, senkt den Bluthochdruck, Blutfettwerte und baut Stress ab. Ideal sind Reha-Sportgruppen unter Anleitung. Verbessert werden können durch Sport die allgemeine Leistungsfähigkeit, kognitive Leistungen, Gleichgewicht, Grob- und Feinmotorik und Alltagskompetenz.
  • Stressabbau und Entspannung: Permanenter Stress ist Gift für Ihren Körper. Entspannungstechniken können Ihnen helfen, aktiv zu lernen, mit Stress umzugehen, z. B. Yoga, Tai Chi und Autogenes Training. Entspannungstechniken zeigten auch gute Wirksamkeit bei der Schlaganfall-Rehabilitation.
  • Rauchen und Alkoholkonsum: Rauchen und hoher Alkoholkonsum erhöhen das Schlaganfall-Risiko bedeutend. Bereits in der Reha sollte mit der Raucherentwöhnung begonnen werden.
  • Schlaf und Schlafhygiene: Schlaf ist ein wichtiges Antioxidans und erholsamer Schlaf die Basis für einen gesunden Organismus.

Sport und Bewegung

Sport und Bewegung fördern die körperliche und geistige Gesundheit: Sport macht im Idealfall Spaß und dient auch als Ventil im Alltag, um Stress abzubauen. Wenn unser Körper unbeweglich wird, können kognitive Störungen entstehen wie Depressionen und Konzentrationsstörungen. Für gesunde Personen gilt: Mit einem Ausdauertraining von 3×30 Minuten/Woche Schwimmen, Walken, Radfahren und Skilanglauf tragen Sie erheblich zu Fitness, einem gesunden Organismus und Wohlbefinden bei.

 

Hinweis

Direkt nach mäßiger bis schwerer physischer Aktivität ist das Schlaganfall-Risiko bei nicht trainierten Personen erhöht.

Neben einer gesunden Ernährung ist regelmäßige körperliche Aktivität die wichtigste Prävention vor einem (erneuten) Schlaganfall. Auch werden die Mobilität, Alltagskompetenz, Grob- und Feinmotorik, kognitive Funktionen und die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit durch Bewegung geschult und verbessert. In der Rehabilitation können durch körperliches Training Bluthochdruck und Blutfettwerte verbessert und Ausfallerscheinungen wie Spastiken und Lähmungen verringert werden.

 

Nach einem Schlaganfall ist die Absprache über das geeignete Training mit Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten sehr wichtig, um das geeignete und gesunde Maß zu finden.

 

  • Beginnen Sie langsam und achten Sie auf Ihre Energieressourcen. Behalten Sie Ihre Kräfte immer im Blick und achten Sie auf Ermüdungserscheinungen.
  • Geeignete Sportarten sind: Krankengymnastische Übungen, die Sie aus der Reha kennen, Spazierengehen, Schwimmen (Aqua-Gymnastik oder am Anfang nur mit Begleitung im Wasser) und Bewegungsspiele.
  • Nicht von 0 auf 100: Erst die Häufigkeit und Dauer steigern, dann die Intensität Ihres Trainings. Wie genau und wann Sie mit dem Training beginnen können, ist von der Schwere und Behandlung Ihres Schlaganfalls abhängig. Am Anfang z. B. nur mit kurzen Spaziergängen, am besten in Begleitung, beginnen. Der Pulsschlag sollte den Wert 160 minus Lebensalter nicht überschreiten. Hilfreich bei der Überwachung der Pulsfrequenz ist ein Pulsmesser, den Sie am Armgelenk tragen.
  • Training in der Reha-Sportgruppe: Sportvereine bieten oft Reha-Sportgruppen an, die von einem geschulten Trainingsleiter angeleitet und beaufsichtigt wird. Oft werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen.

 

Als Begleiter im Training, um Überlastungen zu vermeiden, empfehlen wir Ihnen einen Pulsmesser zu tragen. Unser Tipp:

 

 

Ausflug in die Wissenschaft

Welcher Sport hilft am besten nach einem Schlaganfall?

Die Cochrane Collaboration untersuchte verschiedene Trainingsarten11 (Herz-Kreislauf-Programme und Krafttraining isoliert und kombiniert) und deren Effekt nach einem Schlaganfall in einem Review. Die Ergebnisse zeigten, dass …

 

  • … ein Herz-Lungen-Programm v. a. Fitness, Gleichgewicht und die Gehfähigkeit verbessert und die besten untersuchten Auswirkungen nach einem Schlaganfall hat.
  • … reines Krafttraining wahrscheinlich das Gleichgewicht verbessert.
  • … kombiniertes Training die Gehfähigkeit und das Gleichgewicht verbessert.
  • … aber noch viele weitere Studien nötig sind, um die Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten, der Stimmung und insgesamt der Lebensqualität einschätzen zu können.

