Wechseljahre:
Ein neues Lebensgefühl durch Hilfe aus der ganzheitlichen Medizin

Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Zyklusunregelmäßigkeiten, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und Gewichtszunahme – wenn wir von den Wechseljahren sprechen, denken wir meist an diese Begleiterscheinungen. Jede Frau erlebt und durchlebt diese einschneidende Lebensphase anders. In unserem nachstehenden Artikel finden Sie eine umfangreiche Übersicht rund um das Klimakterium, die damit verbundenen körperlichen und psychischen Begleiterscheinungen sowie medizinische Hintergründe. Außerdem erfahren Sie, was Sie selbst tun können, um die Veränderungen und Zeichen Ihres Körpers besser zu verstehen und Ihre Beschwerden lindern zu können.

Hitzewallungen in den Wechseljahren

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 26. November 2020

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Fakten in der Übersicht

  • Was sind die Wechseljahre? Die Wechseljahre kennzeichnen die Lebensphase, in der die Fruchtbarkeit der Frau nachlässt und schließlich mit Einsetzen der Menopause endet. Vielfältige körperliche und psychische Begleiterscheinungen können im Zusammenhang mit der nachlassenden Produktion der Sexualhormone Östrogen und Gestagen einhergehen. Insgesamt dauert der hormonelle Umstellungsprozess im Schnitt 5 bis 10 Jahre.
  • Ursachen & Risikofaktoren: Auslöser für den Beginn der Wechseljahre ist ein Nachlassen der Produktion von Sexualhormonen. Der Zeitpunkt, wann das Klimakterium bei der Frau einsetzt, ist vermutlich genetisch bedingt. Verschiedene Risikofaktoren können für ein frühes Klimakterium verantwortlich sein und auch die Beschwerden in ihrer Art und Intensität negativ beeinflussen.
  • Symptome: Die Symptome im Klimakterium sind vielfältig. Da hormonelle Veränderungen grundsätzlich den gesamten Körper betreffen, sind die Beschwerden in ihrem Erscheinungsbild entsprechend vielseitig. Besonders häufig treten körperliche Beschwerden wie Zyklusunregelmäßigkeiten, verstärkte oder ausbleibende Regelblutungen, Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schleimhauttrockenheit, Gedächtnisstörungen und nervöse Beschwerden auf. Psychisch machen sich die Wechseljahre in Form von Stimmungsschwankungen, Ängsten, Reizbarkeit bis hin zu depressiven Ausprägungen bemerkbar. Grundsätzlich kann der sinkende Östrogenspiegel auch Erkrankungen auslösen, die bis dahin latent oder noch gar nicht vorhanden waren.
  • Diagnose und Tests: Anamnese, Ermittlung des Hormonstatus und anderer relevanter Blutwerte sowie Ausschluss anderer Erkrankungen mit ähnlicher Symptomatik
  • Prognose und Verlauf: Der Hormonabfall während der Wechseljahre kann unbehandelt das Risiko für schwerwiegende Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz und Krebs erheblich fördern
  • Empfohlene Ernährung: Mikronährstoffreiche und anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollwertprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist.
  • Therapie und Prävention:
    • Mikronährstoffe: Insbesondere Vitamin B, D, E, Kalzium und Magnesium können in den Wechseljahren die Symptome lindern und vor allem den Folgekrankheiten entgegenwirken, die durch den Hormonmangel ausgelöst werden.
    • Lebensstil: Bewegung, Entspannung, ausreichend Schlaf, eine positive Lebenseinstellung sowie der Verzicht auf Alkohol und Nikotin tragen zu mehr Wohlbefinden während der Wechseljahre bei.
    • konventionelle Therapie: Symptomatisch je nach Beschwerdebild, bei schweren Verläufen Hormonersatztherapie
    • ganzheitliche Therapie: Heilpflanzen, die eine ausgleichende Wirkung auf den Hormonhaushalt und die Psyche haben wie Traubensilberkerze, Mönchspfeffer, Rotklee, Yamswurzel, Johanniskraut, Salbei oder Kava Kava; Homöopathie; Hormonyoga; Beckenbodentraining; Entsäuerung; Psychotherapie
  • Checkliste und Empfehlungen für die Wechseljahre: Das können Sie selbst tun in den Wechseljahren

Was sind die Wechseljahre?

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Wechseljahre in der Übersicht

  • Die Wechseljahre sind eine natürliche Lebensphase im Leben jeder Frau und bezeichnen die Zeit, in der die Produktion der weiblichen Sexualhormone allmählich nachlässt, die Fruchtbarkeit abnimmt und schließlich mit dem Ausbleiben der Monatsblutung endet.
  • Der Umstellungsprozess dauert im Schnitt 5 bis 10 Jahre und beginnt um das 45. bis 50. Lebensjahr herum.
  • Zahlreiche Begleiterscheinungen können mit dem Klimakterium einhergehen, die von vielen Frauen als unangenehm erlebt werden und die Lebensqualität erheblich beeinflussen können. Dazu zählen Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Gewichtszunahme, Stimmungslabilität, Scheidentrockenheit, Verlust der Libido und nervöse Beschwerden.
  • Wenn die Menopause vor dem 40. Lebensjahr eintritt, spricht man vom Klimakterium praecox, einer vorzeitigen Erschöpfung der Eierstockfunktion. Die genaue Ursache dafür ist noch unklar.
  • Die sogenannten „Wechseljahre beim Mann“ sind keine Wechseljahre im eigentlichen Sinn, sondern umfassen Symptome, die mit dem Älterwerden einhergehen.

Vorkommen und Auftreten

Von den Wechseljahren, oder auch Klimakterium genannt, spricht man, wenn die Bildung der weiblichen Sexualhormone Östrogen und Gestagen in den Eierstöcken abnimmt Dieser Umstellungsprozess dauert ca. 5 bis 10 Jahre und beginnt im Schnitt um das 45. bis 50. Lebensjahr.

Erste Anzeichen für den Beginn der Wechseljahre sind verkürzte oder verlängerte Monatszyklen, Veränderungen in der Blutungsstärke, Zwischenblutungen oder verstärkte Regelbeschwerden. Diese können sich bereits um das 40. Lebensjahr herum bemerkbar machen.

 

Im weiteren Verlauf gehen mit den hormonellen Veränderungen oft vielfältige weitere Begleiterscheinungen einher.

Insgesamt erstreckt sich das Klimakterium, die Zeit der Umstellung des weiblichen Hormonhaushalts, im Schnitt über einen Zeitraum zwischen dem 45. und 60. Lebensjahr, was jedoch nicht bedeutet, dass über die gesamte Dauer klimakterische Beschwerden auftreten.

Die Wechseljahre gelten als abgeschlossen, wenn es mindestens ein Jahr lang zu keiner Blutung mehr gekommen ist. Der Zeitpunkt der letzten Blutung wird als Menopause bezeichnet.

 

In seltenen Fällen, etwa bei 1-4 % der Frauen, beginnt das Klimakterium bereits in den Dreißigern und die letzte Blutung findet vor dem 40. Lebensjahr statt. Man spricht vom Klimakterium praecox, einer vorzeitigen Erschöpfung der Eierstockfunktion, Östrogen zu bilden. Die Gründe, die zum frühen Eintritt der Menopause führen, werden kontrovers diskutiert: Lebensstil, Ernährung, bestimmte Medikamente, aber auch autoimmune Faktoren werden als Ursache vermutet.

 

In anderen Kulturen (z. B. Ostasien) sind Wechseljahre praktisch unbekannt – das deutet darauf hin, dass nicht allein die abnehmenden Hormone für die Symptomatik verantwortlich sind

 

 

Phasen der Wechseljahre

Das Klimakterium wird in verschiedene Phasen unterteilt, die jedoch fließend ineinander übergehen und in Dauer und Ausprägung von Frau zu Frau variieren. Klimakterium und Wechseljahre umfassen die gesamte Zeit des hormonellen Umbruchs: Beginn der ersten Zyklen ohne Eisprung, das Auftreten erster Zyklusunregelmäßigkeiten bis hin zur letzten Periode.

 

  • Klimakterium praecox: Tritt die Menopause bereits vor dem 40. Lebensjahr ein, spricht man von einer vorzeitigen Menopause.
  • Prämenopause: Diese Phase bezeichnet den Beginn der Wechseljahre, die Monatsblutungen treten noch auf, jedoch findet nicht mehr in jedem Zyklus ein Eisprung statt. Die prämenopausale Phase kann unter Umständen bereits um das 35. Lebensjahr herum einsetzen und mit einer nachlassenden Fruchtbarkeit einhergehen.
  • Perimenopause: Diese Phase beschreibt den Zeitraum um die Menopause herum (peri = um…herum), in dem die Zyklusunregelmäßigkeiten und klimakterischen Beschwerden über einen längeren Zeitraum hinweg auftreten.
  • Menopause: Mit dem Begriff Menopause ist der Zeitpunkt der letzten Monatsblutung gemeint. Da dieser nur rückwirkend festgelegt werden kann, spricht man davon, wenn seit der letzten Regelblutung mindestens ein Jahr vergangen ist.
  • Postmenopause: Dieser Begriff umfasst den Zeitraum der Wechseljahre, der nach der letzten Blutung bis zum Lebensende folgt.

 

Hinweis

Exkurs: „Wechseljahre beim Mann“

Medizinisch gesehen gibt es beim Mann keine Wechseljahre (Klimakterium virile, Andropause) wie bei Frauen. Vielmehr spricht man vom natürlichen Alterungsprozess, der mit zunehmenden körperlichen und psychischen Veränderungen einhergeht.

Geht man von „Wechseljahren beim Mann“ aus, so handelt es sich bei diesen – ebenso wie bei den Wechseljahren der Frau – um keine Krankheit, sondern um eine natürliche Lebensphase. Männer sind hauptsächlich im Alter von Anfang 40 bis Mitte 50 betroffen.

Die Symptome der „männlichen Wechseljahre“ sind eher unspezifisch und meist deutlich weniger stark ausgeprägt als bei der Frau. Der Umbau im Hormonhaushalt geht schleichend und meist unbemerkt vonstatten und unterliegt nicht den großen Schwankungen, wie sie im weiblichen Körper der Fall sind. Daher treten bei den meisten Männern keine nennenswerten Beschwerden auf. Hauptursache ist der Rückgang des männlichen Hormons Testosteron.

 

Mögliche Begleiterscheinungen, die beim Mann auftreten können, sind:

  • Erektionsstörungen, verminderter Bartwuchs und Abnahme der Libido
  • Abbau von Muskelmasse und Zunahme an Fettgewebe, vornehmlich in der Bauchregion
  • innere Unruhe, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
  • Hauttrockenheit und verringerte Spannkraft der Haut, Faltenbildung
  • nachlassende Leistungsfähigkeit
  • Reizbarkeit, Stimmungslabilität

 

Eine positive Lebenseinstellung und die Akzeptanz des Älterwerdens haben einen entscheidenden Einfluss auf den Verlauf und die Ausprägung der Begleiterscheinungen.

Ursachen und Risikofaktoren

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Ursachen und Risikofaktoren in der Übersicht

  • Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern ein physiologischer Prozess, in dem sich der Hormonhaushalt in der Lebensmitte verändert.
  • Der Zeitpunkt, wann die Wechseljahre einsetzen, ist vermutlich genetisch bedingt.
  • Verschiedene Risikofaktoren können den Zeitpunkt des Beginns des Klimakteriums und die Ausprägung der Beschwerden beeinflussen.

Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern ein natürlicher Umstellungsprozess im Hormonhaushalt, der um die Lebensmitte herum beginnt. Die oft extremen Schwankungen des Östrogenspiegels sowie das Absinken des Progesterons im Blut führen zu der Vielfalt an Symptomen und Beschwerden, die an sich jedoch keinen Krankheitswert haben, sondern dem hormonellen Ungleichgewicht geschuldet sind. Auslöser ist, dass die Funktion der Eierstöcke als Hauptproduktionsstätte der Östrogene zunehmend eingestellt wird.

 

Häufig setzen die Wechseljahre um das Alter herum ein, zu dem auch Mutter und Großmutter ins Klimakterium gekommen sind.

Studien an Zwillingen haben ergeben, dass sowohl der Zeitpunkt, wann die Fruchtbarkeit nachlässt, als auch der Beginn der Wechseljahre einen genetischen Zusammenhang vermuten lässt. 1

 

Die Rolle der Hormone wird jedoch häufig überschätzt. Zwar ist die Abnahme des Östrogenspiegels für die typischen Hitzewallungen und Schweißausbrüche in den Wechseljahren verantwortlich. Viele andere körperliche und psychische Veränderungen nehmen aus ganz unterschiedlichen Gründen bei Männern genauso wie bei Frauen ab den mittleren Jahren zu, darunter beispielsweise sexuelle Probleme oder Stimmungsschwankungen. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und Osteoporose erhöht sich in den Wechseljahren zwar, aber der Rückgang der Hormone ist dafür nur eine Ursache von vielen.

Nicht zu unterschätzen: In diesen Jahren stehen oft große Umbrüche im Privat- und Berufsleben an. Die Kinder verlassen das Haus, es findet sich wieder mehr Zeit für Partnerschaft und Karriere. Die Veränderung birgt Chancen. Für einige Menschen bedeutet sie jedoch vermehrten Stress und eine seelische Belastung. Somit können auch die Lebensumstände das individuelle Wohlbefinden in hohem Maße beeinflussen.