Stressabbau und Entspannung

Akuter und chronischer Stress und Depressionen sind Hauptrisikofaktoren und Auslöser für einen Schlaganfall. Der Teufelskreis geht jedoch auch in die andere Richtung: Ein Schlaganfall löst oft tiefgreifende psychische Probleme wie Depressionen aus.

Viele Menschen, vielleicht auch Sie, haben einen hoch verdichteten Alltag: Arbeit, Familie, Haushalt und Freizeitgestaltung laufen parallel und passen kaum in einen 24-Tag.

Zu hohe Ansprüche an sich selbst, permanent überquellender Terminkalender, Perfektionismus und Versagensängste lösen viel schneller negativen Stress aus als eine freundliche, geduldige, ja auch vergebende Haltung zu sich selbst und der Welt. Die Frage: Tut/tat das Leben mir in der Form wirklich gut, wie ich es lebe? werden sich vermutlich auch Sie nach einem Schlaganfall verstärkt stellen. Oft ist ein „weniger ist mehr“ im Alltag mit dem Fokus auf für Sie wirklich wichtige Elemente der erste Schritt zu weniger Dauerstress und mehr Gesundheit.

 

Wichtig

Vor allem in Kombination mit Bluthochdruck, Übergewicht und Typ-2-Diabetes ist Stress tödlich – alle Risikofaktoren für einen Schlaganfall befeuern einander gegenseitig.

Entspannungstechniken können Ihnen helfen, regelmäßige Auszeiten für sich selbst zu schaffen, eine positivere Haltung zu entwickeln, die Stress-Resilienz zu erhöhen, und gezielt Anspannung und Entspannung für Körper und Geist zu trainieren. Oft sind auch meditative Elemente integriert.

 

Yoga

Der Begriff Yoga stammt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie „Vereinigung, Integration“ als auch „Anspannen“. Der Ursprung des Yoga liegt in Indien und ist eine philosophische Lehre, die eine Vielzahl geistiger und körperlicher Übungen bzw. Praktiken, Atemübungen und Meditationstechniken umfasst. Ziel ist es Körper und Seele auf dem Weg der Selbsterkenntnis wieder in Einklang zu bringen.

Yoga hat bei uns im Westen weite Verbreitung gefunden, da das regelmäßige Praktizieren nachweislich einige positive Effekte sowohl auf die körperliche als auch auf die psychische Gesundheit hat. Es wurden Verbesserungen bei Durchblutungsstörungen, Angst und Depression, Störungen im vegetativen Nervensystem, Bluthochdruck, Asthma, Muskelschmerzen, Hormonstörungen und vielen mehr beobachtet.

Yoga nach einem Schlaganfall: Besonders Patienten mit Gleichgewichtsstörungen profitieren nachweislich von regelmäßigen Yogaübungen, wie eine Pilotstudie zeigte12. Außerdem verbesserte sich deren Körpergefühl, Selbstvertrauen und die Angst vor Stürzen. Nur erfahrene Yogalehrer sollten ein auf Sie abgestimmtes individuelles Programm durchführen; diese können auch die Intensitätssteigerung und Ihre Ressourcen gut abschätzen.

 

Achten Sie bei Yogamatten auf Qualität – unsere Empfehlung, damit Lotussitz und herabschauender Hund auch zuhause klappen:

 

Tai Chi (Taijiquan, Schattenboxen)

Tai Chi ist eine aus China stammende Kampfkunst, die jedoch in den letzten Dekaden zunehmend auch als Gymnastik und Entspannungstechnik eingeordnet wurde, da zunehmend positive Effekte auf die Gesundheit nachgewiesen werden. Die Fujian University of Traditional Chinese Medicine prüfte durch ein Review aus 36 Studien13, welches präventive Potential regelmäßiges Tai Chi-Training haben kann: Es zeigte sich, dass Tai Chi kombiniert mit anderen Lebensstiländerungen folgende Effekte auf große Risikofaktoren des Schlaganfalls hatte:

  • Reduzierung des Körpergewichts und BMIs
  • Absinken des nüchternen Blutzuckerspiegels
  • Absenken des systolischen und diastolischen Blutdrucks
  • Reduzierung des Gesamtcholesterins und Low Density Lipoproteins (LDL)

Qi (Chi)

Qi stammt auch dem Chinesischen und bedeutet soviel wie Energie, Atem, Äther oder Fluidum. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird damit die Energie bezeichnet, die allem Leben zugrunde liegt. Gesundheit ist, gemäß der chinesischen Philosophie, ein gleichmäßiger Energiefluss, der den ganzen Körper in den Meridianen (Kanäle, in denen die Lebensenergie fließt) durchzieht. Stauungen oder Blockaden im Energiefluss führen von Funktionseinschränkungen des Organismus bis hin zu manifesten Krankheiten.

Autogenes Training

Das Autogene Training ist ein Entspannungsverfahren, das von Psychiater J. H. Schultz bereits vor fast 100 Jahren entwickelt wurde. Es geht darum, die Fähigkeit der Selbstentspannung zu entwickeln, die sich mittels autosuggestiver (= sich selbst beeinflussender) Übungen verbessern soll.

Über bewusste Konzentration auf die Wahrnehmung des eigenen Körpers wird ein Zustand tiefer innerer Entspannung, Ruhe und Ausgeglichenheit erzeugt.

 

Autogenes Training hat nachweisliche positive Effekte auf den Bluthochdruck, einen der gravierenden Risikofaktoren für die Entwicklung eines Schlaganfalls.14

 

Weitere Entspannungstechniken sind

  • Feldenkrais-Methode
  • Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (Mindful-based stress reduction)
  • Progressive Muskelentspannung
  • Qi Gong
  • Biofeedback

Ausflug in die Wissenschaft

Aerobes Training ist Entspannungstechniken in der Reha nicht überlegen

Eine Studie mit 200 Patienten (Durchschnittsalter 69 Jahre), die im renommierten British Medical Journal veröffentlicht wurde15, verglich den Effekt von Entspannungstechniken mit Ausdauertraining während der Rehabilitation nach einem Schlaganfall. Eine Gruppe absolvierte das Laufband-Training, die andere nahm regelmäßig an den Entspannungstechniken 5x/ Woche über vier Wochen teil – beide Einheiten umfassten jeweils 25 Minuten. Nach vier Wochen wurden maximales Gehtempo und allgemeine Fitness der Patienten in den beiden Gruppen verglichen – das Ausdauertraining zeigte keine Überlegenheit gegenüber den Entspannungstechniken. Besonders mittel bis schwer betroffene Patienten könnten von Entspannungstechniken profitieren, wie die verantwortlichen Wissenschaftler zusammenfassten.

Rauchen und Alkohol

Eine Schachtel Zigaretten pro Tag erhöht das Risiko sechsfach, einen Schlaganfall zu bekommen. Studien zeigten, dass wenn das Rauchen nach einem Schlaganfall nicht aufgegeben wird, ein dreifach erhöhtes Risiko besteht, innerhalb eines Jahres zu sterben16. Wissenschaftler betonen, dass die Raucherentwöhnung wichtiger ist als jedes Medikament und schon im Krankenhaus und in der Reha die Raucherentwöhnung unterstützt werden muss.

 

Um erfolgreicher Ex-Raucher zu werden, müssen Sie Ihre persönlichen Trigger kennen: Wann greifen Sie zur Zigarette? Bei Stress, Langeweile, in Gesellschaft, in Verbindung mit Kaffee oder Alkohol oder bei negativen Gefühlen? Nur in Verbindung mit dem Bewusstmachen dieser Situationen, also wann die Zigarette zu bestimmten Situationen oder Handlungen gehört, können die meisten die psychische Abhängigkeit beenden.

 

Zögern Sie nicht, auch Hilfen einzufordern – Programme, Beratungen und Selbsthilfegruppen können Ihnen helfen, diesen großen Risikofaktor für Schlaganfälle und zahlreiche weitere Erkrankungen loszuwerden. Gerade weil das Rauchen so stark mit den individuellen Gewohnheiten verknüpft ist, muss die psychische Komponente beim Entzug in den Mittelpunkt rücken und aktiv „Ersatz“ für die Zigarette geschaffen werden – und dabei möglichst nicht mit Süßigkeiten.

CBD (Cannabidiol) und Raucherentwöhnung

Cannabidiol ist legaler Inhaltsstoff der Cannabispflanze. CBD-Öle helfen bei vielen Suchterkrankungen, so auch bei einem Raucherentzug17. Gerade innere Unruhe, Gereiztheit, Nervosität, Schlafstörungen und Heißhunger können durch CBD-Öle im Entzug wirksam reduziert werden. Auch Übelkeit, die bei starken Rauchern im Entzug auftritt, wird durch CBD vermindert.