 

Risikofaktoren, die den Beginn der Wechseljahre vorzeitig auslösen sowie die Beschwerden in ihrer Intensität verstärken können, sind:

 

  • Rauchen
  • Alkohol
  • Medikamente
  • Über- oder Untergewicht
  • Stress
  • andauernde Sorgen und Konflikte
  • einseitige Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • östrogenartige, hormonell aktive Substanzen in Plastikprodukten und Kosmetik (Xenoöstrogene)
  • hormonähnliche Bestandteile in Nahrungsmitteln, wie z.B. Soja (Phytoöstrogene)
  • mit Östrogen belastete tierische Produkte (Fleisch, Milchprodukte)
  • Östrogenrückstände im Trinkwasser

 

Im Fall des Klimakterium praecox, der frühzeitigen Wechseljahre, ist die Ursache eine vorzeitige Erschöpfung der Eierstockfunktion. Was genau die vorzeitige Erschöpfung verursacht, kann man bis heute nicht sicher sagen. Diskutiert werden mehrere mögliche Faktoren:

 

  • Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie)
  • starkes, langjähriges Rauchen
  • Autoimmunprozesse
  • Begleiterscheinung bestehender Autoimmunerkrankungen
  • Unterernährung (z. B. durch Magersucht)
  • Medikamente
  • Chemotherapeutika (Zytostatika)
  • familiäre Häufung

 

Symptome der Wechseljahre

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Symptome in der Übersicht

  • Die Symptome sind vielfältig und können sich im gesamten Körper manifestieren: leichte Befindlichkeitsstörungen über Funktionsstörungen verschiedener Körpersysteme bis hin zu schweren depressiven Ausprägungen und Beschwerden, die Alltag und Lebensqualität erheblich einschränken
  • Körperlich: Zyklusunregelmäßigkeiten, Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen, Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Blutdruck- und Kreislaufprobleme, Herzrhythmusstörungen, Trockenheit der Schleimhäute, Libidoverlust, Gewichtszunahme
  • Psychisch: Stimmungsschwankungen, Ängste, Panikattacken, Reizbarkeit, depressive Verstimmungen
  • Sonstige Beschwerden: Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen, Nervosität, innere Unruhe, Gedächtnisschwäche etc.
  • Der sinkende Östrogenspiegel kann andere Erkrankungen auslösen, da die vielfältigen schützenden, regulierenden und stabilisierenden Faktoren des Östrogens dem Organismus nicht mehr zur Verfügung stehen.

Die Symptome in den Wechseljahren sind vielfältig. Etwa zwei Drittel aller Frauen klagt über Befindlichkeitsstörungen, die zum Teil mit erheblichen Einschränkungen in ihrem Alltag, in der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit wie auch in ihrer Freizeit verbunden sind.

Die Beschwerden können im gesamten Körper auftreten und mehr oder weniger starke Auswirkungen auf die Psyche haben.

Charakteristisch für die Wechseljahre ist, dass die Monatszyklen unregelmäßig werden und die Dauer der Periode sowie die Stärke der Regelblutung variiert.

Es kann auch vorkommen, dass Regelschmerzen auftreten, die Blutung jedoch ausbleibt.

Obwohl die Befindlichkeitsstörungen von den meisten Frauen als unangenehm und einschränkend empfunden werden, haben nur wenige einen echten Krankheitswert.

Aufgrund der enormen hormonellen Dysbalancen treten Stimmungsschwankungen auf, die depressive Züge annehmen können. In den Wechseljahren leiden etwa 30% der Frauen an Depressionen oder erleben längere depressive Episoden.

 

Im Folgenden finden Sie eine umfangreiche Übersicht und Beschreibung der zahlreichen Beschwerden:

 

Körperliche Symptome

  • Störungen der Temperaturregulierung, wahrnehmbar durch Hitzewallungen, Schweißausbrüchen oder Rotwerden
  • Menstruationsprobleme in Form von Regelschmerzen, starke Blutungen, verlängerte oder verkürzte Zyklen, Schmierblutungen
  • Vaginalausfluss
  • Libidoverlust
  • Trockenheit der Vaginalschleimhaut, Augentrockenheit
  • Schmerzen oder Brennen im Genitalbereich und beim Geschlechtsverkehr
  • Gewichtszunahme aufgrund eines sinkenden Grundumsatzes, Stoffwechselschwäche, Aufbau von Körperfett, Veränderungen der Körperfigur
  • Blasenschwäche, Neigung zu Blasenentzündung
  • vermehrte Kopfschmerzen oder Migräne, meist hormonell bedingt
  • Haarausfall, brüchige Fingernägel, Hautveränderungen aufgrund Dehydration (fehlendes Östrogen führt zu weniger Wassereinlagerungen im Körper)
  • Schlafstörungen aufgrund nervöser Unruhe und Hitzewallungen
  • Verdauungsbeschwerden, Heißhungerattacken, Neigung zu Verstopfung und Blähungen, Übelkeit
  • Schwindelgefühl, Gleichgewichtsstörungen
  • Herzrhythmusstörungen, Herzrasen, Blutdruckschwankungen, meist aufgrund hormoneller Schwankungen
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Verlust der Knochendichte, Osteoporose

 

Psychische und kognitive Symptome

  • Reizbarkeit, Neigung zu Wutausbrüchen
  • Stimmungsschwankungen, Antriebslosigkeit
  • rasche Erschöpfung, Müdigkeit, Abgeschlagenheit
  • Konzentrationsstörungen, Zerstreutheit, Gedächtnisschwäche
  • innere Unruhe, Anspannung, Nervosität
  • Traurigkeit, Weinerlichkeit, sozialer Rückzug
  • Ängste, Panikattacken
  • depressive Verstimmung bis hin zu behandlungsbedürftiger depressiver Symptomatik

 

Da hormonelle Veränderungen grundsätzlich den ganzen Körper beeinflussen, können dementsprechend vielfältige Beschwerden auftreten. Grundsätzlich ist jedoch zu beachten, dass ein Absinken des Östrogens, das unzählige Funktionen im Körper beeinflusst, die eine schützende, regulierende und stabilisierende Wirkung haben, Störungen und Erkrankungen im Organismus hervorrufen kann, die über die reinen Wechseljahressymptome hinausgehen.

Häufig bleiben Schilddrüsenfunktionsstörungen bei Frauen im Klimakterium lange unentdeckt. Die Entstehung bestimmter Schilddrüsenerkrankungen treten gehäuft erst ab der Lebensmitte auf wie zum Beispiel eine chronische Unterfunktion (Hypothyreose) oder die vom Immunsystem ausgelöste Schilddrüsenentzündung, die Hashimoto Thyreoiditis.

Osteoporose ist jedoch die wohl bekannteste Erkrankung, die mit den Wechseljahren einhergeht. Außerdem steigt mit dem fehlenden Östrogeneinfluss das Arterioskleroserisiko und damit das Risiko für Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall, da der Schutz der Blutgefäße zunehmend verloren geht.

Daher ist es ratsam, bei ausgeprägten oder unklaren Beschwerden, einen Arzt zur Abklärung der Ursachen und zum Ausschluss anderer Erkrankungen aufzusuchen.

Hinweis

Wechseljahrbeschwerden

Eine Studie der Universität Dresden von 2017 kam zum Ergebnis, dass nur Hitzewallungen und verstärktes Schwitzen rein typisch für perimenopausale Beschwerden sind, also tatsächliche Folgen der Hormonumstellung. Die zahlreichen anderen Symptome kommen in jedem Alter vor und nähmen mit steigendem Alter zu, sowohl bei Frauen (1400 Frauen im Alter von 14 bis 95 wurden befragt) als auch bei Männern.

Prof. Weidner vom Institut für Psychosomatik und Psychotherapie kritisiert vor allem die vorschnelle Behandlung mit Hormonen. Viele „Wechseljahrs-Beschwerden“ seien vor allem auf die Lebenssituation und psychische Gesundheit zurückzuführen, die maßgeblich durch Partnerschaft, Einkommen, berufliche Situation, Sozialleben und Glaube an die eigene Selbstwirksamkeit beeinflusst werden. 22

Diagnose und Test: Wechseljahre feststellen

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Diagnose in der Übersicht

  • Das Wechseljahrsyndrom ist eine Ausschlussdiagnose von anderen Erkrankungen mit einem ähnlichen Beschwerdebild. Beispiele sind: Schilddrüsen- oder Nebennierenstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Myome, Burnout oder Depression.
  • In der Anamnese stellt sich meist heraus, dass der Zeitpunkt der Menopause in der Familie gehäuft auftrat, was auf einen genetischen Zusammenhang hinweist.
  • Ein umfangreiches Blutbild gibt Aufschluss über Herkunft und Zusammenhang der Beschwerden, der Hormonstatus zeigt an, in welchen Konzentrationen die verschiedenen Sexualhormone im Blut vorkommen.
  • Eine weitere gynäkologische oder differentialdiagnostische Abklärung ist angezeigt, wenn die Beschwerden sehr ausgeprägt sind oder vor dem 40. Lebensjahr auftreten.

Die Diagnose des Wechseljahrsyndroms ist eine sogenannte Ausschlussdiagnose. Sie wird gestellt, wenn andere Erkrankungen, die mit einer ähnlichen Symptomatik einhergehen, ausgeschlossen werden können.

Hilfreich zur Diagnosefindung kann ein Zyklustagebuch sein, in dem die Frau die Dauer der Periode, die Stärke der Blutung sowie die Beschwerden über mehrere Monate hinweg dokumentiert.

 

Anamnese

Die Anamnese ist zumeist schon diagnoseweisend. Viele Symptome sind charakteristisch für das Klimakterium. Oft stellt sich in der Anamnese heraus, dass der Zeitpunkt, wann die Wechseljahre beginnen oder die Menopause eintritt, bei Mutter oder Großmutter in einem ähnlichen Alter zu beobachten war.

 

Blutuntersuchungen

Eine Blutuntersuchung gibt Aufschluss über Herkunft und Zusammenhang der Beschwerden, der Hormonstatus zeigt an, in welchen Konzentrationen die verschiedenen Sexualhormone wie Östrogen, Progesteron, FSH (follikelstimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon) im Blut vorkommen.

Darüber hinaus kann die allgemeine Stoffwechselsituation eingeschätzt werden, indem Blutzucker und Blutfettwerte analysiert werden. Diese geben auch Hinweise auf das aktuelle Arterioskleroserisiko.

 

Differentialdiagnosen

Um andere Ursachen der Symptome auszuschließen, werden, je nach Art der Beschwerden, in der Blutuntersuchung u. a. zusätzlich Schilddrüsenwerte, Entzündungsmarker und der Hormonstatus bestimmt, ein EKG (Elektrokardiogramm) geschrieben oder eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt.

Um andere Ursachen auszuschließen, deren Beschwerden denen der Wechseljahre ähnlich sind, wird eine differentialdiagnostische Betrachtung durchgeführt. Beispiele sind:

  • Burnout-Syndrom
  • Depression
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Störungen der Nebennieren
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Endometriose
  • Myome in der Gebärmutter oder an den Eierstöcken
  • Vaginalmykose oder -infektion
  • Neurologische Erkrankungen
  • Tumorerkrankungen

 

Diagnose Klimakterium praecox

Wenn Wechseljahresbeschwerden bei Frauen vor dem 40. Lebensjahr auftreten, liegt die Vermutung nahe, dass es sich um ein Klimakterium praecox handelt. Allerdings sind in diesem Fall eine Schwangerschaft oder andere Erkrankungen unbedingt auszuschließen.

 

Zur Sicherung der Diagnose wird nach einem negativen Schwangerschaftstest im Abstand von mehreren Wochen dreimal eine Blutuntersuchung durchgeführt.

Im Fall eines vorzeitigen Klimakteriums sind folgende Hormonwerte zu erwarten:

  • starke Erhöhung des follikelstimulierenden Hormons (FSH)
  • starke Erhöhung des luteinisierenden Hormons (LH)
  • niedrige Konzentration der Östrogene
  • niedrige Konzentration des Progesterons

Hinweis

Hormone

Östrogen fördert die Reifung einer befruchtungsfähigen Eizelle und löst indirekt den Eisprung aus. Zudem haben Östrogene eine wesentliche Bedeutung im Knochenstoffwechsel, regen den Haarwuchs an, fördern die Feuchtigkeit der Schleimhäute und steuern die Libido der Frau.

 

Progesteron gehört zur Gruppe der Gestagene und wird hauptsächlich in der zweiten Zyklushälfte gebildet. Es bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die Einbettung der befruchteten Eizelle vor. In wesentlich höherer Konzentration wird es während der Schwangerschaft ausgeschüttet. In den Wechseljahren ist es das erste Hormon, dessen Produktion nachlässt.

 

Das Follikelstimulierende Hormon (FSH) sorgt für die Entwicklung funkionsfähiger Eizellen und regt die Produktion von Östrogen und Progesteron in den Eierstöcken an. In den Wechseljahren versucht der Körper durch eine vermehrte Ausschüttung von FSH die Hormonproduktion in den Eierstöcken anzuregen.

 

Das Luteinisierende Hormon (LH) sorgt für die Reifung der Eizellen und den Eisprung in der Zyklusmitte. In den Wechseljahren ist der Wert erhöht, um ähnlich wie das FSH die Hormonproduktion der Eierstöcke zu aktivieren.

Eine Möglichkeit, um sich selbst einen Überblick über die aktuelle Hormonsituation zu verschaffen, ist die Durchführung eines Hormonspeicheltests. Dieser kann zuhause durchgeführt und anschließend an ein Labor geschickt werden. Wenige Tage später erhält man eine für Laien verständliche Interpretation des Ergebnisses sowie einen möglichen therapeutischen Behandlungsansatz.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Unser Produkt-Tipp für Hormonspeicheltests in den Wechseljahren:


 

Hinweis

Hormonspeicheltests

Hormonspeicheltests ermitteln den aktuellen Hormonstatus und zeigen bereits geringste Veränderungen auf, die das hormonelle Gleichgewicht aus der Balance bringen. Im Speichel können die sogenannten freien, aktiven Hormone gemessen werden. Freie Hormone sind biologisch wirksam, da sie im Blut zirkulieren und in die Zellen eindringen können. Außerdem kann die Probenentnahme völlig schmerzfrei von zuhause aus durchgeführt werden. Auch Tagesprofile können gut sichtbar gemacht werden.

Bei der Ermittlung des Hormonstatus durch einen Bluttest werden sowohl die freien als auch die an Eiweiße gebundenen Hormone ohne Differenzierung erfasst. Aussagekräftig für die momentane Hormonsituation sind jedoch die freien, ungebundenen Hormone. Mehrmalige Probenentnahmen in nüchternem Zustand, um ein Tagesprofil zu erstellen, sind schwer umsetzbar. Dafür ist ein großes Spektrum an Hormonen mit einem einzigen Bluttest messbar

Möglicher Krankheitsverlauf und Prognose

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Krankheitsverlauf in der Übersicht

  • Das Klimakterium erstreckt sich über einen Zeitraum zwischen dem 45. und dem 60. Lebensjahr.
  • Bei starken Raucherinnen tritt das Klimakterium früher ein als bei Nichtraucherinnen.
  • Der Mangel an den weiblichen Sexualhormonen begünstigt die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arteriosklerose, Osteoporose, Depression, Diabetes und Schilddrüsenerkrankungen.