Bei moderatem Alkoholkonsum (kleines Glas Wein/ oder Glas Bier pro Tag) konnte ein etwas geringeres Risiko für den ischämischen Schlaganfall (Hirninfarkt) festgestellt werden. Die Gefahr, eine Hirnblutung zu bekommen, ist jedoch erhöht. Mit höherem Alkoholkonsum steigt die Gefahr für beide Arten des Schlaganfalls deutlich an. Bei Frauen muss der Konsum noch niedriger ausfallen, um das Schlaganfall-Risiko nicht zu erhöhen. Um außerdem (auch latente) Alkoholabhängigkeit zu vermeiden, ist es empfehlenswert mindestens 3-4 Tage pro Woche ganz auf Alkohol zu verzichten.

 

Ihr Alkoholkonsum sollte diese Werte nicht überschreiten.

  • Frauen: 0,3 Liter Bier, 0,15 Liter Wein oder Sekt
  • Männer: 0,5 Liter Bier, 0,25 Liter Wein oder Sekt

 

Schlaf & Schlafhygiene

Im Schlaf erholt und regeneriert sich der Körper, die Zellerneuerung läuft auf Hochtouren, der Geist kommt zur Ruhe, und wir verarbeiten die Erlebnisse des Tags. Ein chronischer Schlafmangel verursacht im Körper ähnliche Beschwerden wie langanhaltender Stress. Schlafstörungen und das Schlaf-Apnoe-Syndrom stellen eigene Risikofaktoren für die Entwicklung eines Schlaganfalls dar. Erholsamer Schlaf ist selbst eines der größten Antioxidantien und hat große Auswirkungen auf unser Immunsystem, Entzündungsprozesse und die Funktion des gesamten Organismus.

 

Förderlich für einen guten Schlaf:

  • ab dem Nachmittag keine koffeinhaltigen Getränke mehr wie Kaffee oder Colagetränke
  • leicht verdauliche Kost am Abend
  • mäßiger Sport am Abend, möglichst keine aufputschenden Workouts
  • Mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen Handy, Computer und Fernseher aus – das blaue Kunstlicht stört die Melatoninbildung (Schlafhormon).
  • Einschlafrituale schaffen wie ruhige Musik hören, eine Tasse schlaffördernden Tee trinken oder ein Buch lesen
  • störende oder kreisende Gedanken aufschreiben, um den Geist zur Ruhe zu bringen – am nächsten Tag haben Sie wieder Zeit, um sich damit zu beschäftigen
  • das Schlafzimmer ausreichend lüften und für Temperaturen zwischen 15°C bis 18°C sorgen

 

Unsere Empfehlung für die abendliche Tasse Tee im Bett:

Konventionelle Therapie

Das-Wichtigste-in-Kürze

Konventionelle Therapie in der Übersicht

  • Thrombolyse innerhalb von 4,5 Stunden nach den ersten Symptomen
  • mechanische Thrombektomie: Blutpfropf wird über Katheter-gestützte Verfahren herausgezogen
  • Operationen, z. B bei großen Hirnblutungen oder Halsarterienverengung
  • Medikamente zur Therapie und Prophylaxe der Begleiterkrankungen/Risikofaktoren wie hoher Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerte; zur Blutverdünnung

 

Thrombolyse: Auflösung des Blutpfropfs durch Medikamente

Um den Blutpfropf (Thrombus) in den Gefäßen aufzulösen, werden Ihnen per Infusion thrombolytische Medikamente verabreicht. Dies kann nur in einem bestimmten Zeitfenster (4,5 Stunden, in besonderen Fällen 6 Stunden) nach den ersten Schlaganfall-Symptomen durchgeführt werden.

 

Endovaskuläre mechanische Thrombektomie (Behandlung mit Katheter)

Minimalinvasiver Eingriff, bei dem ein Drahtgeflecht über die Arterie an der Leiste bis zum verschlossenen Gefäß im Gehirn eingeführt und das Gerinnsel herausgezogen wird. Diese Behandlung ist technisch sehr aufwendig und kann nur an großen, hochspezialisierten Zentren durchgeführt werden.

 

Operationen

Wenn bei einem hämorrhagischen Schlaganfall (Gehirnblutung) zu viel Blut auf die Hirnmasse drückt, muss dieses durch eine neurochirurgische Operation entfernt werden. Sind die Halsschlagadern hochgradig verengt, kann auch diese Verengung operativ beseitigt werden. Verengte Halsarterien (Carotisstenosen) sind oft der Grund für vorübergehende Symptome eines Schlaganfalls (TIA).