Insgesamt erstreckt sich das Klimakterium, die Zeit der Umstellung des weiblichen Hormonhaushalts, über einen Zeitraum zwischen dem 45. und 60. Lebensjahr, was jedoch nicht bedeutet, dass über die gesamte Dauer klimakterische Beschwerden auftreten: Bei manchen Frauen können die Begleiterscheinungen nur sechs Monate anhalten, bei anderen auch über fünf bis zehn Jahre in unterschiedlicher Ausprägung auftreten.

 

Untersuchungen haben ergeben, dass die Wechseljahre bei starken Raucherinnen früher beginnen als bei Nichtraucherinnen. Ebenso setzt bei untergewichtigen Frauen das Klimakterium früher ein, da das Östrogen in kleinen Mengen auch im Fettgewebe gebildet wird und dadurch der Östrogenspiegel langsamer absinkt. Bei Frauen, die über Jahre hinweg mit der Antibabypille verhütet haben, tritt die letzte Menstruationsblutung ebenfalls oft später auf.

 

Prognose und Folgen des Absinkens von Östrogen und Progesteron

Nach der Menopause tritt normalerweise keine Blutung mehr auf. Solle es dennoch zu einer Blutung kommen, muss nicht gleich mit dem Schlimmsten gerechnet werden.

Die Gründe dafür können im Abbau oder einem verstärkten Aufbau der Gebärmutterschleimhaut liegen, da auch jenseits der Wechseljahre noch hormonelle Prozesse ablaufen, wenn auch in wesentlich geringerer Ausprägung. Auch gutartige Gewebswucherungen wie Myome oder Nebenwirkungen einer Hormonersatztherapie können Auslöser dafür sein. Um sicher zu gehen, empfiehlt sich eine ärztliche Abklärung.

Hinweis

Gelbkörper

Der Gelbkörper entsteht während des Eisprungs. Die reife Eizelle verlässt den Eifollikel und wandert durch den Eileiter in die Gebärmutter. Die Hülle des geplatzten Follikels sieht wie ein kleiner gelber Körper aus, der als Gelbkörper bezeichnet wird. Er produziert nach dem Eisprung kleine Mengen des Hormons Östrogen sowie zunehmend Progesteron (auch Gelbkörperhormon genannt), das im Falle der Befruchtung der Eizelle die Schwangerschaft aufrechterhält.

Kommt es zu keiner Befruchtung, schrumpft der Gelbkörper gegen Ende des Zyklus und stellt die Progesteronproduktion ein. Es kommt zur Regelblutung. Wenn die Eisprünge immer häufiger ausbleiben, geht damit ein kontinuierliches Absinken des Progesteronspiegels einher. Der Mangel an diesem Hormon führt zu einer Östrogendominanz und ist somit verantwortlich für Zyklusunregelmäßigkeiten und vielfältige Beschwerden, die für die Wechseljahre typisch sind.

Östrogene haben einen Einfluss auf den Zuckerstoffwechsel, indem die Ansprechbarkeit der Körperzellen erhöht wird und diese mehr Glucose aus dem Blut aufnehmen können. Sinkt der Östrogenspiegel zunehmend und fällt nach der Menopause schließlich dauerhaft ab, kann dies zu einer Hyperglykämie (zu hoher Blutzuckerspiegel) und gleichzeitig Glukosemangel in den Zellen führen und dadurch die Entstehung eines Diabetes begünstigen.

 

Zudem kann eine Östrogendominanz bei einem gleichzeitigen Progesteronmangel, wie es im Klimakterium typisch ist, nicht nur eine Funktionsstörung der Schilddrüse auslösen, sondern auch Ursache für die Entstehung der Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis sein, einer Entzündung der Schilddrüse mit der Folge, dass Immunzellen das Schilddrüsengewebe angreifen und zersetzen. Progesteron hat unter anderem auch eine entzündungshemmende Funktion und wirkt überschießenden Immunreaktionen entgegen. Der Abfall des Progesteronspiegels in den Wechseljahren kann, ebenso wie nach einer Schwangerschaft, zu einem Entzündungsschub führen sowie eine latent vorhandene Immunschwäche begünstigen.

 

Außerdem haben Östrogene eine Schutzwirkung auf die Blutgefäße, was der Entstehung von Arteriosklerose entgegenwirkt. Dieser Schutz kommt dadurch zustande, dass Östrogene den Anteil an dem HDL-Cholesterin (High-Density-Lipoprotein-Cholesterin), sprich dem „guten“ Cholesterin, erhöhen. Mit dem Absinken des Östrogenspiegels steigt die Gefahr von Ablagerungen in den Gefäßen, was langfristig die Gefahr für Schlaganfall und Herz-Kreislauferkrankungen bis hin zum Herzinfarkt begünstigen kann.

 

Des Weiteren aktiviert Östrogen, zusammen mit anderen Faktoren, die Bildung von Kollagen, was unter anderem für eine straffe Haut sorgt. Darüber hinaus regen sie den Knochenstoffwechsel an, indem die Zellen stimuliert werden, die elementare Bestandteile wie Calcium und Magnesium in die Knochen einlagern. Das Progesteron erfüllt eine ähnliche Funktion wie das Östrogen und trägt zur Stabilität der Knochen und Festigkeit des Bindegewebes bei. In den Wechseljahren steigt die Gefahr, an Osteoporose zu erkranken an.

 

Zusätzlich hat Progesteron positive Effekte auf das Nervensystem. Das Hormon wirkt schlaffördernd, entspannend, beruhigend und angstlösend. Ein Mangel an Progesteron ist für viele Frauen mit Ängsten, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen verbunden. Zudem stimulieren die Östrogene die Produktion von Serotonin und anderen Neurotransmittern im Gehirn, wodurch die Stimmung positiv beeinflusst und einer Depression entgegengewirkt wird.

 

Studien haben herausgefunden, dass ein Zusammenhang zwischen dem späten Beginn der ersten Periode und dem frühen Einsetzen der Wechseljahre sowie der Entstehung von Demenz im späteren Lebensalter besteht. Die Wissenschaftler vermuten, dass Östrogene die Bildung von Ablagerungen in den Nervenzellen verhindern, ähnlich wie dies in den Gefäßen geschieht. Je kürzer der Zeitraum der fruchtbaren Jahre der Frau ist, desto höher scheint das Risiko von Alzheimer-Demenz zu sein.2

Ernährung in den Wechseljahren

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Ernährung in der Übersicht

  • Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen.
  • Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt. Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • In den Wechseljahren ist besonders darauf zu achten, dass hochwertige Fette, pflanzliche Eiweißquellen und stoffwechselanregende sowie mikronährstoffreiche Lebensmittel in den Speiseplan eingebaut werden. Aufgrund des verlangsamten Stoffwechsels wirkt diese Ernährung einerseits einer übermäßigen Gewichtszunahme entgegen, andererseits wird der Organismus mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt.

Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen. Diese chronische Entzündung lässt Arterien verkalken, schwächt unseren Darm und unser Immunsystem, beeinflusst unsere Psyche negativ und lässt letztlich Zellstress entstehen. Wie im Kapitel Ursachen ausführlich dargestellt, sind entzündliche Prozesse auch an Beschwerden während der Wechseljahre und nach der Menopause an der Entstehung beteiligt. Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen nach der Menopause in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:

  • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
  • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
  • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden in den Wechseljahren und nach der Menopause auswirken.
  • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

 

Probleme der heutigen Ernährung

Obwohl in Deutschland kein Mangel an Nahrungsmittelvielfalt herrscht, wird eine naturbelassene Ernährung mit vielen qualitativ hochwertigen und unverarbeiteten Produkten immer seltener. Volle Arbeitstage, Alltagsstress, keine Zeit zu kochen und auch der Mangel an Wissen und Fähigkeiten führen zunehmend zu einer ungesunden Ernährung.

 

Fertigprodukte statt frisch kochen: Western Diet

Diese Art der Ernährung wird oft unter dem Begriff Western Diet zusammengefasst, weil sie vor allem in den westlichen Industrieländern weit verbreitet ist und sich zunehmend auch in Ländern mit traditionell gesunder Ernährung ausbreitet – mit gravierenden Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung.

 

 

Hinweis

Western Diet

hochkalorisch, zuckerreich, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren, salzreich, viele Konservierungsstoffe und hochverarbeitete Produkte (Fastfood, Fertigprodukte, „Junkfood“) – dagegen wenig frisches Obst und Gemüse, keine hochwertigen Pflanzenöle, wenig komplexe Kohlenhydrate, wenige Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe.

Nährstoffzufuhr aus dem Gleichgewicht

Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen. Unsere Lebensmittel setzen sich zum einen aus Makronährstoffen zusammen, die uns Energie und Baumaterial liefern: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.

Auf der anderen Seite enthalten Lebensmittel auch unzählige Mikronährstoffe, die das Umsetzen der Makronährstoffe im Stoffwechsel erst möglich machen: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Fettsäuren, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe.

Ungesund wird eine Ernährung dann, wenn die einzelnen Gruppen nicht mehr im Gleichgewicht zueinander stehen. Arbeit findet z. B. heute sehr oft als sitzende Tätigkeit am Schreibtisch statt, wo keine bis kaum Kalorien verbrannt werden – jedoch dominieren Kohlenhydrate nach wie vor zu einem großen Anteil unsere tägliche Ernährung, was die Entwicklung einer chronischen Entzündung besonders fördert – das ständige Zuviel.

 

Anti-entzündliche Ernährung: Profitieren Sie auf allen Ebenen

Erst gravierende Erkrankungen, wie sie nach der Menopause gehäuft auftreten können, lassen uns aufhorchen und führen oft zu einem Wendepunkt im Leben: Lassen Sie es gar nicht erst soweit kommen!

Sich gesund zu ernähren heißt nicht sich selbst zu kasteien, zu verzichten oder strikte Pläne einzuhalten. Es bedeutet Neues kennenzulernen, alte Wege zu verlassen und sich jeden Tag fitter, gesünder und leistungsfähiger zu fühlen statt immer müde, abgeschlagen und energielos. Sie können dabei Schritt für Schritt etwas an Ihrer Ernährung ändern, statt zu versuchen, von heute auf morgen alles auf den Kopf zu stellen. Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt.

 

Was ist antientzündliche Ernährung?

Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Eine pro-entzündliche Ernährung ist einer der Hauptauslöser für eine chronisch-schwelende Entzündung in unserem Körper, die stille Entzündung (silent inflammation).

Die folgende Tabelle stellt Ihnen wichtige anti- und pro-entzündliche Nahrungsmittelgruppen vor:

 

Anti-entzündliche Nahrungsmittel und pro-entzündliche Nahrungsmittel

 

Anti-entzündliche Ernährung Pro-entzündliche Ernährung
Olivenöl, Walnussöl, Leinöl, Hanfölfrittierte Lebensmittel, Margarine, Sonnenblumenöl, Schweineschmalz, Sojaöl, Maiskernöl
Obst (zuckerarme Sorten bevorzugen): Beeren, Zitrusfrüchte, Äpfel
Gemüse, mindestens „5 am Tag“: grüne Blattgemüse, Brokkoli, Spinat, Kohlsorten, Topinambur, alle Salate, Wildkräuter
Fast Food, Fertigprodukte, Süßigkeiten, industriell gefertigte Snacks
Vollkornprodukte: Getreideprodukte aus dem vollen Korn inklusive aller BallaststoffeProdukte aus Auszugsmehlen („Weiß“), Weizen
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu
Eier: moderater Konsum (mind. Bio-Freiland-Haltung)
Wurstwaren, viele Milchprodukte
fetter Seefisch: Lachs, Makrele, SardinenSchweinefleisch
frische Kräuter, antientzündliche Gewürze wie Chili, Kurkuma, Ingwer
Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Meerrettich
sehr salzreich
Getränke und Tee: Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, grüner TeeSoftdrinks, häufiger Alkoholkonsum, Milchmixgetränke
Nüsse und Saaten: Walnüsse, Leinsamen, Pinienkerne, Kürbiskerne, MacadamianüsseErdnüsse, gesalzene und aromatisierte „Knabbernüsse“
Probiotika: Kefir, Joghurt, milchsauer eingelegte Gemüse, Misopaste

Weitere Eckpunkte einer gesunden Ernährung sind:

  • Flexitarismus: Insgesamt sollte Ihre Ernährung vorwiegend pflanzenbasiert ausgerichtet sein – Fleisch, Fisch und Milchprodukte sind in Maßen zu genießen, dafür in hochwertiger Qualität.
  • Mittelmeer-Diät: Gute Orientierung bei einer anti-entzündlichen Ernährung bietet die mediterrane Ernährung – Menschen, die sich traditionell nach der Mittelmeerdiät ernähren, leiden seltener unter der chronischen Entzündung und deren Folgen, z. B. weniger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Regional und saisonal: Produkte aus der Region, die keinen weiten Anreiseweg hatten, sind frischer und oft nährstoffreicher. Viele Superfoods haben einheimische „Verwandte“ wie z. B. Leinsamen (statt Chiasamen) oder Hagebutten (statt Goji-Beeren).
  • Gesunde Fette: Fett reduzieren ist passé, viel wichtiger, ist die richtigen Fette aufzunehmen: Die optimalen Quellen sind kaltgepresste, hochwertige Öle. Dabei sollte der Anteil der Omega-3-Fettsäuren möglichst hoch sein, da sie im Gegensatz zu den Omega-6-Fettsäuren entzündungs- und schmerzhemmend wirken.
  • Kohlenhydrate reduzieren: Essen Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate, also weniger weißes Brot, weniger weiße Nudeln und Reis. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Botenstoffe.
  • Vegetarismus und Veganismus sind Ernährungsformen, die sehr gesund und ausgewogen sein können, aber nicht automatisch sind: Wenn viele oben genannte Nahrungsmittel integriert werden und auf ausreichend Mikronährstoffzufuhr geachtet wird. Auch der vegane Trend hat viele Fertigprodukte auf den Markt gebracht, die oft mit einer gesunden Ernährung nichts mehr gemeinsam haben. Achten Sie also weniger auf ein „Label“, sondern auf Ausgewogenheit.
  • Achtsamkeit beim Essen: Genuss, Freude und Langsamkeit gehören zu einer gesunden Ernährung genauso wie hochwertige Nahrungsmittel.
  • Fastenperioden: Intervallfasten oder Buchinger-Fasten können sinnvoll sein für einen Neustart oder ein jährliches Ritual, hier müssen Sie selbst abwägen, ob es zu Ihnen passt.
  • In Bewegung bleiben: Zu einer gesunden Ernährung gehört Bewegung – neben vielen anderen positiven Effekten, wirkt die Verdauung angeregt und die Darmpassage gefördert.

 

So sollte Ihr Teller aussehen

Mit dieser Telleraufteilung versorgen Sie Ihren Organismus optimal mit wichtigen Mikronährstoffen und ausreichend Energie-Lieferanten (Fette, Kohlenhydrate und Eiweiß). Achten Sie also darauf nicht nur Beilagen und Fleisch/ Fisch zu sich zu nehmen, sondern variieren Sie vor allem mit verschiedenen Gemüse- und Obstkombinationen. So gehen Sie Übergewicht aus dem Weg und bewahren sich vor Speisen mit zu hohen Kalorienwerten.

 

Da in den Wechseljahren aufgrund der Umstellungen im Hormonhaushalt einerseits der Knochen- und Muskelabbau voranschreitet und es zu zahlreichen weiteren Veränderungen im gesamten Organismus kommt, andererseits aufgrund des verlangsamten Stoffwechsels weniger Kalorien verbraucht werden und somit bei unveränderten Ernährungsgewohnheiten das Körpergewicht steigt, kann eine entsprechende Ernährung erheblich dazu beitragen, Wechseljahresbeschwerden entgegenzuwirken.

 

Neben der bereits oben beschriebenen gesunden Ernährung sollten bestimmte Lebensmittel verstärkt in Ihren Speiseplan aufgenommen werden, um den Körper ausreichend mit allen Nährstoffen zu versorgen, gleichzeitig jedoch den Kaloriengehalt zu senken. Besonders wichtig sind sekundäre Pflanzenstoffe, wie sie in rohem und schonend verarbeiteten Gemüse vorkommen, hochwertige Fette und pflanzliche Proteine aus Hülsenfrüchten und Nüssen.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Unser Buch-Tipp für gesunde Ernährung in den Wechseljahren:


 

Veränderte Verdauung in den Wechseljahren

Mit dem Absinken des Östrogenspiegels gehen bei vielen Frauen auch vermehrt Verdauungsprobleme einher, der Darm wird „empfindlicher“, was dazu führen kann, dass Rohkost und Vollkornprodukte schlechter verdaut werden können. Um der Darmflora Gutes zu tun und die Verdauung anzuregen, sind lösliche Faserstoffe aus Bohnen, Haferflocken, Samen, Wurzel- und Blattgemüse sowie glutenfreie Getreidesorten wie Quinoa, Hirse, Amaranth oder Buchweizen ideal.

Glutenfreie Getreidesorten sind mineralstoffreich, haben entzündungshemmende Eigenschaften und stellen eine pflanzliche Proteinquelle dar.

Zudem können Lebensmittel mit einem Phytoöstrogengehalt wie Sojaprodukte und Hülsenfrüchte den Östrogenmangel zumindest in geringem Umfang ausgleichen.

 

Studien über die geringere Häufigkeit und Ausprägung von Wechseljahresbeschwerden bei Asiatinnen ergaben, dass dieser Unterschied vermutlich an der Art der Ernährung liegt, da ausgewanderte asiatische Frauen, die die westliche Ernährungsweise übernommen hatten, in gleicher Weise an Wechseljahresbeschwerden litten. Man geht bisher davon aus, dass die in Soja, Tofu, grünem Tee oder Gojibeeren enthaltenen Phytoöstrogene damit zusammenhängen. Asiatinnen nehmen davon etwa 50 mg täglich zu sich, Westeuropäerinnen oft nur 5 mg täglich. Hier können wir erkennen, welch großen Einfluss die Mikronährstoffe unserer Lebensmittel auf unser Wohlbefinden haben können.

 

 

Knochen- und Muskelmasse in den Wechseljahren

Neben regelmäßiger Bewegung, die Ausdauer und Muskulatur trainieren, sorgt die entsprechende Ernährung, die reich an Mineralstoffen wie Kalzium, Magnesium und Zink sowie Vitamin D ist, den Knochenstoffwechsel aktiv zu halten. Zu diesen Lebensmitteln zählen fettreicher Fisch, Pilze, Eigelb, grünes (Blatt-)Gemüse, Nüsse, Samen und Wildkräuter wie Brennnessel und Löwenzahn.

 

 

Abnehmen in den Wechseljahren

Die Figurveränderungen und die Gewichtszunahme machen den meisten Frauen in den Wechseljahren zu schaffen. Mit einem veränderten Lebensstil und einer entsprechenden Ernährung können wir aktiv dazu beitragen, unser Körpergewicht zu halten.

Der Organismus verbraucht ab der Lebensmitte etwa 200 bis 400 Kalorien weniger pro Tag, was durch eine Anpassung im Speiseplan und mehr Bewegung ausgeglichen werden kann.

 


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Unser Buch-Tipp für Abnehmen in den Wechseljahren:


 

Weniger Östrogen geht mit einer verringerten Insulinansprechbarkeit der Zellen einher, was zu größeren Blutzuckerschwankungen führen kann. Einfache Kohlenhydrate wie sie in Zucker und Auszugsmehl vorkommen, erhöhen den Blutzuckerspiegel wesentlich schneller als langkettige Kohlenhydrate, die langsamer abgebaut werden und länger satt machen. Zudem bleibt das Sättigungsgefühl länger erhalten, wodurch wir auch weniger essen. Empfehlenswert sind Vollkornprodukte (sofern sie vertragen werden), Dinkelreis, Nüsse, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Hülsenfrüchte und glutenfreie Getreidesorten wie Hafer, Hirse, Quinoa und Buchweizen.

Bestimmte Gewürze regen den Stoffwechsel an und erhöhen dadurch den Kalorienverbrauch. Dazu zählen Kurkuma, Ingwer, Chili, Zimt, Kreuzkümmel oder Pfeffer.

Ebenso wichtig ist, dem Körper ausreichend hochwertige Fette zuzuführen, die für das Hormon- und Nervensystem essenziell sind. Diese Fette werden vom Körper benötigt, um bestimmte Enzyme, Hormone, Nervenzellen und Botenstoffe bilden zu können. Es ratsam ist, ungesunde Fette aus tierischen Produkten, Frittiertem, Knabbereien oder raffinierten Ölen durch gesunde Fette zu ersetzen, die einen hohen Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren wie z.B. Omega 3-Fettsäuren enthalten wie beispielsweise Leinöl, Nussöle, Avocado, natives Olivenöl, fetter Seefisch und fettreiche Nüsse und Samen (Chia, Walnüsse, Hanf- oder Leinsamen).

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Kokosöl ist seit Jahrtausenden für viele Völker ein Grundnahrungsmittel. Es enthält hauptsächlich mittelkettige Fettsäuren, welche sich antimikrobiell, antiviral und antimykotisch auf unseren Organismus auswirken können. Das gilt sowohl für den Verzehr, aber auch durch äußerliche Anwendung auf unserer Haut kann sich ein positiver Effekt einstellen. Ausschlaggebend sind dabei die Laurin- und die Caprinsäure, welche zu einem hohen Anteil in Kokosöl vorhanden sind.

Unser Tipp für Bio-Kokosöl:


 

Diese Öle dürfen nicht erhitzt werden, da die wertvollen Inhaltsstoffe dadurch zerstört werden und beim Erhitzen ungesunde Transfettsäuren gebildet werden. Verwenden Sie diese Öle in Müsli, zu Salat oder geben Sie einen Löffel Öl über die fertig zubereitete, auf dem Teller angerichtete Speise. Zum Braten eignet sich Kokosöl, Olivenöl oder Ghee, eine Art Butterschmalz aus der ayurvedischen Küche.

 

 

Therapie und Prävention von Folgeerkrankungen der Wechseljahre

Jede Behandlung enthält präventive Aspekte und jede Prävention wirkt auch als Therapie. Die Grundpfeiler jeder Vorbeugung und Therapie basieren auf unserem Lebensstil: Wie ernähren Sie sich? Ist Ihr Organismus ausreichend mit Mikronährstoffen versorgt? Wieviel Bewegung ist in Ihren Alltag integriert? Rauchen Sie und wieviel Alkohol konsumieren Sie? Bestimmt Stress Ihr ganzes Leben? Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, können sich diese Basispfeiler positiv auf Ihre Gesundheit auswirken, aber auch jahrelange Risikofaktoren für viele Erkrankungen darstellen. In diesem Kapitel werden zahlreiche ganzheitliche Methoden vorgestellt, die Ihre Gesundheit und Lebensqualität stärken können – präventiv und/oder auch als Therapie.

 

Die vielfältigen Beschwerden, die in den Wechseljahren auftreten, können die Lebensqualität in dieser Lebensphase erheblich beeinträchtigen. Die betroffenen Frauen suchen oft nach Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern.

Natürlich benötigen nicht alle Frauen eine Behandlung ihrer Beschwerden. Während die einen gut zurechtkommen oder sogar gar keine Beschwerden haben, leiden andere mehr oder weniger stark unter den Begleiterscheinungen.

Es gibt viele Möglichkeiten für die Frauen, die Zeit der Hormonumstellung als positiv zu erleben und aktiv für das eigene Wohlbefinden zu sorgen.

Mikronährstoffe

Das-Wichtigste-in-Kürze

Mikronährstoffe in der Übersicht

  • Mikronährstoffe sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen in den Wechseljahren. Besonders wichtig sind B-Vitamine, Vitamin D, Vitamin E, Kalzium und Magnesium.
  • Einige der typischen Medikamente, die in den Wechseljahren verordnet werden, besonders in der Hormonersatztherapie, erhöhen zusätzlich Ihren Mikronährstoffbedarf. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Mikronährstoffbedarf ausreichend über die Ernährung zu decken, können moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischungen sinnvoll sein.

Eine wichtige Basis für alle Therapien wird oft bei der Beratung außer Acht gelassen: Eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung. Der Körper muss mit Mikronährstoffen optimal versorgt sein, damit Folgen der Wechseljahre abgemildert und Nebenwirkungen der Medikamente reduziert werden können.

 

Mikronährstoffe – was ist das?

Zu den Mikronährstoffen gehören in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die einen wichtigen Teil dazu beitragen, damit unser Organismus funktioniert. Im weiteren Sinne lassen sich auch essentielle Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme hinzuzählen. Makronährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette sind unsere Energielieferanten, während die Mikronährstoffe an Prozessen wie z. B. Blutgerinnung, Immunabwehr und Knochengesundheit beteiligt sind. Einige Mikronährstoffe kann unser Körper selbst herstellen, die meisten jedoch müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

 

Der menschliche Organismus – ein Blick in die Zellen

Der Mensch besteht aus über 70 Billionen Zellen. Diese können alle nur optimal funktionieren, wenn sie mit Vitaminen und Spurenelementen versorgt sind. Es gibt nahezu keinen Stoffwechselschritt, an dem nicht mehrere Mikronährstoffe beteiligt sind. Dazu zählen unter anderem die:

 

  • Aktivierung von Enzymen und Hormonen (Stoffwechselaktivität)
  • Abwehrleistung des Immunsystems (Immunstoffwechsel)
  • Energieproduktion in den Kraftwerken unserer Zellen, den sogenannten Mitochondrien (Energiestoffwechsel)
  • Leistungsfähigkeit des Herzmuskels (Herzkraft und -rhythmus)
  • Kontraktion der Skelettmuskulatur (Muskelkraft und -koordination)
  • Impulsübertragung in und der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen (Nerven- und Gehirnstoffwechsel)

 

Für alle Stoffwechselreaktionen im Körper sind Enzyme notwendig, sie wirken wie ein Katalysator. Enzyme können ihren Aufgaben jedoch nur mithilfe von Mikronährstoffen nachkommen. Je besser der Körper mit Nährstoffen versorgt ist, desto besser funktioniert der gesamte Organismus. Ein Mikronährstoffmangel kann sich also negativ auf den Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken. Um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihre weiteren Therapien zu unterstützen, sollten Sie also auf Ihren Mikronährstoffhaushalt achten.

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen?

Egal ob Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder die Antibabypille. Schon ein einzelnes Medikament kann unsere optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ungünstig beeinflussen. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto intensiver wird in den Mikronährstoffhaushalt eingegriffen, was Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinander sowie das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht. Hierdurch kann nicht nur die Wirkung des Medikaments negativ beeinflusst werden, sondern auch die Funktion der Mikronährstoffe.

 

Welche Lebensphasen führen noch zu einem erhöhten Mikronährstoff-Bedarf?

Aber nicht nur die regelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einem erhöhten Mikronährstoffbedarf. Es gibt bestimmte Lebensphasen und Umstände, die ein erhöhtes Risiko für einen Nährstoffmangel aufweisen:

 

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • ältere Menschen
  • Menschen mit Magen-Darm-Störungen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen

 

Diesen erhöhten Bedarf zu decken, ist nicht immer einfach. Trotz des reichhaltigen Angebotes an verschiedenen Lebensmitteln verringern verschiedene Faktoren den Mikronährstoffgehalt in Lebensmitteln:

 

  • nicht ausgereiftes Obst und Gemüse
  • größere Erträge in der Landwirtschaft
  • Einsatz von Pestiziden

 

Es ist wichtig, die Ernährung mit einer breiten und möglichst natürlichen Basis an allen Vitaminen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu optimieren.

 

Mikronährstoffkonzentrat als Grundlage

Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

 

Das Angebot an Mikronährstoffpräparaten ist groß und unübersichtlich. Entscheidend beim präventiven Ansatz ist die natürliche Vielfalt. Das ideale Mikronährstoffpräparat ist auf natürlicher Basis produziert, enthält neben allen klassischen Mikronährstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme, ist flüssig, glutenfrei und vegan. Die Bioverfügbarkeit sollte wissenschaftlich belegt sein und es sollten keine künstlichen Aroma- oder Konservierungsstoffe enthalten.

 

Ein Mikronährstoffkonzentrat sichert auch die Versorgung der für die in den Wechseljahren wichtigen Mikronährstoffe

 

Mikronährstoffe in den Wechseljahren

Vitamin E – Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Vitamin E signifikant zur Reduzierung der Hitzewallungen in den Wechseljahren beiträgt23. Nervöse Spannungszustände und Reizbarkeit, Abgeschlagenheit und Erschöpfung, trockene Schleimhäute sowie Wassereinlagerung im Gewebe werden außerdem reduziert und verbessern somit das allgemeine Wohlbefinden.

 

Kalzium + Vitamin D – auch Kalzium erfüllt wie das Magnesium wichtige Funktionen bei der Regulation der Reizleitung zwischen Nervenzellen und im Muskelsystem.