 

Medikamente nach einem Schlaganfall

Ob dauerhaft Medikamente nach einem Schlaganfall eingenommen werden müssen, ist individuell unterschiedlich und abhängig von vorliegenden Begleiterkrankungen. Liegen Herzerkrankungen vor? Metabolisches Syndrom mit Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, Übergewicht und erhöhten Blutfettwerten? Häufig werden blutverdünnende Medikamente, Blutfettsenker und Blutzuckermedikamente verordnet. Die akute Behandlung des Schlaganfalls und die Vorbeugung vor einem erneuten (Sekundärprophylaxe) sind hierbei miteinander verbunden.

Medikamente sind Mikronährstoffräuber

Eine medikamentöse Therapie  über einen längeren Zeitraum ist mit zahlreichen Nebenwirkungen verbunden. Häufige Nebenwirkungen sind: Übelkeit und Erbrechen, Durchfälle, Juckreiz, Blutbildungsstörungen, Spermienrückgang, außerdem Entzündungen von Lunge, Bauchspeicheldrüse oder Niere. Die Einnahme der Medikamente beeinflusst zudem die Aufnahme und Verwertung von Mikronährstoffen negativ, was das Risiko für Neben- und Wechselwirkungen deutlich erhöht. Daher ist es besonders wichtig, während einer medikamentösen Therapie darauf zu achten, den Körper optimal mit allen wichtigen Mikronährstoffen zu versorgen. Dabei haben sich hochwertige Mikronährstoffkonzentrate aus natürlichem Ursprung bewährt.

Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

Ganzheitliche Therapie

Das-Wichtigste-in-Kürze

Ganzheitliche Therapie in der Übersicht

  • Physiotherapie beginnt meist direkt in der Rehabilitation. Physiotherapie will Beweglichkeit erhalten und verbessern, Fehlbelastungen erkennen und ausgleichen und Alltagsbewegungen trainieren.
  • Ergotherapie: Die Ergotherapie zielt v. a. darauf ab, die Selbstständigkeit der Betroffenen nach einem Schlaganfall wieder zu verbessern und noch vorhandene Fähigkeiten zu erhalten.
  • Neurofeedback: Neurofeedback kann das Gehirn nach einem Schlaganfall unterstützen, neue neuronale Verbindungen zu schaffen und die Selbstregulation anzuregen.
  • Sprach- und Schlucktherapie: Ein Drittel aller Betroffenen haben nach einem Schlaganfall Sprachstörungen. Es können Sprachverständnis und Sprachproduktion betroffen sein, mündlich wie schriftlich (auch lesen und schreiben). Die Sprachtherapie gehört zu den wichtigsten Therapien nach einem Schlaganfall. Schlucktherapie ist bei Betroffenen nötig, die unter einer Dysphagie (Schluckstörungen) leiden.
  • Musiktherapie: Besonders rhythmische Musik kann die Beweglichkeit und Gangstörungen verbessern. Singen hilft außerdem bei Sprechstörungen und fördert das (oft verlorene gegangene) Selbstbewusstsein.
  • Imagination/Training zur Bewegungsvorstellung: Beim mentalen Training von Bewegungen werden die Bewegungsabläufe simuliert und aktiv im Arbeitsgedächtnis gespeichert.
  • Transkranielle Magnetstimulation (TMS): Die TMS ist eine neuartige nicht-invasive, schmerzfreie Therapie, die durch elektromagnetische Induktion bestimmte Teile des Gehirns hemmen oder stimulieren und so die Regeneration beiden Gehirnhälften fördern möchte.
  • Psychotherapie: Depressionen sind nach einem Schlaganfall sehr häufig und wirken sich fatal auf die Rehabilitation aus. Psychotherapeutische Verfahren sind daher ein wichtiger Baustein in der Schlaganfall-Behandlung. Erfahrene Therapeuten können Sie bei der schwierigen Annahme der neuen Lebenssituation unterstützen, motivieren und helfen eigene, verschüttete Ressourcen wieder zu mobilisieren.

In der Vor- und Nachsorge eines Schlaganfalls sind vor allem Selbsthilfestrategien hilfreich, die Ihre eigenen Gesundheitsressourcen, motorischen und kognitiven Fähigkeiten fördern. Dazu gehören alle Strategien, die wir im Kapitel Lebensstil aufgeführt haben (v. a. Ernährung, Bewegung, Entspannungstechniken und Raucherentwöhnung) und die im Folgenden vorgestellten Therapien. Idealerweise leiten Therapeuten Sie zu Beginn an und Sie können im weiteren Verlauf eigenständig weiter vor- bzw. nachsorgen.