Ein ausreichend hoher Vitamin-D3-Spiegel in Kombination mit Kalzium ist nicht nur für den Knochenstoffwechsel und ein stabiles Skelettsystem erforderlich, um Osteoporose entgegenzuwirken. Neben diesen Mikronährstoffen sind unter anderem auch die B-Vitamine, Folsäure, Zink, Magnesium,, Bor, Kupfer und Mangan sowie sekundäre Pflanzenstoffe und Omega 3-Fettsäuren essentiell für den Knochenstoffwechsel.

Darüber hinaus hat eine Studie ergeben, dass Vitamin D auch Symptome einer Depression lindert, zu der es aufgrund der Hormonschwankungen in den Wechseljahren auch kommen kann.14,15

 

B-Vitamine – Der sogenannte Vitamin-B-Komplex, der aus acht wasserlöslichen Vitaminen gebildet wird, zählt zu den vielseitigsten Vitamingruppen. Da die B-Vitamine eine wichtige Rolle im Nervensystem bei der Erregungsleitung, der Regeneration und der Neubildung spielen, sind sie an der Verbesserung der nervlichen Belastbarkeit und der Konzentrationsfähigkeit beteiligt, und tragen zur Reduzierung von depressiven Stimmungslagen und Reizbarkeit bei.

Die B-Vitamine sind außerdem an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt. So ist Vitamin B6 beispielsweise erforderlich um ausreichend Neurotransmitter zu bilden, die für die Reizweiterleitung zwischen den Nervenzellen erforderlich sind. Ein Mangel dieses Vitamins kann Symptome wie Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen hervorrufen, wie sie in den Wechseljahren häufig auftreten. Zudem geben Studien Hinweise darauf, dass eine optimale Versorgung mit Vitamin B6 den Zeitpunkt, wann die Wechseljahre beginnen, verzögern kann.

Außerdem haben die B-Vitamine B6, B12 und Folsäure eine gefäßschützende Wirkung und sind am Abbau des Homocysteins beteiligt13. Homocystein ist ein Protein, das im Stoffwechsel anfällt und eine zellschädigende Wirkung hat. Östrogen ist maßgeblich am Abbau des Proteins beteiligt. Der sinkende Östrogenspiegel in den Wechseljahren erhöht den Homocysteinspiegel im Blut und fördert die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

 

Magnesium – die krampflösenden und nervenberuhigenden Eigenschaften von Magnesium lindern eine Vielzahl der wechseljahresbedingten Symptome. Bereits ein geringfügiger Magnesiummangel kann die Beschwerden verschlimmern, da Magnesium zahlreiche wichtige Funktionen im menschlichen Organismus hat. Es ist an allen Reaktionen im Stoffwechsel beteiligt, hat Einfluss auf die Reizweiterleitung im Nervensystem und die Übertragung von Reizen auf Muskeln. Magnesium wirkt sich somit lindernd auf Schmerzsymptome, Stimmungslabilität, innere Unruhe und Anspannung sowie Wasseransammlungen im Gewebe aus. Zudem ist Magnesium ein elementarer Bestandteil im Knochengewebe und somit erforderlich, um der Osteoporose entgegenzuwirken.

Hinweis

Kombiniert wirken Mikronährstoffe am besten in den Wechseljahren

Besonders effektiv bei Hitzewallungen, Erschöpfung und Depressionen haben sich Vitamin E23 und Omega-3-Fettsäuren 24 erwiesen. Zusammen mit der Vielzahl an sekundären Pflanzenstoffen können sie auch Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen lindern. Auch ganz bestimmte sekundäre Pflanzstoffe, die sogenannten Isoflavone, lindern Hitzewallungen, bringen in Kombination mit Vitaminen die Blutfette ins Gleichgewicht und schützen das Herz.25 Daneben senken Antioxidantien (z.B. Vitamin C oder Carotinoide) und sekundäre Pflanzenstoffe auch das Brustkrebsrisiko in der Postmenopause.

Sekundäre Pflanzenstoffe haben auch in Bezug auf Osteoporose eine bedeutende Wirkung: Sie schützen vor dem Verlust von Knochenmasse.  Osteoporose lässt sich jedoch nicht nur durch sekundäre Pflanzenstoffe vorbeugen. Der komplizierte Knochenstoffwechsel ist ebenso abhängig von den Vitaminen C, B3, B6, B1213 und Folsäure, Vitamin D und K, sowie von den Mineralien Magnesium, Kalzium und den Spurenelementen Zink, Bor, Kupfer und Mangan.

Lebensstil

Das-Wichtigste-in-Kürze

Lebensstil in der Übersicht

  • Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf der Wechseljahre.
  • Bewegung stärkt den gesamten Bewegungsapparat, reduziert Stress und hebt die Stimmung. Regelmäßiger sanfter Ausdauersport verringert das Risiko der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verbessert die Gedächtnisleistung.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung lindern die Wechseljahresbeschwerden, fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden, Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration. Ein ausreichend hoher Melatoninspiegel trägt dazu bei, auch während der Wechseljahre ruhig schlafen zu können.
  • Nicht nur in den Wechseljahren fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessern die Durchblutung des Organismus, die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und verringern deutlich Wechseljahresbeschwerden.

Lebenseinstellung

Gerade was unseren Lebensstil betrifft, haben wir viele Möglichkeiten, unsere Gesundheit und insbesondere auch den Verlauf der Wechseljahre positiv zu beeinflussen. Zwar bedeutet das, unsere Lebensgewohnheiten und Einstellungen zu überdenken und einige grundlegende Veränderungen vorzunehmen.

Doch vielleicht sind einschneidende Lebensphasen wie die Wechseljahre – der Hinweis auf Veränderung, Wechsel, findet sich bereits im Begriff – auch ein guter Zeitpunkt, das eigene Leben zu überdenken und neu auszurichten. Finden Sie heraus, was in Ihrem Leben Ihr Wohlbefinden fördert und was dazu beiträgt, dass sich die Beschwerden möglicherweise sogar verstärken.

 

Sport und Bewegung

Nicht nur, aber besonders in den Wechseljahren ist Sport wichtig für den Erhalt der Gesundheit. Bewegung stärkt Muskeln und Knochen, was dem Muskelabbau und der Entstehung von Osteoporose entgegenwirkt, Stress reduziert, Stimmung und nervliche Belastbarkeit verbessert.

Zudem erhöht regelmäßige Bewegung den Energieverbrauch und verhindert unnötige Gewichtszunahme, verbessert die Ausdauer und verringert das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen.

Körperliche Bewegung bringt auch „Bewegung ins Gehirn“. Studien haben ergeben, dass sich die Konzentration der Neurotransmitter verändert und neue Nervenverbindungen geschaffen werden, was die Denk- und Gedächtnisleistung auch im Alter verbessert.3,4

Ideale Sportarten, die sanft die Fitness trainieren und gleichzeitig gelenkschonend sind, sind beispielsweise Radfahren, Schwimmen, Wandern und Nordic Walking.

Für den Muskelaufbau bieten sich Rückengymnastik, Pilates oder Schwingen auf dem Trampolin an.

 

Auszeit & Entspannung

Eine stressige Lebensweise, Konflikte oder langanhaltende Sorgen wirken sich negativ auf den gesamten Organismus aus und sind Nährboden für die Entstehung von Dysbalancen und Krankheiten. Die Ausschüttung von Stresshormonen bringt den Hormonhaushalt durcheinander, das vegetative Nervensystem gerät aus dem Gleichgewicht und verursacht vielfältige körperliche Beschwerden wie Anspannung, Schlafprobleme, Muskelverspannungen und Verdauungsbeschwerden.

 

Dass die Zeiten der Erholung und Entspannung unserer Gesundheit zugutekommen, ist wohl jedem bewusst. Die konkrete Umsetzung im Alltag stellt jedoch meist eine große Herausforderung dar.

Grundsätzlich gilt: Die eigene Gesundheit sollte immer oberste Priorität haben. Es dient niemandem, wenn wir durch Krankheit eingeschränkt werden.

 

Auf Phasen von Aktivität sollten stets Phasen der Ruhe und Erholung folgen. Wenn dies an einigen Tagen nicht möglich ist, sollten Sie dafür zeitnah Freiräume schaffen, die ausschließlich für Ihr Wohlbefinden und Ihre Regeneration reserviert sind.

Planen Sie feste Termine in Ihrem Kalender ein, die Ihrer Regeneration dienen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der „Termin“ mit einem Hobby, einen ausgedehnten Spaziergang, Treffen mit Freunden oder einfach dem Nichtstun gefüllt wird.

Alles was dem eigenen Wohlbefinden dient, ist richtig und sollte regelmäßig in Ihrem Alltag Raum finden.

Empfehlenswert sind kleine Alltagsrituale, die Sie am besten mehrmals täglich die Gelegenheit geben aus Ihrem Hamsterrad auszusteigen. Damit Sie sich im oft hektischen Alltag auch daran erinnern, Ihre persönlichen Alltags-Oasen bewusst aufzusuchen, empfiehlt es sich, Ihren Handywecker auf mehrere feste Zeiten am Tag zu programmieren.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Unser Buch-Tipp für mehr Achtsamkeit im Alltag:


 

Beispiele hierzu sind:

  • Ihre morgendliche Dusche, bewusst und achtsam genießen, die Wärme des Wassers auf Ihrer Haut spüren, der Duft Ihrer Lieblingsseife wahrnehmen.
  • Die Viertelstunde am Nachmittag, die ausschließlich Ihrer Tasse Tee gewidmet wird, während die Familie oder das Handy Pause haben
  • Der tägliche Spaziergang bei jedem Wetter, der Ihnen Raum für sich allein gibt und den Kopf frei werden lässt
  • Mehrmals am Tag kurze Pausen, in denen alles liegen bleibt und Sie sich ausgiebig strecken und dehnen, mehrere Male tief atmen und sich erst dann wieder der nächsten Aufgabe widmen
  • Hören Sie Musik, die Ihnen guttut. Empfehlenswert sind Solfeggio Frequenzen. Das sind bestimmte Tonfolgen, die die Gehirnfrequenz innerhalb kurzer Zeit in einen Entspannungszustand versetzen.
  • Ihre Lieblings-Yogaübungen, die Sie in der Mittagspause oder nach der Arbeit durchführen, um wieder ganz bei sich anzukommen
  • Tagebuch schreiben, um Erlebnisse, Gedanken und Gefühle zu sortieren, aus dem Kopf aufs Papier zu bringen und so für mehr Klarheit und innere Ausgeglichenheit zu sorgen

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Unser CD-Tipp: Solfeggio-Frequenzen zur Entspannung, Erholung und inneren Ausgeglichenheit:


 

Wichtig: Diese Wohlfühl-Termine haben die gleiche Priorität wie das Fußballtraining der Kinder, wie das Geschäftsessen mit der Firma oder der Geburtstagsfeier der Schwägerin.

 

 

Entspannungsübungen

Es gibt zahlreiche Methoden die, regelmäßig praktiziert, zu einer nachhaltigen Entspannung auf körperlicher und psychischer Ebene beitragen.

Einige der bekanntesten Entspannungsübungen seien hier kurz vorgestellt. Welche die geeignetste ist, muss jede Frau für sich selbst herausfinden.

 

  • Autogenes Training

Das Autogene Training ist ein Entspannungsverfahren, das von einem Psychiater bereits vor fast 100 Jahren entwickelt wurde. Es geht darum, die Fähigkeit der Selbstentspannung zu entwickeln, die sich mittels autosuggestiver (= sich selbst beeinflussender) Übungen verbessern soll.

Über bewusste Konzentration auf die Wahrnehmung des eigenen Körpers wird ein Zustand tiefer innerer Entspannung, Ruhe und Ausgeglichenheit erzeugt. Regelmäßig angewendet, kann das Autogene Training insbesondere stressbedingte Wechseljahresbeschwerden lindern oder sogar dauerhaft beheben.

 

  • Yoga

Der Begriff Yoga stammt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie „Vereinigung, Integration“ als auch „Anspannen“. Der Ursprung des Yoga liegt in Indien und ist eine philosophische Lehre, die eine Vielzahl geistiger und körperlicher Übungen bzw. Praktiken, Atemübungen und Meditationstechniken umfasst. Ziel ist es Körper und Seele auf dem Weg der Selbsterkenntnis wieder in Einklang zu bringen.

Yoga hat bei uns im Westen weite Verbreitung gefunden, da das regelmäßige Praktizieren nachweislich einige positive Effekte sowohl auf die körperliche als auch auf die psychische Gesundheit hat. Es wurden Verbesserungen bei Durchblutungsstörungen, Angst und Depression, Störungen im vegetativen Nervensystem, Bluthochdruck, Asthma, Muskelschmerzen, Hormonstörungen und vielen mehr beobachtet.5

 

  • Qi Gong

Qi Gong ist eine aus China stammende Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform zum Training von Körper und Geist. Verschiedene Atem-, Bewegungs-, Konzentrations- und Meditationsübungen werden miteinander kombiniert. Die Übungen dienen der Harmonisierung und Regulierung des Qi-Flusses im Körper. In der chinesischen Philosophie dient das regelmäßige Praktizieren des Qi Gong sowohl der Gesundheitsvorsorge als auch durch die Förderung und Stabilisierung des Energiehaushaltes der Behandlung von Krankheiten.

 

 

 

Hinweis

Qi

Qi stammt auch dem Chinesischen und bedeutet soviel wie Energie, Atem, Äther oder Fluidum. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird damit die Energie bezeichnet, die allem Leben zugrunde liegt. Gesundheit ist, gemäß der chinesischen Philosophie, ein gleichmäßiger Energiefluss, der den ganzen Körper in den Meridianen (Kanäle, in denen die Lebensenergie fließt) durchzieht. Stauungen oder Blockaden im Energiefluss führen von Funktionseinschränkungen des Organismus bis hin zu manifesten Krankheiten.

  • Meditation: Meditation (lat. meditari = nachdenken, nachsinnen, die Mitte finden) ist eine spirituelle Praxis, die in vielen Religionen und Kulturen bekannt ist. Verschiedene Wahrnehmungs-, Achtsamkeits- und Konzentrationsübungen helfen, den Geist zur Ruhe kommen zu lassen, die eigene Mitte wieder zu spüren und Kraftressourcen in sich zu entdecken. Es wird unterschieden in passive und aktive Meditationstechniken. Zu den passiven Varianten zählen die Kontemplation, Stille und Schweigen, Achtsamkeitsübungen und transzendentale Meditation. Aktive Techniken sind z.B. Yoga, Geh-Meditationen, Mantra- oder Gebetrezitationen, Tanz und Musizieren mit Rhythmusinstrumenten. Meditation schenkt Ihnen nicht nur den Raum, mit sich allein zu sein, sondern wirkt harmonisierend auf das Nerven- und Hormonsystem und reduziert Wechseljahresbeschwerden. 6 Außerdem hat das regelmäßige Meditieren Auswirkungen auf Gehirndurchblutung und Gedächtnisleistung. 7

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Mit Hilfe eines Meditationskissens finden Sie leichter eine bequeme, aufrechte Sitzposition, die Sie auch während einer längeren Meditation halten können.

Unser Produkt-Tipp:


 

Schlaf & Schlafhygiene

Im Schlaf erholt und regeneriert sich der Körper, die Zellerneuerung läuft auf Hochtouren, der Geist kommt zur Ruhe, und wir verarbeiten die Erlebnisse des Tags. Ein chronischer Schlafmangel verursacht im Körper ähnliche Beschwerden wie langanhaltender Stress.

Das Gehirn reagiert auf die Östrogenschwankungen und produziert daraufhin auch weniger von anderen Botenstoffen, die zusammen mit dem Melatonin, dem sogenannten Schlafhormon, unsere Schlafphasen regeln. Da auch der Melatoninspiegel in den Wechseljahren abnimmt, ist oft Schlafmangel die Folge. Dazu kommt, dass die Hitzewallungen bei vielen Frauen auch nachts schubweise auftreten, was verhindert, dass die Betroffenen zur Ruhe kommen.

Für einen höheren Melatoninspiegel und damit für ausreichend Schlaf zu sorgen hat daher auch wesentlich Einfluss auf die Intensität der Wechseljahresbeschwerden. 8

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Gesunder Schlaf ist von zentraler Bedeutung für Entspannung und Erholung, damit unsere Körperfunktionen dauerhaft erhalten bleiben: Das Immunsystem wird aktiviert, Muskel regeneriert, Schadstoffe ausgeleitet und unser Gehirn verarbeitet Tageserlebnisse. Unterstützung können Präparate bieten, welche natürliche Quellen für Melatonin enthalten – das Schlafhormon unseres Körpers. Besonders hilfreich ist die Kombination aus Tryptophan, 5-HTP, pflanzlichen Melatoninquellen und Magnesium. Tryptophan ist eine essenzielle Aminosäure, die bei Bedarf in 5-HTP umgewandelt werden kann. 5-HTP wiederum erhöht das Serotonin, um den gesunden Schlafzyklus zu regulieren. Die Montmorency-Kirsche sowie Traubenschalen bieten beispielhaft eine natürliche Quelle für Melatonin. Magnesium hingegen kann die Ausschüttung von Stresshormonen verringern.

Unser Tipp für natürliche Schlafförderung:


 

Förderlich für einen guten Schlaf und ausreichend Melatonin in den Wechseljahren sind:

  • morgens eine ausgiebige Lichtdusche, auch tagsüber viel Tageslicht tanken, um den Melatoninspiegel auf natürliche Weise zu regeln
  • ab dem Nachmittag keine koffeinhaltigen Getränke mehr wie Kaffee oder Colagetränke
  • Eine optimale Versorgung mit Mikronährstoffen, da diese dafür verantwortlich sind, dass ausreichend Serotonin produziert wird, welches wiederum Grundlage für die Melatoninbildung ist.
  • leicht verdauliche Kost am Abend
  • mäßiger Sport am Abend, möglichst keine aufputschenden Workouts
  • mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen Handy, Computer und Fernseher aus – das blaue Kunstlicht stört die Melatoninbildung (Schlafhormon).
  • Den Schlafraum komplett abdunkeln, um Lichtquellen zu vermeiden, die die Melatoninproduktion stören.
  • Das Schlafzimmer gut lüften und für den Fall von nächtlichen Hitzewallungen eine zweite Bettdecke neben dem Bett bereitlegen, um nicht aufstehen zu müssen, wenn der Stoff durchnässt ist.
  • Einschlafrituale schaffen wie ruhige Musik hören, eine Tasse Kräutertee trinken, ein Buch lesen.
  • Störende oder kreisende Gedanken aufschreiben, um den Geist zur Ruhe zu bringen – am nächsten Tag ist noch genug Zeit, um sich damit zu beschäftigen.

 

Positive Lebenseinstellung

Forscher haben festgestellt, dass sich eine positive Lebenseinstellung in vielfacher Hinsicht günstig auf die Gesundheit auswirkt, unsere Gedanken Vorgänge in unserem Körper beeinflusst und das Immunsystem stärkt.9

Eine positive Haltung dem Leben gegenüber verändert nicht augenblicklich unsere Umstände und Beschwerden. Wer jedoch während des Tages seinen Blick auf all die vielen Momente richtet, die Schönes mit sich bringen, verändert mit der Zeit seine Perspektive und nimmt immer mehr von dem wahr, wofür wir dankbar sein können.

Zugegeben, es erfordert etwas Übung, um zu lernen, die eigene Wahrnehmung auf all das Gute zu richten, das uns trotz allem Unwohlsein und trotz aller Sorgen jeden Tag widerfährt. Um den eigenen Fokus zu verändern, ist es hilfreich, ein Dankbarkeitstagebuch zu führen. Das Schreiben lenkt unsere Aufmerksamkeit darauf, womit uns das Leben beschenkt und wofür wir dankbar sein können. Widmen wir uns dem Tagebuch am Abend vor dem Schlafengehen, ist es zugleich ein schönes Ritual, das uns den Tag mit positiven Gefühlen beschließen lässt und unsere Gedanken zur Ruhe bringt.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Unser Tipp für ein Dankbarkeitstagebuch:


 

Verzicht auf Nikotin und Alkohol

Dass Nikotin und Alkohol schädlich für die Gesundheit sind und überall im Körper Schäden anrichten können, ist wohl jedem bekannt. Da in den Wechseljahren die schützenden Östrogene und Gestagene immer weniger werden, die bis dahin die schädlichen Auswirkungen von Rauchen und Alkohol zumindest zum Teil ausgleichen konnten, ist dringend anzuraten, spätestens mit Beginn des Klimakteriums die gesundheitlichen Folgen zu überdenken und den Konsum sehr zu reduzieren oder ganz aufzugeben.

 

Alkohol erschwert einerseits die Aufnahme wichtiger Vitamine und Spurenelemente, andererseits werden beim Abbau des Alkohols in der Leber wichtige Nährstoffe verbraucht, die dem Körper an anderer Stelle fehlen. Die Auswirkungen von chronischem Alkoholkonsum wurde u.a. hinsichtlich Vitamin B6 erforscht. 10

Ein Mikronährstoffmangel führt zu vielfältigen Beschwerden sowohl körperlicher wie auch seelischer Art und kann somit ebenso die Beschwerden in den Wechseljahren verstärken und Folgeerkrankungen Vorschub leisten.

 

Ebenso führt der Nikotinabusus zu verschiedenen körperlichen Beschwerden, die in ihrer Ausprägung zunehmen, je höher der Nikotinkonsum ist und je länger er andauert.

Eine Studie hat beispielsweise gezeigt, dass Raucherinnen wesentlich stärker von Hitzewallungen betroffen sind als Nichtraucherinnen.11

Die gefäßschützende Wirkung des Östrogens lässt im Laufe der Wechseljahre immer mehr nach, Nikotin trägt zu Ablagerungen an den Gefäßwänden bei, wodurch das Arterioskleroserisiko deutlich höher wird. Zudem fördern die Inhaltsstoffe im Tabak den Knochenabbau und verstärken damit das Osteoporoserisiko, das ohnehin aufgrund des Östrogenmangels nach der Menopause gegeben ist.

Nicht zuletzt führt der Nikotinkonsum zu einer schlechteren Durchblutung des Körpers, wodurch weniger Nährstoffe und Sauerstoff in den Zellen ankommen. Die Minderversorgung führt zu Funktionsstörungen der Organe, des Gehirns und Nervensystems sowie zu einer verringerten Durchblutung gerade der feinen Blutgefäße, woraus sich wiederum die vielfältigen Beschwerden ableiten lassen.

Allein diese Zusammenhänge können eine Motivation sein, mit dem Rauchen aufzuhören oder am besten gar nicht erst damit anzufangen.

Konventionelle Therapie

Das-Wichtigste-in-Kürze

Konventionelle Therapie in der Übersicht

  • Manche Frauen sind von den Begleiterscheinungen der Wechseljahre so sehr in ihrer Lebensqualität eingeschränkt, dass eine medikamentöse Therapie unumgänglich ist.
  • Die Behandlung kann symptomatisch erfolgen mit Medikamenten, die die größten Beschwerden lindern. Das können stimmungsaufhellende, wasserausschwemmende, schlaffördernde oder schmerzlindernde Arzneimittel sein.
  • In schweren Fällen wird ein Hormonersatztherapie empfohlen. Dabei werden synthetische Progesterone oder Östrogene verabreicht, um die Hormonschwankungen auszugleichen. Da der Eingriff in den Hormonhaushalt Auswirkungen auf den ganzen Organismus hat, sollten Nutzen und Risiko sorgfältig abgewogen werden.

Wann sollten die Wechseljahresbeschwerden behandelt werden?

Bei manchen Frauen sind die Beschwerden so stark, dass sie in ihrer Lebensqualität und in ihrem Alltagsleben erheblich beeinträchtigt sind oder unter chronischem Schlafmangel mit einer Vielzahl Folgeerscheinungen leiden.

Auch Frauen, bei denen die Wechseljahre sehr früh einsetzen oder die sogar von vorzeitigen Wechseljahren betroffen sind, sollten behandelt werden, um das fehlende Östrogen auszugleichen, das langfristig negative Auswirkungen für den Körper haben kann.

Bei Frauen vor dem 40. Lebensjahr wird meist eine Hormonersatztherapie durchgeführt, um den Östrogenmangel auszugleichen.

Wie bei jeder medikamentösen Therapie sollten der persönliche Nutzen wie auch die Nebenwirkungen sorgfältig abgewogen werden.

 

Medikamente und Hormone bei Wechseljahresbeschwerden

Medikamentöse Symptombehandlung

Um die wechseljahresbedingten Symptome zu lindern, verordnen Ärzte zumeist Medikamente für die am stärksten ausgeprägten Symptome.

Dazu zählen:

  • Diuretika (wasserausschwemmende Präparate) bei ausgeprägten Ödemen
  • Antidepressiva bei vorwiegend psychischer Symptomatik mit depressiven Zügen
  • schlaffördernde Arzneimittel
  • Schmerzmittel bei Migräne, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen

 

Hormonersatztherapie

Ob eine Hormonersatztherapie bei den Wechseljahresbeschwerden angezeigt ist, kann die betroffene Frau nur mit Ihrem Gynäkologen zusammen entscheiden. Je nach Ausprägung der Symptomatik und der individuellen Lebenssituation der Frau muss eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung durchgeführt werden. In manchen Fällen ist es auch sinnvoll, besonders am Anfang des Klimakteriums für einige Zeit Progesteron zu substituieren, da der Progesteronspiegel im Blut mit Beginn des Wechsels als erstes abfällt.

In der modernen Hormontherapie werden körperidentische Hormone eingesetzt und Östrogene oft über die Haut als Hormonpflaster oder in Form von Gelen oder Sprays verabreicht. Diese Darreichungsform schon die Leber geschont und ermöglicht eine individuelle Dosierung.

Die Beschwerden können so oft für einige Zeit deutlich gesenkt werden. Für manche Frauen ist es auch sinnvoll, gerade zu Beginn der Wechseljahre, eine Zeit lang Progesteron zu nehmen. Die Hormontherapie senkt nachweislich das Risiko für Knochenbrüche und wirkt sich günstig auf das Herz-Kreislauf-System aus. Neuere Studien weisen jedoch darauf hin, dass das Brustkrebsrisiko erhöht wird.26

 

Für eine Hormonersatztherapie sprechen:

  • Gewebeschwund der genitalen Schleimhaut (Schleimhautatrophie) und Begleitbeschwerden
  • sehr starke Hormonschwankungen mit ausgeprägten Beschwerden, die den Alltag der Frau und die Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit oder familiärer Aufgaben erheblich beeinträchtigen, z.B. starke Hitzewallungen

 

Präventive Effekte hat die Hormonersatztherapie bei:

  • bereits bestehender Osteoporose mit erhöhtem Risiko für Knochenbrüche oder hohem Osteoporoserisiko aufgrund von Vorerkrankungen oder familiärer Vorbelastung.
  • ausgeprägten depressiven Verstimmungen oder Stimmungsschwankungen.
  • erhöhtem Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • erhöhtem Risiko für Demenz-Erkrankungen.

 

Da synthetische Hormone einen tiefen Eingriff in den Hormonhaushalt der Frau darstellen, sollte die Hormonersatztherapie so kurz wie möglich gehalten werden. Die Dosierung der Hormongaben sollte so niedrig wie möglich angesetzt werden.

Nebenwirkungen einer Hormonersatztherapie sind:

  • Wassereinlagerungen
  • Gewichtszunahme
  • Brustspannen
  • Blutungsstörungen
  • Libidoverlust
  • Antriebslosigkeit
  • Thrombose- und Schlaganfallrisiko
  • erhöhtes Brustkrebsrisiko
  • Herz-Kreislauferkrankungen

Hinweis

Medikamente sind Mikronährstoffräuber

Alle konventionellen Arzneimittel sind Mikronährstoffräuber. Das heißt, dass der Abbau der Medikamente in der Leber die Ausscheidung und Neutralisierung der für den Körper belastenden Inhaltsstoffe Mikronährstoffe verbraucht, die an anderer Stelle, wie beispielsweise bei der Zellneubildung, bei der Produktion von Hormonen oder Neurotransmittern fehlen. Bei einer konventionellen, medikamentösen Therapie ist daher eine optimale Versorgung mit Mikronährstoffen angeraten.