 

Physiotherapie bei Schlaganfall

Die Physiotherapie ist eine der zentralen Therapien für die Wiederherstellung der motorischen Fähigkeiten, die der Schlaganfall verursacht hat. Meist wird diese direkt im Anschluss an die akute Therapie in der stationären Rehabilitation begonnen. Hier arbeiten speziell ausgebildete neurologisch geschulte Therapeuten, die viel Erfahrung mit Schlaganfall-Patienten mitbringen.

Bewegung beeinflusst unsere körperliche und geistige Gesundheit in großem Ausmaß. Physiotherapie will Beweglichkeit erhalten und verbessern, Fehlbelastungen erkennen und ausgleichen und Alltagsbewegungen trainieren. Physiotherapeutische Methoden erhalten und unterstützen gezielt Muskelmasse- und -kraft, Gleichgewicht, Koordination, Haltung und Selbstbewusstsein. Außerdem dienen sie der Sturz-Prophylaxe. Physiotherapeuten arbeiten zudem mit Entspannungstechniken für Muskeln und Gewebe, auch präventiv: Einem erneuten Schlaganfall kann durch einen aktiven Lebensstil mit Ausdauertraining und Entspannungstechniken vorgebeugt werden – oft bieten Physiotherapeuten entsprechende Kurse an.

 

Ergotherapie

Die Ergotherapie zielt v. a. darauf ab, die Selbstständigkeit der Betroffenen nach einem Schlaganfall wieder zu verbessern und noch vorhandene Fähigkeiten zu erhalten. Besonders wichtig sind Alltagsbewegungen, die für folgende Tätigkeiten wichtig sind:

  • Körperpflege
  • das An- und Auskleiden
  • Gang zur Toilette
  • Arbeiten im Haushalt

Auch der Umgang mit Hilfsmitteln wie Rollator oder Rollstuhl, die nach dem Schlaganfall vielleicht Begleiter werden müssen, will erlernt werden und braucht vor allem anfängliche Unterstützung.

 

Neurofeedback

Das Neurofeedback ist eine spezialisierte Form des Biofeedbacks, die es für Personen möglich machen soll, selbst Einfluss auf die Gehirnaktivität auszuüben. Neurofeedback kann das Gehirn nach einem Schlaganfall unterstützen, neue neuronale Verbindungen zu schaffen und die Selbstregulation anzuregen. Die Patienten können den sensomotorischen Rhythmus über das Neurofeedback beeinflussen. Eine Studie der Uni Tübingen zeigte18, wie Patienten, die nach einem Schlaganfall die Hand nicht mehr öffneten, mithilfe von Orthesen und einer Computer-Gehirn-Schnittstelle (brain-computer-interface) Bewegungsabläufe verbessern konnten. Ablauf:

  • Das Training findet täglich über eine Zeitperiode von mindestens zwei Wochen statt; das Bewegungsmuster wird dabei bis zu 250-mal wiederholt.
  • Ein 16-Kanal-EEG erfasst die Hirnströme, während der Patient sich die Bewegung vorstellt.
  • Übertragung dieser Aktivität erfolgt auf den Computer.
  • Prothese setzt (über Verbindung mit dem Computer) die Bewegung um.
  • Motorische Ausfälle zeigten in der Neurofeedback-Gruppe eine deutliche Verbesserung im Vergleich zur Kontrollgruppe (nur Physiotherapie).

 

Sprachtherapie (Logopädie) und Schlucktherapie

Ein Drittel aller Betroffenen haben nach einem Schlaganfall Sprachstörungen. Es können Sprachverständnis und Sprachproduktion betroffen sein, mündlich wie schriftlich (also auch lesen und schreiben). Häufig sind Wortabrufungsstörungen: Die Betroffenen wissen, was sie sagen möchten, können die Wörter aber nicht abrufen und anwenden. Auch kann das Sprachverständnis kann Probleme bereiten.

 

Die Sprachtherapie gehört zu den wichtigsten Therapien nach einem Schlaganfall. Die logopädischen Übungen müssen genau an die individuelle Symptomkombination des Betroffenen angepasst sein, sonst können sie sogar kontraproduktiv wirken. Schlucktherapie ist bei Betroffenen nötig, die unter einer Dysphagie (Schluckstörungen) leiden. Therapeuten arbeiten hier v. a. mit Übungen für die Schluckmuskulatur und Atemverhalten

 

Ausflug in die Wissenschaft

Logopädie unter der Lupe

Die Cochrane-Stiftung hat die Wirksamkeit von logopädischen Therapien überprüft und hat dafür 57 Studien in einem Review untersucht19. Sie fanden Evidenz dafür, dass logopädische Therapien nach einem Schlaganfall die funktionale Kommunikation, das Lesen und Schreiben und die Ausdrucksstärke verbessern und dass eine hohe Intensität der Therapie über einen langen Zeitraum hinweg sich besonders förderlich auswirken könnte.