Ganzheitliche Therapie

Das-Wichtigste-in-Kürze

Ganzheitliche Therapie in der Übersicht

  • Pflanzliche Heilmittel können zahlreiche Wechseljahresbeschwerden lindern. Insbesondere bei Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen, Schlafstörungen und innerer Anspannung sowie Nervosität bietet die Heilpflanzenkunde sanfte Hilfe. Häufig verwendete Heilpflanzen sind Rotklee, Mönchspfeffer, Traubensilberkerze, sibirischer Rhabarber, Johanniskraut, Salbei, Soja, Hanf oder Yams-Wurzel.
  • Die Homöopathie ermöglicht eine ganzheitliche Behandlung, die dem individuellen Beschwerdebild und der Lebenssituation der Betroffenen entspricht. Um das für Sie passende homöopathische Arzneimittel zu finden, sollte ein erfahrener Homöopath hinzugezogen werden. Homöopathische Komplexmittel, die bei Wechseljahresbeschwerden verordnet werden, enthalten oft Wirkstoffe wie Cimicifuga, Lachesis, Sepia oder Sanguinaria canadensis.
  • Beckenbodentraining wirkt Belastungsinkontinenz entgegen und verhindert Folgen einer Beckenbodenschwäche wie Gebärmuttersenkung.
  • Hyaluronsäure wird mit zunehmendem Alter immer weniger vom Körper gebildet. Folgen sind Gelenkprobleme, Haut- und Schleimhauttrockenheit oder Faltenbildung. Die Substitution von Hyaluronsäure lindert die Begleiterscheinungen deutlich.
  • Entsäuerung ist nicht nur in den Wechseljahren wohltuend für den Organismus. Die Ausscheidung der überschüssigen Säuren fördert das Wohlbefinden, verbessert das Hautbild, sorgt für mehr Vitalität und beugt der Entstehung von Krankheiten, nach den Wechseljahren insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose, vor.
  • Beim Hormonyoga werden durch bestimmte Übungen die Hormondrüsen angeregt, Hormonschwankungen entgegengewirkt und der Beckenboden gestärkt.
  • Einige ätherische Öle können vor allem bei Beschwerden wie Schlafstörungen, innere Unruhe, Stimmungsschwankungen und Hitzewallungen sehr wohltuend sein. Besonders hervorzuheben ist Lavendel, Rose und Muskattellersalbei. Wichtig ist, dass Sie 100% naturreine Öle, möglichst aus biologischem Anbau, verwenden.
  • Bei Hitzewallungen und nächtlicher Schweißneigung sind Kälteanwendungen aus der physikalischen Therapie wie kalte Unterarmbäder oder lauwarme Sitzbäder hilfreich. Bei Schlafstörungen und Unruhezuständen empfehlen sich dagegen eher Wärmeanwendungen.
  • Wenn schwierige Lebensumstände, psychische Beschwerden oder Stimmungslabilität die Wechseljahre zur Last werden lassen, kann eine begleitende Psychotherapie helfen, die eigene Lebenssituation von außen zu betrachten und durch eine neue Perspektive wieder zu mehr Gelassenheit und Lebensfreude zu finden.

Pflanzenheilkunde bei Wechseljahresbeschwerden

Zahlreiche pflanzliche Präparate werden zur Behandlung der typischen Wechseljahresbeschwerden wie innerer Unruhe, Schlafstörungen oder Hitzewallungen eingesetzt.

 

Unser Buch-Tipp für Pflanzenheilkunde bei Wechseljahresbeschwerden:

 

Da pflanzliche Arzneimittel oft hochdosiert erhältlich sind, empfehlen wir Ihnen, diese nach Rücksprache mit einem Arzt einzunehmen, da sie Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben können. Gerade Präparate aus Sojaextrakten (Isoflavonpräparate) sind aufgrund möglicher unerwünschter Nebenwirkungen umstritten.

 

PflanzeWirkung auf Körper und Psyche
Traubensilberkerze
(Cimicifuga racemosa)
Traditionelles pflanzliches Heilmittel bei typischen Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Kreislaufproblemen und hormonell bedingten Kopfschmerzen mit ausgleichender Wirkung auf die Psyche; östrogenartige Wirkung.
Johanniskraut
(Hypericum)
Johanniskraut wird eingesetzt bei Stimmungsschwankungen und leichten bis mittelschweren Depressionen. Allerdings erhöht Johanniskraut die Photosensibilität, und es kann zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen.
Johanniskraut ist nicht zur Selbstmedikation geeignet, sondern mit dem behandelnden Arzt abzusprechen!
Sibirischer Rhabarber (Rhabarber rhapontikum)Reduziert Hitzewallungen, Gesichtsröte, wirkt angstlösend und ausgleichend auf Stimmungsschwankungen oder depressive Phasen, verbessert allgemeines Wohlbefinden in den Wechseljahren und hormonell bedingte Kopfschmerzen.
Mönchspfeffer
(Agnus castus)
Hormonähnliche Wirkung; Anwendung vor allem bei Zyklusunregelmäßigkeiten, hemmt die übermäßige Bildung von Prolaktin, wirkt ausgleichend auf die Psyche, reduziert Spannungszustände und Angstgefühle.
Kava Kava (Piper methysticum)Anwendung bei Angst, innerer Anspannung, Gereiztheit, Schlafstörungen und depressiven Verstimmungen; verbessert das Wohlbefinden in den Wechseljahren aufgrund seiner ausgleichenden Wirkung.
Ginseng
(Panax ginseng)
Heilmittel aus der Traditionellen Chinesischen Medizin; Stimmungsaufhellend, verbessert die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, konzentrationssteigernd, verbessert klimakterische Beschwerden wie Abgeschlagenheit und Hitzewallungen.
SojaEnthält Isoflavone, die eine östrogenartige Wirkung haben (Phytoöstrogene); gleicht Hormonmangelzustände aus, wirkt feuchtigkeitsregulierend auf Haut und Schleimhäute.
RotkleeEnthält Isoflavone, die eine östrogenähnliche Wirkung haben (Phytoöstrogen); regulierend bei Hormonschwankungen und damit einhergehenden Beschwerden.
Baldrian und HopfenWirken beruhigend bei Reizbarkeit, Unruhe und Nervosität, fördert den erholsamen Schlaf.
SalbeiFindet traditionell Anwendung bei übermäßigem Schwitzen und nächtlichen Schweißausbrüchen.
HanfDas CBD-Öl wird aus der Hanfpflanze gewonnen, hat jedoch keine berauschende Wirkung. Es wurde nachgewiesen, dass CBD-Öl helfen kann, Schlafstörungen, Unruhezustände sowie Stimmungsschwankungen und Depressionen zu lindern. Diese Ergebnisse legen nahe, dass CBD auch entsprechende Wechseljahresbeschwerden lindern kann.
Yams-WurzelTraditionelles Heilmittel aus Südamerika und Asien; enthält eine Vorstufe des Hormons Progesteron und wirkt somit ausgeprägten Hormonschwankungen entgegen; beeinflusst den Hormonhaushalt auch nach der Menopause 16

Homöopathie in den Wechseljahren

Die Klassische Homöopathie kennt über 6.500 geprüfte Einzelarzneimittel. Homöopathische Mittel werden aus Substanzen pflanzlicher, mineralischer oder tierischer Herkunft hergestellt. Während des Herstellungsprozesses werden die Wirkstoffe so stark verdünnt (potenziert), dass sie in den Globuli oder Tropfen praktisch nicht mehr nachweisbar sind. Wodurch der Behandlungserfolg erklärt werden kann, ob durch die energetische Essenz des ursprünglichen Wirkstoffs oder durch einen Placebo-Effekt, ist in der Schulwissenschaft umstritten. Gegen ein Placebo spricht der Heilungserfolg bei Babys, Tieren oder Pflanzen.

Wer in den Wechseljahren auf eine sanfte Therapie der Beschwerden setzt und eine nebenwirkungsarme Methode vorzieht, ist mit der Homöopathie als Begleittherapie gut beraten.

 

Um einen wirklichen Behandlungserfolg zu erzielen, sollte ein erfahrener Homöopath aufgesucht werden, da die klassische Homöopathie nicht einzelne Symptome behandelt, sondern den ganzen Menschen. Um das passende Einzelmittel oder eine Kombination aus den vielen Tausend Arzneimitteln herauszufinden, wird eine detaillierte Anamnese (persönliche Krankengeschichte) durchgeführt. Dabei werden in der vom Homöopathen neben den Wechseljahresbeschwerden auch die individuellen Lebensumstände der Patientin berücksichtigt.

 

Eine Reihe von homöopathischen Arzneimitteln haben sich bei Wechseljahresbeschwerden bewährt. Dazu zählen Acidum sulfuricum, Belladonna, Calcium carbonicum, Cimicifuga racemosa, Lachesis, Phosphorus, Pulsatilla pratensis, Sabina, Sanguinaria canadensis, Sepia oder Sulfur.

 

Auch homöopathische Komplexmittel können die vielfältigen Beschwerden lindern. Häufig enthalten diese Wirkstoffe wie Sepia, Lachesis, Cimicifuga oder Sanguinaria canadensis

 

 

Beckenbodentraining

Bei vielen Frauen tritt im Laufe der Wechseljahre oder nach der Menopause eine Beckenbodenschwäche auf, die vielfältige Beschwerden mit sich bringen können.

Besonders häufig kommt es zu einer Belastungsinkontinenz, das bedeutet, dass es bei Druckbelastungen im Bauchraum wie beispielsweise beim Niesen, Husten oder beim schweren Heben zu unwillkürlichem Urin- oder Stuhlverlust kommen kann.

Ursache ist der nachlassende Muskeltonus, der mit dem Abfall des Östrogens und damit einhergehendem Abbau unserer Muskelmasse und Muskelkraft auch die Spannkraft des Beckenbodens beeinträchtigt.

Regelmäßiges Beckenbodentraining kann der Belastungsinkontinenz entgegenwirken. Ein schwacher Beckenboden kann über die Jahre bis zur Absenkung der Gebärmutter oder sogar des gesamten Urogenitaltraktes führen. Ideal ist es, wenn rechtzeitig damit begonnen wird, um die Beschwerden gar nicht erst entstehen zu lassen. Beckenbodentraining kann bis ins hohe Alter hinein durchgeführt werden.

Hyaluronsäure

In den Wechseljahren verringert sich auch die Produktion der körpereigenen Hyaluronsäure, wodurch die Haut an Spannkraft verliert und Falten entstehen. Auch die Bildung der Gelenksflüssigkeit, die wie eine Art Schmiermittel bei allen Gelenkbewegungen fungiert, reduziert sich. In der Folge können sich Steifigkeit in den Gelenken oder Gelenkschmerzen entwickeln.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Unsere Produktempfehlung für Hyaluronsäure:


 

Außerdem ist die Hyaluronsäure ein Feuchtigkeitsspeicher. Ein Mangel führt zu Trockenheit der Haut und Schleimhäute wie Scheiden- oder Augentrockenheit.

Eine regelmäßige Zufuhr von Hyaluronsäure lindert die entsprechenden Beschwerden oder kann sie sogar ganz beheben. Nebenwirkungen sind weitgehend unbekannt, da die Substanz im menschlichen Körper natürlich vorkommt. Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie mit Ihrem Therapeuten, ob die Substitution bei Ihnen sinnvoll ist. 17,18

 

Entsäuerung

Eine wichtige Begleittherapie bei allen Erkrankungen ist die Wiederherstellung eines ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalts, der, neben anderen Faktoren, auch durch die Umstellungen im Hormonsystem aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann.

Eine ungesunde, säurelastige Ernährung, vor allem aber auch Stress, Unzufriedenheit, psychische Belastungen und andauernde innere und äußere Konflikte führen zu einer Entgleisung des Gleichgewichts.

 

Eine Studie hat ergeben, dass eine säurelastige Ernährung die Konzentration von Stresshormonen im Blut erhöht. Ein zu hoher Cortison- und Cortisolspiegel (Stresshormone) hat negative Auswirkungen auf den Knochenstoffwechsel. Das Osteoporoserisiko steigt. 27

Eine Änderung des Lebensstils, wie er in diesem Artikel beschrieben ist, sowie eine Anpassung der Essgewohnheiten mit überwiegend pflanzlicher Kost, hochwertigen Ölen und mikronährstoffreichen Lebensmitteln ist die Grundlage für eine Säure-Basen-Balance.

Darüber hinaus sind tägliche Anwendungen mit Basensalz empfehlenswert, um die Pufferung und Ausscheidung der Säuren über die Entgiftungsorgane zu unterstützen.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Durch verschiedene Faktoren, wie beispielsweise eine unausgeglichene Ernährung mit Weißmehl, Zucker und Alkohol oder unzureichender Bewegung kann es zu einer chronischen Übersäuerung kommen. Unser Körper hat damit nicht genug basisch wirkende Stoffe, um Säuren zu neutralisieren. Ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt ist Grundvoraussetzung, damit der pH-Wert unseres Blutes im Idealbereich zwischen 7,34 – 7,45 liegt. Eine Möglichkeit der Vorbeugung bietet die regelmäßige Verwendung eines Basensalzes im Vollbad, Fußbad oder vielem mehr.

Unsere Empfehlung für Basensalz:


 

Beispiele für basische Anwendungen im Alltag sind:

  • Mehrmals wöchentlich ein Vollbad nehmen, dem Basensalz zugefügt wird. Das basische Badewasser fördert die Ausleitung der Säuren über die Haut. Reiben Sie sich während des Badens mehrfach mit einem Waschhandschuh ab, um die Ausscheidung anzuregen.
  • Täglich den Körper morgens und abends mit basischem Wasser abreiben. Lösen Sie einen Löffel Basensalz in einem Liter lauwarmen Wasser auf, reiben Sie Ihren ganzen Körper damit ab und lassen sie das Wasser auf der Haut trocknen. So bildet sich ein leicht basischer Film auf der Hautoberfläche, der noch über einige Stunden hinweg die Säureausleitung verstärkt.
  • Leberwickel am Abend mit in Wasser gelöstem Basensalz. Tränken Sie ein Baumwolltuch in warmem Basenwasser, legen sie es zusammen mit einer Wärmflasche auf die Lebergegend und ruhen Sie sich in dieser Zeit aus. Die Entgiftungsfunktion der Leber wird unterstützt.
  • Basensalz für die innere Anwendung. Hierzu gibt es zahlreiche Produkte, die in Wasser aufgelöst und mehrmals täglich getrunken werden.

Hinweis

Was ist Übersäuerung und wie kann man das Säure-Basen-Gleichgewicht wiederherstellen?

Unser Körper verstoffwechselt alles, was wir essen und trinken, je nach Zusawemmensetzung der Lebensmittel zu Säuren oder Basen. Für die Gesundheit wichtig ist eine basenüberschüssige Ernährung. Unsere westlichen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten führen jedoch zu einem Säureüberschuss im Körper. Langfristig zeigt sich das in funktionellen Störungen des Organismus, die man zum Beispiel an andauernder Erschöpfung und Abgeschlagenheit, Karies, Haut- und Verdauungsproblemen oder Haarausfall erkennen kann. Langfristig führt Übersäuerung zu zahlreichen Erkrankungen, allen voran Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose.

Ursachen für einen übersäuerten Organismus sind:

  • Ernährungsgewohnheiten, die viele Säurebildner enthalten wie Fleisch, Wurst, und Milchprodukte, Auszugsmehl, Zucker, Süßigkeiten, alle industriell gefertigten Nahrungsmittel, Alkohol und Kaffee
  • ein stressiger Alltag, wenig Bewegung, wenig Erholungszeiten
  • psychische Belastung, Sorgen und Konflikte
  • Sauerstoffmangel durch flache Atmung und wenig frische Luft

Die Entgiftungsorgane wie Leber, Niere, Lunge, Darm und Haut können einen großen Teil der Säuren, die im Stoffwechselprozess entstehen, abpuffern und ausleiten. Zur Pufferung braucht der Körper Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium und Zink, die bei einer ungünstigen Ernährung aus den körpereigenen Mineralstoffspeichern wie dem Haarboden, den Zähnen und den Knochen gelöst wird. Auch über die Lunge wird eine beträchtliche Menge an Säuren abgeatmet sowie über die Nieren durch ausreichend Trinken von Wasser ausgeschieden. Wird dem Körper jedoch über einen langen Zeitraum ein Säureüberschuss zugemutet, führt das zu einer Überlastung. Das Zuviel an Säuren kann nicht mehr ausgeschieden werden, sondern wird in Gelenken, Muskeln und im Bindegewebe eingelagert.

Um das Säure-Basen-Gleichgewicht wiederherzustellen, gibt es einige Grundsätze, die zu festen Lebensgewohnheiten werden sollten:

  • basenüberschüssige, mineralstoffreiche Ernährung mit viel Rohkost oder schonend gedünstetem Gemüse, Zitrusfrüchten, Kartoffeln, Mandeln, Samen, Hirse, Quinoa, Amaranth, Buchweizen, frischen Kräutern und Gewürzen
  • gemäßigter Sport und Bewegung, die zu einer vermehrten Atmung und damit Säureausscheidung über die Lungen führt; außerdem baut Sport Stresshormone ab, die wiederum die Säureproduktion im Organismus anregen
  • Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation, Qi Gong etc., die ebenfalls Stresshormone reduzieren
  • trinken von Wasser oder Kräutertees, um Säuren über die Nieren auszuscheiden
  • ausreichend Schlaf und Ruhezeiten

Hormon-Yoga bei Wechseljahresbeschwerden

Eine spezielle Yoga-Variante, das so genannte Hormon-Yoga, soll hormonbedingte Beschwerden rund um die Wechseljahre auf natürliche Weise lindern. Eine Reihe von festgelegten Übungen, die sehr dynamisch und zügig durchgeführt werden, sollen das weibliche Drüsen- und Hormonsystem aktivieren und damit hormonellen Schwankungen entgegenwirken.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Unser Buch-Tipp für Hormon-Yoga:


 

Die Körperübungen bestehen vor allem aus intensiven Bauchbewegungen, tiefer Bauchatmung und Entspannungsübungen. Dadurch werden die Beckenorgane massiert und deren Durchblutung gefördert, auch die Beckenbodenmuskulatur wird trainiert und gewinnt wieder an Spannkraft.

Die Kombination der verschiedenen Übungen hat zum Ziel, dass der Körper überschüssige Stresshormone abbaut. Diese sind Gegenspieler der weiblichen Sexualhormone und können das Hormonsystem aus der Balance bringen sowie hormonell bedingte Beschwerden, die in den Wechseljahren charakteristisch sind, verstärken.

Regelmäßig praktiziert soll das Hormon-Yoga das Wohlbefinden verbessern und das Hormonsystem positiv beeinflussen.

Empfehlenswert ist es, zum Erlernen des Hormon-Yogas einen entsprechenden Kurs zu belegen, bevor man zuhause mit den Übungen beginnt. Gerade für Yoga-Anfänger ist es wichtig, dass ein erfahrener Lehrer die richtige Ausführung der Übungen überwacht und gegebenenfalls korrigiert.

 

 

Ätherische Öle in den Wechseljahren

Naturreine, ätherische Öle enthalten wirksame Pflanzenstoffe in hoher Konzentration, weshalb meist eine geringe Dosis genügt, um deutliche Reaktionen beobachten zu können.

Wichtig: Bitte achten Sie beim Kauf stets darauf, dass es sich um naturreine ätherische Öle, möglichst aus biologischem Anbau handelt. Diese Öle können zum Teil innerlich, zusammen mit einem Löffel Honig oder Mandelöl, angewendet oder äußerlich auf die Fußsohle aufgetragen oder mit einem guten Basisöl vermischt einmassiert werden. Auch feucht-warme Umschläge bieten sich an, da auf diese Weise das Öl sowohl über die Haut aufgenommen als auch über die Nase eingeatmet wird.

 

  • Lavendel

Lavendelöl zählt zu den wichtigsten Ölen für Nervensystem und Psyche. Es enthält bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe, die beruhigend, ausgleichend, entspannend und stimmungsaufhellend auf die Gefühlswelt wirken.

Bei Abgeschlagenheit, innerer Anspannung und Schlafstörungen können folgende Anwendungsmöglichkeiten helfen: Ein- bis zweimal täglich einen Tropfen auf die Fußsohlen auftragen, einige Tropfen vor dem Schlafengehen aufs Kopfkissen oder in einen Diffusor geben oder ein kleines Fläschchen im Alltag immer griffbereit haben, um bei innerer Unruhe oder Anspannung daran riechen zu können.20

 

  • Rose

Rosenduft wirkt unmittelbar auf das limbische System, der Bereich im Gehirn, der unsere Emotionen verarbeitet und Hormone (Endorphine) ausschüttet, die eine positive Auswirkung auf die Stimmungslage haben. Stressempfindung wird reduziert und ein Gefühl der inneren Entspannung breitet sich aus. Geben Sie einige Tropfen in einen Diffusor und vernebeln Sie das Öl während der Tage vor der Menstruation täglich in dem Raum, in dem Sie sich am meisten aufhalten, oder tupfen Sie 2-3 Tropfen auf Ihr Handgelenk oder auf ein Taschentuch, um mehrmals daran riechen zu können, wenn sich Schwermut, Anspannung oder sorgenvolle Gefühle wieder breit machen.21

 

  • Muskattellersalbei

Das Öl des Muskatellersalbeis hat eine unmittelbare Wirkung auf das Hormonsystem. Der Muskattellersalbei enthält hormonähnliche Substanzen und ist ein bewährtes Mittel in der traditionellen Naturheilkunde bei Schlaflosigkeit, Unruhezuständen, Nervosität und krampfartigen Schmerzen. Auch Hitzewallungen und hormonell bedingte Stimmungsschwankungen sollen gelindert werden.

Innerlich empfiehlt sich aufgrund des bitteren Geschmacks die Einnahme mit Honig oder Zucker. Diese Darreichungsform ist besonders bei Schlafstörungen oder Gereiztheit empfohlen. Äußerlich können mehrmals täglich 1 bis 2 Tropfen auf die Fußsohle aufgetragen und sanft einmassiert werden. Über die Reflexzonen wird das gesamte Nervensystem stimuliert.19

 

 

Physikalische Therapie bei Wechseljahresbeschwerden

Um Hitzewallungen und Schweißneigung zu lindern, können zuhause kühle Abwaschungen durchgeführt werden. Besonders wohltuend ist ein kühles Unterarmbad vor dem Schlafengehen. Auch lauwarme Sitzbäder können helfen, den nächtlichen Schweißausbrüchen entgegenzuwirken.

Liegt die Hauptproblematik eher bei Schlafstörungen, so bringt ein abendliches, warmes Fußbad, am besten mit Zusatz von Lavendelöl, innere Ruhe, Entspannung und wohlige Wärme.

Außerdem sollten Frauen, die in den Wechseljahren verstärkt zu Blaseninfektionen neigen, für warme Füße sorgen, da kalte Füße reflektorisch die Unterleibsdurchblutung vermindern. Ebenso empfiehlt sich in diesen Fällen, die Nierengegend warm zu halten.

 

 

Psychotherapie in den Wechseljahren

Die Wechseljahre gehen mit körperlichen Veränderungen einher, das Älterwerden wird sichtbar und spürbar. Gerade in der westlichen Welt wird das Alter negativ bewertet. Bei manchen Frauen kann das dazu führen, dass die Erwartungshaltung im Außen, der Wunsch nach einem jugendlichen Aussehen, die mit dem Klimakterium einhergehenden psychischen Faktoren wie Stimmungslabilität oder Unsicherheit noch verstärkt.

Jedoch sind Wechseljahre und Menopause keine Krankheit, sondern ein natürlicher Prozess im Leben jeder Frau. Sie geben die Möglichkeit, dem Leben eine neue Ausrichtung zu geben, sich mehr an inneren Werten zu orientieren und die erworbene Reife und Lebenserfahrung zu genießen. Wenn diese Übergangsphase allein nicht zu bewältigen ist, bietet sich eine psychotherapeutische Begleitung an, um eine neue Perspektive auf die Wechseljahre und die Veränderungen im Körper und im eigenen Leben zu gewinnen.

 

  • Gesprächstherapie

Da besonders in den Wechseljahren die psychosomatischen Begleiterscheinungen nicht zu unterschätzen sind, kann eine begleitende Gesprächstherapie die Frau dabei unterstützen, den Ursachen ihrer Beschwerden auf den Grund zu gehen und einen positiven Umgang mit dem neuen Lebensabschnitt zu finden. Besonders ratsam ist diese Therapieform, wenn die Hauptbeschwerden auf der psychischen Ebene liegen und extreme Stimmungsschwankungen mit sich bringen. Aber auch wenn die Frau so sehr unter den Wechseljahresbeschwerden leidet, dass sie sich in ihrer Lebensqualität eingeschränkt fühlt, bringt eine Gesprächstherapie oft überraschende Erkenntnisse.

 

 

  • Systemische Therapie

Eine besondere Form der Psychotherapie ist die systemische Therapie. Probleme oder psychosomatische Beschwerden werden nicht als Störung eines einzelnen Menschen betrachtet, sondern der Mensch wird eingebunden in sein soziales Umfeld mit den verschiedenen Einflussfaktoren gesehen – also sein System.

Je nach Art und Umfang der Problematik werden verschiedene Systeme in Betracht gezogen, dies kann beispielsweise die Familie sein, in der man gegenwärtig lebt, gegebenenfalls auch die Herkunftsfamilie oder das Arbeitsumfeld. In der Therapie werden die verschiedenen Wechselwirkungen zwischen dem Klienten und seinem Umfeld genauer beleuchtet. Indem die verschiedenen Einflussfaktoren, die oft Personen im näheren Umfeld der Betroffenen darstellen, auf Papier gezeichnet oder als Figuren oder Holzklötze auf einer begrenzten Fläche aufgestellt werden, hilft dies den Klienten, Abstand zu der belastenden Situation zu gewinnen und sein Leben gewissermaßen von oben zu betrachten, aus einer Metaperspektive.

Bei Frauen, die sehr an den Veränderungen während der Wechseljahre leiden, kann diese Methode dazu beitragen, unbewusste Zusammenhänge zwischen ihren Beschwerden und ihren Lebensumständen zu erkennen. Der Therapeut entwickelt mit der Frau gemeinsam Lösungsansätze, um eine Veränderung im Leben der Frau zu bewirken. Die Lösung von Konflikten, das Zurückerlangen der eigenen Handlungsfähigkeit oder die Erkenntnis, welche Bedürfnisse mehr Aufmerksamkeit benötigen, aktiviert neue Energien und löst emotionale Blockaden, die wieder handlungsfähig machen und Kräfte freisetzen.

 

Checkliste

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun in den Wechseljahren

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich und Ihre Angehörigen so gut wie möglich über Ihre Erkrankung
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patienten und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf Ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. In den Wechseljahren stehen viele Mikronährstoffe im Fokus – eine Breitbandversorgung ist daher unerlässlich.
  • Veränderung im Lebensstil: Viel Bewegung, ausreichend Schlaf, Zeit für sich selbst, Entspannung sowie eine positive Haltung dem Leben und dem Prozess des Älterwerdens gegenüber lassen die Wechseljahre bewusster erleben und als eine Phase der Reife annehmen.
  • Eine gesunde, vitalstoffreiche Ernährung vermindert Begleiterscheinungen, die mit der Hormonumstellung einhergehen, und beugt Folgeerkrankungen vor.
  • Heilpflanzen: Heilpflanzen helfen, die körperlichen oder psychischen Beschwerden sanft zu lindern. Phytoöstrogene wirken regulierend auf den Hormonhaushalt.
  • Hormon-Yoga: Bestimmte Yogaübungen werden unter dem Begriff Hormon-Yoga zusammengefasst. Die Übungen regen die Hormondrüsen an, entspannen die Muskulatur und das Nervensystem und können eine ganzheitliche Begleitung in dieser Lebensphase darstellen.
  • Beckenbodentraining: Regelmäßiges Beckenbodentraining stabilisiert die Haltung und beugt einem Vorfall der inneren Geschlechtsorgane vor. Hyaluronsäure: Die Substitution der Hyaluronsäure wirkt Scheidentrockenheit entgegen. Vaginal kann sie als natürliches Gleitmittel verwendet werden.
  • Entsäuerung: Ein übersäuerter Organismus produziert eine ganze Reihe von Beschwerden. Entsäuerung durch eine basenlastige Körperpflege und Ernährung lindert nicht nur Wechseljahresbeschwerden, sondern beugt dem Knochenabbau und weiteren degenerativen Erkrankungen im Alter vor.
  • Ätherische Öle: Lavendel, Rose und Muskattellersalbei sind sanfte, effektive Mittel, um Schlafstörungen, Stimmungs- und Hormonschwankungen zu begegnen.
  • Physikalische Therapie: Kalte Armbäder oder Körperwaschungen lindern Hitzewallungen und Schweißausbrüche.
  • Psychotherapie: Nicht nur zur Therapie von depressiven Phasen, sondern auch als Begleitung durch diese einschneidende Lebensphase, die viele Veränderungen mit sich bringt, kann die Psychotherapie eine Hilfe sein.

1 www.wissenschaft.de/umwelt-natur/gene-bestimmen-den-beginn-der-wechseljahre/

2 www.beingpatient.com/menopause-dementia/

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