Musiktherapie bei Schlaganfall

Musik regt die Neuroplastizität an – also die Fähigkeit des Gehirns, sich zu verändern und anzupassen, um optimaler funktionieren zu können. Manche Rehabilitationskliniken bieten Musiktherapie an – die Möglichkeiten sind vielfältig:

  • Selbst ein Instrument spielen verbessert die Beweglichkeit.
  • Singen unterstützt das Sprechen.
  • Musik mit Rhythmus kann das Gehen und insgesamt die Beweglichkeit erleichtern

Musiktherapie nach einem Schlaganfall hilft erwiesenermaßen bei Gangstörungen: Betroffene konnten schneller wieder gehen und größere Schritte machen20. Besonders rhythmische Musik kann beim Training von Bewegungen hilfreich sein.

 

Außerdem kann Singen den Betroffenen nach einem Schlaganfall aus der Sprachlosigkeit heraushelfen, z. B. können Worte oft zwar gesungen, jedoch nicht gesprochen werden. Singen stärkt außerdem das verloren gegangene Selbstbewusstsein (als Folge des Verlusts der Kommunikationsfähigkeit).

 

Imagination/Training zur Bewegungsvorstellung

Zunehmend werden in der Rehabilitation auch mentale Techniken eingesetzt, die die Vorstellung von Bewegungsabläufen trainieren. Die Basis dieser Therapie ist folgende Annahme: Die Systeme der Bewegungsvorstellung überschneiden sich stark mit denen, die tatsächlich für die Bewegungsausführung zuständig sind.

Beim mentalen Training von Bewegungen werden die Bewegungsabläufe simuliert, die Bewegungsplanung, Bewegungsvorbereitung, Verbalisierung von Bewegung und Bewegungsvorstellung trainiert und aktiv im Arbeitsgedächtnis gespeichert.

 

Das motorische Imaginationstraining kann z. B. so ablaufen:

  • Therapeut macht die Übung vor.
  • Patient macht die Übung mit der gesunden Hand nach.
  • Patient stellt sich die Übung mit der gesunden Hand vor.
  • Patient stellt sich die Übung mit der kranken Hand vor.

Kleine, randomisierte Studien konnten bisher den positiven Effekt für Patienten nach einem Schlaganfall bei der Beweglichkeit und auch bei der Akzeptanz der Therapie zeigen21. Mentales Training nach einem Schlaganfall könnte, wenn weitere große Studien mit aussagekräftigen Ergebnissen vorliegen, in der Zukunft zu einem festen Bestandteil der Rehabilitation nach einem Schlaganfall werden.

 

Transkranielle Magnetstimulation (TMS)

Die TMS ist eine neuartige nicht-invasive, schmerzfreie Therapie, die durch elektromagnetische Induktion bestimmte Teile des Gehirns hemmen oder stimulieren möchte. Die TMS hat bereits in verschiedene internationale Guidelines zur Schlaganfallbehandlung Einzug gehalten22,23,24. Abschließende Beurteilungen über die Wirksamkeit stehen jedoch noch aus.

Bei einem Schlaganfall wird meist nur eine der beiden Hirnhälften geschädigt – die andere Hälfte versucht erfolglos, diese Verluste auszugleichen. Experten möchten nun mithilfe der TMS dieses Gleichgewicht wiederherstellen und so die Regeneration des Gehirns fördern. Die TMS ist immer mit einer sich anschließenden Physiotherapie kombiniert.

 

Psychotherapie bei Schlaganfall

Ein Schlaganfall ist ein traumatisches Erlebnis – für Betroffene als auch für Angehörige. Viele fühlen sich allein gelassen, überfordert, hoffnungslos und machtlos im Angesicht der neuen, schwierigen Situation. Nach einem Schlaganfall ist dies erstmal eine normale Reaktion, die sich jedoch oft auch zu einer langanhaltenden Depression entwickeln kann. Depressionen nach einem Schlaganfall (Post-Stroke-Depression PSD) sind häufig: Die Hirnschädigung kann ebenso Depressionen auslösen wie die neue, plötzliche Hilflosigkeit und die körperlichen und geistigen Einschränkungen, die mit dem Schlaganfall einhergingen. Eine PSD geht mit den gleichen Symptomen einher wie eine aus anderen Gründen verursachte Depression:

  • tiefe Traurigkeit
  • Interessenverlust
  • Antriebslosigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • geringes Selbstwertgefühl
  • Schlafstörungen

 

Die Depression wirkt sich fatal auf die Rehabilitation aus. Wenn der Betroffene keine eigene Motivation, Geduld und Anpassungsfähigkeit aufbringen kann, um die neue Situation so gut als möglich zu meistern, sind die Chancen geringer, Ausfallerscheinungen wie z. B. Sprachstörungen oder Lähmungen wieder zu verbessern.

Psychotherapeutische Verfahren sind daher ein wichtiger Baustein in der Schlaganfall-Behandlung. Erfahrene Therapeuten können Sie bei der schwierigen Annahme der neuen Lebenssituation unterstützen, motivieren und helfen eigene, vielleicht verschüttete, Ressourcen wieder zu erkennen. Selbstmotivation, positive Energie und Lebenswillen sind entscheidende Einflussfaktoren, die den Krankheitsverlauf nach einem Schlaganfall bestimmen.

 

Wichtig

Oft entwickeln auch die nächsten Angehörigen eine Depression, die sich beständig kümmern und pflegen und mit dem körperlich und psychisch veränderten geliebten Menschen neu umgehen lernen müssen. Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen können oft hilfreich sein, um sich mit Menschen, die Ähnliches erleben, austauschen zu können.

Unser Buch-Tipp für Sie, wenn ein nächster Angehöriger einen Schlaganfall erlitten hat:

Checkliste

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun vor/nach einem Schlaganfall

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich und Ihre Angehörigen zu gut wie möglich über Ihre Erkrankung, Therapieoptionen und Unterstützung für den Alltag nach einem Schlaganfall.
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patienten und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen. Gute Behandler motivieren im Idealfall, ermutigen und leiten Sie zur Eigeninitiative an.
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf Ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen und einer Atherosklerose vorgebeugt werden. Bei einem Schlaganfall stehen alle Mikronährstoffe im Fokus – eine Breitbandversorgung ist daher unerlässlich. Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.
  • Ernährung: Die ideale Ernährung in der Schlaganfallprävention und Nachsorge ist die anti-entzündliche Mittelmeerdiät. Vorwiegend pflanzliche Nahrungsmittel (reichlich Gemüse, Obst, Nüsse, Saaten, Getreide und Hülsenfrüchte), fetter Seefisch und wenig probiotische Milchprodukte. Verwenden Sie „gute Fette“ in Form von kaltgepressten Ölen wie Olivenöl, Walnussöl und Leinöl.
  • Sport und Bewegung: Ausdauer und körperliche Fitness sind wichtige präventive Faktoren für Herz- und Gefäßgesundheit. Beugen Sie einem Schlaganfall vor, indem Sie in Bewegung bleiben – auch im Alltag: Treppensteigen statt Lift, Fahrrad statt Auto und Yoga-Stunde statt Fernsehsessel.
  • Stressabbau: Stress ist Gift für unseren gesamten Organismus. Entzerren Sie Ihren Alltag und konzentrieren Sie sich auf Wichtiges – warten Sie damit nicht, bis Ihr Körper die Alarmglocken läutet! Das Erlernen einer Entspannungstechnik wie Yoga oder Tai Chi kann Ihnen zusätzlich aktiv helfen, körperliche und geistige Anspannung und Entspannung zu trainieren, Stress zu reduzieren und auch einfach Zeit für sich zu reservieren.
  • Rauchen und Alkoholkonsum: Rauchen ist ein bedeutender Risikofaktor für die Entwicklung eines Schlaganfalls. Hören Sie möglichst ganz mit dem Rauchen auf und halten Sie Ihren Alkoholkonsum so moderat wie möglich.
  • Psychische Gesundheit: Depressionen sind häufig nach einem Schlaganfall – zögern Sie und Ihre Angehörigen nicht, sich früh Hilfe und Unterstützung zu holen. Ein erfahrener Therapeut kann Ihnen auch helfen, Ihre Krankheit zu akzeptieren – Ihre Motivation und Lebenskraft sind mitentscheidend für den Verlauf der Rehabilitation.

Quellenangaben

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  4. Peter Stiefelhagen: Erhöhte Gefahr – Was alles den Schlaganfall fördert. ÄrzteZeitung. Veröffentlicht: 04.06.2018.
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  23. Canadian stroke best practice recommendations: Stroke rehabilitation practice guidelines, update 2015. International Journal of Stroke: Level B.
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